Maria Schneider

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    gypsy-tail-wind
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    Maria Schneider (*1960)

    Maria Schneider leitet seit über zwanzig Jahren eine Big Band, deren Musik unverkennbar ihre Handschrift trägt. In den Achtzigerjahren arbeitete sie längere Zeit für Gil Evans, nach dessen Tod lernte sie ein paar Jahre bei Bob Brookmeyer – und damit ist das Feld angedeutet, auf dem ihre Musik zu verorten ist: die lyrische, impressionistisch angehauchte Seite des modernen Big Band Jazz, wie ihn seit den Fünfziger- und vor allem Sechzigerjahren Bands wie jene von Evans, Thad Jones/Mel Lewis (mit Brookmeyer) oder (manchmal) auch Don Ellis gepflegt haben. Vogelstimmen und brasilianische Rhythmen sind in Schneiders Musik gerade so wichtig wie der dünne Faden der Tradition modernen Big Band Jazz‘.

    Ihre Musik hat etwas beinah „klassisches“ an sich – gleichmässige Phrasen, ausgewogene und balancierte Linien, eine grosse Ruhe selbst wenn das Schlagzeug gerade durch zwei cajónes und weitere Percussion angereichert wird. Das mag manchem langweilig vorkommen, doch hört man durch diese Oberfläche hindurch, merkt man, dass Schneiders Musik grosse Reichtümer zu bieten hat. Ihre Stücke konstruiert sie meist aus kurzen, eingängigen Phrasen, kleinen Melodiefetzen, die sich im Gedächtnis festhaken, ohne zu Ohrwürmern zu werden. Harmonisch kommt dann sicherlich Evans‘ Einfluss zum Vorschein – und damit spannt sich ein ganzes Netz weiterer Einflüsse auf: Stravinsky und Schönberg, Debussy und Ravel. Präzision und Klarheit.

    Letztes Jahr erschien denn auch ein im eigentlichen Sinne klassisches Album, aufgenommen mit der Sopranistin Dawn Upshaw. Maria Schneider vertonte dazu Texte von Ted Kooser („Winter Morning Walks“) und Carlos Drummond de Andrade („Carlos Drummond de Andrade Stories“, Übertragung ins Englische von Mark Strand) – eine überraschende und tolle Scheibe (Dank an kramer, der mich darauf aufmerksam gemacht hat).

    Eine Big Band – mit dem „Maria Schneider (Jazz) Orchestra“ entstanden alle übrigen Alben – lebt natürlich auch von ihren Solisten. Diesbezüglich ist es Schneider – die in ihrer Band kein Instrument spielt – gelungen, eine verschworene Gemeinde zusammenzuschweissen. Viele Musiker sind seit langen Jahren, manche seit Beginn dabei. Nennenswert sind wenigstens Rich Perry, Rick Margitza und sein Nachfolger Donny McCaslin (alle Tenorsaxophon), Scott Robinson (Baritonsaxophon, Bassklarinette, Klarinette etc.), Ben Monder (Gitarre), Frank Kimbrough (Piano) sowie Ingrid Jensen und die leider verstorbene Laurie Frink (beide Trompete).

    Die bisherige Diskographie:

    • Evanescence (1994, rec. 1992)
    • Coming About (1996, rec. 1995)
    • Live at the Jazz Standard—Days Of Wine and Roses (2000)
    • Allegresse (2000)
    • Concert in the Garden (2004)
    • Sky Blue (2007)
    • w/Dawn Upshaw: Winter Morning Walks (2013, rec. 2012)
    • The Thompson Fields (2015, rec. 2014)

    Die Sessions zu „The Thompson Fields“ fanden gerade statt, die Veröffentlichung ist für April 2015 geplant. Die Alben sind allesamt über Schneiders Website erhältlich.

    http://www.mariaschneider.com

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM - Corona-Extraprogramm im April und Mai: gypsy goes jazz, #99: The Real McCoy - McCoy Tyner (1938-2020), 14.4., 22:00; #100: Tenor Giants - Yusef Lateef (1920-2013), 12.5., 21:00 (2 Stunden!); #101: 9.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #5: The Pain and Joy of ZA Jazz, 23.4., 22:00 | No Problem Saloon, #14: Funky Longtracks, 11.4., 20:30; #15: 28.4., 21:00
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    gypsy-tail-wind
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    Coming About * * * *
    Allegresse * * *1/2
    Concert in the Garden * * * *
    Sky Blue * * * *1/2
    w/Dawn Upshaw: Winter Morning Walks * * * *

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    #9326505  | PERMALINK

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    Ich kenne von Maria Schneider eigentlich nichts, habe aber erst gestern das neue Bowie-Stück „Sue“ gehört, welches in Kollaboration mit der Maria Schneider Big Band eingespielt wurde. Imposanter Klangteppich, manchmal etwas Stan Kenton, manchmal auch so ein bisschen später Robert Wyatt, was natürlich auch mit Bowies stimmlicher Präsenz zu tun haben dürfte. Interessant aber auf jeden Fall.

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    #9326507  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Den Song könnte man natürlich auch noch erwähnen, klar – finde ihn sehr gelungen. Kommt im November auf Vinyl:
    http://www.amazon.co.uk/Sue-In-Season-Crime-Vinyl/dp/B00NES1BBM/

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