Krimis – Empfehlungen und Warnungen

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  • #6792499  | PERMALINK

    omalley

    Registriert seit: 28.03.2003

    Beiträge: 16,451

    CleetusAber ich mag ja auch John Katzenbach nicht.

    Dito! :liebe_2:

    zezeWelche waren es denn? Bei John Katzenbach kaufe ich im Gegensatz zu Deaver weniger blind. Von ihm gefallen mir „Der Patient“ und mit Abstrichen „Die Anstalt“. Ansonsten habe ich hier noch „Das Opfer“ rumliegen. Muss aber noch gelesen werden.

    Die Anstalt war ermüdend, langatmig und zäh wie Kaugummi. Der Patient von der Idee her sehr viel besser, aber sein Schreibstil ist einfach zu öde, umständlich und packt mich einfach nicht.

    --

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    #6792501  | PERMALINK

    mark-oliver-everett

    Registriert seit: 14.12.2003

    Beiträge: 18,068

    CleetusNesser nicht

    oh doch! :-)

    --

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    #6792503  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 30,534

    Hat and beardDieser Thread ist schon lang überfällig. Danke für die Eröffnung, MarBeck.

    Ich nehme mal ein trauriges Ereignis zum Anlass, wiederholt kurz auf James Crumley (1939-2008) hinzuweisen:
    In 40 Jahren 8 Romane sowie eine Handvoll Stories. Der erste Roman spielt in Vietnam, ich habe ihn noch nicht gelesen. Die folgenden sind Crime Fiction, und die mir bekannten („The Wrong Case“, „The Last Good Kiss“, „Dancing Bear“) sind absolut großartig, in den besten Momenten so gut wie Chandler at his best. Lesen!

    PS: latho, wie hat Dir „The Last Good Kiss“ gefallen? In meinen Augen ein absolutes Meisterwerk.

    Sehr. Crumleys schreibt unheimlich sicher, vermischt dabei hard-boiled mit hmm, Americana (die Beschreibung der Fahrten durch die westlichen Rockies) und Hunter S. Thompson (die Sauftouren mit Trehearne). Allein der Anfang:

    “When I finally caught up with Abraham Trahearne, he was drinking beer with an alcoholic bulldog named Fireball Roberts in a ramshackle joint just outside of Sonora, California, drinking the heart right out of a fine spring afternoon.”

    Auch die Story mit dem Mädchen, dass im San Francisco der 60er verschwand, fand ich spannend. Das war definitiv nicht das letzte Buch von Crumley, dass ich gelesen habe.

    Ebenfalls empfehlen kann ich (Hats ursprünglichen Tip): Allan Guthrie – Kiss Her Goodbye. Spielt in Edinburgh und handelt von einem Schläger im Dienst eines Kredithais, der den Tod seiner Tochter rächen will. Bis auf ein zwei Kleinigkeiten sehr lesbar und spannend.

    Wenn Pelecanos erwähnt wurde, sollte man seinen The-Wire-Partner Dennis Lehane nicht außen vor lassen. Lehane hat es mit Schuld und Sühne (Mystic River), aber hat zumindest teilweise einen tollen Stil. Handlungstechnisch bricht er mir zu oft in das Thriller-Genre ein (was dem einen oder anderem hier ja durchaus gefallen könnte), geschrieben sind seine Bücher immer gut. Shutter Island fand ich etwas zu konventionell, die Kenzie/Gennaro-Krimis sind aber gar nicht schlecht bis sehr gut:

    A Drink Before the War (1994) * * * 1/2
    Darkness, Take My Hand (1996) * * 1/2
    Sacred (1997) * * *
    Gone, Baby, Gone (1998) * * * * 1/2
    Prayers for Rain (1999) * * *

    Ansonsten haben wir das Original des „neuen Wilden“ vergessen: chief maniac James Ellroy. Ich finde, seine Bücher haben in letzter Zeit nachgelassen, The Black Dahlia, ein Meisterwerk an düsterem hard-boiled, Höllenfahrt und geradezu manischen Obsessionen ist immer zu empfehlen.

    Edit: zu Black Dahlia – ich meine, mal eine Ullstein-Ausgabe in der Hand gehabt zu haben, in der einige (der heftigeren) Passagen fehlten. Von daher sei das englische Original empfohlen.

    --

    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #6792505  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    O`Malley

    Ich habe gerne gelesen:

    und den Nachfolger:


    „Die Chirurgin“ hatte ich verschlungen. Wollte mir längst schon den Nachfolger holen. Danke für die Erinnerung :-)

    Super Thread!

    --

    #6792507  | PERMALINK

    marbeck
    Keine Lust, mir etwas auszudenken

    Registriert seit: 27.07.2004

    Beiträge: 20,428

    latho
    Ansonsten haben wir das Original des „neuen Wilden“ vergessen: chief maniac James Ellroy. Ich finde, seine Bücher haben in letzter Zeit nachgelassen, The Black Dahlia, ein Meisterwerk an düsterem hard-boiled, Höllenfahrt und geradezu manischen Obsessionen ist immer zu empfehlen.

    Edit: zu Black Dahlia – ich meine, mal eine Ullstein-Ausgabe in der Hand gehabt zu haben, in der einige (der heftigeren) Passagen fehlten. Von daher sei das englische Original empfohlen.

    Ich dachte, Ellroy muss man nicht mehr empfehlen. ;-) Er ist natürlich sehr gut „Die schwarze Dahlie“ ist sein Meisterwerk, vielleicht der beste Krimi, den ich kenne.

    --

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    #6792509  | PERMALINK

    nerea87

    Registriert seit: 03.02.2005

    Beiträge: 3,184

    John D. MacDonald

    Seine Travis McGhee Reihe umfasst 21 Krimis, die fast alle vom Feinsten sind. Spannende Geschichten, sich entwickelnde Hauptfiguren (v.a. Travis und sein Freund Meyer), furchterregende Bösewichte, Einblicke in das Leben in Amerika um die Jahre 1965 bis 1975. Schrifstellerisch ganz ausgezeichnet, ich kenne kaum einen Krimiautoren, der so in der Lage ist, in den Dialogen Handlung voranzutreiben. Dadurch wirken die Bücher sehr lebensecht und die Figuren überzeugend. Dazu gelingen MacDonald ausgezeichnete Stimmungsbilder, und humorvoll ist es an vielen Stellen auch.

    Bewundersnwert ist, dass MacDonald es schafft, die Handlungen in den gesellschaftlichen Kontext zu stellen, ohne dass dies bemüht wirkt. Oft siedelt er dies in Dialogen an, die dann zu echten Perlen geraten.

    Da seine Beschreibungen so lebensecht herüberkommen, ist die Spannung manchmal kaum erträglich, manche Auseinandersetzung mit den Bösewichten fürchtet man geradezu herbei. Gewalttaten wirken so gewalttätig und unerträglich, wie sie wohl wirklich sind, ohne dass MacDonald sich darin wälzen würde, er arbeitet eher mit der Angst vor der Gewalt. Aber wenn’s dann zur Sache geht, dann geht’s zur Sache.

    Bei den 21 Travis McGhee gibt es leichte Niveauschwankungen, aber es lohnt sich sehr, alle in der Reihenfolge zu lesen. Die anderen Bücher, und MacDonald hat so etwa 70 Romane geschrieben, sind großenteils vergriffen, ledigliche eine Handvoll habe ich zu vernünftigen Preisen bekommen können.

    Bekannt ist die Verfilmung seines Buches The Executioners (später unter dem Filmtitel Cape Fear veröffentlicht). Das wurde zweimal prominent verfilmt, die neuere Fassung von Scorsese mit Robert deNiro dürften einige kennen.

    Problem ist, dass es nur wenige gute Übersetzungen ins Deutsche gibt (eigentlich taugen nur die Rotbuch-Ausgaben was, aber da gibt es nur die Bände 1, 2 und 4 der Travis McGhee-Reihe). Die englischen Originale sind also ein Muss, dank des Dollar-Kurses sind diese preisgünstig zu haben.

    --

    ...falling faintly through the universe...
    #6792511  | PERMALINK

    mick67

    Registriert seit: 15.10.2003

    Beiträge: 76,954

    zezeJeffery Deavers „Lincoln Rhyme-Romane“ sind alle spannend und sehr interessant geschrieben. Die kann ich allen wärmstens ans Herz legen.

    :bier:

    CleetusIch habe bisher zwei gelesen und als sehr mittelmäßig empfunden. Aber ich mag ja auch John Katzenbach nicht.

    Welche denn? Bevor Du ihn ganz abschreibst, lies bitte noch Lautloses Duell. Sehr spannend!

    Ich kann noch die Frankfurt Krimis von Andreas Franz empfehlen.

    Wer Interesse am historischen Frankfurt und seinen Personen Ende des 19.Jh./Anfang 20. Jh. hat, dem kann ich auch noch die beiden Kriminalromane “Die Detektivin“ und “Die Farbe von Kristall“ von Nikola Hahn empfehlen. Im richtigen Leben ist Nikola Hahn Offenbacher Kriminalkommissarin.

    Mit Freude habe ich auch die Schorlau Krimis mit dem Protagonisten und Ex-BND Mitarbeiter, und nun Privatdetektiv, Dengler gelesen, wobei mir die ersten beiden (Die blaue Liste und Das dunkle Schweigen) noch am besten gefallen haben. Dengler ist übrigens großer Bluesfan, was in „Das Dunkle Schweigen“ eine wichtige Rolle spielt.

    Generell mag ich Krimis, bei denen ich immer mit denselben Protagonisten zu tun habe.

    edit: schöner Thread!

    --

    #6792513  | PERMALINK

    nerea87

    Registriert seit: 03.02.2005

    Beiträge: 3,184

    Und natürlich der große Simenon. Nicht nur ein guter Krimischreiber sondern schlicht einer der besten mir bekannten Schriftsteller.

    Die Romane schwanken im Niveau recht stark, man sollte sich vorher informieren. Er hat eine Fülle von Werken geschrieben, neben ca. 70 Maigretromanen gibt es nochmal mehr als doppelt soviele Non-Maigret-Romane, die teils noch besser sind.

    Wer sich für Maigret interessiert: Bei Diogenes werden derzeit alle Maigret-Romane in neuer deutscher Übersetzung herausgegeben. Parallel dazu kann man bei faz.net nachlesen, wie jemand alle Romane liest, jede Woche einen. Sehr amüsant und gibt einen guten Kurzüberblick.

    Von den Non-Maigret-Romanen kann ich „Das blaue Zimmer“ ganz besonders empfehlen, es gibt aber natürlich zahlreiche andere sehr gute.

    --

    ...falling faintly through the universe...
    #6792515  | PERMALINK

    knuffelchen

    Registriert seit: 14.06.2006

    Beiträge: 9,503

    Neben den schon genannten gefällt mir der schrullige Erlendur aus Island recht gut.
    http://www.toedlicher-norden.com/islandkrimis/arnaldur_indridason-kommissar_erlendur.php
    Irene Huss von Helene Tursten
    http://www.krimi-couch.de/krimis/helene-tursten.html

    --

    -- "People can go out and hear REM if they want deep lyrics; but at the end of the nigt, they want to go home and get fucked! That's where AC/DC comes into it." Malcolm Young
    #6792517  | PERMALINK

    skydog

    Registriert seit: 22.08.2008

    Beiträge: 2,791

    Ian Rankin und sein Inspektor Rebus … ein Detectiv mit exquisitem Musikgeschmack, agiert hauptsächlich in Edinburgh. Meine No. 1

    --

    ***Is it me for a moment, the stars are falling The heat is rising, the past is calling***
    #6792519  | PERMALINK

    mick67

    Registriert seit: 15.10.2003

    Beiträge: 76,954

    A-very-sporting-gentIan Rankin und sein Inspektor Rebus … ein Detectiv mit exquisitem Musikgeschmack, agiert hauptsächlich in Edinburgh. Meine No. 1

    Das ist doch der große Stones-Liebhaber, oder?

    --

    #6792521  | PERMALINK

    wolfgang

    Registriert seit: 19.07.2007

    Beiträge: 10,306

    Genial finde ich die Romanreihe mit dem Profiler Tony Hill und der Polizistin Carol Jordan von Val McDermid. Wurde auch unter dem Titel „Wire In The Blood“ verfilmt. Beste englische Krimikost, manchmal recht blutig.

    Das Lied der Sirenen
    Schlussblende
    Ein kalter Strom

    Im Dezember erscheint der neue Roman „Schleichendes Gift“

    --

    Savage bed foot-warmer of purest feline ancestry
    #6792523  | PERMALINK

    skydog

    Registriert seit: 22.08.2008

    Beiträge: 2,791

    Mick67Das ist doch der große Stones-Liebhaber, oder?

    Yep … genau der. Aber auch von seinem Musikgeschmack mal abgesehen sind das ganz tolle Krimis. Sehr spannend und schön ist auch das sich die Figur chronologisch weiter entwickelt. Es gibt auch eine Live CD von Ian Rankin zusammen mit Jackie Leven. Der eine liest abwechselnd ein paar Stories während der andere ein paar Songs spielt. Tolles Album!

    --

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    #6792525  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    nerea87Wer sich für Maigret interessiert: Bei Diogenes werden derzeit alle Maigret-Romane in neuer deutscher Übersetzung herausgegeben. Parallel dazu kann man bei faz.net nachlesen, wie jemand alle Romane liest, jede Woche einen. Sehr amüsant und gibt einen guten Kurzüberblick.

    stimmt, lese ich auch gerne. Von Simenon habe ich noch nie etwas schlechtes gelesen, insgesamt etwa 20 – 25 Bücher, ist allerdings auch schon 15 Jahre her…

    --

    #6792527  | PERMALINK

    mick67

    Registriert seit: 15.10.2003

    Beiträge: 76,954

    A-very-sporting-gentYep … genau der. Aber auch von seinem Musikgeschmack mal abgesehen sind das ganz tolle Krimis. Sehr spannend und schön ist auch das sich die Figur chronologisch weiter entwickelt. Es gibt auch eine Live CD von Ian Rankin zusammen mit Jackie Leven. Der eine liest abwechselnd ein paar Stories während der andere ein paar Songs spielt. Tolles Album!

    Hört sich gut an! Meine Frau ist begeisterte Krimi und Rankin- Leserin und hat mir schon des öfteren von Rebus exquisitem Musikgeschmack berichtet.

    --

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