Kathryn Joseph

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  • #10738955  | PERMALINK

    stefane
    The Freak on the Black Harley

    Registriert seit: 24.07.2006

    Beiträge: 3,055

    Chapeau, @magicdoor.
    Wunderbar geschrieben.

    irrlicht
    Ich würde Kathryn wahnsinnig gerne einmal live sehen.

    Ich auch.
    Aber @magicdoor macht uns da leider wenig Hoffnung.

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    #10738963  | PERMALINK

    magicdoor

    Registriert seit: 17.12.2017

    Beiträge: 258

    Es gibt Hoffnung. Sie hat ihr Vorhaben nicht direkt in die Tat umgesetzt. 3 Tage später spielt sie in Bristol. Darüber berichte ich, sobald ich es zeitlich schaffe.

    Herzlichen Dank für die Rückmeldungen!

    zuletzt geändert von magicdoor

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    #10738969  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

    Beiträge: 29,153

    magicdoorEs gibt Hoffnung.

    :-)

     

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    Hold on Magnolia to that great highway moon
    #10748839  | PERMALINK

    magicdoor

    Registriert seit: 17.12.2017

    Beiträge: 258

    Es gibt Hoffnung. Sie hat ihr Vorhaben nicht direkt in die Tat umgesetzt. 3 Tage später spielt sie in Bristol. Es ist ein Sommertag im Februar. 20 Grad und strahlender Sonnenschein. Die Damen verbringen den Tag mit „Napping in the park“ wie Su im Vorprogramm erzählt und mit dem Trinken von „so so many, ah, many… some, some cocktails on the ship“ wie Kathryn später verrät. Sie kommen erst kurz vor Konzertbeginn zur Colston Hall, die bereits gut gefüllt ist. Kathryn wirkt bereits beim Gang zum Gebäude anders als 3 Tage zuvor in Brighton: den Blick nach unten gerichtet, etwas unruhiger.

    Das Konzert findet in der weitläufigen Lobby der Colston Hall statt. Die Stuhlreihen wirken streng und steril, das erhöhte Podest, auf dem die Künstlerinnen spielen, wirkt zunächst distanziert. Es herrscht eine komplett andere Atmosphäre als in der gemütlichen und familliären Unitarian Church.

    Das Publikum ist beim Auftritt von Shhe sehr ruhig. Die junge Dame lässt sich dadurch verunsichern, was sie auch offen und freimütig zugibt. Der darauf folgende Zuspruch einiger aus dem Publikum freut sie und lässt sie sicherer werden. „This is the best tour I ever had in my life. It is the first tour in my life.“ Als letzten Song spielt sie, wie drei Tage zuvor, ihre erste Single „Eyes Shut“. Für mich war der Auftritt großartig, den Applaus des Publikums empfinde ich als wohlwollend.

    Nach einer sehr kurzen Pause kommt Kathryn auf die Bühne. Sie wird herzlich, aber nicht euphorisch begrüßt. Nach einigen Songs bedankt sie sich für ihr Learning in Bristol: „In my whole life I will never again drink cocktails before a show. This is what I learned here. Thank you for that!“ Das finden nicht alle witzig. Ich umso mehr, denn für mich war dieses Konzert ein weiteres Mal das Eintauchen in eine komplett andere Welt und Zeit, fern von allem.

    Dieser Auftritt ist ab dem ersten Ton atemberaubend intensiv und lässt keinen Augenblick davon ab. Ich sitze in der ersten Reihe und finde mich tief in ihrer Welt wieder. An diesem Abend Höhepunkte zu nennen fällt schwer, denn der Auftritt ist ein einziger Höhepunkt. „Tell My Lover“ ist noch intensiver als in Berlin einige Monate zuvor, „IIII“ und „From When I Wake The Want Is“ noch eindringlicher als bei den anderen Konzerten. Das ursprünglich als Single geplante, wegen der vielen „Fucks“ dafür aber verworfene „We Have Been Loved By Our Mothers“ trifft mit voller Wucht, mein Fave Track „Mountain“ ebenso. Sie moduliert ihre Stimme noch mehr als in den bisherigen Shows und ihr Flüstergesang geht durch Mark und Bein. „The Crow“ kommt nicht zur Aufführung. Sie belässt es vom ersten Album bei „The Weary“ und zum Abschluss einer atemberaubenden Interpretation von „The Bird“. Am meisten begeistert mich an diesem Abend aber „Safe“. Der Song wird mich noch viele Tage im Ohr begleiten.

    Sie erzählt ähnliche Geschichten wie in Brighton, aber sie erzählt sie anders, kürzer und viele deutet sie nur an. „At this point I usually tell the story about the lady who wrote about my mental illness, but … anyways.“ Das genügt, um das Publikum zum Lachen zu bringen. Ihre Fokussierung auf die Musik ist höher. Sie spricht über den Trennungsschmerz auf Tour, fern von ihrem Zuhause, von ihrem Kind und ihrem Freund. Das findet Ausdruck in der Darbietung. Sie erzählt von Feedback, das sie zu ihren Konzerten erhält. Ihre Musik mache die Leute traurig und sie entschuldigt sich dafür, dass die Leute zu ihren Konzerten kommen und sie die Leute traurig mache. Das ist ein Gefühl, das sich bei mir auf ihren Konzerten noch nie eingestellt hat. Im Gegenteil: es sind Ergriffenheit und Glück. Die Traurigkeit kommt am nächsten Morgen. Es ist nur ein Hauch, aber dennoch. Ich hatte mich monatelang auf diese Konzerte gefreut. Meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Neben der Erfüllung und Bereicherung durch ihre Musik und durch die Begegnungen ist da auch ein bisschen Traurigkeit und Leere. Es kommen noch 2 Konzerte von Sarah Jane auf meiner Reise, aber was bedeutet das am Morgen danach um halb 11?

    Es bleibt die Hoffnung auf Auftritte in Deutschland. Ihre sehr reservierte Haltung, als Hauptact aufzutreten, weicht langsam. Kathryn hatte bereits ihr ganzes Leben lang Musik geschrieben und gespielt, aber immer als Kellnerin gearbeitet. Veröffentlicht hatte sie nichts, weil sie glaubte, nicht gut genug zu sein. Nach dem Verlust eines ungeborenen Kindes wagte sie den Schritt. Inzwischen weiß sie, wie gut sie ist. Die Konzerte sind ausverkauft, das Publikum begeistert. Die positive Resonanz ihres Auftritts in Berlin ist ihr noch in guter Erinnerung. Eine Tour zusammen in Deutschland können sich Kathryn und Su inzwischen sehr gut vorstellen.

    Und es bleibt „Safe“ und die Erinnerung an den Abschied:

    „I thought about what you told about the problem that you can’t write songs when you’re happy: I don’t want you to be happy. I want you to make a new album and some singles.“ Verdutzt schaut sie mich an: „You want me to be happy!“ „No“ entgegne ich ihr. „I want you to make new songs and records.“ „YOU DO! Of course you want me to be happy!“ erwidert sie nachdrücklich. „Ok. I want you to be happy.“ Nach einigen Sekunden fahre ich fort: „No, I don’t“. Leicht verblüfft und amüsiert blickt sie mich an. „But do you think it could work to be sad for some time, maybe 2 months to make some new records and then be happy again. Could that work?“ Sie lacht: „Yeah. That would be ok.“

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    #10749619  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

    Beiträge: 29,153

    Wunderbarer Text, erneut. Großen Dank dafür.

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    Hold on Magnolia to that great highway moon
    #10751767  | PERMALINK

    magicdoor

    Registriert seit: 17.12.2017

    Beiträge: 258

    Sehr gerne.

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    #10803121  | PERMALINK

    magicdoor

    Registriert seit: 17.12.2017

    Beiträge: 258

    Die Hoffnung wächst.

    Es gibt zumindest schon einen Termin in Wien beim Blue Bird Festival 28.-30.11.19.

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