il n’y a pas de hors-texte – Text und Interpretation

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  • #83029  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Angeregt durch die Diskussion, die sich im Gould-Thread grad entfaltet, die aber über Gould hinaus spannend ist, wie ich finde. Wie steht es also um die Text- oder Notentreue? Kann man ein Werk überhaupt so, wie es notiert ist (von editionstechnischen Fragen mal gänzlich abgesehen) umsetzen? Oder ist eben jede Interpretation immer das, was das Wort sagt: eine Auslegung, eine Erklärung? Kann man dabei seiner eigenen Welt entfliehen, Musik in seiner eigenen Zeit so spielen, wie sie in einer längst vergangenen Zeit geklungen haben soll?

    Man vergebe mir, dass ich mit vergleichweise noch wenig Hörerfahrung in Sachen Klassik ein solches Thema angehen möchte. Es scheint mir persönlich, wie in vielen Dingen, so zu sein, dass die besten Ergebnisse dann zum Vorschein kommen, wenn eine Interpretation (die, wie ich glaube – das wurde wohl schon klar – nie dem Text exakt entsprechen kann) sich einem Werk auf eine unidelogische, offene Weise annähert und dabei in sich stimmig ist, ein Ganzes ergibt, das auch unter Berücksichtigung des Interpreten und seiner stilistischen Eigenheiten zustande kommt.

    Szigeti könnte Bach eben nicht so spielen wie Szeryng oder so wie es heute Isabelle Faust tut, Kreisler spielte Mozart anders als es heute üblich ist, wenn Schnabel oder Kempff sich hinter Beethoven-Sonaten machten, war ihre Ausgangslage eine ganz andere, als wenn das heute – meinetwegen – Pollini tut. Jede Interpretation bleibt Annäherung an eine Idee eines Werkes, so meine These. „Gut“ ist diese Annäherung wohl dann, wenn man die Idee und ihre Umsetzung erfassen, verstehen, befürworten kann. Interessant bleibt sie aber auch, wenn man sie ablehnt oder ihr zwiespältig gegenüber steht. Kempffs Beethoven-Sonaten – um bei mir vertrauten Beispielen zu bleiben – wird nichts von ihrer Gültigkeit genommen, wenn ich seine drei letzten Sonaten nicht recht überzeugend finden mag, die Herangehensweise von anderen (Solomon oder Schnabel – überhaupt immer wieder Schnabel) mir mehr zusagt. Andere mögen näher am Text sein (wie war das denn bei den Beethoven-Sonaten von Schnabel, Arrau oder Solomon? Ich habe mich bisher nie mit den Noten befasst – sind die Editionen überhaupt autorisiert und über weite Strecken eindeutig und im Sinne Beethovens?), aber mir dennoch weniger zu sagen haben (ich nenne – entschuldigung – gleich nochmal Pollini, dessen Sonaten opp. 109, 110 und 111 wie neulich am Lucerne Festival gespielt, mir schlicht nichts sagen.

    Im „Colloquium Olympium (Fictum)“, das Michael Stegemann für die Mozart-Sonaten der Glenn Gould Edition („Mozart: The Complete Piano Sonatas, Fantasias K. 397 & K. 475“, 4CD, 1994) abgefasst hat, lässt er Gould sagen:

    Aber der Interpret muss davon überzeugt sein, dass er – sogar blind – das Richtige tut, dass er Möglichkeiten der Deutung finden kann, die nciht einmal dem Komponisten voll und ganz bewusst waren.

    Die Passage ist in Anführungszeichen gesetzt – ich nehme an, das heisst, dass Gould sich an anderer Stelle einst so geäussert hat, daher noch in Englisch:

    Glenn Gould wrote:
    But even if he’s blind, the performer must be convinced that he is doing the right thing and that he can find ways of interpreting it of which not even the composer himself was fully aware.

    Ein weiteres Zitat Goulds, das mir hier passend erscheint:

    Glenn Gould wrote:
    … the inner ear of the imagination is very much more powerful a stimulant than is any amount of outward observation.

    Wie er durch eine unverhoffte Begegnung mit einem Staubsauger zu dieser Einsicht kam und was Beatles-Platten dabei für eine Rolle spielen, kann man hier im Zusammenhang nachlesen:
    http://www.collectionscanada.gc.ca/glenngould/028010-4020.06-e.html

    472px-YoungGould.jpg

    Nicky ist jedenfalls einverstanden!

    --

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    #8616289  | PERMALINK

    clasjaz

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    Sehr schöne Eröffnung zu dieser reichlich vertrackten Sache! Und Gould bietet ja allerdings gute Möglichkeiten der Anknüpfung, in alle möglichen Richtungen. Ich versuche es auch einfach mal.

    Noten müssten eigentlich vor den Kopf stoßen: Wie soll da Musik herauskommen? Oder auch, wie ist sie da hineingekommen? Kann eine Note, ein Notenzusammenhang überhaupt mehr als ein Hinweis auf eine imaginäre Klangvorstellung sein? Oder ist er tatsächlich das Mittel der Fixierung dieser Vorstellung, die also grundsätzlich nur „gefunden“ werden muss, angeleitet durch die „richtige“ Auffassung der Noten? Und umgekehrt, wenn man dem Imaginären Raum gibt, wo endet er dann, wo sind doch Grenzen zu ziehen, wo beginnt die Überschreitung, das Verlassen der Noten, vulgo, aus dieser Sicht: des Ungewissen?

    Es werden, wie meist im Lebenskram, viele unausgesprochene Vorentscheidungen eine Rolle spielen, um solche und andere Fragen zur Richtigkeit einer Interpretation zu beantworten. Es sind gewiss auch Luxusfragen, denn zunächst hört man doch einfach und da ist ein Funken oder keiner, was sich über die Jahre wieder ändern kann. Das gehört zur Freiheit bei der Sache, Freiheit, die sich mit der Gewohnheit der Meinung, der Kolportage, nicht vertragen sollte, auch bei einem selbst nicht. Ich erwähne das, um es auszuschließen.

    Nicht die Vorentscheidungen will ich ausschließen, die auch wieder nur Interpretationen sind. Angenommen also, ich sei der Meinung, ich könne ein Werk „notengetreu“ spielen. Wie mache ich das dann? Ich würde ja als Ich vor den Noten sitzen und das ist ein von allen möglichen Umständen beeinflusstes Ding. Allerdings ein bewegliches Ding, ich kann meinen „Zugang“ zu den Noten so oder auch anders begründen, der eine meint dann, ich würde ihn mir verstellen, der andere, ihn eröffnen. Im Kulturbetrieb sind das Alternativen, die ständig herumlungern.

    Da es ohne Vorentscheidungen nicht geht, sollte man sie vielleicht einfach übersehen. Um ein Beispiel zu geben: Arrau und auch Rubinstein, es wird andere geben, sprechen davon, dass sie bei der Interpretation „die Zeit“ des Komponisten erforschen, beachten. Das halte ich für anheimelndes Sprechen, Anheimelung an „Authentizität“, wie man das heute wohl nennen würde. Aber es ist ihr Weg, ihre Vorstellung, Vorentscheidung, das so zu spielen, was sie gespielt haben. (Keine Ahnung, was die Historikermusiker inzwischen dazu meinen.) Sie wollen nichts verfälschen, aber hat diese außermusikalische „Begründung“ wirklich etwas mit ihrem Spiel zu tun? Die Linien des Lebens sind verschieden, ich entdecke gerade Rubinstein wieder, seine Äußerungen in dieser Sache stören mich nicht; außer Musik zu spielen, denkt einer ja auch nach und da stellen sich Worte ein, diese oder jene, zumal Rubinstein angeblich nicht viel geschlafen hat. Bei Musikern, ich komme darauf gleich noch, begleiten aber die Erklärungen meist nur wie ein Klavierschüler.

    Die Frage nach Text und Interpretation gräbt sich in die Frage nach der Freiheit ein. Ich kann also sagen, dass ich die Noten so spiele, wie der Komponist „es sich gedacht“ hat. Genauso kann ich das Gegenteil zur Vorentscheidung machen: der Komponist hat nur eine Anregung gegeben, oder, er hat etwas „geschaffen“, über dessen mögliche Möglichkeiten er sich nicht vollends bewusst sein konnte. Wenn es das aber geben sollte, dann muss die Interpretation ja „schöpferisch“ sein … erfinden, Abseitswege einschlagen. Das sind zwei gänzlich entgegengesetzte Vorentscheidungen, ich tendiere zur zweiten, weil sie offener ist. Lustigerweise will das die Öffentlichkeit nicht, sondern die Heroen, oder wenigstens die persönlichen Helden. Tant pis.

    Das Pferdchen lässt sich auch anders aufzäumen: Wenn das Komponieren ein schöpferischer Prozess ist, warum nicht auch die Interpretation? Gould, um ihn namentlich auch wieder ins Spiel zu bringen, hat die „Variations“ des kanadischen Komponisten Jacques Hétu eingespielt – und auch da wieder einiges geändert, ein Fortissimo zum Piano gemacht, dynamische Anweisungen umgekehrt, Oktavenverdoppelungen vorgenommen, all das. Hétu hat sich später dazu geäußert und die Freiheit, die in diesen Veränderungen liegt, erklärt (auf der Seite findet man auch die ganzen Takes zu den späten Brahmsaufnahmen, unter „Audio“).

    Zu der Meinung, die Noten ließen sich durch Kenntnis – ich komme also darauf zurück – der Zeit richtig spielen, hat Gould eine schlichte Frage gestellt, in dem wunderbaren Text über „Fälschung und Imitation im schöpferischen Prozeß“ (in Lettre International, 1995, übers. v. Jens Hagestedt, der eines der besten Gould-Bücher geschrieben hat, weit über den Verschwurbelungen von Bazzana, ist aber wohl vergriffen): „Was verführt uns darüber hinaus zu der Annahme, daß die Situation seiner [des Komponisten] Zeit entsprach? Vernachlässigt jene Art zu reagieren nicht die Beziehung des Individuums zur Masse? Liest sie nicht den sozialen Hintergrund, die verwickelten menschlichen Konflikte eines komplexen Zeitalters aus dem Werk eines einzelnen heraus, der geistig zu diesem Zeitalter gehört haben mag oder auch nicht, der die Zeit, in der er lebte, begrüßt und repräsentiert oder sie aus seinem Werk auch verbannt, herausgehalten haben mag? Was, wenn der Komponist ein schlechter Historiker war?“

    Das alles ist doch die gleiche Sache im Jazz oder hat wenigstens Berührungen, über die es in den „Jazz-Glossen“ in den letzten Tagen ging, nein? Die Freiheit und die Begrenzungen, aber das alles eben auch hören zu können, in den Phasen des Spiels, wie bei Coltrane, wie bei Gould, ist dann die Anziehung.

    Kleine Ergänzung zur Frage, ob Noten eigentlich treu sind?

    --

    #8616291  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    „Jede Notation ist schon Transkription eines abstrakten Einfalls. Mit dem Augenblick, da die Feder sich seiner bemächtigt, verliert der Gedanke seine Originalgestalt (…) Auch der Vortrag eines Werkes ist eine Transkription, und auch dieser kann – er mag noch so frei sich gebärden – niemals das Original aus der Welt schaffen. Denn das musikalische Kunstwerk besteht vor seinem Ertönen und nachdem es verklungen ist, ganz und unversehrt da. Es ist zugleich in und ausser der Zeit.“

    ~ Ferruccio Busoni

    Ich habe das Zitat aus Jan Michiels Liner Notes zu seiner CD „A Cathedral for Bach – Busoni/Bach/Bartók“ (etcetera KTC 1390, 2010) entnommen, in denen ich auf es stiess (zwei Fehler – kein Geld für ein Lektorat, wie es scheint – habe ich stillschweigend bereinigt). Die Zeilen bringen meiner Ansicht nach ein paar zentrale Dinge sehr schön auf den Punkt.

    Entnommen scheint das Zitat Busonis „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“ (1907, 2. erw. Aufl. Leipzig 1916), man kann es ohne die Kürzungen und in etwas altertümlicherer Schreibweise hier finden:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Transkription_(Musik)

    Oder man kann sich gleich das ganze Buch holen:
    http://www.gutenberg.org/ebooks/24677
    http://de.wikisource.org/wiki/Entwurf_einer_neuen_Ästhetik_der_Tonkunst

    Die Geschichte zum obigen Bild ist hier zwar off-topic, aber da Busoni vermutlich kaum je einen eigenen Thread erhalten oder überhaupt grosses Interesse wecken wird … „solo con Giotto“:
    http://www.rodoni.ch/busoni/bolzano/exilted.html

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    #8616293  | PERMALINK

    clasjaz

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    gypsy tail wind
    „Jede Notation ist schon Transkription eines abstrakten Einfalls. Mit dem Augenblick, da die Feder sich seiner bemächtigt, verliert der Gedanke seine Originalgestalt (…) Auch der Vortrag eines Werkes ist eine Transkription, und auch dieser kann – er mag noch so frei sich gebärden – niemals das Original aus der Welt schaffen. Denn das musikalische Kunstwerk besteht vor seinem Ertönen und nachdem es verklungen ist, ganz und unversehrt da. Es ist zugleich in und ausser der Zeit.“

    ~ Ferruccio Busoni

    Dieser hier ist ein wunderbarer Undercover-Thread … aber wo sind die Stimmen? Busoni, den ich fast nur mit dem „Entwurf“ kenne, sein großes Werk nur in Wenigem, zu dem ich aber immer wieder greife – die Chaconne-Transkription sagt mir allerdings gar nichts oder immer weniger -, Busoni sei mir also einmal Anlass, das abendliche Hören hier hinzustellen. Denn ein Giotto muss in jedem Haus sein!

    Ich höre also gerade nichts Neues unter der Sonne, mal wieder das WTK mit Gulda:

    Und da fällt mir so auf und deshalb stopfe ich es in diesen Thread und nicht unter „Ich höre gerade …“: Ich möchte diese materielle Realisierung des Abstrakten niemals missen, ich kann auf viele verzichten, aber nicht auf diese Einspielung, daneben noch die völlig andere von Gould – und dann doch nicht so anders, weil sie beide an die Grenzen gehen, diejenigen, die die Noten überschreiten ins Abstrakte, obwohl es hörbar bleibt, sie, die Noten, die Grenzen. Also hin zum Imaginären, das überall lauert, überall sagt: „Es könnte auch anders sein.“ Das sind dann nicht mehr die eher geringfügigen Interpretationsvergleiche, bei denen man sich zeitlebens ertappt. Dieses Materielle hier – und ich rede nicht vom Mammon – geht aber in etwas über, verschmilzt mit ihm, was eine Art zwingender, überzeugter und zugleich lebendig-müder Vorschlag ist, der mit einer Handbewegung zwar vom Tisch zu fegen sein mag, aber dann gleichzeitig damit das abstrakte Imaginäre, für das Busoni den Fehdehandschuh reichen wollte. Aber, das ist eine theoretische Idee, zumal zu dieser Zeit, kurz nach um 1900, die Verwirklichung je anders.

    Der Text ist da – es gibt hundert Bedürfnisse, ihn einheitlich zu lesen, um ihn zu verstehen, ich meine die Noten, nicht den „Entwurf“. Es gibt hundert Bedürfnisse, ihn verschieden zu lesen, um zumindest im Negativ der Unterlassungen sein Imaginäres zu hören. Und dann spazieren Leute herein wie Gulda und sagen – par exemple -, doch, möglich ist die Illusion schon, höre doch hin, das ist handgeprüft.

    Aber das hängt von den eigenen Händen ab, man sollte sie vielleicht mehr schätzen, wie sie auch denken können, selbst wenn sie gelähmt im Schoß liegen oder auf den Beinen zittern. Das fällt mir also ein, nach dem Stupser vor Tagen zu Denis de Rougement.

    Das Imaginäre hebt Busonis „Problem“ der Trennung zwischen abstraktem Gedanken und reellem Spiel auf. Gut, es hat eigene Schlingen, die größte ist die Einbildung, mit der es nichts zu tun hat.

    Und dann zu allem noch das „Schöpferische“, der Anlass zu vulkanischen Irritationen wie denen Busonis. Gleich, mögen sie alle, und vor allem heute noch schreiben – und warten. Und genau das ist ein Zusammenhang, das andere Materielle und die Entlohnung der Entäußerung, die mich sehr an Godard denken lässt.

    --

    #10962329  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Die folgende Diskussion ist aus dem Hörthread ausgelagert, sie knüpft direkt an den Post hier an:
    http://forum.rollingstone.de/foren/topic/ich-hoere-gerade-klassische-musik/page/769/#post-10962325

    clasjaz
    Was Hilary Hahn angeht, als Mittelklasse höre ich ihren frühen Bach tatsächlich nicht, aber nun gut. Die Sperenzien – schwierige Persönlichkeit hin, schwierige Persönlichkeit her – interessieren mich ohnehin wenig.

    Ja, das war vielleicht blöd formuliert (gestern rasch während des grossen Schmauses in der Zigarettenpause der Begleitung geschrieben) … aber für mich gehört Hahn da wirklich nicht annähernd zur – grossen – Grundausstattung (Menuhin wohl bis heute auch nicht, aber da bleibe ich dran). In jüngster Zeit hat ja Zehetmair die „sei“ wieder aufgenommen, da möchte ich wohl auch noch reinhören. Ansonsten ist die Auswahl an feinen Aufnahmen so gross: Heifetz, Milstein, Grumiaux, Szigeti, Martzy, Szeryng von den „Alten“, Haendel könnte man da noch dazunehmen, halt quasi verspätet … und dann jüngeren Datums Huggett, Mullova, Schmitt, Beyer, und allen voran Isabelle Faust – Hahn brauche ich da dann irgendwie eigentlich gar nicht, fand v.a. den Nachschlag aber wirklich etwas enttäuschend. Nicht nur Menuhin fehlt (vermutlich fahrlässigerweise) in der Liste, auch Kremer, von dem ich zwar beide Einspielungen schon oberflächlich angehört habe (London/Decca 1980 und ECM 2001), auch die von Zehetmair aus den frühen 80ern hat sich mir längst nicht eingebrannt …

    zuletzt geändert von gypsy-tail-wind

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM - Corona-Extraprogramm im April und Mai: gypsy goes jazz, #99: The Real McCoy - McCoy Tyner (1938-2020), 14.4., 22:00; #100: Tenor Giants - Yusef Lateef (1920-2013), 12.5., 21:00 (2 Stunden!); #101: 9.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #5: The Pain and Joy of ZA Jazz, 23.4., 22:00 | No Problem Saloon, #14: Funky Longtracks, 11.4., 20:30; #15: 28.4., 21:00
    #10962357  | PERMALINK

    clasjaz

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    gypsy-tail-windJa, das war vielleicht blöd formuliert (gestern rasch während des grossen Schmauses in der Zigarettenpause der Begleitung geschrieben) … aber für mich gehört Hahn da wirklich nicht annähernd zur – grossen – Grundausstattung (Menuhin wohl bis heute auch nicht, aber da bleibe ich dran). In jüngster Zeit hat ja Zehetmair die „sei“ wieder aufgenommen, da möchte ich wohl auch noch reinhören. Ansonsten ist die Auswahl an feinen Aufnahmen so gross: Heifetz, Milstein, Grumiaux, Szigeti, Martzy, Szeryng von den „Alten“, Haendel könnte man da noch dazunehmen, halt quasi verspätet … und dann jüngeren Datums Huggett, Mullova, Schmitt, Beyer, und allen voran Isabelle Faust – Hahn brauche ich da dann irgendwie eigentlich gar nicht, fand v.a. den Nachschlag aber wirklich etwas enttäuschend. Nicht nur Menuhin fehlt (vermutlich fahrlässigerweise) in der Liste, auch Kremer, von dem ich zwar beide Einspielungen schon oberflächlich angehört habe (London/Decca 1980 und ECM 2001), auch die von Zehetmair aus den frühen 80ern hat sich mir längst nicht eingebrannt …

    Es ist vielleicht auch eine Frage der persönlichen Geschichte, der Hörreihenfolgen und dessen, was dann so im Leben sich einstellt. Und dann trifft man irgendwann Entscheidungen, die immer nur mehr oder weniger begründet sind, sub specie aeternitatis. Und nebenbei natürlich ist auch wichtig, wie viel man hört; bei mir ist das ziemlich überschaubar. Kremer z. B., seine erste Einspielung möchte ich nicht mehr missen, obwohl ich sie erst vor Kurzem wiederentdeckt habe. Und obwohl das die erste Einspielung der „sei“ war, die ich gehört habe – neben Menuhin. Ihn, Menuhin, würde ich Martzy bei Bach wohl vorziehen, aber was heißt das? Mir geht es nie um den Überblick, sondern, mit Roland Barthes, um das „Punctum“. (Was Du wohl mit Einbrennen benennst.) Den entscheidenden Moment, das Ausscheren, den Ausraster meinetwegen, das Verstörende und manchmal auch Zerstörende in ansonsten wohlbekannter oder -gepflegter Umgebung. Ob dafür Hahn das beste Exempel ist, weiß ich nicht, vielleicht nicht. Aber zig andere sind es auch nicht.

    Zehetmair, das habe ich nicht mitbekommen. Ich kann und möchte auch nicht jede Veröffentlichung – jeden „Beitrag zum Verständnis von …“ – haben. Kann gewiss sein, dass ich Zehetmair haben sollte. Anderseits ist da das Werk selbst noch, und, wir hatten es schon einmal davon, mir geht es da so, dass ich die Musik am liebsten im Kopf höre, zwischen den Ohren, nicht mit ihnen. Das geht natürlich nicht … wirklich.

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    #10963985  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Ich möchte doch noch auf diese Überlegungen zurückkommen @clasjaz – die Computer-Arbeiten sind erledigt, alles neu installiert, die vermutlich gerade abschmierende Harddisk auch erfolgreich auf eine andere übertragen (die ganzen musiqueouverte-usw.-Sachen also gerettet) – und die beiden Abendprogramme der Woche auch hinter mir.

    clasjaz
    Es ist vielleicht auch eine Frage der persönlichen Geschichte, der Hörreihenfolgen und dessen, was dann so im Leben sich einstellt. Und dann trifft man irgendwann Entscheidungen, die immer nur mehr oder weniger begründet sind, sub specie aeternitatis. Und nebenbei natürlich ist auch wichtig, wie viel man hört; bei mir ist das ziemlich überschaubar.

    Natürlich ist die Hörbiographie bei solchen Fragen zentral – mich dünkt in der Klassik noch mehr als im Jazz, denn das Repertoire ist ja doch so stark kanonisiert, dass man eben von vielen Werken eine längst nicht mehr überblickbare Menge an Interpretationen vorliegen hat. Aus diesen zu wählen war ja früher viel mehr eine Frage des Geldbeutels und natürlich der Greifbarkeit. Letztere ist heute durch das Streaming anders ein Thema (es gibt halt Dinge, die tauchen dort nicht auf, weil sie zu wenig verbreitet sind, als dass sich jemand ihrer erinnern würde – die Ansicht, alles sei stets verfügbar, ist natürlich eine Chimäre, auch wenn sehr vieles die meiste Zeit verfügbar sein wird … aber dass mich das als Hörer nicht interessiert, ist ja bekannt). Die Reihenfolge des Kennenlernens, des Entdeckens, nimmt ja bei jedem einen eigenen Weg – und hängt ja gewiss auch heute noch von diversen Faktoren ab.

    clasjaz
    Kremer z. B., seine erste Einspielung möchte ich nicht mehr missen, obwohl ich sie erst vor Kurzem wiederentdeckt habe. Und obwohl das die erste Einspielung der „sei“ war, die ich gehört habe – neben Menuhin. Ihn, Menuhin, würde ich Martzy bei Bach wohl vorziehen, aber was heißt das? Mir geht es nie um den Überblick, sondern, mit Roland Barthes, um das „Punctum“. (Was Du wohl mit Einbrennen benennst.) Den entscheidenden Moment, das Ausscheren, den Ausraster meinetwegen, das Verstörende und manchmal auch Zerstörende in ansonsten wohlbekannter oder -gepflegter Umgebung. Ob dafür Hahn das beste Exempel ist, weiß ich nicht, vielleicht nicht. Aber zig andere sind es auch nicht.

    Ich könnte mir vorstellen, dass einer der bei mir manchmal ausschlaggebenden Faktoren (neben dem Verfügen über Zeit und seit einigen Jahren auch mehr Geld als früher) jener ist, dass ich es vom Jazz her gewohnt bin, den Leuten nachzugehen – also den Interpreten, die im Jazz ja (fast) alles sind. Und so ist eben eine Neueinspielung von einem von mir für einen guten Mann gehaltenen Interpreten wie Zehetmair grundsätzlich von Interesse. Dass ich dabei das Fuder überlade und sich von manchen Werken des Kernrepertoires viel zu viele Aufnahmen ansammeln, gehört halt wohl zum Spiel mit dazu. Hahn kam bei mir zwar, wie Du ja weisst, früher, aber es waren eben andere Werke (ich nannte sie oben), mit denen sie mich um den Finger wickelte. Ich kann nicht freihändig mit Barthes umspringen, seine Terminologie ist mir nicht geläufig und seine Gedanken über Musik auch noch nicht, aber da wollte ich schon länger mal hin – aber ja, ich nehme schon an, dass wir da vom Gleichen reden, oder von etwas Ähnlichem? Denn auf der Suche nach dem Ausraster oder der Abweichung bin ich per se nun nicht, eher auf der Suche nach den jeweils eigenen Ausdrucksformen, und da ist ja auch ein viel stilleres Sich-Abheben denkbar (aber das, nehme ich an – Du bist ja gerne bei Kurtag – denkst Du auch mit).

    clasjaz
    Zehetmair, das habe ich nicht mitbekommen. Ich kann und möchte auch nicht jede Veröffentlichung – jeden „Beitrag zum Verständnis von …“ – haben. Kann gewiss sein, dass ich Zehetmair haben sollte. Anderseits ist da das Werk selbst noch, und, wir hatten es schon einmal davon, mir geht es da so, dass ich die Musik am liebsten im Kopf höre, zwischen den Ohren, nicht mit ihnen. Das geht natürlich nicht … wirklich.

    Das „im Kopf höhen“ bzw. Erinnern und Nachdenken über einst gehörte Aufnahmen stellt sich bei mir nach nun etwa zehn Jahren der intensiven Auseinandersetzung mit klassischer Musik auch manchmal und allmählich ein – aber auch da spielt wohl wieder die jeweils eigene Hörbiographie eine entscheidende Rolle. Allerdings – da muss ich jetzt aber eher zum Jazz, mit dem ich mich ja schon viel länger befasse – sind solche Erinnerungen ja manchmal in der Realität gar nicht mehr nachvollziehbar, die erneute Begegnung mit etwas als vertraut und bekannt Gedachtem kann ja zu völligen Neuurteilen führen, die gerade auch wieder interessant sind, weil sie dann eben das eigene frühere Hören hinterfragen machen bzw. vielleicht ein neues Kapitel hinzufügen.

    Und klar, der Austausch, hier wie anderswo, die Lektüren, das Aufgeschnappte, können allesamt dazu führen, dass Richtungen sich ändern, dass Dinge neu beurteilt werden, dass als bekannt Angenommenes hinterfragt oder überdacht wird. Wenn ich die ältere Kremer-Einspielung das nächste Mal höre, werde ich mich jedenfalls erinnern. Ich habe sie ja schon auf Deine Anregung hin gekauft.

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    soulpope
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    gypsy-tail-windIch möchte doch noch auf diese Überlegungen zurückkommen @clasjaz – die Computer-Arbeiten sind erledigt, alles neu installiert, die vermutlich gerade abschmierende Harddisk auch erfolgreich auf eine andere übertragen (die ganzen musiqueouverte-usw.-Sachen also gerettet) – und die beiden Abendprogramme der Woche auch hinter mir.

    clasjaz Es ist vielleicht auch eine Frage der persönlichen Geschichte, der Hörreihenfolgen und dessen, was dann so im Leben sich einstellt. Und dann trifft man irgendwann Entscheidungen, die immer nur mehr oder weniger begründet sind, sub specie aeternitatis. Und nebenbei natürlich ist auch wichtig, wie viel man hört; bei mir ist das ziemlich überschaubar.

    Natürlich ist die Hörbiographie bei solchen Fragen zentral – mich dünkt in der Klassik noch mehr als im Jazz, denn das Repertoire ist ja doch so stark kanonisiert, dass man eben von vielen Werken eine längst nicht mehr überblickbare Menge an Interpretationen vorliegen hat. Aus diesen zu wählen war ja früher viel mehr eine Frage des Geldbeutels und natürlich der Greifbarkeit. Letztere ist heute durch das Streaming anders ein Thema (es gibt halt Dinge, die tauchen dort nicht auf, weil sie zu wenig verbreitet sind, als dass sich jemand ihrer erinnern würde – die Ansicht, alles sei stets verfügbar, ist natürlich eine Chimäre, auch wenn sehr vieles die meiste Zeit verfügbar sein wird … aber dass mich das als Hörer nicht interessiert, ist ja bekannt). Die Reihenfolge des Kennenlernens, des Entdeckens, nimmt ja bei jedem einen eigenen Weg – und hängt ja gewiss auch heute noch von diversen Faktoren ab.

    clasjaz Kremer z. B., seine erste Einspielung möchte ich nicht mehr missen, obwohl ich sie erst vor Kurzem wiederentdeckt habe. Und obwohl das die erste Einspielung der „sei“ war, die ich gehört habe – neben Menuhin. Ihn, Menuhin, würde ich Martzy bei Bach wohl vorziehen, aber was heißt das? Mir geht es nie um den Überblick, sondern, mit Roland Barthes, um das „Punctum“. (Was Du wohl mit Einbrennen benennst.) Den entscheidenden Moment, das Ausscheren, den Ausraster meinetwegen, das Verstörende und manchmal auch Zerstörende in ansonsten wohlbekannter oder -gepflegter Umgebung. Ob dafür Hahn das beste Exempel ist, weiß ich nicht, vielleicht nicht. Aber zig andere sind es auch nicht.

    Ich könnte mir vorstellen, dass einer der bei mir manchmal ausschlaggebenden Faktoren (neben dem Verfügen über Zeit und seit einigen Jahren auch mehr Geld als früher) jener ist, dass ich es vom Jazz her gewohnt bin, den Leuten nachzugehen – also den Interpreten, die im Jazz ja (fast) alles sind. Und so ist eben eine Neueinspielung von einem von mir für einen guten Mann gehaltenen Interpreten wie Zehetmair grundsätzlich von Interesse. Dass ich dabei das Fuder überlade und sich von manchen Werken des Kernrepertoires viel zu viele Aufnahmen ansammeln, gehört halt wohl zum Spiel mit dazu. Hahn kam bei mir zwar, wie Du ja weisst, früher, aber es waren eben andere Werke (ich nannte sie oben), mit denen sie mich um den Finger wickelte. Ich kann nicht freihändig mit Barthes umspringen, seine Terminologie ist mir nicht geläufig und seine Gedanken über Musik auch noch nicht, aber da wollte ich schon länger mal hin – aber ja, ich nehme schon an, dass wir da vom Gleichen reden, oder von etwas Ähnlichem? Denn auf der Suche nach dem Ausraster oder der Abweichung bin ich per se nun nicht, eher auf der Suche nach den jeweils eigenen Ausdrucksformen, und da ist ja auch ein viel stilleres Sich-Abheben denkbar (aber das, nehme ich an – Du bist ja gerne bei Kurtag – denkst Du auch mit).

    clasjaz Zehetmair, das habe ich nicht mitbekommen. Ich kann und möchte auch nicht jede Veröffentlichung – jeden „Beitrag zum Verständnis von …“ – haben. Kann gewiss sein, dass ich Zehetmair haben sollte. Anderseits ist da das Werk selbst noch, und, wir hatten es schon einmal davon, mir geht es da so, dass ich die Musik am liebsten im Kopf höre, zwischen den Ohren, nicht mit ihnen. Das geht natürlich nicht … wirklich.

    Das „im Kopf höhen“ bzw. Erinnern und Nachdenken über einst gehörte Aufnahmen stellt sich bei mir nach nun etwa zehn Jahren der intensiven Auseinandersetzung mit klassischer Musik auch manchmal und allmählich ein – aber auch da spielt wohl wieder die jeweils eigene Hörbiographie eine entscheidende Rolle. Allerdings – da muss ich jetzt aber eher zum Jazz, mit dem ich mich ja schon viel länger befasse – sind solche Erinnerungen ja manchmal in der Realität gar nicht mehr nachvollziehbar, die erneute Begegnung mit etwas als vertraut und bekannt Gedachtem kann ja zu völligen Neuurteilen führen, die gerade auch wieder interessant sind, weil sie dann eben das eigene frühere Hören hinterfragen machen bzw. vielleicht ein neues Kapitel hinzufügen. Und klar, der Austausch, hier wie anderswo, die Lektüren, das Aufgeschnappte, können allesamt dazu führen, dass Richtungen sich ändern, dass Dinge neu beurteilt werden, dass als bekannt Angenommenes hinterfragt oder überdacht wird. Wenn ich die ältere Kremer-Einspielung das nächste Mal höre, werde ich mich jedenfalls erinnern. Ich habe sie ja schon auf Deine Anregung hin gekauft.

    Ja die (von mir so benannte) „innere Jukebox“, mit Hörerfahrungen gefüttert und ab einem gewissen Zeitpunkt als fast geschlossene Schnittmenge abrufbar/-spielbereit …. für mich kein Hindernis Neues zu erhören aber die Erinnerungen sind ungefragt da – das mag (auch) ein negativer Faktor sein, aber Einbrennen bewirkt Wunden welche heilen aber nie mehr verschwinden …. sonst Tschuldigung fürs Einmischen ….

    --

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    gypsy-tail-wind
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    soulpope
    Ja die (von mir so benannte) „innere Jukebox“, mit Hörerfahrungen gefüttert und ab einem gewissen Zeitpunkt als fast geschlossene Schnittmenge abrufbar/-spielbereit …. für mich kein Hindernis Neues zu erhören aber die Erinnerungen sind ungefragt da – das mag (auch) ein negativer Faktor sein, aber Einbrennen bewirkt Wunden welche heilen aber nie mehr verschwinden …. sonst Tschuldigung fürs Einmischen ….

    Wir sind hier ja nicht in einer privaten Zweierkonversation, es ist also jede Einmischung höchst willkommen! Das mit dem Einbrennen passiert aber ja zum Glück immer wieder – jedenfalls ist das bei mir bisher so, und ich bin jetzt seit immerhin 25 Jahren intensiv mit Musik befasst und das hat sich nie geändert. Manchmal dreht die Richtung (eine 60er-Rock-Phase, dann der Weg in die Klassik), aber im Grundsatz bleibt es hoffentlich noch für den Rest des Lebens so. Narben können ja auch über alten Narben wachsen, um im Bild zu bleiben.

    --

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    clasjaz

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    gypsy-tail-windIch möchte doch noch auf diese Überlegungen zurückkommen @clasjaz – die Computer-Arbeiten sind erledigt, alles neu installiert, die vermutlich gerade abschmierende Harddisk auch erfolgreich auf eine andere übertragen (die ganzen musiqueouverte-usw.-Sachen also gerettet) – und die beiden Abendprogramme der Woche auch hinter mir.

    Musique ouverte – alte Zeiten! Ich habe da auch noch Etliches auf Festplatte.

    clasjaz Es ist vielleicht auch eine Frage der persönlichen Geschichte, der Hörreihenfolgen und dessen, was dann so im Leben sich einstellt. Und dann trifft man irgendwann Entscheidungen, die immer nur mehr oder weniger begründet sind, sub specie aeternitatis. Und nebenbei natürlich ist auch wichtig, wie viel man hört; bei mir ist das ziemlich überschaubar.

    Natürlich ist die Hörbiographie bei solchen Fragen zentral – mich dünkt in der Klassik noch mehr als im Jazz, denn das Repertoire ist ja doch so stark kanonisiert, dass man eben von vielen Werken eine längst nicht mehr überblickbare Menge an Interpretationen vorliegen hat. Aus diesen zu wählen war ja früher viel mehr eine Frage des Geldbeutels und natürlich der Greifbarkeit. Letztere ist heute durch das Streaming anders ein Thema (es gibt halt Dinge, die tauchen dort nicht auf, weil sie zu wenig verbreitet sind, als dass sich jemand ihrer erinnern würde – die Ansicht, alles sei stets verfügbar, ist natürlich eine Chimäre, auch wenn sehr vieles die meiste Zeit verfügbar sein wird … aber dass mich das als Hörer nicht interessiert, ist ja bekannt). Die Reihenfolge des Kennenlernens, des Entdeckens, nimmt ja bei jedem einen eigenen Weg – und hängt ja gewiss auch heute noch von diversen Faktoren ab.

    Das und auch das Folgende von Dir kann ich schlicht unterschreiben. Streaming betreibe ich höchst selten, und wenn dann allenfalls mal auf YT. Aber auch selten. Just gestern Abend allerdings „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ – es ist immer lehrreich zu sehen, welche Arbeit Mahler den Musikern abverlangt. War Abbado in Luzern mit Kozená (bin zu faul das andere diakritsche Zeichen zu holen), für meine Ohren fürchterlich, was K. da macht, keine Ahnung, warum Abbado sie geduldet hat. Das muss man aus dem Jenseits singen, nachdem man abgeschlossen hat, im Perfekt eben, finde ich, und nicht als Heulsuse. Gut, das gehört hier nicht hin. – Die Reihenfolge des Kennenlernens ist sicher vielen Unwägbarkeiten unterworfen und das Weitersuchen, wie Du es unten für den Jazz beschreibst, dann noch einmal. Irgendwann wird das Bild dann zwar dichter, aber – auch an @soulpope – irgendetwas Neues kann natürlich noch geschehen. Da möchte ich mich auch nicht ausschließen, obwohl ich wieder einmal etwas fauler als Du in dieser Hinsicht bin.

    clasjaz Kremer z. B., seine erste Einspielung möchte ich nicht mehr missen, obwohl ich sie erst vor Kurzem wiederentdeckt habe. Und obwohl das die erste Einspielung der „sei“ war, die ich gehört habe – neben Menuhin. Ihn, Menuhin, würde ich Martzy bei Bach wohl vorziehen, aber was heißt das? Mir geht es nie um den Überblick, sondern, mit Roland Barthes, um das „Punctum“. (Was Du wohl mit Einbrennen benennst.) Den entscheidenden Moment, das Ausscheren, den Ausraster meinetwegen, das Verstörende und manchmal auch Zerstörende in ansonsten wohlbekannter oder -gepflegter Umgebung. Ob dafür Hahn das beste Exempel ist, weiß ich nicht, vielleicht nicht. Aber zig andere sind es auch nicht.

    Ich könnte mir vorstellen, dass einer der bei mir manchmal ausschlaggebenden Faktoren (neben dem Verfügen über Zeit und seit einigen Jahren auch mehr Geld als früher) jener ist, dass ich es vom Jazz her gewohnt bin, den Leuten nachzugehen – also den Interpreten, die im Jazz ja (fast) alles sind. Und so ist eben eine Neueinspielung von einem von mir für einen guten Mann gehaltenen Interpreten wie Zehetmair grundsätzlich von Interesse. Dass ich dabei das Fuder überlade und sich von manchen Werken des Kernrepertoires viel zu viele Aufnahmen ansammeln, gehört halt wohl zum Spiel mit dazu. Hahn kam bei mir zwar, wie Du ja weisst, früher, aber es waren eben andere Werke (ich nannte sie oben), mit denen sie mich um den Finger wickelte. Ich kann nicht freihändig mit Barthes umspringen, seine Terminologie ist mir nicht geläufig und seine Gedanken über Musik auch noch nicht, aber da wollte ich schon länger mal hin – aber ja, ich nehme schon an, dass wir da vom Gleichen reden, oder von etwas Ähnlichem? Denn auf der Suche nach dem Ausraster oder der Abweichung bin ich per se nun nicht, eher auf der Suche nach den jeweils eigenen Ausdrucksformen, und da ist ja auch ein viel stilleres Sich-Abheben denkbar (aber das, nehme ich an – Du bist ja gerne bei Kurtag – denkst Du auch mit).

    Gewiss denke ich das mit; Kurtág ist aber auch sehr spezieller Mann, der auf kleinstem Raum oder vielmehr in kleinster Zeit das Ausscheren oder die Anhebung des Vertrauten und sein Umlenken betreibt. Für mich ist da ein Satz von Kafka zentral, den er in den Kafka-Fragmenten auch herausgreift – er greift überhaupt pfeilgrad oft das heraus, was mir sehr nah ist -, und zwar: „Ab einem bestimmten Punkt gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen.“ (Kann sein, dass das nicht ganz wortgetreu ist, ich zitiere aus dem Kopp.) Zwischen Jazz und Klassik i. w. S. sehe ich auch erhebliche Unterschiede für die Rezeption, wie Du skizzierst, nur bin ich da auch unbedarfter. Oder unbedürftiger. Hahn übrigens brauche ich nun auch nicht unbedingt auf der Insel und bei Kremer erstaunt mich selbst, dass ich die frühere Einspielung der jüngeren vorziehe. Denn Kremer wird sich ja etwas dabei gedacht haben, womöglich in der Weise, sich „zu korrigieren“. Und das in Zweifel zu ziehen bei einem Mann wie ihm ist auch eigenartig. Also gut.

    Bei Barthes war ich etwas freihändig. Ich weiß gar nicht, ob er sich zur Musik ausführlicher geäußert hat. Die Sache mit dem „Punctum“ stammt aus seinem Büchlein über die Photographie, „Die helle Kammer“.  Und meint kurz gefasst nicht viel mehr, als dass es in einer photographischen Abbildung etwas Irritierendes geben kann. Worin er die Auszeichnung einer Photographie sieht. Das lässt sich schon auf viele Kunstgenres übertragen.

    clasjaz Zehetmair, das habe ich nicht mitbekommen. Ich kann und möchte auch nicht jede Veröffentlichung – jeden „Beitrag zum Verständnis von …“ – haben. Kann gewiss sein, dass ich Zehetmair haben sollte. Anderseits ist da das Werk selbst noch, und, wir hatten es schon einmal davon, mir geht es da so, dass ich die Musik am liebsten im Kopf höre, zwischen den Ohren, nicht mit ihnen. Das geht natürlich nicht … wirklich.

    Das „im Kopf höhen“ bzw. Erinnern und Nachdenken über einst gehörte Aufnahmen stellt sich bei mir nach nun etwa zehn Jahren der intensiven Auseinandersetzung mit klassischer Musik auch manchmal und allmählich ein – aber auch da spielt wohl wieder die jeweils eigene Hörbiographie eine entscheidende Rolle. Allerdings – da muss ich jetzt aber eher zum Jazz, mit dem ich mich ja schon viel länger befasse – sind solche Erinnerungen ja manchmal in der Realität gar nicht mehr nachvollziehbar, die erneute Begegnung mit etwas als vertraut und bekannt Gedachtem kann ja zu völligen Neuurteilen führen, die gerade auch wieder interessant sind, weil sie dann eben das eigene frühere Hören hinterfragen machen bzw. vielleicht ein neues Kapitel hinzufügen. Und klar, der Austausch, hier wie anderswo, die Lektüren, das Aufgeschnappte, können allesamt dazu führen, dass Richtungen sich ändern, dass Dinge neu beurteilt werden, dass als bekannt Angenommenes hinterfragt oder überdacht wird. Wenn ich die ältere Kremer-Einspielung das nächste Mal höre, werde ich mich jedenfalls erinnern. Ich habe sie ja schon auf Deine Anregung hin gekauft.

    Das meinte ich mit einer kleinen Nuance anders. Eher so, dass das vielmalige Hören, auch in verschiedenen Interpretationen, irgendwann im Kopf eine Art Idealbild – oder nenne es mit dem soziologischen Wort einen Idealtypus – produziert. Davon dürfte ich gar nicht sprechen, weil ich im schlichten Notenlesen nicht sehr weit gekommen bin; eine Mahlersymphonie könnte ich aus den Noten niemals aufrufen. Nur in Erinnerung an Gehörtes, das geht schon. Umgekehrt fächern die zahlreichen Interpretationen dieses fiktive Idealbild permanent auf, und so ist es wohl auch richtig.

    --

    #10965081  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    clasjaz

    gypsy-tail-wind
    Das „im Kopf höhen“ bzw. Erinnern und Nachdenken über einst gehörte Aufnahmen stellt sich bei mir nach nun etwa zehn Jahren der intensiven Auseinandersetzung mit klassischer Musik auch manchmal und allmählich ein – aber auch da spielt wohl wieder die jeweils eigene Hörbiographie eine entscheidende Rolle. Allerdings – da muss ich jetzt aber eher zum Jazz, mit dem ich mich ja schon viel länger befasse – sind solche Erinnerungen ja manchmal in der Realität gar nicht mehr nachvollziehbar, die erneute Begegnung mit etwas als vertraut und bekannt Gedachtem kann ja zu völligen Neuurteilen führen, die gerade auch wieder interessant sind, weil sie dann eben das eigene frühere Hören hinterfragen machen bzw. vielleicht ein neues Kapitel hinzufügen. Und klar, der Austausch, hier wie anderswo, die Lektüren, das Aufgeschnappte, können allesamt dazu führen, dass Richtungen sich ändern, dass Dinge neu beurteilt werden, dass als bekannt Angenommenes hinterfragt oder überdacht wird. Wenn ich die ältere Kremer-Einspielung das nächste Mal höre, werde ich mich jedenfalls erinnern. Ich habe sie ja schon auf Deine Anregung hin gekauft.

    Das meinte ich mit einer kleinen Nuance anders. Eher so, dass das vielmalige Hören, auch in verschiedenen Interpretationen, irgendwann im Kopf eine Art Idealbild – oder nenne es mit dem soziologischen Wort einen Idealtypus – produziert. Davon dürfte ich gar nicht sprechen, weil ich im schlichten Notenlesen nicht sehr weit gekommen bin; eine Mahlersymphonie könnte ich aus den Noten niemals aufrufen. Nur in Erinnerung an Gehörtes, das geht schon. Umgekehrt fächern die zahlreichen Interpretationen dieses fiktive Idealbild permanent auf, und so ist es wohl auch richtig.

    Das ist schon interessant, wir hatten es ja von diesen quasi fiktiven nicht existenten Idealeinspielungen auch schon ein paar Male – das sind aber einfach zwei verschiedene Dinge, oder? Also Szigetis Bach abrufen geht ebenso, wie es geht, sich eine solche Idealversion der Chaconne vorzustellen?

    Und Barthes, doch, da gibt es schon etwas, z.B. (oder: vor allem?) die II. Abteilung dieses Bandes mit der Überschrift „Der Körper und die Musik“:

    Es gibt da ein halbes Dutzend kürzere Essays (Artikel, einen Lexikoneintrag, ein Vorwort) mit Titeln wie „Zuhören“, „Die Musik, die Stimme, die Sprache“, „Der romantische Gesang“ oder „Schumann lieben“. Liegt hier schon lange griffbereit, aber gelesen habe ich die Aufsätze bis heute nicht.

    --

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    #10966107  | PERMALINK

    clasjaz

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    Danke fürs Verschieben!

    gypsy-tail-windDas ist schon interessant, wir hatten es ja von diesen quasi fiktiven nicht existenten Idealeinspielungen auch schon ein paar Male – das sind aber einfach zwei verschiedene Dinge, oder? Also Szigetis Bach abrufen geht ebenso, wie es geht, sich eine solche Idealversion der Chaconne vorzustellen?

    Idealversion, Idealtypus – das sind halt so Handwerksbegriffe, fragt sich, ob sie wirklich Inhalt haben  können. Es dürfte zwischen den beiden Möglichkeiten ständig changieren, also, mal angenommen, jemand spielt die Chaconne ein, wird ihm ja irgendetwas wie die „richtige“ Version – meinetwegen zu diesem Zeitpunkt, in dieser Verfassung usw. – im Kopf rumgehen. Also mehr als so etwas wie die Chaconne zu jammen. Und das ideale Erinnern ist zumindest bei mir selbstverständlich von ein paar Leuten, gewiss Szigeti, geprägt. Dann wieder kann sich das aber verselbstständigen und ich höre die Chaconne – als Erinnerungsbild bzw. akustische Imprägnatur – mit Szigeti, Grumiaux oder sonstwem „zugleich“. – Dass es die eine einzige ideale Version gibt, glaube ich nicht. Oder eben nur, altes Problem, in der Idee … Muss ja aber auch nicht sein.

     

    Und Barthes, doch, da gibt es schon etwas, z.B. (oder: vor allem?) die II. Abteilung dieses Bandes mit der Überschrift „Der Körper und die Musik“: Es gibt da ein halbes Dutzend kürzere Essays (Artikel, einen Lexikoneintrag, ein Vorwort) mit Titeln wie „Zuhören“, „Die Musik, die Stimme, die Sprache“, „Der romantische Gesang“ oder „Schumann lieben“. Liegt hier schon lange griffbereit, aber gelesen habe ich die Aufsätze bis heute nicht.

    Diesen Band kenne ich nicht, da der Titel ansprechend ist, werde ich ihn mir demnächst besorgen. Danke für den Hinweis!

    --

    #10966113  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Dieser Barthes-Band sieht in der Tat sehr interessant aus – die Abschnitte über Musik nehmen aber nur wenig Raum gegen Ende ein. Du hast bestimmt hier schon geguckt:
    https://www.suhrkamp.de/buecher/der_entgegenkommende_und_der_stumpfe_sinn-roland_barthes_11367.html
    Oder irgendwo das Inhaltsverzeichnis in einer Vorschau entdeckt … hoffe bloss, dass es den Band wirklich noch gibt und nicht nur als hässlichen on-demand-Nachdruck (auf Papier, das sich halb wie Plastic anfühlt und so eng geklebt, dass man den Rücken fast brechen muss – so kommen jedenfalls die zwei betroffenen Suhrkamp-TB bei mir daher, und rechteckig bzw. im rechten Winkel sind sie auch nur annähernd … vermutlich halt sowas wie die Manifestation und die Idee des Buches ;-) )

    --

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