Ich höre gerade … Jazz!

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  • #11805591  | PERMALINK

    atom
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    JOHN McLAUGHLIN TRIO – Live at the Royal Festival Hall (JMT, 1990)
    Eine wichtige Anlaufstelle für Jazz-Literatur und auch Alben war in meiner Entdeckerzeit die hiesige Stadtbibliothek, die Dank eines kenntnisreichen Einkäufers nicht nur Standards sondern auch randständige Perlen zu bieten hatte. Daneben natürlich auch die monatlichen Neuheiten, wie diese Trio-Einspielung, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann, die ich aber ewig nicht gehört habe.
    Insgesamt ist mir das in vielen Fällen zu sportlich. Dennoch gibt es aber ein paar tolle Momente zwischen McLaughlin und Kai Eckhardt, der mir als Bassist sonst nicht mehr in Erinnerung geblieben ist.

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    Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...
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    #11805657  | PERMALINK

    vorgarten

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    atom
    JOHN McLAUGHLIN TRIO – Live at the Royal Festival Hall (JMT, 1990)

    das ist auch so ein cover, das einem damals permanent entgegensprang, reingehört habe ich bestimmt auch mal. nicht so ein großer schock wie FRIDAY NIGHT IN SAN FRANCISCO, aber trotzdem nichts für mich, denke ich ;-)

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    #11805663  | PERMALINK

    atom
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    Registriert seit: 10.09.2003

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    Das stimmt, das Kräftemessen auf Friday Night ist da eine ganz andere Kategorie. Ich habe die drei sogar mal Live gesehen und war sehr schnell ermüdet.

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    Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...
    #11805721  | PERMALINK

    vorgarten

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    abbey lincoln, who used to dance (1997)

    der erste ton hier ist von steve coleman, was damals eine große überraschung war, denn das hier war sehr weit weg von der musik, die er selbst 1997 gespielt hat. der fan, der in den 80ern bei lincoln eingestiegen war und ihr eine junge band für das enja-album zusammengestellt hatte, kommt wieder vorbei, spielt drei tolle soli (gleich das erste gehört zu den besten, die ich von ihm kenne), verziert das lincolnsche atemholen zwischen den strophen, und zusammen spielen sie eine weitere schöne version von „street of dreams“ in diesem jahr ein (das von merrill hab ich dabei noch im ohr). auf dem ganzen album ein altsaxofonisten-chor, frank morgan agiert etwas weniger sensibel, der junglöwe riley t. bandy III (dessen karriere danach auch nicht mehr losging) eher verschüchtert, sehr toll dagegen oliver lake und am ende, versteckt, justin robinson. lincoln hat dazu ihre band verjüngt, marc cary ist erstmals dabei, michael bowie und abwechseln alvester garnett und aaron walker, sie begleiten cool und unterstützen das drama. viele songs of lost love hier, das bitterste (und tollste), „love has gone away“, hört sich wie eine quintessenz der ehe mit roach an, hat aber eine kluge pointe, zwei andere songs sind von r.b.lynch, einem us-songwriter, der in rio lebt, keine ahnung, wie lincon auf den gekommen ist. zum schluss die coole großstadthymne „the river“, die war schon damals auf dem enja-album, lincoln wechselt zwischen rezitation und gesang, während die bläser, darunter graham haynes, ein paar hupen und sirenen simulieren und zwei backgroundsänger durcheinanderquatschen. ein blick aus dem weltraum auf das treiben in new york, als hätte lincoln gar nichts mehr damit zu tun.

    etwas später ging lincoln nochmal ins studio, vielleicht waren zu viele balladen auf dem album, jedenfalls nimmt sie mit ihrer entfesselten band und dem tenoristen julien lourau noch eine ziemlich umwerfende version vom tambourine man auf, die nun sehr aufreizend im zentrum sitzt und einen schönen dialog mit dem titelsong aufnimmt, who used to dance, über die kulturelle enteignung von natives, von einem stepptänzer begleitet. tamburin und tanz, bei all dem drama muss es bewegung geben.

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    #11805763  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Das JMT-Album von McLaughlin habe ich vorhin im Post von atom zum ersten Mal überhaupt gesehen … ist halt ein deutsches Label, das hier keinen guten Vertrieb hatte bzw. in den Läden erst gegen Ende vorrätig war, als es zu RCA/BMG gehörte (und noch letzte Alben mit dem – alten – JMT-Design herumlagen … das neue JMT-Design war ja dann das von Winter & Winter – wie die das Label aus der BMG-Masse herauslösten, die ansonsten ja zu Sony wanderte, weiss ich nicht; vielleicht so ähnlich, wie Edel sich MPS von Universal schnappte, als das dieses EMI aufkaufte?) „Friday Night“ konnte ich aber auch nicht entgehen – und ich fand’s sofort und für alle Zeiten grauenvoll.

    Hab übrigens gestern – im Zug auf Kopfhörern ;-) – das Joel Ross-Konsensalbum auch erstmals angehört, und es hat mir sehr gut gefallen.

    Gerade hänge ich hier fest:

    Helen Merrill ‎– Jelena Ana Milčetić a.k.a Helen Merrill | … das ist wahnsinnig gut! Hatte mich damals erst nach mehreren Anläufen richtig überzeugt, aber heute sind wohl gerade die folkloristischen Ansätze, das Akkordeon, „La Paloma“ etc. das, was mich so berührt. Und Steve Lacy natürlich, den ich schon damals sehr schätzte. Das Album entstand noch 1999, aber erschien erst 2000, spielt also leider bei einer allfälligen 90er-Liste keine Rolle mehr. Andernfalls wäre es gut möglich, dass es dort noch vor „Clear Out of This World“ unterkäme.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #11805767  | PERMALINK

    vorgarten

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    shirley horn, i remember miles (1998)

    1998, neue alben von horn, lincoln, scott & bey, auch das letzte von lena horne, das thelonica kürzlich vorgestellt hat, leider auch das jahr, in dem betty carter stirbt (ihr letztes fehlt mir noch). die 90er natürlich auch das jahrzehnt der miles-hommagen, von jarrett bis wilson und laswell, das hier kommt auch so daher, aber eigentlich heißt „remember“ hier was anderes. shirley horn erinnert sich daran, wie sie miles davis inspiriert hat. ich habe mich ja immer gefragt, wieso miles auf SEVEN STEPS TO HEAVEN diese beiden songs aus dem black composers‘ songbook aufgenommen hat, „baby won’t you please come home“ und „basin street blues“, hier klärt sich das, er hatte shirley horn im vorprogramm und hat sie dort gehört. horn spielt sie hier natürlich the horn way und dann fällt sofort auf, wie sehr das ihr ureigenstes material ist. dazwischen ein bisschen gershwin und natürlich my funny valentine, ihre begleiter alternieren, ron carter/ al foster sind eine schöne abwechslung, die verabredet ein bisschen querschießt, roy hargorve schaut vorbei und imitiert miles nicht, buck hill kriegt dagegen ein ziemlich schönes i remember george coleman hin. tollster clou natürlich: „my man’s gone now“, mit beiden bassisten und beiden schlagzeugern, im stil von WE WANT MILES, inklusive marcus-miller-bassline und kontrastiven swing-teilen. was für eine coole nummer.

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    #11805779  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"

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    gypsy-tail-wind …. Gerade hänge ich hier fest: Helen Merrill ‎– Jelena Ana Milčetić a.k.a Helen Merrill | … das ist wahnsinnig gut! Hatte mich damals erst nach mehreren Anläufen richtig überzeugt, aber heute sind wohl gerade die folkloristischen Ansätze, das Akkordeon, „La Paloma“ etc. das, was mich so berührt. Und Steve Lacy natürlich, den ich schon damals sehr schätzte. Das Album entstand noch 1999, aber erschien erst 2000, spielt also leider bei einer allfälligen 90er-Liste keine Rolle mehr. Andernfalls wäre es gut möglich, dass es dort noch vor „Clear Out of This World“ unterkäme.

    ❤“Long, Long Ago“❤ ….

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      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #11805809  | PERMALINK

    vorgarten

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    jimmy scott, holding back the years (1998)

    die schönsten popballaden sind für jimmy scott gerade gut genug, mag man sich beim label artists only gedacht haben. aber ein gutes arrangement brauchts dann leider trotzdem noch. „jealous guy“, „holding back the years“, „slave to love“, „nothing compares 2 u“, „sorry seems to be the hardest word“, das hätte alles großartig werden können, die band ist auch gut (hilliard greene, victor lewis, michael kanan u.a.), aber meist hat man das gefühl, dass hier eine ganz große chance vertan wurde. aber sinead o’connor und elton john können sich trotzdem eine scheibe abschneiden.

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    #11805817  | PERMALINK

    vorgarten

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    esther phillips, alone again, naturally (1972)

    nach vielfacher erwähnung hier endlich mal in der japanischen cti50-ausgabe bestellt, passt natürlich (trotz sebesky, crawford, gale, benson, carter, cobham, purdie usw.) nicht so recht hierher, aber: wahnsinnig toll.

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    #11805883  | PERMALINK

    lotterlotta
    Schaffnerlos

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    atom JOHN McLAUGHLIN TRIO – Live at the Royal Festival Hall (JMT, 1990) Eine wichtige Anlaufstelle für Jazz-Literatur und auch Alben war in meiner Entdeckerzeit die hiesige Stadtbibliothek, die Dank eines kenntnisreichen Einkäufers nicht nur Standards sondern auch randständige Perlen zu bieten hatte. Daneben natürlich auch die monatlichen Neuheiten, wie diese Trio-Einspielung, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann, die ich aber ewig nicht gehört habe. Insgesamt ist mir das in vielen Fällen zu sportlich. Dennoch gibt es aber ein paar tolle Momente zwischen McLaughlin und Kai Eckhardt, der mir als Bassist sonst nicht mehr in Erinnerung geblieben ist.

    mit der schönste Moment, wenn ich mich recht entsinne, ist doch die umfallende Flasche, sportlich triffts sehr gut, trotzdem schon gut und um Klassen besser als dies unsägliche Treffen der damaligen Supergitarristen, wobei das Cover von Friday selbstveständlich schon schön ist..    ;-)

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    Hat Zappa und Bob Marley noch live erlebt!  
    #11806067  | PERMALINK

    clasjaz

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    atomDas stimmt, das Kräftemessen auf Friday Night ist da eine ganz andere Kategorie. Ich habe die drei sogar mal Live gesehen und war sehr schnell ermüdet.

    Lese ein bisschen mit, besonders zu Merrill und Scott („Dream“ war die erste Musik von ihm, die ich von ihm kennengelernt habe, habe Leute damit genervt), aber was ich mich gerade frage und damit Euch: Was ist so schlimm an „Friday Night“? Ich kann das heute auch sicher nicht mehr durchhören, aber was ist das Schlimme? Sportliches höre ich da nicht, drei Leute treffen sich, haben ziemlich verschiedene Gitarren und entsprechend verschiedene Finger oder vielmehr umgekehrt. Trotzdem sind sie doch beieinander. Vielleicht gerate ich da auch nicht in große Konflikte, weil es keine drei Pianisten sind. Das würde mich wahrscheinlich auch nerven Mir gehen ja schon zwei auf den Keks, wenn also Gulda mit Corea rummacht. Live habe ich sie, die drei, auch gehört, muss Ende der 80er-Jahre gewesen sein, in der Tonhalle Düsseldorf. Nicht mein Concert of the Century, aber  es wahr auch kein schlechter Abend, jedenfalls war ich nicht müde. – Ich wundere mich nur über Eure so einhellige Abneigung („unsäglich“, „sportlich“, usw.) Ich würde das schon wieder mal hören. Auch wenn es nicht die größte Kunst auf der Erde sein sollte.

    --

    #11806091  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

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    clasjaz

    atomDas stimmt, das Kräftemessen auf Friday Night ist da eine ganz andere Kategorie. Ich habe die drei sogar mal Live gesehen und war sehr schnell ermüdet.

    …. was ich mich gerade frage und damit Euch: Was ist so schlimm an „Friday Night“? Ich kann das heute auch sicher nicht mehr durchhören, aber was ist das Schlimme? Sportliches höre ich da nicht, drei Leute treffen sich, haben ziemlich verschiedene Gitarren und entsprechend verschiedene Finger oder vielmehr umgekehrt. Trotzdem sind sie doch beieinander. Vielleicht gerate ich da auch nicht in große Konflikte, weil es keine drei Pianisten sind. Das würde mich wahrscheinlich auch nerven Mir gehen ja schon zwei auf den Keks, wenn also Gulda mit Corea rummacht. Live habe ich sie, die drei, auch gehört, muss Ende der 80er-Jahre gewesen sein, in der Tonhalle Düsseldorf. Nicht mein Concert of the Century, aber es wahr auch kein schlechter Abend, jedenfalls war ich nicht müde. – Ich wundere mich nur über Eure so einhellige Abneigung („unsäglich“, „sportlich“, usw.) Ich würde das schon wieder mal hören. Auch wenn es nicht die größte Kunst auf der Erde sein sollte.

    Amen ….

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      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #11806419  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Ich hab ehrlich gesagt seit geschätzt so 1994 einen Bogen um „Friday Night“ gemacht – meine Erinnerung sagt mir, dass ich das inhaltsleeres Wohlklang-Gefrickel fand, viel zu oft auf den Effekt aus. Aber das ist ja wohl wie mit Garbareks Hausfrauen-Esoterik: es gibt unzählige glänzende Augen, wenn davon die Rede ist. Und das ist ja auch nichts, was ich verurteilen möchte. Ich hatte einfach nie das Bedürfünis, mich mit Di Meola auseinanderzusetzen, mit McLaughlin auch nur sehr am Rande … falls es den ultimativen Paco de Lucia-Tipp gäbe, würde ich da ev. mal reinhören mögen.

    Die Highlights von „Jelena Ana Milcetic“ sind für mich viele, „Long Long Ago“ ist nur das erste. Wenn ich so durchs Booklet blättere, mag ich eigentlich gar nichts herausstreichen, denn jedes Stück verdient, genannt zu werden: Judy Collins‘ „My Fathre“ (mit Dominic Cortese am Akkordeon und Gloria Agostini an der Harfe), die unglaubliche Version von „La Paloma“, Lacys geschichtetes Sopran-Overdub-Solo „Tanac“ (eine Art Interlude nach „Imagining Krk“, das auf das Kyrie zum Einstieg folgt, und dann gibt es am Ende noch so ein kurzes Stück zum Ausklang), dann „Wayfarin‘ Stranger“ (wieder mit der grossen Band), „Motherless Child“ im trio mit Roland Hanna und George Mraz, direkt danach „Among My Souvenirs“ mit derselben Band plus Terry Clarke, „Lost in the Stars“, „Kathleen“ (wer ist dieser Thomas P. Westendorf? Der Song ist von 1876, Elvis, Cash und andere haben ihn auch eingespielt) … und dann das Duo mit Torrie Zito am Ende, „Nobody Knows“ von Legrand und den Bregmans – ich höre das wirklich als ein von A bis Z gelungenes, rundes Album, das mich auf ganz andere Art ähnlich berührt wie „You and the Night and the Music“.

    Ich schliesse den Lauf jetzt noch ab:

    Helen Merrill – Lilac Wine | Merrill ist ja immer noch, die Auftritte wurden zwar sehr selten und der Verlust ihres Sohnes Alan scheint sie hart getroffen zu haben … Aufnahmen gab es danach nur noch wenige, dieses Album vom May 2002 klingt phasenweise aber schon wie ein Schwanengesang. Da ein Orchester dabei war, ging es für zwei Tage nach Prag mit Toningenieur Jay Newland. Produziert hat Merrill selbst, Daniel Richard ist als executive producer geführt. Erschienen 2003 ist das wohl auch ein Schwanengesang auf die grossen Gitanes-Zeiten (die dann beim wiederbelebten Impulse nochmal auflebten, aber das ist wohl auch schon seit einer Weile wieder vorbei – da läuft noch was, aber nicht mehr die Art von Produktionen, die ich meine). So zerbrechlich und zugleich verzaubernd, wie Merrill hier manchmal klingt, tönt auch die Trompete von Lew Soloff (und da meine ich dann auch zu verstehen, was soulpope in Sachen Brownie-Hommage mit Soloff vorgeschwebt haben könnte). George Mraz am Bass ist auch wieder dabei, Torrie Zito hat arrangiert und spielt mal etwas Keyboards und Klavier, und im Closer, Radioheads „You“, taucht auch Sohn Alan (g/voc) auf. Das Material ist wieder weit gestreut, neben ein paar Standards und Film-Songs („Wild Is the Wind“, „Something I Dreamed Last Night“) und den schon erwähnten Radiohead sind auch Ivan Lins („the Island) und Elvis Presley („Love Me Tender“, als Medley mit „How Sweet You Are“ von Loesser/Schwartz) vertreten, ebenso Barbara („Pierre“, französisch gesungen und von einer Zartheit, dass ich beim Hören fast etwas Angst um Merrill kriege – das einzige Stück ohne Orchester, nur mit Zito am E-Piano und Soloff an der Trompete) und Marian McPartland mit ihrem „Portrait of Helen Merrill“ – ich nehme an eine ihre Improvisationen aus einer „Piano Jazz“-Sendung, die dann von Torrie Zito notiert und arrangiert wurde (Merrill setzt hier aus, gespielt wird das Stück von Mraz und dem Orchester). Im Orchester finden wir übrigens nicht nur Streicher (grössere Kammerorchester-Besetzung: 7-7-4-4, keine Kontrabässe, das ist Mraz‘ Job) sondern auch doppelt besetzten Flöten und Klarinetten, eine Oboe,d rei Hörner, Percussion und Harfe. Auch das ein Album, das etwas Zeit zum Reifen brauchte, aber mir längst sehr, sehr gut gefällt. Leider kenne ich seither nichts mehr, es gibt mindestens noch ein jüngeres Album aus Japan (es gibt von ihr überhaupt ganz viele Sachen nur in Japan, die alle ständig vergriffen sind), aber die kosten alle wenigstens einen Fünfziger und das ist mir dann doch zuviel.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #11806497  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,519

    vorgartenabbey lincoln, who used to dance (1997) ….lincoln hat dazu ihre band verjüngt, marc cary ist erstmals dabei, michael bowie und abwechseln alvester garnett und aaron walker, sie begleiten cool und unterstützen das drama….

    Mir gefallen Cary, Bowie und Savion Glover sehr gut auf „Who Used To Dance“, der Tapdancer ist überhaupt kein Effekt, alles fein abgestimmt mit den anderen und auch dem Drummer. Text und Musik sind toll.

    Ich bin die Tage immer mal wieder bei Love What You Doin‘ hängengeblieben, weil der Text interessant ist. Wir hatten was wegen Jimmy Scott geschrieben. Nach dem gesungenen Refrain (4 Wiederholungen) kommt in der ersten Zeile ein all the way, dann reimte sie dream auf stream, sie hatte da zwei Fragen formuliert. Da sind zufällig die beiden Albentitel von seinen 90er Alben drin. Mit never mind the tears,  ‚cause you‘ ve always been my darling through the years geht’s dann weiter. Vielleicht interpretiere ich da viel hinein, weil es bleibt ja doch irgendwie offen, an wen das Lied gerichtet sein könnte. Ich befürchte, dass die Begleiter das vielleicht nicht wussten. Optisch ist die gesamte CD interessant, weil Abbey da ein bißchen wie eine Zauberin posiert, obwohl es sicher auch den Bezug zu Tanz gibt. (It’s Magic). Hier kann man das gar nicht so einfach trennen, denn steht der Zylinder (Hut) ausschließlich für Tanz, oder vielleicht für Varieté?

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    #11806501  | PERMALINK

    pinball-wizard
    Lost In Music

    Registriert seit: 18.06.2014

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    Bobby Hutcherson – Oblique

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    Meine nächste Sendung auf Radio Stone FM: 23.06.22, 21:00 Uhr: My Mixtape #104 - Hit The 80s And Dance     Schwache Menschen rächen, starke Menschen vergeben, intelligente Menschen ignorieren - Albert Einstein  
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