Funde aus dem Archiv

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  • #10958887  | PERMALINK

    nail75

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    redbeansandriceDiese hier (fehlt hier auch noch…)

    Ach, mehr Musik von den Iron Man/Conversations Sessions. Danke dir, redbeans :)

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    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
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    #10958903  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    @nail75 Zum Dolphy-Reissue gab’s hier schon an mehreren Orten was, u.a. im Dolphy-Thread ab hier:
    http://forum.rollingstone.de/foren/topic/eric-dolphy/page/8/#post-10586833

    Dort findest Du auch noch einen Link zum RSD-Thread … vermutlich gäb’s auch hier an passender Stelle (ca. Herbst/Winter 2018/19) noch was. Ich war eigentlich ziemlich underwhelmed – zunächst. Aber da ich die Douglas-Sessions (wie auch!) in keiner schlauen Ausgabe hatte (eine West Wind- und eine Charly-CD) war das schon sehr willkommen. Und die Verwirrung über den langen Track, der vermeintlich schon auf der Blue Note-CD „Other Aspects“ zu finden war, klärte sich dann auch noch: der Take auf dem Resonance-Set ist ein anderer (und die Infos bei BN natürlich falsch bzw. unvollständig, die CD ist auch 20 Jahre älter und man hatte wohl damals entweder nicht die Geduld oder wirklich nicht den Zugang zu denselben Quellen, was die Details angeht).

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #98: Tenor Giants - Paul Gonsalves (1920-1974), 10.3., 22:00; #99: 12.5., 22:00; #100: 9.6., 21:00 (2 Stunden!) | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #13: Bach, Beethoven, Ellington etc., 25.02., 21:00; #14: 28.4., 21:00 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10958909  | PERMALINK

    nail75

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    Danke, gypsy, ich lese das mal durch!

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    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
    #10959113  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    aquoiboniste

    Registriert seit: 25.01.2010

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    Dodo Marmarosa – On the Coast 1945-1947, 1952 (Uptown, 2 CD, 2018) | Wegen meiner Bemerkung zum Dolphy-Release von Resonance kam mir noch die andere CD in den Sinn, die ebenfalls schon 2018 erschien, aber erst Ende Dezember und damals nur in den USA greifbar … eine grossartige Zusammenstellung, die gerade zweimal lief. Die Liner Notes sind schon recht informativ, aber sie halten sich nicht an die Abfolge der Sessions (gehen aber auf diese in der Regel ein), während die Anordnung der Stücke eben auch nicht chronologisch ist. Aber bei einer solchen Schatztruhe von Aufnahmen eines der ersten unmittelbaren Bud Powell-Nachfolgers (die anderen sind Joe Albany, George Wallington – beide wie Marmarosa mit sizilianischen Wurzeln – und Al Haig) ist das vernachlässigbar, denn es geht ja um die Musik und die hat es mehr als in sich! Die traurige Story von Marmarosa wird in wenigen Abschnitten umrissen – von Matrosen verkloppt, vermutlich danach geschädigt, er musste eigentlich dauernd beaufsichtigt werden, sonst war er plötzlich weg (und arbeitete dann auch plötzlich bei der Wäscherei am Bügeleisen). Sein Spiel wurde aber u.a. von Artie Shaw sehr geschätzt, er tauchte auch später hie und wieder auf, es gibt eine ältere Uptown-CD mit einem Mitschnitt, wo er zurück in Pittsburgh ist, 1958, und dann natürlich die Trio- und Quartett-Aufnahmen mit Gene Ammons von 1962 (Sam Jones, Marshall Thompson), die auf dem Fantasy-Twofer bzw. dessen CD-Reissue „Jug and Dodo“ greifbar sind.

    Auf CD 1 ist Lucky Thompson der zentrale Sideman (drum ist das 2-CD-Set für @redbeansandrice Pflicht, falls Du’s nicht eh längst hast!). Er spielt schon bei der ersten Band mit, einer Session der Boyd Raeburn All Stars mit Ray Linn, Britt Woodman, Harry Babasin und Jackie Mills (und auf einem Stück Frankie Laine), die im März 1946 mitgeschnitten wurde. Der nächste Broadcast stammt vom Mai oder Juni 1946 und präsentiert das Lucky Thompson Quartet (mit Marmarosa, Babasin und Mills) neben dem Trio von Vivien Garry (sie spielt Bass, Wini Beatty sitzt am Klavier, als Hahn im Korb ist Arv Garrison an der Gitarre dabei – ein sehr guter Mann, dem man auch mal ein wenig nachspüren müsste, was wohl im Gegensatz zu Garry auch mit Aufnahmen machbar ist). Es gibt je zwei Stücke zu hören – und ja, schön hat man Garry nicht weggelassen, auch wenn es Thompson ist, der mit einem wunderbaren „Body and Soul“ die Lorbeeren heimnimmt. Weiter geht es mit zwei Solo-Stücken von ca. Februar 1946 erneut fürs Radio aufgenommen.

    Dann folgt erneut das Quartett, diesmal aber unter Marmarosas Leitung und mit einem viel besseren Bassisten, Ray Brown (weiterhin Mills am Schlagzeug), die Session fand am 11. Januar 1946 statt und erschien auf dem Label Atomic – zwei weitere Stücke ohne Thompson stehen am Anfang von CD 2. Auf CD 1 folgen dann zwei Trio-Stücke mit Barney Kessel und Gene Englund, in denen rasch klar wird, wie gut Marmarosa und Kessel harmonieren, auch sie erschienen auf Atomic, hier ist nur das Aufnahmejahr (auch 1946) bekannt. Danach hören wir erneut das Thompson Quartett mit einer Session für Down Beat, bei der sechs Stücke entstanden. Jetzt ist Red Callender am Bass dabei, auch er deutlich flexibler als Babasin. Dann folgen als letzte Stücke eines mit Miss Danna (voc) und dem Marmarosa Trio (unbekannte Musiker and Gitarre und Bass), die Hälfte einer Single auf IRRA – ich glaub dazu steht in den Liner Notes nichts, aber sie sind so unübersichtlich, dass ich gar nicht erst suchen mag. Und zuletzt hören wir Marmarosa mit Lyle Griffin and His Orchestra, auch hier nur ein Stück, mit Al Killian (t), Griffin (tb), Hal McKusick (as), Thompson (ts), Babasin (b) und Cee-Pee Johnson (tom-tom). Auch zu diesen letzten Stücken steht wieder nur „1946“ dazu, das Griffin-Stück erschien ebenfalls auf einer Atomic-Single.

    Die CD 2 öffnet wie erwähnt mit den zwei Trio-Stücken von Dodos Atomic-Session vom 11. Januar 1946, dann folgen zwei MacGregor Transcription-Platten (#518 und #598) mit insgesamt zehn Stücken im Trio mit Kessel und Englund, aufgenommen am 16. Juli 1947 – ganz feine Aufnahmen! Danach ist die Band von Ray Linn mit einem Marmarosa-Stück zu hören (er spielt nicht mit, Gitarrist Al Hendrickson, Flötist Harry Klee – hier auch am Altsax – und Drummer Jackie Mills sind die halbwegs bekannten Namen neben dem Leader an der Trompete, zudem sind Joe Hoard-tb, Mahlon Clark-cl, Tommy Todd-p und Phil Stephens-b dabei, das Stück erschien auf Encore, es wurde 1946 aufgenommen). Danach folgen vier sehr schöne Stücke der Barney Kessel All Stars, eine Atomic-Session (vier Stücke) vom 7. Juni 1945 mit einem super aufgelegten Herbie Steward am Tenorsax, Johnny Whyte-vib, Morris Rayman-b und Louis Fromm-d.

    Zum Abschluss gibt es erneut Jams mit grösseren Bands, zunächst die Just Jazz All Stars von der Jubilee Transcription #229 (ca. Ende April 1947): Howard McGhee-t, unbekannt-tb, Steward-ts, Arnold Fishkin-b, Mills-d, und auf dem zweiten, überlangen (7 Minuten) Medley von „Rose Room“ und „In a Mellow Tone“ Woody Herman an der Klarinette. Den Ausklang machen dann zwei sehr lange Stücke (zusammen fast 24 Minuten), die Marmarsoa am 17. August 1952 mit den Lighthouse All-Stars des Bassisten Howard Rumsey dokumentieren. Mit dabei sind auch Shorty Rogers-t, Milt Bernhart-tb, Jimmy Giuffre-ts und Larry Bunker-d.

    Für alle, die am Bebop Interesse haben, inklusive Übergang vom Swing (Lucky Thompson, Jackie Mills), aber auch an der zweiten Generation der Bebop-Pianisten, ist das eigentlich ein Muss! Die einen oder anderen Tracks kennt man ev. von anderen Compilations, für mich war das praktisch alles neu, und umso begeisterter bin ich gerade! Marmarosa, Thompson, Kessel sind allesamt super drauf, Steward war für mich die grosse Überraschung, kleine gibt es u.a. von Britt Woodman (ein tolles Solo in der ersten Session), Woody Herman und auch mit dem Trio von Vivien Garry. Schade nur, dass die Liner Notes nicht so super sind wie z.B. bei den Mingus- oder Allen Eager-Sets von Uptown … aber in den letzten Jahren wurden sie eh verstärkt – und ganz wie mein obiger Name-Dropping-Abriss – beschreibend, eher denn analysierend, ergänzend, vertiefend.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #98: Tenor Giants - Paul Gonsalves (1920-1974), 10.3., 22:00; #99: 12.5., 22:00; #100: 9.6., 21:00 (2 Stunden!) | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #13: Bach, Beethoven, Ellington etc., 25.02., 21:00; #14: 28.4., 21:00 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10959129  | PERMALINK

    redbeansandrice

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    Danke! In der Tat – das ist wohl ein echter Pflichtkauf (weswegen Cole wohl einmal mehr warten muss … danke nochmal fuer die Hinweise auf die diversen Boxen!)… Arv Garrison wollt ich immer schonmal vertiefen, ich mochte seine Soli auf der einen Charlie Parker Dial Session… wg den 62er Argo Sessions: Es gibt auch noch eine im Quartet mit Bill Hardman statt Gene Ammons – was auch gut ist…

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    #10959279  | PERMALINK

    imernst

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    Ursprünglich hatte ich mir die Eric Dolphy von Resonance nicht kaufen wollen. Hatte die Douglas Aufnahmen und vor sechs Jahren hatte ich eine Dolphy aus Japan importiert.

    Recorded in New York, July 1st (1,2), July 3rd or 4th, 1963.

    This Marshmallow release in its Historical Series features Eric Dolphy’s previously unreleased studio recordings from the so-called „Douglas Sessions,“ supposedly produced by Alan Douglas who was an A&R man for United Artists. Some materials from these sessions have been released over the years from several different labels, including the album Conversations from the FM label and Iron Man from the Douglas label.

    Tracks 1 and 3-5 are previously unreleased alternate takes from these sessions, and Track 2 is a newly discovered tune that was supposedly „rejected“ and therefore thought to have been erased. The album opens with two stunning duo performances by Dolphy and bassist Richard Davis. Their interplay is intimate and at times telepathetic. „Iron Man“ and „Mandrake“ are played by a quintet featuring Woody Shaw on trumpet and Bobby Hutcherson on vibraphone. „Love Me“ is a searing alto sax solo performance by Dolphy.

    Da ich mir nicht sicher war ob ich einen guten Teil der Extra Titel auf der Resonance VÖ mit der „Muses“ CD nicht schon abgedeckt hatte lies ich sie „links liegen“. Durchaus mit „schweren Herzen“ den wie für @dietmar_ war ‚Out To Lunch‘ eine entscheidende Entdeckung. Aber vor einigen Wochen entdeckte ich die 3xCD Edition für etwas unter 20 Euro, -,  und dann habe ich doch zugegriffen. Den meine bisherigen CDs waren auch von Charly etc. Bin aber noch nicht dazu gekommen einen Vergleich zwischen der Resonance Edition und der Marshmellow CD zu machen……..

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    #10962697  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Louis Armstrong – Live in Europe (Dot Time, CD, 2019) | Das ist schon die vierte CD mit neu gehobenen Schätzen von Louis Armstrong, die bei Dot Time erschienen ist (es gibt beim Label u.a. auch eine wunderbare Ben Webster-CD mit Dave Frishberg am Klavier, zudem CDs von Ella Fitzgerald, Buddy Rich, Gerry Mulligan, Joe Bushkin etc.). Hier gibt es einerseits zwei kurze Auszüge (zusammen etwa 35 Minuten, nachdem zuerst noch eine längere gesprochene Einleitung vorangeht) von der ersten Tour in Europa seit den Dreissigern, aus Nizza 1948 mit den ersten All-Stars, in denen noch Barney Bigard, Jack Teagarden, Earl Hines, Arvell Shaw und Sid Catlett mitwirken – sie alle liefern beste Musik, bemerkenswert besonders Hines, Catlett und Bigard. In der zweiten Hälfte gibt es dann Musik (etwa 30 Minuten) vom ersten Auftritt im Nachkriegsdeutschland, 12. Oktober 1952 im Titania-Palast in Berlin. Bigard wollte auf die Tour nicht mit, er wird von Bob McCracken ziemlich würdig ersetzt. Trummy Young, Marty Napoleon und Cozy Cole haben Teagarden, HInes und Catlett ersetzt, Shaw ist wieder zurück (war zwischendurch auch mal weg), und die Sängerin Velma Middleton (in splendider Form, was nicht immer der Fall ist) ist inzwischen auch an Bord. Es gibt auch hier wirklich schöne Sachen zu entdecken, ganz besonders der Closer, eine betörende Version von „A Kiss to Build a Dream On“.

    Disclaimer: aus Nizza 1948 gibt es auch in der Frémeaux-Reihe einige Aufnahmen, genau verglichen habe ich nicht bzw. kam auf den ersten Blick zum Schluss, dass da ev. was mit den Anfangen nicht ganz kongruent ist und nicht gleich ersichtlich ist, ob die von Dot Time veröffentlichten Aufnahmen dort vorliegen oder nicht. Das Jahr 1948 ist dort in zwei Volumen abgedeckt, „Intégrale Louis Armstrong / The Complete Louis Armstrong Vol. 14 – Constellation 48“ und „Intégrale Louis Armstrong / The Complete Louis Armstrong Vol. 15 – The King of the Zulus 1948-1949“ (Vol. 14 öffnet noch mit den letzten Aufnahmen von 1947, was ja das Jahr der Entstehung der All Stars war, mit 1947 geht es zum Ende von Vol. 12 schon los, Vol. 13 ist dann ganz dem Jahr gewidmet, die einzelnen Volumen umfassen stets drei gut gefüllte CDs).

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #98: Tenor Giants - Paul Gonsalves (1920-1974), 10.3., 22:00; #99: 12.5., 22:00; #100: 9.6., 21:00 (2 Stunden!) | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #13: Bach, Beethoven, Ellington etc., 25.02., 21:00; #14: 28.4., 21:00 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10964391  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Mike Westbrook Orchestra – Catania: Live in Sicily 1992 (Westbrook Records, 2 CD, 2018)

    Kam auch schon 2018, aber ging mir damals durch die Lappen – direkt bei Westbrook gekauft, was reibungslos ging … eine Zusammenstellung von drei Konzerten aus Catania Ende Juli 1992 im Rahmen des Mike Westbrook Music Festival. Die Doppel-CD enthält über zwei Stunden Musik. Die ersten, die loslegen dürfen sind Alan Barnes (cl/as), dem das zehnminütige „View from the Drawbridge“ ganz allein gehört, mit dem das Konzert nach längeren Ansagen beginnt, und dann Alan Wakeman am Tenor, der im nächsten Stück, „Love and Understanding“, ein langes erstes Solo spielt. Auch mit Soli zu hören sind u.a. Peter Whyman (ss), Chris Biscoe (ss/as), James McMillan (t), Paul Nieman und Danilo Terenzi (tb), Anthony Kerr (vib), Frank Schaefer (cello), Dominique Pifarely (vln), Steve Berry (b), Peter Fairclough (d), Phil Minton und Kate Westbook (voice) und natürlich Mike Westbrook (p). Es gibt Musik aus den Rossini- und Blake-Programmen, von Ellington und Strayhorn, aber auch von Brecht/Weill. Das Konzert fand unter offenem Himmel statt, auf der Terrasse eines Palazzo im historischen Zentrum der Stadt, was bei der Aufnahme aber höchstens erahnt werden kann, der Klang ist jedenfalls sehr gut. Super ist auch das Cover-Foto (von dem ich auch noch zwei Postkarten mit in der Sendung hatte), es stammt wie auch das Foto auf dem Cover des CD-Booklets von Guy Le Querrec (man erkennt das ja sofort, ich weiss nicht genau woran das liegt, am Licht wohl, der Sättigung der Abzüge?).

    Das Konzert war kostenlos, neben 25 Musikern wurde das Produktionsteam und ein Dutzend europäische Jazzjournalisten eingeflogen – finanziert wurde das alles mit Geldern von Anti-Mafia-Leuten – zur Erinnerung: am 23. Mai 1992 wurde der Richter Giovanni Falcone, am 19. Juli, eine Woche vor den Konzerten, der Richter Paolo Borsellino in Palermo ermordet. Das Festival sollte trotzdem stattfinden, doch nicht wie geplant im sicherheitstechnisch schwierigen Amphitheater in Paternò sondern eben auf der Terrasse eines Palazzo in der Stadt.

    Die Band, so schreibt Westbrook in seinen kurzen Liner Notes, war damals auf dem Höhepunkt, sie tourte gerade mit dem Rossini-Programm (die CDs auf Hat sind schon 1986 aufgenommen worden – aber in viel kleinerer Besetzung) und bestand aus fünf Saxophonisten (neben den schon genannten noch Chris Caldwell) sowie Karen Street an Sax/Akkordeon, vier Trompetern (noch Graham Russell, Dave Plews und Noel Langley), drei Posaunen (noch Adrian Lane und Tracy Holloway), Tuba (Andy Grappy), Cello, Klavier (Pete Saberton und Westbrook), Vibes, Bass, Drums, der Stimme von Kate Westbrook, sowie den Gästen Phil Minton, Dominique Pifarély und Danilo Terenzi.

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    #10964541  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Mike Westbrook – In Memory of Lou Gare (1939-2017) (Westbrook Records, CD, 2018)

    Noch ein Nachzügler von 2018, den ich bei der Westbrook-Bestellung mitnahm – wir hören das Uncommon Orchestra auf dem Weg zu „A Bigger Show“ (ich kenne die Aufnahme noch nicht), deren Fertigstellung Lou Gare nicht mehr erleben sollte, an deren Entwicklung er aber massgeblich mitwirkte, wie Westbrook in seinen Liner Notes schreibt. Die Aufnahmen stammen grossteils von 2014, aber auch von 2010/11/12 und ein Stück von 2015. Wir hören Segmente mit Gare-Soli, zum Teil nur Auszüge oder spontane Improvisationen, der Klang ist nicht sonderlich gut, oft wohl mit einfachen Mitteln aufgenommen, aber die Balance ist okay und alles ist hörbar – und doch ist es toll, so viel Gare am Stück lauschen zu können. Es gibt auch hier etwas Rossini (eins von Gares Intro zur Bearbeitung der Ouvertüre des „Barbiere di Siviglia“) und Ellington bzw. eigentlich Strayhorn („Johnnny Come Lately“ und „Lush Life“). Westbrook erzählt in den Liner Notes auch, wie es überhaupt – nachdem die beiden in ihren ersten Jahren auf der London Szene schon zusammen gespielt hatten – nach vielen Jahren der ganz unterschiedlichen Wege zum erneuten Zusammenspiel kam, und wie Gare sich in den Jazzkontext einfügte, ohne seine Erfahrungen im freien Spiel zu verleugnen, aber dennoch wie ein alter Jazz-Kämpe klingt – in der Tat ganz wunderbarè

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    #10966123  | PERMALINK

    nail75

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    Beiträge: 41,864

    Das Konzert von Westbrook klingt sehr interessant, auf jeden Fall motiviert mich die Nachricht wieder mal „Rossini“ rauszulegen. Danke dafür :)

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    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
    #10990761  | PERMALINK

    imernst

    Registriert seit: 16.08.2019

    Beiträge: 231

    Eine sehr erfeuliche und musikalisch feinste Entdeckung aus Jost Gebers FMP Archiv gibt es seit dem letzten Tag des Januars als Download (only) bei Bandcamp für knapp 18,- Euro. Zwei Solo Konzerte innert dreier Tagen aufgenommen beim Total Music Meeting 1997. Bandcamp

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    #10990779  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

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    imernstEine sehr erfeuliche und musikalisch feinste Entdeckung aus Jost Gebers FMP Archiv gibt es seit dem letzten Tag des Januars als Download (only) bei Bandcamp für knapp 18,- Euro. Zwei Solo Konzerte innert dreier Tagen aufgenommen beim Total Music Meeting 1997. Bandcamp

    Spannend (der zu erhörende Track) ….

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      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #10990827  | PERMALINK

    imernst

    Registriert seit: 16.08.2019

    Beiträge: 231

    soulpope

    imernstEine sehr erfeuliche und musikalisch feinste Entdeckung aus Jost Gebers FMP Archiv gibt es seit dem letzten Tag des Januars als Download (only) bei Bandcamp für knapp 18,- Euro. Zwei Solo Konzerte innert dreier Tagen aufgenommen beim Total Music Meeting 1997. Bandcamp

    Spannend (der zu erhörende Track) ….

    Freut mich das die Musik Dich ebenfalls anspricht. Ich hoffe immer noch das Gebers bzw. die Musiker oder auch irgenwelche Labels sich dazu entschliessen das reichhaltige FMP Archiv „anzuzapfen“ und endlich so manche Perle unseren Ohren näher zu bringen. Einige dieser Archivschätze schwirren in klanglich schlechter Qualität durchs Netz. Aber mitunter kann man zumindest einen vagen Eindruck gewinnen. Denke da zum Beispiel an eine Einspielung von TTM 1980 mit zweimal Bassklarinette (Pilz + Portal), zweimal Kontrabass (Kowald + Niebergall) und nicht zuletzt Tony Oxley am Schlagzeug.  Einen vorsichtigen Anfang hat FMP auf Bandcamp mit bislang acht unveröffentlichten Aufnahmen schon gemacht. Am liebsten wäre es mir im physischen Format aber so es wenigstens einen verlustfreien Download gibt will ich nicht klagen.

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