Die besten Prestige Alben

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  • #7310079  | PERMALINK

    nail75

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    redbeansandricewas ich vor allem sagen wollte: so bedeutsam alben wie giant steps und my favorite things historisch sind sind – in sachen schönheit und late-night-tauglichkeit hat coltrane für meine ohren 1959 ein bißchen was eingebüßt, vorübergehend…

    Naja, also Giant Steps ist doch ein famoses Album mit grandiosen Themen und Improvisationen. Ich tue mich schwer, Favoriten zu benennen, weil alle Stücke so großartig sind. Historisch wertvoll trägt eben auch nur so weit, aber die Musik auf diesem Album hat den „test of time“ bestanden.

    Schöne Gedanken zu hard-bop und der Schwierigkeit der Kategorisierung. :-)

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    #7310081  | PERMALINK

    sandhead

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    lotterlottaschuldigung das ich mich einfach einmische aber dann solltest du dir unbedingt die eastern sounds sowie die beiden live at the peps anhören! Auch die blue yusuf ist absolute klasse!

    Danke, lotterlotta. Brauchst dich fürs Einmischen nicht entschuldigen.

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    #7310083  | PERMALINK

    lotterlotta

    Registriert seit: 09.04.2005

    Beiträge: 1,836

    nail75Naja, also Giant Steps ist doch ein famoses Album mit grandiosen Themen und Improvisationen. Ich tue mich schwer, Favoriten zu benennen, weil alle Stücke so großartig sind. Historisch wertvoll trägt eben auch nur so weit, aber die Musik auf diesem Album hat den „test of time“ bestanden.

    Schöne Gedanken zu hard-bop und der Schwierigkeit der Kategorisierung. :-)

    sicher ist giant steps ein grandioses album und allemal ***** wert. bei mir haben alle atlantic-alben aber nicht den ganz großen stellenwert. sie sind, wie auch die labelzeit eine zwischenstation von einer grandiosen zeit bei prestige hin zum universum, was sich bei impulse öffnete und leider viel zu früh seine pforten wieder schloss. kein moderner musiker hat so viele alben in einer so immensen qualitätsdichte abgeliefert wie john coltrane.

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    #7310085  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 7,764

    lotterlottasicher ist giant steps ein grandioses album und allemal ***** wert. bei mir haben alle atlantic-alben aber nicht den ganz großen stellenwert. sie sind, wie auch die labelzeit eine zwischenstation von einer grandiosen zeit bei prestige hin zum universum, was sich bei impulse öffnete und leider viel zu früh seine pforten wieder schloss. kein moderner musiker hat so viele alben in einer so immensen qualitätsdichte abgeliefert wie john coltrane.

    dem kann ich mich absolut anschließen… (bis auf den fünften stern) ich hör die zeit um giant steps irgendwie als die zeit, in der coltrane massiv „an seiner technik gearbeitet“ hat, giant steps ist irgendwie sowas wie ein prototyp… es ist ziemlich perfekt, aber es lässt mich vergleichssweise kalt… für meine begriffe konnte coltrane vorher („mit der alten technik“) und hinterher (als er die neue vollkommen internalisiert hatte) mehr rüberbringen… (das meinte ich auch eigentlich mit „historischer bedeutsamkeit“)

    into somethin‘ war explizit eine empfehlung an den etwas puristischer eingestellten sandhead ;-) ich hör eastern sound mit abstand öfter als alle anderen lateef alben, hör es allerdings nicht soo sehr als jazz album; es war schon öfter die cd, die über wochen neben dem cdplayer lag und auf der ich mir dreimal am tag meine lieblingsstücke anhöre, damit alles wieder in ordnung kommt :-) (zur zeit der gp/.. twofer von gram parsons, davor lange occasional rain von terry callier)

    ich kenn auch nicht alles von harden (diskografie), das meiste mit lateef ist auf einer savoy doppelcd („Last Savoy Sessions“) und auf zwei prestige cds (davon hab ich nur „other sounds“, absolut nett (und interessant, dass er schon 1957 mit östlichen einflüssen experimentiert hat…), aber anderes von lateef ist besser), dann gibt es eine doppelcd mit den harden/coltrane savoy alben, sehr gut, aber nicht ganz so sehr gut wie die stardust session …(im booklet steht, coltrane hätte pro album die tariflich vereinbarten 46$ bekommen, fand ich ganz instruktiv…hauptunterschied ist, dass es harden alben sind, und dass harden sich die mühe gemacht hat, material zu komponieren, währen bei den prestige aufnahmen unter coltrane’s namen nur standards im programm sind… trotzdem) das beste ist für mich ganz klar „the king and i“, harden’s savoy album mit tommy flannagan… tolles lyrisches quartettalbum, durchaus als alternative zu eastern sounds geeignet (wenn auch ohne die östlichen einflüsse…); riverside und prestige stehen zwar im ansehen überproportional weit hinter blue note zurück, aber das label, das man (also, ich jedenfalls) wirklich übersieht ist savoy…

    lotterlotta
    es gibt so viele tolle sachen aus den fünfzigern und sechsigern zu entdecken.
    der geldbeutel setzt da deutliche grenzen. hab mir da erst mal die säulenheiligen vorgenommen, sprich mit davis angefangen, dann zwangsläufig coltrane angehäuft (kleine randbemerkung: coltrane ist kein freejazz), nun ist mingus , monk und dolphy dran. wo das wohl noch hinführt?

    ornette coleman? randy weston? mal waldron? roland kirk? horace tapscott? bill barron? wer weiß… hab auch mal mit den säulenheiligen angefangen, dann ein paar jahre das interesse an jazz verloren, dann auf der schiene „die großen obskuren trompeter“ wieder meinen weg hineingefunden… (sowas) ich versuch seit drei jahren einen überblick zu kriegen, was es damals so alles gab – ich bin immer noch weit am anfang… für aussagen wie „coltrane ist kein free jazz“ hab ich ja große sympathie, aber man muss schon einen ziemlich krassen begriff von free jazz haben, damit die sachen ab 1965 nicht hineingehören?

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    #7310087  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 7,764

    Sandhead
    Meinst Du mit Late-Night-Tauglichkeit eher entspannte/entspannende Musik? Wenn ich mir meine momentanen Jazz-Favoriten angucke, dann muß ich festellen, daß dies auf einen Großteil nicht zutrifft, tatsächlich bevorzuge ich bis zu einem gewissen Grad wilden, ekstatischen und lauten Jazz. Das ist aber nur eine Tendenz mit vielen Ausnahmen und keineswegs ausgegoren; ich bin halt in der Orientierungsphase.

    mit late-night-tauglichkeit meinte ich jetzt nicht mit rotwein auf dem sofa, eher so ein szenario wie bis eins gearbeitet und dann nicht schlafen können bis drei… mit „lässigkeit“ komm ich um die tageszeit nicht gut klar, interessant soll es sein, und stimmungsvoll, und ein bißchen zerissen und vielleicht ein bißchen introspektiv… eric dolphy ist zum beispiel sehr late-night-tauglich aber weder entspannt noch entspannend… giant steps ist mir für diese zwecke irgendwie zu proper, zu wenig zerissen…

    Zum 50er HB: Eigentlich hätte ich für diesen Spruch eine Standpauke verdient. Viel mehr als die von Dir genannten „ganz typischen“ Hard-Bop-Platten kenne ich nämlich nicht. Die 4 letzten Prestige-Alben von Miles Davis zähle ich auch dazu. Soeben hörte ich „Workin'“ und es ist wunderschön. Das Problem, wenn man es so nennen will, ist, daß Mingus, der späte Coltrane und schließlich einige Free Jazz Platten mich ungleich mehr beeindrucken. Letztlich ist es aber das alte Lied von fehlender Zeit und Energie, was verhindert, mich allem so zu zu widmen, wie ich es gerne tun würde, und dann gib’s ja auch noch andere Musik… (mir fehlen u.a. aus diesem Grund auch noch weitgehend Hörerfahrungen mit Jazz vor den 50s.)

    naja, ich find dein spruch ist zwar nicht die ganze wahrheit aber im kern doch auf vieles zutreffend… irgendwie hab ich oft das gefühl, 95% der hard bop musiker haben alle immer wieder versucht die perfekte ausgabe von zwei oder drei verschiedenen alben aufzunehmen (und die vielleicht größte leistung von miles davis, oder auch von mingus, war, den leuten aufzuzeigen, dass man auch serien von völlig verschiedenen alben aufnehmen kann… dann gibt es noch monk und vereinzelte andere (randy weston etwa, das könnt noch was sein, für den einen oder anderen hier…), die (grob verallgemeinert) immer wieder das gleiche album aufgenommen haben, aber es war ihr eigenes… die kunst des albums hat sich damals nur langsam entwickelt würd ich behaupten, und grad wenn man vom „rock“ herkommt, hat man in der hinsicht vielleicht andere ansprüche…)

    in gewisser weise war ja giant steps auch für coltrane der schritt zum albumkünstler (während so ein album wie lush life, das wurde wahrscheinlich weitestgehend ohne mitsprache der künstler von dritten aus aufgenommen material zusammengestellt… in dem fall wohl von bob weinstock, der heute 81 geworden wäre… so gut es als album funktioniert… auch wenn man sich so die quote an eigenkompositionen ansieht, da dürfte sich was getan haben von prestige zu atlantic… )

    dass miles davis, so 1953-1956, hard bop ist, da stimm ich definitiv zu…

    Booker Ervin’s Freedom Book kenne ich nicht, habe allerdings „That’s it“ (Candid) (kaum gehört)

    Der Art-Farmer-Track ist klasse. Dazu fällt mir ein, daß Referenzen an „A Love Supreme“ nicht selten sind, aber der Track ist ja von ’54…

    eben mal einen moment that’s it gegen freedom book quergehört… (lastfm bzw deezer) auf irgendeine art ist das ein ähnlicher kontrast wie bei coltrane „settin the pace“ gegen „giant steps“… aber hier find ich glaub ich „freedom book“ gelungener… das art farmer stück ist von diesem album, das meiste kann man auch auf dieser compilation hier online hören… war allerdings das beste stück, in vieler hinsicht…

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    #7310089  | PERMALINK

    sandhead

    Registriert seit: 25.04.2006

    Beiträge: 2,971

    redbeansandricemit late-night-tauglichkeit meinte ich jetzt nicht mit rotwein auf dem sofa, eher so ein szenario wie bis eins gearbeitet und dann nicht schlafen können bis drei… mit „lässigkeit“ komm ich um die tageszeit nicht gut klar, interessant soll es sein, und stimmungsvoll, und ein bißchen zerissen und vielleicht ein bißchen introspektiv… eric dolphy ist zum beispiel sehr late-night-tauglich aber weder entspannt noch entspannend… giant steps ist mir für diese zwecke irgendwie zu proper, zu wenig zerissen…

    Oh, das hatte ich tatsächlich falsch verstanden, jetzt ist es klar.

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    #7310091  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

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    redbeansandrice riverside und prestige stehen zwar im ansehen überproportional weit hinter blue note zurück, aber das label, das man (also, ich jedenfalls) wirklich übersieht ist savoy…

    Riverside steht nicht im Ansehen überproportional weit hinter Blue Note zurück, behaupte ich. Der Blue Note-Katalog wird nur auf eine ganz andere Art vermarktet, (EMI) dominiert den Markt, was viel ausmacht. Angebote hier, Angebote dort. Bei Riverside waren wichtige und hervorragende Musiker_innen am Start, die alle einen festen Platz in der Musikgeschichte haben. Randy Weston war auch eine Zeit lang bei Riverside, von dem ich leider gar nichts kenne. Aber er kommt aus einem interessanten Umfeld.

    Noch eine kurze Anmerkung zu BN. Ich finde es sehr schade, daß Barry Harris da unter eigenem Namen keine Platten machen konnte und die Karriere von Tina Brooks wäre vielleicht auch besser verlaufen, wenn man sich rechtzeitg anders gekümmert hätte. Das soll aber jetzt kein Vorwurf sein.

    Savoy Records: Yusef Lateef hat bei Savoy eine ganze Menge aufgenommen.
    Ich kenne die Aufnahmen nicht, aber er hatte oft sehr gute Musiker aus Detroit mit dabei und müsste schon damals ganz interessante musikalische Konzepte gehabt haben.

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    #7310093  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

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    kurz:
    – ansehen war das falsche wort, ich wollte mehr auf die präsenz in unseren sammlungen abzielen – dein post deutet ja schon an, dass auch du savoy am wenigsten kennst, ich hab 10, 15 alben, alle super, der katalog ist riesig… in der hinsicht liegt blue note ganz klar vorne, dann kommen prestige und riverside….
    – was ansehen von blue note vs riverside betrifft: wenn mein sohn damals einen vertrag von allen dreien gehabt hätte, ich hätt ihn zu riverside geschickt, auch bei anzahl alben die die jazzgeschichte verändert haben seh ich riverside (vielleicht) vorne, (wes montgomery, adderley, bill evans, monk…); aber wenn man sich preise der originale bei sammlern anguckt (?), oder anzahl filme, bücher, dokumentationen über das labeln dann muss man neidlos zugestehen, dass blue note auch beim ansehen in irgendeiner hinsicht die nase vorn hat… wie dem auch sei, gut dass es diese labels alle gab, einen riverside thread wollte ich auch noch starten, mit etwas abstand…

    – barry harris hatte doch zB eine sehr schöne Serie auf Prestige, in den Sechzigern, sorgfältig gemacht, viel besser als der ruf von prestige… (und auch noch was auf riverside?…); und ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob harris bei blue note richtig aufgehoben gewesen wäre, als relativ puristischer, lyrischer bopper; ich glaub riverside/prestige, später xanadu, das passt schon…

    -randy weston: weston kaufen ist glaub ich relativ idiotensicher, enorm konsistente serie von mittlerweile sehr vielen alben… kenne die riversides auch nicht, hab unterschiedliches gehört, sind bestimmt nicht schlecht… konsens schien mir zu sein, dass die westons album für dawn besser ist als die riversides, das kenn ich und kann ich definitiv empfehlen (zumal an jemanden, der sich thelonica nennt); ansonsten find ich die alben aus den 60ern mit, einmal mehr, booker ervin sehr schön… „african cookbook“ und monterey ’66, und die oben verlinkte cd (die allerdings ohne ervin)
    -was yusef lateef auf savoy betrifft teile ich deine hohen erwartungen…

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    #7310095  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

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    THELONICAdie Karriere von Tina Brooks wäre vielleicht auch besser verlaufen, wenn man sich rechtzeitg anders gekümmert hätte. Das soll aber jetzt kein Vorwurf sein.

    weiß nicht, klar, in der sache kann man dem erstmal schlecht widersprechen, natürlich hätte man wer weiß was machen können, ich hätt das auch gut gefunden… brooks wollte oder konnte wohl nicht auf tour gehen (er war schüchtern? details hab ich vergessen…) und er war schwer heroinabhängig – dass blue note immerhin vier alben mit ihm aufgenommen hat und ihm eine reihe von gastauftritten auf anderen alben verschafft hat (so fünf oder sechs zähl ich), würd ich aber definitiv eher im ungewöhnlich engagierten bereich ansiedeln… auch wenn drei der alben nicht veröffentlicht wurden, weil sich das erste scheinbar nicht verkauft hat…
    immerhin hat er (im wesentlichen) nur eine einzige session für ein anderes label aufgenommen (howard mcghee’s the connection)

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    #7310097  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

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    wo hal singer heute 90 wird, hier ein sanfter shout für sein hervorragendes prestige album Blue Stompin – das übersieht man wirklich schnell…

    Singer ist ganz klar ein Tenorsaxophonist aus der Coleman Hawkins/Ben Webster Schule, das Album ist in erster Linie Swing, mit einer Portion R&B und vielleicht unterschwellig einem kleinen bißchen Hard Bop Ästhetik… Angst vor schreienden Blasinstrumenten darf man nicht haben (neben Singer noch der ausgezeichnete Swingtrompeter Charlie Shavers), dann kann es ein netter Abend werden; die Rhythmusgruppe um Ray Bryant ist geschmackssicher und vielleicht eine Spur moderner als die Bläser…

    anhören
    Anspieltip: Fancy Pants, so ab Minute 2 das Trompetensolo…

    kürzlich wurde Singers Album „Soul of Africa“ aus den 60ern veröffentlicht, auch schön aber ganz anders… nicht unbedingt besser (eher nicht), aber hier vielleicht mit weniger vorsicht zu empfehlen… der beweis, dass man mit einem „traditionellen“ tenorsaxophonsound auch in einem spiritual jazz kontext bestehen kann…

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    #7310099  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 7,764

    Ein kurzer, faszinierender (find ich) Blick hinter die Kulissen der großen Hard Bop Labels (Riverside und Prestige) von Chris Albertson’s Blog

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    #7310101  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    spannende Diskussion hier, viele Favoriten wurden schon gennant…

    Bei Miles und Coltrane denk ich hier nicht so sehr in Alben als in „Werkgruppen“, aber „Settin‘ the Pace“ oder „Soultrane“ sind schon absolute Favoriten, ebenso die vier Miles Quintett-Alben „Workin'“, „Cookin'“, „Steamin'“ und „Relaxin'“.

    Sonst grosses JA zu Yusef Lateef („Eastern Sounds“ und „Into Somethin'“ sind wohl meine liebsten, aber die beiden von 1957 mit Wilbur Harden sind auch toll – überdies müssen dann auch die Riverside Alben erwähnt werden…), zu Barry Harris (in der Tat sorgfältigere Alben, aber das trifft ja wohl auf die Sachen der 60er insgesamt eher zu, war wohl u.a. Don Schlittens Verdienst? Siehe auch Booker Ervin).

    Und ja, die Booker Ervin Alben! Ganz toll! Alle kenn ich auch noch nicht, aber „Freedom Book“ und „Space Book“ sind grandios, „Song Book“ und „Blues Book“, „Groovin‘ High“, „The Trance“, und „Heavy“ – alles schöne Alben!

    Die Jam-Alben von Gene Ammons sind auch eine sehr schöne Serie, „Blue Gene“ wäre da wohl mein Favorit. Von seinen „geplanteren“ Alben „Boss Tenor“ und die Sachen auf den Organ Story und Gentle Jug twofern, und auf „Jug“ und „Late Hour Special“! Und natürlich „Jug and Dodo“ mit Dodo Marmarosa!

    Ray Bryant „Trio“ & „Alone With the Blues“

    Die ganze Reihe von Jaki Byard – herausragend „Out Front!“, aber auch die Live Aufnahmen von Lennie’s on the Turnpike (mit Joe Farrell), die Trios („Here’s Jaki“ und „Hi Fly“ und später dann „Sunshine On My Soul“) und das Album mit Roland Kirk („Jaki Byard Experience“) sind toll!

    Die Alben von Dolphy, v.a. „Out There“, „Far Cry“ und „Live at the Five Spot“ (alles von dieser Session!), sowie das zweite mit Oliver Nelson, „Straight Ahead“, und auch Mal Waldrons „The Quest“

    Dann die hervorragende Serie von Sonny Criss: „This Is Criss“ und „Portrait of Sonny Criss“ sind neben „Sonny’s Dream“ wohl meine Favoriten, aber auch „The Beat Goes On“ und „Up, Up and Away“ sowie „I’ll Catch the Sun“ mit Hampton Hawes sind sehr schön!
    Art Farmer: „Quintet feat. Gigi Gryce“, „When Farmer Met Gryce“, „Septet“ und „Farmer’s Market“.

    Die Alben von Jimmy Forrest – kann ich mich jetzt allerdings nicht für eins entscheiden, das mir am besten gefiele… vielleicht „Out of the Forrest“ mit Joe Zawinul?

    Red Garland – sicher mal „Red Garland’s Piano“ und „Groovy“, aber dann wird’s schwierig… „At the Prelude“?

    Die tollen frühen Stan Getz Aufnahmen (Quartets, Early Stan, Prezervation – da hätte auch mal jemand ein kleines Box-Set machen müssen, wie bei Sonny Stitt!)

    Die tollen Alben von Gigi Gryce: Sayin‘ Something, The Hap’nins, The Rat Race.

    Coleman Hawkins: Night Hawk, Soul

    Roy Haynes: Cracklin‘ (mit Booker Ervin), Cymbalism (mit Frank Strozier), Us Three (Trio mit Richard Wyands)

    Charles McPhearson – noch eine Reihe sorgfältiger Produktionen aus den 60ern… besonds toll: „Bebop Revisited“ (mit Carmell Jones) und „Con Alma“ (mit Clifford Jordan), aber auch die Live Aufnahmen auf „Live at the Five Spot“ (original „The Quintet/Live“) sind sehr schön.

    Dann die drei Alben von Gil Melle! (Gil’s Guests, Primitive/Modern, Quadrama)

    Monk natürlich! Das K2 3CD set ist toll! Er wurde ja von Prestige schmählich vernachlässigt, aber die Aufnahmen sind dennoch spitze!

    Dizzy Reece – Asia Minor. Das ist mindestens so gut wie die Blue Note Alben!

    Jerome Richardson – „Roamin‘ with Richardson“, aber auch „Midnight Oil“! Hat wohl viel zu viele Sessions gespielt als dass man ihn als Jazzer wirklich ernst nahm, aber diese zwei Alben sind super!

    Sonny Rollins natürlich. Der Klassiker ist bestimmt „Saxophone Colossus“, und ich leide hier sonst auch am Box-Set Syndrom… „Plus Four“ ist auch super, „Work Time“… die Session mit Garland (und Coltrane)…

    Sonny Stitt – das „Stitt’s Bits“ 3CD set hat schön Ordnung gemacht. Der Hammer sind natürlich die Quartett-Sessions mit Bud Powell. Das gehört zum allerbesten überhaupt!

    Walt Dickerson – der Klassiker ist „To My Queen“, aber eigentlich sind alle vier Alben sehr schön!

    von den funkigen/acid jazz Sachen:

    Charles Earland – Black Talk
    Jack McDuff – Brother Jack (Legends of Acid Jazz, „Brother Jack“ + „Goodnight, It’s Time to Go“)
    Jack McDuff – The Honeydripper
    Jack McDuff/Gene Ammmons – Brother Jack Meets the Boss
    Don Patterson – Dem New York Dues (twofer, Opus de Don + Oh Happy Day)
    Don Patterson/Booker Ervin(/Houston Person) – beide Legends of Acid Jazz CDs!
    Stitt/Ervin/Patterson – Soul People

    Dann auch Ahmed Abdul-Malik (Jazz Sounds of Africa, ein toller twofer), Dorothy Ashby (In a Minor Groove, ein twofer mit Frank Wess), Kenny Dorham „Quiet Kenny“, Jon Eardley Seven, Curtis Fuller „A New Trombone“, Bennie Green with Art Farmer, John Jenkins/Clifford Jordan/Bobby Timmons, Hal Singer „Blue Stompin'“, Art Taylor „Taylor’s Tenors“, Lucky Thompson „Lucky Strikes“, Mal Waldron „Mal/4“ und „Impressions“, die frühen Trios von George Wallington, Don Ellis „New Ideas“…

    Dann auch ein paar Swingville CDs: Budd Johnson „Let’s Swing“ von Swingville, die Claude Hopkins twofer, der twofer von Taft Jordan

    Praktisch unmögliche Aufgabe!

    Und da fehlen zudem noch die diverse frühen Aufnahmen (z.B. Wardell Gray, Clifford Brown oder Lee Konitz).

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #104: Goin' West: Lee Konitz in Kalifornien, 11.8., 22:00; #105: 24.9., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #6: tba | No Problem Saloon, #19: Klassikstunde #2, 27.8., 22:00; #20: Ennio Morricone, 12.9., 22:30
    #7310103  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 7,764

    da hast du nochmal schön vorgeführt wie sehr einen dieser Katalog erschlagen kann… die anderen Don Patterson alben findest du besser als Boppin‘ and Burnin‘? die tipps zu Ammons und Forrest sind notiert… und nach den Gryce alben sollt ich wohl mal suchen… Shirley Scott hat noch keiner erwähnt, das ist auch eine tolle Serie!

    ist richtig, dass du Don Schlitten erwähnst! die Rollen dieser verschiedenen Produzenten bei Prestige hab ich noch nicht so ganz verstanden… also etwa: Schlitten – Bebop Revival (aber längst nicht nur, auch die Jaki Byard Alben, glaub ich), Bob Porter – Soul Jazz, Chris Albertson – Lonnie Johnson etc, Esmond Edwards – ?, Weinstock selbst – ?

    müsste mal in ruhe eine detaillierte Diskografie lesen…

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    #7310105  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 50,917

    Scott hab ich mal weggelassen… ich hab zuwenig um zu sagen, was das beste ist, und ganz soo toll find ich die meisten auch nicht.

    Auch Lockjaw mit seinen Cookbooks fehlt.

    Boppin‘ and Burnin‘ hab ich vergessen – entweder ist die nicht in meiner Liste oder das Label-Feld ist leer… die gehört schon auch rein, ja!

    Und ja, Prestige erschlägt wirklich! Die Menge hat ja möglicherweise auch was zu tun mit dem… Prestige, den das Label im Gegensatz zu Blue Note nicht hat. Die in den 50er oft schnelle Produktion (Geld für den nächsten Schuss und so) und die vielen Jam Alben spielen dabei aber sicher auch eine Rolle. Aber irgendwie scheint mir, dass es nach dem Ende von Riverside möglicherweise etwas mehr überlegte Produktionen gab und so (vielleicht ist das allerdings ein Zusammenhang, den ich mir bloss einbilde…)

    Jackie McLean hab ich übrigens auch weggelassen… eine ganze Reihe hübscher bis guter Alben, aber ob was davon wirklich ganz toll ist? Glaub nicht, dass die an seine besten Blue Notes heranreichen (Let Freedom Ring, Destination Out, die Sachen im 64-66 er Mosaic Set).

    Von Gryce würd ich glaub ich in der Reihenfolge „Sayin‘ Something“, „The Rat Race“ und dann „The Hap’nin’s“ empfehlen… aber da kaufst Du wohl einfach das, was Du finden kannst! (When Farmer Met Gryce ist unter den OJCCDs, die Universal in Europa neu gepresst hat, die müsste sich leicht finden! Ich glaub aber ich finde das Quintet with Gryce eine Spur besser!)

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    #7310107  | PERMALINK

    katharsis

    Registriert seit: 05.11.2005

    Beiträge: 1,737

    Schöner Thread, besonders auch wegen der vielen befahrenen Nebenstraßen.
    Vielleicht wird es in einem Link erwähnt, direkt im Text habe ich nichts dazu gefunden.
    Prestige hat einen großen Nachteil. Es war eigentlich nie Geld für Proben vorhanden. Daher sind die Musiker ins Studio gekarrt worden, oft ohne vorher miteinander gespielt zu haben. Dann wurden die vereinbarten Tracks, oft nach dem selben Schema ausgewählt, aufgenommen und es blieb oft keine Zeit für Alternative Takes. Daher unterliegen die Scheiben oft gravierenden Qualitätsschwankungen, oder man spürt die Luft nach oben. Im Vergleich finde ich, dass sich die bezahlten Proben, die sorgfältige Auswahl an Sidemen und der Einsatz von bestehenden Working Bands bspw. bei Blue Note bezahlt gemacht haben.
    Nichts destotrotz gibt es einige Klassiker auf Prestige und Weinstock hatte eine gute Nase für Talente.
    Sämtliche Prestige-Coltrane-Alben genießen einen hohen Stellenwert bei mir, gerade auch im Vergleich zu den cleanen Atlantic-Sessions. Das hat redbeans ganz gut herausgearbeitet…

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    "There is a wealth of musical richness in the air if we will only pay attention." Grachan Moncur III
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