Die 90s auf dem Prüfstand (inspired by Alanis Morissette)

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  • #9144751  | PERMALINK

    clau
    Coffee Bar Cat

    Registriert seit: 18.03.2005

    Beiträge: 88,981

    captain kiddSagen wir es einfach, wie es ist: Das war alles Scheiße. Ohne den Überbau von damals kann man diese „Musik“ nicht wirklich hören.

    Ja, grauenhafte Musik. Und bei mehreren Platten habe ich versucht, sie mir schön zu hören, weil der Spex sie so abgefeiert hat. War aber alles Mist.

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    #9144753  | PERMALINK

    sokrates
    Bound By Beauty

    Registriert seit: 18.01.2003

    Beiträge: 18,048

    nail75
    Jedenfalls ist das eines dieser Monster-Alben aus de 1990er-Jahren, das rein kommerziell den Erschaffer jahrzehntelang oder sogar lebenslang (lebenslänglich?) ernähren kann (allein 10 Millionen verkaufte Exemplare in US/UK). Bei ganz vielen Menschen traf die Musik offensichtlich einen Nerv. Aber heute? Wie viele Leute hören noch Hootie and the Blowfish, Soul Asylum, Live oder Soundgarden?

    Das war die dunkle Seite des Rock-Mainstreams der 1990er. Nichts davon ist gut gealtert. Da die Urteile so verheerend ausfallen, habe ich schon etwas Respekt vor denjenigen, die sagen: „Ja, ich höre heute noch Keep The Faith“. Aber ich frage mich schon, warum ich das tun sollte…

    Ich frage rhetorisch gegen, wie die helle Seite des sog. Rock-Mainstreams der 1990er aussieht? Ernsthafter frage ich, was besser gealtert ist? Ich glaube, hier ist viel Blendgranatenrhetorik im Spiel, vielleicht auch der Wunsch, dass etwas nicht gut gealtert sein möge, aber eine substantielle Begründung lese ich nicht.

    Dass es Bands oder Solokünstler gibt, die nach einem oder zwei Jahrzehnten in Vergessenheit geraten, gilt für jedes Jahrzehnt und hält daher keiner Überprüfung stand.

    Was also war denn nun so schlimm an den Neunzigern? Für die Achtziger lässt sich das viel stichhaltiger beantworten: Die kunstvoll toupierten Vokuhilas und die wattierten Schultern. :-)

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    #9144755  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    ClauJa, grauenhafte Musik. Und bei mehreren Platten habe ich versucht, sie mir schön zu hören, weil der Spex sie so abgefeiert hat. War aber alles Mist.

    Eric D. Clarke hatte „Jagged Little Pill“ damals sogar in seiner Jahres Top 10. Aber SPEX in den 90s hatte – mit Ausnahme von Nick Cave, Pavement und 2-3 anderen – eigentlich nie das Hauptaugenmerk auf die „Rockmusik“ (Indie, Alternative whatever) gerichtet.

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    #9144757  | PERMALINK

    sparch
    MaggotBrain

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 35,136

    nail75Wie viele Leute hören noch Hootie and the Blowfish, Soul Asylum, Live oder Soundgarden?

    Throwing Copper habe ich vor ein paar Tagen nach langer Zeit mal wieder gehört und war schon ein bisschen überrascht, wie schlecht die Platte geworden ist. Hölzerne Rhythmen, nerviger Gesang und alles irgendwie ein schlechter Mix aus REM und U2. Und es ist eines meiner meistgehörten Alben im Sommer 1995.

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    #9144759  | PERMALINK

    brundlefly

    Registriert seit: 27.12.2008

    Beiträge: 4,766

    captain kiddVerstehe auch nie, warum man weiblich Künstler immer nur mit weiblichen Künstlern „vergleicht“. Würde da gerne mal die Gender-Polizei fragen, ob das denn rechtens ist.

    Ich halte von solchen Vergleichen per se auch nichts. Aber im ersten Postings wurde indirekt auf die Riot Grrrl-Szene der frühen Neunziger verwiesen. Wenn man so will, kann man Alanis Morrissettes Debüt vielleicht mit Wohlwollen als eine handzahme Variante von Ani Di Franco begreifen. Darauf wollte ich hinaus.

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    #9144761  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    SokratesDie kunstvoll toupierten Vokuhilas und die wattierten Schultern. :-)

    Solche Beiläufigkeiten sollten dich doch aber nicht stören. Liegt doch der Fokus ausschließlich auf dem Song, nicht wahr? Sonst müsste man bei Alanis ja bspw. noch das bereits erwähnte Eso-Video zu „Thank U“ als ästhetischen Maßstab ins Feld führen oder diesen unsäglich verblödeten „Runaway Train“-Clip. Muss aber nicht sein, die Musik allein ist schon scheiße genug, in den 80s wie in den 90s. Die 90s liegen aber etwas weiter vorne, weil da dann auch noch diese vermeintlich aufgeklärte, postmoderne Allwissenheit dazukam. Ein schrecklich ätzende Attitüde.

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    #9144763  | PERMALINK

    clau
    Coffee Bar Cat

    Registriert seit: 18.03.2005

    Beiträge: 88,981

    SokratesIch frage rhetorisch gegen, wie die helle Seite des sog. Rock-Mainstreams der 1990er aussieht?

    Die alten Recken: The Rolling Stones, Neil Young, Bob Dylan, Paul McCartney, Lou Reed, Steve Wynn – sie alle haben in den Neunzigern Alben veröffentlicht, die auch heute noch gut klingen. Von den neueren Bands: The Black Crowes, mit Abstrichen Pearl Jam und RHCP.

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    #9144765  | PERMALINK

    sparch
    MaggotBrain

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 35,136

    BrundleflyWenn man so will, kann man Alanis Morrissettes Debüt vielleicht mit Wohlwollen als eine handzahme Variante von Ani Di France begreifen.

    Als solches wurde es damals ja auch angepriesen. Vielleicht nicht gerade Ani DiFranco, aber zumindest in der Folge der Riot Grrrls. Immerhin verwendete sie in ihren Texten ja auch böse Wörter.

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    #9144767  | PERMALINK

    brundlefly

    Registriert seit: 27.12.2008

    Beiträge: 4,766

    SokratesIch frage rhetorisch gegen, wie die helle Seite des sog. Rock-Mainstreams der 1990er aussieht? Ernsthafter frage ich, was besser gealtert ist? Ich glaube, hier ist viel Blendgranatenrhetorik im Spiel, vielleicht auch der Wunsch, dass etwas nicht gut gealtert sein möge, aber eine substantielle Begründung lese ich nicht.

    Das mit dem „gut/schlecht gealtert“ liest man hier im Forum nicht selten. Von persönlichen Geschmacksvorlieben abgesehen, bin ich immer noch der Meinung, dass das mehr mit der Aktualität und Beliebtheit bestimmter Sounds zu tun hat. Solange noch kein Revival stattfand, klingt es eben nicht zeitgemäß und damit „schlecht gealtert“. Wenn aber auf einmal bestimmte Sachen wieder aktuell werden, sieht das wieder ganz anders aus. Ein Beispiel: Ende der Neunziger galten Bands wie Human League als komplett überholt, weil eben diese Klangästhetik überhaupt nicht in die damalige Zeit passte. Ein paar Jahre später waren sie wieder hip.

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    #9144769  | PERMALINK

    clau
    Coffee Bar Cat

    Registriert seit: 18.03.2005

    Beiträge: 88,981

    Es ist im Grunde vollkommen uninteressant und sinnlos, sich mit dem Mainstream-Schund der Neunziger aufzuhalten, wo es doch so unfassbar viel gute bis großartige Gitarrenmusik aus dem UK gab. Und es gab sogar auch ein paar richtig gute Gitarren-Alben aus den Vereinigten Staaten.

    --

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    #9144771  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 44,154

    SokratesIch frage rhetorisch gegen, wie die helle Seite des sog. Rock-Mainstreams der 1990er aussieht? Ernsthafter frage ich, was besser gealtert ist?

    Ich hatte die Bands oben erwähnt, die aus meiner Sicht besser gealtert sind.

    Dass es Bands oder Solokünstler gibt, die nach einem oder zwei Jahrzehnten in Vergessenheit geraten, gilt für jedes Jahrzehnt und hält daher keiner Überprüfung stand.

    Doch, denn dieser Umstand ist ja interpretationsbedürftig.

    Was also war denn nun so schlimm an den Neunzigern?

    Nichts, aber pinch hat schon recht, wenn er die „vermeintlich aufgeklärte, postmoderne Allwissenheit“ kritisiert. Da gibt es schon diese aufgesetzte Attitüde im Mainstream, die heute nur noch nervt.

    BrundleflyDas mit dem „gut/schlecht gealtert“ liest man hier im Forum nicht selten. Von persönlichen Geschmacksvorlieben abgesehen, bin immer noch der Meinung, dass das was mit der Aktualität und Beliebtheit bestimmter Sounds zu tun hat. Solange noch kein Revival stattfand, klingt es eben nicht zeitgemäß und damit „schlecht gealtert“.

    Am Ende sind es dann eben die Songs, die jenseits kurzfristiger Moden Bestand haben oder nicht. Wenn eine Band nur deshalb Erfolg hatte, weil sie einen Trend aufgriff, spricht niemand mehr von ihr, wenn der Trend vorüber ist.

    ClauEs ist im Grunde vollkommen uninteressant und sinnlos, sich mit dem Mainstream-Schund der Neunziger aufzuhalten, wo es doch so unfassbar viel gute bis großartige Gitarrenmusik aus dem UK gab.

    Das stimmt. Darunter war auch eine Menge Schund (The Cranberries als abschreckendes Beispiel), aber die wirklich guten Bands wie Radiohead, Oasis, Blur (eingeschränkt), Pulp usw. haben exzellente Musik gemacht, die auch heute noch frisch klingt.

    --

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    #9144773  | PERMALINK

    angelas

    Registriert seit: 29.03.2009

    Beiträge: 3,184

    CRANBERRIES Schund? Was wäre ein Film wie Chungking Express ohne:

    Also was hier im Thread unreflektiert für Allgemeinaussagen zweifelhafter Güte von sich gegeben werden macht schon sprachlos

    --

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    #9144775  | PERMALINK

    sparch
    MaggotBrain

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 35,136

    nail75
    (The Cranberries als abschreckendes Beispiel)

    Die kamen ja auch aus Irland.

    --

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    #9144777  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    angelasCRANBERRIES Schund? Was wäre ein Film wie Chungking Express ohne:
    (…)

    Ja. Faye Wong wertet den Song allerdings ungemein auf.

    --

    #9144779  | PERMALINK

    angelas

    Registriert seit: 29.03.2009

    Beiträge: 3,184

    ClauDie alten Recken: The Rolling Stones, Neil Young, Bob Dylan, Paul McCartney, Lou Reed, Steve Wynn – sie alle haben in den Neunzigern Alben veröffentlicht, die auch heute noch gut klingen. Von den neueren Bands: The Black Crowes, mit Abstrichen Pearl Jam und RHCP.

    alles abgehalfterte Künstler die in 80er niemand mehr hören wollte, bzw. die sich komplett der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Die sollten noch heute den jungen Künstlern der 90ern dankbar sein, dass diese jenen ollen Rockopies noch ein paar extra Jahre ermöglicht haben.

    --

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