Dexter Gordon

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  • #7759571  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    alexischickeWie ist denn sein Carnegie hall Concert?

    Schön, aber nicht essentiell… ein paar Stücke im Quartett im George Calbes (die vor der CD soweit ich weiss nicht zu haben waren) und dazu zwei lange Jams mit Johnny Griffin, die davor auf dem Album Great Encounters zu finden waren, ein drittes davon, „Ruby My Dear“, fand den Weg auf den CD Reissue von Manhattan Symphonie, die beiden Stücke verbleibenden Stücke – mit Woody Shaw und Eddie Jefferson – finden sich auf dem CD Reissue von The Sophisticated Giant – wer doch noch das originale Album will oder nur dieses sucht, findet bei Wounded Bird auch einen CD Reissue davon.

    Insgesamt sind diese Columbia Sessions recht schön, finde ich. Noch nicht kenne tu ich Gotham City (glaub die LP gäb’s im Antiquariat hier in den Nähe). Sieht auch ganz interessant aus, mit Blakey und auf einem Stück Woody Shaw (was George Benson da sucht kann ich mir allerdings weniger gut vorstellen).

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #106: Gary Peacock in Japan - 15.10., 22:00; #107 – Miles & More #1 – 10.11.2020, 22:00 ; #108 – Miles & More #2 – 19.11.2020, 22:00; Slow Drive to South Africa, #6: tba | No Problem Saloon, #21: Klassikstunde: Beethoven? Beethoven! - 10.10., 22:30; #22: Quarantine Music -22.10., 22:00
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    #7759573  | PERMALINK

    katharsis

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    Beiträge: 1,737

    @alex: Warum hörst Du Dich nicht mal durch ein paar Soundschnipsel, bei youtube bspw., oder gehst in einen CD/Plattenladen?
    Am besten ist es doch eh, wenn man sich selbst ein Bild macht.

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    "There is a wealth of musical richness in the air if we will only pay attention." Grachan Moncur III
    #7759575  | PERMALINK

    alexischicke

    Registriert seit: 09.06.2010

    Beiträge: 1,776

    Das mache ich sowieso!

    Mich intressiert nur eure Meinung zu dem Thema,daher frag ich ab und zu nach.

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    #7759577  | PERMALINK

    katharsis

    Registriert seit: 05.11.2005

    Beiträge: 1,737

    Ist ja auch nicht verboten, so meinte ich das nicht.
    Den eigenen Höreindruck kann nur keine andere Meinung ersetzen, wie gypsy in einem anderen Thread schön geschrieben hat.

    redbeans würde Dir wahrscheinlich die „Resurgence“ empfehlen, ich dagegen eher nicht. Daher ist das anhören eben wichtig.

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    "There is a wealth of musical richness in the air if we will only pay attention." Grachan Moncur III
    #7759579  | PERMALINK

    alexischicke

    Registriert seit: 09.06.2010

    Beiträge: 1,776

    Ja klaro!

    Aber die Empfehlungen können durchaus hilfreich sein eine eigene Meinung über Dexter Gordon zu bilden.

    Alex

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    #7759581  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 8,134

    katharsisIch bin hauptsächlich die Blue Note-Aufnahmen gewohnt, daher habe ich so meine Probleme mit „Resurgence“. Im besten Sinne ist die Session eine Blowing-Session, in der Gordon weniger in Balladen eintaucht, sondern vielmehr schnell durch die Kompositionen fegt. Mir fehlt dadurch sein großer, warmer Ton. In Anlehnung an das Dootone-Album spielt Gordon hier eher cool als hot, damit meine ich tatsächlicher kälter und schärfer. Martin Banks hat ja nicht auf jedem Stück so viel zu tun, aber er unterstützt Gordon in diesem „härteren“ Ansatz durchaus, so bspw. durch die schneidenden und spitzen Töne in „Affair in Havana“. Boone ist meines Erachtens vernachlässigenswert, wenngleich er auf dem gerade genannten Stück ganz gut soliert. Insgesamt „blockiert“ er das Album aber durchaus durch seine grummelnden Töne im Hintergrund. Da gibt es inspiriertere und flüssigere Kollegen. Dolo Coker lockert das Ensemblespiel dann aber wieder durch seine relaxten und freundlichen Töne wieder auf. Ein sehr schöner Kontrast zum bereits genannten düsteren Grundton der Session.
    „Jodi“ ist dann eines der Stücke, die Gordon in den darauffolgenden Jahren vertiefen wird.
    Insgesamt ein interessantes Album, das gut den Grundstein für die spätere Entwicklung aufzeigt und überraschenderweise alles andere als ein sonniges Westcoast-Album ist. Es zieht aber doch ein wenig an meinem Geschmack vorbei.

    zwei Sachen…

    das mit der Blowing-Session ist eine interessante Beobachtung: Von der Anlage her ist das Album ja überhaupt keine Blowing Session, viel weniger als zB Dexters Blue Note Alben… es liegt an Gordon, dass die Session sich nicht voll entfalten kann/sie ihren Blowing Charakter behält und dadurch irgendwie nicht ganz stimmig ist…. man stellt sich vor, dass Lion die Sache vielleicht gerettet hätte, indem er Gordon einfach eine Woche in ein Hotelzimmer gesteckt hätte – hier hat man offensichtlich Dolo Coker sowas gesagt wie „du weißt, Dexter fehlt die Ruhe sich selber um seine Musik zu kümmern, sei doch bitte so nett und bereite alles vor, als wär es dein Album, Dexter kommt dann am 13.10 vorbei und nimmt es auf…“ (ha, das Album ist grad 60 geworden); die Art von gut-gemeinter und durchaus geschmackvoller Überproduktion, die wir neulich schon bei Blue Mitchells Riverside Alben beklagt hatten (während Johnny Griffin mit diesen Methoden prima zurecht kam und eine tolle Serie aufgenommen hat… kleine Ausnahme hier ist, dass die Produktion von Cannonball Adderley ist…) die zweite Seite find ich übrigens spürbar stärker als die erste…

    was die Düsterniss betrifft: die ist aus meiner Sicht ein Charakteristikum von weiten Teilen des kalifornischen Hard Bop, die Alben, die ich immer runterbete, Earl Anderza’s Outa Sight, Jimmy Woods Awakening, Art Peppers Intensity und Smack Up, Harold Lands The Fox…. sind alle düsterer als der Hard Bop der Ostküste… (und sollten sie dir begegnen, lass sie nicht stehen!)

    @alexischke: klar empfehl ich Resurgence mehr als Katharsis, fast mehr allerdings als Fan des düsteren kalifornischen Hard Bop, als als Dexter Gordon Fan… da alexischke ja ein weniger düsteres Gemüt ist: die Gordon Alben die ich im Moment empfehlen würde sind Doin‘ Alright, A Day in Copenhagen und Our Man in Paris… und natürlich die wirklich frühen Aufnahmen aus den 40ern… Resurgence kann man hier hören (die anderen auch)…

    --

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    #7759583  | PERMALINK

    katharsis

    Registriert seit: 05.11.2005

    Beiträge: 1,737

    Das ist eine sehr wertvolle und wahrscheinlich auch korrekte Beschreibung/Vermutung. Das würde dann auch den programmatischen Titel erklären, da man gezielt Gordon pushen und aus dem Sumpf holen wollte.
    Da Du Alfred Lion erwähnst: Ich würde mal vermuten, dass diese Session unter seiner Ägide im Giftschrank geblieben wäre. Eigentlich sehr interessant, dass mal unter diesem Gesichtspunkt zu hören.

    Mit der Düsternis hast Du auch Recht. Ich kenne von den genannten nur Woods und „The Fox“. Letztere finde ich ja nicht so gelungen (habe ich irgendwo schon mal geschrieben), wie bspw. „Eastward Ho“ oder „Westcoast Blues“, die beide von der Anlage aber auch anders sind.
    Ich neige immer dazu, Westcoast-Jazz tendenziell alssonniger anzusehen, aber das stimmt ja nicht unbedingt.

    --

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    #7759585  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 8,134

    enorm düster und ziemlich toll sind auch die Alben, die Elmo Hope nach seiner Rückkehr aus Kalifornien aufgenommen hat,

    Adderley hat in seiner Serie bei Riverside einige Künstler gezielt fördern wollen, Leute die ein paar Jahre aus dem Blickfeld verschwunden waren wie Gordon oder Clifford Jordan, und auch talentierte lokale Musiker wie Lenny McBrowne’s Four Souls aus San Diego, das JFK Jazz Quintet aus Washington, die Manigone Brüder aus Rochester, das Paul Serrano Quintet aus Chicago, den Tenoristen Joe Alexander aus Cleveland (das Album ist kurioserweise als einziges auf Jazzland erschienen…), die sonst niemals „nationwide“ gehört worden wären… (hab ich im Strozier Post im Chicago Sound Thread schon mal mehr zu geschrieben…) das war ziemlich nobel von ihm :-) er hat offenbar auch regelmäßig Kompositionen von unbekannten Musikern, die er gut fand, aufgenommen, [spontan fallen mir House of Marcel vom obskuren Sänger Marcel(le) Daniels aus Chicago und die Daniel Jackson Kompositionen auf dem James Clay Album DD of Soul ein…]

    in Sachen „What Would Alfred Lion Do“ und Dexter Gordon sind die Erinnerungen von Paul Weeden an die Session von Gordon und Sonny Stitt für Blue Note ganz interessant – klingt nicht nach den ganz hohen Weihen der Professionalität ;-)

    --

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    #7759587  | PERMALINK

    katharsis

    Registriert seit: 05.11.2005

    Beiträge: 1,737

    Oh ja, Elmo Hope habe ich schon lange auf meiner Vertiefungsliste.
    Die Adderley-Protége-Serie ist auch größtenteils bei Riverside erschienen, wenn mich nicht alles täuscht. Von den genannten kenne ich nur die Mangiones näher. „Spring fever“ mag ich sehr gerne, vor allem wegen Nistico, der eh zu den most underrated Tenorsaxern gehört. Die spätere „Diana in the autumn wind“ von Gap Mangione ist auch hervorragend. Im Endeffekt ein großer Verdienst von Adderley, ich bin aber gar nicht so informiert, welche Künstler alle in diesen Dunstkreis fallen..

    Weeden’s Erinnerungen decken sich ja mit dem Textim Lost Session Booklet. Nur wird hier Dexter Gordon noch etwas mit einbezogen, als Grund für den vorzeitigen Abbruch. Wenn man sich die ganzen unveröffentlichten Schätze auf Blue Note ansieht, dann hatte Lion wirklich einen sehr hohen Standard. Ich kann mir gut vorstellen, dass die zwei Kerle dam nicht gerecht geworden sind, wenn sie einfach für eine Blowing Session im Studio aufgelaufen sind…

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    "There is a wealth of musical richness in the air if we will only pay attention." Grachan Moncur III
    #7759589  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 8,134

    Adderleys Riverside Produktionen (wie gesagt, ein Ausrutscher nach Jazzland) sind (Liste von organissimo, gibt dort mehrere Threads zum Thema)

    Joe Alexander – Blue Jubilee – Jazzland JLP 23/JLPS 923; recorded June 20, 1960.
    CLAY JAMES The sound of the Wide Open Space Apr 26,1960 Riverside 327
    GORDON DEXTER The Resurgence of Dexter Oct 13,1960 ? 929
    JFK Quintet New Jazz Frontiers from Washington July 17 1961 Riverside 396
    JOHNSON BUD The Four Brass Giants Aug 22 ,1960 Riverside 343
    JONES SAM Down Home Aug 15,1962 Riverside 432
    JORDAN CLIFFORD Spellbound Aug 10,1960 Riverside 340
    MANGIONE CAP The jazz Brother Aug 29,1960 Riverside 335
    MORGAN DICK At the Showboat May 04,1960 Riverside 1183
    McBROWN LENNIE Eastern Lights Oct 13 ,1960 Riverside 346
    SERRANO PAUL Blues Holiday Nov 8 ,1960 Riverside 359
    Eddie „Cleanhead“ Vinson: Cleanhead and Cannonball – Riverside 3502
    WILKERSON DON The Texas Twister May 19 ,1960 Riverside 1186

    dann gibt es Nachfolge Alben wie das von Don Sleet oder eben Mangione/Nistico, Wes Montgomery hat offenbar auch Adderley an Riverside vermittelt, ein anderes Album, dass so eine Handschrift trägt ist das Nat Adderley Album „In the Bag“ mit Ellis Marsalis, James Black und Nat Periliat (also, 2/3 der reportedly besten lokalen Hard Bop Band, des Ellis Marsalis Quartets..)

    --

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    #7759591  | PERMALINK

    katharsis

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    Beiträge: 1,737

    Ich habe mir neulich mal wieder „Doin‘ allright“ von Gordon angehört und war dann doch ziemlich überrascht, wie wenig mir das Album eigentlich gefällt.

    Erstmal kann der Unterschied zum Vorgängeralbum nicht größer sein. Auf „Resurgence“ wirkt vieles hektisch, weniger ausgearbeitet und Gordon scheint seinen ganzen in der letzten Zeit erlebten Frust wegblasen zu wollen. Auf „Doin‘ allright“ ist der Tenor des Albums dagegen ruhig, entspannt, zuweilen fast kontemplativ. Und genau da liegt mein Problem. Die Musik klingt viel zu behäbig und stellenweise geradezu einschläfernd. Dabei macht Gordon an und für sich alles richtig und bläst stilvoll und schön. Hubbard unterstützt ihn dabei, zeigt sich aber nicht unbedingt von seiner besten Seite. Ebenso unaufdringlich hält sich die Begleitung im Hintergrund, ohne je etwas falsch zu machen und ohne wirklich aufzufallen. Kein Schlagzeugsolo und auch kein Bass-Solo, wenn ich mich recht entsinne.
    Die Trackauswahl erscheint mir dann auch sehr eintönig, da fast ausschließlich Balladen gegeben werden. Nicht zuletzt dadurch klingt die Musik einfach zu „safe“ und bleibt zu sehr im sauberen Wohlklang.
    Zudem fehlt mir die spröde Schönheit und die etwas rauer klingende Spielfreude, wie sie auf seinen späteren Blue Notes zu hören sind – wie auf „Cheese Cake“ oder „Modal Mood“.
    Für mich ist das eine typische Session, die den Weg ins Archiv hätte finden können.

    --

    "There is a wealth of musical richness in the air if we will only pay attention." Grachan Moncur III
    #7759593  | PERMALINK

    alexischicke

    Registriert seit: 09.06.2010

    Beiträge: 1,776

    Hab heute eher durch Zufall günstig seine Prestige Box bekommen 11 CDS! Da bin ich gut beschäftigt mit hören.

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    #7759595  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

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    alexischickeHab heute eher durch Zufall günstig seine Prestige Box bekommen 11 CDS! Da bin ich gut beschäftigt mit hören.

    Viel Vergnügen!
    In der Tat eine riesige Box… da gibt’s viel wunderbares zu entdecken!
    Das grösste Highlight ist vielleicht das Album „The Panther“.

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    #7759597  | PERMALINK

    alexischicke

    Registriert seit: 09.06.2010

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    ich freue mich schon drauf!

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    #7759599  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

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    gypsy tail windViel Vergnügen!
    In der Tat eine riesige Box… da gibt’s viel wunderbares zu entdecken!
    Das grösste Highlight ist vielleicht das Album „The Panther“.

    nein, das größte highlight ist das battle mit Booker Ervin!

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