Deutschsprachige Musik

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  • #6627777  | PERMALINK

    hotblack-desiato

    Registriert seit: 11.11.2008

    Beiträge: 8,595

    Herr Rossi
    Für mich ist Westernhagen kein weniger kalkuliertes Phänomen, nur dass er seiner Fangemeinde als authentischer Künstler nahegebracht wird. Ich kann damit bestens leben – so war Pop immer schon, eine Illusionskunst.

    Richtig, heute wird am meisten die ‚Authentizität‘ inszeniert. Seit ich das kapiert habe, kann ich auch sog. Produzentenpop bestens geniessen und mir ist ehrlich scheißegal ob Lily Allen’s (der Name ist nur ein Platzhalter, wegen mir auch Kim Frank) Stimme zigfach gedoppelt, gemorpht oder gewasauchimmer ist – Hauptsache am Ende kommt eine tolle Single bei raus. Schlimm, jeder meint heute Rick Rubin kopieren zu müssen und wahrscheinlich wird dieser dabei gründlich missverstanden.

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    #6627779  | PERMALINK

    reino

    Registriert seit: 20.06.2008

    Beiträge: 5,700

    Herr Rossi
    Für mich ist Westernhagen kein weniger kalkuliertes Phänomen, nur dass er seiner Fangemeinde als authentischer Künstler nahegebracht wird.

    Das klingt nach Verschwörungstheorie.
    Westernhagen war ein erfolgreicher Schauspieler. Wenn es ihm nicht ernst mit der Musik gewesen wäre, hätte er weiter Filme gedreht.
    Das sagt nichts über seine Qualität. Aber er macht Texte und Musik, wie er es eben kann. Daß er es nicht besser kann ist durchaus authentisch.

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    #6627781  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 87,231

    ReinoDas klingt nach Verschwörungstheorie.

    Nein, Realismus. Westernhagen hat sich selbst zum Markenprodukt stilisiert. Wer sollte besser darüber Bescheid wissen, dass ein Image „gemacht“ wird, als ein Schauspieler? Ich halte das auch nicht für verwerflich, das hat tatsächlich nichts mit der Qualität der Musik zu tun. Ich finde es nur doppelzüngig, über die marktgerechte Konzeption von Teenie-Bands und Pop-Acts herzuziehen und den Dauererfolg der Westernhagens, Grönemeyers, Kunzes und wie sie heißen so hin zu nehmen, als ob der zufällig vom Himmel fiele. Verabschiedet Euch doch endlich von der Idee des „ehrlichen“ Künstlers, der seine Werke nur für sich schafft, weil er seiner Kreativität Ausdruck verleihen muss und bei denen es reiner Zufall ist, was davon draußen in der Welt ankommt. Es gibt solche Künstler, aber die bleiben dann auch nur einem kleinen Kreis bekannt.

    Daß er es nicht besser kann ist durchaus authentisch.

    Zweifellos. Aber im Hinblick auf seinen Erfolg macht er ja seit den späten 80ern alles richtig.

    --

    #6627783  | PERMALINK

    close-to-the-edge

    Registriert seit: 27.11.2006

    Beiträge: 29,125

    Herr RossiIch finde es nur doppelzüngig, über die marktgerechte Konzeption von Teenie-Bands und Pop-Acts herzuziehen und den Dauererfolg der Westernhagens, Grönemeyers, Kunzes und wie sie heißen so hin zu nehmen, als ob der zufällig vom Himmel fiele.

    Ein paar Indikatoren gäbe es da aber schon. Z.B. wieviel der/die Künstler mit ihren Produkten selbst zu tun haben. Und die Halbwertzeit ihres Wirkens hat auch eine gewisse Aussagekraft.

    Um 30 Jahre im Geschäft zu bleiben, bedarf es schon einer gewissen Substanz, die nicht allein aus marktgerechter Konzeption entstammt.

    --

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    #6627785  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 87,231

    Close to the edge
    Um 30 Jahre im Geschäft zu bleiben, bedarf es schon einer gewissen Substanz, die nicht allein aus marktgerechter Konzeption entstammt.

    Unbestritten. Schreibst Du den Satz bitte auch in die Pet Shop Boys- und Madonna-Threads? ;-)

    --

    #6627787  | PERMALINK

    close-to-the-edge

    Registriert seit: 27.11.2006

    Beiträge: 29,125

    Herr RossiUnbestritten. Schreibst Du den Satz bitte auch in die Pet Shop Boys- und Madonna-Threads? ;-)

    Während ich das schrieb, hatte ich selbst die Befürchtung, dass mir jemand mit den Flippers kommt. :-)

    Im Ernst, ich sage ja nicht, dass Alles was 30 Jahre überdauert, von großer Qualität sein muss, wer und wie auch immer man die beurteilen mag. Ich denke aber schon, dass Leute die ihr Ding so lange durchziehen, und die man vor allem so lange durchziehen läßt, mehr darstellen als ein Projekt dass mal in der Controllingabteilung eines Labels entworfen wurde. (Damit meine ich übrigens nicht mal Echt)

    --

    Ab sofort stelle ich im ctte-Thread meine Top 25 Jahresalben für 2024 vor. Beginnend bei Platz 25 kommen jeden Tag so zwei bis drei Titel dazu. Jeder ist eingeladen sich auch aktiv zu beteiligen.
    #6627789  | PERMALINK

    e-l

    Registriert seit: 25.05.2004

    Beiträge: 10,250

    Mikko
    Silbermond sollen ja live ganz gut sein. Was auch immer das heißt. Ich kann es nicht beurteilen. Hab‘ sie noch nie live gesehen.

    Da ich es beurteilen kann:
    Silbermond sollen ja live ganz schrecklich sein. Was das auch immer heißt.

    Westernhagen ist immer noch ein Superstar wie Bruce Springsteen oder die ex-Königin des Pop in Südafrika Brenda Fassie oder wie George Jones ein Countrystar war. Man kann Westernhagen ablegen wie kaputte Turnschuhe, aber das ist auch unwichtig. Das Larry Campbell mit Westernhagen spielt, zeichnet ihn aus. MMW muss man nicht mögen, man kann ihn doch gerne verachten.

    Meine persönlichen Superstars in D sind oder waren Pankraz, Zupfgeigenhansel, Rio Reiser, TPIY und Wenzel und Klaus Hoffmann und Hannes Wader und und und.

    --

    Man braucht nur ein klein bisschen Glück, dann beginnt alles wieder von vorn.
    #6627791  | PERMALINK

    gnagflow

    Registriert seit: 18.11.2008

    Beiträge: 667

    Gute Deutschsprachige Musik gibt es schon.
    Brecht/Weill z. B. oder Hildegard Knef oder Georg Kreisler.

    Nur paßt die deutsche Sprache sehr schlecht zu Blues, Rock oder Pop.
    Daß machen leider die vielen Konsonanten, und die wenig vorhandene Mehrdeutigkeit der meisten Wörter.

    Deshalb hören sich Silberjuni und die Bowlingfreunde Piller oder wie sie alle heißen, gleich belanglos an.

    Deshalb gibt es aber auch viele gute deutsche Philosophen.

    --

    #6627793  | PERMALINK

    grandandt

    Registriert seit: 10.10.2007

    Beiträge: 24,622

    Gnagflow…die deutsche Sprache …
    Daß machen leider die vielen Konsonanten, und die wenig vorhandene Mehrdeutigkeit der meisten Wörter.

    Deshalb gibt es aber auch viele gute deutsche Philosophen.

    Ja! Endlich mal einer, der die Wahrheit erkennt. Es lag schon immer an den Konsonanten!
    Ich kaufe ein „e“!

    --

    Je suis Charlie Sometimes it is better to light a flamethrower than curse the darkness. T.P.
    #6627795  | PERMALINK

    reino

    Registriert seit: 20.06.2008

    Beiträge: 5,700

    Deshalb hat ja auch italienische Rock- und Popmusik Weltgeltung, weit vor der konsonantenreicheren englischen.

    --

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    #6627797  | PERMALINK

    extrabreit

    Registriert seit: 21.07.2009

    Beiträge: 601

    Wieso, weshalb, warum: eigentlich muessig, nicht wahr? Wie ueberall in der Musik, deckt deutschsprachige Musik einen weiten Bereich verschiedener Stile ab, mal gut, mal weniger gut.

    Dass internationale Erfolge selten sind, ist nicht verwunderlich, die internationale Musiksprache ist halt Englisch, und da dominieren logischer Weise „Native-Speaker“. Verwunderlich ist es dann schon eher, wie haeufig international erfolgreiche Musik aus den skandinavischen Laendern kommt!?

    Aber, wie schon gesagt: Diskussionen darueber sind schon eher muesig, oder nicht?

    Mein Filius (16), der gern Musik hoert, die ich auch mag, der hat kuerzlich deutschen Schlager der 1950er und 60er Jahre entdeckt, also Bill Ramsey, Trude Herr und Ralf Bendix zum Beispiel.

    Er hat keine Lust, diese Schlager mit seiner sonst bevorzugten Musik zu vergleichen, aber er findet soetwas einfach „zum grinsen“, es macht ihm ganz einfach Spass.

    Und ich denke, das reicht, dass „es“ Spass macht, da muss man nicht anfangen, ueber den „Baby-Sitter-Boogie“ zu philisophieren. Musik eines Herrn Wendler oder Krause ist in jeder Sprache einfach nur ein Schlag ins Gesicht, beziehungsweise auf die Ohren!

    Extra

    --

    Vinyljunkie
    #6627799  | PERMALINK

    satiee

    Registriert seit: 09.07.2006

    Beiträge: 2,515

    Extrabreit

    Wieso, weshalb, warum: eigentlich muessig, nicht wahr? Wie ueberall in der Musik, deckt deutschsprachige Musik einen weiten Bereich verschiedener Stile ab, mal gut, mal weniger gut.

    Dass internationale Erfolge selten sind, ist nicht verwunderlich, die internationale Musiksprache ist halt Englisch, und da dominieren logischer Weise „Native-Speaker“. Verwunderlich ist es dann schon eher, wie haeufig international erfolgreiche Musik aus den skandinavischen Laendern kommt!?

    Aber, wie schon gesagt: Diskussionen darueber sind schon eher muesig, oder nicht?
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Müssig finde ich Diskussionen darüber keineswegs! Aus der Musikgeschichte ist die deutsche Sprache nicht wegzudenken.Es sei denn,es wird ihre große Bedeutung vor allem ab des 19.Jahrhunderts einfach unterschlagen.Ob die Liedkunst (z.b. Schubert,Mahler,Richard Strauss), die Opern (Beethoven bis
    Wagner),gilt deutsch als Kulturgut.Ende des 19./Anfang 20.Jahrh. kam die
    unschlagbar deutschsprachige ‚Operette‘ hinzu,aus der der Wiener Begriff „Schlager“ bereits vorzeitg resultierte.Nach dem 1.sten Weltkrieg ab den „goldenen 20ern“ radikalisierte B.Brecht (3-Groschenoper) mittels „deutscher Gossensprache“die ehemalige Operette in ein Vorstadium des späteren „Musicals“.Parallel machten in den 20er+30er Jahren (u.a. Commedian Harmonists) Unsummen sarkastischster Texte (incl. DADA) auf ersten Schellackplatten mittels nur deutscher Sprache „historische Furore“.
    Furchtbar gestutzt wurde der geniale Text/Schlagerhumor dann ab 1933
    sofort zwar durch die Nazis,ließ aber dennoch zu diversen NS-Spielfilmen
    manche „deutschsprachigen Schlagerklassiker“ raus in die weite Welt.Kurioser
    Weise Hit’s/Evergreens der Schwedin Zarah Leander oder der Ungarin Marika Rökk.LALE ANDERSEN’s „Lilly Marleen“ wurde gar bei den feindlichen Allierten
    zum „song aller soldiers“. Davon aber ging die Welt 1945 doch unter.

    Trotzdem gab es bereits 1946/47 wieder ‚deutsche Schlager‘ wie z.b.
    „wir sind die Bürger von Trizonesien“ (sprach auf die 3 Westalliierten an)-
    bis sich dann in den 50ern erst der ~biedere deutsche Schlager~ nun auf
    Schallplatten und ersten erschwinglichen ‚Schallplattenspielern‘ einbürgerte.
    Von 1950 bis 1960 zog sich diese trübe und witzlose Epoche gnadenlos hin.
    ELVIS gab 1958 mit „Muss I denn zum Städele hinaus“ einen „Hit“ dazu.

    Als THE BEATLES ’64 mit „Sie liebt Dich“ und „Komm gib mir Deine Hand“
    den „deutschen Fans“ einen Gefallen taten,wurde ersichtlich,daß ihr engl.
    Text ansich auch nicht inhaltsreicher war:-).
    Aber zwischen 1960-1980 passierte doch einiges mehr als im Jahrhzehnt
    davor. Der „deutsche Schlager“ sank tiefer und tiefer.Wenn es EINEN Anfang
    der 70er gab,der eine Umkehr wirklich packte,war es Udo Lindenberg!
    Sein Wortwitz + Respektlosigkeit gegenüber D.T. Heck’s „Hitparade“ ist
    nicht zu unterschätzen! Ausserdem passierte zeitgleich in der DDR die
    „Entdeckung der Deutschen Sprache“ als Ausdruck mit „doppeltem Boden“ an der ‚Parteilinie vorbei‘ ~über 7 Brücken~. Nicht zu vergessen auch,daß
    David Bowie (Heroes) und Roxy Music („nein,das ist nicht das Ende der Welt,gestrandet an Leben und Kunst, und das Spiel geht weiter wie man weiss,noch viele schönste Wiedersehn“) Mitte der 70er für ihre Alben den ‚Reiz der deutschen Sprache‘ entdeckten !
    Unisono für die 70er stehen KRAFTWERK bedeutend.
    Ab den 80ern wiederum im D-Westen entstand postpunk die ‚NDW‘ mit nun
    scharf gewürzten deutschsprachigen Zynismen und Neo-Dadaismen wie primär die Einstürzenden Neubauten,DAF und viele mehr. Das „Konsonanten“
    ihre Textvielfalt einschränkten bleibt absurd.Wer gut deutsch textet,wie auch
    Grönemeyer oder Westernhagen,kennt die austrickbare Raffinesse der Syntax im Kontext zu Refrains oder Riffs.
    Daß die 90er vor allem von den ÄRZTEN oder TOTEN HOSEN mit einfallsreichen deutschen Texten gut bedient wurden, wird kaum jemand bestreiten….“Westerland:sonne:“

    Was mich erst ab den „Nullern“ neu nervt,sind textlich die leider wieder eingekehrten Einfältigkeiten durch Bands wie „Rosenrot“,“Silbermond“,“Wir sind Helden“,“Sportfreunde Stiller“ usw. usf. Deren gereimte Nettigkeiten bzw. ‚Gut-Mensch-Thesen‘ triefen in fürchterlichen Poesie-Alben-Versen ein ‚Deutsch‘ daher,das Zeungnis über deren greuliche Unkenntnis und Mittelmäßigkeit ablegt.
    Sie haben den ‚Schlager‘ dahin wieder zurückgeblödet,wo er einmal in den tristen 50ern entstand. Aber niemand merkt das mehr als 50 Jahre später
    noch.

    --

    #6627801  | PERMALINK

    extrabreit

    Registriert seit: 21.07.2009

    Beiträge: 601

    Satiee…keineswegs! Aus der Musikgeschichte ist die deutsche Sprache nicht wegzudenken…..

    Deinem Beitrag, der mir gut gefaellt, stimme ich zu! Richtiger haette ich nicht so allgemein von deutscher Musik reden sollen, sondern von „aktueller“ deutschspachiger Popmusik der letzten drei bis vier Jahrzehnte.

    Auch hier gibt es Ausnahmen, von denen Du ja einige ansprachst, allerdings sind es doch eher seltene Ausnahmen. Ich meine schon, dass „English rules“.

    Erklaerungsversuche, wie die von Gnagflow, gehen doch nur ins Leere, sind muessig bis ueberfluessig.

    Ob ich mich schriftstellerisch betaetige oder Liedtexte verfasse: Alles geht auf Deutsch, warum sollte es anders sein, aber DIE international dominante „Musiksprache“ ist halt Englisch, da hilft alles deuteln nichts.

    Extra

    --

    Vinyljunkie
    #6627803  | PERMALINK

    gnagflow

    Registriert seit: 18.11.2008

    Beiträge: 667

    Extrabreit
    Erklaerungsversuche, wie die von Gnagflow, gehen doch nur ins Leere, sind muessig bis ueberfluessig.
    Extra

    Na, na! Auch bei einer Wagneroper verstehe ich kein Wort, obwohl die ja angeblich in Deutsch singen.

    --

    #6627805  | PERMALINK

    grandandt

    Registriert seit: 10.10.2007

    Beiträge: 24,622

    GnagflowNa, na! Auch bei einer Wagneroper verstehe ich kein Wort, obwohl die ja angeblich in Deutsch singen.

    Der war gut.
    Ist oft wirklich schwierig zu hören, ab wann da jemand verständlich bzw deutsch singt. Da ist oft der Libretto-Nachdruck im Beiheft das einzig Wahre!

    --

    Je suis Charlie Sometimes it is better to light a flamethrower than curse the darkness. T.P.
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