Der letzte Film, den ich gesehen habe (Vol. II)

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  • #11688209  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 44,055

    napoleon-dynamite„House Of Gucci“ ist natürlich der beste Film des letzten Jahres (und Ridleys bester seit 40 Jahren, möge er noch viele drehen).

    Boah, das ist mal eine Ansage. Ich würde ja sagen, dass „The Father“ um Längen besser ist und „Dune“ auch um so einiges. „House of Gucci“ ist kein schlechter Film, aber er ist zu lang. Aber das ist nicht alles:

    Der Film weiß nicht so recht, was er sein will: Romanze? Satire? Groteske? Drama? Ein bisschen von allem? Die Motivation zentraler Akteure wird an verschiedenen bedeutenden Punkten nicht klar oder bleibt sogar völlig mysteriös. Und dieser wirklich sehr gut fotografierte Film hat die schlechteste Musikauswahl, nicht nur in Hinblick auf die ausgewählten Songs. Bei der Hochzeit von Adam Driver und Lady Gaga, die 1972 stattfand, läuft „Faith“ von George Michael – und das auf eine Weise, die wirklich unsäglich ist. Aus meiner Sicht ist das eine vollkommen missglückte Verwendung von Musik in einem großen Film.

    Dass der Film dennoch nicht unerträglich wird, liegt an seinem großartigen Stil, aber vor allem an den Schauspielern. Er bleibt stets interessant genug, um auf die Leinwand zu starren und nicht entsetzt aus dem Kino zu flüchten.

    --

    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
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    #11688227  | PERMALINK

    marc-74

    Registriert seit: 26.08.2008

    Beiträge: 2,350


    Nie Mehr Wie Immer (Petra Katharina Wagner,2015)

    Melanie (Franziska Walser) und Walter (Edgar Selge) führen nach außen eine gute, unauffällige Ehe. Doch in letzter Zeit geschieht Seltsames: Jemand dringt in ihr Haus ein, aber es fehlt nichts. Sie werden beobachtet, Walter sogar von einem jungen Mann verfolgt und bedrängt. Als sie erfahren, dass Sarah, die Tochter ihrer früheren Haushälterin, gestorben ist, spitzt sich die Lage zu. Walter reagiert voller Panik, als er plötzlich einen Zettel findet mit den Worten “Brennen sollst Du”. In ihrem zurückgezogenen Leben macht sich eine zersetzende Unruhe breit.

    Ein an der Oberfläche eher ruhiger Film,der aber von Anfang an eine unheimliche,schon surreale Spannung ausstrahlt. Man ahnt sehr schnell,dass da hinter der gutbürgerlichen Fassade schlimme Untiefen lauern. Hat von der Atmosphäre her was von Haneke.
    Edgar Selke und Franziska Walser sind auch im richtigen Leben ein Paar.

    zuletzt geändert von marc-74
    #11688273  | PERMALINK

    cleetus

    Registriert seit: 29.06.2006

    Beiträge: 16,414

    latho

    cleetusJared Leto (unter anderem, bei den anderen war es auch nicht viel besser), wie er versucht einen italienischen Akzent nachzuahmen ist ähnlich peinlich wie die neue Black Widow Florence Pugh, wenn sie vorgibt eine Russin zu sein. Im Grunde sprechen sie eher New Yorker Long Island-Slang, es fehlte nur, dass er Mutzadel statt Mozzarella sagt.

    Einspruch! Florence Pugh als Russin ist überhaupt nicht peinlich (zumindest nicht in Hawkeye).

    Ich mag ihren Stil recht gern, aber dieses Akzent-Nachahmen stört mich in letzter Zeit enorm (zumal es genügend Gegenbeispiele aus jüngerer Zeit gibt, in welcher beispielsweise arabische Schauspieler mehrere Minuten am Stück arabisch sprechen können (mit Untertiteln) ohne dass man dafür Matt Damon casten muss). Gerade bei Hawkeye werden alle anderen Russen ja auch von Russen bzw Polen gespielt.
    Wir könnten wetten, ob Helen Mirren Golda Meir mit oder ohne Akzent spielen wird.

    --

    Don't be fooled by the rocks that I got - I'm still, I'm still Jenny from the block
    #11688739  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 34,687

    cleetus

    latho

    cleetusJared Leto (unter anderem, bei den anderen war es auch nicht viel besser), wie er versucht einen italienischen Akzent nachzuahmen ist ähnlich peinlich wie die neue Black Widow Florence Pugh, wenn sie vorgibt eine Russin zu sein. Im Grunde sprechen sie eher New Yorker Long Island-Slang, es fehlte nur, dass er Mutzadel statt Mozzarella sagt.

    Einspruch! Florence Pugh als Russin ist überhaupt nicht peinlich (zumindest nicht in Hawkeye).

    Ich mag ihren Stil recht gern, aber dieses Akzent-Nachahmen stört mich in letzter Zeit enorm (zumal es genügend Gegenbeispiele aus jüngerer Zeit gibt, in welcher beispielsweise arabische Schauspieler mehrere Minuten am Stück arabisch sprechen können (mit Untertiteln) ohne dass man dafür Matt Damon casten muss). Gerade bei Hawkeye werden alle anderen Russen ja auch von Russen bzw Polen gespielt. Wir könnten wetten, ob Helen Mirren Golda Meir mit oder ohne Akzent spielen wird.

     
    Darum gibt’s ja auch eine Kontroverse (auch wenn Baddiel eher trollt).
    Wie üblich: kommt drauf an. Wenn Nationalität, Herkunft, Sprache etc wichtiger Teil der Rolle sind, dann würde ich schon verlangen, dass der Akzent halbwegs echt wirkt (nicht, dass die Rolle von jemanden mit der passenden Ethnizität gespielt wird). Aber in einer Welt, in der Menschen fliegend Außerirdische besiegen? Mir ziemlich egal. Und soo schlecht war der Akzent jetzt auch nicht.

    --

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    #11690653  | PERMALINK

    pipe-bowl
    Moderator
    Cookie Pusher

    Registriert seit: 17.10.2003

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    In der letzten Woche:

    „Fahrkarte ins Jenseits“ (OT: „Decision at sundown“, 1957, Budd Boetticher) ***1/2

    Der fünfte der sieben Western aus dem Ranown-Circle, den ich jetzt gesehen habe. Mir fehlen noch „Buchanan rides alone“ und „Westbound“. „Fahrkarte ins Jenseits“ war für mich eher weniger überzeugend als die anderen Filme der Reihe mit Randolph Scott, die ich bisher sah. Vor allem weil die Rolle, die Scott hier spielt, mich in ihrer Glaubwürdigkeit nicht überzeugt. Schön fand ich das Wiedersehen mit Noah Berry, den ich als Daddy von Jim Rockford in Erinnerung hatte, und mit Ray Teal, der mir als Sheriff in Virginia City bei „Bonanza“ präsent war.

    „Lieber Frankie“ (OT: „Dear Frankie, 2004, Shona Auerbach) ****

    Im Grunde natürlich eine sehr sentimentale Story, getragen von guten Darstellern, die die durchaus drohenden Klippen der Rührseligkeit aber geschickt umschifft.

    „Das süße Jenseits“ (OT: „The sweet hereafter“, 1997, Atom Egoyan) ****1/2

    Toller Film. Die Figuren sind sehr gut entwickelt, auch in Nebenrollen. Die außergewöhnliche Erzählstruktur mit ihren vielen Vor- und Rückblenden funktioniert bestens. Die Nebenstränge gewinnen im Laufe des Films alle an Bedeutung. Und die Auflösung mit der entscheidenden Aussage des jungen Mädchens führt den Film zu einem konsequenten Ende, das mich trotz der Tragödie zufriedenstellte.

    --

    there's room at the top they are telling you still but first you must learn how to smile as you kill
    #11690813  | PERMALINK

    cleetus

    Registriert seit: 29.06.2006

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    Eternals – Erfrischende Kampfszenen! – so seltsam das jetzt klingt: obwohl der Film noch mehr im riesigen Universum spielt als andere MCU-Beiträge, so wirken vor allem die Kämpfe der Super-Aliens gegen andere Super-Aliens roher (ich denke hier an die durch Filme wie Bourne oder Ong-Bak etablierte Art, choreografierte Szenen wirken zu lassen, als wären sie echt) als bisher und auch den Bombast vergangener Avenger-Filme sucht man vergebens. Eternals ist mehr William Turner und weniger dieser divenhafte Rokoko. Bis auf die wenig talentierte Hauptdarstellerin gefällt mir das alles sehr gut.

    --

    Don't be fooled by the rocks that I got - I'm still, I'm still Jenny from the block
    #11694227  | PERMALINK

    cleetus

    Registriert seit: 29.06.2006

    Beiträge: 16,414

    The Suicide Squad – Absolut herrlich, genau mein Humor. 10/10

    --

    Don't be fooled by the rocks that I got - I'm still, I'm still Jenny from the block
    #11694523  | PERMALINK

    ewaldsghost

    Registriert seit: 19.07.2016

    Beiträge: 856

    È stata la mano di Dio (The Hand Of God) (Paolo Sorrentino, 2021)

    Familiengeschichte nach autobiographischen Motiven des Regisseurs im Neapel Mitte der 80er Jahre, mit dem Hintergrund des bejubelten Wechsels von Maradona zum SSC Neapel (auf den der Titel auch anspielt, Fußballkenner werden wissen warum). Mit Fußball hat dieser Film aber wenig zu tun. Im Mittelpunkt steht der 16jährige Fabietto und sein coming of age. Skurril, witzig, anrührend, melancholisch und insgesamt sehr sehenswert. Wer 2018 Roma von Alfonso Cuarón mochte, macht hier nichts falsch. Die Szenen im sonnendurchfluteten Süditalien schaden einem in den gegenwärtigen dunklen Tagen auch kein bisschen. 8/10

    --

    #11697591  | PERMALINK

    talkinghead2

    Registriert seit: 12.12.2019

    Beiträge: 2,159

    Gestern Abend auf Prime:

    Der Duft von wildem Thymian (John Patrick Shanley, 2020)

    Die Kritik geht mit dem Film hart ins Gericht. Für mich war es mit meiner Partnerin die perfekte Sonntag-Abend-Wochenend-Ausklangs-Unterhaltung. Lange habe ich keine derartig lustige, unterhaltsame und mit einem Happy-End ausgestattete Liebeskomödie mehr gesehen. Die Dialoge fand ich originell, Emily Blunt wunderschön und Christopher Walken in seiner für mich sehr außergewöhnlichen Rolle sehr überrraschend.

    krautathausThe Hunt – Craig Zobel (US 2020) ***1/2 Ziemlich splatteriger Spaß mit Betty Gilpin (Glow).

    Wieder mal ein sehr guter Tipp, @krautathaus. Der Film hat mich sehr gut unterhalten. Deiner Bewertung würde ich im Gegensatz zu @motoerwolf zustimmen und keine höhere vergeben, denn der Film hatte vor allem am Anfang doch ein paar Brüche.

    Danke für einen unterhaltsamen Montag Abend!

    --

    Passt gut auf euch auf und bleibt gesund!
    #11697681  | PERMALINK

    stormy-monday
    verdreckter Hilfssheriff

    Registriert seit: 26.12.2007

    Beiträge: 16,262

    Die Wannseekonferenz https://www.zdf.de/filme/die-wannseekonferenz/die-wannseekonferenz-104.html

    Ohne Worte

     

    --

    Why? Joy to the fishes in the deep blue sea, joy to you and me
    #11705345  | PERMALINK

    stardog

    Registriert seit: 12.06.2011

    Beiträge: 637

    Ich fand es ganz unterhaltsam, mit einem grandiosen Abspann.

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    #11707603  | PERMALINK

    wenzel
    Teilnehmer

    Registriert seit: 25.01.2008

    Beiträge: 4,850

    Punk in London (1977, Wolfgang Büld)

    vor Jahren schon mal im ÖR gesehen, jetzt auf Netflix. Als Zeitdokument ganz interessant. Bemerkenswert The Jam (“die sauberste Punkband“) in ihren Anzügen vor typischem Punk-Publikum und ein im Treppenhaus pöbelnder JJ Burnel (“I am no prostitute. I  do not want to sell records in Germany“)

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    Ilsebill salzte nach“
    #11707609  | PERMALINK

    marc-74

    Registriert seit: 26.08.2008

    Beiträge: 2,350


    Rachel und ihr Sohn Kyle stecken auf dem Weg zur Schule im Verkehrsstau fest. Als der Mann vor ihr bei Grün nicht losfährt, zieht sie laut hupend und schimpfend an ihm vorbei. Zu dem Zeitpunkt ahnt Rachel noch nicht, dass der Fremde voller Wut ist und in seinem Leben nichts mehr zu verlieren hat. Er will ihr eine Lektion erteilen und sie wird zu seiner Zielscheibe, die er nicht mehr aus den Augen lässt und gnadenlos bestrafen will.

    Kleiner,garstiger Reißer mit einem völlig durchgeknallten Russell Crowe. Kann man mal sehen und ich habe auch noch was gelernt;nämlich was „courtesy tap“ bedeutet.

    #11707685  | PERMALINK

    pipe-bowl
    Moderator
    Cookie Pusher

    Registriert seit: 17.10.2003

    Beiträge: 63,200

    „No Sudden Move“ (2021 / Steven Soderbergh) ****

    Unterhaltsamer Thriller mit Augenzwinkern, einigen Twists und illustrer Besetzung, u.a. Don Cheadle, Benicio del Toro, Ray Liotta, Jon Hamm und Matt Damon.

    --

    there's room at the top they are telling you still but first you must learn how to smile as you kill
    #11707723  | PERMALINK

    thegreenmenalishi
    ...für gute Musik...

    Registriert seit: 30.07.2016

    Beiträge: 4,641

    Stuttgarter Tatort: Der rote Schatten (2017) von Dominik Graf, richtig gut

    zuletzt geändert von thegreenmenalishi

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    ...she`s so many woman... Warren Zevon - Hasten Down The Wind (1976) „Same"
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