Cocteau Twins

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  • #1029447  | PERMALINK

    bender-rodriguez

    Registriert seit: 07.09.2005

    Beiträge: 4,310

    Go1 (ihr verzeiht mir die Schwärmerei).

    Nur zu gerne…

    Go1 Das atmosphärische Gitarrenspiel ist ein Post-Punk-Traum,

    Volle Punktzahl und Sympathie für Deinen enthusiastischen Beitrag, allerdings tue ich mich immer schwerer damit, nach „Garlands“ die Cocteau Twins-Outputs noch zu 100% definitionssicher als „Post-Punk“ zu bezeichnen. Die aufkommende Verwässerung und Weichzeichnung der offensichtlichen (postpunkigen) Siouxsie-, etc.-Einflüsse, die vermehrten Schwelge-Zuckerguß-Ornamente und das Eintauchen in puren watteweichen Wohlklang ist zwar auch nach 1983/1984 noch ein romantikfeuchter ex-Post-Punk New Wave-Traum und bedingt Goth-affin, allerdings wurde die Bedeutung der Cocteau Twins für den schieren Pop um so größer und wichtiger, als der verzweifelte und verkrampfte Halt der Indiegemeinde, die Band noch uneingeschränkt für die eigenen Gefilde zu positionieren, auszurichten vermochte…

    Wie auch immer, stilbildend war die Band für viel Wave-Pop-Schönheit, mitverantwortlich für die ausfransenden Stile „Ethereal Pop“, „Heavenly Voices“ – und wie diese auch immer getauft wurden, aber auch für üblen späteren, unfreiwillig komischen und hippiesken Neo-Goth-Pseudo-Indiemist eine der frühen Inspirationsquellen – ob nun direkt oder indirekt.

    Und ja, die EP „Sunburst and Snowblind“ halte auch ich mittlerweile für das beste Werk der Band.

    Übrigens, angeblich sollen die Cocteau Twins ja eine von Prince‘ Lieblingsbands sein…

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    #1029449  | PERMALINK

    foe

    Registriert seit: 16.11.2007

    Beiträge: 4,687

    Bender RodriguezUm mal eine Lanze für „Garlands“ zu brechen: My favourite Cocteau Twins Album! Und warum? Genau wegen der Drummachine, den Siouxsie-Anleihen und den trübseligen Gitarren. Das war nunmal Musik zur Zeit – aber ziemlich genial…

    Bender, Dein Beitrag hat zwar schon ein paar Tage auf dem Buckel, aber ich übernehme den Staffelstab mal einfach. Auch für mich ist „Garlands“ das beste Cocteau Twins Album. Ja, es ist noch nicht der spätere, viel befeierte eigene Sound, aber was soll das? Das Album hat nicht mal einen auch nur mittelmäßigen Song, „Blood Bitch“, „Wax and Wine“, „But I’m Not“, der Titeltrack, das sind alles Klassiker. Der Sound der Gitarren harmoniert perfekt mit dem Drumsound. Das klingt auch heute noch frisch, wo die meisten Drummachines nur noch sehr bescheiden klingen. Siouxsie Anleihen? Na klar, aber besser als alles was Siouxsie je gemacht hat (ich denke hier wird Bender kollabieren) und ich mag Siouxsie sehr gerne
    .

    Bender RodriguezFakt, die Cocteau Twins wurden von VÖ zu VÖ schwächer und langatmiger. Alben wie „Heaven or Las Vegas“ oder „Four-Calendar Cafe“ habe ich mir überhaupt erst gar nicht mehr zugelegt!…

    „Head Over Heels“ und „Treasure“ fand ich auch noch toll, wenn auch nicht so begeisternd wie das Debut, von daher stimmt Deine These auch hier. Danach kenne ich auch kein Album mehr wirklich, wollte mir aber „Heaven Or Las Vegas“ aufgrund der beständig guten Kritiken immer mal zulegen. Allerdings besitze ich noch die BBC-Sessions Compilation und die 4-CD Box „Lullabies To Violaine“ und die unterstützen die aufgestellte These eigentlich auch.

    Garlands * * * * *
    Head Over Heels * * * * 1/2
    Treasure * * * *

    --

    #1029451  | PERMALINK

    bomberalfi

    Registriert seit: 15.03.2008

    Beiträge: 954

    Heaven Or Las Vegas war mein Album des Jahres. Einzigartig und unübertroffen in seiner Art.

    --

    #1029453  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 5,054

    Schön, mal wieder was von Dir zu lesen, Bender! :-)

    Ja, „Post-Punk“: Vor Punk und dem, was darauf folgte, von P.I.L. bis Siouxsie, wäre nicht so Gitarre gespielt worden. Und „Post-Post-Punk“ wollte ich nicht schreiben…

    Ich finde Heaven or Las Vegas nicht weniger super als die Platten von 1983. Ich habe die Cocteau Twins allerdings erst spät entdeckt, aus anderer Perspektive und nicht chronologisch und bin wohl deshalb nicht wie Du in die Lage gekommen, von ihrer Entwicklung enttäuscht zu werden.

    --

    To Hell with Poverty
    #1029455  | PERMALINK

    bender-rodriguez

    Registriert seit: 07.09.2005

    Beiträge: 4,310

    foe Na klar, aber besser als alles was Siouxsie je gemacht hat (ich denke hier wird Bender kollabieren) und ich mag Siouxsie sehr gerne

    Nun, kollabieren muß ich nicht gerade, aber zumindest heftig widersprechen. Zum einen war die Intention, Raffinesse und (von mir aus) „Message“ von Siouxsie eine weitaus schärfere und bedeutsamere, zum anderen darf man das hochkarätige musikalische (und oftmals auch melodieträchtigere) Potential der Banshees nicht übersehen. Dort wo Liz Fraser ihre Stimme lediglich fast wie ein weiteres (lautmalerisches) Instrument einsetzte und Lyrics und Inhalte zur absoluten Nebensache wurden (ja, allzuviele Cocteau Twins-Songs funktionieren im Grunde eigentlich wie Instrumentals), so waren die Siouxsie-Texte oftmals hintergründige und tiefschürfende Angelegenheiten. Spitzfindigkeiten in Metaphern gehüllt, fiese Bosheiten feinstens durch schillernde kleidsame Worte kaschiert – die Siouxsie-Lyrics einfach eine Schatztruhe an seltsamen und/oder finsteren Abgründig- und Schrulligkeiten. Beispiele? Gerne: „Melt!“, „Nightshift“, „Mittageisen“, „Icon“, „Israel“, „Arabian Knights“, „Hongkong Garden“ – um nur einige zu nennen. Nicht nur aufregend durch die vermittelten Botschaften, sondern auch grandiose Musik mit erhöhtem, tja, nun (fast-)Hitcharakter. Auch wenn Siouxsie & TB im Laufe der 80s zunehmend gefällig wurden und einige Belanglosigkeiten und gar Ausrutscher fabrizierten, so waren sie doch m.E. im Gesamten eine Klasse besser.

    Und, auch @go1: Ich muß meine (eigentlich schon verjährte…) Aussage „Heaven or Las Vegas“ betreffend updaten. Vor einigen Jahren erstand ich sowohl LP als auch CD für das kleine Geld auf Flohmärkten – und das Album konnte sich mittlerweile in meinem persönlichen Cocteau Twins-Ranking auf Platz 3 nach „Sunburst…“ und „Garlands“ verbessern. Markiert dieses Album im Prinzip doch einen Fortschritt und eine erfrischende neue melodische Gangart in der Bandhistorie. Und nicht nur dies, auch Liz Frasers Stimme wirkt auf diesem Album besser und transparenter.
    „Four Calendar Cafe“ besitze ich allerdings nach wie vor nicht…

    --

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    #1029457  | PERMALINK

    foe

    Registriert seit: 16.11.2007

    Beiträge: 4,687

    Ja Bender, alles richtig.
    Meine Aussage war nicht auf das Gesamtkonzept bzw. die historische Bedeutung der beiden Bands gemünzt. Auch für mich waren und sind Siouxsie & The Banshees in ihrer Gesamtheit die bedeutsamere Band. Sie haben einige Klassiker in ihrem Repertoire, aber so ein (fast) perfektes Album wie „Garlands“ ist ihnen einfach nicht gelungen. Merke, hier geht es um Nuancen. Statt der zugegebenermaßen provokanten Aussage, hätte ich das natürlich pointierter herausarbeiten können. Das hätte allerdings weniger Spaß gemacht und Deine Reflexe nicht herausgefordert. Vereinfacht ausgedrückt steht „Garlands“ in meiner persönlichen Bestenliste einfach ein Stück weiter über den beiden Siouxsie-Klassikern „JuJu“ und „Kaleidoscope“.

    --

    #1029459  | PERMALINK

    bender-rodriguez

    Registriert seit: 07.09.2005

    Beiträge: 4,310

    foe Vereinfacht ausgedrückt steht „Garlands“ in meiner persönlichen Bestenliste einfach ein Stück weiter über den beiden Siouxsie-Klassikern „JuJu“ und „Kaleidoscope“.

    Dies sei Dir auch ungenommen. Jedem steht natürlich seine persönliche „Alben-Top 100“, etc. frei. Wäre ja auch furchtbar, wenn wir alle „Sgt. Pepper“ auf No. 1 hätten…

    Jedoch habe ich bei einer Bewertung eines Albums auch immer ein wenig die Bedeutung und den Einfluss auf die gesamte Musikhistorie auf dem Schirm, was z.B. darin mündet, daß meine allgemeine Herangehensweise an Musik, bzw. das weitere Erforschen und Suchen nach Überschneidungen oder Zusammenhängen von einem Siouxsie-Album wie „The Scream“, das bei weitem kein *****-Sterner ist weitaus intensiver geprägt wurde, als wenn ich als Ausgangspunkt „Garlands“ (welches ***** von mir einheimst) gewählt hätte. Kurz, „The Scream“ nimmt einen höheren Stellenwert in meiner Wahrnehmung ein als „Garlands“, obwohl ich letzteres als musikalisch besser empfinde. Ein wenig kompliziert, ja sicher – aber so vermeide ich für mich gesehen manche Schieflage.

    --

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