Chelsea Williams

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  • #10597172  | PERMALINK

    santander

    Registriert seit: 22.09.2005

    Beiträge: 1,434

    Es scheint noch keinen Thread über Chelsea Williams zu geben, die eine der interessantesten Neuentdeckungen der gegenwärtigen Musikszene in Amerika ist. Ich weiß allerdings nicht, ob die Suchfunktion des Forums wieder zuverlässig funktioniert. Wie dem auch sei: Die Interpretin scheint mir ohnehin noch zu den „Geheimtipps“ zu gehören.

    Chelsea Williams ist in Los Angeles aufgewachsen und hat viele Jahre hindurch Straßenmusik gemacht. Auf der Third Street Promenade von Santa Monica soll sie eine bekannte Erscheinung gewesen sein, und zwar aufgrund ihrer hochkarätigen Performances. In dieser Zeit entstanden mehrere hörenswerte Songsammlungen auf CD, die im Homerecording-Verfahren erstellt wurden und von denen sie über 100.000 Stück verkaufte. Diese Aufnahmen lassen sich auch bei den großen Streaming-Diensten abrufen. Heute tourt sie durch die Clubs in Amerika und erfreut eine wachsende Schar von Musikliebhabern. 2017 hat sie mit „Boomerang“ ein exzellentes „offizielles“ Debütalbum vorgelegt, das bei mir mittlerweile die 5-Sterne-Ebene berührt und das ich Euch sehr ans Herz legen möchte (ja, es gibt auch Vinyl).

    Als Vorbilder nennt Chelsea Williams in einem Interview unter anderem Joni Mitchell und Sheryl Crow. Nun ja. Man höre ihre Aufnahmen und entscheide dann, ob sie nicht schon lange über mindestens eines dieser Vorbilder hinausgewachsen ist – und es dürfte klar sein, wen ich damit meine. Manche Aufnahmen erinnern mich nicht zuletzt an Neko Case, nur setzt sie ihre Stimme viel moderater ein als diese und trägt nicht so dick auf (nichts für ungut, ich mag Neko Case trotzdem sehr). Überhaupt ihre Stimme: Ich war wirklich beglückt, seit langem wieder solche reinen Töne zu hören.

    Mit Lucinda Williams ist sie übrigens weder verwandt noch verschwägert (könnte man ja annehmen).

    Ich hoffe sehr, dass man noch viel von ihr hören wird, auch hier in Europa:

    Chelsea Williams – Lonely Girl (Album: Boomerang | Label: Blue Élan Records | 2017)

    Chelsea Williams – Fool’s Gold (Album: Boomerang | Label: Blue Élan Records | 2017)

    Chelsea Williams – Six Bottles of Wine (EP: Little Halo – Demo Sessions | 2017)

    Homepage: http://www.chelseawilliams.com
    Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCM3YNhu6NahDaEk2LmNLFqA

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    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #10599092  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 3,664

    Beim ersten Hören jetzt kommen mir die beiden Albumtracks recht aufwendig produziert vor; jedenfalls ist da einiges geschichtet worden im Studio. Dabei zeigt die Demo-Version, dass ihre Stimme, ihre Gitarre und ein Loop im Prinzip schon reichen (an Neko Case erinnert sie mich übrigens kaum). Ich werde mir Boomerang bei Gelegenheit noch anhören, aber erstmal will ich mich ihr über Live-Clips nähern. Sie war ja schon bei Audiotree, mit zwei Gitarren, einer Mundharmonika und vielen Pedalen (unter anderem für das Live-Looping), und dieser Auftritt hat mir gefallen (vor allem die ersten beiden Songs sind stark, „Outside Looking In“ und „Fool’s Gold“ – wobei „Fool’s Gold“ auch in der Studioversion gut rüberkommt). Auch das Interview war ganz interessant: Interscope hatte versucht, sie in eine modische Pop-R&B-Richtung zu schubsen; bei Blue Élan Records dagegen kann sie machen, was sie will.

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    To Hell with Poverty
    #10599496  | PERMALINK

    santander

    Registriert seit: 22.09.2005

    Beiträge: 1,434

    Ja, das Album ist ziemlich aufwendig produziert worden, aber zum Glück in keiner Weise übertrieben. Gefällt mir ausgesprochen gut, jeder einzelne Track. „Lonely Girl“ zum Beispiel hätte als Single groß herauskommen müssen (wenn es nach mir ginge). Soweit ich sie gehört habe, sagen mir die Live-Einspielungen auf Youtube und die früheren Sachen aber auch sehr zu. Und die Live-Session bei Audiotree ist natürlich klasse! „The Sheriffs of Schroedingham“ nennen sich ihre beiden Begleitmusiker. Der Mann mit der Mundharmonika ganz links heißt Ross Garren; er hat das Album „Boomerang“ auch produziert. Der Neko-Case-Vergleich passt nicht zu den Live-Clips, auch da gebe ich Dir recht. Die Assoziation kam mir vor allem aufgrund einiger Tracks auf „Boomerang“. Chelsea Williams nennt an anderer Stelle auch noch weitere Quellen und Vorbilder, diverse Americana, Folk- und Country-Einflüsse, u.a. auch Patsy Cline als Sängerin. In einem Titel der früheren Songsammlung „Decoration Aisle“ (2008) singt sie, dass sie gerne June Carter und Joan Baez wäre. Natürlich ist das nur eine poetische Phantasie. Aber man merkt schon, woher ihre ursprünglichen Inspirationen stammen und wohin die Reise letztlich gehen soll.

    Da ich sie auch noch nicht lange kenne, musste ich nähere Informationen erst einmal nachrecherchieren. Zunächst geht es mir nur darum, dass sie hier im Forum überhaupt zur Kenntnis genommen wird, zumal „Boomerang“ ja schon 2017 produziert wurde und die anderen Aufnahmen bis ins Jahr 2006 zurückreichen. Ihre Diskographie mag zunächst etwas verwirrend anmuten. „Boomerang“ wird überwiegend als Debütalbum bezeichnet, auch im amerikanischen „Rolling Stone“; ihre älteren, noch von ihr selbst produzierten Songsammlungen aus der Zeit, als sie auf der Straße spielte, sind jedoch ebenfalls hörenswert, vor allem das erste Album „Chelsea Williams“ (2006, Tipps: „Undecided“, „Ashes“ u.a.), aber auch das 7-Track-Album „Decoration Aisle“ (2008). Ich werde mich noch weiter durchhören.

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    #10606181  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 3,664

    Neues Video: „Dreamcatcher (Road to Marfa Mix)“ (Regie: Jonathan Pears)

    Kommt mit der Storyline: „Dreamcatcher“ tells the story of a young woman who rejects the artifice of a corporate music machine and reunites with her authentic self in a journey across the high desert with her well-worn Martin guitar.

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    To Hell with Poverty
    #10631127  | PERMALINK

    santander

    Registriert seit: 22.09.2005

    Beiträge: 1,434

    Danke für die Verlinkung von „Dreamcatcher“, Go1! Und hier noch eine schöne Demonstration der weiter oben von Dir erwähnten Live-Looping-Technik (mit einer – wie sie selber angibt – Boss RC-30 Loop Station):

    Chelsea Williams – Follow Me Too (2017)

     

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