Beyoncé – Renaissance (29.07.2022)

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  • #11851923  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 24,549

    Nachdem nun langsam der Eindruck entstehen könnte, die Verwaltung der musikalischen Vergangenheit hätte hier die Oberhand: nun die erste Neuvorstellung eines Albums nach langer Zeit. Das neue Beyoncé Album „Renaissance“ ist aufgeschlagen, in aller Munde der Musikpresse, hier noch kaum bemerkt. Kann ich verstehen, ich habe ein paar Anläufe gebraucht, weil mich diese überschwengliche Würdigung des Dancefloors zuerst ganz schön überfordert hat. Trotz der sehr langen Pause nach „Lemonade“ hatte ich trotz der erstern Single „Break My Soul“ durchaus einige Dancetracks erwartet. Aber dass „Renaissance“ von Anfang bis Ende keine Gefangenen macht und gar keine Zeit zum luftholen lässt, war dann doch etwas überraschend.

    Nach ein paar Durchläufen begann dann aber jeder Tag mit dem Verlangen des Wiederhörens und weiteren Entdecken einzelner Tracks. Die rhytmische Spannweite lässt keinen moderne Dancepopstil aus, von Disco über Housestyles, Afrobeat bis zum Elektropop, hören sich die Auflistungen der Stile an, als wollte Beyoncè einmal in über 60 Minuten austesten, wieviel Lebenslust, Agressivitat aber auch Humor man in 62 Minuten Groovemonster reinpacken kann.

    Produktionstechnisch ist das Album nach ein paar Durchläufen noch gar nicht zu erfassen. Da flirren und pulsieren in jedem Stück derart viele Backgroundsounds, elektronische Effekte und rhythmischen Feinheiten, dass es einfach seine Zeit dauert bis man das alles bewusst erfassen kann. Manche Anspielungen sind natürlich in the face, wie „Summer Renaissance“, die Hommage an „I feel love“ und Lady GaGa „Applause“. Die Würdingung der mitreißenden Backgroundvocals kam bei mir erst nachdem ich das Gros der Stücke oberflächlich erfassen konnte. Der einzige Vorwurf den man „Renaissance“ machen könnte ist, dass es einem keine Verschnaufspause gewährt. Aber das war wohl auch das Ziel der Künstlerin, bis zum letzten Schweißtropfen.

    Highlights momentan die fast schon Yelloartigen „Pure/Honey“ & „Thique“, „Plastic Off The Sofa“ und „Virgo’s Groove“.

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    “It's much harder to be a liberal than a conservative. Why? Because it is easier to give someone the finger than a helping hand.” — Mike Royko
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    #11852297  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 79,508

    Danke für die ersten Eindrücke! Das deckt sich mit den Reviews, die ich gehört habe. Ist natürlich vorgemerkt, aber irgendwie hatte ich noch nicht die Muße für das volle Dancefloor-Brett.

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    #11852325  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 24,549

    @herr-rossi: völlig verständlich, dass man sich erst selbst ein bischen in Stimmung bringen sollte. Nach 2 unfruchtbaren Anläufen, bin ich beim dritten Check des Albums zumindest mal in 5 -6 Titel recht gut reingekommen, hab dann wieder ein paar Tage Pause gemacht, bis unerwartet die eine oder andere Melodie sich in meinem Kopf selbständig gemacht hat und ich dann beim vierten Anlauf  sehr begeistert das Album Titel für Titel erforschen konnte. Momentan läuft es täglich und macht enormen Spaß.

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    #11854711  | PERMALINK

    slow-train

    Registriert seit: 25.09.2008

    Beiträge: 2,083

    Super, dass du das Album hier vorstellst @krautahaus. Das „Renaissance“ einem keine Verschnaufpause gönnt und Dance Track in Dance Track übergehen lässt, macht es wirklich zu einem ganz schönen Brett. Aber wie eigentlich immer bei Queen B im letzten Jahrzehnt wird man umso mehr belohnt. Allein solche Sachen wie, dass sie auf Alien Superstar Right Set Fred mit der Schwarzen Theatermacherin Barbara Ann Teer in Dialog setzt, sind für mich aber Grund genug, hier wieder tiefer einzusteigen. Da freue ich mich schon auf die nächsten Wochen, wenn ich auch privat dafür mehr Zeit haben sollte.

    Neben dem konsequenten Dance Vibe, begeistert mich einmal mehr Beyoncé als Rapperin, die sich von Platte zu Platte mehr präsentiert. Ich hätte kein Problem damit, sie auch mal für ein ganze Album nur rappen zu hören. Musikalisch bedient sie sich ja, wie schon auf Lemonade, wieder einer ganzen Traditionslinie hauptsächlich Schwarzer Dance-Musik. Vom „Church Girl“ zum „Alien Superstar“ ist da alles dabei – Sicherlich ist es da auch kein Zufall, dass auf „Move“ mit Grace Jones und Tems dann insgesamt drei Generationen Girlboss am Start sind.  Klar, Beyoncé ist da die selbsternannte Königin, die von Beginn des Albums an auch textlich keine Zweifel daran lässt, wer der größte Star des Planeten ist.  Glücklicherweise klingt der Rückgriff auf die Traditionen wieder einmal gar nicht abgehangen, im Gegenteil selbst ein Track wie „Plastic Off The Sofa“, den sie auch schon zu Zeiten von Destiny’s Child hätte aufnehmen können, bleibt frisch und gegenwärtig.

    Nach einer ersten spontanen Überforderung entwickle ich immer mehr Freude an dem Album. Deinen Highlights würde ich mich anschließen. Besonders Virgo’s Groove schließt sich mir immer mehr ins Herz , vielleicht auch weil er ein wenig weniger in-your-face als andere Tracks ist, dafür aber auch eine Art Herzstück des Albums.

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    #11855745  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 24,549

    slow-train…Neben dem konsequenten Dance Vibe, begeistert mich einmal mehr Beyoncé als Rapperin, die sich von Platte zu Platte mehr präsentiert. Ich hätte kein Problem damit, sie auch mal für ein ganze Album nur rappen zu hören. Musikalisch bedient sie sich ja, wie schon auf Lemonade, wieder einer ganzen Traditionslinie hauptsächlich Schwarzer Dance-Musik. Vom „Church Girl“ zum „Alien Superstar“ ist da alles dabei – Sicherlich ist es da auch kein Zufall, dass auf „Move“ mit Grace Jones und Tems dann insgesamt drei Generationen Girlboss am Start sind. Klar, Beyoncé ist da die selbsternannte Königin, die von Beginn des Albums an auch textlich keine Zweifel daran lässt, wer der größte Star des Planeten ist. Glücklicherweise klingt der Rückgriff auf die Traditionen wieder einmal gar nicht abgehangen, im Gegenteil selbst ein Track wie „Plastic Off The Sofa“, den sie auch schon zu Zeiten von Destiny’s Child hätte aufnehmen können, bleibt frisch und gegenwärtig. Nach einer ersten spontanen Überforderung entwickle ich immer mehr Freude an dem Album. Deinen Highlights würde ich mich anschließen. Besonders Virgo’s Groove schließt sich mir immer mehr ins Herz , vielleicht auch weil er ein wenig weniger in-your-face als andere Tracks ist, dafür aber auch eine Art Herzstück des Albums.

    Absolut, @slow-train und weil ich gerade mal wieder „Thique“ höre: wunderbar wie das Stück nicht nur ständig den Rhythmus verändert, sondern wie es in der Mitte beim Übergang vom Rap in den Gesang übergeht und der Synth im Hintergrund die Harmonien vorgibt. Ich glaube die Beyoncé Fans werden hier die nächsten Monate noch einiges für sich entdecken.

    Zu den Lyrics selbst, da mag ich vielleicht etwas zu viel hinein interpretieren oder auch nicht aber: durch das ganze Album zieht sich Beyonce´s Vorstellung von Lebensfreude und (im Gegensatz zu Lemonade) ihre extrovertierte witzige Art all das in ständige humorvolle unverblümte sexuelle Anspielungen zu verpacken. Ich glaube aber (und das ist nur meine Vermutung) dass sie das gar nicht so für sich selbst getan hat, sondern für all ihre Hörer, die sich beim abfeiern der Stücke in diesen Texten wiederfinden und so auch auf sich selbst beziehen.

    Bei so Stücken wie „Thique“ höre ich als Yello Möger einige Paralellen, dass ich mich schon Frage ob die Schweizer nicht auch Einfluss auf ihre Ideen zu „Renaissance“ hatten.

     

     

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