Who’s Gladys Thompson, anyway? (Auf der Suche nach Chuck Thompson, Jazz-Drummer)

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  • #11387781  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

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    Puh, krass, vielen Dank! Muss mir mal Gedanken machen, wie man diese Informationen gezielt verwenden kann, um noch ein bisschen was zu „gewinnen“… Also: die erste Session haben wir jetzt mE halbwegs genau datiert – mehr wird da nicht mehr drin sein, vor Ende August 1947 wird sie nicht gewesen sein, Anfang Dezember waren die Ergebnisse da – bleiben September, Oktober und November… jetzt koennte man in der Tat anfangen, die zweite und dritte Session genauer zu datieren – irgendwann vor Oktober 1948 fand sie statt, letzte verwendete Nummer ist die A1692, Gug Mug, die spaetestens im November 48 auf Manor 1138 herauskam… dass Manor die Platten schoen in der Reihenfolge 1138, 1139,… auf den Markt brachten, wagt man eher nicht zu hoffen… aber dass sie bei den Nummern A1692, A1693… konsequent waren, dann schon eher… Wann war die erste Veroeffentlichung von irgendwas mit Nummer hoeher als A1292? Und was bedeuten die Buchstaben? also, das A – gefuehlt laufen die Nummern auch ohne diese Buchstaben halbwegs durch…

    eins fand ich eben noch, aus dem „Daily Tar Heel“, einer Studentenzeitung aus North Carolina, vom 7 Maerz 1948

    wuerd ich nicht ueberbewerten aber eroeffnet wenigstens die Moeglichkeit, dass Bradford/Hashim im Januar kurz zu Hause war, und dann fuer die Tour wieder zurueck bei der Band (Russell Green war wohl auch schon weggewesen und kam dann fuer die Tour 1948 nochmal wieder)

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    #11387801  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

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    Ich hab keine klare Möglichkeit gefunden, da was zu erkennen … ist ja auch oft genug, dass Nummern einfach übersprungen werden oder eben: überhaupt nicht in der Reihenfolge erscheinen. Das Kompilieren war aber halt auch nötig, bloss um zu der Erkenntnis zu gelangen (ich hab das ja leider nur als PDF pro Buchstabe, nicht in suchbarer Datenbank-Version, dazu müsste ich wohl sowas wie einen Windows-NT-Rechnern finden, und dann auch noch die CD-Rom, von der ich einfach die PDFs kopierte, weil das ging … ist ja oft genug sehr praktisch, aber suchen wäre noch etwas besser … wobei diese [as before]-Sessions z.B. bei Sideman-Suchen natürlich nicht auftauchen, gleiches Problem wie in der alten Lord-Version, die ich auf einem meiner alten Rechner noch nutzen kann – aber da Bruyninckx ja eh eine von Lords Quellen war, soweit ich weiss, guck ich lieber gleich dort).

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    #11387903  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 11,590

    ist schon alles ziemlich kurios mit den Aufnahmen, und wie sie dann doch noch irgendwann nach draussen fanden… sind Midriff, Gug Mug und Grazing das selbe Stueck? Dieselbe Aufnahme? es gibt ja auch diese vier extra Tracks, die irgendwie nach draussen fanden, Track 15-18 auf der Classics CD, die urspruenglich zuerst auf der Perception LP waren… Bruyninckx fasst die mit unter die Manor-Aufnahmen, aber ob das stimmt… zum Thema „Plattendeal mit Manor“ hab ich generell fast nichts gefunden… auf jeden Fall ist es interessant, die Aktivitaeten und Lineups des Labels so auf einem Haufen zu sehen – auch wenn es natuerlich nur eine Seite ist, die in Bruyninckx erfasst ist, Manor-Werbung aus der Zeit dreht sich zB oft um das Polka-PinUp…

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    #11387913  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,461

    Vor ein paar Tagen hatte ich angedeutet, dass ich Bradford/Hashim auf „Teardrops“ vermute. Die Session war für King Records (mxK5673 King #4299), Joe Thomas and his Orchestra steht da, „Personnel unknown“ und Probably NYC, early 1949. Am 21. Mai 1949 hatte Joe Thomas wohl wieder eine Aufnahmesession für King. Kleinere Band mit Ben Kynard (as, bars), Duvivier (b), Joe Marshall (dr) und ein paar anderen Leuten. Noch mehr Informationen habe ich vorerst nicht…werde mir die Sachen aber bald wieder anhören. Von mir aus muss das Rätsel nicht sofort gelöst werden, also ganz entspannt und vielleicht zwischendurch mal Pausen machen.

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    #11387955  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Sorry @thelonica, das hatte ich bisher übersehen, ich habe die CD oben, und die hat für die zweite Session (die erste ist die vom August 1945 mit Bradford aus L.A., die auf Melodisc erschien, dann springt die CD ins Jahr 1949, zu dieser Session und dann zu den folgenden von Thomas, die auf der LP auch zu finden sind) folgende Angaben:

    Todd Rhodes and His Orchestra: Howard Thompson (t), Holley Dismukes (as), Joe Thomas (ts), Louis Barnett (ts), George Favors (bari), Todd Rhodes (p), Joe Williams (b), Huestell Tally (d). Cincinnati, January 25, 1949

    (Den Tippfehler, dass bei Thomas und Barnett (tpt) steht, habe ich stillschweigend korrigiert.)

    Wirklich gesichert ist das jedoch absolut nicht. Ein Blick unter Rhodes in Bruyninckx zeigt: dieses Line-Up, aber ohne Thomas (!), wird für die erste Rhodes-Session vom Juli 1947 angegeben, die auf Vitacoustic, Sensation und King erschien – bei Bruyninckx werden die Singles in der Reihenfolge angegeben, keine Ahnung, ob die Chronologie so stimmt). Für die drei folgenden Sessions vom Herbst 1947 wird dann noch Louis Sanders (voc) ergänzt, für die 1949er King-Session steht „same or similar pers“ (was ja auch erklären könnte, weswegen Thomas davor nicht stand: weil er halt nicht dabei war). Die CD enthält von der Session aber nur „Page Boy Shuffle“ (Master B7094 (K5672), komponiert von „Glover“) und „Teardrops“ (B7095 (K5673), komponiert von „Biggs“ – also wie auf der King-Platte). Bei der Session entstanden gemäss Bruyninckx vier weitere Stücke: Pot Likker (Master B7096 (K5671)), Red Boy at the Mardi Gras (B7097 (K5676)), Midnight Session (B7098) und Moonlight Blues (B7099 – die letzten zwei haben keine K-Nummer in Klammern und wurden gemäss Bruyninckx nur auf Sensation veröffentlicht, nicht auch noch von King übernommen – bei Übernahme neue Master-Nummern zuweisen ist aber eh eine depperte Praxis, kam aber soweit ich weiss auch anderswo vor).

    Also: das ist jedenfalls keine Thomas-Session sondern ein Drittel einer Rhodes-Session, bei der Thomas wohl der Solist ist (ich wage kein definitives Urteil, kenne Louis Barnett nicht und habe Thomas gerade auch nicht gut im Ohr, aber er wird es schon sein!). Ob das Alt nun Bradford ist oder nicht, dazu habe ich momentan überhaupt keine Meinung (weil ich noch nie bewusst Bradford gehört habe – die Lunceford 1948-49-CD liegt aber auch bereit) – aber wegen der drei Tenor-Schnörkel am Ende den Track als von Thomas zu veröffentlichten finde ich auch etwas gesucht (aber klar, bei King müsste Thomas nicht mal mitgespielt haben, damit die das als Thomas-Platte raushauen ;-) )

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    #11387971  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

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    na guck, am Ende ist doch alles relevant… irgendwo oben im Thread hatte ich mich mal beklagt, dass Chuck Thompson nicht einen markanteren Namen wie Halley Dismukes hat… und tatsaechlich ist Halley [er heisst nach dem Kometen] Dismukes ein ziemlich guter Altist, den man nur bei Rhodes hoeren kann… Evensmo hat seine Sachen gesammelt (und Teardrops mit reingenommen)… hoere auch gerade diese Thomas Aufnahmen ohne Lunceford… sehr schoen!

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    #11387975  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

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    redbeansandriceist schon alles ziemlich kurios mit den Aufnahmen, und wie sie dann doch noch irgendwann nach draussen fanden… sind Midriff, Gug Mug und Grazing das selbe Stueck? Dieselbe Aufnahme? es gibt ja auch diese vier extra Tracks, die irgendwie nach draussen fanden, Track 15-18 auf der Classics CD, die urspruenglich zuerst auf der Perception LP waren… Bruyninckx fasst die mit unter die Manor-Aufnahmen, aber ob das stimmt… zum Thema „Plattendeal mit Manor“ hab ich generell fast nichts gefunden… auf jeden Fall ist es interessant, die Aktivitaeten und Lineups des Labels so auf einem Haufen zu sehen – auch wenn es natuerlich nur eine Seite ist, die in Bruyninckx erfasst ist, Manor-Werbung aus der Zeit dreht sich zB oft um das Polka-PinUp…

    Das letzten Stück der Perception-Session ist eine Ballade … die anderen könnten vielleicht weit entfernte Varianten auf einer ähnlichen Grundlage sein – also, ich glaube nein. „The Worm“ ist instrumental, „My Baby and Me“ und „That’s the Way You Fall in Love“ mit Gesang, gemäss dem Line-Up der CD singt im ersten Thomas, im zweiten ein „FB“, die Initialen passen aber zu niemand im Line-Up (gemäss Bruyninckx ist es Freddie Bryant). Ich hab das jetzt nur ganz rasch angespielt – und so richtig gut finde ich das auch wirklich nicht, ein müder Schatten der alten Lunceford-Band (die da ja schon fast ein Jahrzehnt zurück lag, die Band fiel ja schon unter Lunceford in halbe Apathie).

    Ach so: noch eine mögliche Unstimmigkeit bei Classics: neben Thomas wird für die Session davor (gleiches Line-Up) Todd Rhodes oder Slim Harrison als zweiter Tenorsaxer geführt. War der Saxer und Pianist? Bei Bruyninckx (wo die spätesten zwei Sessions der Classics-CD andersrum geführt werden, als die mit „Jackie“, „Arleen“ und „Gug Mug“ als letzte, danach folgen noch zwei Tracks unter der Überschrift „A Tribute to Jimmie Lucneford and His Orchestra“, unknown personnel, Los Angeles 1942, mit Fragezeichen dahinter) steht Lee Howard als zweiter Tenorsaxer für die Session mit „Ooh! That’s What I Like“, „Fatigue“ etc. und für die auf der Perception-LP. Weil bei Classics die Reihenfolge andersrum ist und „same“ steht, ist dann auch das Line-Up anders … hmm.

    Dass Manor so breit aufgestellt war, war mir im Vorfeld überhaupt nicht bewusst – also auch die ganzen Spirital-Sachen nicht, die bei Bruyninckx ja noch auftauchen …

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    #11387991  | PERMALINK

    redbeansandrice

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    Bei Bruyninckx hat die Session ja fuenf Tracks

    New York, summer 1949
    The worm Perception PLP35
    My baby and me (jt vcl) –
    That’s the way you fall in love (fb vcl) –
    The magic of you –
    Grazin‘ –

    und irgendwo (Classics?) stand, dass Grazin und Gug Mug dasselbe sind – brauechte man die Perception LP um das rauszukriegen… und Midriff und Gug Mug sind eindeutig sehr aehnliche (oder identische) Versionen des gleichen Stuecks. Todd Rhodes als Tenorist scheint mir Quatsch zu sein, also, ich weiss nicht viel ueber ihn – aber in Anbetracht der Tatsache, dass das ganze Lineup Quatsch ist… man fragt sich ohnehin, wo das Lineup herkommt, wahrscheinlich eine Auflistung in Downbeat? Aber gemeinsame Auftritte gab es nach Ende 1948 ja micht mehr – weswegen diese lineups unabhaengig davon, was auf der Platte zu hoeren ist, ein bisschen ausgedacht sein muessen… Wahrscheinlich stand Rhodes irgendwo als Pianist im Lineup, oder ohne Instrument, in einer spaeteren Thomas Band, und dann hat wer von Hand Wilcox ergaenzt und ein neues Instrument fuer Rhodes gesucht… zumindest fuer die ersten 14 Tracks bin ich mir fast sicher, dass es ungefaehr das Lineup ist, was man auf den Fotos von 1947 sieht, deutlich naeher an der letzten Lunceford Band als was bei Classics und Musidisc steht, und dass die Sessions in die letzten Wochen von 1947 fallen…

    hab mir gerade die erste Todd Rhodes Classics CD eingeschaltet, irgendwann hab ich die mal oefter gehoert, die sind voellig unbekannt und ziemlich schoen

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    #11388033  | PERMALINK

    thelonica

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    Danke für die Posts! Alles klar, die Complete Recordings auf Blue Moon hatte ich mir schon angeschaut, weil  „Don’t Blame Me“ sehr gefallen hat. Die meisten Tracks davon kenne ich schon etwas. Neben der Buddy Banks CD einer der interessanteren Comps im Moment – behalte ich mal im Blick.

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    #11388355  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Welche Banks-Compilation meinst Du? Gibt es eine neue? Die auf Fresh Sound bzw. Blue Moon ist ja vergriffen:
    https://www.freshsoundrecords.com/buddy-banks-albums/552-the-complete-recordings-1945-1949.html

    Die Thomas ist auch vergriffen:
    https://www.freshsoundrecords.com/joe-thomas-albums/343-the-complete-recordings-1945-1950.html
    Es gibt da aber noch eine kleine Fortsetzung, weil auf der CD nicht für alles Platz gefunden wurde – die kriegt man noch und ich hab sie auf dem Zettel:
    https://www.freshsoundrecords.com/eddie-chamblee-julian-dash-joe-thomas-albums/344-the-complete-recordings-1953-1954-1954-1955-1951-1952.html
    Die Bands um Eddie Chamblee sind interessant (John Young, Jack Wilson, Leo Blevins); von Julian Dash kenne ich nicht viel, aber das wenige mag ich … und dann nochmal Thomas (1951/52), auch was mit LaVern Baker am Klavier? Infos von Blue Moon sind ja eher noch weniger vertrauenserweckend als bei Classics hätte ich jetzt gesagt.

    Was die Lunceford (Wilcox/Thomas)-Session angeht, die auf Perception erschien: bei Classics sind es vier Tracks, und ja, bei „Gug Mug“ (von der anderen Session, in diesem Fall auf Manor 1138 erschienen) steht in Klammern in der Tracklist (aber nicht in der Diskographie!) „Grazing“ dazu. Dass Bruyninckx ohne Erläuterung schreibt, die ganze Session (fünf Tracks) sei auf Classics 1151 mag Unvorsicht sein, oder auch ein Hinweis, dass er die Annahme teilt – schwer zu sagen. In den Liner Notes der CD steht dazu auch nichts … aber das auf „Jackie“ sei Omer Simeon steht (und ich nehme mal an, das stünde nicht, wenn Anatol Schenker – der ja bei allen Classics die Liner Notes schrieb, nicht tatsächlich dieser Meinung gewesen war, bzw. jemand aus seinem Netzwerk, das muss es ja gegeben haben, wäre ja kein Job, den einer allein schafft, fast 1000 CDs in 20 Jahren oder so – in der R&B-Reihe gab’s nochmal knapp 200, aber das war nicht auch noch Schenkers Job, wenigstens bei den beiden, die ich gerade anschaute, ist es wer anders).

    Die vier Tracks habe ich gerade nochmal angehört – kann schon sein, dass das derselbe ist (um genau zu vergleichen müsste ich rippen, das ist mir die Mühe nicht wert, pardon) … aber darin liegt ja auch die Tragik des Lunceford, dass das alles furchtbar generisch ist … und ohne die anderen Solisten ist halt auch Thomas allein nicht immer genug, um das zu reissen. Ob das in „Magic of You“ nun Simeon oder Curby Alexander (gemäss Bruyninckx/Classics der andere Altsaxer) oder doch Bradford/Hashim – keine Ahnung. Das ist die Art – ebenfalls eher generischen – Altsax-Solos, das gerne auch der Lead-Altsaxer blies, der sonst nicht solistisch glänzte (Earl Warren oder Marshall Royal bei Basie, dessen Musik ja irgendwie mit dem Niedergang von Lunceford zu tun hatte … Lucnefords Rhythmen waren anspruchsvoller, die Band enorm viel tighter – und da war es halt keine gute Idee, auf einfache Musik à la Basie umzusatteln, die dann noch schludrig eingespielt wurde, zumindest in dieser letzten Phase der Band).

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    #11388599  | PERMALINK

    thelonica

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    LaVern Barker müsste doch der Bassist sein. Ich meine die vergriffenen Comps und Buddy Banks auf Blue Moon habe ich schon gehört. Bei der Wilcox/Thomas Band denke ich auch, dass die nicht viel Zeit hatten, das viel Verantwortung auf den Schultern von Wilcox lag. Die Bezahlung der Musiker…da weiß ich nicht, wer das in die Hand genommen hat. Ich schätze, dass es einigermassen fair verlaufen ist, aber am Ende halt doch überhaupt nicht gereicht hat. Bei der Wilcox/Thomas Band höre ich schon noch sehr viel Potential (Omer Simeon und Trompeter…), aber es ist klar, dass das mit dem großen Namen Lunceford nicht gut funktionieren würde (möglich wäre, dass Wilcox das früh erkannt hat). Redbeansandrice weiß womöglich mehr in der Sache. Nimm dir ruhig etwas Zeit für einige Stücke irgendwann, aber Du musst keine Tracks rippen deswegen.

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    #11388657  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Ich hatte gedacht, das sei die gleichnamige Sängerin … der Bassist ist wohl LaVerne Baker, die Sängerin LaVern Baker? Verwirrend … Buddy Banks ist für mich ja auch der gleichnamige Bassist ;-)

    Die Session hörte ich vorhin zweimal und fand das am Ende ziemlich ernüchternd … der ganze tighte Pep der alten Lunceford-Band kam ja schon in den frühen Vierzigern abhanden, mit dem Potential (das damals weiterhin riesig war, weil die frühen Ersatzleute iherseits meist erstklassig waren!) hat das nichts zu tun. Das Scheitern war wohl eine Mischung aus „auf zwischenmenschlicher Ebene“ (also der Zusammenhalt der Band, der ja auch eine Fiktion sein kann, die nur auf der Bühne zu tragen kam, dazu weiss ich auch zuwenig) und „künstlerische Ausrichtung“ (eben u.a. der Versuch, auf Basie zu reagieren, der ja Ende der Dreissiger, kurz bevor bei Lunceford die Band federn lassen musste, künstlerisch auf dem Zenit stand.

    Hören im Player am Rechner (drum rips, ich streame ja nicht), wo zwischen den Stücken einfach hin und hergeswitcht werden kann, um zu vergleichen (0:20 im ersten Track und dann zu 0:35 beim nächsten, um z.B. ein Motiv zu vergleichen) geht halt mit dem CD-Player nicht, erst recht nicht, wenn’s drei oder vier Tracks sind, zwischen denen hin- und hergesprungen werden müsste – ich nehme da einfach redbeans‘ Wort und bleibe dabei, dass das so gleichförmig klingt, dass ich keine Einwände habe ;-). Wie gesagt, das ist mir jetzt musikalisch auch zu wenig bedeutsam, als dass ich das machen werde, obendrein muss ich mich dringend hinter die nächste StoneFM-Sendung klemmen und habe dieses Wochenende keine Zeit für solche zeitraubenden Abschweifungen.

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    #11389401  | PERMALINK

    redbeansandrice

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    wg Teardrop, Thomas und Rhodes… das ist jetzt doch auf den zweiten Blick etwas kniffliger: ich hab die Rhodes Session (also: alles was auf der Rhodes Classics CD angeblich vom 25 Januar 1949 ist) ein paar Mal angehoert, sechs starke Tracks… gehoert Teardrops wirklich dazu? vom Lineup her koennte das schon sein, auch wenn die Rhodes Tracks irgendwie mehr Biss haben… der Sound ist generell um drei Saxophonisten aufgebaut, einen Trompeter gibt es aber auch
    Midnight Session:

    Teardrops:

    Page Boy Shuffle: (in der Tat mit schoenem Tenor, das durchaus von Thomas sein kann… aber ueberhaupt nicht muss)

    Red Boy at the Mardi Gras: (hier kann man in der zweiten Haelfte Rhodes Altisten Hallie Dismukes schoen hoeren)

    kurioserweise war Page boy Shuffle b/w Teardropsdas ein ziemlicher Hit fuer Thomas, aber hoeren tut man Tenorsaxophon auf Teardrops mE nur in den letzten zehn Sekunden so richtig… und formal handelt es sich hier um eine Art Split-Single:


    auf youtube vermutete irgendwer, dass das ein schlichter Etikettierfehler ist, und einfach irgendwer versehentlich Joe Thomas geschrieben hat… find ich nicht so abwegig…

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    #11389433  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Genau, Tenor ist auf „Teardrops“ nur ganz am Ende mit ein paar Schnörkeln … da ist ja die Frage, ob der Altsolist Bradford sein könnte – oder hab ich da auf den letzten Seiten hier was falsch mitgekriegt? Dass der Track auf der Blue Moon-CD landete, weist jetzt auch nicht auf allzu seriöse Recherchen hin (da ist auch alles anonym, wohl weil man sich auch schamlos bei Classics usw. bediente und dafür nicht noch mit einem Namen gradstehen wollte).

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    #11389473  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

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    gypsy-tail-windGenau, Tenor ist auf „Teardrops“ nur ganz am Ende mit ein paar Schnörkeln … da ist ja die Frage, ob der Altsolist Bradford sein könnte – oder hab ich da auf den letzten Seiten hier was falsch mitgekriegt? Dass der Track auf der Blue Moon-CD landete, weist jetzt auch nicht auf allzu seriöse Recherchen hin (da ist auch alles anonym, wohl weil man sich auch schamlos bei Classics usw. bediente und dafür nicht noch mit einem Namen gradstehen wollte).

    klar, das ist die Frage… meine Gegenfrage war, ob der Track ueberhaupt was mit Joe Thomas zu tun hat (also: ausser das sein Name draufsteht)… falls nein wuerd ich sagen man kann Bradford definitiv ausschliessen… also: die Idee, diesen Track als „Joe Thomas his Sax and Orchestra“ zu vermarkten ist schon kurios – es sei denn Thomas spielt ausnahmsweise selber Alt

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