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UltraBreytenBreytenbach
24.06.2004, 00:18
Gut passen sie ja hin - die Nits im Frankfurter Mousonturm, der wie ein großer Spielklotz wird und für die Band, die ganz entzückenden Kinderpop (Arne Willander) spielt, wie geschaffen erscheint. In Erwartung großer Besucherzahlen angesichts der Reuniontour (Robert Jan Stips ist wieder nach seinem Ausstieg 1996 dabei, zu ihm, Henk Hofstede und Rob Kloet gesellt sich Keyboarderin und Gelegenheitsviolinistin und Akkordeona Titia van Krieken) hat man schön die Sitze aus dem Saal herausgerissen, mit dem Resultat, dass die meist doch schon in die Jahre gekommenen Fans mangels Menschenmasse viel Schwungraum haben.
Befriedigt werden die folgenden Niederländerklischees:
- Sie fangen an Deutsch zu reden und retten sich ins Englische
- Akkordeon
- Liebevolle Selbstironie
- Fußball (Deutschland - Niederlande war am vorigen Abend - Henk Hofstede: "Unsere Teams spielen besser wenn sie gegeneinander spielen als sonst")
Wie (fast) zu erwarten, wird die Stipslose Zeit ausgelassen, es gibt Material von 1974 und von In The Dutch Mountains bis Ting.
Videoclips werden zersprenkelt projiziert und ergeben ein hübsches Doppeldutzend an Bildchen im Hintergrund - auch die Nits können sich 2 Beamer leisten. Ebenso leisten können sie sich 2 unplugged dargebrachte Songs ("Adieuuuuu, adieu sweet bahnhof...."), komische Scherze mit niederprasselndem Zeugs auf das Schlagzeug von Rob Kloet, der den massiven Unterbau bildet den man von ihm erwartet. Es kam mir jedoch so vor, dass, wie schön alles auch ist, einige Besucher mehr doch noch die Nists erst so richtig entfesselt hätten. Entfesselt wurden sie aber in jedem Fall beim tollen "Rumspringa!", das mit Anspielungen an die Amish People eingeleitet wurde ("Jacob? Jooo! Jooo!") Aber ist eine Reuniontour vor treuesten Feinschmeckern wirklich schweißtreibend? Jooo???