Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nirvana, "Nevermind"
FifteenJugglers
12.05.2004, 13:07
Es gibt zwar schon einen "Nevermind"-Thread (http://www.rollingstone.de/board/index.php?showtopic=488), aber warum nicht die gleiche Umfrage wie für "Time Out Of Mind" nochmal durchführen? (Bevor im entsprechenden Thread nur noch über Nirvana diskutiert wird ... ;) )
Ich hab's ja andernorts schon geschrieben: Für mich das beste Album der 90er Jahre. ***** sind eigentlich noch zu wenig.
FifteenJugglers
12.05.2004, 13:10
Fred Schluckebier hat es in seinem Beitrag damals sehr treffend rübergebracht. Um es nochmal in Erinnerung zu rufen:
Originally posted by Fred Schluckebier@ 18. Juli 2002, 15:55
Über dieses Teil wurde eigentlich schon alles gesagt, aber die Platte ist mir zu wichtig und so gebe ich hier und jetzt meinen offiziellen Senf dazu ab.
Vor gut 10 Jahren wurden diese unseligen und unsäglichen Achtziger als Trend beendet. Zu Grabe getragen und eingebuddelt von dieser Platte. Punkt. Da mag es irgendwelche Vorgänger und Mitläufer gegeben haben, aber den Zeitgeist dargestellt, bewusst gemacht und weiterentwickelt, tja, das haben Cobain und seine Mannen mit Nevermind.
Smells like Teen Spirit ist eine der größten Hymnen der Popgeschichte und steht in einer Reihe mit Knallern wie Satisfaction, My Generation oder etwa Anarchy in the UK. Das sind Lieder, die einerseits die persönlichen Umstände des jungen Songwriters artikulieren, seine Frustrationen und Ängste sich selbst gegenüber und andererseits gegenüber den Erwachsenen resp. dem Establishment. Zum dritten sind o.g. Sachen archetypisch für ihre Zeit, sie bringen etwas zum Ausdruck und auf den Punkt und gleichzeitig zum Höhepunkt, sie führen etwas zu Ende und schaffen einen Anfang. Und obwohl sie (oder gerade weil sie?) so persönlich und zeitgebunden sind, sind sie gleichzeitig so universell und zeitlos. Und genau in diese Kerbe haut auch Teen Spirit. Mit 4 Zweifingerakkorden geht es los und es folgen 5 Minuten für die Ewigkeit. Ray Davis, ein Mann, der verdammt viel von Songs versteht, sprach von "...one of the best songs of all times..." und von einem "...great arrangement...". (Ob die Autoren o.g. Stücke das alles so beabsichtigt haben sei dahingestellt und ist in diesem Zusammenhang irrelevant. Das Ergebnis als solches zählt!)
In Bloom zeigt, dass Cobain derjenige welche ist, der die Macht über die schönen Songs hat. Im Gegensatz zum doch recht rudimentären Vorgänger Bleach ist das Songwriting nämlich jetzt voll entwickelt, wobei witzigerweise die Melodiebögen hauptsächlich vom Bass kommen.
Weiter geht es mit Come as you are, das mir ob dem Gemisch aus Angst, Trauer, Resignation, Akzeptanz und Melancholie damals wie heute Schauer über den Rücken jagt. Übrigens gut möglich, dass er den Tod meint.
Und so geht es weiter. In Lithium finden wir die pure Verzweiflung, die Polly ist so herrlich melancholisch, Territorial Pissings bietet den krassen Lärm und Drain you reißt mich mit seiner Energie immer noch mit. Ach ja. Zum Schluss thronen die ersten 3 Minuten von Something in the Way über allem.
Die spieltechnischen Möglichkeiten der Herren Cobain, Novoselic und Grohl stehen an dieser Stelle nicht zur Debatte, interessanter ist die Arbeit des Produzenten, Butch Vig. Der hat nämlich genau die Mitte zwischen Disziplin/Technik und Chaos/Lärm getroffen und zwar so genau, dass alles möglich wurde.
Und danach? Zuerst mal "regierte" der Grunge und dann hat sich Cobain umgebracht. Saturn frisst seine Kinder!
Mitte der Neunziger war die (kommerzielle) Hochzeit des Brit-Pop (da gibt es eine Menge toller Sachen!) und danach wurde es (von den Trends her gesehen!) wieder reichlich öde. Da gibt es so Sachen wie "Nu Metal" und "Nu Rock" (schon die Schreibweisen sind grauenvoll) und dann habe ich mal was von "Emo" gehört (was zur Hölle ist das?). Brüllende Bübchen mit Hosen, die als 6-Tage-Klo fungieren könnten, Turnschuhen und ganz vielen Ohrringen, Piercings und Tätowierungen schwingen die Fäuste, schauen ganz arg grimmig drein, prügeln auf ihre Gitarren und wissen bei ausgeklügelsten Produktionsmethoden meist gar trefflich zu langweilen, aber da Cobain wirklich nichts dafür.
Nein, Kurt, Du musst deswegen nicht weinen. Du warst eh schon immer sehr traurig und ändern würde es eh nichts. Du hast uns was wunderbares gegeben. Danke!
**
Eins der überbewertetsten Alben der 90er. Kurti ist mir schon damals auf den Wecker gegangen, daran hat sich bis heute nichts geändert.
*duck*
deadflowers
12.05.2004, 13:14
*****
Kürzlich seit Jahren wiedermal gehört und es ist schon sehr gut.
Dominick Birdsey
12.05.2004, 13:15
Ebenfalls 5 Sterne.
(Zuviel zu tun, schreibe später mal was...)
Bluemoon
12.05.2004, 13:16
Nirvana /Nevermind(*) mochte ich auch noch nie.Die Band kam mir immer wie die Hauskapelle von MTV vor.Ich schließ mich hiermit Mongolom an und duck mich auch mal.
captain kidd
12.05.2004, 13:18
**1/2 sterne.
ein objektiv wichtiges album, da es eine menge ausgelöst hat. ich kann es mir allerdings kaum mehr anhören. langweiliges riffgeschiebe, pixieskopien und scheiß weltschmerztexte. guter schlagzeuger aber.
thomlahn
12.05.2004, 13:20
Auch volle Punktzahl von mir. Es ist halt eine hervorragende R'n'R-platte. Es ist aber auch nicht das Überwerk wie manche meinen. Das sie teilweise so in den Himmel gehoben wird, da kann weder die Platte noch Cobain was für. Das diese Platte viel Aufmerksamtkeit in eine unterrepräsentierte Richtung gelenkt hat ist ihr Verdienst. Dadurch wurde der Weg für einen kommerziellen Erfolg für viele andere geebnet.
FifteenJugglers
12.05.2004, 13:20
Bis jetzt scheint es nur ein entschiedenes "dafür" oder "dagegen" zu geben. Interessant!
captain kidd
12.05.2004, 13:25
Originally posted by FifteenJugglers@12 May 2004, 12:20
Bis jetzt scheint es nur ein entschiedenes "dafür" oder "dagegen" zu geben. Interessant!
aber daraus bitte keine 'falschen' schlüsse ziehen. hitler spaltet auch.
Blackbird
12.05.2004, 13:26
**** Sterne von mir aber ich muß auch sagen was weiter oben schon öfters angeklungen ist dass es nicht das Überwerk ist! Es ist halt zur richtigen Zeit veröffentlicht worden und die Leute sind damals voll drauf abgefahren! nichts desto trotz eine super Platte kann man sich immer mal anhören
FifteenJugglers
12.05.2004, 13:30
Originally posted by captain kidd@12 May 2004, 13:25
aber daraus bitte keine 'falschen' schlüsse ziehen. hitler spaltet auch.
Kein Kommentar!
captain kidd
12.05.2004, 13:31
Originally posted by FifteenJugglers@12 May 2004, 12:30
Kein Kommentar!
:o :o :o
was?
FifteenJugglers
12.05.2004, 13:34
Nix. Finde nur, Du holst etwas zu oft den verbalen Holzhammer raus.
FifteenJugglers
12.05.2004, 13:37
Außerdem stört mich dieses Abzielen auf den Schmidt'schen "Höhöhöhö!"-Effekt ("Darf man das?").
Originally posted by captain kidd@12 May 2004, 13:25
aber daraus bitte keine 'falschen' schlüsse ziehen. hitler spaltet auch.
:huh:
kannste mal erklären, wie das gemeint ist!
Ich schließe mich den ***** an.
Nevermind ist für mich genau so ein Klassiker wie die besten Alben der Beatles, Stones, von Neil Young, The Who etc. pp.
Zur Bedeutung der Platte und der Band hat Schluckebier das Wesentliche gesagt.
Es geht bei dieser LP nicht um die psychischen und sonstigen Probleme von Kurt C. Es geht auch nicht um irgendwelche Hypes.
Nevermind ist schlicht ein Glücksfall! Überdurchschnittliches Songwriting und großartige Interpretation. Gerade die Mischung aus den von Bands wie den Pixies und Hüsker Dü erlernten "alternative" (mir fällt kein besseres Wort ein) Sounds und Arrangements einerseits und der sehr Mainstream orientierten und popsensiblen Produktion (Courtesy Butch Vig) machen die Einzigartigkeit dieser Platte aus. Und ich finde Kurts Stimme großartig!!! Es gibt wenige, die so schön leidend und aggressiv zugleich singen.
Alle Argumente wie Ausverkauf, MTV Hausband, Hype etc. sind absoluter Bullshit!
Sie haben nämlich NICHTS mit der Platte und der Musik zu tun.
captain kidd
12.05.2004, 13:43
gut. wollte nur deutlich machen, dass das merkmal der 'spaltung' kein merkmal für qualität ist. sorry für die dümmliche übertreibung.
FifteenJugglers
12.05.2004, 13:51
Originally posted by captain kidd+ 12. Mai, 13:43--></div><table border='0' align='center' width='95%' cellpadding='3' cellspacing='1'><tr><td>QUOTE (captain kidd @ 12. Mai, 13:43)</td></tr><tr><td id='QUOTE'>gut. wollte nur deutlich machen, dass das merkmal der 'spaltung' kein merkmal für qualität ist.[/b]
Wollte ich auch nicht andeuten.
<!--QuoteBegin-captain kidd@ 12. Mai, 13:43
sorry für die dümmliche übertreibung.[/quote]
Akzeptiert!
captain kidd
12.05.2004, 13:54
Originally posted by FifteenJugglers@12 May 2004, 12:51
Wollte ich auch nicht andeuten.
wollte ich auch nicht andeuten, dass du das andeuten wolltest.
Aquarius
12.05.2004, 14:13
Ich deute ***** an. Wenn es wichtige Alben der populären Musik gibt, ist dieses eins davon. Abgesehen davon gefällt es mir immer noch hervorragend.
Für ***** ist es mir insgesamt zu eindimensional. Polly und Something in the way mal ausgenommen, ansonsten (gute) Hinrotz-Riffs. Für den ganzen Cobain-Hype war ich wahrscheinlich schon zu alt, aber das Album ist schon gut - wenn auch kein "All-time-Favourite" ; solide ****
Jan Dark
12.05.2004, 15:19
***1/2 mehr gibts nich
<_<
Declan MacManus
12.05.2004, 15:47
Immerhin etwas besser als "In Utero", aber mehr als *** würde ich dafür nicht vergeben.
Originally posted by Jan Dark@12 May 2004, 16:19
***1/2 mehr gibts nich
Schließe mich an. Als Gesamtwerk besser als In Utero, aber auch langweiliger. Hinrotz-Riffs? Wo denn?
beatlebum
12.05.2004, 17:09
Aus der Erinnerung kann ich mich Kramer`s Einschätzung anschliessen. Für einen Meilenstein kam es mir ziemlich konventionell und glattgebügelt vor. Cobain meinte vielleicht die Pixies, hat dann aber wohl doch zu viel R.E.M. gehört.
Napoleon Dynamite
12.05.2004, 17:41
wo hört man bei nirvana eigentlich die pixies? und jetzt nicht "pixies-riffs" sagen. was ist denn ein typisches pixies-riff?
Also ich höre da nirgendswo Pixies. Schon gar nicht Hüsker Dü und sage jetzt bitte niemand, sie klingen nach Big Black.
midnight mover
12.05.2004, 17:47
**1/2!
Napoleon Dynamite
12.05.2004, 17:52
Originally posted by kramer@12 May 2004, 17:47
Also ich höre da nirgendswo Pixies. Schon gar nicht Hüsker Dü und sage jetzt bitte niemand, sie klingen nach Big Black.
r.e.m. ist als bezugspunkt wohl schon recht gut. ist ja an sich nichts schlechtes.
Originally posted by Napoleon Dynamite@12 May 2004, 18:52
r.e.m. ist als bezugspunkt wohl schon recht gut. ist ja nichts schlechtes.
Nein, wäre toll, wenn es denn auch nur annähernd hinhauen würde. Was erinnert denn da an R.E.M.?
Napoleon Dynamite
12.05.2004, 17:57
Originally posted by kramer@12 May 2004, 17:54
Was erinnert denn da an R.E.M.?
das lineare songwriting. :lol:
Originally posted by Napoleon Dynamite@12 May 2004, 18:57
das lineare songwriting. :lol:
Alles klar und wahrscheinlich noch die frohlockenden Rickenbacker-Gitarren. :rolleyes:
Napoleon Dynamite
12.05.2004, 18:00
genau. und die enigmatik. *hust*
*** 1/2 ein fast unverstandender Mythos. aber der halbe wird fast zum ganzen Stern, irgendwann.
Originally posted by captain kidd@12 May 2004, 13:18
**1/2 sterne.
ein objektiv wichtiges album, da es eine menge ausgelöst hat. ich kann es mir allerdings kaum mehr anhören. langweiliges riffgeschiebe, pixieskopien und scheiß weltschmerztexte. guter schlagzeuger aber.
dem habe ich kaum was hinzuzufügen...
dr.music
12.05.2004, 19:20
Bei mir eine klare *****.
Platz 50 meiner "Best of all times". Drittbestes Album der 90er. Sollte man haben.
Moontear
12.05.2004, 19:49
Musikhistorisch sicherlich sehr hoch einzuschätzen.
Ich persönlich gebe ihm jedoch nicht mehr als ***, wobei "Smells like teen spirit" als Single jederzeit die volle Punktzahl bekäme.
sicherlich wichtig aus historischer sicht, aber für mich dreineinhalb sterne. der top of the pops auftritt hat mir damals aber gefallen.
das einzige, das an die pixies erinnert, ist der affe auf dem backcover. hat mich nicht gepackt, damals nicht, heute weniger.
mr.wicked
12.05.2004, 20:09
* * 1/2 passt. Medioker.
weilstein
12.05.2004, 20:17
Wichtig aber blöd? Wo liegt denn die Wichtigkeit des Albums? Aus musikhistorischer Sicht natürlich.
Originally posted by weilstein@12 May 2004, 21:17
Wichtig aber blöd? Wo liegt denn die Wichtigkeit des Albums? Aus musikhistorischer Sicht natürlich.
...dass es ein paar Leute zu den Vorbildern, also richtig guter Musik, geführt hat.
mr.wicked
12.05.2004, 20:22
Ist doch klar: es machte die Charts lauter.
Prodigal Son
12.05.2004, 20:56
Originally posted by Moontear@12 May 2004, 18:49
Musikhistorisch sicherlich sehr hoch einzuschätzen.
Genau. Und des weiteren natürlich jedem Teenie als musikalischer Wegbegleiter durch das unvermeidliche Selbstfindungsgehedder empfohlen.
*****
Zwar nicht das beste Werk der 90s. Aber die wichtigste Rock-Platte.
wowee zowee
12.05.2004, 21:08
*** Damals war es mir zuwider, heute ist's mir egal. Oder umgekehrt? Der Vergleich mit den Pixies ist doch wirklich quatsch. Nur weil Cobain einmal den Band-Namen erwähnt hat, werden sie direkt in die musikalische Nähe der Pixies gebracht. Cobain hat auch die Beatles als Einfluss genannt...
Originally posted by Jan Wölfer@12 May 2004, 21:57
*****
Zwar nicht das beste Werk der 90s. Aber die wichtigste Rock-Platte.
Wieso, weshalb, warum? Was macht diese Platte wichtiger als zum Beispiel "(What´s The Story) Morning Glory", "Bossanova", "The Stone Roses" oder "Siamese Dream"? Nur als Beispiele.
DR.Nihil
12.05.2004, 23:13
Originally posted by Napoleon Dynamite@12 May 2004, 17:41
wo hört man bei nirvana eigentlich die pixies?
Hab ich mich auch schon länger gefragt und auf "Nevermind" sicher nirgendwo. Kenne von den Pixies jetzt nur "Come on Pilgrim" und "Surfer Rosa". Die "In Utero" lässt mich ein wenig - ein wenig! - schon an "Surfer Rosa" denken. In welchen Momenten genau dieses Denken jetzt stattfindet, weiß ich gerade nicht, werde aber beim nächsten Mal "In Utero" drauf achten.
"Nevermind" übrigens *****, wenn ich mich allerdings entscheiden müsste knapp hinter "In Utero".
Blackbird
12.05.2004, 23:26
Originally posted by kramer@12 May 2004, 21:55
Wieso, weshalb, warum? Was macht diese Platte wichtiger als zum Beispiel "(What´s The Story) Morning Glory", "Bossanova", "The Stone Roses" oder "Siamese Dream"? Nur als Beispiele.
also ich finde auch dass Nevermind zwar eine wichtige Rockplatte war aber auf keinen Fall wichtiger als die von kramer genannten!
Moontear
13.05.2004, 06:43
Originally posted by weilstein@12 May 2004, 20:17
Wichtig aber blöd? Wo liegt denn die Wichtigkeit des Albums? Aus musikhistorischer Sicht natürlich.
Objektiv gesehen ist "Nevermind" sehr gut für die Entwicklung der (Rock)Musik gewesen, wird teilweise auch schon vorne im Thread erwähnt.
Ich persönlich kann mit dem Album nicht so viel anfangen. Wobei *** ja nicht bedeutet, daß es ein schlechtes Album ist.
thomlahn
13.05.2004, 07:37
Pixies?, REM?, Hüsker Dü?
Reden wir alle von der gleichen Platte?
Achso: auch die Pixies haben den Punk nicht erfunden, nicht mal Hüsker Dü.
Wichtig war die Platte, da diese Musikrichtung mal aus der Indie/Geheimtipp-Ecke rausgeholt wurde. Danach waren diese affigen Metal-Bands mit den Leder-Anzügen erstmal Schachmatt.
Die Musik selbst wird hier und da vielleicht überbewertet, die ist einfach nur hervorragend. Wie 'Copper Blue' oder 'Dolittle'.
Originally posted by thomlahn+13 May 2004, 07:37--></div><table border='0' align='center' width='95%' cellpadding='3' cellspacing='1'><tr><td>QUOTE (thomlahn @ 13 May 2004, 07:37)</td></tr><tr><td id='QUOTE'>Achso: auch die Pixies haben den Punk nicht erfunden, nicht mal Hüsker Dü.[/b]
was hat das alles mit Punk zu tun?
<!--QuoteBegin-thomlahn@13 May 2004, 07:37
Danach waren diese affigen Metal-Bands mit den Leder-Anzügen erstmal Schachmatt.[/quote]
ja, durch affige Grunge Bands in hässlichen T-Shirts und kaputten Jeans verdrängt, na und...
thomlahn
13.05.2004, 08:19
Originally posted by NiteOwl@13 May 2004, 07:54
was hat das alles mit Punk zu tun?
Meine Aussage schliesst Deine Frage nicht aus. ;) Na gut: Nirvana hat nix mit Punk zu tun!
ja, durch affige Grunge Bands in hässlichen T-Shirts und kaputten Jeans verdrängt, na und... Die waren mir halt lieber, zu dem Zeitpunkt. Ich hätte auch 'affige Post-Wave Bands in schwarz mit Kajal um die Augen' schreiben können.
Huhu Niteowl - wieder im Ländle? B)
Originally posted by thomlahn@13 May 2004, 08:19
Ich hätte auch 'affige Post-Wave Bands in schwarz mit Kajal um die Augen' schreiben können.
Huhu Niteowl - wieder im Ländle? B)
Yup, wieder da ;) Und die affigen Post-Wave-Bands habe ich trotzdem gehört!!!!
thomlahn
13.05.2004, 08:53
Originally posted by NiteOwl@13 May 2004, 08:36
Und die affigen Post-Wave-Bands habe ich trotzdem gehört!!!!
Iss scho' recht!
Originally posted by kramer@12 May 2004, 22:55
Wieso, weshalb, warum? Was macht diese Platte wichtiger als zum Beispiel "(What´s The Story) Morning Glory"
Eine hypothetische Frage: Wäre 'Morning glory' ohne 'Nevermind' möglich gewesen, bzw. zu dem geworden, was es geworden ist?
Prodigal Son
13.05.2004, 10:17
Originally posted by sparch@13 May 2004, 08:40
Eine hypothetische Frage: Wäre 'Morning glory' ohne 'Nevermind' möglich gewesen, bzw. zu dem geworden, was es geworden ist?
Mit Sicherheit!!
Declan MacManus
13.05.2004, 10:22
Originally posted by sparch@13 May 2004, 08:40
Eine hypothetische Frage: Wäre 'Morning glory' ohne 'Nevermind' möglich gewesen, bzw. zu dem geworden, was es geworden ist?
Merkwürdige Frage... was hat das eine mit dem anderen zu tun? Morning Glory als Rückbesinnung auf Beatles / Stones im Sinne einer Gegenbewegung zum Grunge-Gelärme? Ich glaube, dass Oasis ihr Retro-Spektakel ohne jeden Bezug auf Nirvana veranstalt haben und Morning Glory somit selbstverständlich auch ohne Nevermind möglich gewesen wäre,
candycolouredclown
13.05.2004, 10:28
Originally posted by sparch@13 May 2004, 09:40
Eine hypothetische Frage: Wäre 'Morning glory' ohne 'Nevermind' möglich gewesen, bzw. zu dem geworden, was es geworden ist?
Eine unsinnige Frage.
Ein "Morning Glory" (muss ja nicht DAS "Morning Glory" sein) hätte genauso gut auch vor "Nevermind" kommen können. Es ist halt ein immer wiederkehrendes Phänomen, dass irgendwann mal wieder ein Album einer, ich nenns jetzt mal Indie Band rauskommt, darum ein riesen Wirbel gemacht wird und die Platte 10 Mio mal verkauft wird.
Genauso könnte man fragen, ob "Morning Glory" ohne "Atuomatic For The People" möglich gewesen wäre und ob es genau so eingeschlagen hätte. Natürlich hätte es das.
candycolouredclown
13.05.2004, 10:29
Zu langsam. ;)
Prodigal Son
13.05.2004, 10:30
Damit dürfte die hypothetische Frage ja beantwortet sein.
Natürlich haben 'Nevermind' und 'Morning glory' nicht viel gemeinsam, aber ersteres hat durch seinen Erfolg die Musikwelt nachhaltig verändert, völlig unabhängig von seiner Qualität. Bei letzterem kann ich so etwas nicht erkennen und die Frage zielt darauf ab, ob ohne diese Veränderung 'Morning glory' so ein Erfolg geworden wäre.
Prodigal Son
13.05.2004, 10:37
Nun, beide Alben waren sehr erfolgreich und der Rest ist auch fast egal. Man sollte nur jeden Erfolg, der sich nach 1991 einstellte, nicht zwingend auf Nevermind zurückführen.
Originally posted by Sebastian Frank@13 May 2004, 10:37
Man sollte nur jeden Erfolg, der sich nach 1991 einstellte, nicht zwingend auf Nevermind zurückführen.
Tut ja keiner, die Frage war nur als Diskussionsanregung gedacht.
Prodigal Son
13.05.2004, 10:45
Originally posted by sparch@13 May 2004, 09:40
Tut ja keiner, die Frage war nur als Diskussionsanregung gedacht.
Schon klar, das ganze ist nur etwas müßig. Nach diesem Muster könnte man unendlich viele Erfolge und deren Folgeerscheinungen diskutieren.
Originally posted by sparch@13 May 2004, 10:32
... 'Morning glory' so ein Erfolg geworden wäre.
War Morning Glory ausserhalb des UK eigentlich so ein grosser Erfolg ?
Originally posted by Herbert@13 May 2004, 10:58
War Morning Glory ausserhalb des UK eigentlich so ein grosser Erfolg ?
das frage ich mich auch. Vor allem, weil Oasis für mich schon wieder uninteressant wurden. Und wenn es ein Erfolg war, dann haben sie mit "Definitely Maybe" wohl selbst den Grundstein gelegt.
Ansonsten glaube ich nicht, dass "Nevermind" einen Einfluss darauf hatte. Und hätte es "Nevermind" nicht gegeben, dann wäre eben ein anderes Album ein paar Monate später an dessen Stelle getreten...
Zumindest in den dt. Albumcharts kam 'Morning glory' bis auf Platz 3.
Originally posted by thomlahn@13 May 2004, 08:37
Wichtig war die Platte, da diese Musikrichtung mal aus der Indie/Geheimtipp-Ecke rausgeholt wurde. Danach waren diese affigen Metal-Bands mit den Leder-Anzügen erstmal Schachmatt.
Quark. Durch "Nevermind" wurde der Musikrichtung, die man mit Nirvana assoziierte, der industrielle Dolchstoß verpasst. Zu der Zeit, als "Nevermind" rauskam (da war ich 15) hat sich nicht 1% der Leute, die damals diese Platte rauf und runtergedudelt hat, für die Vorbilder von Nirvana interessiert. Es kann mir keiner erzählen, dass auf einmal alle die Butthole Surfers, Fastbacks, Big Black, Scream, oder ähnliches gehört haben. Stattdessen kam der ganze Pseudo-Alternative Kram auf, der auf MTV rauf- und runterlief und ob das ´ne gute Entwicklung war/ist wage ich zu bezweifeln.
Oasis haben mit Nirvana nun rein gar nichts zu tun und was den Erfolg von "Morning Glory" betrifft, so kann ich auch da gar keine Verbindung zu "Nevermind" sehen. Die einzige britische Band, die daraus Nutzen ziehen konnte, ist wahrscheinlich Bush und auf die kann ich bestens verzichten.
deadflowers
13.05.2004, 11:18
Originally posted by NiteOwl@13 May 2004, 10:05
Und hätte es "Nevermind" nicht gegeben, dann wäre eben ein anderes Album ein paar Monate später an dessen Stelle getreten...
Möglich. Glaube ich aber nicht. Wenn irgendein anderes in diesem Ausmaß getreten wäre, dann würde es ja ständig sowas "langanhaltendes" geben.
weißt du was ich meine?
Oder war "Nevermind" ein "ist this it", das durch den Tod Cobains zu einem "Nevermind" wurde?
Denke ich auch nicht wirklich. Ich denke schon das es etwas getroffen hat was nur es so hätte treffen können. frag mich aber nicht was.
Originally posted by deadflowers@13 May 2004, 11:18
weißt du was ich meine?
nicht so ganz. Ich glaube, dass es so etwas wie ein "zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle sein" gibt, unabhängig von musikalischer Qualität und nicht planbar. Nevermind war es, es hätte aber ohne Nevermind auch ein anderes Album ein paar Monate später sein können.
Die nachträgliche Bedeutung und Stilisierung von Cobain/Nirvana wäre ohne Selbstmord garantiert geringer. Um "In Utero" gabs ja schon keinen Hype mehr, die hätten sich ansonsten musikalisch langsam zu Grunde gerichtet....
Blackbird
13.05.2004, 11:47
Originally posted by NiteOwl@13 May 2004, 06:54
was hat das alles mit Punk zu tun?
Naja also da Nirvana insbesondere Kurt Cobain von Hüsker Dü und den Pixies beeinflusst wurde ist da sicher auch eine Verbindung zu Punk! Nirvana hat zwar nicht sonderlich viel mit Punk zu tun aber ganz ausschließen würde ich es nicht!
man könnte sogar sagen dass sie depressive Punks waren denen die Gesellschaft zum Hals raus hing!
und bei einer Hand voll Lieder kann man schon einen Punkeinschlag raushören!
Blackbird
13.05.2004, 11:48
Originally posted by NiteOwl@13 May 2004, 10:44
Nevermind war es, es hätte aber ohne Nevermind auch ein anderes Album ein paar Monate später sein können.
und an welches Album denkst du da?
thomlahn
13.05.2004, 11:50
Originally posted by kramer@13 May 2004, 11:13
Quark. Durch "Nevermind" wurde der Musikrichtung, die man mit Nirvana assoziierte, der industrielle Dolchstoß verpasst. Zu der Zeit, als "Nevermind" rauskam (da war ich 15) hat sich nicht 1% der Leute, die damals diese Platte rauf und runtergedudelt hat, für die Vorbilder von Nirvana interessiert. Es kann mir keiner erzählen, dass auf einmal alle die Butthole Surfers, Fastbacks, Big Black, Scream, oder ähnliches gehört haben. Stattdessen kam der ganze Pseudo-Alternative Kram auf, der auf MTV rauf- und runterlief und ob das ´ne gute Entwicklung war/ist wage ich zu bezweifeln.
Klar, das muss man im Nachhinein nicht gut finden. Die 'Industrie' tut ihriges dazu, jeden Trend bis zum Erbrechen totzureiten.
deadflowers
13.05.2004, 11:53
Originally posted by NiteOwl@13 May 2004, 10:44
Ich glaube, dass es so etwas wie ein "zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle sein" gibt, unabhängig von musikalischer Qualität und nicht planbar. Nevermind war es, es hätte aber ohne Nevermind auch ein anderes Album ein paar Monate später sein können.
äh ja. das meinte ich ja...
Originally posted by Blackbird@13 May 2004, 11:48
und an welches Album denkst du da?
an kein bestimmtes. Bin ich etwa die virtuelle Vergangenheit und Zukunft der Musikgeschichte.... ;)
thomlahn
13.05.2004, 11:58
Zwischenstand:
Ø3,6 Sternchen
Blackbird
13.05.2004, 12:05
Originally posted by NiteOwl@13 May 2004, 10:53
an kein bestimmtes. Bin ich etwa die virtuelle Vergangenheit und Zukunft der Musikgeschichte.... ;)
das meinte ich doch nicht! ich wollte wissen welche der Platten die nach Nevermind rausgekommen sind ähnliches bedeutsam hätten werden können wenn da nicht schon Nevermind gewesen wäre!
hat nichts mit virtuellen Vergangheiten zu tun!
deadflowers
13.05.2004, 12:19
Es ging ihm um keine bestimmte band. er meinte sie sein beliebig und gegen jede andere (völlig egal) austauschbar. (hab auch etwas gebraucht)
Allein wegen dem Talent, das uns Herr Cobain entgegenbringt hab ich vier sternchen gegeben. Finde die platte ansich allerdings teilweise überproduziert. <_<
Die MTV-unplugged Platte lässt Nirvana richtig glänzen.
Hatte sie mal :ph34r: dann weitergegeben. Kann nix mehr mit anfangen (* * *) B)
Originally posted by deadflowers@13 May 2004, 12:19
Es ging ihm um keine bestimmte band. er meinte sie sein beliebig und gegen jede andere (völlig egal) austauschbar. (hab auch etwas gebraucht)
ja, so in etwa....
Nevermind ist eigentlich so ein typisches "Mittelklasse-Album", sowas wie der Golf I bei den Automobilen. Auf den ersten Blick verstörend, auf den zweiten dann schon wieder nicht verstörend genug, um es abstossend finden zu können und zu ignorieren. Gleichzeitig aber auch nicht gewöhnlich genug, um in der Masse unterzugehen. Konsequenter waren andere Bands, aber das war ja wohl auch Kurts Problem...
Und jetzt sagt mir nicht, ihr würdet dem Golf ***** geben.... ;)
beatlebum
13.05.2004, 12:51
Originally posted by NiteOwl@13 May 2004, 12:43
Und jetzt sagt mir nicht, ihr würdet dem Golf ***** geben.... ;)
Generation Golf. B)
thomlahn
13.05.2004, 12:58
Golf I ****
Golf II ****1/2
Golf III ****
Golf IV ***1/2
Hat jemand schon Golf V?
FifteenJugglers
13.05.2004, 13:03
Originally posted by NiteOwl@13 May 2004, 12:43
ja, so in etwa....
Nevermind ist eigentlich so ein typisches "Mittelklasse-Album", sowas wie der Golf I bei den Automobilen. Auf den ersten Blick verstörend, auf den zweiten dann schon wieder nicht verstörend genug, um es abstossend finden zu können und zu ignorieren. Gleichzeitig aber auch nicht gewöhnlich genug, um in der Masse unterzugehen. Konsequenter waren andere Bands, aber das war ja wohl auch Kurts Problem...
Und jetzt sagt mir nicht, ihr würdet dem Golf ***** geben.... ;)
Warum nicht? Der Golf I ist doch längst ein Klassiker ... ;)
FifteenJugglers
13.05.2004, 13:06
Originally posted by Napoleon Dynamite@12 May 2004, 17:41
wo hört man bei nirvana eigentlich die pixies?
Muß eigentlich ausgerechnet ich als Nicht-Musiker diese Frage beantworten? Dieser federnde, vorantreibende Beat! Das Pop-Gespür! Ganz klar Pixies!
Und jetzt sage bitte keiner, die Pixies hätten nichts mit Pop zu tun.
Blackbird
13.05.2004, 13:10
Originally posted by FifteenJugglers@13 May 2004, 12:06
Muß eigentlich ausgerechnet ich als Nicht-Musiker diese Frage beantworten? Dieser federnde, vorantreibende Beat! Das Pop-Gespür! Ganz klar Pixies!
Und jetzt sage bitte keiner, die Pixies hätten nichts mit Pop zu tun.
bin genau deiner Meinung
Napoleon Dynamite
13.05.2004, 13:34
Originally posted by FifteenJugglers@13 May 2004, 13:06
Dieser federnde, vorantreibende Beat! Das Pop-Gespür!
die rolling stones? ;)
FifteenJugglers
13.05.2004, 13:52
Ja, verarsch mich ruhig! Blackbird, sag ihm, was ich meine!
Originally posted by NiteOwl@13 May 2004, 12:43
Nevermind ist eigentlich so ein typisches "Mittelklasse-Album", sowas wie der Golf I bei den Automobilen. Auf den ersten Blick verstörend, auf den zweiten dann schon wieder nicht verstörend genug, um es abstossend finden zu können und zu ignorieren. Gleichzeitig aber auch nicht gewöhnlich genug, um in der Masse unterzugehen. Konsequenter waren andere Bands, aber das war ja wohl auch Kurts Problem...
Und jetzt sagt mir nicht, ihr würdet dem Golf ***** geben.... ;)
Das ist nicht mal falsch! Man muss es jetzt nur positiv wenden.
Natürlich waren andere konsequenter. Deshalb waren sie ja auch weniger erfolgreich. Damit hatte Kurt ein Problem - und mit seinem eigenen Erfolg.
Autos mit Schallplatten zu vergleichen, ist natürlich so'ne Sache.
Bei Autos entscheide ich nach dem Kosten/Nutzen Verhältnis und danach, was mein Geldbeutel erlaubt. Ausserdem muss ein Auto praktisch und wertbeständig sein. Es ist schließlich ein Gebrauchsartikel. Nicht mehr und nicht weniger.
Würde ich Autos nach Geschmack bewerten, läge wahrscheinlich ein Chevrolet oder Buick aus den frühen 60ern ganz vorne. Kaufen würde ich den aber nicht.
Bei Schallplatten ist es anders. Da geht es darum, ob eine Scheibe auch nach viel-100-fachem Anhören noch nicht abgenutzt oder langweilig klingt. Ob die Musik bei mir im Bauch immer noch so ein komisches Gefühl auslöst. Ihr wisst schon, die Schmetterlinge, von denen frisch Verliebte immer sprechen. So ähnlich jedenfalls.
Ob mich die Songs auch nach Jahren immer noch anrühren. Schauer, Gänsehaut etc. verursachen. Zusammengefasst: ich muss immer noch ein Hochgefühl empfinden, wenn ich die Platte höre. Endorphine ausschütten.
Bei Nevermind geht mir das immer noch so.
Das ist alles! :P
thomlahn
13.05.2004, 14:17
Originally posted by FifteenJugglers@13 May 2004, 13:06
Muß eigentlich ausgerechnet ich als Nicht-Musiker diese Frage beantworten? Dieser federnde, vorantreibende Beat! Das Pop-Gespür! Ganz klar Pixies!
Ich finde gerade das Schlagzeug Grohl's im Vergleich zu den Pixies komplett unterschiedlich. Bei den Pixies marschiert es, teilweise unabhängig vom Song einfach geradeaus durch. Auf Nevermind ist es voll in die 'Dramaturgie' des Songs eingebunden und mit ziemlich viel Schnörkeln. Ein ganz anderer Stil.
Ausserdem hab ich bei Pixies immer das Gefühl das keine Zeile so gemeint ist sondern immer mit Augenzwinkern. Cobain suhlt sich dagegen im Zweifel und (Selbstmit-)Leid.
So, nun nehmt mich auseinander.
candycolouredclown
13.05.2004, 14:29
Originally posted by Herbert@13 May 2004, 10:58
War Morning Glory ausserhalb des UK eigentlich so ein grosser Erfolg ?
Von den 18 Mio verkauften Einheiten immerhin allein 4 Mio in den USA.
DR.Nihil
13.05.2004, 14:29
Originally posted by thomlahn@13 May 2004, 14:17
Ich finde gerade das Schlagzeug Grohl's im Vergleich zu den Pixies komplett unterschiedlich. Bei den Pixies marschiert es, teilweise unabhängig vom Song einfach geradeaus durch.
Wie es stellenweise auch auf "In Utero" der Fall ist (nicht auf "Nevermind").
thomlahn
13.05.2004, 14:43
'In Utero' hab ich beim Erscheinen bei einem Kumpel gehört, ging aber überhaupt nicht an mich dran. Vielleicht sollte ich es nochmal probieren. Nach der 'Oktett'-Lektüre habe ich aber auch keine gesteigerte Lust dazu.
Fetenguru
13.05.2004, 16:36
Ganz klar ***** - auch in meinen Top 100 unter den ersten zehn! Bei einer solchen Wertung auch normal. Ein Meilenstein, diese Scheibe!
Prodigal Son
13.05.2004, 17:22
Originally posted by thomlahn@13 May 2004, 11:58
Hat jemand schon Golf V?
Der soll ja recht hässlich sein...
Blackbird
14.05.2004, 13:25
Originally posted by Sebastian Frank@13 May 2004, 16:22
Der soll ja recht hässlich sein...
bin mal in einem mitgefahren also von innen ist er schon ganz ok aber von außen sieht er nicht gut aus!da war der IV schon schöner
Originally posted by Napoleon Dynamite@12 May 2004, 16:41
wo hört man bei nirvana eigentlich die pixies?
Jetzt erst diese interessante Diskussion entdeckt.
Von der unglaublichen Dynamik der Pixies haben sich Nirvana meines Erachtens einiges abgeschaut.
Höre Dir mal "Tame" oder "Couge Away" an, da ist es kein so weiter Weg mehr zu Nevermind.
Trotzdem **** für Nevermind.
captain kidd
14.05.2004, 16:30
einfach mal u-mass von den pixies, more than a feeling von boston und smells like teen spirit von nirvana hintereinander hören.
Blackbird
14.05.2004, 16:33
Originally posted by captain kidd@14 May 2004, 15:30
einfach mal u-mass von den pixies, more than a feeling von boston und smells like teen spirit von nirvana hintereinander hören.
hab ich jetzt mal gemacht aber more than a feeling passt da halt überhaupt nicht rein!worauf wolltest da jetzt raus?
captain kidd
14.05.2004, 16:36
Originally posted by Blackbird@14 May 2004, 15:33
hab ich jetzt mal gemacht aber more than a feeling passt da halt überhaupt nicht rein!worauf wolltest da jetzt raus?
aber die anderen beiden hören sich schon gleich an, oder? :rolleyes: :rolleyes:
und irgendwie more than a feeling doch auch. oder habe ich das wieder mal verwechselt. vielleicht war es ja auch was von chicago... aber irgendwas klang noch genau wie smeels like teen spirit. und es war nicht self esteem von the offspring. obwohl, das auch.
Blackbird
14.05.2004, 18:19
Originally posted by captain kidd@14 May 2004, 15:36
aber die anderen beiden hören sich schon gleich an, oder? :rolleyes: :rolleyes:
und irgendwie more than a feeling doch auch. oder habe ich das wieder mal verwechselt. vielleicht war es ja auch was von chicago... aber irgendwas klang noch genau wie smeels like teen spirit. und es war nicht self esteem von the offspring. obwohl, das auch.
naja auf keinen Fall More Than a Feeling und von Chicago kenn ich auch ziemlich viel aber da hört sich keins an wie Smells Like Teenspirit! falls dir der Titel wieder einfällt schreibst ne Pn!danke
Originally posted by Blackbird@14 May 2004, 18:19
naja auf keinen Fall More Than a Feeling und von Chicago kenn ich auch ziemlich viel aber da hört sich keins an wie Smells Like Teenspirit!
Es gibt schon musikalische Überschneidungen zwischen More Than A Feeling und Teen Spirit. Beim Boston Titel gibt es irgendwo nach dem Break ein Gitarrenriff, das dem berühmten Eingangsriff von Teen Spirit stark ähnelt.
Die Tonart ist glaub ich auch die gleiche.
Aber sonst sind die Titel schon recht unterschiedlich. Boston ist einfach glatter und stark im 70er Mainstream Rock verhaftet. More Than A Feeling ist übrigens neben Don't Fear The Reaper von Blue Öyster Cult das beste Stück des Seventies MOR Rock.
Blackbird
15.05.2004, 07:18
Originally posted by Mikko@15 May 2004, 00:00
Es gibt schon musikalische Überschneidungen zwischen More Than A Feeling und Teen Spirit. Beim Boston Titel gibt es irgendwo nach dem Break ein Gitarrenriff, das dem berühmten Eingangsriff von Teen Spirit stark ähnelt.
Die Tonart ist glaub ich auch die gleiche.
Aber sonst sind die Titel schon recht unterschiedlich. Boston ist einfach glatter und stark im 70er Mainstream Rock verhaftet. More Than A Feeling ist übrigens neben Don't Fear The Reaper von Blue Öyster Cult das beste Stück des Seventies MOR Rock.
naja also wenn du da ein ähnlichkeit hörst schön und gut! aber ich als Boston fan hör keine raus
dr.music
15.05.2004, 08:58
Originally posted by Mikko@15 May 2004, 01:00
... More Than A Feeling ist übrigens neben Don't Fear The Reaper von Blue Öyster Cult das beste Stück des Seventies MOR Rock.
Aha! Und sooo hoch? Beide Songs werde ich jedenfalls auch immer ganz hoch halten.
Obwohl ich Nirvana füer ueberbewertet halte, ist dies schon ein sehr gutes Album, daher:
****
objektiv mindestens **** und dann noch mindestens ein subjetiver bonus-* macht dann eine satte höchstwertung
Kann mit dem Album nix anfangen, aber bei uns in der Stadt ist Nirvana gerade furchtbar in bei den ganzen Kiddies, also darf ich die gar nicht mögen.
dr.music
03.06.2004, 12:51
Originally posted by norge87@3 Jun 2004, 12:46
..., aber bei uns in der Stadt ist Nirvana gerade furchtbar in bei den ganzen Kiddies, also darf ich die gar nicht mögen.
Da hast Du ganz recht: Wenn schon die Kiddies das toll finden, musst Du Dich energisch distanzieren. Wo kämen wir da denn hin!!! Ein Bravo!
Originally posted by dr.music@3 Jun 2004, 11:51
Da hast Du ganz recht: Wenn schon die Kiddies das toll finden, musst Du Dich energisch distanzieren. Wo kämen wir da denn hin!!! Ein Bravo!
War klar,dass so was kommt,aber du weißt nicht,wies hier zugeht,da halten die sich für so alternativ,weil sie Smells like teen spirit kennen,außerdem,ich würds auch so nicht mögen,und das ist ja wohl erlaubt,auch,wenn das anscheinend ein Album is,das man mögen muss,auch wenn mans eigentlich nicht mag.
Aquarius
03.06.2004, 14:22
Man muß es nicht mögen, wenn mans nicht mag. Man muß es aber auch nicht nicht mögen, nur weil andere es mögen, die man nicht mag.
Prodigal Son
03.06.2004, 14:32
Originally posted by norge87@3 Jun 2004, 13:06
außerdem,ich würds auch so nicht mögen,und das ist ja wohl erlaubt,auch,wenn das anscheinend ein Album is,das man mögen muss,auch wenn mans eigentlich nicht mag.
Gefasel...
@Aquarius
:lol:
Originally posted by Aquarius@3 Jun 2004, 13:22
Man muß es nicht mögen, wenn mans nicht mag. Man muß es aber auch nicht nicht mögen, nur weil andere es mögen, die man nicht mag.
Natürlich,aber ich mags so oder so nicht.
songbird
03.06.2004, 21:38
****
Höre es eigentlich kaum, aber es war ein gutes Album zu seiner Zeit.
BlackJack
03.06.2004, 21:48
Originally posted by songbird@3 Jun 2004, 20:38
****
Höre es eigentlich kaum, aber es war ein gutes Album zu seiner Zeit.
Da stimm ich voll und ganz zu, wobei ich **** 1/2 vergeben hätte (damals), heute korrigiere ich mich auch auf ****.
**** 1/2 oder wenns möglich wäre **** 3/4
4 Sterne. Hat nen ganz schönen Durchhänger im 3ten Viertel, macht sich aber bis hin zum Schluss wieder.
mina loy
26.12.2006, 20:04
Nevermind.
viel zu überbewertet. es ist einfach ein gutes album, dass weder die rockmusik neu erfindet ( sonic yoth haben schon jahre vorher angefangen besseren grunge zu machen ) noch zu ihren meilensteilen gehört.
einige herausragende höhepunkte hat dieses album ( SLTS, come as you are )
aber auch die kann ich langsam nicht mehr hören.
Da ist In Utero doch um längen professioneller und tiefgründiger als nevermind auf dem die meisten lieder ( on a plain, stay away ...) alle absolut gleich klingen.
wenn ich gute rockmusik hören will ist mir daydream nation oder siamese dream doch lieber
Ich drücke mal ein Auge zu und gebe dieser Schuhschachtelproduktion *** 1/2, mein Nirvana-Album ist aber 'In Utero'.
misterix
27.12.2006, 10:26
Da gibt's für mich kein Augenzudrücken. "Nevermind" ist das überbewertetste Album aller Zeiten. Schlimme Musik, die aufgrund des unnötigen Hypes drum herum grosse Teile der Musiklandschaft auf Jahre versaute. Deshalb gibt's noch mal extra Punktabzug. Es bleiben: ** (sollte ich doch noch ein Auge zugedrückt haben...?)
Den Status, den dieses Album ungerechterweise innehat, hätte "Surfer Rosa" (Pixies) oder "Daydream Nation" (Sonic Youth) fürwahr eher verdient!
***** natürlich. Es ist makellos.
keksofen
27.12.2006, 13:43
***** natürlich. Es ist makellos.
Auf dich ist Verlass.
Trotz kleiner Schwächen auf der B-Seite natürlich *****.
keksofen
27.12.2006, 14:35
Den Status, den dieses Album ungerechterweise innehat, hätte "Surfer Rosa" (Pixies) oder "Daydream Nation" (Sonic Youth) fürwahr eher verdient!
"Surfer Rosa" und "Daydream Nation" sind keine unterschätzten Werke, haben doch Klassikerstatus.
Zu kurz gekommen ist da eher Greg Sage mit den Wipers, die ersten drei Alben bewegen sich auf gleicher Höhe, trotzdem ist er leider recht unbekannt geblieben.
kleinunddick
27.12.2006, 21:17
ein klasisker, der letzte, mehr nicht. nur ein tor fragt da, ob verdient oder unverdient.
Zu kurz gekommen ist da eher Greg Sage mit den Wipers, die ersten drei Alben bewegen sich auf gleicher Höhe, trotzdem ist er leider recht unbekannt geblieben.
In meinen Augen ist alles von den Wipers großartiger als "Nevermind".
misterix
27.12.2006, 21:44
ein klasisker, der letzte, mehr nicht. nur ein tor fragt da, ob verdient oder unverdient.
Und thor!!! Ein klasiskes tor! Ob verdient oder unverdient, egal, zum Eigenthor verwandelte kleinesunddickesmüller...
misterix
27.12.2006, 21:51
"Surfer Rosa" und "Daydream Nation" sind keine unterschätzten Werke, haben doch Klassikerstatus.
Schon klar, schon klar. Aber eben diese beiden Alben hätten durchaus eher dieses Superlativengedöns verdient, das leider "Nevermind" zugute kam. Viel Rauch um fast nichts. "Nevermind" bleibt ein Ärgernis.
Und nehmen wir zu den Pixies und Sonic Youth noch Dinosaur Jr. und natürlich "Youth Of America" von den Wipers mit dazu - und schon wird ganz offensichtlich jedes Nirvanapearljamsoundgardengedudel sowas von unnötig.
Daniel_Belsazar
27.12.2006, 22:23
Schon klar, schon klar. Aber eben diese beiden Alben hätten durchaus eher dieses Superlativengedöns verdient, das leider "Nevermind" zugute kam. Viel Rauch um fast nichts. "Nevermind" bleibt ein Ärgernis.
Und nehmen wir zu den Pixies und Sonic Youth noch Dinosaur Jr. und natürlich "Youth Of America" von den Wipers mit dazu - und schon wird ganz offensichtlich jedes Nirvanapearljamsoundgardengedudel sowas von unnötig.
Was hast Du eigentlich immer mit Nevermind und Nirvana? Haben die Dir was besonders Böses angetan?
Ich hab es nicht jeden Tag gehört und tu es heute weiß Gott erst recht nicht, aber vor allem durch die Produktion und das dazu gehörige Schlagzeug-Spiel ist es schon ein Klassiker. Nevermind und kein anderes Album, sei es auch noch so toll und musikalisch viel wertvoller, brachte den Rocksound zurück in den Mainstream. So sehr ich die Wipers und viele andere Erwähnte liebe. Das ist schlicht Geschichte. Punkt.
kleinunddick
28.12.2006, 00:23
Und thor!!! Ein klasiskes tor! Ob verdient oder unverdient, egal, zum Eigenthor verwandelte kleinesunddickesmüller...
holländer? oder rechtschreibschwäche? :lach:
Dörte Densing
28.12.2006, 00:58
Vier ordentliche Songs ("Smells Like Teen Spirit", "In Bloom", "Come As You Are" und "Lithium"), der Rest taugt absolut nichts. Besonders die B-Seite ist wirklich katastrophal.
Insgesamt **
Cannonball
28.12.2006, 01:04
Kann es mittlerweile auch nicht mehr hören. Erkenne zwar die "Wichtigkeit" des Albums an, würde inzwischen aber höchstens * * * 1/2 geben.
kleinunddick
28.12.2006, 01:10
Vier ordentliche Songs ("Smells Like Teen Spirit", "In Bloom", "Come As You Are" und "Lithium"), der Rest taugt absolut nichts. Besonders die B-Seite ist wirklich katastrophal.
Insgesamt **
hihihi, dass du ausgerechnet die vier singles aufzählst, zufall? meine favoriten sind ja "territorial pissings" und der hidden track.
Dörte Densing
28.12.2006, 01:12
@ kleinunddick
Selbst hihi.
Das zeugt lediglich davon, daß die Leute bei Geffen ein gutes Gehör hatten und ein sicheres Händchen bei der Singleauswahl besaßen.
holländer? oder rechtschreibschwäche? :lach:
http://forum.cinefacts.de/images/smilies/blindfolded.gif
misterix
28.12.2006, 08:36
Was hast Du eigentlich immer mit Nevermind und Nirvana? Haben die Dir was besonders Böses angetan?
Ich hab es nicht jeden Tag gehört und tu es heute weiß Gott erst recht nicht, aber vor allem durch die Produktion und das dazu gehörige Schlagzeug-Spiel ist es schon ein Klassiker. Nevermind und kein anderes Album, sei es auch noch so toll und musikalisch viel wertvoller, brachte den Rocksound zurück in den Mainstream. So sehr ich die Wipers und viele andere Erwähnte liebe. Das ist schlicht Geschichte. Punkt.
Jaja, ich Böser, ich! Ständig maule ich über Nirvana, jedes zweite Posting von mir hat "Nevermind" als Zielscheibe und überdies mache ich mich in diesem Zusammenhang übelster Blasphemie schuldig...
Mal halblang, dieser Thread existiert und mit ihm folglich auch nicht nur Lobhudelei, "Klassiker" hin oder her. Aufgrund des damaligen Getue um "Nevermind" hörte ich es mir selbstredend seinerzeit an. Es rührte mich nicht an, die angebliche Großartigkeit und übersteigert verklärte lang ersehnte Rückkehr der ach so authentischen Rockherrlichkeit sah ich darin nun wirklich nicht. Vielleicht lags auch an meinem Alter, vielleicht hörte ich wirklich Atemberaubenderes vorher und solches, davon abgesehen, auch durchaus in der Post-Nevermind-Zeit...
Also, das Heilsbringergetue von wegen "Nirvana brachten den Rock zurück" - und diesen überdies noch in den "Mainstream" - ist überzogene Heldeneposherrlichkeit und (mit Verlaub) lächerlich. Als wäre "Rock" dem Mainstream je wirklich verlustig gegangen. "Nevermind" selbst wurde mit einiger Verspätung gehypt und dieser Hype fiel einem ganz bestimmten lauernden Rockpublikum förmlich in den Schoß, die nur auf ihren zweiten - wenn nicht gar dritten - Frühling warteten, um mit unverhältnismässigen Freudengeheul die 80er in Bausch und Bogen zu verdammen. Ja, hätten diese Herrschaften mal in den Achtzigern Augen und Ohren offen gehabt, so hätten sie sich nicht dermassen an "Nevermind" aufgeilen müssen.
Aber so ging's ja bekanntlicherweise mit anderen "Klassikern" auch in den Dekaden vorher schon - aber wirklich hanebüchen überzogen wurds erst mit Nirvana. Andere Frage: Was wäre, wenn K. Cobain sich nicht die Rübe weggepustet hätte?
Schlicht Geschichte?
misterix
28.12.2006, 08:41
holländer? oder rechtschreibschwäche? :lach:
Jaja, Torheit schützt vor Holländern nicht. Vor klasiskern übrigens auch nicht...
1991 war ich noch zu jung um von dem Hype etwas mitzubekommen.
Nüchtern betrachtet ein gutes Album **** das zum Höhepunkt von MTV rausgekommen ist und dadurch leider totgespielt wurde.
Cobain selbst war von seiner Haltung her wichtiger als das was er gespielt hat.
Nur so 'ne Idee: Wenn die Pixies und Sonic Youth MTV gerockt hätten und stattdessen Nevermind als Kritikerliebling und Bescheidwisserplatte geendet wäre, würde die Diskussion hier wohl ganz anders verlaufen. In Hipster-Kreisen ist das halt so eine Sache mit dem Mainstream-Erfolg. Hätte z.B. Nick Drake den kommerziellen Erfolg gehabt, den er suchte, würde er heute wahrscheinlich direkt neben James Taylor in der Liste der uncoolen Leute stehen.
Nevermind ist natürlich ein monströs gutes Rock-Album. Fast durchweg hervorragende Songs, klar und auf den Punkt produziert und trotzdem ständig in erregender Nähe zum Chaos.
Übermäßig innovativ war das Ganze sicher nicht. Aber man sollte es nicht gegen die Platte verwenden, dass sie offenbar - wohl eher zufällig - einen Zeitgeist-Nerv getroffen hat. Und natürlich kann man sie nicht für mittelmäßige Mucker wie Pearl Jam zur Verantwortung ziehen.
Das mit dem "Zurückbringen des Rock-Sounds" ist schon an sich ein zweischneidiges Lob. Abgesehen davon ist Nevermind bei aller Brachialität weit von breitbeinigem Rockisten-Posertum entfernt. Die Depression lugt aus jeder Ritze. Zur Großartigkeit dieser Platte gehört, dass sie diese Seelenpein nie mit jener stilisierten Selbstmitleidigkeit und dem selbstgefälligem Kunst-Gestus darbietet, die so viele Post-Punk- und Indie-Platten verschandeln (und übrigens auch In Utero, auf der die Angst Cobains vor dem Mainstream leider wieder deutlich zu hören ist).
Sonic Juice
28.12.2006, 14:19
Schön geschrieben, Ah Um! Da kann ich hinter jeden Satz ein Häkchen setzen.
Dick Laurent
28.12.2006, 14:59
Ich kann hinter jeden Satz von misterix ein Häkchen setzen, beschreibt er doch ziemlich exakt meine damalige Wahrnehmung. Und das, bevor Nirvana zum Hype erklärt wurde!
Ich teile Ah Ums Ansicht. Dass du, Dickie, mit Nevermind nichts anfangen konntest und kannst, wundert mich nicht. Darauf brauchst du aber nicht auch noch stolz zu sein.
Dick Laurent
28.12.2006, 15:16
Darauf brauchst du aber nicht auch noch stolz zu sein.
ich bin auf nix stolz, ich höre nur. Und nochmal, dieses Album war es mir damals nicht wert, komplett auf eine Kassette überspielt zu werden, das war und ist ein mittelprächtiges Album mit zwei oder drei besseren Songs. Reichlich schwach, in Diskussionen mit diesem "anti Mainstream"-Argument zu kommen (dem Album aber angemessen schwach!)...
Wer Nirvana für die Rückkehr der Rock-Musik hält, der hat einfach vorher nur das falsche gehört. Das haben wohl ziemlich viele damals getan und nur damit lässt sich der Erfolg dieses Albums erklären, nicht mit "mönströs gut", Erfolg und Qualität haben nicht immer etwas miteinander zu tun, das richtige Timing ist dafür viel wichtiger (ob absichtlich oder nicht ändert da nix dran). Und natürlich ist der Erfolg von Nirvana auch für die breite Wahrnehmung der Pearl Jam Dumpfbacken verantwortlich!
The Imposter
28.12.2006, 15:19
ich hab da auch nur ein paar ganz gute und einen sehr guten Song gehört und auch nicht verstanden warum da so ein Wirbel drum gemacht wurde
In meinen Augen ist alles von den Wipers großartiger als "Nevermind".Wenn wir mal vom Optischen Eindruck absehen, in meinen Ohren nicht. So sehr ich die Wipers schätze, manche ihrer Platten haben gewisse Längen und Wiederholungen, die mich nicht so recht begeistern.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass alle, die hier "Nevermind" lieber hinter "Surfer Rosa", "Daydream Nation", "Siamese Dream" oder diversen Wipers LPs sehen respektive hören, zu dieser Meinung vor allem kommen, weil "Nevermind" so erfolgreich war und ist. Es hat mir hier noch niemand inhaltlich und musikalisch begründen können, warum diese Platte kein Meisterwerk ist.
Sokrates
28.12.2006, 16:01
Es hat mir hier noch niemand inhaltlich und musikalisch begründen können, warum diese Platte kein Meisterwerk ist.
Doch, weiter vorne hat jemand darauf hingewiesen, dass das Album auf Seite 2 stark abfällt. Von „Territorial Pissings” bis „Stay Away” hören wir tatsächlich viel austauschbares Geschrubbe. Nur eine gute Seite ist für einen Fünfsterner zu wenig.
Dieses "austauschbare Geschrubbe" ist es womöglich, was dann doch wieder eine Nähe zu den Pixies oder Hüsker Dü herstellt. ;-)
Tiny Bubble
28.12.2006, 16:17
Nunja, Nevermind ist ein zweischneidiges Schwert. Für die damalige Zeit mag es großartig gewesen sein und den Leuten gezeigt haben, was noch alles möglich ist. Ich persönlich finde es jedoch aus heutiger Sicht schlicht überbewertet. Den Status eines Meisterwerks erreicht es nun wirklich nicht.
Smells Like Teen Spirit, klar, ein guter Song, der noch so frisch wie damals klingt.
In Bloom ist auch ganz nett. Come As You Are gehört zu meinen Nirvana-Favoriten. Ebenso Polly und Lithium. Breed ist noch ganz gut.
Drain You, Stay Away und Lounge Act fangen ganz nett an, werden aber immer langweiliger.
Der Rest des Albums erscheint mir als nicht mehr erwähnenswert.
Aber Krist Novoselić's Bassspiel gefällt mir, übrigens auch Bassist, recht gut. : - )
Musikgeschichte ist es aber allemal. Auch wenn ich dem Album im Musikunterricht nur einige wenige Minuten widmen würde. ;)
Dick Laurent
28.12.2006, 16:22
Es hat mir hier noch niemand inhaltlich und musikalisch begründen können, warum diese Platte kein Meisterwerk ist.
lass ein "k" weg, und ich stimme dir zu.
Kann bis heute nicht verstehen, was an Smells Like Teen Spirit großartig sein soll.
Sokrates
28.12.2006, 17:38
@ oldboy:
Der Song hat schon sehr viel Kraft. Allerdings darf man sich nicht täuschen lassen. In der Making of-DVD wird Schritt für Schritt vorgeführt, wie Butch Vig die Gitarren und den Gesang doppelt. Der Song bekommt so bedeutend mehr Druck. M.a.W. live könnte er stark verloren haben.
Kurt Cobain hat mal irgendwo (in den Tagebüchern oder der Documentary, weiß nicht mehr genau) gesagt, dass das „Smells Like Teen Spirit”-Riff an „Godzilla” von Blue Oyster Cult angelehnt ist. Dem würde ich nicht widersprechen wollen - und es wertet den Song eigentlich nicht weiter auf. :-)
Daniel_Belsazar
28.12.2006, 18:28
Nur so 'ne Idee: Wenn die Pixies und Sonic Youth MTV gerockt hätten und stattdessen Nevermind als Kritikerliebling und Bescheidwisserplatte geendet wäre, würde die Diskussion hier wohl ganz anders verlaufen.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass alle, die hier "Nevermind" lieber hinter "Surfer Rosa", "Daydream Nation", "Siamese Dream" oder diversen Wipers LPs sehen respektive hören, zu dieser Meinung vor allem kommen, weil "Nevermind" so erfolgreich war und ist.
Das sehe ich ähnlich.
Das mit dem "Zurückbringen des Rock-Sounds" ist schon an sich ein zweischneidiges Lob. Abgesehen davon ist Nevermind bei aller Brachialität weit von breitbeinigem Rockisten-Posertum entfernt.
Wer Nirvana für die Rückkehr der Rock-Musik hält, der hat einfach vorher nur das falsche gehört. Das haben wohl ziemlich viele damals getan ...
Also, das Heilsbringergetue von wegen "Nirvana brachten den Rock zurück" - und diesen überdies noch in den "Mainstream" - ist überzogene Heldeneposherrlichkeit und (mit Verlaub) lächerlich. Als wäre "Rock" dem Mainstream je wirklich verlustig gegangen.
Da sich das alles wohl auf meine Bemerkung bezieht:
Natürlich ist Nirvana als Band meilenweit von jedem "Rockisten-Posertum" entfernt, das steht doch außer Frage. Das war in Sound und Haltung nordamerikanischer Nicht-Ostküsten Punk und natürlich stark von "Übervater" Sage und anderen inspiriert. Damit stand die Band in Seattle 1989 ja auch nicht ganz alleine da. Siehe den Subpop-Output der Zeit und den Nirvana-Erstling Bleach - den Ihr natürlich damals sicher wie zig Millionen andere alle gehört habt. So wie die 20.000 anderen, die damals in der Deutschland-Halle um mich herum bspw. Mudhoney tosend umjubelten ... :-)
Bei dem Produzenten von Nevermind bin ich mir aber schon nicht mehr ganz so sicher. Jedenfalls ist Butch Vig deutlich rockorientiert (hat übrigens auch das grandiose Debut der Smashing Pumpkins, "Gish", mit dem supergigantischen "Siva"-Track produziert, ein paar Wochen vor Nevermind - oder ist das eigentlich auch so Scheiße?). Und den sollte man bei Nevermind auf gar keinen Fall vergessen, weil der Soundschliff aus der Richtung kommt. Vermutlich hat der sich mit dem Drummer Dave Grohl verbunden - war der nicht zwischen Bleach und Nevermind zur Band gestoßen, "gecastet" würde man heute neudeutschig sagen?
Worum es mir geht: Als Nevermind erfolgreich wurde, gab es in den Charts und bis weit darunter keinen auch nur ansatzweise so "fetten" Powersound einer händisch spielenden Rhythmussektion, und schon gar nicht im AOR-Mainstream. Wer dieses 80er-Jahre besänftigend zurückgemischte Gekleister und dessen Abkömmlinge aus Hollywood für genuinen Rock hält, hat wohl in der Tat das Falsche gehört. Und in diesem Sinne ist Nevermind mit dem überwältigenden Erfolg - den wohl niemand in dieser Form auch nur annähernd erwartet hat - die Rückkehr des Rocksounds (ca. erste Hälfte der 70er) in den Mainstream.
(@Dick: Du bist ja wahrscheinlich von der Realitätsfrage über die Zen-Ausbildung im Bigmuff gelandet - der klassische Mainstream-Punkrockdreisprung der 80er also. Es war die Rede von der Rückkehr in den Mainstream, nicht von der "Rückkehr der Rock-Musik" an sich. Das nächstemal dann bitte richtig lesen, danke, das erspart vieles.)
Mit "Heilsbringergetue" für die Band Nirvana hat das übrigens nix zu tun. Dieser Vorwurf, Misterix, ist - mit Verlaub - einfach lächerlich und zielt ins Leere. Nirvana und speziell Cobain werden insgesamt gerne überschätzt, da kann ich Dir gut folgen.
Es ist einfach eine Feststellung zum Album Nevermind. Dieses bleibt ein Meilenstein der jüngeren Historie der populären Musik - nicht weil es Erfolg hatte, sondern vor allem weil es das mit einem zur damaligen Zeit dafür sehr ungewöhnlichen Sound hatte. Überraschend neu, wenn auch Traditionen wiederbelebend.
Noch Fragen?
kleinunddick
28.12.2006, 18:49
@ kleinunddick
Selbst hihi.
Das zeugt lediglich davon, daß die Leute bei Geffen ein gutes Gehör hatten und ein sicheres Händchen bei der Singleauswahl besaßen.
höre ich da einen hauch von hörigkeit in deiner stimme? ;-)
kleinunddick
28.12.2006, 18:50
http://forum.cinefacts.de/images/smilies/blindfolded.gif
?
Sokrates
28.12.2006, 18:53
@ Daniel:
Keine Fragen, aber Anmerkungen. Deine Argumention ist zu sehr auf die Musik verengt.
„Nevermind” ist nicht wegen der Musik, erst recht nicht wegen der Rhythmusgruppe oder auch nur wegen seines ungewöhnlichen Sounds ein Meilenstein geworden. Das war ja auch nur ein bisschen Studiospielerei von Butch Vig (vgl. meinen vorigen Post).
Seine Bedeutung ergibt sich doch eindeutig aus außermusikalischen Faktoren. Dazu gehörten: Der Erfolg von „Nevermind” wurde von der Teen-Spirit-Single gezogen. Das Video dazu war außergewöhnlich, lief viel auf MTV und das bedeutete damals auch noch was. Die Persönlichkeit/das Schicksal Cobains rührte mit seiner Mischung aus Depresseion und Drogensucht viele an (vgl. Doherty heute). Seine Wut, Angst und Depression erschienen glaubwürdig und echt. Die Band verkörperte auf diese Weise zu der Zeit einen anderen Typus Künstler als die, die bis dahin vorherrschend waren, und traf das Lebensgefühl einer Generation. Manchmal erscheint ein Album genau zur richtigen Zeit, ohne dass seine Macher das vorhersehen konnten oder auch nur anstrebten. (Dies würde Cobains anschließende Malaise erklären.)
Ich sehe da u.a. Ähnlichkeiten mit den Anfängen des Rock'n'Roll, dessen Erfolg auch nicht nur in der Musik lag, sondern in außermusikalischen Faktoren (Sex in einer spießigen Gesellschaft etc.)
Dick Laurent
28.12.2006, 18:59
Das sehe ich ähnlich.
fein, dass ihr das alle ähnlich seht. Damit ignoriert ihr zwar alle Aussagen von Personen, denen das Album schon nichts bedeutete, bevor es zur Legende wurde, aber egal.
Da sich das alles wohl auf meine Bemerkung bezieht:
(@Dick: Du bist ja wahrscheinlich von der Realitätsfrage über die Zen-Ausbildung im Bigmuff gelandet - der klassische Mainstream-Punkrockdreisprung der 80er also. Es war die Rede von der Rückkehr in den Mainstream, nicht von der "Rückkehr der Rock-Musik" an sich. Das nächstemal dann bitte richtig lesen, danke, das erspart vieles.)
du bist ja nicht der erste, der sowas behauptet. Und für "Rückkehr in den Mainstream" kann ich keine ***** geben. Es geht darum, was das Album mir bedeutet und bedeutet hat. Und da ist nichts, nada, rien. Geschissen auf Mainstream oder nicht!
(wer es wie wo warum und mit wieviel gedoppelten Sounds produziert hat ist mir übrigens auch egal, genau wie dem Mainstreamhörer!)
Bei Ercheinen fand ich das Album toll, mittlerweile kann ich damit nichts mehr anfangen. Hab's seit Jahren nicht mehr gehört.
Bei Ercheinen fand ich das Album toll, mittlerweile kann ich damit nichts mehr anfangen. Hab's seit Jahren nicht mehr gehört.
Geht mir genauso. Nirvana an sich sind für mich in den letzten 2 Jahren immer unwichtiger geworden
Die These, sie hätten den Rock zurück in den Mainstream gebracht halte ich für abwegig. Das gleich hat man ein paar Jahre vorher beim Erscheinen von Appetite For Destruction auch schon über Guns N´Roses gesagt. Nirvana haben diesem Genre ein völlig neues Gesicht gegeben, indem sie alle Sleaze-Rock und Metal Bands des Feldes verwiesen, das stimmt, aber die fanden vor Nirvana trotzdem auch im Mainstream statt.
Mal abgesehen davon, dass die These "Nirvana brachte den Rock zurück in den Mainstream" schon arg verkürzt ist, abwegig ist sie mitnichten. Es besteht nämlich durchaus ein Unterschied zwischen dem Rock von Nirvana und dem von Guns'n'Roses. Von den MOR Rockern wie Bon Jovi, Europe etc. ganz zu schweigen. Im Mainstream Radio lief bis "Teen Spirit" übrigens so gut wie gar kein Rock (bis auf die eben genannten Fönfrisurträger).
Im Mainstream Radio lief bis "Teen Spirit" übrigens so gut wie gar kein Rock (bis auf die eben genannten Fönfrisurträger).Und dann kamen "Metallica", "Blood Sugar Sex Magik", "Nevermind" und "Ten" um die Ecke gebogen.
Dörte Densing
28.12.2006, 21:50
höre ich da einen hauch von hörigkeit in deiner stimme? ;-)
Das hättest du wohl gern. ;-) Hörigkeit gibt es bei mir nicht. Ich bin eine independent woman. Schlag's nach bei Destiny's Child.
Daniel_Belsazar
28.12.2006, 22:19
Es geht darum, was das Album mir bedeutet und bedeutet hat. Und da ist nichts, nada, rien. Geschissen auf Mainstream oder nicht! (wer es wie wo warum und mit wieviel gedoppelten Sounds produziert hat ist mir übrigens auch egal, genau wie dem Mainstreamhörer!)
Hugh, ich habe gesprochen! Das ist eine simple Meinungsäußerung, aber wohl kaum ein Kommunikationsansatz. Stimm halt einfach ab und Schluss, denn wen sollte das warum interessieren - es geht doch ausschließlich darum, was es dir persönlich bedeutet, ohne jeden Anspruch auf Geltung für andere, oder? Aus welchem Grund fühlst Du Dich denn zur Diskussion bemüßigt, lass doch die anderen reden.
Daniel_Belsazar
28.12.2006, 22:24
@ Daniel:
Keine Fragen, aber Anmerkungen. Deine Argumention ist zu sehr auf die Musik verengt.
„Nevermind” ist nicht wegen der Musik, erst recht nicht wegen der Rhythmusgruppe oder auch nur wegen seines ungewöhnlichen Sounds ein Meilenstein geworden. Das war ja auch nur ein bisschen Studiospielerei von Butch Vig (vgl. meinen vorigen Post).
Seine Bedeutung ergibt sich doch eindeutig aus außermusikalischen Faktoren. Dazu gehörten: Der Erfolg von „Nevermind” wurde von der Teen-Spirit-Single gezogen. Das Video dazu war außergewöhnlich, lief viel auf MTV und das bedeutete damals auch noch was. Die Persönlichkeit/das Schicksal Cobains rührte mit seiner Mischung aus Depresseion und Drogensucht viele an (vgl. Doherty heute). Seine Wut, Angst und Depression erschienen glaubwürdig und echt. Die Band verkörperte auf diese Weise zu der Zeit einen anderen Typus Künstler als die, die bis dahin vorherrschend waren, und traf das Lebensgefühl einer Generation. Manchmal erscheint ein Album genau zur richtigen Zeit, ohne dass seine Macher das vorhersehen konnten oder auch nur anstrebten. (Dies würde Cobains anschließende Malaise erklären.)
Ich sehe da u.a. Ähnlichkeiten mit den Anfängen des Rock'n'Roll, dessen Erfolg auch nicht nur in der Musik lag, sondern in außermusikalischen Faktoren (Sex in einer spießigen Gesellschaft etc.)
Ich stimme Dir zu in Bezug auf die Bedeutung des Video-Airplays zur Verbreitung der Platte.
Dem Rest allerdings schon nicht mehr so sehr, das kam eigentlich erst auf, als mindestens 4/5 des damaligen Verkaufs durch waren. Dass Nevermind damals in nahezu jeder Kneipe in Berlin rauf und runter lief, hatte jedenfalls in meiner Wahrnehmung wenig bis gar nichts mit den Personen der Musik zu tun, sondern nahezu ausschließlich mit dem Sound.
Daniel_Belsazar
28.12.2006, 22:32
Mal abgesehen davon, dass die These "Nirvana brachte den Rock zurück in den Mainstream" schon arg verkürzt ist ...
Das ist sie naturgemäß, wir schreiben doch hier keine Doktorarbeiten ... und ich schon gar nicht. ;-)
Aber der Richtigstellung halber nochmal das Originalzitat:
"Nevermind und kein anderes Album, sei es auch noch so toll und musikalisch viel wertvoller, brachte den Rocksound zurück in den Mainstream."
Es ging mir also um Nevermind und nicht um die Band Nirvana, das bitte ich festzuhalten.
Ihr dürft euch ansonsten gern weiter streiten, ob das abwegig ist oder nicht ...
Dick Laurent
28.12.2006, 22:34
es geht doch ausschließlich darum, was es dir persönlich bedeutet, ohne jeden Anspruch auf Geltung für andere, oder? Aus welchem Grund fühlst Du Dich denn zur Diskussion bemüßigt, lass doch die anderen reden.
ach so, es geht darum, was das Album für andere bedeutet. Na da kann ich ja auch bei allmusic nachschlagen oder google benutzen, warum also mit Deppen diskutieren, die sich hinter Aliasen verstecken...
Dick Laurent
28.12.2006, 22:39
Dass Nevermind damals in nahezu jeder Kneipe in Berlin rauf und runter lief, hatte jedenfalls in meiner Wahrnehmung wenig bis gar nichts mit den Personen der Musik zu tun, sondern nahezu ausschließlich mit dem Sound.
na also, persönliche Wahrnehmung, geht doch...
In meiner Wahrnehmung hatte es sehr viel mit Cobain, sehr viel mit dem Video, sehr viel mit "here we are now, entertain us" als mitgröhlbarem Textfetzen zu tun.
Im Grunde reduziert sich die Kernaussage von Nirvana auf Cobains Haarschnitt.
Daniel_Belsazar
28.12.2006, 22:53
na also, persönliche Wahrnehmung, geht doch...
In meiner Wahrnehmung hatte es sehr viel mit Cobain, sehr viel mit dem Video, sehr viel mit "here we are now, entertain us" als mitgröhlbarem Textfetzen zu tun.
Das Sein bestimmt ja bekanntlich das Bewusstsein. Und so backen wir uns aus den von uns wahrgenommenen Dingen das jeweilige Weltbild. Nicht, dass ich Cobain, Video und Mitgröhl-Effekt nicht mitbekommen hätte, dafür hätte man ja blind und taub durch die Gegend taumeln müssen.
Das erfährt bei mir aber in Abwägung mit vielen anderen Wahrnehmungen offensichtlich eine andere Wertung als bei Dir. Stellt sich dann die Frage, warum das so ist. Wenigstens habe ich versucht, meine Sicht zu begründen. Du brauchst das ja nicht, das geht bei Dir ja eher ex cathedra und - um einen Begriff von Mikko zu missbrauchen - extrem verkürzend.
Dick Laurent
28.12.2006, 23:05
die beiden wesentlichen Punkte sind für mich Cobain (und die Visualisierung im Video) sowie der Refrain, dann erst Musik und Produktion.
Cobain vereinnamt alle Widersprüchlichkeiten und Eigenschaften dieser Generation in einer Person. Gutaussehend und sich einen Scheiss drum kümmernd, intelligent und "nur" protestierend und desillusioniert usw... Ein anderer Frontmann, kein Nirvana!!!
Dazu dann eben der mitgröhlbare Refrain als nahezu einzig verständlicher Textfetzen (fast so gut wie ne Oasis Zeile), das wars. Natürlich hätte das mit ner Harfe nicht funktioniert, aber wer da nun Gitarre/Schlagzeug/Bass spielte war nicht weiter wichtig - ist es bei Bands ja eigentlich nie. Und die Produktion musste nur zeitgemäß sein.
Cannonball
28.12.2006, 23:43
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass alle, die hier "Nevermind" lieber hinter "Surfer Rosa", "Daydream Nation", "Siamese Dream" oder diversen Wipers LPs sehen respektive hören, zu dieser Meinung vor allem kommen, weil "Nevermind" so erfolgreich war und ist.
Falsch.
Es hat mir hier noch niemand inhaltlich und musikalisch begründen können, warum diese Platte kein Meisterwerk ist.
Gähn...
Daniel_Belsazar
28.12.2006, 23:54
die beiden wesentlichen Punkte sind für mich Cobain (und die Visualisierung im Video) sowie der Refrain, dann erst Musik und Produktion.
Cobain vereinnamt alle Widersprüchlichkeiten und Eigenschaften dieser Generation in einer Person. Gutaussehend und sich einen Scheiss drum kümmernd, intelligent und "nur" protestierend und desillusioniert usw... Ein anderer Frontmann, kein Nirvana!!!
Dazu dann eben der mitgröhlbare Refrain als nahezu einzig verständlicher Textfetzen (fast so gut wie ne Oasis Zeile), das wars. Natürlich hätte das mit ner Harfe nicht funktioniert, aber wer da nun Gitarre/Schlagzeug/Bass spielte war nicht weiter wichtig - ist es bei Bands ja eigentlich nie. Und die Produktion musste nur zeitgemäß sein.
Na also, geht doch.
Es ist tatsächlich eine sehr verkürzte und zum Teil widersprüchliche Sicht der Dinge.
1) Nirvana = Cobain. Sicher als Frontmann im Vordergrund, ich halte das Schlagzeugspiel Grohls jedoch für ebenso wichtig - ohne dieses gäb´s jedenfalls kein Nevermind. Und natürlich hätte es kein Nirvana ohne Cobain gegeben - das ist aber doch eine ziemlich banale Aussage, oder?
2) Video + Mitgröhl-Refrain "Teen Spirit" = Nevermind. Wenn das Album nicht aus einem Guss wäre und zum Großteil das gleiche Level (wie auch immer man es beurteilen mag) hält, wäre es bei der Single geblieben und Schluss. Die Gleichsetzung geht nicht auf. Und mitsingbare Hooklines finde ich eigentlich gar nicht so schlecht, muss ich ehrlich zugeben. Das gehört zum Wesen des Pop (wenn es denn eins gibt).
3) Obwohl das ganze Nirvana-Gemurkse so blöd ist, "vereinnamt" Cobain aber auch gleich "alle Widersprüchlichkeiten und Eigenschaften dieser Generation in einer Person". Mein lieber Mann, das grenzt ja dann doch an Heldenverehrung, oder? Das klingt ja wie ein ganzer Sack voller Heiligkeit, aber ehrlich. Hast Du Dich da bestimmt nicht vertan? Wenn nicht, dann haust Du sozusagen mit Nirvana / Cobain eine ganze Generation, oder verstehe ich da was falsch? Wie alt bist Du eigentlich? Ist das Deine eigene Generation, die da gemeint ist? Vernehme ich da etwas Selbsthass? Ist das der Hintergund des ganzen Boheis?
4) Die Produktion von Nevermind war eben nicht "zeitgemäß". Dann hätte sie nämlich ganz anders ausgesehen und das Ganze wäre nicht das geworden, was es wurde. Die Produktion war vielmehr Maßstäbe setzend und wegweisend. Das ist etwas anderes als zeitgemäß, eher zeitprägend.
5) Grohl gilt gemeinhin - meiner Meinung nach nicht zu Unrecht, man hört das bspw. auch bei Songs for the Deaf von Qotsa - als einer der besten zeitgenössischen Rockschlagzeuger. So ganz unwichtig ist es manchmal denn doch nicht, wer was spielt in einer Band, oder wer es produziert.
Sonic Juice
29.12.2006, 00:06
4) Die Produktion von Nevermind war eben nicht "zeitgemäß". Dann hätte sie nämlich ganz anders ausgesehen und das Ganze wäre nicht das geworden, was es wurde. Die Produktion war vielmehr Maßstäbe setzend und wegweisend. Das ist etwas anderes als zeitgemäß, eher zeitprägend.
Dafür spricht jedenfalls, dass ich damals - im positiven Sinne - völlig erschlagen war von diesem Sound. Mir hat Nirvana eigentlich erst die Tür zu allem geöffnet, was so weitläufig unter Indie lief und mir zuvor immer zu dünn und fahrig klang. Es hat die Wuchtigkeit des Metal mit der Attitüde und Intelligenz von Indie/Post-Punk/etc. vereint (was man gleichermaßen über das gesamte Grunge-Phänomen sagen könnte) und damit auch die Szenen zusammengeführt, die sich vorher er kritisch beäugten.
5) Grohl gilt gemeinhin - meiner Meinung nach nicht zu Unrecht, man hört das bspw. auch bei Songs for the Deaf von Qotsa - als einer der besten zeitgenössischen Rockschlagzeuger. So ganz unwichtig ist es manchmal denn doch nicht, wer was spielt in einer Band, oder wer es produziert.
Das sehe ich auch so. Ich finde den Schlagzeug-Sound auf "Nevermind" auch sehr beeindruckend. (Hätte er es mal besser beim Trommeln belassen. Als Sänger und Songschreiber ist er ja leider sehr blässlich.)
Mal abgesehen davon, dass die These "Nirvana brachte den Rock zurück in den Mainstream" schon arg verkürzt ist, abwegig ist sie mitnichten. Es besteht nämlich durchaus ein Unterschied zwischen dem Rock von Nirvana und dem von Guns'n'Roses. Von den MOR Rockern wie Bon Jovi, Europe etc. ganz zu schweigen. Im Mainstream Radio lief bis "Teen Spirit" übrigens so gut wie gar kein Rock (bis auf die eben genannten Fönfrisurträger).
Natürlich besteht ein Unterschied zwischen Guns N´Roses und Nirvana aber auch Guns N´Roses wurden kurz vorher als die neuen Heilsbringer des Rock geprießen, die den von dir genannten 80er Schmu an Hair-Metal Bands wegspülten und den Rock wieder erdeten. Sie waren zu Beginn ähnlich wenig user- bzw. radio friendly und hatten in einem kurzen Zeitfenster gar die selbe Zielgruppe wie Nirvana. Nur dass sich GNR bereits am Ende ihrer Existenz befanden, sich in einem Anflug von Größenwahn mehr oder weniger selbst demontierten und Nirvana, nebts dem ganzen Rattenmschwanz aus Seattle, das Feld überließen. Cobain war sich dessen ja auch bewusst. Hier ein Zitat aus der autorisierten Azerrad-Biografie:
"Als wir den Song heraus brachten (es geht um Tenn Spirit) - in der Position in der wir uns befanden -, wäre es unmöglich gewesen zu sagen, dass ich mich über die neue Rock-Bewegung lustig machte, ihr gegenüber gar sarkastisch oder verurteilend war. Ich wäre vom ersten Augenblick an auf Ablehnung gestoßen. Ich wollte die Leute an der Nase herum führen. Ich wollte, dass sie uns für die neuen Guns N´Roses hielten. Auf diese Weise konnten sie sich zuerst unsere Musik anhören, uns akzeptieren und dann vielleicht langsam anfangen, auf ein parr Dinge zu hören, die wir zu sagen hatten. Es war leichter so vorzugehen."
Mir hat Nirvana eigentlich erst die Tür zu allem geöffnet, was so weitläufig unter Indie lief und mir zuvor immer zu dünn und fahrig klang. Es hat die Wuchtigkeit des Metal mit der Attitüde und Intelligenz von Indie/Post-Punk/etc. vereint (was man gleichermaßen über das gesamte Grunge-Phänomen sagen könnte) und damit auch die Szenen zusammengeführt, die sich vorher er kritisch beäugten.
Das ist auch ein springender Punkt. Nirvana brachten nicht den Rock zurück sondern machten Indie mainstreamtauglich, wenn auch nicht ganz alleine. Auf einer anderen Ebene stießen damals auch die Red Hot Chili Peppers, Faith No More etc. wichtige Türen auf.
Dick Laurent
29.12.2006, 09:44
Es ist tatsächlich eine sehr verkürzte und zum Teil widersprüchliche Sicht der Dinge.
Um "Massen"bewegungen zu erklären, muss man verkürzen und vereinfachen. Zwei, maximal drei Dinge sind für so etwas von entscheidender Bedeutung, der Rest hängt hintendran. Widersprüche sehe ich weiterhin keine!
1) Nirvana = Cobain. Sicher als Frontmann im Vordergrund, ich halte das Schlagzeugspiel Grohls jedoch für ebenso wichtig - ohne dieses gäb´s jedenfalls kein Nevermind. Und natürlich hätte es kein Nirvana ohne Cobain gegeben - das ist aber doch eine ziemlich banale Aussage, oder?
2) Video + Mitgröhl-Refrain "Teen Spirit" = Nevermind. Wenn das Album nicht aus einem Guss wäre und zum Großteil das gleiche Level (wie auch immer man es beurteilen mag) hält, wäre es bei der Single geblieben und Schluss. Die Gleichsetzung geht nicht auf. Und mitsingbare Hooklines finde ich eigentlich gar nicht so schlecht, muss ich ehrlich zugeben. Das gehört zum Wesen des Pop (wenn es denn eins gibt).
3) Obwohl das ganze Nirvana-Gemurkse so blöd ist, "vereinnamt" Cobain aber auch gleich "alle Widersprüchlichkeiten und Eigenschaften dieser Generation in einer Person". Mein lieber Mann, das grenzt ja dann doch an Heldenverehrung, oder? Das klingt ja wie ein ganzer Sack voller Heiligkeit, aber ehrlich. Hast Du Dich da bestimmt nicht vertan? Wenn nicht, dann haust Du sozusagen mit Nirvana / Cobain eine ganze Generation, oder verstehe ich da was falsch? Wie alt bist Du eigentlich? Ist das Deine eigene Generation, die da gemeint ist? Vernehme ich da etwas Selbsthass? Ist das der Hintergund des ganzen Boheis?
4) Die Produktion von Nevermind war eben nicht "zeitgemäß". Dann hätte sie nämlich ganz anders ausgesehen und das Ganze wäre nicht das geworden, was es wurde. Die Produktion war vielmehr Maßstäbe setzend und wegweisend. Das ist etwas anderes als zeitgemäß, eher zeitprägend.
5) Grohl gilt gemeinhin - meiner Meinung nach nicht zu Unrecht, man hört das bspw. auch bei Songs for the Deaf von Qotsa - als einer der besten zeitgenössischen Rockschlagzeuger. So ganz unwichtig ist es manchmal denn doch nicht, wer was spielt in einer Band, oder wer es produziert.
1.) Banale Aussagen sind oft die treffendsten, so what. Grohl mag gut gewesen sein, ein anderer guter Drummer bei den Aufnahmen hätte es auch getan.
2.) Ich finde mitsingbare Hooklines auch nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Cobain könnte bei "Teen Spirit" auch die ganze Zeit "hä hä hä häää" nuscheln, solange er das "here we are now, entertain us" rausschreit. Diese Zeile ist der Schlüssel zur Wahrnehmung.
3.) Ich persönlich finde das Nirvana-Gemurkse blöd, ja. Ich könnte dir aber erklären (oder es versuchen, falls du mich verstehen würdest), warum es durch die Widersprüchlichkeiten der Person Cobain zu einem Massenmedium wurde. Cobain löst etwas aus, was beispielsweise Frank Black nicht schafft. Den ganzen persönlichen Blah von dir lasse ich besser unkommentiert!
4.) Zeitgemäß bedeutet nicht "veraltet, herkömmlich", sondern "der Zeit angemessen". Insofern war diese Produktion zeitgemäß, denn etliche andere Werke wurden parallel in dieselbe Richtung produziert (ist jedenfalls mein Empfinden).
5. Wie gesagt, bei den Aufnahmen hätten es andere Gitarristen, Schlagzeuger und vielleicht sogar Produzenten auch getan. Niemand wacht morgens auf und sagt sich "hey, da ist dieses druckvoll produzierte Album von dem Pixies Produzenten mit nem richtig geilen Schlagzeuger, das kauf ich!". Da funktioniert schon eher ein "Boah, da ist dieser abgefuckte Typ der here wer are... schreit, das will ich haben!".
Sokrates
29.12.2006, 10:07
@ dick:
Ist zwar noch früh, aber :bier:
misterix
29.12.2006, 11:03
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass alle, die hier "Nevermind" lieber hinter "Surfer Rosa", "Daydream Nation", "Siamese Dream" oder diversen Wipers LPs sehen respektive hören, zu dieser Meinung vor allem kommen, weil "Nevermind" so erfolgreich war und ist.
Ach, herrjeh, jetzt geht diese Leier wieder los.
Klar, logisch, alle "Indie-Spiesser" mögen erfolgreiches "Kulturgut" ja deswegen prinzipiell nicht, weil sie's mit jedem Hinz und Kunz teilen müssen. Alter Hut und immer wieder gerne in solchen Diskussionen wie hier genommen. Weshalb ich trotzdem drauf anspringe?
Weil ich in diesem Thread hier (wie schon im übrigen immer wieder erneut immer wieder erneut und nochmal und nochmal und nochmal und...) kundtun möchte, daß ich mich beim Hören von Musik ganz einfach auf meine Ohren, mein Empfinden und meinen Geschmack verlasse. Natürlich ist nicht minder wichtig, welche Aussagekraft hinter dem Gehörten steckt, von mir aus auch ihre "Wichtigkeit" - kurz: Relevanz.
Musikalisch gibt mir persönlich "Nevermind" nichts. Null! Nada! Die Depression eines K. Cobain wirkte auf mich abgeschmackt. Wohlgemerkt zu seinen Lebzeiten schon - und danach liess es/er mich auch kalt. Depressionen gab's vorher schon zuhauf in der Rockgeschichte, und diese wurden auch schon mal besser im Werk eines betreffenden Künstlers verarbeitet. Und dabei möchte ich direkt auf die, die hier irgendwo bereits wegen ihres Kunstanspruchs genannten "Postpunk"-Werke, verweisen. Die mir eben wegen dieses Kunstanspruches und ihrer nicht allzu platten, aufdringlichen Art und Weise viel mehr zusagen. Nur weil gewisse Metaphern, Anspielungen und Texte, bei denen man eine Ecke weiter denken muß, nicht allzu offensichtlich sich offenbaren, müssen die betreffenden Alben nicht hinter einer angeblichen "Nevermind"'schen "Grossartigkeit" hinten an stehen. Brüllt halt nicht jeder ein plakatives "here we are now, entertain us" haraus. Viele haben sowas auch gar nicht nötig, um Grösse zu zeigen.
Soweit, so gut.
Kurz, wären "Surfer Rosa" und "Daydream Nation", oder von mir aus auch sowas wie "Satan, Bugs Bunny and me" kommerzielle Überflieger gewesen, so wären diese mir genauso lieb und teuer, wie sie mir auch so sind. Oder anders herum: "Closer", "Psychocandy", "Black Celebration" und "Never Mind The Bollocks..." verwerfe ich ja auch nicht, weil sie so erfolgreich waren. Dies zu sogenannten "Bescheidwisserplatten"...
Was mir allerdings immer wieder in "Nevermind"-Diskussionen auffällt, ist der Widerspruch, daß die glühenden Nirvana-Verehrer zum einen an den ach so überproduzierten, glatten und "rockarmen" Produktionen der Achtziger kein gutes Haar lassen und zum anderen den "fetten" Sound von "Nevermind" explizit loben, da vorher jede "Indie"-Platte ja so scheppernd und dünn geklungen habe. Na, Holla. Meistens frage ich diese Leute dann, was sie denn vor "Nevermind" gehört hätten. Meistens kenne ich die Antwort schon vorher: "Metal". Ach...
Ich möchte mich weiß Gott nicht erdreisten zu behaupten, diese Leute hätten vor Nirvana einen "falschen" Musikgeschmack gehabt. Aber ein wenig Recherche in Punkto Musikhistorie hilft schon oft ein wenig, auch wenn's "nur" ein Aufarbeiten mancher "Defizite" sein sollte.
Aber sollte "Nevermind" doch auch gute Seiten haben? Ja, durchaus. Natürlich ist es schön zu erfahren, daß jüngere Jahrgänge oder Vertreter einer härteren (Rock-) Gangart durch dieses Album sich bemüssigt fühlten, tiefer zu graben. Aber die Liga der unverbesserlichen Rockpuristen bekamen mit "Nevermind" leider auch neues Futter und "ihre" Bestätigung. Und keiner differenzierte und alle lagen sich euphorisch in den Armen und machten die Bahn frei für Unsäglichkeiten a la Pearl Jam und Konsorten. Auf Jahre hinaus versank die Populärmusik in einem zähen und langweiligen Rocksumpf, der manche Weiterentwicklung eher hemmte. Und mitverantwortlich ist natürlich auch der übertriebene Hype um Nirvana und ihrem lauen "Nevermind". Durchaus ärgerlich!
Cannonball
29.12.2006, 11:28
Abgesehen davon hat "Teen Age Riot" mehr Energie als alle Nevermind-Tracks zusammen.
kleinunddick
29.12.2006, 11:47
Das hättest du wohl gern. ;-) Hörigkeit gibt es bei mir nicht. Ich bin eine independent woman. Schlag's nach bei Destiny's Child.
oha, ein destiny´s-child-fan, der sich ein urteil über nirvana erlaubt. dir hätte wahrscheinlich auch das mash-up aus destiny´s child und "smells like teen spirit" gefallen. was bedeutet gesperrt?
Prodigal Son
29.12.2006, 11:52
was bedeutet gesperrt?
Das bedeutet, daß Cassavetes jetzt einen neuen Zweitnick basteln muß.
kleinunddick
29.12.2006, 12:05
Das bedeutet, daß Cassavetes jetzt einen neuen Zweitnick basteln muß.
wer ist Cassavetes und warum tut der so was?
Bauer Ewald
29.12.2006, 12:45
Mal abgesehen davon, dass die These "Nirvana brachte den Rock zurück in den Mainstream" schon arg verkürzt ist, abwegig ist sie mitnichten.
Ich finde die Thease auch alles andere als abwegig. Es ist beispielsweise kaum zu bestreiten, daß diese Art von Rock/Punk/Metal im Mainstreamradio vor Nevermind völlig undenkbar war. Dieses Album machte Indie/Underground auf einmal auf breiter Front gesellschaftsfähig. Es hatte dafür zur richtigen Zeit den richtigen Sound, die richtige Mischung. Noch genug Glaubwürdigkeit um vielen Indiefans zu gefallen, dabei aber auch eine Menge an Pop und Glattheit in der Produktion ohne die ein solcher Millionenerfolg letztendlich nicht möglich ist. Dieser Popappeal unterscheidet Nevermind auch ganz wesentlich von anderen hier genannten Werken wie z.B. Daydream Nation.
Was pophistorische Relevanz angeht, fällt mir kein Album nach Nevermind ein das wichtiger gewesen wäre. (Ob seine Auswirkungen immer begrüßenswert waren/sind, ist natürlich eine andere Frage.) Die Relevanz mal beiseitegelassen, in der rein persönlichen Einschätzung, sehe ich ein Album mit durchweg ausgezeichneten Tracks, die mich auch 15 Jahre nachdem mich das Album bei seinem Erscheinen schier umgehauen hat noch begeistern. Klarer Fall von *****.
Dick Laurent
29.12.2006, 12:49
Was pophistorische Relevanz angeht (...)
wäre "rockhistorisch" nicht vielleicht geeigneter...?
Ich finde die Thease auch alles andere als abwegig. Es ist beispielsweise kaum zu bestreiten, daß diese Art von Rock/Punk/Metal im Mainstreamradio vor Nevermind völlig undenkbar war. Dieses Album machte Indie/Underground auf einmal auf breiter Front gesellschaftsfähig. Es hatte dafür zur richtigen Zeit den richtigen Sound, die richtige Mischung. Noch genug Glaubwürdigkeit um vielen Indiefans zu gefallen, dabei aber auch eine Menge an Pop und Glattheit in der Produktion ohne die ein solcher Millionenerfolg letztendlich nicht möglich ist. Dieser Popappeal unterscheidet Nevermind auch ganz wesentlich von anderen hier genannten Werken wie z.B. Daydream Nation.
Im zweiten Punkt stimme ich dir bedenkenlos zu aber beim ersten beharre ich weiter auf meiner Meinung. Für den Indie-Rock mag das gelten, für Rock allgemein nicht. Es sei denn man beswcheinigt einer Band wie Guns N´Roses, dass sie weder Rock noch Mainstream waren.
Bauer Ewald
29.12.2006, 13:02
@Dick: "Pop" meinte ich hier in einem sehr allgemeinen Sinn.
@Bullit: Doch, G+R waren sicher Rock und Mainstream. Nevermind (bzw. das, was man von diesem Album im Radio hörte) scheint mir aber doch einen anderen "Härtegrad" als die Songs von G+R zu besitzen. Wobei ich auch einräumen muß, G+R nicht besonders gut zu kennen und zu mögen.
@cannonball
Was bedeutet dein "Teen Age Riot" Einwurf? Ich verstehe da nur Bahnhof.
@Bullitt
Warum reitest du eigentlich unermüdlich auf Guns 'n' Roses rum?
@misterix
Ich gehöre da wohl in keine deiner "Nirvana - Nevermind" Fan Kategorien. Mich hat die Band zunächst mal live überzeugt. Was da an Kraft, Energie und Ausstrahlung rüber kam, war schon erstaunlich. Auf Platte war mir das bei "Bleach" noch etwas zu ungehobelt und zu sehr wildes Geschrubbe. Aber auf "Nevermind" passte dann alles zusammen.
Ich war damals weder typischer "Indie" noch "Mainstream" Hörer. Aufgrund meiner Tätigkeit als Plattenhändler, Hobby Journalist und "Indie" Produzent habe ich aber sehr viel sehr unterschiedliche Musik gehört. Welche Musik mir über die Jahre und Jahrzehnte am liebsten war und ist, kann man meinen Äußerungen in diesem Forum entnehmen. Nicht zuletzt meinem 7" Faves Thread etwa.
Du musst ja "Nevermind" nicht mögen. Aber versuche nicht mir zu erklären, dass und warum diese Platte scheisse ist. Alles klar?
Herr Rossi
29.12.2006, 13:25
wäre "rockhistorisch" nicht vielleicht geeigneter...?
Ich verstehe unter "Rock" ja virile Kerle, Breitbeinigkeit, Doppelalben, Livealben, Live-Doppelalben, fünf Gitarrensoli pro Song, goldenes Handwerk. Von alle dem waren Nirvana ja Zeit ihrer kurzen Existenz relativ weit entfernt, stattdessen tolle Singles mit großen Refrains, emblematische Videos, schwere Rotation auf MTV, mal großartige und mal katastrophale Live-Auftritte und eine nicht verheimlichte Liebe zu den Beatles, Monkees und ABBA*. Kurz gesagt: Nirvana waren Pop.
Deine Analyse war übrigens sehr treffend.
* Bevor Du Dich wieder beschwerst: Das waren natürlich keine unmittelbaren musikalischen Einflüsse.
marcos valle
29.12.2006, 13:38
bei erscheinen von NEVERMIND hatte ich schon kein interesse mehr an ROCKmusik.
in den jahren davor hatte ich mich unter anleitung von SPEX durch die SST veröffentlichungen gehört & gekauft.
irgendwann wollte ich das nicht mehr hören.
nirvana habe zu der zeit hier in einem club gespielt, bin auch mit freunden dort gewesen, es war ein netter abend mit den jungs... da hat mich die laute musik nicht weiter gestört.
nevermind kann ich nicht besternen, dazu ist & war es mir zu egal.
nevermind kann ich nicht besternen, dazu ist & war es mir zu egal.
Das ist doch mal ne ehrliche - wenn auch eher unnötige - Ansage. ;-)
DR.Nihil
29.12.2006, 14:04
Was mir allerdings immer wieder in "Nevermind"-Diskussionen auffällt, ist der Widerspruch, daß die glühenden Nirvana-Verehrer zum einen an den ach so überproduzierten, glatten und "rockarmen" Produktionen der Achtziger kein gutes Haar lassen und zum anderen den "fetten" Sound von "Nevermind" explizit loben, da vorher jede "Indie"-Platte ja so scheppernd und dünn geklungen habe. Na, Holla. Meistens frage ich diese Leute dann, was sie denn vor "Nevermind" gehört hätten. Meistens kenne ich die Antwort schon vorher: "Metal". Ach...
Wundert mich. Ich war, als "Nevermind" erschien noch ziemlich jung (wusste nichts von Pixies oder Sonic Youth oder sonstwem), hörte aber Anfang der 90er auch vor allem Metal und kannte natürlich auch sehr viele Leute, die das ebenfalls taten. Und ich muss sagen, dass Nirvana und "Nevermind" in Metalkreisen gar nicht gut ankamen (bei mir zunächst auch nicht, erst ein paar Jährchen später): Viel zu schlicht, zu "billig" war ihre Musik, vermutlich einfach viel zu sehr Pop!
Pearl Jam und "Ten", die weitaus mehr Rockmusik verkörperten als Nirvana, kamen in jenen Kreisen viel besser an.
Prodigal Son
29.12.2006, 14:23
Und ich muss sagen, dass Nirvana und "Nevermind" in Metalkreisen gar nicht gut ankamen (bei mir zunächst auch nicht, erst ein paar Jährchen später): Viel zu schlicht, zu "billig" war ihre Musik, vermutlich einfach viel zu sehr Pop!
Gab doch seinerzeit von irgendeiner Metal-Combo die Botschaft "Go back to Seattle and get a haircut". Lustig.
Glaube aber, daß Nirvana als Adressaten stellvertretend für die gesamte Grunge-Szene auserkoren waren. Warum sollten die beinharten Schwermetaller Pearl Jam mehr gemocht haben?
Warum sollten die beinharten Schwermetaller Pearl Jam mehr gemocht haben?
Vermutlich, weil Pearl Jam durch ihre Musik und ihr Auftreten eher in den "klassischen" Rock-Kosmos passten, als dies bei Nirvana der Fall.
DR.Nihil
29.12.2006, 14:55
Glaube aber, daß Nirvana als Adressaten stellvertretend für die gesamte Grunge-Szene auserkoren waren. Warum sollten die beinharten Schwermetaller Pearl Jam mehr gemocht haben?
"Beinharte" Metaller haben ein Faible für technisches Können, das auch gerne demonstriert wird (sie sind vielfach nicht umsonst auch anfällig für gewisse Prog-Manierismen). Wenn ein Track auf so schlichtem Gitarren-Geschrammel beginnt wie z.B. "Teen Spirit" ist er schnell durchgefallen. Bei Pearl Jam hingegen gab es zu "Ten"-Zeiten ausschweifende Soli (zum Teil ganz hervorragende, wie ich finde), eingängige Melodien, "komplizierteres" Zusammenspiel und die Musik hatte mehr Dramatik und pathetische Hymnenhaftigkeit (ich weiß, klingt schrecklich, all das gab es aber, meines Erachtens, nie besser als auf "Ten", doch darum soll es hier nicht gehen), eben mehr von jener Pose, die dem Metal nicht ganz so fern war.
misterix
29.12.2006, 15:18
@misterix
Ich gehöre da wohl in keine deiner "Nirvana - Nevermind" Fan Kategorien. Mich hat die Band zunächst mal live überzeugt. Was da an Kraft, Energie und Ausstrahlung rüber kam, war schon erstaunlich. Auf Platte war mir das bei "Bleach" noch etwas zu ungehobelt und zu sehr wildes Geschrubbe. Aber auf "Nevermind" passte dann alles zusammen.
Ich war damals weder typischer "Indie" noch "Mainstream" Hörer. Aufgrund meiner Tätigkeit als Plattenhändler, Hobby Journalist und "Indie" Produzent habe ich aber sehr viel sehr unterschiedliche Musik gehört. Welche Musik mir über die Jahre und Jahrzehnte am liebsten war und ist, kann man meinen Äußerungen in diesem Forum entnehmen. Nicht zuletzt meinem 7" Faves Thread etwa.
Du musst ja "Nevermind" nicht mögen. Aber versuche nicht mir zu erklären, dass und warum diese Platte scheisse ist. Alles klar?
Was, "Alles klar"?
O.k., dann mach Dich mal mit meiner Version von "Alles klar" vertraut:
Schön, recht und gut, wenn Du Dich in den ganzen Jahren so enthusiastisch und aktiv um Musik gekümmert hast, solche Leute brauchts in dem Business (nicht ironisch gemeint...). Nun, ich bin kein Plattenhändler und kein "Indie"-Produzent, habe aber durchaus meinen Geschmack, kenne einiges der Rock-/Pophistorie, bin urteilsfähig, habe eine eigene Meinung und bin sogar alt genug dafür. Aber leider anscheinend "nur" Konsument - quasi Musikrezipient der offensichtlichen "dritten Garde" - oder allem darunter liegenden... Nun will ich Dich keinesfalls in Deiner "Berufsehre" kränken, aber haben Journalisten oder Plattenhändler oder sonst irgendwelche Eingeweihte immer recht? Ist deren Urteilsvermögen etwa bar jeglicher Kritik zu akzeptieren? Für wen machen Leute wie Du ihre Arbeit? Richtig! Für uns Musik hörendes Fussvolk. Wir dürfen uns die Regale mit Platten vollstopfen, brav Musikzeitschriften kaufen - und alles mit vor Staunen offen stehendem Mund und glänzenden Äuglein für bare Münze nehmen, oder was? Vielleicht habe ich ja eine Platte aus Deiner Indieproduktion bei mir im Regal stehen. Vielleicht gefällt sie mir, vielleicht finde ich sie nicht so dolle. Was dann? Ich war mal recht gut befreundet mit einem Indielabel-"Boss". Der legte angeblich immer sehr viel Wert auf die Meinung seiner Klientel. Naja, nur solange bis er meine Meinung über nur eine einzige unterirdische Produktion vernahm... O.k., man steckt Geld und sein Herzblut in seine Tätigkeit, vor allem seine Zeit. Verstehe ich alles. Aber deswegen muß man auch die Meinung der blossen Hörer-/Käuferschicht akzeptieren, die ihr Geld dafür ausgeben. Manchmal haben sogar die was zu sagen.
Und zum Abschluß, da wir schon auf dem "Mein Haus, mein Auto, mein Boot"-Niveau angelangt sind: In Punkto "Hobby-Journalist" darf ich Dich als Kollegen bezeichnen, wenn auch nur "ex-". Habe das auch mal ein paar Jährchen gemacht - und nicht nur mal gerade für das Stadtteilblättchen oder irgendeine Schülerzeitung... Ich habe schon vor Jahren damit aufgehört, weil mir persönlich Musik zu hören mehr bringt, als darüber zu schreiben. Getreu dem alten Spruch "Über Musik zu schreiben ist wie zu Architektur zu tanzen" (Bowie sagte das mal, glaube ich...). O.k., jetzt kann mich jeder berechtigt fragen, warum ich hier in dieses Forum ab und zu etwas absondere? O.k., hier die Antwort: Manches kann man eben nicht unkommentiert lassen. Geht uns aber wohl allen hier so...
O.k., nichts für ungut - und beende wie folgt: Alles klar?
Dick Laurent
29.12.2006, 15:21
Du musst ja "Nevermind" nicht mögen. Aber versuche nicht mir zu erklären, dass und warum diese Platte scheisse ist. Alles klar?
ich dachte eigentlich immer, um genau diese Erklärungen würde es in diesen Threads gehen...
misterix
29.12.2006, 15:32
Und ich muss sagen, dass Nirvana und "Nevermind" in Metalkreisen gar nicht gut ankamen (bei mir zunächst auch nicht, erst ein paar Jährchen später)
Aha! Aber Du musst Dich nicht gross wundern, Du hast Dir die Antwort doch bereits selbst gegeben.
Ich sprach von den Leuten, die VOR ihrer Bekanntschaft mit Nirvana Metal hörten - und aus welchen Gründen auch immer (Reife?) ihren Musikhorizont versuchten zu erweitern. Oftmals mit einem zarten Schritt in Richtung "Indie" (weil, Electro hat ja gar keine Gitarren und gar keinen Taug und ist ja eh nur Bum-Bum... - sic!). Einsteigermodell für diese Leute war aufgrund des Bekanntheitsgrades und des Tirilierens aller Spatzen von den Dächern nun mal Nirvana's "Nevermind". "Boah geil, eh, das is Indie? Cool" Bis die Ernüchterung beim Kauf einer Nick Cave-Platte kam. Ich habe nicht wenige Bekannte, die eine solche "Karriere" durchmachten. Heute lachen sie über ihren "Werdegang". "Mensch, was war ich damals ein Trottel" bekannte mir unlängst einer dieser Bekannten. Nirvana hört der schon lange nicht mehr...
DR.Nihil
29.12.2006, 15:45
Aha! Aber Du musst Dich nicht gross wundern, Du hast Dir die Antwort doch bereits selbst gegeben.
Ich sprach von den Leuten, die VOR ihrer Bekanntschaft mit Nirvana Metal hörten - und aus welchen Gründen auch immer (Reife?) ihren Musikhorizont versuchten zu erweitern. Oftmals mit einem zarten Schritt in Richtung "Indie" (weil, Electro hat ja gar keine Gitarren und gar keinen Taug und ist ja eh nur Bum-Bum... - sic!). Einsteigermodell für diese Leute war aufgrund des Bekanntheitsgrades und des Tirilierens aller Spatzen von den Dächern nun mal Nirvana's "Nevermind".
Ich sprach auch von Leuten, die schon vor Nirvana Metal hörten (auf mich selbst traf das in der Tat eher nicht zu; aus Altersgründen war ja vor Nirvana nicht viel Platz für allzu viel mehr bei mir). Und Leute, die bewusst einfach mal entschieden "ich erweitere jetzt mal meinen Musikhorizont" kenne ich, glaube ich, gar nicht. So etwas passiert wohl einfach (oder auch nicht) und ich denke halt, dass der Weg von Metal zu Nirvana keineswegs der direkteste ist.
@dickie
Hast ja recht.
@misterix
Sehr viel klarer ist es nicht. Aber vergiss einfach meinen Post #185.
Ansonsten hat es Ah Um im folgenden Post gut auf den Punkt gebracht.
... kundtun möchte, daß ich mich beim Hören von Musik ganz einfach auf meine Ohren, mein Empfinden und meinen Geschmack verlasse.
Das ist ja mal 'ne Botschaft!
Die Depression eines K. Cobain wirkte auf mich abgeschmackt.
Psychisch labilen und depressiven Rockstars bei ihren Selbstbespiegelungen zuzuhören, gehört allgemein zu den großen Zumutungen der Popkultur. Ob bei John Lennon, Ian Curtis oder Kurt Cobain.
Das Gute an Nevermind ist, dass die Depression meist bloß als Subtext vorhanden ist, das Album aber im Prinzip muskulös und catchy ist. Eben gerade nicht inszeniertes Selbstmitleid und kunststudentische Jammerlappigkeit. Daher auch der Mainstream-Appeal.
Und wenn schon Depression, dann bitte eher nicht stilisiert, sondern möglichst unmittelbar, sonst wirkt es ganz schnell aufgesetzt. Auf Nevermind gelingt das sehr gut.
Aber das mögen andere anders empfinden.
Brüllt halt nicht jeder ein plakatives "here we are now, entertain us" haraus.
Jaa! The big dumb catch phrase. Die ultimative Komprimierung. Der feuchte Traum jedes Rock-Songtexters.
"Hope I die before I get old." "Now I wanna be your dog." "Don't know what I want, but I know how to get it." Und eben: "Here we are now, entertain us!"
Das ist Rock'n'Roll in Vollendung. Ohne anzuklopfen direkt auf die Zwölf. Große Kunst!
The Imposter
29.12.2006, 16:31
"Don't know what I want, but I know how to get it." das ist auch eine meiner liebsten Zeilen überhaupt & aus einem wahrhaft grandiosen Song
das ist auch eine meiner liebsten Zeilen überhaupt & aus einem wahrhaft grandiosen Song
die zeile drückt wohl die 90er aus!
The Imposter
29.12.2006, 16:34
das ist aus den Siebzigern, wolle
DR.Nihil
29.12.2006, 16:37
die zeile drückt wohl die 90er aus!
Die Sex Pistols-Zeile?
The Imposter
29.12.2006, 16:38
ja, Sex Pistols, aus Anarchy in the UK
beatlebum
29.12.2006, 19:01
ja, Sex Pistols, aus Anarchy in the UK
Sie waren ihrer Zeit halt weit voraus.
Daniel_Belsazar
29.12.2006, 21:06
1.) Banale Aussagen sind oft die treffendsten, so what. Grohl mag gut gewesen sein, ein anderer guter Drummer bei den Aufnahmen hätte es auch getan.
2.) Ich finde mitsingbare Hooklines auch nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Cobain könnte bei "Teen Spirit" auch die ganze Zeit "hä hä hä häää" nuscheln, solange er das "here we are now, entertain us" rausschreit. Diese Zeile ist der Schlüssel zur Wahrnehmung.
3.) Ich persönlich finde das Nirvana-Gemurkse blöd, ja. Ich könnte dir aber erklären (oder es versuchen, falls du mich verstehen würdest), warum es durch die Widersprüchlichkeiten der Person Cobain zu einem Massenmedium wurde. Cobain löst etwas aus, was beispielsweise Frank Black nicht schafft. Den ganzen persönlichen Blah von dir lasse ich besser unkommentiert!
4.) Zeitgemäß bedeutet nicht "veraltet, herkömmlich", sondern "der Zeit angemessen". Insofern war diese Produktion zeitgemäß, denn etliche andere Werke wurden parallel in dieselbe Richtung produziert (ist jedenfalls mein Empfinden).
5. Wie gesagt, bei den Aufnahmen hätten es andere Gitarristen, Schlagzeuger und vielleicht sogar Produzenten auch getan. Niemand wacht morgens auf und sagt sich "hey, da ist dieses druckvoll produzierte Album von dem Pixies Produzenten mit nem richtig geilen Schlagzeuger, das kauf ich!". Da funktioniert schon eher ein "Boah, da ist dieser abgefuckte Typ der here wer are... schreit, das will ich haben!".
1. Wenn meine Oma Räder hätte, wär sie ein Auto. Es war nun mal Grohl und kein anderer.
2. Dann verstehe ich Deinen erklärten Ekel nicht. Woher kommt das?
3. Persönlichen Blah mal beiseite: So ganz klar ist mir nicht geworden, was Du nun meinst. Hat Cobain die Generation durch "etwas" aktiv vereinnahmt oder wurde er als Projektionsfläche der Generation genutzt? In beiden Fällen müsste sein Werk bereits dadurch eine gewisse Qualität aufweisen, was Du andererseits mit sehr starken Worten ablehnst - noch ist das für mich ein nicht aufgelöster Widerspruch. Erklär mir das doch bitte nochmal langsam, falls Du magst, für Dummis gewissermaßen. Und wenn Du dabei bist, sag doch bitte auch gleich, welche Generation Du zeitlich und regional genau meinst. Danke.
4. Dann ist jede Produktion "zeitgemäß". Ehrlich gesagt, mir fallen leider keine "etlichen" anderen in der Art von Nevermind aus der Zeit ein. Aber wahrscheinlich habe ich ja das Falsche gehört.
5. Ich kenne durchaus einige Menschen, die sich damals Nevermind wegen des druckvollen Sounds zugelegt haben. Und was Du über die Austauschbarkeit von Musikern und Produzent sagst, das richtet sich selber, finde ich. Hältst Du Nevermind für Funktions-Muzak?
Ergänzung: Ich begreife den Cobain-Hype als Folge, nicht als Ursache des Nevermind-Erfolges.
Cassavetes
30.12.2006, 01:59
@ alle
Interessante Debatte um ein langweiliges Album. Zwei Daumen rauf. Weitermachen.
@all
Wenn ihr hier fertig seid können wir ja alle nochmal über Sgt. Pepper reden, okay?
@Bullitt
Warum reitest du eigentlich unermüdlich auf Guns 'n' Roses rum?
Weil es sowie für eine Bestandsaufnahme des Mainstreamrocks Anfang der 90er, als auch für die Deutung des Saettle-Hypes zu dieser Zeit unabdingbar ist, das zeitgenössische musikalische Umfeld von Nirvana zu beleuchten. Nirvana waren ideologisch wie musikalisch eine bewusste Gegenreaktion auf dieses Umfeld und nicht zuletzt aus diesem Kontrast wurde der kometenhafte Aufstieg der Band erst gespeist. GNR dienten deshalb als Beispiel, weil sie von Cobain schon früh als Klassenfeinde No. 1 auserchoren wurden und sich beim betrachten dieser zwei Bands die Umbruchssituation in der Rockhistorie am deutlichsten widerspiegelt, da sie einfach die größten der jeweiligen Lager waren, insofern es die überhaupt gab. Im Prinzip wollte ich verdeutlichen, dass Nirvana nicht aus einem luftleeren Raum entstanden sind, ganz im Gegenteil. Meiner Meinung nach waren sie eher darauf aus, dem Mainstreamrock entgegenzuwirken, als ihn neu zu etablieren. Für Cobain Grund genug, sich nach dem Erfolg von Nevermind nur noch abfällig von diesem Album zu distanzieren und mit In Utero wieder bewusst gegenzusteuern.
Aber da sich die Diskussion ja mittlerweile in eine "ich find Nirvana doof und ich cool, weil..." Debatte umgewandelt hat, will ich da in der Tat nicht länger drauf rum reiten.
Danke für die Erläuterung, Bullitt. Macht Sinn, was du schreibst.
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