Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : gelegentliches Knacken...
dj_rob_gordon
28.12.2003, 11:42
Folgendes:
Am Samstag habe ich mir eine sehr gut erhaltene LP von Travis' "The Invisible Band" im Second-Hand Laden meines Vertrauens zugelegt. Dabei war eine 7" Maxi mit Sing und Killer Queen. Nun, diese war aber nur in einem Pappcover ohne irgendetwas drum, folglich sind einige Kratzer drauf. Erst hab ich mich tierisch aufgeregt, aber beim abspielen merkte ich dann, dass es gar nicht so störend war, wie ich es mir vorgestelt hab, sondern viel mehr ein Gefühl der Nostalgie mit sich bringt. Was haltet ihr von so nem gelegentlichen geknackse? Stört es euch und findet ihr es doof, so ein Ding dann noch in der Sammlung zu haben? Muss dazu sagen, dass das meine erste LP war, die ich mir gekauft hab. Das Alben ist in bestem Zustand, es ist nur die Single.
Ich sag ja immer, Vinyl erspart den Kamin, was die Athmo von leise knisterndem, wärmendem Feuer betrifft. :D
Aber was das Hörvermögen betrifft, ist das Knacksen für mich DER Hauptgrund gewesen auf CDs umzusteigen! :roll:
naja bei portishead knistern sogar die CDs :roll:
StormyMonday
28.12.2003, 13:27
Man muss da unterscheiden zwischen Knacksern, die durch Kratzer verursacht werden (schlechtes Handling) und anderen Geräuschen, die andere Ursachen haben können (verstaubte Platte, verstaubte Nadel, statische Aufladung).
Gegen Knackser bei verkratzten Platten ist kein Kraut gewachsen, klar, aber gegen alles andere kann man auch ohne großen Aufwand was tun.
Bei mir knistert's jedenfalls meistens gar nicht, und wenn doch, dann so leise, dass man's nur mal in den Leerillen zwischen den Tracks hört, und sowie die Musik wieder anfängt, hört man davon nix mehr.
Gerade gestern habe ich mir die aktuelle Limp Bizkit wieder mal angehört - kein Knistern, kein Knacksen, einfach Musik.
aktuelle Limp Bizkit wieder mal angehört - kein Knistern, kein Knacksen, einfach Musik ...aber was für welche :roll:
:D
elitaerer_narzist
29.12.2003, 12:54
Jede Platte hat Ihren Charakter, sage ich mir immer.
Es gibt gute Pressungen, da knistert einfach nix. Dann gibts Platten, die knistern halt. Ich habe z.B eine Cure LP "Disintegration", da knistert es auch schon ganz schön und ich habe mir mal überlegt, die nochmal auf CD zu kaufen, was ich aber gelassen habe. Erstens sieht die CD bescheiden aus (End-80er lieblos CD-Jewelcase). Ich liebe die Platte mehr. Sie ist einfach ein teil von mir...bei "Prayers for the rain" knackt es an der und der Stelle. Das Innencover hat unten einen kleinen Riss. Die Hülle schnuppert schon ein wenig nach Alter und Vergangenheit. Da hängen viele Erinnerungen dran und das Knistern gehört einfach dazu.
Mich stört das normale Knistern und ab und an ein Knackser überhaupt nicht, im Gegenteil...ich finde, da liegt eine ganz andere Spannung in der Luft, wenn man die Nadel aufsetzt und das Knistern & minimale Rauschen setzt ein. Es muss ja was dran sein, nicht umsonst erzeugt man sowas heutzutage künstlich und streut es in CDs ein ;-)
dj_rob_gordon
29.12.2003, 22:28
stimmt. Aber nun zum Erscheinungsbild der Sammlung. Kauft ihr euch eine zerkratzte LP neu, auch wenn sie mit knistern noch läuft? oder lasst ihr die in der sammlung und freut euch trotzdem, dass ihr die habt?
StormyMonday
29.12.2003, 22:32
Ich habe etliche LPs doppelt und dreifach.
Die doppelten und dreifachen zum Hören, die zerkratzte erste zum Träumen.
:-)
dj_rob_gordon
29.12.2003, 23:10
würd ich auch gern machen. Aber erstmal muss ich wieder an die LP kommen, wo diese 7' drin war, und dazu kommt noch, dass ich mit 15 noch von nem sehr geringen Taschengeld abhängig bin... Mit glück komm ich 4 LPs im Monat und ich fang ja auch gerade erst an... Sonst würd ich mir die wohl auch nochmal holen. So bleibt sie erstmal im regal
BlackJack
21.01.2004, 03:06
Also ich hab mir bei Ebay die Dark Side Of The Moon zugelegt, allerdings gebraucht. Man sieht schon an der Hülle, dass diese Platte wohl schon öfter in Gebrauch war. Im Normallfall stören mich kleine Knackser eigentlich nicht aber bei dieser Platte ist es wirklich ein beständiges Rauschen. Bei neuen Platten habe ich auch nahezu keinen Knackser und kein Rauschen, aber bei dieser war es so penetrant, dass ich die Höhen am Verstärker ein wenig zurückgedreht habe, damit es nicht so nervt.
StormyMonday
21.01.2004, 23:16
Vielleicht hast Du eine ehemals nass abgespielte LP erwischt, da ist leider meist Hopfen und Malz verloren, die knistern ohne Ende.
Vielleicht hast Du eine ehemals nass abgespielte LP erwischt, da ist leider meist Hopfen und Malz verloren, die knistern ohne Ende.
Mit einer guten Plattenwaschmaschine sollte man solche Probleme aber beheben können.
StormyMonday
21.01.2004, 23:27
Leider nicht unbedingt.
Wir waschen auf Plattenbörsen im Rhein-Main-Gebiet (die nächste findet am kommenden Sonntag in Offenbach statt) mit dem "Rolls Royce" unter den professionellen Maschinen, der Keith Monks, und selbst mit der kann man manche nassgefahrene Scheibe selbst nach mehrfacher Wäsche nicht knisterfrei bekommen.
Ich schätze mal, dass durch das langsame Trocknen der Nassläuferflüssigkeit einiges davon in das leicht aufgeweichte Vinyl eindringt und somit dauerhaft mit der Rillenoberfläche ver"backt".
stimmt, alles bekommen die dinger auch nicht hin. manchmal (selten) ist sogar discofilm erfolgreicher als
BlackJack
22.01.2004, 09:11
Aber wenn sie nass abgespielt wurde, dann müsste das doch optisch zu erkennen sein. Ich dachte immer, dass die Platte dann von einem Film überzogen ist, den man mit dem Auge erkennen kann. Und da kann ich beim besten Willen nichts entdecken.
Aquarius
22.01.2004, 09:31
Naß abgespielte Platten sehen meistens sehr "sauber" aus, glänzen aber nicht so wie normale guterhaltene, wenn man sie unter eine Lampe hält. Oft erkennt man bei naßabgespielten in der Ein- und Auslaufrille bei genauem Hinsehen kleine Verdunstungsreste.
Übrigens habe ich bisher mit normalem Spülen (warmes Leitungswasser, Schuß Spüli, mit Microfasertuch unter kräftigem Druck entlang der Rillen reinigen, anschließend mit klarem und zum Schluß mit destilliertem Wasser abspülen) noch jede naßabgespielte so sauberbekommen, daß hinterher kaum Störgeräusche zu vernehmen waren. Hunderte ehemals naßabgespielte bei mir im Schrank warten allerdings noch.
BlackJack
22.01.2004, 09:49
Na dann fröhliches Schrubben! :lol:
Aquarius
22.01.2004, 10:05
Danke... ich erwäge die Einstellung einer Haushaltshilfe. :D
BlackJack
22.01.2004, 18:41
In diesem Fall würde ich aber eine Fachkraft empfehlen... :lol:
javascript:emoticon(':geist:')
ghojavascript:emoticon(':twisted:')
Twisted Evilst
Und nun noch der unvermeidliche Rat vom Fachmann:
Hast Du tatsächlich eine nassabgespielte Platte erwischt, so solltest Du sie auch weiterhin nass abspielen!javascript:emoticon(':band:')
band: Null Problemo!
Ich habe den Eindruck, dass die Pressungen ab Mitte der 70er Jahre schlechter wurden. Die LPs vor dieser Zeit waren m. E. sogar meistens besser als viele der derzeitigen 180g Pressungen. Warum kriegen die diese Qualität heute nicht mehr hin?
Originally posted by Norbert@9 Feb 2004, 19:16
Ich habe den Eindruck, dass die Pressungen ab Mitte der 70er Jahre schlechter wurden. Die LPs vor dieser Zeit waren m. E. sogar meistens besser als viele der derzeitigen 180g Pressungen. Warum kriegen die diese Qualität heute nicht mehr hin?
Es gibt kaum noch Preßwerke weltweit, die die verlangten Auflagen schnell und optimal herstellen können. In Deutschland gibt es nur noch ein annehmbares Preßwerk (Pallas), welches das vier- bis fünffache Aufkommen an Vinyl wie vor fünf bis zehn Jahren bewältigen muß.
Hinzu kommt, daß es nur noch ein Werk in Europa für das PVC-Rohmaterial, das für die Herstellung von LPs dient herstellt und liefert. Bei der sehr hohen Nachfrage kommt es hier häufig zu schlechten Mischungen.
Das beste Preßwerk weltweit ist meines Erachtens das EMI-Preßwerk in London. Gutes (besonders analoges!) Mastering ist auch nur noch in London (Abbey Road Studios) möglich.
Schlechtes, vor allem zu höhenreiches Mastering führt sehr häufig zu Knistern im Neuvinyl. Es gibt leider kaum noch gute analoge Masteringmöglichkeiten.
Ein weiterer Aspekt ist daß es für die Maschinen und Kessel in Preßwerken kaum noch Ersatzteile gibt.
Durch die hohe Auslastung, mindere Qualität und schlechte Arbeitsmortal können keine ausgezeichneten Pressungen, wie es die Virgin-Vinyl Pressungen z.B. waren gewährleistet werden. Bei einer Pressung um 1000 Stück ist es oft an der Tagesordnung, daß bis zu 15% Ausschuß dabei ist. Plattenfirmen machen sich heutzutage leider nicht die Mühe eine Auflage einzeln zu kontrolieren. So gelangt also minderwertiges Material in die Läden.
Hier kann ich sowohl von Händler- als auch Herstellungsseite aus eigener Erfahrung sprechen.
Originally posted by atom@9 Feb 2004, 18:58
Es gibt kaum noch Preßwerke weltweit, die die verlangten Auflagen schnell und optimal herstellen können. In Deutschland gibt es nur noch ein annehmbares Preßwerk (Pallas), welches das vier- bis fünffache Aufkommen an Vinyl wie vor fünf bis zehn Jahren bewältigen muß.
Hinzu kommt, daß es nur noch ein Werk in Europa für das PVC-Rohmaterial, das für die Herstellung von LPs dient herstellt und liefert. Bei der sehr hohen Nachfrage kommt es hier häufig zu schlechten Mischungen.
Das beste Preßwerk weltweit ist meines Erachtens das EMI-Preßwerk in London. Gutes (besonders analoges!) Mastering ist auch nur noch in London (Abbey Road Studios) möglich.
Schlechtes, vor allem zu höhenreiches Mastering führt sehr häufig zu Knistern im Neuvinyl. Es gibt leider kaum noch gute analoge Masteringmöglichkeiten.
Ein weiterer Aspekt ist daß es für die Maschinen und Kessel in Preßwerken kaum noch Ersatzteile gibt.
Durch die hohe Auslastung, mindere Qualität und schlechte Arbeitsmortal können keine ausgezeichneten Pressungen, wie es die Virgin-Vinyl Pressungen z.B. waren gewährleistet werden. Bei einer Pressung um 1000 Stück ist es oft an der Tagesordnung, daß bis zu 15% Ausschuß dabei ist. Plattenfirmen machen sich heutzutage leider nicht die Mühe eine Auflage einzeln zu kontrolieren. So gelangt also minderwertiges Material in die Läden.
Hier kann ich sowohl von Händler- als auch Herstellungsseite aus eigener Erfahrung sprechen.
mit 180g reissues (sundazed, 4menwithbeard, norton, getback, earmark, classic records etc.) habe ich bisher ausschließlich sehr gute erfahrungen gemacht !
@ atom besitzen die eigene presswerke ??
problematisch ist es oft bei den aktuellen scheiben !! ist allerdings kaum verwunderlich da heutzutage in der regel nicht mehr analog aufgezeichnet wird !
Originally posted by dock@9 Feb 2004, 20:33
mit 180g reissues (sundazed, 4menwithbeard, norton, getback, earmark, classic records etc.) habe ich bisher ausschließlich sehr gute erfahrungen gemacht !
@ atom besitzen die eigene presswerke ??
problematisch ist es oft bei den aktuellen scheiben !! ist allerdings kaum verwunderlich da heutzutage in der regel nicht mehr analog aufgezeichnet wird !
sundazed, 4menwithbeard, norton, getback, earmark, classic records und ein paar weitere liefern hervorragende Resultate. Die haben keine eigenen Preßwerke, legen aber sehr viel Wert auf gutes Mastering! und guten Schnitt. Leider habe ich keine 100%igen Informationen, wo sie in den USA pressen lassen.
Eigene Preßerfahrungen konnte ich bis dato nur mit Osteuropa, Deutschland und wie beschrieben England sammeln.
Noch einmal zum Verständnis: Das eigentliche Problem bei neuen Einspielungen liegt nicht unbedingt bei der Aufzeichnung sondern vielmehr beim schlechten Mastering!
Aquarius
10.02.2004, 09:27
Originally posted by atom@9 Feb 2004, 19:58
...
Ein weiterer Aspekt ist daß es für die Maschinen und Kessel in Preßwerken kaum noch Ersatzteile gibt.
...
... und deshalb in absehbarer Zeit auch keine Vinylplatten mehr hergestellt werden können?
Originally posted by Aquarius@10 Feb 2004, 09:27
... und deshalb in absehbarer Zeit auch keine Vinylplatten mehr hergestellt werden können?
Das glaube ich nicht, denn irgendwo auf der Welt werden die Maschinen schon weiterlaufen ;). Das Problem mit den Maschinen und Kesseln bezog sich mehr auf die deutsche Preßwerklandschaft. Vielleicht gibt es ja mal wieder ein paar Investitionen, ansonsonsten gibt es ja noch England als Alternative.
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