Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Country
Krieg hier eine Countryplatte nach der anderen rein und jeder erzählt mir, das Country in jeder mittelgroßen Stadt rockt wie nix. Hier leider noch nicht. mich würde es aber interessieren, ob das woanders tatsächlich so ist...
Bin übrigens ein absoluter Country - Liebhaber. Mit meiner letzten Band als aktiver Musiker (Steve Rumen Band) haben wir Country gecovert und eigene Country Stücke gemacht.... und ich höre die Musik wirklich gerne.
soulster
27.10.2003, 12:51
schweinecountry oder singersongwritercountry?
Blues-Pfaffe
27.10.2003, 12:52
oder gar (schnell ein Kreuz schlagen): Truckstop-Country <brrrschüttel>
Anne Pohl
27.10.2003, 12:55
Krieg hier eine Countryplatte nach der anderen rein und jeder erzählt mir, das Country in jeder mittelgroßen Stadt rockt wie nix. Hier leider noch nicht. mich würde es aber interessieren, ob das woanders tatsächlich so ist...
Vielleicht sind die mittelgroßen Städte einfach später dran? Hier rockt Country jedenfalls nicht mehr so sehr. Obwohl... neulich war ich in einem Rock'n'Roll-Schuppen, und da sind die 30 anwesenden Leute ziemlich auf ne mittelmäßige Berliner Band abgefahren, die u.a. Hank Williams coverte.
Ist es das?
Die Mainstream-Country-Szene ist hier relativ präsent, aber das schon seit Jahren. Die hören halt nix anderes und tun das in Läden, in die ich noch nie einen Fuß gesetzt habe.
ne, so richtig traditional. hank williams, dolly patton, jim wayne, willie nelson, rusty draper......
FifteenJugglers
27.10.2003, 12:58
Krieg hier eine Countryplatte nach der anderen rein und jeder erzählt mir, das Country in jeder mittelgroßen Stadt rockt wie nix. Hier leider noch nicht. mich würde es aber interessieren, ob das woanders tatsächlich so ist...
Vielleicht sind die mittelgroßen Städte einfach später dran? Hier rockt Country jedenfalls nicht mehr so sehr. Obwohl... neulich war ich in einem Rock'n'Roll-Schuppen, und da sind die 30 anwesenden Leute ziemlich auf ne mittelmäßige Berliner Band abgefahren, die u.a. Hank Williams coverte.
Norrin Radd? :D
liegt vielleicht auch ein wenig daran, das traditioneller swing wieder mehr gehört wird und es sogar djs gibt, die das viel auflegen. ist dem countrygroove relativ nahe...
Anne Pohl
27.10.2003, 13:06
Norrin Radd? :D
:lol: :lol: :lol: Gandulf covert doch nicht! Was der macht, nennt man Gram Parsons-Exegese oder so. :D
Fred Schluckebier
27.10.2003, 16:07
@Litti
Habe ab und an mal am Sonntag ein bißchen Country aufgelegt und das kam bis auf die "American Recordings" überhaupt nicht an. Mit dem Swing hast Du zweifelsohne recht. :sauf:
O`Malley
27.10.2003, 16:31
Boah, Country und die Oma geht gaaaar nicht... :kotz:
Haltet mir bloss die Jungs von der Landstrasse vom Leib!!! :kotz:
Naja, soll jeder das hören, was ihn glücklich macht :D
Fred Schluckebier
27.10.2003, 16:33
@O'Malley
Sieh' das mal nur nicht zu einseitig. Dir könnte nämlich was entgehen... :sauf:
O`Malley
27.10.2003, 16:40
@O'Malley
Sieh' das mal nur nicht zu einseitig. Dir könnte nämlich was entgehen... :sauf:
Mag sein, ich bin ja auch tolerant gegenüber den Freunden der Truckermucke, aber ich glaub, ich würd eingehen.... :lol:
Ich war 5 x in den Staaten/Kanada und hab ne gehörige Portion abbekommen. Geschadet hats mir nicht, aber ich muss es mir nicht nochmal geben :D
dagobert
27.10.2003, 16:47
o`malley, DU GIBST DIR DOCH SOGAR 5xBOHLEN (in worten: BOHLEN)!!! oder war das ein scherz damals??? denn falls nicht, dann solltest du ganz besonders vorisichtig damit sein, irgendwelche musik in diesem forum zu dissen! :D
Fred Schluckebier
27.10.2003, 16:52
In meinen Augen hat O'Malley nicht gedisst sondern nur klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass ihm (zumindest) der Trucker-Country überhaupt nicht gefällt und so was halte ich für legitim.
(Trucker-Country mag ich übrigens auch nicht...) :sauf:
deadflowers
27.10.2003, 16:55
Was fällt eigentlich unter Trucker Country? Oder lohnt da ein Extra Thread?
Flatted Fifth
27.10.2003, 16:55
Könnte es sein, dass ein gewisser Ryan Adams auch ein wenig dafür verantwortlich ist, dass diese Art von Musik wieder gehört wird? (Auch wenn er selber nicht Country im klassischen Sinne macht; ich glaube seinen Stil bezeichnet man als Alternative-Country)
PS. Heute kommt wieder das Großstadtrevier auf ARD. Da könnt ihr alle Truck-Stop hören ("Wenn der Schutzmann um's Eck' kommt, nimmt der Ede reißaus" - Diese Lyrics sind der Hammer :lol:) :D
O`Malley
27.10.2003, 16:59
o`malley, DU GIBST DIR DOCH SOGAR 5xBOHLEN (in worten: BOHLEN)!!! oder war das ein scherz damals??? denn falls nicht, dann solltest du ganz besonders vorisichtig damit sein, irgendwelche musik in diesem forum zu dissen! :D
Ne, war kein Scherz und hat mir sogar gefallen der Dieter :D Aber das Du Dich daran noch erinnerst...RESPEKT, dafür zieh ich mir auch ein Country Lied Deiner Wahl und hör es mir mit 100 %iger Aufmerksamkeit an! :D Also sag an...
@Fred: :-) Danke
stimmt, ryan adams.....aber auch durch diese neoswingsachen mit countryroots wie z.b.brian setzer, sugar poppin daddies oder die bezaubernden dixie chicks.
teil 2: die haben nähmlich durchaus ne menge countryeskes. oder frank pop??
Fred Schluckebier
27.10.2003, 17:04
Da könnt ihr alle Truck-Stop hören ("Wenn der Schutzmann um's Eck' kommt, nimmt der Ede reißaus" - Diese Lyrics sind der Hammer :lol:) :D
Die Greyhounds aus Nürnberg hatten mal 'ne Single mit dem umwerfenden Titel "Keine Mätzchen, Schätzchen!"... :sauf:
Großer_Bär
27.10.2003, 17:06
Shania Twain macht doch auch Country, wie kann man die nur vergessen?
*träller* Forever and for always.... :D :)
dagobert
27.10.2003, 17:13
Aber das Du Dich daran noch erinnerst...RESPEKT,
nene, empfehlen kann ich dir nichts. auch nicht meine szene. aber ich weiss, dass es wirklich feine sachen gibt.
aber weshalb ich mich erinnern kann sollte dir wohl klar sein. das ist bestimmt nicht aus bewunderung. oder vielleicht dann wieder doch... auf eine ganz spezielle art u. weise. :D
Flatted Fifth
27.10.2003, 17:14
Shania Twain macht doch auch Country, wie kann man die nur vergessen?
Wobei ihre Musik für den europäischen Markt neu produziert wird. Die amerikanischen Versionen ihrer Lieder sind sogar noch näher am Country als wir es kennen.
Outing: Hab noch ein Ami-Import eines ihrer Alben zuhause rumliegen, kann aber auch nicht sagen, dass diese Versionen ihre Musik besser macht :D
@litti: Jawoll, Das Brian Setzer Orchestra schockt! Bald kann ich auch wieder deren Weihnachts-CD in den Player schmeißen :lol:
dagobert
27.10.2003, 17:23
ooohohoh, und ich bekomme lust auf die cherry poppin daddies. aber an country denke ich da nicht.
ich primär auch nicht. aber rein wissenschaftlich gibt es da viele parallelen im basicgroove, deswegen hab ich mal drauf verwiesen...
dagobert
27.10.2003, 17:40
ich primär auch nicht. aber rein wissenschaftlich gibt es da viele parallelen im basicgroove, deswegen hab ich mal drauf verwiesen...
ich musste auch eher durch brian setzer an sie denken. hab nur im nachhinein gesehen, dass du sie eben in den kontext eingebaut hast. aber von country hab ich echt mal null ahnung. den ersten einblick habe ich erst durch annes tz-beitrag erhalten. gefiel mir aber auch SEHR gut! lustige musik! ... wenn ich von leuten wie garth brooks mal absehe. :roll: (neinein, er war nicht auf annes compi - sum gluck!)
Durandal
27.10.2003, 22:47
also ich find den Soundtrack zu O' brother Where Art Thou genial... aber andere country alben hab ich nicht bei mir stehen. obwohl ich dieser musik richtung eigentlich nicht unbedingt abgeneigt bin, solange es kein schlager-country ist ala Country Roads Take Me Home...
beatlebum
27.10.2003, 23:04
Kleiner Zwischenstand: Country ist nicht gleich Country und der Großteil der zahlreichen, kompetenten Forumsexperten hält sich countryesk zurück, howdy.
Flatted Fifth
28.10.2003, 10:08
also ich find den Soundtrack zu O' brother Where Art Thou genial... aber andere country alben hab ich nicht bei mir stehen. obwohl ich dieser musik richtung eigentlich nicht unbedingt abgeneigt bin, solange es kein schlager-country ist ala Country Roads Take Me Home...
I am a man with constant sorrow ist der absolute Kracher!!!!
Auch wenn ein Querverweis zum Country durchaus erlaubt ist, sollte man diese Platte nicht als repräsentativ verstehen, da hier mehr die Hillbilly-Zeit der 30er Jahre abgebildet wird.
Fred Schluckebier
28.10.2003, 11:05
Kleiner Zwischenstand: Country ist nicht gleich Country und der Großteil der zahlreichen, kompetenten Forumsexperten hält sich countryesk zurück, howdy.
Aber solange der Rasen so schön grün ist... :sauf:
beatlebum
28.10.2003, 11:22
The green green grass of home :D
na da outet sich aber einer als fan.....
Gauloises
28.10.2003, 13:58
Wer outet sich und gibt zu das er Trucker-Country mag?
Ich glaub da wird es fast niemanden geben, oder?
Ryan Adams hat sicherlich viel mit dem "auferstehen" des "richtigen" Country oder besser gesagt Americana zu tun.
Wir er aber mit seinem neuen Album aber nicht fortsetzen.
asdfjklö
08.08.2006, 08:39
Na, so weit her kann das mit dem erwachenden Country-Feeling im Lande doch auch nicht sein.
a) in den Charts sehe ich davon nichts, von Country-Pop à la Shania Twain einmal abgesehen.
b) Tourneen oder Gastspiele entsprechender Stars hier im Lande kann ich auch nicht entdecken..
also, findet der "Boom" in Diskos statt...???
Soundtracks führen in der Regel oft dazu, daß vielen bislang unbekannte Musik wieder oder überhaupt bekannt wird, und so hat "O Brother,...." sicher auch dazu beigetragen...
Doch meistens verpufft ein solches Interesse dann auch schnell wieder.
Dabei ist hier schlechthin immer nur mit dem Begriff "Country" umgegangen worden, oder "Trucker-Country" wurde hier genannt.
Wichtig ist, so denke ich, sich der Ursprünge dieser Volksmusik zu nähern.
Bluegrass, Hillbillie(ich weiß, wurde auch kurz genannt) sind hier die Stichwörter, und wiederum deren Quellen in Europa, vorwiegend Irland und Schottland...
Darüber hinaus ist hier auch vergessen worden, daß neben der , gemeinhin am kommerziellsten Szene aus Nashville, auch noch der Bakersfield Sound aus Kalifornien oder die Texas Outlaw-Szene existierten/existieren.
Wer sich damit eingehend beschäftigt , wird feststellen, daß neben der stark kommerzialisierten radiotauglichen Country-Szene eine Menge feine Musik produziert wird!
Und übrigens - es gab nicht nur Truckstop, sondern auch echte deutsche "Outlaws", nämlich aus dem Emsland! Das waren die "Emsland", kurz E.L. Hillbillies", die sich stark an texanischen Outlaw-Vorbildern orientierten, und das mit deutschen Texten. Leider sind sie heute, oder das, was davon übrigblieb , nicht mehr mit diesen frühen Jahren zu vergleichen...
Sandhead
08.08.2006, 11:59
Darüber hinaus ist hier auch vergessen worden, daß neben der , gemeinhin am kommerziellsten Szene aus Nashville, auch noch der Bakersfield Sound aus Kalifornien oder die Texas Outlaw-Szene existierten/existieren.
Erzähl doch bitte mal mehr hierüber!
Sonic Juice
08.08.2006, 12:00
Wer outet sich und gibt zu das er Trucker-Country mag?
Hier!
Herr Rossi
08.08.2006, 12:40
Was genau ist denn jetzt Trucker-Country? Tom Astor? Gunter Gabriel?
asdfjklö
08.08.2006, 14:00
Was genau ist denn jetzt Trucker-Country? Tom Astor? Gunter Gabriel?
Dieser Begriff ist mir als Definition eines bestimmten Musikstils nicht geläufig.
Ich denke eher, daß dieses eher als abwertende Bezeichnung "seichter" Countrymusik benutzt wird, in Deutschland dann sicher Truck Stop & Co. ,und für Amerika wohl der dortige "mainstream".
Herr Rossi
08.08.2006, 14:18
Ich mag ja besonders Country der Fünfziger und Sechziger, Jim Reeves zum Beispiel, bin aber weit davon entfernt, mich auszukennen, sind bislang mehr Zufallsbekanntschaften, wer halt gerade so durchs Städtchen geritten kam.:-)
Sonic Juice
08.08.2006, 14:35
Ich denke eher, daß dieses eher als abwertende Bezeichnung "seichter" Countrymusik benutzt wird, in Deutschland dann sicher Truck Stop & Co. ,und für Amerika wohl der dortige "mainstream".
Nein, ganz so einfach ist das nicht.
Trucker-Country ist zunächst thematisch zu fassen. Da geht es eben um den (gerne romantisierten) Lebensstil des Manns im LKW als modernen Cowboy, der die Highways rauf und runter düst, fern von der Liebsten ist und abends in Honky Tonk Bars an der Jukebox klebt und sich mit Wine, Women und Song vergnügt.... Gerne wird aufgezählt, wo man überall schon gewesen ist und dass einem deshalb niemand mehr einen Bären aufbinden kann ("been around the horn").
Musikalisch gesehen ist das eigentlich kein gebügelter Mainstream-(New)-Country nach heutigem Verständnis (a la Shania Twain, George Straight etc.), sondern ein rauhbeiniger Honky-Tonk-Old-School-Stil. Es sind nach meiner Warhnehmnung im Grunde eher bestimmte Songs denn bestimmte Interpreten zu nennen. Angefangen bei DEM Klassiker "6 Days On The Road" bis hin zu "I´ve Been Everywhere" auf der 2. American-Platte von Cash (allerdings auch ne uralte Nummer).
Prototypischer Interpret ist Dave Dudley, der die Referenzversion von "6 Days On The Road" verantwortet, aber auch ansonsten repräsentativ für diese Thematik steht. Man muss sich nur mal die Tracknamen auf einer seiner CDs ansehen. Ich finde das ziemlich cool. Seine Stimme ist eine der knarzig-charmantesten des Country (imho) und es gibt einen Haufen toller Songs in seinem Werk.
In Deutschland hat man sich leider auch der Thematik angenommen. Neben Truck Stop, deren Output ich zu wenig kenne, die ich aber eher noch zu den akzeptablen zählen würde, hat sich da auch der deutsche Schlager-Trucker Tom Astor dem Genre angenommen, mit m.E. grausigem Erfolg. Das ist aber so unterschiedlich vom Original wie Gunter Gabriel sich von Johnny Cash unterscheidet.
Was ich schonmal an anderer Stelle schrieb: einfach mal an der Tanke für n paar Euro ein Tape von Dave kaufen und reinhören. Kann man eigentlich nicht viel falsch machen, wenn man grds. Sympathie für klassichen Country hat (auch wenns etwas schmuddelig rüberkommt).
Herr Rossi
08.08.2006, 14:42
Die Referenzen von Truck Stop liegen ja seit 30 Jahren offen: Dave Dudley, Hank Snow, Charlie Pride(?) :-)
Danke für die Hinweise, Sonic, ich werde Herrn Dudley mal antesten.
Sonic Juice
08.08.2006, 14:50
Prima. Ich nehme an, der hat auch einiges nicht so zwingendes gemacht, zumal sein Spektrum ja recht begrenzt war. Aber ein Sampler auf dem Nummern wie...
6 Days on The Road
I Was Country Before Barbara Mandrell
Been Around The Horn
Last Day in The Mines
Truck-Drivin-Son-Of-A-Gun
Sentimental Journey...
vertreten sind, kann eigentlich so falsch nicht sein. Alles verdammt coole Tracks! :-)
Und bei so tongue-in-cheek-Zeilen wie "I was Country before Reagan was a cowboy..." muss ich immer wieder grinsen.
FifteenJugglers
08.08.2006, 14:57
George Strait ist aber schon ziemlich klassischer Country (auch wenn er 'nen großen Hut trägt).
Joshua Tree
08.08.2006, 15:01
Truck Stop sind meiner Meinung nach der Grund, warum man in Deutschland belächelt wird, wenn man zugibt Country zu hören.
Sonic Juice
08.08.2006, 15:06
@15: Aus meiner Erinnerung (ein Freund von mir hat diverse Scheiben und ist tatsächlich großer New Country-Fan, hört regelmäßig die US-Country-Charts etc.) ist das klasssischer (im Sinne von traditoneller) New Country im Stil von Garth Brooks, wenn auch nie von der Qualität. Ist schon ein anderer Klang als die old school-Fraktion, aber natürlich auch nicht mit dem Pop von Shania Twain zu vergleichen (das wollte ich auch nicht).
Er ist halt verantwortlich für die fürs Countryradio frisierte Dutzendware (der Mann haut ja ständig neue, aber völlig austauschbare LPs und Singles raus, um sich in den dortigen Charts zu behaupten). Typisch für den New Country ist auch die Stimme: dieser jaulende, recht hohe Gesang, den er (nach meiner Erinnerung) auch kultiviert. Solche Stimmen (Brooks hat die auch, wie auch Dwight Yoakam und Dutzend andere) sind mir aus den Prä-80ern nicht geläufig und stehen repräsentativ für den New Country.
Dick Laurent
08.08.2006, 15:08
Truck Stop hin oder her - man wird zu recht belächelt!
O`Malley
08.08.2006, 15:11
Von Country krieg ich Ausschlag! Bei TomTom habe ich mir eines der aktuellen Ryan Adams-Konzerte angehört und allein bei diesen Slidegitarren krieg ich Plaque!
FifteenJugglers
08.08.2006, 15:12
Ich muss zugeben, dass ich mich mit dem Mann (Strait) nicht näher befasst habe, aber die paar Sachen, die ich gehört habe, gehen eigentlich eher in Richtung Honky Tonk und klassisches Crooning - so in etwa die George-Jones-Ecke (wenn auch nicht halb so gut, aber doch deutlich besser als Garth Brooks).
Typisch für den New Country ist auch die Stimme: dieser jaulende, recht hohe Gesang, den er (nach meiner Erinnerung) auch kultiviert. Solche Stimmen (Brooks hat die auch, wie auch Dwight Yoakam und Dutzend andere) sind mir aus den Prä-80ern nicht geläufig und stehen repräsentativ für den New Country.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt in sämtliche Nesseln setze, die es gibt, aber dieses jaulend, weinerlich jodelnde ist doch auch schon bei George Jones zu hören. Ein Grund, warum ich mit dem immer noch meine Probleme habe. Auch wenn mir seine Lieder schon zum Teil gefallen. Aber die Stimme wird mir oftmals zuviel.
Sonic Juice
08.08.2006, 15:19
Tja, mir fehlt in Sachen Straight auch das Anhörungsmaterial, um dazu gesicherte Statements abzugeben. Ich kann aber mit tiefer Überzeugung sagen, dass Brooks von der stilistischen Varianz, den Arrangements, den in den Texten behandelten Themen und der Songqualität absolut herausragt aus dem New Country-Feld. Seine mir liebe Platte "Scarecrow" etwa hat einen wirklich breiten Horizont, der über die engen Genregrenzen und die einfach gestrickte Schematik des New Country hinausweist. Er wurde deshalb, wenn ich mich recht erinnere, zur Strafe auch nicht mehr in den Country Charts geführt, weil da ja ein Gospelchor zu hören war und die vorgegebene Instrumentierung nicht befolgt wurde.
Zur Abgrenzung von Old und New Country reicht in der Regel übrigens ein Blick aufs Cover. Wenn das aussieht wie das Titelbild eines Schwulenmagazins, dann ist es in der Regel New Country. ;-)
FifteenJugglers
08.08.2006, 15:21
Tja, mir fehlt in Sachen Straight auch das Anhörungsmaterial, um dazu gesicherte Statements abzugeben. Ich kann aber mit tiefer Überzeugung sagen, dass Brooks von der stilistischen Varianz, den Arrangements, den in den Texten behandelten Themen und der Songqualität absolut herausragt aus dem New Country-Feld. Seine Platte "Scarecrow" hat einen wirklich breiten Horizont, der über die engen Genregrenzen und die einfach gestrickte Schematik des New Country hinausweist.Mag ja alles sein - aber die Stimme! Die Stimme! :krank:
FifteenJugglers
08.08.2006, 15:23
Habe mir übrigens gerade bei Pandora ein George-Strait-Radio eingerichtet - und der dritte Song ist gleich einer von George Jones.
Sonic Juice
08.08.2006, 15:24
Mit der Stimme von Brooks hatte ich auch sehr lange zu kämpfen. Bis ich das Lied "wrapped up in you" hörte. Das fand ich dermaßen hübsch und beschwingt, dass ich plötzlich auch die Stimme ganz anders wahrgenommen habe.
Zuvor hatten wir jahrelange WG-Diskussionen (ich: Cash! Nelson!, Freund: Brooks! Straight!...).
Auf der "Scarecrow" gibts übrigens auch ein cooles Duett mit George Jones (B-E-E-R Run).
Herr Rossi
08.08.2006, 15:28
Garths Friends In Low Places ist ein Hit, da gibt's nichts :-)
FifteenJugglers
08.08.2006, 15:30
Ich habe übrigens auch eine ganz einfache New-Country-Definition: New Country ist's, wenn's nicht mehr wie Country klingt. ;-)
Herr Rossi
08.08.2006, 15:33
@15: Ist das dann nicht Americana ;-)?
FifteenJugglers
08.08.2006, 15:44
@15: Ist das dann nicht Americana ;-)?Für mich hat Americana mehr mit Country zu tun als New Country.
Herr Rossi
08.08.2006, 15:59
@15Jugglers: Das ist sicher richtig. Garth ist auch der einzige New-Country-Sänger, den ich etwas näher kenne dank einer nicht unbekannten Forumianerin. Mir ist alter Country allerdings bislang zugänglicher als Americana.
Darüber hinaus ist hier auch vergessen worden, daß neben der , gemeinhin am kommerziellsten Szene aus Nashville, auch noch der Bakersfield Sound aus Kalifornien oder die Texas Outlaw-Szene existierten/existieren.
Erzähl doch bitte mal mehr hierüber!
Zum Bakersfield Sound:
Da sollte einem wohl zu aller erst Buck Owens einfallen.
Der Bakersfield Sound ist stark vom Rock & Roll beeinflusst. Stell dir einen Country-Sänger mit einer Telecaster vor. Songs mit Backbeats drin. Also eigentlich eher das Gegenteil der Musik die aus Nashville kommt und eine Art Vorläufer zum Country-Rock darstellt. Sowas ist der Bakersfield Sound. Wie der Name schon sagt hat die Musik ihren Ursprung in Bakersfield (Kalifornien) und wurde dort in den Honky-Tonks gespielt.
Merle Haggard war auch ein bekannter vertreter diese Genres sowie Wynn Stewart.
Zur Texas Outlaw Szene:
Diese Szene hat ihre Wurzeln in Austin (Texas). Mir fallen dazu spontan Waylon Jennings und Jerry Jeff Walker ein (wer diesen nicht kennt, unbedingt mal reinhören).
Der Sound aus Austin wurde ein Jahrzehnt später als der Bakersfield Sound populär, also in den 70ern. Der harte Sound aus Bakersfield war nicht mehr so hart, dieser Part wurde jetzt von den Outlaws übernommen die ebenfalls vom Rock beeinflusst waren. Allerdings wurde jetzt mehr auf das Storytelling wert gelegt. Dieser Hardcore Country, wie man es nennen könnte, passte den Nashville Leuten natürlich gar nicht, aber das interessiert keinen. Andere bekannte Künstler waren z.B David Allen Coe oder Kris Kristofferson.
asdfjklö
08.08.2006, 16:11
Danke!
Noch heute werden beide Stile recht vorzüglich gepflegt,u.a. noch durch Chris Hillman und Herb Pedersen, durch Dwight Yoakam....
Zu Texas sollten einem dann natürlich noch Willie Nelson und Terry Allen mit seiner Panhandle Band einfallen.
Beide Stile sind auf jeden Fall "bekömmlicher" für jene, die nicht unbedingt auf "Charts-Kost" bestehen.
Ich habe übrigens auch eine ganz einfache New-Country-Definition: New Country ist's, wenn's nicht mehr wie Country klingt. ;-)
Na, irgendwie hast du da recht.
Aber mal ganz nebenbei: Carrie Underwood und Miranda Lambert sehen schon verdammt heiss aus :liebe_2:
Sandhead
08.08.2006, 20:44
Das waren ja sehr lehrreiche Beiträge heute... danke an alle!
Ich bedanke mich bei Antares über die Informationen über den Bakersfield Sound und der Texas Outlaw-Szene. Sehr interessant, die erwähnten Künstler habe ich
mir direkt via Pandora angehört, sofern ich sie nicht schon kannte.
Ich habe übrigens auch eine ganz einfache New-Country-Definition: New Country ist's, wenn's nicht mehr wie Country klingt. ;-)
Super-Definition! Das ist doch zumeist Mainstream-Pop, wenn auch in Nashville produziert. Und wenn's back to the roots gehen soll, wird die Slide draufgeklatscht. Kann ich alles nicht ab.
Ich bin da zu wenig eingehört, mag aber George Jones mittlerweile gerne, der ein Riesen-Sänger ist (und eine unglaublich variable Stimme besitzt).
Ab den 70ern dürfte sich Country (zumeist ja Nashville) mehr und mehr mit dem Country-Rock à la Parsons/Eagles/etc vermischen. So wie Ende der 60er ja bereits der Rock'n'Roll in Gestalt von Cash, Lewis und anderen in Nashville ankam.
Ich glaube, es wird schwer, ein von anderen Einflüssen unbeleckten "Country" zu finden. Das sieht man ja schon am Thread, wenn Namen wie Tom Astor (den ich gerne immerzu verlachen würde als den Typ dessen Photo neben jeder Klohfrau in jeder Autobahntankstelle Deutschlands hängt - wenn sich Emmylou Harris mal nicht herabgelassen hätte mit ihm zu singen), George Jones, Buck Owens und dann Shania Twain zusammen genannt werden.
@Antares
Kris Kristofferson hat ja eher als Singer-Songwriter (allerdings mit Auftritten bei Cash) angefangen.
Unter dem Begriff "Country" wird ja ziemlich viel subsumiert, was miteinander aber herzlich wenig zu tun hat. Musikstile wie "Appalachian Swing", "Mountain Music", "Old Time String Music" oder "Bluegrass" haben ja mit der Musik von Dwight Yokam oder Garth Brooks wenig gemeinsam. Womit nichts gegen die beiden gesagt sein soll, auch die haben ihre Momente: der eine mehr als der andere.
Ich bedanke mich bei Antares über die Informationen über den Bakersfield Sound und der Texas Outlaw-Szene. Sehr interessant, die erwähnten Künstler habe ich
mir direkt via Pandora angehört, sofern ich sie nicht schon kannte.
Kein Problem, das mit dem Pandora sieht ja interessant aus. Muss ich mal ausprobieren.
@Antares
Kris Kristofferson hat ja eher als Singer-Songwriter (allerdings mit Auftritten bei Cash) angefangen.
Richtig, und das in Nashville.
Allerdings habe ich ihn zu den Outlaws gezählt weil das seinem Songwriting entspricht. Ausserdem hat er ja auch ähnlichkeit mit sehr vielen Outlaw- Artists und hat mit ihnen zusammengearbeitet.
Sonic Juice
08.08.2006, 22:43
Ab den 70ern dürfte sich Country (zumeist ja Nashville) mehr und mehr mit dem Country-Rock à la Parsons/Eagles/etc vermischen.
Das zäumt aber das Pferd von hinten auf. Parsons, Dylan, Eagles, Nitty Gritty Dirt Band etc. haben sich ja im Fundus des Country bedient und diverse Stilmittel und Themen auf den Rock übertragen. Nicht Country ist insofern unrein, sondern Rock. Country war der Bäcker, Rock das Brötchen sozusagen. ;-)
Ich glaube, es wird schwer, ein von anderen Einflüssen unbeleckten "Country" zu finden.
Für "reinen" Country gab es , sofern ich das mit meinem Halbwissen zusammenkriege, eigentlich immer gewisse Vorgaben, die zB darüber entscheiden, ob etwas in die Country Billboard Charts kommen durfte. Die Zutaten sind vielleicht mittlerweile etwas lockerer geworden. Aber zB Garth Brooks hatte deswegen ja erst vor ein paar Jahren noch Probleme, weil er stilfremde Instrumente und Arrangements nutzte. Diese Vorstellung wurde natürlich immer wieder gerne unterwandert, auch von den sog. Outlaws der 70er Jahre.
So wie Ende der 60er ja bereits der Rock'n'Roll in Gestalt von Cash, Lewis und anderen in Nashville ankam.
??? Das musst Du mir aber mal erklären, wie Du das meinst. Ende der 60er? Rock N Roll? Cash?
Kris Kristofferson hat ja eher als Singer-Songwriter (allerdings mit Auftritten bei Cash) angefangen.
Jein. Er hat doch schon vor seinem Debut Songs für Countryinterpreten geschrieben und sich meines Wissens auch immer als Country-Künstler verstanden. Man höre nur das Intro zu "Me and Bobby McGee" von seinem Debut: "if it sounds country, man, that´s what it is, it´s a country song!" Auch seine Rezeption in der Musikszene war ganz klar country-dominiert. Fast alle seine Songs von den ersten zwei Scheiben wurden ins Repertoire jedes Countrysängers integriert, der etwas auf sich hielt, von Cash über Nelson, Jennings bis hin zu ganz "mainstreamigen" Country-Acts... Er ist jedenfalls nicht erst später plötzlich zum Countryman mutiert.
So ist es, einige seiner Alben tendieren auch im Gesamtbild eher in Richtung
Country. (Ich denke da grade an die 'Border Lord' LP)
Sonic Juice
09.08.2006, 00:40
Gerade mal auf der Heimseite von Tom Astor geschnüffelt und auf folgende Infos gestoßen:
Ein Gradmesser seines Stellenwertes auch international, ist das Album "Meilensteine" mit 20 Duetten. So legendäre US-Country-Größen wie Willie Nelson, Waylon Jennings, Don Williams, Emmylou Harris, Dave Dudley und The Bellamy Brothers waren sofort bereit, für diese CD mit dem deutschen Superstar ins Studio zu gehen.
Im Februar 1996 bereitete es dem ewig populären "Man in black" - Jonny Cash - Riesenfreude, zusammen mit seinem Freund aus Germany zwei Titel aufzunehmen. Auch mit John Denver und dem deutschen Superstar Wolfgang Petry hat er Duette gesungen.
Johnny und Wolle in einem Atemzug!
http://www.smiley-channel.de/grafiken/smiley/erstaunt/smiley-channel.de_erstaunt042.gif
Und jetzt erschließt sich mir auch erst so halbwegs der Klammereinschub in Lathos Post:
Das sieht man ja schon am Thread, wenn Namen wie Tom Astor (den ich gerne immerzu verlachen würde als den Typ dessen Photo neben jeder Klohfrau in jeder Autobahntankstelle Deutschlands hängt - wenn sich Emmylou Harris mal herabgelassen hätte mit ihm zu singen), George Jones, Buck Owens und dann Shania Twain zusammen genannt werden.
Sie hätte sich m.E. mal besser nicht herabgelassen...
In der Wahl ihrer Duett-Partner war Frau Harris in letzter Zeit eh nicht so wählerisch.
Und Gunter Gabriel hat ja auch mal Johnny Cash besucht.
Richtig, und das in Nashville.
Allerdings habe ich ihn zu den Outlaws gezählt weil das seinem Songwriting entspricht. Ausserdem hat er ja auch ähnlichkeit mit sehr vielen Outlaw- Artists und hat mit ihnen zusammengearbeitet.
Wollte ich auch nicht abstreiten.
Das zäumt aber das Pferd von hinten auf. Parsons, Dylan, Eagles, Nitty Gritty Dirt Band etc. haben sich ja im Fundus des Country bedient und diverse Stilmittel und Themen auf den Rock übertragen. Nicht Country ist insofern unrein, sondern Rock. Country war der Bäcker, Rock das Brötchen sozusagen. ;-)
Da hast Du mich falsch verstanden. Vorreiter Parsons hatte ja Elvis und Buck Owens im Sinn, als er anfing. Natürlich fließt die Country-Musik in den Country-Rock (auch wenn das ein doofes Wort ist) mit ein. In den 70ern (und nicht unbedingt weil Parsons das gemacht hat, ausschlaggebend glaube ich sind eher Harris und Eagles/West Coast Pop) nimmt dann Nashville den Faden wiederum auf.
Für "reinen" Country gab es , sofern ich das mit meinem Halbwissen zusammenkriege, eigentlich immer gewisse Vorgaben, die zB darüber entscheiden, ob etwas in die Country Billboard Charts kommen durfte. Die Zutaten sind vielleicht mittlerweile etwas lockerer geworden. Aber zB Garth Brooks hatte deswegen ja erst vor ein paar Jahren noch Probleme, weil er stilfremde Instrumente und Arrangements nutzte. Diese Vorstellung wurde natürlich immer wieder gerne unterwandert, auch von den sog. Outlaws der 70er Jahre.
Das kann sein (ich weiß darüber auch nichts), aber die Vorgaben können so trennscharf nicht sein, wenn Brooks und ein Dolly-Parton-Bluegrass-Album in die Charts passen.
??? Das musst Du mir aber mal erklären, wie Du das meinst. Ende der 60er? Rock N Roll? Cash?
Ich meinte, dass Cash und andere, die später in Nashville aufnahmen, nicht in Nashville begonnen haben.
Jein. Er hat doch schon vor seinem Debut Songs für Countryinterpreten geschrieben und sich meines Wissens auch immer als Country-Künstler verstanden. Man höre nur das Intro zu "Me and Bobby McGee" von seinem Debut: "if it sounds country, man, that´s what it is, it´s a country song!" Auch seine Rezeption in der Musikszene war ganz klar country-dominiert. Fast alle seine Songs von den ersten zwei Scheiben wurden ins Repertoire jedes Countrysängers integriert, der etwas auf sich hielt, von Cash über Nelson, Jennings bis hin zu ganz "mainstreamigen" Country-Acts... Er ist jedenfalls nicht erst später plötzlich zum Countryman mutiert.
Als klassischer Country-Künstler sicher nicht von anfang an und seine Rezeption war, wenn Kristofferson auch aus Nashville kam, sicher nicht auf den Country-Breich beschränkt. In diesen Outlaw-Bereich sehe ich ihn schon eher, aber ich höre in seinem Debut-Album nicht unbedingt klassische Country-Musik heraus.
[...]
Und jetzt erschließt sich mir auch erst so halbwegs der Klammereinschub in Lathos Post:
Sie hätte sich m.E. mal besser nicht herabgelassen...
Tja, da fehlte ein wichtiges Wörtchen - korrigiert. Cash hatte ich lieber nicht erwähnt.
Unter dem Begriff "Country" wird ja ziemlich viel subsumiert, was miteinander aber herzlich wenig zu tun hat. Musikstile wie "Appalachian Swing", "Mountain Music", "Old Time String Music" oder "Bluegrass" haben ja mit der Musik von Dwight Yokam oder Garth Brooks wenig gemeinsam. Womit nichts gegen die beiden gesagt sein soll, auch die haben ihre Momente: der eine mehr als der andere.
Nichts anderes wollte ich gesagt haben: "Country" ist in ungefähr so genau wie "Rock".
In der Wahl ihrer Duett-Partner war Frau Harris in letzter Zeit eh nicht so wählerisch.
Und Gunter Gabriel hat ja auch mal Johnny Cash besucht.
Wir glauben an das Gute in Frau Harris und nehmen einfach mal an, dass sie ob der schieren Zahl von Gastauftritten die Übersicht verloren hat.
Sonic Juice
09.08.2006, 09:23
Wir glauben an das Gute in Frau Harris und nehmen einfach mal an, dass sie ob der schieren Zahl von Gastauftritten die Übersicht verloren hat.
Ich glaube auch, dass die ganzen Country-Heroes, die Tom Astor da ins Studio geschleppt hat, einfach nicht checken, was der hier in Deutschland für einen Status hat. Man wird dem Amerikaner ja vermutlich schon nicht so recht die Unterscheidung zwischen Schlager, Volksmusik, Country und Pop in ihrer deutschen Ausformung klar machen können.
Vermutlich wird ihnen das Management einfach gesagt haben: der Tom Astor ist DER Superstar im Deutschen Country und da könnt Ihr nicht "nein" sagen, der deutsche Markt ist ja auch so groß, und die deutschen Fans lieben Euch etc. Und die 5 Minuten im Studio, die sie brauchen, um einen ihrer Standards einzuträllern, werden sie halt gehabt haben.
Habe mir gestern auf Itunes mal das Album angehört. Da dreht´s einem, spätestens wenn der deutsche Gesang einsetzt, aber wirklich den Magen rum.:doh:
Sonic Juice
09.08.2006, 09:28
Nichts anderes wollte ich gesagt haben: "Country" ist in ungefähr so genau wie "Rock".
Ja, das würde ich auch so sagen (wie beim Heavy Metal, Jazz und RnB auch). Da gibt es halt old school und new school, rebellisches und angepasstes, konventionelles und alternatives, grobes und feines, authentisches und künstliches, wie bei jedem Genre-Oberbegriff. Die Zuordnung zum Country finde ich aber im Prinzip nicht sooo schwer, da gibt es doch genug "middle of the road"-Stoff, der eindeutig ins Raster fällt. Natürlich kann man dann über Grenzfälle wie Kristofferson und Parson debattieren, aber ja eben nur, weil man sie an einer Vorstellung von Mainstream misst.
Ich glaube auch, dass die ganzen Country-Heroes, die Tom Astor da ins Studio geschleppt hat, einfach nicht checken, was der hier in Deutschland für einen Status hat. Man wird dem Amerikaner ja vermutlich schon nicht so recht die Unterscheidung zwischen Schlager, Volksmusik, Country und Pop in ihrer deutschen Ausformung klar machen können.
Vermutlich wird ihnen das Management einfach gesagt haben: der Tom Astor ist DER Superstar im Deutschen Country und da könnt Ihr nicht "nein" sagen, der deutsche Markt ist ja auch so groß, und die deutschen Fans lieben Euch etc. Und die 5 Minuten im Studio, die sie brauchen, um einen ihrer Standards einzuträllern, werden sie halt gehabt haben.
So sehe ich das auch. Und damit hat Tom Astor wenigstens etwas Gutes (von dem wir allerdings nichts haben): ein gerissenes Management...
Habe mir gestern auf Itunes mal das Album angehört. Da dreht´s einem, spätestens wenn der deutsche Gesang einsetzt, aber wirklich den Magen rum.:doh:
Ich habe einige Fernsehauftritte gesehne: unabsichtliche Parodie eines hat acts.
Ja, das würde ich auch so sagen (wie beim Heavy Metal, Jazz und RnB auch). Da gibt es halt old school und new school, rebellisches und angepasstes, konventionelles und alternatives, grobes und feines, authentisches und künstliches, wie bei jedem Genre-Oberbegriff. Die Zuordnung zum Country finde ich aber im Prinzip nicht sooo schwer, da gibt es doch genug "middle of the road"-Stoff, der eindeutig ins Raster fällt. Natürlich kann man dann über Grenzfälle wie Kristofferson und Parson debattieren, aber ja eben nur, weil man sie an einer Vorstellung von Mainstream misst.
Ja, das finde ich eine gute Beobachtung - allerdings hat sich das was Mainstream ist, ja auch geändert. Musik von Brooks wäre doch vor sagen wir mal 20 Jahren auch nicht akzeptiert worden. Der Mainstream schluckt Elemente der Avantgarde, probiert sie aus und wenn es akzeptiert wird, werden sie eingebaut. Das ist natürlich überall so. Würde der Mainstream das nicht tun, würde er als veraltet untergehen. Und peng!, da haben wir ihn wieder: den alten Pop-Theoretiker Darwin.
also dieser schnulzige geht ja wohl gar nich neee da ess ich lieber nen besen,aber gegen alternative country/americana is nix einzuwenden!!!schon ma was von whisekytown gehört!!und ich find ryan adams hat den country wieder ziemlich in gemacht........(ich dachte nie das ich so was mal sagen werde)
schon ma was von whisekytown gehört!!und ich find ryan adams hat den country wieder ziemlich in gemacht........(ich dachte nie das ich so was mal sagen werde)
Ja natürlich. Whiskeytown sind sehr genial, vorallem Faithless Street und Strangers Almanac (Pneunomia kenn ich leider nicht, dürfte aber auch topp sein- Klingt angeblich schon mehr nach einem Ryan Solo Album)
Ja natürlich. Whiskeytown sind sehr genial, vorallem Faithless Street und Strangers Almanac (Pneunomia kenn ich leider nicht, dürfte aber auch topp sein- Klingt angeblich schon mehr nach einem Ryan Solo Album)
hallöchen.....ja die beiden alben sind echt genial...whiskeytown: nirvana des altenativ country,sagt man ja so schön.....Pneumonia is halt nich so rau,glatt porduziert,zum teil schon fast popig wie bei *mirror, mirror "oder "don't be sad"...faithless street kommt da einwenig demomässiger rein....ja ryan hat ja auf pneumonia auch fast alle songs selbst geschrieben...da könnte es als soloalbum durchgehen und es hat ja auch ethan johns produziert....:-)
Strangers Almanac ist echt ziemlich genial, aber Faithless Street hat mehr Uncle Tupelo- mässigen Charme (weils glaub ich so gut wie garnich produziert wurde).
Apropos Uncle Tupelo, die sind voll der Wahnsinn, finde ich....
Neben den Jayhawks die Urväter des heutigen Alt. Country.
Neben den Jayhawks die Urväter des heutigen Alt. Country.
ja das stimmt...die sind wahnsinn...jeff tweedy hat ja dann wilco gegründet...aber ich glaub die beiden vertragen sich nich wirklich...also ich mein jeff und ryan...
faithless street besteht zum grössten teil aus sessions songs...also auf jeden fall die version die ich hab..von der dann ein paar auf stangers almanac landeten...
ja das stimmt...die sind wahnsinn...jeff tweedy hat ja dann wilco gegründet...aber ich glaub die beiden vertragen sich nich wirklich...also ich mein jeff und ryan...
Haben wahrscheinlich so ne Art Beatles/ Stones, Oasis/ Blur, Luke Skywalker/ Darth Vader,... Beziehung ;-)
Hast du schon die neue Golden Smog gehört? Das ist auf jeden Fall ne harte Kongruenz für Ryan- Vorallem weil sein 29 ja nich sooo der Renner war, finde ich.
Hast du schon die neue Golden Smog gehört? Das ist auf jeden Fall ne harte Kongruenz für Ryan- Vorallem weil sein 29 ja nich sooo der Renner war, finde ich.
ne die hab ich noch nich gehört....muss ich gleich mal reinhören....:-) ich find 29 auch naja eine sehr schwere platte,düster traurig..ausser the sadness find ich ein klasse song..könnt in einem tarantino streifen vorkommen..so schau mal wo ich da reinhören kann....
Dieses Jahr solls ja kein neues Ryan Adams Album geben... Weil er ja auf Tour ist.
Aber die neue Magnolia Electric Co soll auch sehr gut sein, so ne Art Neil Young meets Will Oldham. Irgendwie auch wichtige Vertreter des Alt. Country, oder?
erster eindruck....nich schlecht...gut bei stimme,heisse rythmen..ja wenn ich mal wieder geld flüssig hab leg ich mir die scheibe von golden smog an....
Dieses Jahr solls ja kein neues Ryan Adams Album geben... Weil er ja auf Tour ist.
Aber die neue Magnolia Electric Co soll auch sehr gut sein, so ne Art Neil Young meets Will Oldham. Irgendwie auch wichtige Vertreter des Alt. Country, oder?
ja verdammt wo bleibt seine arbeitswut...:-)
oh gott diese band kenn ich gar nich!!!!:doh: !muss ich mich jetzt schämend in die ecke stellen???
Neben den Jayhawks die Urväter des heutigen Alt. Country.
Da gab's einiges davor. Tip: Lone Justice und Maria McKee. Auch Minutemen mit Double Nickels on the Dime.
Oder noch weiter zurück: Gram Parsons und Emmylou Harris.
Kennst du nicht! Die gefallen dir bestimmt. Der Kopf der Band ist Jason Molina der seine Platten früher unter Songs: Ohia veröffentlicht hat. Hör dir mal The Lioness von Songs: Ohia an- Spitzenplatte (Hab die Platte damals rauf und runter gehört)
Da gab's einiges davor. Tip: Lone Justice und Maria McKee. Auch Minutemen mit Double Nickels on the Dime.
Oder noch weiter zurück: Gram Parsons und Emmylou Harris.
Stör doch das Gespräch nicht.
Da gab's einiges davor. Tip: Lone Justice und Maria McKee. Auch Minutemen mit Double Nickels on the Dime.
Oder noch weiter zurück: Gram Parsons und Emmylou Harris.
wer is gram parsons *GG*den gabs auch noch???*GG*;-)naja wir sind hier so bei der "no depression" entstehung gelandet..so diese bands eben...
wer is gram parsons *GG*den gabs auch noch???*GG*;-)naja wir sind hier so bei der "no depression" entstehung gelandet..so diese bands eben...
Genau. ;-)
Aber kennst du zufällig Pieces of the Sky von Emmylou Harris- Soll ja auch ein Muss sein.
Genau. ;-)
Aber kennst du zufällig Pieces of the Sky von Emmylou Harris- Soll ja auch ein Muss sein.
ja die hab ich mir mal während der arbeit angehört...echt schön......:-) ich find die emmylou hat eh eine ganz keke stimme...
Hab mir vor kurzem Blacklisted von Neko Caso angehört/ gekauft- Geniale Platte, aufgenommen u.a. mit Members von Giant Sand/ Calexico.
:-) apropos wie gefällt dir die neue calexico??werd sie mir wahrscheindlich in dublin live ansehen....
Calexico sind absolut genial- Eine der besten Livebands zur Zeit (Hab sie schon 2 mal gesehen).
Das neue Album gefällt mir sehr gut, eine mutiger Schritt der Band ihr "Markenzeichen" diesen typischen Texmex- Sound wegzulassen.
Jetzt klingts halt mehr nach Wilco o. Ryan Adams- Find ich aber gut!
In Dublin- Cooooooool!
Calexico sind absolut genial- Eine der besten Livebands zur Zeit (Hab sie schon 2 mal gesehen).
Das neue Album gefällt mir sehr gut, eine mutiger Schritt der Band ihr "Markenzeichen" diesen typischen Texmex- Sound wegzulassen.
Jetzt klingts halt mehr nach Wilco o. Ryan Adams- Find ich aber gut!
In Doublin- Cooooooool!
.......ja find auch das es mehr singer/songwritter touch hat...gefällt mir auch wahnnsinig..auch die ganze aufmachung (booklet und so)
ja dublin....muss mir da dann bloss noch ein ticket besorgen..springsteen seh ich mir,denk ich,auch an.......der hat ja irgendwie auch so ein altfolk/county tripp.....
Auch eine fazinierende Liveband sind Wovenhand- Wie findest du die?
Auch eine fazinierende Liveband sind Wovenhand- Wie findest du die?
von denen hab ich mir noch nie was angehört...hmmmm hab noch was nachzuholen...:-)
Den Boss- Jeah! Hab ich auf seiner Rising- Tour gesehen, waren mir aber fast zuviel Leute dort. Ich weiss nicht diese Bombast- Stadion Konzerte find ich eher nicht so toll- Aber es halt der Boss, was soll man da machen ;-)
Den Boss- Jeah! Hab ich auf seiner Rising- Tour gesehen, waren mir aber fast zuviel Leute dort. Ich weiss nicht diese Bombast- Stadion Konzerte find ich eher nicht so toll- Aber es halt der Boss, was soll man da machen ;-)
..ja der hat ja etwa ne 11köpfige band"the estreet band"yeah..inkl. seiner ehefrau...die hat übrigens auch nich schlecht soloplatten:-)
Wovenhand haben früher 16 Horsepower geheissen (unter dem Namen waren sie eigentlich schon ziemlich bekannt)
Ist eher so Düsterfolk, klingen stellenweise sehr nach Nick Cave.
Wovenhand haben früher 16 Horsepower geheissen (unter dem Namen waren sie eigentlich schon ziemlich bekannt)
Ist eher so Düsterfolk, klingen stellenweise sehr nach Nick Cave.
...ach...ich steh nich so auf nick cave....seine stimme is mir irgendwie zu *düster*(kann man das sagen??) zwar diese letzte da hmm wie hiess sie nochmal...???*kopfkratz*die war nich schlecht...
..ja der hat ja etwa ne 11köpfige band"the estreet band"yeah..inkl. seiner ehefrau...die hat übrigens auch nich schlecht soloplatten:-)
Wahrscheinlich wird er in Dulin mit seiner Seeger Sessions Band auftreten. DIE Platte ist übrigens 1A!!! Eines der besten Alben in letzter Zeit.
Wahrscheinlich wird er in Dulin mit seiner Seeger Sessions Band auftreten. DIE Platte ist übrigens 1A!!! Eines der besten Alben in letzter Zeit.
..ja find ich auch..
b-sides and rarities..genau so hiess sie......
...ach...ich steh nich so auf nick cave....seine stimme is mir irgendwie zu *düster*(kann man das sagen??) zwar diese letzte da hmm wie hiess sie nochmal...???*kopfkratz*die war nich schlecht...
Abattoir Blues & seine B- Sides Collection waren die Letzten von ihm (und dieser Soundtrack).
Tja, Nick Cave der is überhaupt ein eigenes Kapitel......
Wahrscheinlich werden die Karten für den Boss nicht billig sein...
Hab für das Neil Young Solo Konzert z.B. ganze 100 Euro geblecht- Aber das Geld wars schon wert- Damals auf seiner Greendale- Tour.
Hab die Platte trotz der schlechten Kritiken schon sehr gemocht...
Hör gerade Driftin Way of Life (1969) von Jerry Jeff Walker- Ein Wahnsinn, unbedingt eine Kaufempfehlung!
erster eindruck....nich schlecht...gut bei stimme,heisse rythmen..ja wenn ich mal wieder geld flüssig hab leg ich mir die scheibe von golden smog an....
Solltest du unbedingt machen! ;-)
Stör doch das Gespräch nicht.
Ich bin einfach unverschämt, ich mache das dauernd, schon über 6000-mal.
Dick Laurent
04.10.2006, 20:22
Ich bin einfach unverschämt, ich mache das dauernd, schon über 6000-mal.
das ist wirklich nicht kongruent von dir...
das ist wirklich nicht kongruent von dir...
Was machst Du denn in einem Country-Thread?
Dick Laurent
04.10.2006, 20:42
den Feind im Auge behalten!
den Feind im Auge behalten!
Du musst viel zu tun haben.
den Feind im Auge behalten!
Ähm, wer ist der Feind?
Auf die Antwort bin ich mal gespannt, hatte die Posteingabe nicht eine Zeichenbeschränkung?
Ist Country jetzt eigentlich wieder in?
Ist Country jetzt eigentlich wieder in?
Das musst Du Dick fragen, der hat den Überblick. http://lth.gmxhome.de/Smilies/Smile.gif
Ist Country jetzt eigentlich wieder in?
country is in!!also alternativ country rules!!!!!!
Ist Country jetzt eigentlich wieder in?
Country war NIE out :-)
Dick Laurent
04.10.2006, 22:01
Naja, wenn man schon ne Alternative zu Country benennt, dann ist das kein Zeichen von Stärke...
Naja, wenn man schon ne Alternative zu Country benennt, dann ist das kein Zeichen von Stärke...
Und dann ist das Genre noch nicht mal definiert. Oder warum nannte sich das Zentralorgan No Depression mit Untertitel "Alternative Country (Whatever that is)"?
Na Ja, Alternative Country ist wohl das Gegenstück zu harmlosen Schunkelcountry wie z.B. Truckstop oder Garth Brooks.
Für mich ist z.B. Prog. Rock eine ebenso kuriose Bezeichnung.
Na Ja, Alternative Country ist wohl das Gegenstück zu harmlosen Schunkelcountry wie z.B. Truckstop oder Garth Brooks.
Also an Truck Stop hat bestimmt keiner gedacht. Und was Du damit definierst ist "guter Country"im Gegensatz zu Schlager und Kommerzmusik. Aber Alt.Country ist damit nicht erklärt.
Ich bin aber selber unsicher, glaube man kann das eher über Gruppen und Platten machen.
Dick Laurent
04.10.2006, 22:31
Naja, ob ProgRock oder AltCountry macht in meiner Welt wirklich keinen Unterschied...
Mhh, ich denke die Bezeichnung Alternatve Country soll irgendwie auch auf eine sehr augenzwinkernde Weise eine Anspielung auf das Genre Alt. Rock sein.
Ich hab da mal ein Interview mit Mark Olson gelesen in dem er den Sound der Jayhawks beschrieb. Wie "Gram Parsons mit verzerrten Gitarren" (oder so ähnlich) erklärte er, fand ich sehr aufschlussreich.
Naja, ob ProgRock oder AltCountry macht in meiner Welt wirklich keinen Unterschied...
"Die wunderbar indifferente Welt des Dick Laurent".
Wäre doch ein netter Filmtitel. Es geht darin um einen Misanthropen, der aufgrund einer seltenen Krankheit keine Klänge mehr unterscheiden kann, und für den sich somit Jet, die Stones und The Who gleich anhören.
Dick Laurent
04.10.2006, 22:50
ach komm, von "gleich anhören" war in keinem Fall die Rede...
Der Filmtitel hat was von Amelie, das geht also gar nicht!
Einigen wir uns auf "gute Country Musik". Ist ja eigentlich sowieso egal denn bei dem Wort "Country" (egal ob Alt. o. nicht) wird man meistens ohnehin ziemlich entgeistert angesehen.
Naja, ob ProgRock oder AltCountry macht in meiner Welt wirklich keinen Unterschied...
also in deiner welt vielleicht nich...das geht doch nich..das is ganz und gar nich das gleiche....oder sind für dich muse und wilco die gleichen bands`????
:-) Parsons mit verzerrten Gitarren" ha der is echt gut...
Na Ja, Stimmt aber schon irgendwie...
"Hollywood Town Hall" von den Jayhawks. Klasse- Album!
Naja, ob ProgRock oder AltCountry macht in meiner Welt wirklich keinen Unterschied...
Na, das war aber doch einfach! Bei Prog sind die Lieder länger.
Mhh, ich denke die Bezeichnung Alternatve Country soll irgendwie auch auf eine sehr augenzwinkernde Weise eine Anspielung auf das Genre Alt. Rock sein.
Ich hab da mal ein Interview mit Mark Olson gelesen in dem er den Sound der Jayhawks beschrieb. Wie "Gram Parsons mit verzerrten Gitarren" (oder so ähnlich) erklärte er, fand ich sehr aufschlussreich.
Ja, sicherlich ist das eine Abwandlung von Alternative Rock bzw Music, die mit Grunge aufkamen.
Für mich stellt sich aber die Frage, ob es die Musik nicht schon vor der Bezeichnung gab.
Ja, sicherlich ist das eine Abwandlung von Alternative Rock bzw Music, die mit Grunge aufkamen.
Für mich stellt sich aber die Frage, ob es die Musik nicht schon vor der Bezeichnung gab.
Natürlich. Irgendwie entstand das Ganze in den späten 60ern mit Johnny Cashs Folsom Prison- Auftritt.
Damals nannte man Cash & Co. doch Country Outlaws (Oh Mann, jetzt wirds langsam kompliziert ;-))
Herr Rossi
05.10.2006, 08:47
@Brundle: Ich würde Cashs berühmte Auftritte Ende der 60er nicht als Bruch verstehen, sein Sound hatte sich seit dem Beginn seiner Karriere Mitte der 50-er nicht wesentlich geändert, und auch damals sang er schon über seine klassischen Themen "Love, God, Murder". Die Outlaw-Thematik gehört von Anfang an zum Country. Cashs Folsom Prison Blues z.B. ist von 1957.
Es ist zu kurz gegriffen, wenn man alles, was (aus Sicht des Indie-Rock-geschulten Hörers) gefällt, als "Alternative" Country bezeichnet und den "echten" Country als eher peinlichen amerikanischen Schlager betrachtet. Johnny Cash oder auch Hank Williams sind echter Country und nicht "alternative". Und neben diesen beiden gab gibt es noch sehr viel andere interessante Country-Künstler, ob nun "Outlaws" oder nicht.
Ich kann ansonsten nur auf Sonic Juice neuen Thread verweisen, in dem er seine Country-Favoriten vorstellt.
Dick Laurent
05.10.2006, 08:49
Na, das war aber doch einfach! Bei Prog sind die Lieder länger.
das merkt man aber nicht, wenn man nach ner Minute abbricht... ;-)
Krautathaus
05.10.2006, 09:00
das merkt man aber nicht, wenn man nach ner Minute abbricht... ;-)
Da hat sich gerade mal das Mellotron warm gespielt.
thomlahn
05.10.2006, 09:00
das merkt man aber nicht, wenn man nach ner Minute abbricht... ;-)
Prog kann man nur beurteilen, wenn man mindestens die ersten 10 Minuten eines Songs anhört. Dann ist der Verriss auch einigermassen fundiert.
Prog kann man nur beurteilen, wenn man mindestens die ersten 10 Minuten eines Songs anhört. Dann ist der Verriss auch einigermassen fundiert.
Alright. Lets talk about Dream Theater. :lach:
Ich hab da mal ein Interview mit Mark Olson gelesen in dem er den Sound der Jayhawks beschrieb. Wie "Gram Parsons mit verzerrten Gitarren"das trifft ja auch Ryan Adams' aktuellen Sound nicht schlecht, wobei man da natürlich noch "wie Grateful Dead als Punkband" hinzufügen müsste.
das trifft ja auch Ryan Adams' aktuellen Sound nicht schlecht, wobei man da natürlich noch "wie Grateful Dead als Punkband" hinzufügen müsste.
Oder: "wie die Byrds als Death- Metal Band" :lach:
Aber es stimmt schon, Jan, Mark Olson ist sicher einer der Haupteinflüsse für Adams gewesen. Hollywood Town Hall war ja wirklich wegweisend für den sogenannten Alt. Country.
Da fällt mir an dieser Stelle gerade ein: Ich wollte schon lange mal einen Leserbrief an den RS schreiben, dass sie wieder mal ein Americana/ Alt. Country Special machen sollen (Die 50 wichtigsten Platten oder sowas in die Richtung). Fänd ich sehr gut.
hahah ich galubs nich die Iren fahren voll auf country ab!!!es gibt sogar einen ganz beruehmten countrstar von irland(i forgott the name)aber das is alles so schnulzen country !!baehhh ich muss die mal auf die alt. country schiene bringen,ich werd denn gesichtsausdruck meiner familie nie vergessen als ich denne erklaerte das es im country auch alternative gibt""*GG*
Da fällt mir an dieser Stelle gerade ein: Ich wollte schon lange mal einen Leserbrief an den RS schreiben, dass sie wieder mal ein Americana/ Alt. Country Special machen sollen (Die 50 wichtigsten Platten oder sowas in die Richtung). Fänd ich sehr gut.
Ich auch!
muss sagen das ich das ganze unbedingt-in-schubladen-stecken-von-musik höchst amüsant finde(nicht von euch,sondern der musikindustrie)...
also,ich stell mir das so vor: da hat mal jemand beispielsweise r.adams gehört und es als country bezeichnet(was ja auch irgendwie passt und was ein vertrag bei "lost highway" ja durchaus bestätigt).
dann hat irgendjemand noch ein "alternative" davor gesetzt,weil er country nunmal uncool fand weil man eben verschnulzten patriotismus damit verbindet und es bei jungen leuten nicht ankäme.
das gleiche ist es mit "progressive rock" oder "alternative rock"...da macht jemand mal was anderes und schon muss es schön säuberlich in eine schublade gesteckt werden,damit es sich vermarkten lässt
ich denke,es ist einfach gute musik,mag man sie nennen wie man will
sebsemilia
12.10.2006, 12:21
ich denke,es ist einfach gute musik,mag man sie nennen wie man will
nur irgendwie muss man sie nennen. sonst kann man auf die frage "welche musik hörst du?" nur antworten: "gute"
nur irgendwie muss man sie nennen. sonst kann man auf die frage "welche musik hörst du?" nur antworten: "gute"
und "gut" ist relativ......but a good song is a good song.egal ob country soul jazz oder folk rock ....
aber heutzutage is es echt schwer musik noch einzuordnen,find ich,da sind immer so viele elemente vorhanden sind ,dass man neue bezeichnungen fuer die musik finden muss....
sebsemilia
12.10.2006, 12:25
und "gut" ist relativ......but a good song is a good song.egal ob country soul jazz oder folk rock ....
kein frage. nur kann man sich unter alt.county vielleicht etwas mehr vorstellen, als unter einem guten song.
kein frage. nur kann man sich unter alt.county vielleicht etwas mehr vorstellen, als unter einem guten song.
klaro...aber auch alt. country is nich gleich alt.country.......ach schwer schwer....aber in etwa, ja das stimmt
kein frage. nur kann man sich unter alt.county vielleicht etwas mehr vorstellen, als unter einem guten song.
klar,da kann man sich was drunter vorstellen.leider aber oft was falsches....hätte mir jemand gesagt "das ist ryan adams,der macht alternative country",hätte ich freiwillig niemals in diese cds reingehört,weißt du was ich meine? und wenn man jemandem erzählt,man höre country,dann erntet man alles,aber bestimmt kein interesse.
das ist so schade drum...
ich finde der begriff klingt einfach zu flach um die so komplexe musik zu beschreiben..in manchen fällen sind die zuordnungen einfach nur abschreckend weil man eben bestimmte vorstellungen und vorurteile hat(ich zumindest:-) )
aber logisch,da geb ich dir recht,irgendwie muss mans ja nennen
sebsemilia
17.10.2006, 11:11
und wenn man jemandem erzählt,man höre country,dann erntet man alles,aber bestimmt kein interesse.
das ist so schade drum...
in diesem fall einfach americana sagen, den begriff kennen weniger menschen und man ist erst mal im gespräch.
Also ich sag weiterhin "country"... denn wenn der Fragesteller nicht weiß, was sich dahinter versteckt, ist das sein, nicht mein Problem....!
Für etwaige Nachfragen stehe ich ihm dann natürlich gerne noch zur Verfügung ==)
Gruss
Willie
Kann nicht mal jemand diesen Thread in "Country" umbenennen. So meide ich den Thread alleine wegen des dämlichen Titels.
Sonic Juice
17.10.2006, 14:07
Kann nicht mal jemand diesen Thread in "Country" umbenennen. So meide ich den Thread alleine wegen des dämlichen Titels.
Wahre Worte!
Im Übrigen gibt es aber auch schon mindestens zwei "Alt. Country" bzw. "Americana"-Threads. Dem zufolge müsste es hier der Theorie nach eigentlich um das gehen, was nach Abzug dieser Stile von Country übrig bleibt (was ja eine ganze Menge ist) ...
Sonic Juice
17.10.2006, 14:17
Über die Country-Wurmfortsätze "Americana/ Alt. Country/ No Depression"- und entsprechende Komplexe bei der Beschreibung seines Musikgeschmacks gegenüber Ignoranten (;-)) - kann man z.B. hier (http://www.rollingstone.de/forum/showthread.php?t=932), da (http://www.rollingstone.de/forum/showthread.php?t=7645)oder dort (http://www.rollingstone.de/forum/showthread.php?t=15356)quatschen...
Wobei dein zweiter Vorschlag zu einem Thread führt, wo sich nur verbal in die Schnauze geschlagen wird....viel mit Musik hat der nicht zu tun....findet
Willie
Sonic Juice
07.11.2006, 12:19
Angeregt durch die Diskussionen in meinem Country-Alben-Thread sowie an diversen anderen Stellen im Forum und im wahren Leben würde ich gerne an dieser Stelle noch mal den Gedankenaustausch über den Genre-Begriff anstoßen. Ich mache mal den Aufschlag mit meinem persönlichen Verständnis von "Country".
Zunächst: Kennengelernt habe ich das Genre über diverse "Country & Western"-Sampler, die ihre Tracks vornehmlich aus den Country-Charts der 50er bis 70er rekrutiert haben. Damit war für mich schon eine wesentliche Weichenstellung vorgenommen, fanden sich dort doch klassische Interpreten wie Hank Williams, Johnny Cash, Dave Dudley, George Jones oder Loretta Lynn ganz selbstverständlich neben musikalisch schwerer dingfest zu machenden Künstlern wie Ray Price, Charlie Rich, Patsy Cline, Kenny Rogers etc. Von klassischem Honky Tonk bis hin zu popnahen Sounds und Countrypolitan war alles vertreten.
Seitdem halte ich mich, wenn ich von "Country" als Sparte rede, an diesen weiten Begriff, der sich auf die Musik bezieht, die in den Country Charts auftauchte, die von den einschlägigen Musikindustrieverbänden aus Nashville für sich reklamiert wird und die von Künstlern stammt, die in der Country Hall Of Fame geehrt wurden. Damit ist Countrymusik für mich nicht an ein bestimmtes Arrangement gebunden: sie besteht nicht nur aus Fiddle,Steel, Banjo. Countrymusik ist für mich aber - und das dürfte noch mehr Dissens provozieren - auch nicht automatisch mit Authentizität verbunden. Es gibt natürlich die Countrymusik, die man als "Soul des weißen Mannes" bezeichnen kann und die wahrhaftiger, einzig möglicher Ausdruck des Künstlers ist. Als Genrebegriff erscheint mir das aber viel zu eng, weil es auf einer qualitativen Wertung und - wenn man so will Romantisierung - fußt, die dem Country die Entwicklung im Guten wie Schlechten nicht zugesteht. Es gibt aber eben auch kommerziellen, glatten, angeigneten, verpopten oder nur in einem einzelnen Albumprojekt realisierten Country, dem man nicht das Ettikett verweigern kann, allenfalls den Qualitätsstempel. Auch Lynn Anderson ist Country, selbst Kenny Rogers, Glen Campbell, John Denver und Ronnie Milsap sind natürlich Countrymusiker. "old ways" von Neil Young ist ein Countryalbum, so wie "Almost Blue" von Elvis Costello.
Country ist für mich somit ein Phänomen, das man auch unter dem Aspekt der Wurzeln, Verwandtschaften, Wechselwirkungen und Grauzonen betrachten sollte. Countrymusik wird durch eine Szene definiert, durch ein Publikum, ein Image, ein klassisches "songbook", auf welches immer wieder Bezug genommen wird sowie auch bestimmte vorherrschende Themen (ich will zurück aufs Land, wo es so schön war; mein Mann hat mich verlassen; ich gehe in Honky Tonk Bars und trinke Bier; alles Themen, die nicht typisch für Rockmusik sind).
Damit sind für mich ganz selbstverständlich auch Patsy Cline, Charlie Rich, Willie Nelson, Kris Kristofferson (auch als Highwaymen), Gram Parsons und auch Garth Brooks Countrymusiker, was sowohl dem Selbstverständnis der Künstler entsprechen dürfte wie auch dem landläufigen Begriff des Konsumenten, der Country-Charts, der Country-Radios und der Country-Fachliteratur, die ohne die genannten Künstler nicht vollständig wäre. Der authentische Roots/Deep/Honky Tonk Country ist somit nur ein - wichtiger - Teil des Baumes. Eine Country & Western-Geschichtsschreibung ohne alle genannten Künstler wäre aber nicht vorstellbar.
Grob gesagt beziehe ich mich selbst also auf den breiten "offiziellen" Oberbegriff, den u.a. die korporierte Country-Szene - Country Music Foundation etc. - verwendet. Darunter fällt somit Bluegrass, Honky Tonk, der Nashville Sound/Countrypolitan, Western Swing, Outlaw, Folk Country, Country Pop, Alt. Country etc. gleichermaßen (das entspricht z.B. auch dem Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Country-Musik)-Eintrag).
Da ich mir bewusst bin, dass es im Forum durchaus andere Vorstellungen von Country gibt und ich mit der Nennung der Künstler, die ich in meinem Album-Thread behandelt habe und noch behandeln will, teils irritiertes Haareraufen provoziert habe, würde ich mich über Beiträge zum Thema freuen. Eine gesetzlich normierte und damit allein richtige Definition des Begriffs gibt es eh nicht.
Gegen einen weiten Begriff von Country ist doch nichts einzuwenden, worin liegt das Problem?
Missverständlich wurde es für mich, als du in deinem Country-Faves-Thread Kristofferson als einen der ersten dort vorstelltest, und das als Country-Musiker. Meinetwegen beziehe ihn in den weiten Country-Begriff ein (Dylan auch?), aber typisch ist er doch in keinem Fall (Singer/Songwriter eben). Kristofferson in erster Linie unter Country zu subsummieren ist als würde man Otis Redding zum Rockmusiker machen. ;-)
Herr Rossi
07.11.2006, 13:20
Für mich erklärt Sonic recht schlüssig, dass Kristofferson Country ist. Und wenn ich ihn höre, so wie jetzt gerade, dann hab ich überhaupt kein Problem mit der Einordnung. Sounds country to me.;-)
Sagen wir mal so, Herr Rossi, so wie Kristofferson Country ist, ist Abba Glamrock. ;-)
Für mich erklärt Sonic recht schlüssig, dass Kristofferson Country ist. Und wenn ich ihn höre, so wie jetzt gerade, dann hab ich überhaupt kein Problem mit der Einordnung. Sounds country to me.;-)Vielleicht legst Du anschliessend mal Hank, Waylon, Merle oder George auf und denkst dann nochmal darüber nach...
Für mich erklärt Sonic recht schlüssig, dass Kristofferson Country ist. Und wenn ich ihn höre, so wie jetzt gerade, dann hab ich überhaupt kein Problem mit der Einordnung. Sounds country to me.;-)
Ohne jetzt die Erklärung von Sonic zu kennen, aber Kris Kristofferson ordne ich, ebenso wie Otis, unter "Singer/Songwriter ein. Van Morrison hat jüngst ein reines Country Album rausgebracht, ist er deswegen ein Country Sänger?
Sonic Juice
07.11.2006, 13:46
Missverständlich wurde es für mich, als du in deinem Country-Faves-Thread Kristofferson als einen der ersten dort vorstelltest, und das als Country-Musiker.
Ach so. Also die zeitliche Reihenfolge der vorgestellten Alben sollte in keiner Weise hierarchisch oder chronologisch oder sonstwie wertend sein. Das ist ausschließlich auf meine Laune zurückzuführen, über irgendein Album gerade etwas schreiben zu wollen.
Wenn ich Dein und Kramer´s Statement mal überspitzt zusammenfassen wollte, interessiert Euch also die Szeneverortung, das Selbstverständnis eines Künstlers und das sonstige "Drumrum" nicht, ihr qualifiziert Alben lediglich danach, wie es es sich für Euch anhört? Wenn Kristofferson noch zu der für Country m.E. typischen Bassbegleitung wie auch der Melodieführung in einigen Stücken eine Steel und ein Honky Tonk-Piano hinzugefügt hätte, wäre es dann ein Countryalbum?
Und welche Bedeutung hat denn "Kristofferson" für die Folkmusik? Für die Countrymusik hat es jedenfalls eine erhebliche.
Kristofferson musste sich seinerzeit wohl auch mit Puristen rumschlagen oder wie sind seine bereits zitierten einleitenden Worte zu Me And Bobby McGee zu verstehen:
„If it sounds country, man, that´s what it is, it´s a country song!“
Herr Rossi
07.11.2006, 13:51
Jetzt hat Sonic was zu tun, ich halte mich dezent im Hintergrund.
@Kramer: Sehr gerne. Aber kannst Du definieren, was der Unterschied ist?
@Amadeus: Natürlich kann auch ein an sich genre-fremder Künstler ein Genre-Album aufnehmen, siehe Ray Charles Country-Ausflüge.
@Mikko: ABBA sind European Cosmic Music.;-)
krauspop
07.11.2006, 14:03
Es gibt viele Künstler die auf der nebulösen Grenze von Country und Folk gratwandern, oder sowohl als auch aufgenommen haben: John Prine, JJ Walker, BJ Shaver etc. Von daher lässt sich nicht immer alles 100 % verorten.
Jetzt hat Sonic was zu tun, ich halte mich dezent im Hintergrund.
@Kramer: Sehr gerne. Aber kannst Du definieren, was der Unterschied ist?
Ich sehe Kris Kristofferson eher in einer Singer/Songwriter-Tradition ohne zwangsläufige Country-Wurzeln. Jemand, der gewisse Country-Einflüsse als bewusstes Stilmittel einsetzt und nicht zwangsläufig eine Tradition fortsetzt oder gar durch sie seine musikalische Sozialisation erfuhr.
Napoleon Dynamite
07.11.2006, 14:13
Rossi, jemand der sein Songwriting mit Country-Elementen verziert, ist nicht zwangsläufig ein Country-Musiker.
Herr Rossi
07.11.2006, 14:14
@Kramer: Das ist aber eben auch nichts, was ich notwendigerweise hören kann. Wenn die Musik und die Texte für sich sprechen, dann ist es eben doch vor allem Country, jedenfalls sehr viel mehr als "Folk". Sonic hat meiner Ansicht nach plausible Argumente, die für eine Zuordnung sprechen, z.B. den Einfluss auf das "Songbook" der Country-Musik.
Sonic Juice
07.11.2006, 14:15
Ich sehe Kris Kristofferson eher in einer Singer/Songwriter-Tradition ohne zwangsläufige Country-Wurzeln. Jemand, der gewisse Country-Einflüsse als bewusstes Stilmittel einsetzt und nicht zwangsläufig eine Tradition fortsetzt oder gar durch sie seine musikalische Sozialisation erfuhr.
Damit wäre dann Waylon Jennings aber auch draußen, oder? Der hat ja bei Buddy Holly seine musikalische Laufbahn begonnen, seine erste Aufnahmen sind eher im Rockabilly zu verorten und in den 60ern hat er als Zögling von Bobby Bare dem sog. "Folk Country" gefröhnt.
Kristofferson war ja im Übrigen vor seinen eigenen Veröffentlichungen schon ein einer der gewichtigsten Songwriter für die Nashville-Country-Szene (Dave Dudley, Waylon Jennings, Johnny Cash, Ray Price, Roger Miller etc.) und hat dafür auch diverse Country Music Awards eingeheimst. Er war als Songwriter somit nicht im Rande, sondern im Zentrum von Country.
Damit war er seit Beginn seiner musikalischen Laufbahn eindeutig in der Country Szene sozialisiert und hat diese geprägt. Das war zwar gewissermaßen "antrainert", weil er den Country vielleicht nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat und sich das Vokabular erst aneignen musste. Aber das halte ich nicht für ein schlagkräftiges Kriterium, zumal viele spätere Countrymusiker zunächst in anderen Genres ihr Glück versuchten (neben Jennings zB auch Conway Twitty).
Wenn ich Dein und Kramer´s Statement mal überspitzt zusammenfassen wollte, interessiert Euch also die Szeneverortung, das Selbstverständnis eines Künstlers und das sonstige "Drumrum" nicht, ihr qualifiziert Alben lediglich danach, wie es es sich für Euch anhört?
Keineswegs, eher im Gegenteil.
Kristofferson war damals für uns undenkbar ohne die Dylans etc., er kam aus dieser Ecke. Dass auch dort Country seine Einfüsse hinterlassen hatte (wie im Soul und im Rock 'n Roll), ist doch keine Frage und umgekehrt gilt das gleiche.
Ich kann mir kein Urteil darüber erlauben, inwieweit damals die klassische Nashville-Country-Szene gleichzeitig auch eine reaktionäre Szene war. Tendenzen dazu sind identifizierbar (siehe auch Altmans Nashville). Dass gleichzeitig der Country für viele Musiker in den 60s aber eine Art von musikalischer Urheimat war, ist leicht belegbar. Die "Outlaws", Bakersfield, Parsons, Nashville Skyline, Wild Horses, southern soul, Bluegrass etc zeigen doch recht deutlich, dass eine Hinwendung zum Country gesucht wurde und seine Stärke gewollt war. Logisch war ein Kristofferson also "Country-Musiker". Er sagte es auf diesem Hintergrund mit Stolz. Wie Dylan mit Stolz Nashville gemacht hat. Wie sich für die Stones mit Parsons einen neue Welt erschloss. Aber was heißt das denn?
Ohne die Zeitgeschichte also ist es mit den Etiketten eine problematische Sache. Im Nachhinein findet oftmals die große Vereinfachung statt und das über-einen-Kamm-Scheren. Dagegen meldet man halt Widerspruch an, nicht weil man es so viel besser wüsste, aber man weiß ziemlich sicher, was falsch ist.
Und welche Bedeutung hat denn "Kristofferson" für die Folkmusik?
Der Begriff Folkmusik ist nicht von mir und passt hier auch nicht. Kristoffersons Bedeutung liegt einfach darin, dass er einige verdammt gute Songs geschrieben hat.
Krautathaus
07.11.2006, 14:19
Rossi, jemand der sein Songwriting mit Country-Elementen verziert, ist nicht zwangsläufig ein Country-Musiker.
Howe Gelb ist kein Country Musiker. Aber hör Dir mal von The Band of Blacky Ranchette die Titel "Heartland" oder "Moon over Memphis" an. Das ist stilistisch gesehen durchaus Countrymusik.
Damit möchte ich auf die Trennung von Countrymusiker und Countrymusik hinweisen. Auf die Definition der Musik kam es glaub`ich Sonic Juice an.
Nach Sonic'scher Logik sind Beaudleoux/Bryant, Loudermilk, Oldham/Penn etc. alles Country-Leute? Nein, sie waren Songwriter, die teilweise von Nashville lebten, teilweise aber auch vom Soul etc.
Zu Country wurden ihre Songs erst, als sie von den entsprechenden Interpreten entsprechend performed wurden.
Tobacco Road von Loudermilk, Country oder nicht?
Dark End Country oder nicht?
Sonic Juice
07.11.2006, 14:27
Der Begriff Folkmusik ist nicht von mir und passt hier auch nicht. Kristoffersons Bedeutung liegt einfach darin, dass er einige verdammt gute Songs geschrieben hat.
Ähm?
Sonic, ich habe das erste Album nie als typisches Country-Album gehört. War für mich immer irgendwo im amerikanischen Folk verortet.
Folk und Folkmusik (und dann auch noch mit k!) sind aber etwas deutlich verschiedenes.
Damit wäre dann Waylon Jennings aber auch draußen, oder? Der hat ja bei Buddy Holly seine musikalische Laufbahn begonnen, seine erste Aufnahmen sind eher im Rockabilly zu verorten und in den 60ern hat er als Zögling von Bobby Bare dem sog. "Folk Country" gefröhnt.
Kristofferson war ja im Übrigen vor seinen eigenen Veröffentlichungen schon ein einer der gewichtigsten Songwriter für die Nashville-Country-Szene (Dave Dudley, Waylon Jennings, Johnny Cash, Ray Price, Roger Miller etc.) und hat dafür auch diverse Country Music Awards eingeheimst. Er war als Songwriter somit nicht im Rande, sondern im Zentrum von Country.
Damit war er seit Beginn seiner musikalischen Laufbahn eindeutig in der Country Szene sozialisiert und hat diese geprägt. Das war zwar gewissermaßen "antrainert", weil er den Country vielleicht nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat und sich das Vokabular erst aneignen musste. Aber das halte ich nicht für ein schlagkräftiges Kriterium, zumal viele spätere Countrymusiker zunächst in anderen Genres ihr Glück versuchten (neben Jennings zB auch Conway Twitty).Nein. Jennings ist Country durch und durch. Die Tatsache, dass er mal bei Holly gespielt hat und dieser sein Mentor war, ist doch unerheblich. Dass sehr viele Kristofferson-Songs von Country-Artists aufgenommen wurden, lässt ihn doch nicht automatisch zum Vertreter der Szene mutieren, oder? Dann wären ja auch die Stones Country, bzw. Cash kein Country... Der Beginn seiner musikalischen Karriere war doch auch eher in England, oder?
Sonic Juice
07.11.2006, 14:37
Nach Sonic'scher Logik sind Beaudleoux/Bryant, Loudermilk, Oldham/Penn etc. alles Country-Leute? Nein, sie waren Songwriter, die teilweise von Nashville lebten, teilweise aber auch vom Soul etc.
Bitte nicht ablenken und unvergleichbares angleichen.
Weshalb speziell Kristofferson im Zentrum von Nashville steht, habe ich deutlich gemacht. Bei der Person Kristofferson ist das doch eben gerade kein teils/teils. Er hat explizit für Dave Dudley geschrieben, er war bei einem Countrylabel als Songwriter engagiert, er war ein mehrfach prämierter Country Songwriter des Jahres verschiedener Country Music Organisationen, er ist in der Country Hall Of Fame. Seine Songs (in seinen eigenen Versionen wie auch in diversen Fremdinterpretationen) prägen die Country Charts der 70er wie kaum ein zweiter. Das alles zusammen betrachtet macht ihn m.E. nicht zu einer Randerscheinung des Genres, sondern zu einer zentralen Figur.
Wieso Unvergleichbares?
Loudermilk war ebenso in Nashville. B/B lieferten großartige Songs? In der Summe wertiger als das KK-Songbook. Bekamen wahrscheinlich Preise im Überfluss. Du findest sie heute bei allmusic unter Country! Die Everlys deshalb Country?
Der Songwriter war Lieferant, nicht mehr und nicht weniger. So wie es andernorts Carole King, Neil Diamond, Leiber/Stoller etc waren.
Niemand käme auf die Idee zu behaupten Leiber/Stoller seien R&B. King Soulmusikerin. Harlan Howard magst du meinetwegen zu einer zentralen Songwriter-Figur in Nashville zählen, zumindest hat er einer meinen liebsten Soultracks geschrieben. ;-)
Sonic Juice
07.11.2006, 15:43
Otis, solange Du nicht mal selbst sagst, was Du eigentlich genau unter Country verstehst, finde ich die Diskussion etwas schwierig zu führen.
Wenn Du z.B. sagst,...
Kristofferson war damals für uns undenkbar ohne die Dylans etc., er kam aus dieser Ecke.
verstehe ich zwar, wie Ihr damals KK eingeordnet habt. Aber rein biographisch stimmt das doch so nicht. Kristofferson kam doch eben nicht aus irgendeiner Singer/Sonwriter/Folk-Ecke, sondern er hat seine Armee- und Universitätskarriere abgebrochen, um nach Nashville zu gehen und sich als Country-Songwriter durchzuschlagen. Er war kein Folkie oder Hippie und hat dieser Szene damals nicht angehört. Er baute inhaltlich vielmehr auf dem auf, was Johny Cash, Mickey Newbury und Tom T. Hall in die Country-Szene eingebracht haben (wobei hier Dylan sicherlich für alle eine Rolle spielte, wie auch für Bobby Bare oder Waylon Jennings).
Hör Dir mal KK´s ersten Chart-Erfolg an, der von Dave Dudley eingespielte "Viet Nam Blues"! Dylan hätte sich wohl eher die Hände abgehackt, als solche Zeilen zu Papier zu bringen! Das hätte kein Folk Musiker jemals angefasst! Die aufrührerische für das Country-Establishment revolutionäre Lyrik kam doch erst später.
Johnny Cash hatte ihn damals zu seinem ersten eigenen Auftritt auf dem Newport Folk Festival geschleppt. In Cash´s TV-Sendung hatte er seinen ersten Medienauftritt. Vor Dylan kommt Kristofferson also aus der Cash-Ecke, wenn man das überhaupt so sagen will. Er hat keine Umwege genommen, sondern er hat in Nashville gestartet.
AMG schreibt dazu übrigens:
"His songs "Me and Bobby McGee," "Help Me Make It Through the Night," "Sunday Mornin' Comin' Down," and "For the Good Times," all chart-topping hits, helped redefine country songwriting, making it more personal and serious, much in the way that Bob Dylan's songs had transformed pop music songwriting in the mid-'60s."
Kristofferson war also ein Songwriter, der die Nashville-Szene von innen heraus beeinflusst hat, nicht von außen wie Dylan, die Stones oder wer auch immer hier noch genannt wurde.
Vor diesem Hintergrund finde ich sein Debüt auch so faszinierend. Wenn Dylan oder Fred Neil oder Leonard Cohen im Jahr 1970 "Blame It On The Stones" oder "The Law Is For The Protection Of The People" gesungen hätte, wäre das doch völlig uninteressant gewesen. Von jemandem, der gerade den bedeutendsten Preis verliehen bekommen hatte, den das Country-Establishment zu vergeben hatte und der in den paar Jahren davor schon die Country-Charts mit seinen Songs blockiert hatte, ist das doch ein ganz anderes Statement, weil es die Szene eben von innen heraus traf.
Er war vorher Songwriter/meinthalben Country-Songwriter, das macht seine beiden ersten Alben aber nicht zu Country-Alben. Loudermilk z.B. wohnte damals meines Wissens ebenfalls in Nashville, hat großartige Songs geschrieben, deshalb hat er noch lange nicht selbst Country-Musik gemacht.
KK's frühe Songs (wie Viet Nam Blues) sind, wie du selbst schreibst, nicht typisch für den eigentlichen KK, warum also willst du ihn unbedingt in dieser Ecke stehen lassen? Woher kam denn dieses etwas spätere "more personal and serious" Songwriting plötzlich?
Aus dem reinen Songwriter (hat er in den 60s wirklich schon so viele große Country-Hits geschrieben?) wurde ein Singer/Songwriter.
Noch mal: ich habe nichts dagegen, wenn du ihn unter Country einordnest. Ein klassischer Countrysänger/-musiker wie zur gleichen Zeit ein Porter Wagoner, George Jones oder wer auch immer, war er nicht. Und das nicht nur nach meiner Erinnerung, sondern auch aus der ganzen Rezeption heraus damals.
Was ist denn ein Genre? Doch nicht etwas künstlich Fabriziertes, sondern etwas, das sich in der Realität und Rezeptionsgeschichte behauptet und abgrenzt von anderem.
Dass nach den ersten beiden Alben von KK die Country-Szene neu definiert war, mag ja ein bisschen stimmen (das war sie aber auch nach Nashville Skyline, nach Sweetheart) [und die KK-Alben hatten sicherlich größeren Einfluss auf die Country-Szene als etwa auf die Singer/Songwriter- oder Rockszene, was durchaus auch mit der Akzeptanz eines Kristofferson dort zusammengehangen haben mag] dennoch macht dies die Alben nicht automatisch zu Country-Alben.
Mich irritierte also deine Einordnung Kristoffersons an vorderer Stelle in deinen Country-Faves (von mehr war nicht die Rede). Das kam mir so vor, als macht jemand einen Punk-Thread auf und bringt zuvörderst Ian Dury oder Elvis Costello.
Sonic Juice
07.11.2006, 16:37
KK's frühe Songs (wie Viet Nam Blues) sind, wie du selbst schreibst, nicht typisch für den eigentlichen KK, warum also willst du ihn unbedingt in dieser Ecke stehen lassen?
Will ich nicht unbedingt, jedenfalls nicht mehr, als er sich selbst dieser Ecke weiterhin zugehörig fühlte. Es ist jedenfalls nicht die Dylan-Ecke, aus der er ursprünglich kam.
Mir ging es aber auch darum in Richtung Kramer zu sagen, dass ein Satz wie "Dann wären ja auch die Stones Country" nicht wirklich trifft.
Aus dem reinen Songwriter (hat er in den 60s wirklich schon so viele große Country-Hits geschrieben?) wurde ein Singer/Songwriter.
Naja. "Viet Nam Blues," "Jody and the Kid", "From the Bottle to the Bottom" "Me and Bobby McGee," "Best of All Possible Worlds", "Darby's Castle","Sunday Mornin' Comin' Down," sind alle schon in den 60ern von klassischen Country-Interpreten aufgenommen worden und haben es größtenteils auch auf die vorderen Charts-Plätze geschafft.
Aber klar, seine größten Erfolge hatte er dann ab Anfang 1970.
Noch mal: ich habe nichts dagegen, wenn du ihn unter Country einordnest. Er klassischer Countrymusiker wie zur gleichen Zeit ein Porter Wagoner, George Jones oder wer auch immer, war er nicht.
Damit - und dem Rest Deiner Aussagen - kann ich gut leben. Als klassischen Countrymusiker würde ich ihn auch nicht bezeichnen. Als einen bedeutenden aber auf jeden Fall.
Mich irritierte also deine Einordnung Kristoffersons an vorderer Stelle in deinen Country-Faves (von mehr war nicht die Rede). Das kam mir so vor, als macht jemand einen Punk-Thread auf und bringt zuvörderst Ian Dury oder Elvis Costello.
Wen die Country Music Foundation in ihre ehrwürdige Country Music Hall of Fame aufnimmt, der hat auch in meiner eigenen bescheidenen Country Hall of Fame für seinen Beitrag zum Genre seinen Platz. Dass dort Kristofferson (http://www.countrymusichalloffame.com/site/inductees.aspx?cid=136#)neben Hank Williams, Bob Wills, Patsy Cline, Waylon Jennings, George Jones, Willie Nelson, Merle Haggard und Johnny Cash auftaucht, halte ich nach wie vor nicht für ein Versehen! Weder Dylan noch die Stones noch Loudermilk noch Oldham/Penn sind dort vertreten.
______________
Wie auch immer: wenn ein paar Leute ihn nach unserer Diskussion mehr in seiner Bedeutung als Country-Musiker zu würdigen wissen und ich ihn nun wiederum auch in seiner Singer/Songwriter-Rolle wahrnehme, dann hat das ganze Geschreibe doch jedenfalls seinen Sinn gehabt, oder? ;-)
Mich irritierte also deine Einordnung Kristoffersons an vorderer Stelle in deinen Country-Faves (von mehr war nicht die Rede). Das kam mir so vor, als macht jemand einen Punk-Thread auf und bringt zuvörderst Ian Dury oder Elvis Costello.
Naja, im Gegensatz zu den genannten Musikern wird Kristofferson aber in der öffentlichen Wahrnehmung allgemein als Countrymusiker angesehen, was ich nicht als Pro-Argument verwenden will aber die Verortung ist ja grundsätzlich nicht auf Sonics Mist gewachsen und deshalb an dieser Stelle auch nicht wirklich überraschend.
Konkret würde ich gerne noch wissen, welche Aspekte genau Kristofferson oder Silver Tongued Devil eigentlich als Country Alben disqualifizieren. Von den Texten und den Songstrukturen her klingt es für mich nach Country, bis auf einige Ausnahmen, wie z.B. Blame It On The Stones. Sind es wirklich nur die fehlenden Attribute wie Pedal Steel oder Fidel? Oder vielleicht die Person Kristofferson, dessen Image so gar nicht ins Bild der damaligen konventionellen Nashville-Country Szene passen will.
@Bullitt: ich denke nicht, dass jemand hier da Album (oder irgendeines) als Country abqualifiziert.
Generell Hochachtung, dass sich Sonic und otis auf das glatte Eis der "Country"-Verortung wagen. Ich halte das in den Grenzfällen für kaum machbar.
An anderer Stelle hatte ich das mal im Zusammenhang mit Nanci Griffith erwähnt: ihr viertes (und m.E. bestes) Album wurde in Nashville produziert, sie tauchte in den Country-Charts auf, später auf entsprechenden Samplern etc. Aber sie selber bezeichnete sich als "folkabilly" und hatte nicht so Unrecht, weil die (vierte) Platte nicht so weit weg von ihrer Dritten und auch späteren (nicht mehr in Nashville produzierten) Platten ist. Griffith wollte kein Country sein, Kristofferson schon, wobei ich bei beiden Parallelen höre.
Nashville ist ein Sound und eine Szene, aber zur musikalischen Bestimmung nicht immer nützlich. Gerade an dieser Linie Singer/Songwriter (ebenfalls unscharf) zu Country sind Definitionen und Bestimmungen von Person zu Person unterschiedlich.
@Bullitt: ich denke nicht, dass jemand hier da Album (oder irgendeines) als Country abqualifiziert.
Generell Hochachtung, dass sich Sonic und otis auf das glatte Eis der "Country"-Verortung wagen. Ich halte das in den Grenzfällen für kaum machbar.
Sorry, habe mich etwas missverständlich ausgedrückt. Ich meinte disqualifiziert im Sinne von "als untauglich erklärt" und wollte damit etwas konkreter auf Kristoffersons Eigeninterpretationen seiner Kompositionen eingehen und wissen, welche Aspekte genau bei ihm fehlen, um sie zu Country-Songs zu machen.
Sonic Juice
11.11.2006, 17:14
Nein. Jennings ist Country durch und durch. Die Tatsache, dass er mal bei Holly gespielt hat und dieser sein Mentor war, ist doch unerheblich.
Ich habe mich jetzt noch mal durch die ersten knapp 10 Jahre seiner Karriere bis Anfang der 70er durchgehört und finde diese Ansicht immer weniger verständlich. Gegen vieles, was Waylon damals aufgenommen hat, ist "Kristofferson" nahezu lupenreiner Country.
Waylon hat damals so ziemlich alles eingesungen, was ihm gerade so ins Studio geflattert ist. Heraus kommt eine Mischung aus Rockabilly, Pop, Folk und Nashville-Sound, aus der alle klassischen Countryzismen entfernt sind. "Mac Arthur Park", "Don´t Think Twice", "Games People Play", "Bridge Over Troubled Water", "Norwegian Wood" (...) sind alles keine Ausrutscher, sondern typisch für seinen damaligen Ansatz. Die Steel und der Honky Tonk sind doch erst in seiner Outlaw-Phase hinzugekommen. Da war der Mann schon Mitte 30!
Also ausgerechnet Waylon als vermeintlichen Prototypen des echten Country gegen Kristofferson auszuspielen, erscheint mir sonderbar.
Vielleicht legst Du anschliessend mal Hank, Waylon, Merle oder George auf und denkst dann nochmal darüber nach...
Vielleicht legst Du ja dann auch noch mal Waylon auf und denkst nochmal drüber nach. ;-)
Ich habe mich jetzt noch mal durch die ersten knapp 10 Jahre seiner Karriere bis Anfang der 70er durchgehört und finde diese Ansicht immer weniger verständlich. Gegen vieles, was Waylon damals aufgenommen hat, ist "Kristofferson" nahezu lupenreiner Country.
Waylon hat damals so ziemlich alles eingesungen, was ihm gerade so ins Studio geflattert ist. Heraus kommt eine Mischung aus Rockabilly, Pop, Folk und Nashville-Sound, aus der alle klassischen Countryzismen entfernt sind. "Mac Arthur Park", "Don´t Think Twice", "Games People Play", "Bridge Over Troubled Water", "Norwegian Wood" (...) sind alles keine Ausrutscher, sondern typisch für seinen damaligen Ansatz. Die Steel und der Honky Tonk sind doch erst in seiner Outlaw-Phase hinzugekommen. Da war der Mann schon Mitte 30!
Also ausgerechnet Waylon als vermeintlichen Prototypen des echten Country gegen Kristofferson auszuspielen, erscheint mir sonderbar.
Vielleicht legst Du ja dann auch noch mal Waylon auf und denkst nochmal drüber nach. ;-)Ich glaube wir werden bei diesem Thema auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Ich habe sowohl Probleme mit Deiner Definition von Country als auch mit Deiner recht eigenwilligen Argumentation im Bezug darauf wer jetzt Country ist und wer nicht. Was interessieren mich in solchen Fällen die Country Hall of Fame oder die Country Charts? Dann hättest Du Deinen Thread auch mit Elvis Presley oder Garth Brooks beginnen können.
Ich glaube wir werden bei diesem Thema auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Ich habe sowohl Probleme mit Deiner Definition von Country als auch mit Deiner recht eigenwilligen Argumentation im Bezug darauf wer jetzt Country ist und wer nicht. Was interessieren mich in solchen Fällen die Country Hall of Fame oder die Country Charts? Dann hättest Du Deinen Thread auch mit Elvis Presley oder Garth Brooks beginnen können.
Das Problem bei Country-Definitionen ist ja, dass alle anderen sie ablehnen. Wie würdest Du den Begriff definieren?
Dick Laurent
12.11.2006, 08:39
Wie würdest Du den Begriff definieren?
nach den ganzen Widersprüchen würde mich das auch mal interessieren, auch die Country-Definition von otis wäre interessant. Argumentativ kreuzt er zwar gekonnt gegen Sonics Positionen, wie da aber eine stimmige Definition am Ende herauskommen soll, bleibt bislang doch arg im Dunkeln...
nach den ganzen Widersprüchen würde mich das auch mal interessieren, auch die Country-Definition von otis wäre interessant. Argumentativ kreuzt er zwar gekonnt gegen Sonics Positionen, wie da aber eine stimmige Definition am Ende herauskommen soll, bleibt bislang doch arg im Dunkeln...Ich will und kann hier sicherlich keine Definition abgeben. Das große Problem bei Sonics Umgang mit dem Begriff Country sehe ich darin, dass er Countrymusik und durch Country beeinflußte bzw. mit Country-Elementen angereicherte Musik in einen Topf wirft.
Dick Laurent
12.11.2006, 09:12
aber nach otis Aussage (die deiner Meinung nicht unähnlich sein dürfte) siehts doch bislang so aus:
Songwriter schreiben Songs, die auch von Country-Sängern gesungen werden, dennoch aber keine Country-Songs sind. Aufnahmen, die nach Country klingen, sind nicht automatisch von Country-Sängern gesungen, schon gar nicht von Country-Songwritern geschrieben. Country-Musiker können dagegen Songs aufnehmen, die nicht nach Country-Musik klingen. Man kann in Nashville Country-Alben schreiben und aufnehmen, ohne Country-Musiker/Interpret zu sein. Stellt sich die Frage: gibt es Country überhaupt?
weilstein
12.11.2006, 09:22
aber nach otis Aussage (die deiner Meinung nicht unähnlich sein dürfte) siehts doch bislang so aus:
Songwriter schreiben Songs, die auch von Country-Sängern gesungen werden, dennoch aber keine Country-Songs sind. Aufnahmen, die nach Country klingen, sind nicht automatisch von Country-Sängern gesungen, schon gar nicht von Country-Songwritern geschrieben. Country-Musiker können dagegen Songs aufnehmen, die nicht nach Country-Musik klingen. Man kann in Nashville Country-Alben schreiben und aufnehmen, ohne Country-Musiker/Interpret zu sein. Stellt sich die Frage: gibt es Country überhaupt?
Hast Du tatsächlich Interesse? Was ist aus Deiner üblichen Vorgehensweise geworden (Keine Ahnung, trotzdem eine Meinung)? Oder willst Du bloß wieder irgendwie mitspielen?
Dick Laurent
12.11.2006, 09:29
wie immer hab ich keine Ahnung und eine Meinung, für dich auch zwei.
Hast du auch was zum Thema beizutragen oder wirds nur die übliche persönliche Kacke, die von dir kommt?
Dick, so lange du Gram Parsons unter Country subsummierst, kommen wir ohnehin nicht weiter.
Auch nach Sonics Definition kann man das. Ich mache da ein großes Fragezeichen, weil Parsons sich keinesfalls als ein Countrymusiker verstand.
Ich weiß nicht, ob man damit weiterkommt, aber Country war damals doch zunächst einmal die Musik, die für den entsprechenden Markt produziert wurde. Ja, es war die Musik (nicht der Song). Es gab den Country Markt mit seinen Charts und den R&B-Markt und den Pop-Markt. Das heißt nun sicherlich auch nicht, dass es nicht schon immer crossovers gegeben hätte.
Was Country ist? Das, was damals Country sein wollte oder sollte. Parsons wollte kein Country (im marktläufigen Sinne) sein.
PS: Kristofferson war bei Monument unter Vertrag; kein Label, das in erster Linie den Countrymarkt bedient hätte. Sie sind u.a. mit Roy Orbison groß geworden, Sound Stage 7 (ein reines Soul-Label) war eine Tochter. Don Cherry nahm für Monument auf, wie auch im Country-Bereich Dolly Parton (1. LP) und z.B. Rusty Draper.
PPS: Übrigens auch Blonde On Blonde wurde großenteils in Nashville aufgenommen. Country?
Dick, und höre bitte auf, Fraktionen herbeizureden, wo keine sind.
[...]
Ich weiß nicht, ob man damit weiterkommt, aber Country war damals doch zunächst einmal die Musik, die für den entsprechenden Markt produziert wurde. Ja, es war die Musik (nicht der Song). Es gab den Country Markt mit seinen Charts und den R&B-Markt und den Pop-Markt. Das heißt nun sicherlich auch nicht, dass es nicht schon immer crossovers gegeben hätte.
[...]
Also in etwa das, was ich geschrieben hatte?
Nashville ist ein Sound und eine Szene, aber zur musikalischen Bestimmung nicht immer nützlich. Gerade an dieser Linie Singer/Songwriter (ebenfalls unscharf) zu Country sind Definitionen und Bestimmungen von Person zu Person unterschiedlich.
Dick Laurent
12.11.2006, 10:15
Dick, so lange du Gram Parsons unter Country subsummierst, kommen wir ohnehin nicht weiter.
Himmel nein, das habe ich nie gemacht und würde ich nie tun (daher verstehe ich die Vergleiche KK/GP ja auch nicht). Aber ich kann auch nicht verstehen, wie man der ersten Kristofferson-Platte den "Country-Stempel" entziehen will. Die strikte Unterscheidung in Singer/Songwriter und Country habe ich sowieso nie nachvollziehen können - für mich ist KK zur derartigen Zeit ein Country-Singer und Country-Songwriter.
Ich weiß nicht, ob man damit weiterkommt, aber Country war damals doch zunächst einmal die Musik, die für den entsprechenden Markt produziert wurde.
na aber das deckt sich doch mit der Country Hall of Fame und Country-Charts Definition von Sonic, oder widerspricht ihr zumindest nicht ernsthaft.
na aber das deckt sich doch mit der Country Hall of Fame und Country-Charts Definition von Sonic, oder widerspricht ihr zumindest nicht ernsthaft.
Wir reden von der Zeit vor 35 Jahren, damals gehörten alle zu recht in die CHoF, die drin waren. Sind nicht aber sogar die Bee Gees heute in der R'nRHoF? Dass Country-Rock mittlerweile unter Country gesehen wird, mag man ja aus heutiger Sicht irgendwie vertreten können, aus damaliger nicht.
Ich würde dieser Zuordnung, wenn sie denn zeitnah erfolgt, auch nicht widersprechen. Im Nachhinein wird aber vieles auf diese Weise verwischt.
[Leider kenne ich mich nicht darin aus, wer festlegt (Billboard?, Shops?, Fachzeitschriften?), in welchen Charts, welche Platte auftaucht. Auch habe ich noch nicht die entsprechenden US-Charts-Verzeichnisse, als dass ich das dort eruieren könnte. War Nashville Skyline in den Country-Charts? Sweetheart? Grievous Angel?]
Damals hatte die Kommerzialisierung des Country (in dem Sinne, dass eine marktorientierte Abgrenzung als Marketing-Instrument eingesetzt wurde) doch gerade erst begonnen. So etwas wie Singer/Song/Single of the year gab es m.W. erst ab Ende der 60s, ab 67.
Das heißt zum einen, der Markt hatte sich durch die Stärke der Nashville-Produzenten etabliert, zum anderen, dass er schon wieder einen Hang zum Stillstand bekam. (Siehe auch die Outlaw-Geschichte). Entsprechend mag KK's Songwriting wirklich einiges zu einer Revitalisierung beigetragen haben. Insofern erscheint es auch verständlich, dass KK Mitte der 60s nach Nashville ging, ob er das aus gleichen Antrieben auch Ende der 60s noch getan hätte, darüber darf zumindest spekuliert werden.
Aber wir sollten KK endlich hier aus der Diskussion herauslassen, für die Geschichte der Country-Musik erscheint er mir denn doch viel zu unwichtig. Noch eine Kleinigkeit: als seine beiden LPs Anfang der 70er bei uns rauf und runtergespielt wurden, hatten wir in keiner Weise das Gefühl, Country zu hören.
Sonic Juice
12.11.2006, 11:30
Noch eine Kleinigkeit: als seine beiden LPs Anfang der 70er bei uns rauf und runtergespielt wurden, hatten wir in keiner Weise das Gefühl, Country zu hören.
Das mag ja alles so sein. Das war Eure Wahrnehmung. Vielleicht hattet Ihr damals ja mit Country ansonsten auch wenig Berührungspunkte, weil der zu reaktionär war. Keine Ahnung. Jedenfalls konnte man dann sicherlich KK gut finden, den Rest aber weiter ignorieren. Vermutlich habt Ihr Euch damals mit Kristoffersons Background auch nicht groß beschäftigt?
Aber merkt ihr nicht (das geht auch an Kramer und Mikko), dass Ihr Euch einen eklektizistischen und wertenden Begriff von Country zusammenbastelt, der völlig im Gegensatz zu dem steht, was landläufig unter Country verstanden wird, was in den Country Charts auftauchte, was die Country Music Foundation und die gesamte amerikanische Country-Musik-Industrie als Begriff verwendet, was auf Country & Western-Kompilationen auftaucht und was in einschlägigen Musiklexika behandelt wird?
Deswegen finde ich solche Bemerkungen wie "Kris Kristofferson hat mit Country soviel zu tun wie Abba mit Glamrock" so ärgerlich, gerade wenn sie ohne eigene Stellungnahme zum Thema auszukommen meinen. Oder gnädige Hörempfehlungen wie "Hör Dir mal Waylon an!"
Das Country-Lexikon, das ohne ausführliche Behandlung von Kristofferson und Parson auskommt, möchte ich mal sehen.
Die "Rolling Stone Encyclopedia of Rock & Roll" schreibt übrigens zu Kristofferson:
"KK finished out the Seventies as a movie star, but several of his songs (...) have become country-rock standards. In the early Seventies, their boozy romanticism helped define the ´outlaw´ country."
Oder der "Country Music Rough Guide":
"The Infiltration of KK into the Nashville mainstream was a near-revolutionary landmark in modern country history. It wasn´t just about opening the Music Row doors to laid-back cowboy attitudes, all-night parties and long hippie hair, it was about approaching the music itself from a new perspective. Songs like "Me And Bobby McGee", (...) are today such classics because they marked the transition betweend Grand Ole Opry traditions and a fresher, more opened-minded approach - one that took into account Bob Dylan as much as Hank Williams."
Das auch noch zum Thema
Aber wir sollten KK endlich hier aus der Diskussion herauslassen, für die Geschichte der Country-Musik erscheint er mir denn doch viel zu unwichtig.
Schließlich noch ein Zitat von David Allen Coe:
"Kris was everybody´s idol in Nashville, all the street people´s idol."
Wie kann man da Kristofferson also ernsthaft nicht als Country-Musiker begreifen? Und auch keine direkte direkte Fortschreibung und Fortentwicklung zu den Folk-Country-Songs eines Waylon Jennings oder Bobby Bare der 60er hören? Das ist doch eine völlig andere Schublade als Dylan selbst, der die Countrymusik von außen mit einem ganz anderen Hintergrund beinflusst hat! (Könntet Ihr Euch Dylan oder irgendeinen Singer/Songwriter neben Jennings, Nelson und Cash bei den Highwaymen vorstellen? Oder Kristofferson bei den Travelling Wilburys?)
FifteenJugglers
12.11.2006, 11:33
Das mag ja alles so sein. Das war Eure Wahrnehmung. Vielleicht hattet Ihr damals ja mit Country ansonsten auch wenig Berührungspunkte, weil der zu reaktionär war. Keine Ahnung. Jedenfalls konnte man dann sicherlich KK gut finden, den Rest aber weiter ignorieren. Vermutlich habt Ihr Euch damals mit Kristoffersons Background auch nicht groß beschäftigt?So in etwa wäre auch meine Vermutung.
Das mag ja alles so sein. Das war Eure Wahrnehmung. Vielleicht hattet Ihr damals ja mit Country ansonsten auch wenig Berührungspunkte, weil der zu reaktionär war. Keine Ahnung. Jedenfalls konnte man dann sicherlich KK gut finden, den Rest aber weiter ignorieren. Vermutlich habt Ihr Euch damals mit Kristoffersons Background auch nicht groß beschäftigt?
So in etwa wäre auch meine Vermutung.
Ja, stimmt so blöd waren wir. Genauso muss es gewesen sein.
Nett, wie man sich das von Leuten sagen lassen muss, die sich erst seit kurzem mit der Materie beschäftigen.
Aber merkt ihr nicht (das geht auch an Kramer und Mikko), dass Ihr Euch einen eklektizistischen und wertenden Begriff von Country zusammenbastelt, der völlig im Gegensatz zu dem steht, was landläufig unter Country verstanden wird, was in den Country Charts auftauchte, was die Country Music Foundation und die gesamte amerikanische Country-Musik-Industrie als Begriff verwendet, was auf Country & Western-Kompilationen auftaucht und was in einschlägigen Musiklexika behandelt wird?
Rough Guide oder was?
Wenn du da und dort ein "heute" eingesetzt hättest, würde es für mich nachvollziehbarer.
Aber das war jetzt mein letzter Post zum Thema. Habe keine Lust mehr, darauf zu reagieren, wie hier ständig alles und alle in einen Topf geworfen werden.
Herr Rossi
12.11.2006, 11:48
Nur mal so am Rande: Ich hatte mal eine Diskussion mit einem Herausgeber, der mir in der Autorenvita nicht die Bezeichnung "Historiker" zugestehen wollte, weil ich Erstes Staatsexamen und nicht M.A. als Abschluss hatte. Folglich sei ich "Lehrer". Auf meinen Einwand, dass ich aber weder das Zweite Staatsexamen hätte noch überhaupt je erwogen hätte, Lehrer zu werden, und ich doch bitteschön gerne selbst definieren möchte, was ich bin, meinte er: Aber dass sei doch nichts schlimmes, Lehrer zu sein. (Eine Metapher, denkt mal drüber nach.;-))
@Kramer, Weilstein: Ich hätte als Laie aber schon mal gerne eine plausible Country-Definition nach Eurer Lesart. Bislang überzeugen mich Sonics Argumente stärker und Dicks Post kann ich gut nachvollziehen.
Sonic Juice
12.11.2006, 12:14
Ja, stimmt so blöd waren wir. Genauso muss es gewesen sein.
Nett, wie man sich das von Leuten sagen lassen muss, die sich erst seit kurzem mit der Materie beschäftigen.
Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, sondern mit bestimmten Sichtweisen auf Musik, die man in der Regel durch seine Sozialisation mitbekommt. Nur Du weißt, ob Ihr damals wirklich schon Countrymusik mit all seinen Facetten geschätzt habt.
Wenn Du all die Singles von Country-Stars wie Roger Miller und Waylon Jennings damals schon gehört hättest (ich unterstelle mal, dass Du das nicht getan hast), auf denen Kristofferson´s Songs in die Country-Charts kamen, bevor er überhaupt seine Soloalben veröffentlicht hatte bzw. diese kommerziellen Erfolg erzielten, hättest Du dafür vielleicht auch automatisch eine andere Schublade geöffnet. Man liest ja zu genüge, dass für viele erst die Byrds, Burritos und Gram Parsons eine Brücke zu deren Vorbildern und Einflüssen gebaut haben, so dass man Country nicht mehr nur als reaktionäre Spießer-Musik auffassen konnte.
Dass ich heute im Alter von 33 einen anderen Blick zurück werfe als jemand, der damals "dabei" war, ist doch auch völlig klar. Ein "falsch" oder "richtig" gibt es da aber auch nicht. Ich muss mich halt auf mehr oder weniger objektive Kriterien stützen, die ich auch zu Genüge genannt habe, während Du aus dem erlebten Blick heraus argumentierst, ohne zumindest den Versuch einer eigenen Definiton zu unternehmen.
Stilbegriffe wie "Country", "Rock", Singer/Songwriter" usw. sind grob gehauene Umschreibungen für bestimmte Phänotypen und ihrer Natur nach viel zu unbestimmt, um eine klare Trennlinie zu ziehen oder zu bestimmen, zu wieviel Prozent jemand "Country" ist. Die Begriffe sind exakt genug, um festzulegen, dass Kristofferson jedenfalls nicht Hip-Hop ist. Wenn es in Einzelheiten geht, taugen sie nicht mehr.
Keine uninteressante Diskussion, auch wenn sie so oder ähnlich schon seit den frühen Siebzigern geführt wird. Damals naturgemäß erbitterter als heute, auch weil sich das Nivellierende, Eingemeindende durch die Mechanismen des Marktes quasi naturwüchsig durchsetzt, wider alle Vernunft. Dabei ist das Definitionsproblem keines, wenn man erkennt, daß sich "Country" wie "Jazz", "Rock'n'Roll" oder "Soul" entweder eng/musikologisch/stilgeschichtlich oder weit/soziologisch/branchenspezifisch charakterisieren lassen. SJ bedient sich letzterer Herangehensweise, mein Musikverständnis sträubt sich dagegen. Für mich ist "Country" zwar ein weites Feld, aber eines mit (hier und da durchlässigen) Grenzen.
In a nutshell: Kris Kristofferson ist so Country wie Norah Jones Jazz ist oder Deep Purple Rock'n'Roll sind. Die für SJ relevanten Nachschlagewerke bejahen das. Weil sie (wie natürlich auch die Interessengemeinschaft der Country Music Association) von jeher ihren Zuständigkeitsbereich über Gebühr ausdehnen, streng zielgruppenorientiert. Die Lexika erweitern damit den Käuferkreis, die Branchen-Organisationen ihren Einflußbereich. So nachvollziehbar wie durchschaubar. Aber aus der Sicht eines Musikkundigen nicht sinnvoll. Weil Stilbegriffe damit ihren definitorischen Wert verlieren und tendenziell obsolet werden. Die oben bereits erwähnten Bee Gees haben meines Erachtens nichts mit Country zu tun, nichts mit Rock'n'Roll, nichts mit Rhythm & Blues. Doch man findet sie in Lexika/Walhallas aller drei Genres. In der Rock'n'Roll Hall Of Fame! Im unlängst erschienenen und im RS besprochenen "Lexikon der Countrymusik", im "Rough Guide Soul". Ein schlechter Witz? Nein, nur konsequent. Denn wenn nicht Musik- und Stil-bezogen definiert wird, sondern bloß nach Branchenzugehörigkeit, dann muß das entsprechend ausufern. Indem man Disco dem Soul zuschlägt, Pop und Rock'n'Roll synonym gebraucht und in den Country-Charts auch Bee-Gees-Singles findet, weil die irgendwann von "Country-Stationen" gespielt wurden, die zwar primär AOR einsetzen, aber Mitglied der Association Of Country Music Stations sind. Vielleicht weil sie irgendwann als Country-Sender begonnen haben, oder weil sie so an die stets großzügig rationierten Bemusterungspakete der großen Verlage in Nashville herankommen. Ich kenne Sender in Nashville, die mehr Barry Manilow spielen als Garth Brooks und die nie, nie, nie auf die Idee kämen, George Jones, Merle Haggard oder Porter Wagoner in ihre Playlists aufzunehmen, die aber dennoch als Country-Station firmieren und helfen, den Begriff weiter aufzuweichen.
Ein (namhafter) Produzent dort erklärte mir vor einigen Jahren, daß ich mit meinem Country-Begriff, der sich aus der Hillbilly/Honky Tonk-Tradition speist und sich nicht zuletzt an Songstrukturen und Instrumentation orientiert, zu den Puristen gehöre, die man noch vereinzelt antreffe. "Son, what yer talkin' about is deep country", informierte er mich, "today's country is what makes Shania Twain".
Wie gesagt, das ist die Regel. Was es für mich nicht akzeptabel macht. Wenn man John Coltrane Deep Jazz nennen muß, um ihn von James Last zu unterscheiden, Otis Redding als Deep Soul, um ihn von Mariah Carey abzugrenzen, dann halte ich das für absurd. Eddie Cochran ist Rock'n'Roll und Led Zeppelin sind Rock. Weil eine solche Begriffstrennung reflektiert, daß es hier Unterschiede ums Ganze gibt.
Übersetzt ins Country-Idiom heißt das, daß m.E. nur als Country bezeichnet werden sollte, was im Kern das Honky-Tonk-Vermächtnis bewahrt/fortschreibt. Natürlich muß zeitgenössischer Country nicht genau wie die Gründungsväter und Stil-Pioniere (Acuff/Tubb/Williams/Frizzell/Jones/etc.) klingen, aber in einer nicht allzu indirekten Linie auf diese rückführbar müßte die Musik schon sein. Und da gibt es ja auch heute noch einiges, das diesbezüglich keine Probleme verursacht. Man denke etwa an Wayne Hancock oder Dale Watson.
Sogenannter Alt.Country ist indes nur Country-affin, in Sound oder Zitaten, punktuell also. Und Country-Rock ist, wie der Name schon sagt, eine Spielart des Rock. Wie Prog-Rock. Kris Kristofferson aber, um den Dreh zum Streitpunkt wieder zu kriegen, verhält sich zu Country wie die Stranglers zum Punk. Anfangs flugs dazugerechnet, eingemeindet, mitvermarktet. Und in Sachen Attitüde Genre-freundlich gepolt. Aber nicht in der Wolle gefärbt. Einige Stranglers-Cuts waren Punk, etliche KK-Songs waren Country, keine Frage. Doch war KK ein Bohemien, ein Campus-Beatnik, der sich das Geld für Drogen mit dem Komponieren von Songs verdiente. Und weil das nirgendwo einfacher war als in Nashville, aufgrund einer Musikverlagskonzentration ohnegleichen, machte er das dort. Sehr gut, partiell erfolgreich. Und ja, seine ersten beiden eigenen LPs sind vortrefflich, hatten Einfluß auf den Country wie auf den Rock. Habe ihn beim zweiten Isle Of Wight Festival erlebt, wie er sich vor 250.000 pfeifende Fans stellte und tapfer "Blame It On The Stones" sang, mit Stetson, halb Rock, halb Country. Ein Singer-Songwriter halt, wie John Prine oder Steve Goodman. Und ebenso wie diese beiden informiert und geprägt von Folk, Country und Pop. Mit einer Botschaft! Einer politisch freigeistigen zumal. Die von den Hippies nicht kapiert wurde, weshalb sie ihn ausbuhten.
Ich breche hier lieber mal ab, das führt sonst zu weit. Hoffe, mich einigermaßen verständlich gemacht zu haben.
Sonic Juice
12.11.2006, 15:21
Herzlichen Dank, tops! Das war der fundierte Beitrag und inspirierende Gegenwind, den ich erhofft hatte!
Dabei ist das Definitionsproblem keines, wenn man erkennt, daß sich "Country" wie "Jazz", "Rock'n'Roll" oder "Soul" entweder eng/musikologisch/stilgeschichtlich oder weit/soziologisch/branchenspezifisch charakterisieren lassen. SJ bedient sich letzterer Herangehensweise, mein Musikverständnis sträubt sich dagegen.
Ich denke, das trifft es sehr gut. Welchem Ansatz man nachgeht, hängt - in meinem Falle - aber eben wesentlich damit zusammen, wie mein first contact beschaffen war. Und diese ersten, sich selbst als Country bezeichnenden Quellen waren eben völlig unspezifisch, was die Authentizität des Honky Honk anging. Da mich in diesem Genre nun auch auch jene Stilistiken interessieren und gelegentlich ansprechen, die sich vom sog. "deep country" - aus kommerziellen oder anderen Motivationen - fort- und wegentwickelt haben, bin ich mit meiner Sichtweise nach wie vor glücklich. Und finde diese Abtrünnigen weiterhin gut in der Country-Schublade aufgehoben.
Du hattest ja - wenn ich das richtig wiedergebe - selbst Probleme, Willie Nelson oder die Higwaymen als "Country" zu begreifen. Ich kann das - aus Deinem konservativen (im Sinne von "bewahrend" und somit nicht (ab-)wertend gemeint) Blickwinkel - absolut nachvollziehen, sehe mich selbst dann aber doch eher auf der Seite von Chet Atkins, Owen Bradley, Billy Sherrill sowie anderen Wasser-in-den Wein-Mischern.
PS: Norah Jones ist natürlich Country, nicht Jazz!;-)
Herr Rossi
12.11.2006, 15:24
Hoffe, mich einigermaßen verständlich gemacht zu haben.
Ja, danke für die Erläuterungen. Siehst Du "Singer/Songwriter" als eigenes Genre, so wie Country, Folk und Rock, oder ist das ein "Bastard" aus diesen drei Genres? Natürlich hab ich eine gewisse Vorstellung, wer oder was unter diesen Begriff üblicherweise fällt. Die Diskussion um Kristofferson zeigt aber, dass er wahrscheinlich gar nicht so einfach zu bestimmen ist.
@ SJ
Lustig immerhin, daß sich amerikanische Plattenläden für die Joneses und Haggards dieser Welt eine eigene Schublade in ihren Allerwelts-Country-Abteilungen leisten: "Real Country". Makes ya think, eh?
@ Rossi
Nein, ein Stil-Begriff ist "Singer-Songwriter" mitnichten. Sowenig wie "Vocal Group" oder "Big Band". Ist nur eine Bezeichnung, die Autorenschaft und Interpretation synthetisiert. Ähnlich wie der "Autorenfilm" im Kino, der ja inhaltlich/stilistisch auch alles sein kann, vom Familiendramolett bis zum Horrormovie.
Glimmer Twins
12.11.2006, 16:00
Welcome back to the Auditorium, tops!
Thanks, Gents. Meine "Sperre", für die der Hausmeister keine Erklärung hat, war plötzlich weg. Mysteriös.
Mistadobalina
12.11.2006, 16:07
Wenn man sich mal den gesamten thread durchliest und dann das Statement von Tops, dann kann man sich ja eigentlich nur wünschen, dass es wieder einen entsprechenden Tops-Thread gibt, wo man Fragen stellen kann und eine kundige Antwort lesen kann. Eine dermaßen fundierten Text habe ich in diesem Forum seit Monaten nicht mehr gelesen. Vielen Dank, Tops - das sind die Sternstunden dieses Forums, von denen ich mir mehr wünsche.
Herr Rossi
12.11.2006, 16:15
@Tops: Kann mich Mista nur anschließen.
Sonic Juice
12.11.2006, 16:16
@ SJ
Lustig immerhin, daß sich amerikanische Plattenläden für die Joneses und Haggards dieser Welt eine eigene Schublade in ihren Allerwelts-Country-Abteilungen leisten: "Real Country". Makes ya think, eh?
Bei Jones dürfte der durchschnittliche Ladenangstellte dann aber doch vor ernsthaften Sortierungsproblemen stehen. Steht dann auf dem Zettel "Mercury und Musicor zu real country, EPIC zu fake"?
Die Diskussion "Was ist Countrymusic" erstreckt mittlerweile über zig Jahre und über ebenso viel Foren....die von mir bevorzugte Musik orientiert sich meistens am Stil der Country- und Folkmusik und wenn es mal was Anderes sein sollte....es ist mir völlig egal, hauptsache mir gefällt´s !!
Und Kristofferson ist einer der grandiosesten Songwriter der Countrymusic, dass nur nebenbei....!
Meint
Willie
weilstein
12.11.2006, 16:35
Bei Jones dürfte der durchschnittliche Ladenangstellte dann aber doch vor ernsthaften Sortierungsproblemen stehen. Steht dann auf dem Zettel "Mercury und Musicor zu real country, EPIC zu fake"?
Du hältst Alone Again und The Grand Tour für fake ?
Krautathaus
12.11.2006, 16:36
Was mir an Tops Stellungnahme sehr gut gefällt: er verurteilt nicht Sonic`s Herangehensweise seiner Definition.
Klasse Text, Tops!
Übrigens auch ein großes Danke an Sonic, der sich sehr bemüht eine schlüssige Argumentationskette zu vermitteln.
Die Frühphase von Kristofferson ließ sich mittels seinen Texten mit viel Spaß und Laune erschließen.
@ SJ
Wie ich Dir bereits neulich zu erklären versuchte: George Jones' Stimme, sein Gesang definieren Country. Wer Possum produziert, wer ihn begleitet, ändert daran nichts. Ein Hank-Song bliebe ja auch dann Country, wenn er vom Eunuchen-Ziegengemecker der Gebrüder Gibb malträtiert würde. Ist der Kern so hart, kann ihn nichts und niemand aufweichen.
Sonic Juice
12.11.2006, 16:51
@ SJ
Wie ich Dir bereits neulich zu erklären versuchte: George Jones' Stimme, sein Gesang definieren Country. Wer Possum produziert, wer ihn begleitet, ändert daran nichts.
Ja, schon klar. :-)
Nur stellt das eben für mich auch eine Sollbruchstelle in der Argumentation der deep-country-Verfechter dar. Klar kann man das an der Stimme festmachen, obwohl es doch eigentlich auch um Arrangements ging. Nur: Jones, Paradebeispiel des "real country", steht eben zugleich auch mit seiner - doch erfolgreichsten - Countrypolitan-Phase wie kein zweiter für die Kommerzialisierung und Verwässerung des Honky Tonk. Ich habe damit keine Probleme; sehe aber auch keinen Riesenunterschied zwischen den Sherrill-Produktionen von Charlie Rich und eben Jones. Wenn "Behind closed doors" Kitsch ist (ja, das ist es, aber begnadeter - ab in die "fake country"-Schublade?), was ist dann erst "He stopped loving her today"? Der Wertungsunterschied, oder sagen wir, die Trennlinie erschließt sich mir nicht so recht.
@Krautathaus: Danke, ab und an mal etwas Zuspruch schadet nicht, gerade in diesem Thread! :wave:
@ tops:
Wenn ich Dich richtig verstehe, dann bedeutet das für die Verwendung von Stlbegriffen:
Eine Reihe von Künstlern (oder besser: deren Musik) lässt sich Begriffen wie "Country", "Soul" oder "Jazz" zuordnen.
Für eine ganz erhebliche Anzahl von Künstlern gilt dies aber nicht. Weil sie keine eindeutige Verbindung zur Quelle haben, sich in Äquidistanz zu mehreren Stilen befinden, zwischen den Stühlen sitzen, aus mehreren Töpfen naschen usw. Hier müsste man dann zur stilistischen Einordnung etwas weiter ausholen.
Zu dieser Gruppe gehört auch Kris Kristofferson. Er ist weder Country noch Folk noch Rock.
M.a.W.: Die Stilbegriffe decken nicht die gesamte musikalische Landschaft lückenlos ab, sondern lassen zwischen einander erhebliche Leerräume.
@ Ah Um
Eben das hatte ich ja gemeint mit "durchlässigen Grenzen". Ohne jegliche Stildefinition freilich ist nicht nur die Zuordnung von KK ambivalent, sondern die jedweder Musik. Dabei gilt: je genauer definiert werden kann, desto weniger Mißverständnisse gibt es. Naturgemäß ist das bei leicht eingrenzbaren Stilen (z.B. Bluegrass, Freakbeat oder Hardbop) weniger problematisch als bei den übergreifenden Genres, die in sich zahlreiche Stile bergen bzw. versöhnen. Jazz etwa oder Rock. Völlig beliebig indes dürfen solche Stil-Oberbegriffe auch nicht sein, weil sie sonst keinerlei definitorischen Wert mehr haben. Auch schon gesagt. Und was die Leerräume betrifft: das sind Zwischenräume.
@ SJ
Mit George Jones und seinen Sherrill-Platten (die ich über alles liebe) verhält es sich wie mit Billie Holidays Orchester-ornamentierten Platten der 50er Jahre (ebenfalls ganz wunderbar): die Stilbestimmung liefert nicht die Begleitung, sondern Material und Vortrag. Und Ladydays Gesang war ebenso Jazz wie Possums Gesang Country war. Tradtionslinien, die sich in Phrasierungen vergegenständlichen, in instrumentalen Signaturen (Steel etwa) und nicht zuletzt im Material. "The Grand Tour" oder "A Drunk Can't Be A Man" wären bereits in den Tagen von Pappy Daily perfekte Vehikel für GJ gewesen, reinster Honky Tonk. Daran ändern Sherrills orchestrale Überhöhungen nichts. Dasselbe gilt für "He Stopped Loving Her Today": ein prototypischer Tearjerker, den Hank himself hätte singen können (und wollen). "Behind Closed Doors" nicht, methinks.
[...]Hoffe, mich einigermaßen verständlich gemacht zu haben.
Du hast, danke! Die Frage nach was definiert werden soll, hatte wohl aufgehalten. De Analogie zum "Autorenfilm" ist sehr hilfreich.
@Sonic
Den Begriff "Kitsch" würde ich nicht so stehen lassen, zumal Kitsch für mich immer etwas schlechtes ist (wir hatten die Diskussion vor kurzem in einem Film-Thread). Sagen wir doch lieber Pathos.
wohlklang
12.11.2006, 18:38
Diese Diskussion nähert sich dann doch zu sehr dem Weltmittelpunkt; dort ist es langweilig. Country ist wahrscheinlich einfach Country, und es gibt hier wie anderswo Könner und Epigonen, Original und Fälschung
Sonic Juice
12.11.2006, 19:11
@Sonic
Den Begriff "Kitsch" würde ich nicht so stehen lassen, zumal Kitsch für mich immer etwas schlechtes ist (wir hatten die Diskussion vor kurzem in einem Film-Thread). Sagen wir doch lieber Pathos.
Hmmm. Bei "Behind Closed Doors" müsste man das, was jedenfalls den Text angeht, wohl schon so stehen lassen; und auch bei "He stopped loving her today", meiner bescheidenen Meinung nach, wo erschwerend noch das ekstatische Geigengeschwurbel hinzukommt. (Ein Song übrigens, den Jones zunächst ablehnte, weil er ihn melodisch - mit einiger Berechtigung - zu sehr an Kristofferson´s "Help Me Make It Through The Night" erinnerte.)
In der Tat wird bei Jones jedoch so ziemlich jedes Lied dadurch gerettet, dass es eben von Jones gesungen wird. Er verwandelt Verwässertes in Wein. In der Zuneigung zu Jones bin ich ganz bei tops, ohne freilich eine annähernd fundierte Werkskenntnis zu haben.
Aber ich hege eben auch eine mindestens gleich intensive Zuneigung zu Rich´s Sherrill-Produktionen. Bei Rich sind Sherrill´s Arrangements und Rich´s Beitrag dazu nach meiner Wahrnehmung noch ausgefeilter und interessanter, eben nicht nur Klangtapete, weil sie sich nicht - wie bei Jones - hauptsächlich auf die Stimme verlassen. Da sitzt jeder Geigenstreich und jeder Pianoanschlag am perfekten Platz. Das, verbunden mit Rich´s ebenso grandioser Stimmkunst, der man alles abkauft, befreit den Song - jedenfalls aber das gleichnamige Album - nach meinem Empfinden dann auch wieder vom negativen Beigeschmack des Kitsch-Verdachts.
Ok, einigen wir uns auf Pathos.
Danke, tops, damit kann ich leben.
Ich selbst neige dazu, die Stilbegriffe als notwendige, aber auch unzureichende Hilfsmittel der Annäherung zu betrachten. Betrachtet man zB die Einordnung einiger der einschlägigigen Musiker bei amg (meist mit einer ganzen Handvoll Begriffen gleichzeitig), dann erscheint dort im Einzelnen einiges als widersprüchlich, aufs Ganze gesehen aber trotzdem nicht als wirklich falsch. Man wird mit einer gewissen Unschärfe der Begriffe einfach leben müssen.
Sonic Juice
15.11.2006, 12:04
Wer diese Diskussion zum Anlass nehmen will, sich nochmal mit Kristofferson´s Biographie und Musik zu beschäftigen, dem kann ich den ausführlichen No Depression-Artikel der March/April 2006-Ausgabe empfehlen. Latho hatte mich dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht. Anlässlich des neuen Albums und eines Interviews wird dort über 11 Seiten ein Rückblick auf sein Schaffen geworfen.
Dass er dort als "poet laureate of country music" und Outlaw avant la lettre geführt wird, er sich auf seine musikalischen Idole und späteren Freunde Johnny, Waylon und Willie (wie auch Roger Miller, Harlan Howard und Mickey Newbury) beruft und ihm zugebilligt wird, bewiesen zu haben "that country music could be both hip and grounded while speaking to the most fundamental of human struggles and emotions", sollte die Skeptiker von der Lektüre nicht abhalten.;-)
Wer diese Diskussion zum Anlass nehmen will, sich nochmal mit Kristofferon´s Biographie und Musik zu beschäftigen, dem kann ich den ausführlichen No Depression-Artikel der March/April 2006-Ausgabe empfehlen.
Hätte ich auf jeden Fall Interess dran!
Wer Interesse hat schickt mir ein PN.
Hab am Wochende festgestellt das ich "Countryman" vom Nelson Willie eigentlich doch ganz gut finde und es sich hervorragend zum in der Sonne liegen eignet.
Huch! Also, ich brauche Empfehlungen. Ich suche Countrymusic, die nicht so "lahmarschig" (ich hoffe ihr wisst die Anführungszeichen zu verstehen. Danke.) wie Kris Kristofferson oder Ray Price ist, quasi etwas mehr uptempo (das ist eigentlich das falsche Wort, vielleicht sollte sie von der Stimmung her einfach fröhlich sein), sollte aber deshalb kein Prärie-Pop a la Brooks & Dunn oder Tim McGraw sein. Mir schwebt sowas vor wie White Lightning von George Jones, diverse Songs von Buck Owens oder Sea of heartbreak von Don Gibson.
Whole Lotta Pete
31.05.2007, 17:27
Huch! Also, ich brauche Empfehlungen. Ich suche Countrymusic, die nicht so "lahmarschig" (ich hoffe ihr wisst die Anführungszeichen zu verstehen.
Ok Cleetus, probier mal das hier im Forum (http://forum.rollingstone.de/showthread.php?t=12873). http://www.cosgan.de/images/smilie/figuren/c060.gif
Hmm. Das liest sich durchaus sehr gut, aber es dürfen ruhig alte Sachen sein.
Sonic Juice
31.05.2007, 17:50
Bist Du denn mit Don Gibson schon durch? Das wäre der erste, der mir dazu einfallen würde. Die frühen Endfünfziger/Anfangsechziger-Sachen, insbesondere das Debüt "Oh Lonesome Me". Oder für den CD-Konsumenten der Bear Family-Sampler "Legend In My Time". All Killers.
Der zweite Einfall, von wegen "einfach fröhlich": Jerry Reed. Da brauch man jetzt nicht unbedingt dutzende Platten, zumal die sich alle ziemlich ähneln, aber die Werke von Anfang der 70er sind schon sehr sonnig und machen mir immer wieder große Freude. Ziemlich lässig und groovebetont. Empfehle da zB "GEORGIA SUNSHINE" (1970), "LORD MR. FORD" (1973) und "A GOOD WOMAN`s LOVE" (1974). Auch mal nach seiner lässigen Einspielung von "500 Miles From Home" schauen (auf selbstbetiteltem Album von 1972 zu finden), und nach seinem späten Hit "East Bound And Down" (1977), vom Soundtrack zu ""Smokey and the Bandit" .
Ach ja, ansonsten Western Swing sowieso, und natürlich die "early country rockers" von Patsy Cline - aber diesbezüglich muss ich wohl meine Begeisterung nicht mehr weiter ausführen.
Viele Duette von Loretta Lynn & Conway Twitty finde ich übrigens auch sehr schmissig. Sowas wie "You`re The Reason Our Kids Are Ugly".:-) Und bei Loretta müsste einem doch ohnehin das Herz aufgehen...
Baruche auch mal einen Tipp. Ich habe folgende George Jones LPs zum Angebot. Lohnt sich davon eine, wenn ja welche?
JONES, GEORGE GREATEST HITS
JONES, GEORGE ALONE AGAIN
JONES, GEORGE ALL TIME GREATEST HITS VOL. 1
JONES, GEORGE I WANTA SING
JONES, GEORGE BARTENDER´S BLUES
JONES, GEORGE STILL THE SAME OLE ME
JONES, GEORGE ONCE YOU´RE HEARD THE BEST
JONES, GEORGE JONES COUNTRY
JONES, GEORGE SHINE ON
JONES, GEORGE YOU´VE STILL GOT A PLACE IN MY HEART
JONES, GEORGE LADIE´S CHOICE
JONES, GEORGE WHO´S GONNA FILL THEIR SHOES
JONES, GEORGE ONE WOMAN MAN
Herr Rossi
31.05.2007, 19:09
@Sonic: Jerry Reed ist der mit "Guitar Man" und "US Male" (beide von Elvis gecovert), oder? Der interessiert mich auch schon länger.
@Cleetus: Jim Reeves könnte auch was für Dich sein. Ich hab von dem eine "Country Legend"-Kompilation (es gibt bestimmt besseres) mit Aufnahmen aus den 50ern, die sind sehr unterhaltsam.
Beispiel: Mexican Joe (http://www.youtube.com/watch?v=YSx_kgXQJDg)
@Bullitt
Alone again lohnt sich schon wegen des Titelsongs.
Sonic Juice
01.06.2007, 00:20
@Bullitt: Kenne keine davon, würde aber auch auf jeden Fall "Alone Again" nehmen.
@Sonic: Jerry Reed ist der mit "Guitar Man" und "US Male" (beide von Elvis gecovert), oder?
Genau der.
@Cleetus: Jim Reeves könnte auch was für Dich sein. Ich hab von dem eine "Country Legend"-Kompilation (es gibt bestimmt besseres) mit Aufnahmen aus den 50ern, die sind sehr unterhaltsam.
Puh, naja, hmm, also ...
Außer dem sehr schönen, aber nicht gerade fröhlichen "He`ll Have To Go" habe ich da noch nichts begeisterndes gehört. Er hat wohl auch eine Honky Tonk-Vergangenheit, aber die (mir) bekannten und populären Sachen sind schon größtenteils recht flau und luschig. Habe mich aber zugegebenermaßen auch nicht vertieft mit seinem Werk beschäftigt.
Herr Rossi
01.06.2007, 00:27
@Sonic: Hm, naja, vielleicht ist mir die Gabe der Differenzierung beim Country noch nicht so gegeben.;-) Songs wie "Mexican Joe", "The Wilder Your Heart Beats The Sweeter You Love", "Yonder Comes A Sucker", "Red Eyed And Rowdy" und vor allem "Penny Candy" sind sicher nicht cutting edge, aber ich find's sehr charmant.
PS: Ich hab aber auch was von ihm aus den 60ern gehört, das war tatsächlich eine wenig interessante Schnulze.
Sonic Juice
01.06.2007, 00:48
@Sonic: Hm, naja, vielleicht ist mir die Gabe der Differenzierung beim Country noch nicht so gegeben.;-) Songs wie "Mexican Joe", "The Wilder Your Heart Beats The Sweeter You Love", "Yonder Comes A Sucker", "Red Eyed And Rowdy" und vor allem "Penny Candy" sind sicher nicht cutting edge, aber ich find's sehr charmant.
PS: Ich hab aber auch was von ihm aus den 60ern gehört, das war tatsächlich eine wenig interessante Schnulze.
Ja, die 60er-Schnulzen sind auch das, was mir bislang hauptsächlich bekannt ist. Wobei ich "Mexican Joe" zugegebenermaßen auch etwas arg albern und zahm finde. Wird allerdings von "Bimbo" noch bei weitem getoppt.:-)
PS: Gerade gefunden:
Hier (http://www.youtube.com/watch?v=Unvr3mC_QJU)kann man sich übrigens "East Bound And Down" von Reed anhören.
Herr Rossi
01.06.2007, 00:53
"Bimbo" ist schon sehr huppdiwuppdi, stimmt. Aber irgendwie mag ich's auch.
Bist Du denn mit Don Gibson schon durch? Das wäre der erste, der mir dazu einfallen würde. Die frühen Endfünfziger/Anfangsechziger-Sachen, insbesondere das Debüt "Oh Lonesome Me". Oder für den CD-Konsumenten der Bear Family-Sampler "Legend In My Time". All Killers.
Der zweite Einfall, von wegen "einfach fröhlich": Jerry Reed. Da brauch man jetzt nicht unbedingt dutzende Platten, zumal die sich alle ziemlich ähneln, aber die Werke von Anfang der 70er sind schon sehr sonnig und machen mir immer wieder große Freude. Ziemlich lässig und groovebetont. Empfehle da zB "GEORGIA SUNSHINE" (1970), "LORD MR. FORD" (1973) und "A GOOD WOMAN`s LOVE" (1974). Auch mal nach seiner lässigen Einspielung von "500 Miles From Home" schauen (auf selbstbetiteltem Album von 1972 zu finden), und nach seinem späten Hit "East Bound And Down" (1977), vom Soundtrack zu ""Smokey and the Bandit" .
Ach ja, ansonsten Western Swing sowieso, und natürlich die "early country rockers" von Patsy Cline - aber diesbezüglich muss ich wohl meine Begeisterung nicht mehr weiter ausführen.
Viele Duette von Loretta Lynn & Conway Twitty finde ich übrigens auch sehr schmissig. Sowas wie "You`re The Reason Our Kids Are Ugly".:-) Und bei Loretta müsste einem doch ohnehin das Herz aufgehen...
Nein, mit Gibson bin ich noch nicht durch, hab da mal ein 4CD-Best-Of geordert.
Jerry Reed kenne ich natürlich, gefällt mir sehr gut, da hab ich bisher aber nur die RCA Country Legends-CD. Ich hab deine Rezensionen zu Patsy gelesen und mir auch schon Material angehört, nur werde ich mit der noch nicht ganz warm.
Conway und Loretta führe ich mir auch zu Gute demnächst. Danke für die Anregungen, Sonic.
@Sonic: Jerry Reed ist der mit "Guitar Man" und "US Male" (beide von Elvis gecovert), oder? Der interessiert mich auch schon länger.
@Cleetus: Jim Reeves könnte auch was für Dich sein. Ich hab von dem eine "Country Legend"-Kompilation (es gibt bestimmt besseres) mit Aufnahmen aus den 50ern, die sind sehr unterhaltsam.
Beispiel: Mexican Joe (http://www.youtube.com/watch?v=YSx_kgXQJDg)
"..M-A-L-E son, that's me!"
Auf Reed bin ich durch einen Blaxploitation-Sampler aufmerksam geworden (im Nachhinein sehr seltsam, dachte auch lange er wäre schwarz) auf dem "When you're hot, you're hot" drauf war. Von Jimmy Reed kenne ich auch ein paar Sachen, der ist eher so der Schunkel-Daddy des Country bzw nicht das von mir Gesuchte. Penny Candy fällt da noch am ehesten rein.
Grave Wisdom
01.08.2007, 23:47
Hallo, bin ein großer Fan der American Recording - Alben von Johnny Cash ... und nun auf der Suche nach weiteren Perlen der Altmeister. Nenne zudem seit kurzem die neuesten Alben von Kris Kristofferson, Porter Wagoner und Charlie Louvin mein eigen ;-) ... Habt Ihr noch weitere Tips für mich ???
Hallo, bin ein großer Fan der American Recording - Alben von Johnny Cash ... und nun auf der Suche nach weiteren Perlen der Altmeister. Nenne zudem seit kurzem die neuesten Alben von Kris Kristofferson, Porter Wagoner und Charlie Louvin mein eigen ;-) ... Habt Ihr noch weitere Tips für mich ???
Vergleichbar mit den ARs von Cash: CAST KING - Saw Mill Man (Locust Records). Karg, poetisch und relativ aktuell.
Hat and beard
02.08.2007, 00:08
Und noch besser!
Und noch besser!
Zumindest erreicht "Saw Mill Man" ein Niveau, welches keins der ARs auf gesamter Länge halten kann.
Hat and beard
02.08.2007, 00:18
Sag ich doch.
Grave Wisdom
02.08.2007, 00:21
soeben bei amazon bestellt .. kannte ich gar nicht ...da lass ich mich mal überraschen ;-)
Sonic Juice
02.08.2007, 09:23
Zumindest erreicht "Saw Mill Man" ein Niveau, welches keins der ARs auf gesamter Länge halten kann.
Also mehr Sterne für Cast King als für sämtliche AR-Alben? Darüber ließe sich streiten. Ist sicherlich homogener und karger als AR II-IV, aber die Songs selbst spielen m.E. nicht in der selben Liga, das sind doch überwiegend recht einfach gestrickte Hank Williams-Zitate.
Der Empfehlung würde ich mich aber gleichwohl uneingeschränkt anschließen, weil man sich dem Charme der Aufnahmen kaum entziehen kann.
Powered by vBulletin® Version 4.2.0 Copyright ©2013 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.