Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Louis Armstrong
gypsy tail wind
06.07.2011, 11:21
http://www.jazz.com/assets/2007/11/6/louis_armstrong_5.JPG
Heute ist der 40. Todestag (und am 4. August dann der 110. Geburtstag) von Louis Armstrong... und es gibt hier noch nicht mal einen Thread, der ihm gewidmet ist!
Die beste Website, die Satchmo gewidmet ist, ist wohl jene von Michael Minn:
http://michaelminn.net/armstrong/
Es handelt sich in erster Linie um eine Diskographie mit diversen Zugriffsmöglichkeiten und mit kurzen Kommentaren.
Was die Musik Armstrongs betrifft: die grossen Klassiker sind natürlich die Hot Fives und Hot Sevens, die in diversen Formen vorliegen, u.a. in einem sehr schön gestalteten 4CD-Set von Columbia/Legacy oder einem billigeren JSP-Set (ebenfalls vier CDs), das anscheinend klanglich der Legacy-Box überlegen ist (ich besitze nur die Legacy-Box).
Armstrong hat mit diesen Aufnahmen wohl den neben Jelly Roll Mortons Victor-Aufnahmen wichtigsten Werk-Block des frühen Jazz geschaffen und viel davon definiert, was später selbstverständlich war - das spontane Solospiel, die Interaktion mit der Band, der mitreissende Beat...
In seinen frühen Jahren spielte er auch in den Gruppen von King Oliver und Clarence Williams sowie der Big Band von Fletcher Henderson und nahm diverse Sessions mit Blues-Sängerinnen wie Ma Rainey, Sippie Wallace, Alberta Hunter oder Bessie Smith auf.
Nach den Hot Fives und Hot Sevens hat Armstrong die Luis Russell Band als Begleitgruppe angestellt, eine der faszinierendsten Gruppen des frühen New Orleans Jazz, deren Lob zu singen ich nie müde werde (The Luis Russell Story, Retrieval 2CD-Set, enthält die frühen Aufnahmen vor Armstrong - grossartig!). Später leitete er seine eigene Big Band, in der auch einige jüngere Musiker wie Lionel Hampton ihre Sporen abverdienten (Hampton war der Drummer, aber Armstrong verhalf ihm auch dazu, als Vibraphonist wahrgenommen zu werden).
In den 40ern begann Armstrong dann, eine Reihe von All-Star Formationen zu leiten, mit Sidemen wie Jack Teagarden, Trummy Young, Edmond Hall, Barney Bigard und Earl Hines. Diese Zeit, wie auch schon die Zeit davor, wird gerne als unwichtig abgeschrieben - das ist schade, denn Armstrong war noch immer ein toller, phasenweise mitreissender Solist mit einem unglaublichen Rhythmusgefühl - und manchmal, wie etwa bei "Louis Armstrong Plays W.C. Handy" oder seinem Zusammentreffen mit Duke Ellington auf "The Great Summit", waren die Resultate nichts weniger denn sublim.
Das französische Label Frémeaux (http://www.fremeaux.com/) hat mit seiner "Intégrale" die bisher wohl umfangreichste Veröffentlichungs-Reihe zu Armstrong gestartet. Mitterweile sind bereits neun 3CD-Sets erschienen, jedes mit einem dicken Booklet mit disographischen Angaben und ausführlichen Texten in französisch und englisch (analog zur Django-Reihe, aber bei Armstrong ist die Reihe nicht völlig komplett).
Da ich schon diverse andere Armstrong-Releases wie die Legacy-Box der Hot Fives & Sevens, das RCA 4CD-Set, sowie ein Dutzend Chronological Classics besitze, weiss ich nicht, ob ich mir die Frémeaux Reihe komplett zulegen soll oder nicht... bisher habe ich die ersten drei Volumes, gegen Ende des dritten setzen die Hot Fives-Aufnahmen ein - detaillierte Infos finden sich auf der Frémeaux-Website.
Und der Vollständigkeit halber: Mosaic hat die kompletten Decca-Aufnahmen von 1935-1946 liegen in einer noch erhältlichen Mosaic-Box vor, es gab davor schon eine - leider längst vergriffene - 6CD/8LP-Box mit den Decca All-Star Sessions der späteren Jahre. Die 35-46er Box hab ich bisher auch noch nicht, weil ich die Musik schon zu grossen Teilen auf Classics-CDs habe und wie gesagt noch nicht recht weiss, wie ich bei Armstrong fortfahren soll... am Ende hab ich wohl alles doppelt und dreifach...
gypsy tail wind
06.07.2011, 11:28
David Johnson hat in seiner Radio-Show "Night Lights" vor einem Jahr eine Episode über die Armstrong 1947-1957 (http://indianapublicmedia.org/nightlights/game-louis-armstrong-19471957/) gestaltet.
gypsy tail wind
06.07.2011, 13:00
Der Nachruf auf Armstrong aus der New York Times vom 7. Juli 1971:
http://www.nytimes.com/learning/general/onthisday/bday/0804.html
alexischicke
06.07.2011, 15:12
Vielen Dank Gypsy für den Thread! Da gibs viel zu schreiben.Er ist ein absoluter Gott!
gypsy tail wind
06.07.2011, 23:41
Aus dem Playboy, Februar 1955:
http://img10.imageshack.us/img10/8602/pb5502satchmoredbeansan.jpg
http://img43.imageshack.us/img43/8602/pb5502satchmoredbeansan.jpg
http://img64.imageshack.us/img64/8602/pb5502satchmoredbeansan.jpg
http://img263.imageshack.us/img263/8602/pb5502satchmoredbeansan.jpg
alexischicke
07.07.2011, 10:23
Danke Gypsy schau mir mal deine ganzen Links mal später alle genau an.
Wie gut Armstong auch in seinen späten Jahren war kann auf dem 4 CD Set live in Sweden von Storyville hören.Dort gibt eine lange Version von Tiger Rag. Herrliche Version vor einem begeisterten Publikum.
Auf Wunsch eines Fans in einer Pause sang Armstrong "Black and Blue/Do you know what it means to miss New Orleans".Das Arrangment dazu schrieb er in der Pause.
redbeansandrice
07.07.2011, 10:36
danke dir, Red Beans & Ricely Yours muss man sich merken!
gypsy tail wind
10.07.2011, 17:31
By all odds, Louis Armstrong, born out of wedlock on August 4, 1901 in New Orleans, raised in the city's poorest quarter, out of school and working for a living before he'd finished fifth grade, was not slated to become world-famous. Yet against all odds he not only survived but thrived. Sent to reform school at age 12, he learned the fundamentals of music there and by the time he was 16 was able to supplement his income from work as a longshoreman or day laborer by playing his cornet on weekends in such rough joints as the Brick House, where, as he tells us in his autobiography, Satchmo: My Life in New Orleans, "Levee workers would congregate every Saturday night and trade with the gals who'd stroll up and down the floor and into the bar. Those guys would drink and fight one another like circle saws. Bottles would come flying over the bandstand like crazy, and there was lots of just plain common shooting and cutting. But somehow all that jive didn't faze me at all, I was so happy to have some place to blow my horn."
(...)
"Little Louis," the first nickname he was ever known by, could be tough when required but mostly made friends wherever he went. He credited his maternal grandmother - the one permanent adult presence in his early childhood years - with instilling in him the system of values that would carry him through his extraordinary life and enable him to confront with equanimity situations and experiences he could not have imagined in his youth. As he describes them, these fundamentals seem deceptively simple: "I didn't go any further than fifth grade in school myself. But with my good sense and mother-wit, and knowing how to treat and respect the feelings of other people, that's all I've needed through life."
~ Dan Morgenstern: Portrait of the Artist, 1901-1971, Liner Notes zu: "Louis Armstrong: Portrait of the Artist as a Young Man, 1923-1934", Columbia/Legacy & Smithsonian Institution Press, 1994, S. 31.
In New Orleans hörte Armstrong die Musik von King Oliver, Kid Ory (in dessen Band nahm er Olivers Platz ein, als dieser nach Chicago ging), Bunk Johnson, Freddie Keppard und anderer, er hörte die Musik von Brass Bands, Marching Bands, aber auch europäische Musik. Da gab es nicht nur Märsche, Quadrillen und Walzer, auf welche die frühen Jazzmusiker gerne zurückgriffen, nein: es gab auch die Oper! Mit 17 heiratete Armstrong zum ersten Mal (Daisy Parker - er hatte sie als Kunde kennengelernt, die Ehe sollte nicht lange halten), in jener Zeit besass er auch schon seinen ersten Plattenspieler:
In 1966 he recalled those early records: "Most of my records were the Original Dixieland Jazz Band - Larry Shields and his bunch. They were the first to record the music I played. I had Caruso records, too, and Henry Burr, Galli-Curci, Tettrazini - they were all my favorites. Then there was the Irish tenor, McCormack - beautiful phrasing."
~ Dan Morgenstern: Portrait of the Artist, 1901-1971, Liner Notes zu: "Louis Armstrong: Portrait of the Artist as a Young Man, 1923-1934", Columbia/Legacy & Smithsonian Institution Press, 1994, S. 32.
Manche Soli Armstrongs erinnern in der Tat stark an Opern-Arien, auch in ihrer Form, mit Kadenzen etc. Armstrong kriegte dann einen Job mit der Band von Fate Marable, die auf einem Dampfer auf dem Mississippi spielte. Dort lernte er, richtig Noten zu lesen und zu schreiben. Zu den anderen Musikern gehörten die Brüder Johnny und Baby Dodds, Bassist Pops Foster und Gitarrist Johnny St. Cyr, die alle eng mit Armstrong verbunden sein sollten.
We know little about Armstrong's playing at this point, other than what musicians have related. Sidney Bechet, four years older, confirmed that Louis started to play around age ten, and recalled that the kid stunned him a bit later by playing the famous "High Society" clarinet solo on cornet, something quite unheard of. This alone tells us that a very young Armstrong (Bechet left New Orleans in 1917) already had the technique to execute a passage that would have challenged the best cornetists of the day.
~ Dan Morgenstern: Portrait of the Artist, 1901-1971, Liner Notes zu: "Louis Armstrong: Portrait of the Artist as a Young Man, 1923-1934", Columbia/Legacy & Smithsonian Institution Press, 1994, S. 34.
http://4.bp.blogspot.com/_ey2oYD5GGgs/TM9VJGaWEvI/AAAAAAAAAXs/AmgVDgznNs0/s1600/kingoliverCreoleJzB.GIF
King Olivers Creole Jazz Band, 1923
Am 5. April 1923 ging Louis Armstrong zum ersten Mal in ein Aufnahmestudio, als Mitglied von King Oliver's Creole Jazz Band. Armstrong spielte hinter dem Leader das zweite Kornett, die anderen Mitglieder waren Honore Dutrey (tb), Johnny Dodds (cl), Lil Hardin (p - die zukünftige zweite Ehefrau Armstrongs), vermutlich Arthur "Bud" Scott (bjo) und Warren "Baby" Dodds (d). Im fünften und letzten Stück der Session, dem "Chimes Blues", bläst Armstrong sein erstes Solo, schon mit seiner eigenen Phrasierung, seinem eigenen rhythmischen Drive, auch wenn er sehr eng am thematischen Material bleibt. Das Solo ist auch das erste "richtige" Solo der Oliver-Aufnahmen überhaupt.
Das Studio in Richmond, IN, in dem die Sessions für Gennett aufgezeichnet wurden, stand anscheinend so nahe an einer Bahnlinie, dass die Aufnahmen jeweils unterbrochen werden mussten.
Armstrongs Rolle in Olivers Band war diejenige eines understudy, er war Protégé und Zögling, zumindest auf den Platten war seine Rolle recht eingeschränkt, auch wenn es heisst, er sei weit weg vom Trichter gestanden, um den der Rest der Band sich gruppiert hatte - um mit seinem unglaubliche starken Ton nicht ein völliges Ungleichgewicht zu erzeugen auf den Aufnahmen.
The understudy role which Oliver had intended for his protégé was theoretically modest, with Louis faithfully mirroring his boss while the latter took a break. Of greater importance, as second cornetist Armstrong was expected to add a supporting line under his boss' lead line - an original incentive for the era. They were principally billed in the Lincoln Gardens (ex-Royal Gardens, immortalized by a Clarence Williams blues number), a glitzy night club in Chicago Southside for a black clientele. After 1922, however, once a week and after midnight, the band played for a white audience, mainly comprising musicians coming to listen rather than dance. Some, such as cornetist Jimmy McPartland and saxist Bud Freeman, later recalled that Armstrong quite often stood as soloist.
~ Daniel Nevers, Liner Notes zu: "Intégrale Louis Armstrong Vol. 1 - "Chimes Blues" 1923-1924", Frémeaux & Associés, 2006, english adaption by Laure Wright
In der zweiten Session am darauffolgenden Tag entstand auch der "Snake Rag" - die Okeh-Version auf vom Juni hat Dan Morgenstern für die Werkschau der frühen Jahre, "Portrait of the Artist as a Young Man, 1923-1934", das Stück "Snake Rag" ausgewählt, das vierte und letzte, in dem die typischen Breaks der beiden Kornettisten - dafür ist Olivers Band berühmt geworden - am schönsten zu hören sind:
Of all the Oliver band's records, "Snake Rag" best displays the two-cornet breaks the band was famous for. We get no less than seven of them; the last two are especially exciting. The Dodds brothers, clarinetist Johnny and drummer Baby, also make fine contributions, and the ensemble swing during the last two choruses is remarkable for 1923 - or any year.
~ Dan Morgenstern, Music Commentary, "Louis Armstrong: Portrait of the Artist as a Young Man, 1923-1934", Columbia/Legacy & Smithsonian Institution Press, 1994, S. 9.
Die Breaks, die wir immer wieder hören, enstanden so, dass Oliver in den Band-Chorussen an einem bestimmten Punkt die Figuren eingesponnen hat, die er danach als Break spielen wollte, Armstrong musste sich diese blitzschnell merken und unmittelbar danach eine spontan erdachte zweite Stimme dazu mit Oliver spielen - natürlich immer mit perfekten Resultaten.
Oliver selber glänzte am zweiten Aufnahmetag für Gennett mit einem schönen Solo in "Dipper Mouth Blues", einem Stück, das er mit Armstrong gemeinsam komponiert hat. Sein Ton ist feiner, lyrischer und weniger durchschlagend als Armstrongs, sein Solo allerdings sehr, sehr toll - auch wenn es ganz einfach konstruiert ist, sehr repetitiv, aus simplen Linien.
Vermutlich am 23. und 25. Juni 1923 stand Olivers Band dann für Okeh im Studio, diesmal in Chicago - die Musik ist hier schon bedeutend besser eingefangen. In den Sessions vom Juni glänzt Johnny Dodds einige Male, auf "High Society Rag" spielt er die berühmte Kadenz, aber auch auf anderen Stücken steuert er gute Momente bei.
Im Herbst folgte eine ganze Reihe von Aufnahmen: im September für Paramount (kein Bezug zum Hollywood Studio gleichen Namens), am 5. Oktober ein letztes Mal für Gennett, sowie zwei weitere Okeh-Sessions, die vermutlich um den 8./9. und 11./12. Oktober entstanden sind (am 15./16. lief Oliver ein Teil seiner Band davon, auf den erwähnten Sessions ist noch die alte Band zu hören).
Ab der Paramount-Session vom September 1923 stösst mit Charlie Jackson ein Bass-Saxophonist zur Band - er ersetzt in der ersten Session Bud Scotts Banjo, in der Gennett-Session vom 5. Oktober (wieder aus Richmond, IN, wieder in schlechterem Sound) stossen dann Johnny St. Cyr (bjo) und Paul "Stump" Evans (c-mel) an seiner Stelle dazu, in den Okeh-Sessions vom Oktober ist St. Cyr weiter mit dabe, aber Jacksons Bass-Sax übernimmt wieder den Platz von Evans.
http://www.riverwalkjazz.org/images/public/pagebuilder/12309.jpg
Lil Hardin Armstrong
An der ersten Okeh-Session vom Oktober enstand als zweites Stück "Tears", von Armstrong mit Hilfe von Lil Hardin komponiert und wohl das erste Meisterwerk aus seinem aufgenommenen Werk - dass Posaunist Honoré Dutrey so laut zu hören ist, hat wohl mehr mit unglücklicher Positionierung ums Mikrofon zu tun als mit dem Arrangement, aber es verleiht dem Stück auch einen gewissen Charme. In einem von neun Cornet-Breaks hören wir die Melodie, die später als "Potato Head Blues" wieder auftauchen sollte. Dan Morgenstern spricht diesbezüglich darüber, wie sehr das Angewiesensein auf oftmals zufällige Aufnahmen die zugleich der Segen aber auch der Fluch ist, mit dem die Jazzgeschichte Leben muss. So fand man in den 90ern anscheinend in der Library of Congress anscheinend den Eintrag für Louis Armstrongs neue Komposition "Cornet Chop Suey" im Jahr 1924. Das Stück sollte er aber erst 1926 aufnehmen.
This discovery tells us once again that recordings are not an accurate reflection of musical reality. In reality, Louis Armstrong was capable of conceiving (and certainly of playing) the innovative, even virtuosic ideas of a piece that seemed fresh and surprising when recorded more than two years later - and at that stage in jazz history, two years is a considerable span of time. Where, if anywhere, was Armstrong performing "Cornet Chop Suey" in 1924? Not within the Oliver band as it comes to us on records, but perhaps on a night off with Lil and a pickup band? Maybe. But also not with the New York band of Fletcher Henderson, Armstrong's next musical berth.
~ Dan Morgenstern: Portrait of the Artist, 1901-1971, Liner Notes zu: "Louis Armstrong: Portrait of the Artist as a Young Man, 1923-1934", Columbia/Legacy & Smithsonian Institution Press, 1994, S. 36.
Armstrong scheint überdies sehr bescheiden gewesen zu sein. Anfangs 1924 hat er Lil Hardin geheiratet und diese war sich schon längst bewusst, dass sein Talent jenes von Oliver weit überflügelte:
She was aware how far superior Louis's playing was to Oliver's, something the modest young man would not admit without constant hectoring. Eventually she succeeded in cutting Armstrong loose from his mentor, not least, perhaps, because the King was caught holding out money from his men - the bane of many bands in the history of the music. In a charming recorded memoir, Satchmo and Me, Lil describes how, after she left the band, she would hear her husband whistling on his way home, inventing the most beautiful music. One night she asked him why he didn't play like that, since he could whistle it. Reluctant at first, he eventually came around, of course.
~ Dan Morgenstern: Portrait of the Artist, 1901-1971, Liner Notes zu: "Louis Armstrong: Portrait of the Artist as a Young Man, 1923-1934", Columbia/Legacy & Smithsonian Institution Press, 1994, S. 35.
Bevor Armstrong zu Fletcher Henderson nach New York ging, entstanden aber noch weitere Sessions. Am 15. und 16. Oktober fanden die Columbia-Sessions statt, an denen die Band - wie oben erwähnt - halb ausgewechselt werden musste: neben Oliver, Armstrong und Hardin sind weiterhin Baby Dodds und St. Cyr zu hören, aber Jimme Noone und Ed Atkins waren an die Stellen von Johnny Dodds und Honoré Dutrey gerückt. Die Musik wird immer fliessender, das schönste Beispiel dafür ist der "Chattanooga Stomp", den Oliver gemeinsam mit Alphonse Picou geschrieben hat.
-----
Anmerkung: alle besprochenen Aufnahmen sind zu hören auf: "Intégrale Louis Armstrong Vol. 1 - "Chimes Blues" 1923-1924", Frémeaux & Associés, 2006
gypsy tail wind
10.07.2011, 23:37
http://4.bp.blogspot.com/_3o9FUDlJrSw/TTCYDDmrRII/AAAAAAAACAg/zMUv0KvovTE/s1600/Fletcher_Henderson_Orch_1925.jpg
Fletcher Henderson Orchestra, 1925 (v.l.n.r.: Howard Scott, Coleman Hawkins, Armstrong, Charlie Dixon, Henderson, Kaiser Marshall, Buster Bailey, Elmer Chambers, Charlie Green, Bob Escudero, Don Redman
Fletcher Henderson, der damals in New York eine der ersten wichtigen schwarzen Bands leitete und manchmal der schwarze Whiteman genannt wurde, hatte Armstrong schon 1921 (Morgenstern in "Portrait of the Artist") oder 1922 (Nevers in den Liners zur "Intégrale Vol. 1") mit Ethel Waters in New Orleans gehört und einen Versuch gemacht, ihn anzustellen. Armstrong lehnte ab, im Sommer 1924 nahm er schliesslich das zweite Angebot an (nachdem er die Band King Olivers verlassen hatte... Lil verliess sie ein paar Wochen danach auch) und ging im September nach New York.
Zuvor hatte hatte Armstrong 1924 mit Drummer/Sänger Ollie Powers gearbeitet, bevor er nach New York ging, wo er abgesehen von Henderson niemanden kannte.
Initially, the other natty members of the team were amused by the provincial newcomer who was to blow the third trumpet - that which handles most solos - next to the first trumpet, Elmer Chambers, and the second, Howard Scott, the powerful trombonist Charlie Green, the twenty-year old Coleman Hawkins on the clarinet and saxes, banjoist Charlie Dixon and drummer 'Kaiser' Marshall. Then there was the indispensable Donald Matthew Redman, polyinstrumentalist and the first of the great black arrangers in the domain of big band jazz. The first rehearsal, somewhat strained, included a pretty English waltz with a score indicating pp (pianissimo). Much to the surprise of his colleagues, Louis came out with an ear-shattering performance, finally to explain that he thought the abbreviation made reference to 'Pound plenty'. The ice was broken and New Orleans' most fabulous jazzman was henceforth accepted by the Fletcher Henderson gang.
~ Daniel Nevers, Liner Notes zu: "Intégrale Louis Armstrong Vol. 1 - "Chimes Blues" 1923-1924", Frémeaux & Associés, 2006, english adaption by Laure Wright
1924 war wohl das an Aufnahmen reichhaltigste Jahr in Fletcher Hendersons ganzer Karriere (die Chronological Classics widmen ihm drei ganze CDs sowie jeweils eine mit dem Vor- und dem Folgejahr sich überschneidende). Armstrong fand sich also nach kurzer Zeit bereits mit der Band im Studio. Für Columbia wurden vermutlich am 6. Oktober zwei schöne Titel eingespielt, "Manda" und "Go 'Long Mule", und ein paar Tage danach für Pathé/Perfect drei weitere, "Tell Me Dreamy Eyes", "My Rose Marie" und "Shanghai Shuffle" (sowie ein viertes, "Don't Forget You'll Regret Day by Day" ohne Solo von Armstrong). Nevers unterschlägt oben übrigens - warum auch immer - ein Bandmitglied, Tubist Ralph Escudero.
Die Musik ist ganz anders als was sich Armstrong von New Orleans und Chicago gewohnt war, urbaner, für weisse Tänzer ausgelegt. Dennoch war die Band voller talentierter Musiker - und zumindest mit Posaunist Charlie Green fand sich neben Armstrong noch ein Musiker, der ein Meister des Blues war. Rhythmisch war die Musik viel steifer als Olivers, viel weniger fliessend - und auch Coleman Hawkins klingt auf den Aufnahmen jener Zeit hinter Armstrong wie ein blutiger Anfänger. In den kommenden Monaten sollte sich der Einfluss des Trompeters aber spürbar machen - Redman und Henderson als Arrangeure aber auch Hawkins als Solist profitierten offensichtlich vom neuen Temperament, das Armstrong mitbrachte - ein Temperament, das auf den ersten Aufnahmen mit seinen Soli oft Glanzlichter in ziemlich unbestimmte Musik setzte.
Diese erwähnten fünf Stücke sind übrigens nicht nur auf dem ersten Frémeaux-Set zu hören sondern auch auf "1924 Vol. 3" von Henderson in der Chronological Classics-Reihe, "Go 'Long Mule" und "Shanghai Shuffle" sind auch auf Hendersons "Study in Frustration".
Besonders auf "Shanghai Shuffle" wird schlagartig klar, dass Henderson in seinen Reihen einen neuen König zu präsentieren hat:
Shortly after Louis' arrival, the Henderson orchestra was booked to play a midnight show at the Lafayette Theatre in Harlem. In the pit band was Joe Smith, then with the Chocolate Dandies show. When the show opened that night, Joe tore the house down, taking five and six choruses on each number, playing perhaps as well as he ever did at any time in his life. He wanted to let the world know he was someone to contend with, even in if the musicians were all raving about Louis Armstrong. Part of the show was cut in order to bring the Henderson band on stage to cap Joe's sensational opening. Then the Henderson ensemble swung into Copenhagen and Shanghai Shuffle, everyone in the audience knew that a new trumpet king had been crowned. Great as Joe Smith was, Louis Armstrong had upset the town.
~ Frank Driggs, Liner Notes zu: "Fletcher Henderson - A Study in Frustration", Sony 1994 (3CD-Edition), S. 24.
Louis Armstrong gehörte in New York rasch zu den vielbeschäftigsten Jazzmusikern und war neben Sessions mit Henderson immer öfter auch als Begleiter von Blues-Shouterinnen gefragt. Die erste solche Session fand vermutlich am 16. Oktober 1924 statt und präsentierte Armstrong an der Seite von Ma Rainey, gemeinsam mit Charlie Green (tb), Buster Bailey (cl), Fletcher Henderson (p), Charlie Dixon (bjo) und einem unbekannten Perkussionisten. Armstrong bläst einfühlsame Begleitungen hinter Ma Rainey in "See See Rider Blues", "Jelly Bean Blues" und zwei Takes von "Countin' the Blues", er ist auch mit Dämpfer zu hören, sein Ton ist stark aber sein Spiel lyrisch und nie aufdringlich. Auch Green und Bailey sind als Begleiter zu hören, es ist jedoch Armstrong, dessen kurze Einwürfe einen immer wieder aufhorchen lassen.
Zwischen Oktober und Dezember 1924 brachte es Armstrong auf fast zwanzig Sessions! Sie sind auf CD2 und CD3 des ersten sowie CD2 des zweiten Frémaux-Sets gesammelt. Nach den ersten beiden Henderson-Sessions und der Ma Rainey-Session fand sich Armstrong am 17. Oktober im Studio mit einem alten Bekannten aus New Orleans, Clarence Williams und dessen Blue Five. Es entstand nur ein Stück, der "Texas Moaner Blues", neben Armstrong hören wir tolle Beiträge von Sidney Bechet (cl, ss), Williams spielt Piano und Buddy Christian ist am Banjo zu hören, die typische New Orleans Frontline wird durch Posaunist Charlie Irvis (dem einzigen nicht NO-Musiker der Session und damaligen Duke Ellington Sideman) vervollständigt. Bechet spielt im Ensemble Klarinette, wechselt für sein Solo dann aber aufs Sopransax - grossartig, was Bechet und Armstrong hier bereits bei ihrem ersten Zusammentreffen zustande brachten, sie beide steuern unglaublich expressive Soli bei.
In derselben Session (für Okeh) nahmen die Blue Five zwei Stücke als Begleitband von Virginia Liston auf: "Early in the Morning" und "You've Got the Right Key But the Wrong Keyhole".
Am 30. Oktober stand Fletcher Henderson wieder im Studio, für Vocalion wurden "Words" und "Copenhagen" eingespielt. Ersteres ein recht süssliches Stück mit ein paar schönen Takten von Armstrong, letzteres eine bedeutend lebendigere Sache mit prägendem Armstrong (diese Nummer ist auch auf "A Study in Frustration" zu hören, beide finden sich auf der erwähnten Chronological-CD von Henderson). Mit "Copenhagen" entstand nach "Shanghai Shuffle" die zweite klassische Nummer von Henderson.
http://www.redhotjazz.com/evaclarence.jpg
Eva Taylor (die Ehefrau von Clarence Williams) ruiniert mit ihrem Vibrato-reichen Gesang einigermassen "Of All the Wrongs You Done to Me", das erste Stück der folgende Session, die Clarence Williams' Blue Five am 6. November für Okeh einspielten. Aaron Thompson (tb) und Buster Bailey (ss) spielten an der Stelle von Bechet und Irvis, die Musik ist deutlich zahmer, aber Armstrong steuert wieder ein paar gute Takte bei.
Das zweite Stück ist dann wieder pure Magie: "Everybody Loves My Baby" wurde damals zu einem kleinen Hit. Bailey spielt ein schönes Sopransolo, zwar mit weniger Drive und Emotionen als Bechet, aber sehr flüssig. Taylors Gesang hier ist mehr denn erträglich - und das Stück ist schlicht und einfach gut. Das Highlight folgt am Ende: eins der seltenen Armstrong-Soli mit plunger - eine Kunst, die er noch von King Oliver gelernt hatte.
Eine zweite Version desselben Stückes entstand noch am gleichen Tag mit Josephine Beatty & The Red Onion Jazz Babies. Hinter dem Namen verbergen sich die Blue Five von Williams - aber mit dem Unterschied, dass diese den Platz am Piano für Lil Armstrong räumte, und Beatty ist besser bekannt als Alberta Hunter.
Die Balance bei der zweiten Einspielung von "Shanghai Shuffle" (diesmal für Vocalion) mit Fletcher Henderson and His Orchestra ist zwar bedeutend besser, aber die Musik ist weniger spontan. In der Session vom 7. November wurde auch ein erstes Mal "Naughty Man" eingespielt, ein Original von Don Redman und Charlie Dixon.
Am 8. November wurde vermutlich die zweite Version von "Texas Moaner Blues" eingespielt, von Josephine Beatty, wieder mit den Red Onion Jazz Babies mit Lil am Piano. Ihr Gesang ist rauh und direkt, mit grosser Projektionskraft - man kann sich gut vorstellen, wie sie unverstärkt in einer lärmigen Kneipe den Blues geschriehen hat. Die Musik ist entsprechend nicht sehr subtil.
Die Red Onion Jazz Babies nahmen in derselben Session auch das instrumentale Stück "Of All the Wrongs You've Don to Me" auf. Baileys Sopran hat hier mehr Drive als zuvor, Lil spielt ein schönes unbegleitetes Piano-Solo, aber die Highlights kommen wie üblich von Armstrong, der am Ende eine Art Stop-Time mit der Band spielt, bevor sich das ganze Ensemble wieder einschaltet und das Stück in typischer New Orleans Manier (glänzende Trompete, mäandrierend-nervöse Klarinette, Tailgate-Posaune) beendet. Leider ist die Qualtität der Aufnahme recht schlecht - genau: einmal mehr handelt es sich um eine Gennett-Session.
Am 10. oder 11. November war Armstrong dann wieder mit Fletcher Henderson im Studio. Es entstanden "One of These Days" und "My Dream Man". Wieder ist das ganze rhythmisch steif, Green steuert zwar schöne kurze Soli bei im ersten Titel und die Band ist hübsch arrangiert - aber Armstrong ist der einzige, der aufhorchen lässt. Ähnlich ist es im zweiten Titel der Session. Green spielt im Thema eine wichtige Nummer, die Trompeten sind bei ihren Stakkato-Einwürfen leicht nebeneinander, Hawkins kriegt auch mal ein paar Takte, aber das ganz schleppt sich dahin, gefangen im steifen rhythmischen Korsett.
Etwas besser ist das erste Stück vom 14. November, "The Meanest Kind of Blues" - Louis Armstrong öffnet und spielt später eine Art Dialog mit Green. Sein Spiel ist aber auch das einzige, was hier authentisches Blues-Feeling atmet. Zur zweiten Version von "Naughty Man" schreibt Dan Morgenstern dazu folgendes:
"Naughy Man" offers proof of Louis's natural superiority to his Henderson colleagues. Trombonist Charlie "Big" Green and Coleman Hawkins are the other soloists (Hawkins on C-melody for his first effort, tenor on the second). When Louis comes in for his too-few bars, it is as if sunshine had suddenly broken through the clouds. In every respect - tone, rhythm, melody - he is light years ahead, and perhaps most significantly, he expresses real feeling when he plays.
~ Dan Morgenstern, Music Commentary, "Louis Armstrong: Portrait of the Artist as a Young Man, 1923-1934", Columbia/Legacy & Smithsonian Institution Press, 1994, S. 9f.
Das Stück ist dennoch eins der besseren aus dieser Zeit von Henderson.
Zwischen dem 18. und dem 20. November fand ein weitere Session mit Henderson statt, in der "How Come You Do Me Like You Do?" in drei Takes eingespielt wurde. Der Master davon ist die nächste Nummer, die auch in "A Study in Frustration" auftaucht. Bei Frémeaux sind zudem von den beiden Alternate Takes kurze Auszüge zu hören.
In der Session entstand zudem "Araby", allerdings ohne Solo von Armstrong (es ist auf "1924 Vol. 3" enthalten).
Am 24. oder 25. November entstand eine weitere schöne Version von "Naughy Man" mit tollem Solo von Armstrong eingespielt, die Band swingt hier ganz beachtlich, Kaiser Marshall dreht richtig auf.
Mit Margaret Johnson und Williams' Blue Five nahm Armstrong am 25. November zwei Stücke auf, "Papa, Mama's All Alone Blues" und "Changeable Daddy of Mine". Wieder sind Aaron Thompson (tb) und Buddy Christian (bjo) dabei, Williams selbst spielt Piano, die Band ist eigentlich nur eine "Blue Four".
Auf "Changeable Daddy", das auch in "Portrait of the Artists as a Young Man" zu finden ist, gibt es eine faszinierende Entdeckung zu machen:
... Louis, in commanding charge of the accompaniment from the first note, not only leads a startling double-time feel in the Charleston-beat riffs behind Johnson's re-entry, he then rips off a cascading break that also serves to restore the original tempo. That break, commented on as early as in the 1942 Jazz Record Book, was not identified as what it really is until musicologist Lewis Porter annotated a Smithsonian Collection anthology, Louis Armstrong and Sidney Bechet in New York, in 1981. The sharp-eared Porter spotted the break as the blueprint for perhaps the most famous of all Armstrong solo passages, the opening cadenza to "West End Blues," recorded in June 1928. Was Armstrong carrying this seemingly spontaneous invention in his head for almost four years, until the proper occasion for its reuse arose? Or did he work on it in the intervening time, making use of it in the hundreds, maybe thousands, of solos performed outside the studios? Suffice it to say that this discovery casts new light on the concept of "improvisation."
~ Dan Morgenstern, Music Commentary, "Louis Armstrong: Portrait of the Artist as a Young Man, 1923-1934", Columbia/Legacy & Smithsonian Institution Press, 1994, S. 10.
Mit dieser Session endet Vol. 1 von Frémeaux' "Intégrale Louis Armstrong", die kommenden Sessions finden sich auf "L'Intégrale Louis Armstrong Vol. 2: "Sugar Foot Stomp - 1924-1925"
Am 24./25. November war Fletcher Henderson erneut im Studio. Es entstanden zwei Takes von "Everybody Loves My Baby" - auf dem ersten ist Armstrong nicht nur als wichtigster Solist zu hören sondern am Ende erstmals überhaupt auch kurz als Vokalist zu hören. Dieser Take ist anscheinend zum ersten Mal überhaupt in der ursprünglichen Veröffentlichung von "A Study in Frustration" zu hören gewesen (die Box erschien 1961 zum ersten Mal, als C4L 19). Nach einer instrumentalen Version (die Vocals wurden weder von Henderson noch vom Label goutiert) ist noch ein Take der neuen Version von "Naughty Man" zu hören, die schon am Ende von Vol. 1 der "Intégrale" zu hören war. Der Transfer dieses Takes scheint eine der letzten Arbeiten von John R.T. Davies gewesen zu sein.
Mit den obigen drei Stücken endet "1924 Vol. 3" von den Chronological Jazz Classics.
Am 26. November folgte noch eine Session mit den Red Onion Jazz Babies, erneut mit Aaron Thompson (tb), Buster Bailey (cl), Lil Armstrong (p) und Buddy Christian (bjo). "Terrible Blues" von Clarence Williams ist weniger toll als die vorangegangenen Red Onion und Blue Five Stücke, Bailey wirkt zu Beginn auf der Klarinette ziemlich schwach, Lils Piano ist recht träge und unbeweglich, aber Louis lässt sich nicht irritieren und setzt zu einem langen, tollen Solo an.
Der "Santa Claus Blues" ist bewegter, aber Bailey klingt an der Klarinette zu leise, während das Piano erneut viel zu sehr im Vordergrund steht (übrigens einmal mehr kein Wunder: das ist eine Gennett-Session...)
Die letzte Fletcher Henderson-Session (für Paramount) des Jahres fand Anfang Dezember statt, Armstrong ist nur auf "Mandy, Make Up Your Mind" zu hören, nicht auf dem anderen eingespielten Titel, "Prince of Wails" - sie beide machen den Auftakt zu "1924-1925" von den Chronological Classics.
Über drei Sessions wurden als nächstes mit Maggie Jones vier Titel für Columbia eingespielt. Begleitet wird sie in "Poor House Blues", "Anybody Here Want to Try My Cabbage", "Screamin' the Blues" und "Good Time Flat Blues" nur von Armstrong und Henderson. Jones singt ganz gut. Hendersons Begleitung ist karger als Lil Armstrongs Spiel, klarer artikuliert, ausgespart, sehr schön für eine solche Blues-Session. Armstrong hat viel Raum und entpuppt sich als einfühlsamer Begleiter. Wir hören von ihm einige kurze Solo-Passagen und (in "Try My Cabbage") auch ein paar seltene growls. Dieses Stück und "Good Time Flat Blues" sind auch auf "Portrait of the Artist" vertreten.
Am selben Tag, an dem die dritte Session mit Maggie Jones stattfand, stand Armstrong auch mit Clarence Williams' Blue Five im Studio (wie üblich für Okeh). Dessen Frau Eva Taylor war erneut mit dabei, zudem Charlie Irvis (tb), Sidney Bechet (ss, sarrusophone), Williams selbst am Piano und Buddy Christian (bjo). Zuerst wurde eine weitere Version von "Mandy, Make Up Your Mind" eingespielt, gefolgt von "I'm a Little Blackbird (Looking for a Bluebird)". Bestimmt keine Sternstunde, aber bemerkenswert für Bechets Spiel auf dem Sarrusophone - in diesem Fall wohl sowas wie ein Subkontrabass-Saxophon (mehr zu diesem seltsamen Intrument hier (http://en.wikipedia.org/wiki/Sarrusophone)). Das zweite Stück ist etwas besser, Bechet ist auf dem vertrauten Sopransax zu hören, aber Taylor weiss nicht mehr so zu überzeugen wie auf "Everybody Loves My Baby".
Am 22. Dezember fand die nächste Session der Red Onion Jazz Babies statt, zuerst begleiteten sie Josephine Beatty (besser bekannt als Alberta Hunter) auf zwei Titeln: "Nobody Knows the Way I Feel Dis Mornin'" und "Early Every Morn". Die Band bestand aus Armstrong, Irvis, Bechet, Lil Armstrong und Christian.
Zum Abschluss der Session und zugleich auch als Abschluss dieses Jahres, folgte mit "Cake Walking Babies (From Home)" ein noch einmal eine instrumentale Aufnahme eines tollen Stückes (dessen klassische Version entstand wenig später im Januar 1925, mehr dazu dann im nächsten Post). Damit endet dieses so geschäftige Jahr mit einem kleinen Highlight.
Armstrong hatte es in New York geschafft, hatte sich einen Platz in der unter schwarzen Musikern begehrtesten Band ergattert und war innert Kürze zu deren wichtigstem Solisten geworden, er war gefragt für die diversen Studio-Projekte um Clarence Williams, wie auch als Begleiter für diverse Sängerinnen - keine schlechte Zwischenbilanz für einen 24 Jahre alten, aus ärmsten Verhältnissen stammenden Jungen! Und das war erst der Anfang... im folgenden Jahr ging es ähnlich geschäftig weiter, bis Armstrong im Herbst Henderson Orchester verliess und seine bahnbrechenden Hot Five gründete. Aber dazu dann wohl im übernächsten Post.
gypsy tail wind
10.07.2011, 23:47
Hörproben...
Alberta Hunter: http://www.redhotjazz.com/hunter.html
Maggie Jones: http://www.redhotjazz.com/maggiejones.html
Eva Taylor: http://www.redhotjazz.com/eva.html
Clara Smith: http://www.redhotjazz.com/clarasmith.html
Ma Rainey: http://www.redhotjazz.com/rainey.html
Virginia Liston: http://www.redhotjazz.com/virginialiston.html
und vielen anderen mehr... schöne Seite - nicht mehr ganz heutiger Standard, aber was soll's, sind eh keine Hi-Fi-Aufnahmen und zum Kennenlernen ist das toll!
gypsy tail wind
11.07.2011, 00:07
Zu Lil Hardin kann man auf dieser Website (http://www.jazzhotbigstep.com/296.html) eine mehrteilige Audio-Doku hören.
alexischicke
12.07.2011, 21:57
Danke Gypsy freue mich schon auf Teil3! Ja Lil hardin hat die Karriere von Armstrong voran getrieben.Hab das mal vor Jahren in den Buch von Gary Giddins gelesen.
habe vor paar Wochen dieses Geburtstagskonzert von Armstrong gesehen.
http://www.amazon.co.uk/Good-Evening-Everybody-Louis-Armstrong/dp/B0034C22T8/ref=sr_1_2?s=dvd&ie=UTF8&qid=1310500014&sr=1-2
Louis war da schon recht krank und konnte nicht mehr Trompete spielen.Bobby Hackett übernahm daher die musikalische Leitung.
Wenn jemanden Jazz näher bringen wollte,dann würde ich dieses tolle Konzert zeigen. Bevor Louis auftritt,spielt die "Presevation Hall Jazz Band", schönen altmodischen New Orleans Jazz.Danach spielen diverse Trompeter ein Tribute an Louis! Sogar Dizzy Gillespie.
Der Höhepunkt kommt mit Mahailia Jackson,die mit "Just a closer walk with thee",das Publikum mitreißt. Wem das nicht umhaut,dann kann man demjenigen auch nicht mehr helfen.Es war damals einfach ein herrliche Atmosphäre an diesen lauen Sommerabend in Newport!
Dazu gibt es auf der DVD diverses Bonusmaterial u.a ein Interview mit George Wein.
So das waren jetzt meine zwei Cents,jetzt möchte ich Gypsy hier nicht stören mit seiner Chronologie.
alexischicke
20.07.2011, 11:06
aufgepasst Armstrong Fans!
http://www.amazon.de/Satchmo-Armstrong-Ambassador-Jazz-Box/dp/B0057D87DC/ref=sr_1_2?s=music&ie=UTF8&qid=1311152718&sr=1-2
gypsy tail wind
20.07.2011, 11:33
aufgepasst Armstrong Fans!
http://www.amazon.de/Satchmo-Armstrong-Ambassador-Jazz-Box/dp/B0057D87DC/ref=sr_1_2?s=music&ie=UTF8&qid=1311152718&sr=1-2
Das ist eine kleine Einführungsbox für Leute mit zuviel Geld... wer wirklich Satchmos Musik haben will, der braucht weit mehr als das!
Sieht allerdings schon hübsch aus...
http://store.universal-music.co.uk/restofworld/jazz/louis-armstrong-satchmo-box-set/invt/0600753336557/
Zusätzliche Infos hier:
http://dippermouth.blogspot.com/2011/07/satchmo-louis-armstrong-ambassador-of.html
Die Storyville-Box, von der dort die Rede ist, klingt jedenfalls spannend - dürfte wie die Duke, Ben Webster etc Boxen eine Neuverpackung von bisherigen Releases sein (die ich ausser "At the Hollywood Empire" nicht kenne) - hoffentlich ohne Überschneidungen mit dem "In Scandinavia 1933-1952" 4CD-Set von Storyville (das ich habe, aber noch nicht sehr gut kenne).
alexischicke
20.07.2011, 12:15
Das Buch schaut auch gut aus.
Aber,Aber Gypsy CDS 7-10 sind wohl rare Sachen.Von dem hollywood Bowl konzert von 56 habe ich noch nie was gehört.
alexischicke
20.07.2011, 12:22
Oh je ich vermute es gibt Überscheidungen mit dem Louis Armstrong in Sweden Boxset von Storyville.
CD3 ist saustark auf dem Set,Gypsy!
Bei Bruyninckx sind 113 Seiten mit Louis Armstrong als leader gelistet, seine anderen Aktivitäten mal außer acht lassend. Da sind vielleicht ein paar sessions, die er nicht wirklich geleitet hat (dazu fehlt mir der Durchblick bei ihm). Dazu kommt noch der Platz für die Besetzungen. Aber es bleibt, daß er fürchterlich viel in seinem Leben eingespielt hat. Nicht alles davon war großartig.
Selbst für den beinharten Fan gibt es sicher Überlegungen, da er die Musik der ersten CDs vielleicht irgendwie schon hat. Somit bleiben drei CDs mit Interview und recht raren Sachen. Von denen vielleicht doch schon das eine oder andere auf obskuren Labels veröffentlicht wurde. Das ist dann immer die Frage, was einem wieviel Wert ist, auch wenn die Aufmachung allein schon ein Hit ist.
Für jemanden, der von diesen Sachen noch überhaupt nichts hat und das ändern will, ist es natürlich auch ein großer Wurf.
Ich werde mal in mich gehen.
gypsy tail wind
20.07.2011, 13:04
Was meinst Du jetzt? Überschneidungen zwischen dem "In Scandinavia" Storyville 4CD Set und was? Der Universal-Box? Das ist mir egal, denn letztere kauf ich nicht. Oder hast Du weitere Infos zur kommenden Storyville All Stars 7CD-Box gefunden?
Im 4CD-Set sind ja abgesehen von den ersten Tracks auf CD1 (#1-3: Kopenhagen, 21. Oktober 1933 - gilt anscheinend als die erste Live-Aufnahme überhaupt - und #4-6: Stockholm, 28. Oktober 1933) alles Aufnahmen mit den All Stars (von 1949-1967).
Wäre aber dennoch sehr idiotisch, wenn sie im kommenden Set diese Aufnahmen nochmal herausgeben würden, das Skandinavien-Set erschien ja erst 2007.
Was die Raritäten im Universal 10-Set "Satchmo: Louis Armstrong The Ambassador of Jazz" betrifft: CD1-7 sind ein Schnelldurchgang durch Armstrongs Karriere (wie kommst Du drauf, dass CD3 besonders toll sei? Aufgrund der Tracklist?), auf CD8 ist die Hollywood Bowl Aufnahme zu hören - einiges davon ist schon erschienen, allerdings nur drei der Tracks mit Armstrong (die letzten in der Diskographie hier, die ich von jazzdisco.org geholt habe):
"Hollywood Bowl", Los Angeles, CA, August 15, 1956
Jazz At The Hollywood Bowl
Harry Edison, Roy Eldridge (tp) Illinois Jacquet, Flip Phillips (ts) Oscar Peterson (p) Herb Ellis (g) Ray Brown (b) Buddy Rich (d)
Honeysuckle Rose Verve MGV 8231-2
Jumpin' At The Woodside -
Ballad Medley: I Can't Get Started / If I Had You / I've Got The World On A String -
Oscar Peterson Trio At JATHB
Oscar Peterson (p) Herb Ellis (g) Ray Brown (b)
9:20 Special Verve MGV 8231-2
How About You? -
Art Tatum Solo At JATHB
Art Tatum (p)
Someone To Watch Over Me Verve MGV 8231-2; Pablo PACD 2405-439-2
Begin The Beguine -
Willow Weep For Me Verve MGV 8231-2, VSP 33; Pablo PACD 2405-439-2
Humoresque Verve MGV 8231-2; Pablo PACD 2405-439-2
Ella Fitzgerald At JATHB
Paul Smith (p) Barney Kessel (g) Joe Mondragon (b) Alvin Stoller (d) Ella Fitzgerald (vo)
"Hollywood Bowl", Los Angeles, CA, August 15, 1956
Love For Sale Verve MGV 8231-2
Just One Of Those Things -
Little Girl Blues -
Too Close For Comfort -
I Can't Give You Anything But Love Verve V 10136, MGV 8231-2, V/V6 4063
Air Mail Special Verve V 10136, MGV 8231-2
Ella Fitzgerald - Louis Armstrong At JATHB
Louis Armstrong (tp, vo) Trummy Young (tb) Ed Hall (cl) Billy Kyle (p) Dale Jones (b) Barrett Deems (d) Ella Fitzgerald (vo)
You Won't Be Satisfied Verve MGV 8231-2
Undecided -
Jazz At The Hollywood Bowl
add Harry Edison, Roy Eldridge (tp) Illinois Jacquet, Flip Phillips (ts) Herb Ellis (g) Ray Brown (b)
Finale: When The Saints Go Marching In Verve MGV 8231-2
* Various Artists - Jazz At The Hollywood Bowl (Verve MGV 8231-2)
* Art Tatum - The Art Of Art (Verve VSP 33)
* The Art Tatum Solo Masterpieces, Vol. 8 (Pablo PACD 2405-439-2)
* The Best Of Ella Fitzgerald (Verve V/V6 4063)
* Ella Fitzgerald - I Can't Give You Anything But Love b/w Airmail Special (Verve V 10136)
Die Tatum und Peterson Tracks habe ich, den Rest kenne ich nicht - sieht in der Tat schön aus, ist aber nicht gar so rar, wenn's schon mal erschienen ist.
Dann gibt's ein Interwiew mit Dan Morgenstern (CD9) und eine "CD of unreleased/rare material", die allerdings v.a. aus Alternate Takes zu bestehen scheint (CD10). Das reicht mir auf jeden fall nicht, auch wenn ich CD8-10 natürlich gern mal hören würde.
Was nun Storyville betrifft - die bisherigen All Stars CDs sind:
- Live at Winterdarden, New York & Blue Note, Chicago 1947 (http://www.allmusic.com/album/live-at-winter-garden-new-york--blue-note-chicago-r311101)
- Live At The Hollywood Empire 1949 (http://www.allmusic.com/album/1949-live-at-the-hollywood-empire-r541054)
- In Concert 1954 (http://www.allmusic.com/album/in-concert-1954-r339881)
- Louis Armstrong All Stars (http://www.allmusic.com/album/louis-armstrong-all-stars-r159317) (1962?)
- In Chicago Aug. 1, 1962 (http://www.allmusic.com/album/in-chicago-aug-1-1962-r567613) (gekürzt auch als Masters of Jazz Vol. 1 (http://www.allmusic.com/album/master-of-jazz-vol-1-live-in-chicago-r160856))
Dann gab's noch eine weitere "Masters of Jazz" Compilation (hier (http://www.allmusic.com/album/storyville-louis-armstrong-r845497)) und bei Jazz Unlimited die dreiteilige "New & Revised Musical Autobiography" (Vols. 1-3).
Denke das alles sollte für die angekündigte 7CD-Box reichen, ohne dass dafür auch noch auf die Aufnahmen von "In Scandinavia" (die vier CDs gab's anscheinend auch einzeln) zurückgegriffen werden muss... bzw. es würde gar nicht alles in ein 7CD-Set passen.
Wir werden's wohl im Herbst erfahren...
gypsy tail wind
20.07.2011, 13:13
Für jemanden, der von diesen Sachen noch überhaupt nichts hat und das ändern will, ist es natürlich auch ein großer Wurf.
Ich werde mal in mich gehen.
Nein, ein grossser Wurf wäre eine Box im Stile der Ellington Centennnial Box von RCA gewesen. Ein Schnelldurchlauf auf 7CDs reicht einfach nicht, wenn man sich vor Augen führt, dass schon "Portrait of the Artists as a Young Man" (das übrigens auch ein tolles Booklet mit Texten von Dan Morgenstern enthält) vier CDs umfasst, dabei aber nur die Jahre 1923-1934 umfässt. Auf 7CDs wird schlicht und einfach zuviel Essentielles weggelassen, als dass das eine Definitive Werkschau sein könnte. Das Buch, das Interview und das Konzert von 1956 hätte ich natürlich gerne... vielleicht gibt's ja dereinst ein gutes Angebot, aber momentan ist diese Box definitiv nichts für mich.
Komplette Details (inkl. Aufnahmedaten der Tracks) hier:
http://theseconddisc.com/2011/07/13/hello-louis-massive-10-cd-armstrong-box-coming-from-universal/
alexischicke
20.07.2011, 13:25
Storyville bringt gern zuerst die Aufnahmen einzeln raus dann in einer großen Box, bisschen eigenartig.
Hab von Armstong ja viel.Die Big Band Aufnahmen von 35 bis 46 sind zwar viel,aber nicht alles davon ist gleich gut.Insgesamt gefällt er mir besser in einer kleineren Besetzung.
gypsy tail wind
20.07.2011, 14:33
Storyville bringt gern zuerst die Aufnahmen einzeln raus dann in einer großen Box, bisschen eigenartig.
Das ist eine neue Entwicklung (5-6 Jahre) - unter der Leitung des Gründers Karl-Emil Knudsen (der 2003 verstorben ist), war das noch nicht so, und manche, die ihn kannten, sind der Meinung, er drehe sich im Grab um deswegen.
Für jüngere Fans wie uns sind die Boxen natürlich eine tolle Gelegenheit, jeweils mehrere, oft vergriffene, CDs auf einen Schlag zu kaufen. Allerdings gibt's auch gewisse Überschneidungen, die nervig sind (von Griffin gab's die "In Copenhagen" und dann plötzlich noch die Box, wo die Aufnahmen von "In Copenhagen" auch wieder drin waren... ist mir egal, denn ich hab alle drei CDs einzeln, die DVD hätte ich allerdings schon auch gerne...)
Wir können ja mal einen Storyville-Thread starten!
alexischicke
20.07.2011, 14:52
Hab mich schon paar mal drüber geärgert,dass ist Geldmacherei was diese Burschen da betreiben.
Das Set Armstrong in Sweden habe ich und da sind die letzten beiden CDS besonders gut.
Storyville gibt sich aber echt Mühe die Musik schön aufzubereiten.
gypsy tail wind
20.07.2011, 14:59
Ich ärgere mich insofern wenig, als dass ich von der Tatum-Box nichts besass, von Ellington nur die Longbox mit Fargo (die behalte ich, hat ein tolles Booklet dabei), von Ben Webster kriegte ich eine mal geschenkt, von Konitz/Marsh und hatte ich zwei, aber die Box war bedeutend billiger, als die fehlenden (gebraucht) nachzukaufen... die Blues- und Teddy-Wilson-Boxen hab ich noch nicht, Wilson will ich sicher mal noch. Aber wie gesagt, wir können ja gelegentlich mal einen Storyville-Thread eröffnen. Bis dahin möchte ich mal auf die ausführliche Storyville-Story (http://www.karl-emil-knudsen.dk/S-Story/storyville_story.htm) verweisen.
alexischicke
21.07.2011, 21:56
eigentlich auch eine Geldmacherei von Universal.Für drei CDS sind mir über 100 Euro zuviel.
gypsy tail wind
27.07.2011, 09:23
Frohe Nachrichten betreffend Jazz at Hollywood Bowl hier (http://forum.rollingstone.de/showthread.php?p=2511951#post2511951)!
gypsy tail wind
04.08.2011, 14:22
http://donmarko99.free.fr/Jazz/LouisArmstrong_BillyHoliday1946.jpg
Happy Birthday, Louis! :party:
gypsy tail wind
04.08.2011, 14:31
Ich weiss, Jules :lol:
alexischicke
07.08.2011, 12:51
höre gerade "Satch plays Fats".Die All Stars hatten schon musikalisch einiges drauf, da spürt man die pure Lebensfreude. Armstrong feuert sie alle an.
Was ist eigentlich aus seinem King Oliver Album passiert?
Was ist eigentlich aus seinem King Oliver Album passiert?
Meinst du "Satchmo Plays King Oliver"? Das wurde ganz regulär 1960 auf Audio Fidelity veröffentlicht.
gypsy tail wind
07.08.2011, 15:04
Ich kenne das Album nicht, aber hier sind die Details:
Louis Armstrong and The All Stars
September 30-October 2, 1959, Los Angeles, CA
St. James Infirmary (Primrose, Joe)
St. James Infirmary (alternate) (Primrose, Joe)
Big Butter And Egg Man (Venable, P.; Armstrong, Louis)
Big Butter And Egg Man (alternate) (Armstrong, L.; Venable, P.)
I Ain't Got Nobody (Graham, R.; Williams, S.)
I Ain't Got Nobody (alternate) (Graham, R.; Williams, S.)
Panama Rag (Tyers, William H.; Sigman, Carl)
Panama Rag (alternate) (Tyers, William H.; Sigman, Carl)
Doctor Jazz (Oliver, Joe "King"; Melrose, Walter)
Doctor Jazz (alternate) (Oliver, Joe "King"; Melrose, Walter)
Hot Time In The Old Town Tonight (Metz, T.)
Hot Time In The Old Town Tonight (alternate) (Metz, T.)
Frankie And Johnny (Traditional)
I Ain't Gonna Give Nobody None Of My Jelly Roll (Williams, C.; Williams, S.)
Drop That Sack (Armstrong, Louis; Holley, M.)
Drop That Sack (alternate) (Armstrong, Louis; Holley, M.)
Jelly Roll Blues (Morton, Jelly Roll)
Jelly Roll Blues (alternate) (Morton, Jelly Roll)
Old Kentucky Home (Traditional)
Old Kentucky Home (alternate) (Traditional)
Chimes Blues (Oliver, Joe "King")
Chimes Blues (alternate) (Oliver, Joe "King")
Snake Rag (Oliver, Joe "King")
New Orleans Stomp (Hardin, Lil; Armstrong, Louis)
Armstrong, Louis (Trumpet, Vocal)
Young, Trummy (Trombone)
Hucko, Peanuts (Clarinet)
Kyle, Billy (Piano)
Herbert, Mort (Bass)
Barcelona, Danny (Drums)
The Satchmo Plays King Oliver album. An effort to repeat the success of the earlier tribute albums to W.C. Handy and Fats Waller. The original LP issue on Audio Fidelity has been re-released on Blue Moon 3067. The alternate takes came out on Chiaroscuro CR2002 vinyl release, and are pretty much unavailable on CD. "Snake Rag" and "New Orleans Stomp" were left off the original Audio Fidelity record, and included on the Chiaroscuro collection; they are both included on the Blue Moon CD.
Quelle: http://michaelminn.net/armstrong/index.php?section7
alexischicke
07.08.2011, 16:25
hab mal vor jahren die Gary giddins biographie über Satchmo gelesen.Dieses Album sollte ursprünglich bei Columbia veröffentlicht werden,aber aus vertragstechnischen Gründen hat man es dort nicht veröffentlicht.
Der Manager von Armstrong war auch etwas dubios.
gypsy tail wind
07.08.2011, 16:31
Gemäss wiki (http://en.wikipedia.org/wiki/Louis_Armstrong) war sein langjähriger Manager Joe Glaser "Al Capone's associate" und weiter:
Finally, he hired Joe Glaser as his new manager, a tough mob-connected wheeler-dealer, who began to straighten out his legal mess, his mob troubles, and his debts.
alexischicke
07.08.2011, 16:33
ja denke ich mir, aber nicht unüblich für die damalige Zeit. Alle Nachtclubs waren auch von Gangstern kontrolliert.
alexischicke
14.10.2011, 12:18
hier die von gypsy angekündigte Armstrong Box von Storyville! spannend!
http://www.amazon.de/Armstrong-Box-Bonus-Louis-Longbox/dp/B005OPVHH6/ref=sr_1_6?s=music&ie=UTF8&qid=1318587364&sr=1-6
gypsy tail wind
14.10.2011, 14:47
hier die von gypsy angekündigte Armstrong Box von Storyville! spannend!
http://www.amazon.de/Armstrong-Box-Bonus-Louis-Longbox/dp/B005OPVHH6/ref=sr_1_6?s=music&ie=UTF8&qid=1318587364&sr=1-6
In der Tat... auf der Storyville-Website gibt's bisher noch wenig Infos, aber immerhin schon eine Trackliste (http://www.storyvillerecords.com/default.aspx?tabID=2633&productId=27300&state_2838=2) - 7CD + DVD - nehme an, die ist relativ einfach den anderen Storyville Releases zuzuordnen... muss das am Abend mal genauer anschauen. Bisher hab ich da nur die Hollywood Empire CD mit den All Stars (inkl. Teagarden).
gypsy tail wind
15.10.2011, 00:48
In der Tat... auf der Storyville-Website gibt's bisher noch wenig Infos, aber immerhin schon eine Trackliste (http://www.storyvillerecords.com/default.aspx?tabID=2633&productId=27300&state_2838=2) - 7CD + DVD - nehme an, die ist relativ einfach den anderen Storyville Releases zuzuordnen... muss das am Abend mal genauer anschauen. Bisher hab ich da nur die Hollywood Empire CD mit den All Stars (inkl. Teagarden).
Also, ich versuch's mal - alle Angaben ohne Gewähr:
CD1#1-16: Live at Winter Garden, New York & Blue Note, Chicago (http://allmusic.com/album/live-at-winter-garden-new-york--blue-note-chicago-r311101)
CD1#17-23: erste Hälfe von In Concert, 1954 (http://allmusic.com/album/in-concert-1954-r339881) (auf dem Cover steht nur "Louis Armstrong & His All Stars")
CD2: Live at the Hollywood Empire 1949 (http://allmusic.com/album/1949-live-at-the-hollywood-empire-r541054)
CD3#1-8: zweite Hälfte von In Concert, 1954 (http://allmusic.com/album/in-concert-1954-r339881)
CD3#9-15 (-16?): WNEW Broadcast - August 19, 1954, American Legion Park, Ephrata, PA
CD3#16-20: Copenhagen - October 13, 1955 *
CD3#21-22 / CD4#1-10: ?
CD4#11-19: Louis Armstrong All Stars (http://allmusic.com/album/louis-armstrong-all-stars-r159317)
CD5 / CD6#1-6: ?
CD6#7-21: In Chicago Aug. 1, 1962 (http://allmusic.com/album/in-chicago-aug-1-1962-r567613) (es fehlen #12 und #16!?)
CD7#22-25: ?
DVD: ? - könnte von den Timex All Star Shows (1957/58) kommen?
*) auch im 4CD Set "Louis Armstrong in Scandinavia"
Das mit Chicago 1962 irritiert... es scheint fast, man hat aus Versehen die kürzere Version (Master of Jazz (http://allmusic.com/album/master-of-jazz-vol-1-live-in-chicago-r160856)) erwischt?!
Überhaupt bin ich etwas verwundert... ich dachte stets, von Storyville käme nichts mehr neues, aber hier ist das Puzzle so schwer, dass ich mir momentan nicht vorstellen kann, woher die fehlenden Stücke kommen. Bei Storyville scheinen sie jedenfalls wenigstens im CD-Zeitalter nicht greifbar gewesen zu sein.
alexischicke
16.10.2011, 14:06
hier ein paar mehr infos-hoffentlich nicht soviele überschneidngen mit der Sweden Box.
http://www.discovery-records.com/product-ST70120/Louis-Armstrong/The-Armstrong-Box-7CD-and-DVD-Longbox.htm
gypsy tail wind
16.10.2011, 14:43
Das einzige an neuer Info dort ist folgender Punkt:
In addition to containing many previously unreleased tracks, there is also a DVD capturing some of Armstrong's finest moments from television in the 1950s, including meetings with Dizzy Gillespie, Jack Teagarden and Hoagy Carmichael.
Das würde auch erklären, warum recht viele Lücken bleiben, nachdem die bisherigen Releases in der Box aufgespürt sind. Hoffen wir mal, das stimmt - ich glaub es wäre das erste Mal, dass eine dieser Storyville-Boxen nicht bloss ein Umpacken von bereits veröffentlichtem Material darstellt.
@alex: kannst ja auch mal die Setlisten von der Skandinavien-Box mit derjenigen der neuen Box vergleichen. Abgesehen von der einen (kurzen) Überschneidung konnte ich nichts finden (immer davon ausgehend, dass ganze Sessions übernommen worden wären... bei einzelnen Tracks wäre das eh nicht feststellbar, da immer wieder dieselben Tracks auftauchen).
Ich hab mir übrigens vor ein paar Wochen mal noch Louis and the Good Book gekauft - in der Verve Master Edition mit ein paar Bonustracks (zumeist frühere Gospel-Aufnahmen):
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Q4kJbayqL._SL500_AA240_.jpg
Bin sehr angetan davon... und hab auch noch die Hip-O-Select Doppel-CD Hello Louis! The Hit Years (1963-1969) (http://www.allmusic.com/album/hello-louis-the-hit-years-1963-1969-r1955199) im Auge... die Songs kenn ich zum Teil seit meiner Kindheit (wir hatten so ne üble Billig-Compilation mit "Hello Dolly" und all dem Zeugs) und hätte gerne wieder ein paar dieser Sachen. A propos Hits von Satchmo: wo findet sich eigentlich ursprünglich die auf all diesen Compilations (aber nicht der Hip-O-Doppel-CD) zu findende Version von "C'est si bon"?
alexischicke
16.10.2011, 14:45
moment lässt sich darüber wohl auch keine solide Aussage machen, aber anscheinend gibt es das Set schon. Ja der Preis ist okay.
gypsy tail wind
16.10.2011, 15:13
Das Hip-O-Select Set gibt's übrigens schon seit Juli - ich wollte es hier schon länger mal erwähnen.
http://www.hip-oselect.com/scr.public.product.asp?product_id=748D9A35-5221-46BD-B555-B66C8527CB20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%2 0%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20% 20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20 %20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%20%2 0%20&cat_id=D1A76E84-C7EF-42B5-A176-D09C914BB38D
alexischicke
16.10.2011, 16:05
hab dieses Set die enthält all seine Alben für Kapp Records von 64-69.Das Material ist sehr unterschiedlich.
alexischicke
06.11.2011, 23:43
Mehr infos über die neue Storyville Box hab davon nur zwei Sachen.
http://dippermouth.blogspot.com/
gypsy tail wind
07.11.2011, 01:24
Mehr infos über die neue Storyville Box hab davon nur zwei Sachen.
http://dippermouth.blogspot.com/
Danke! Das füllt dann wohl wenigstens grob die Lücken von meinem Versuch, den Inhalt zu erfassen. Ich hab bloss das 1949er Hollywood Empire Set (eine einzelne Storyville-CD).
Schön zu sehen, dass Storyville sich für einmal die Mühe macht, nicht bloss neu zu verpacken (wie bei fast allen Box-Sets der letzten Jahre) sondern auch noch neues auszugraben!
alexischicke
07.11.2011, 10:31
Ich habe das Kopenhagen Konzert von 67 allerdings nicht komplett und auch das kurze Konzert von 55 nach der Preisverleihung, sind beides aber nur kurze Sachen.
Ich werde mir die Box schon holen.
gypsy tail wind
07.11.2011, 11:07
Ich habe das Kopenhagen Konzert von 67 allerdings nicht komplett und auch das kurze Konzert von 55 nach der Preisverleihung, sind beides aber nur kurze Sachen.
Ich werde mir die Box schon holen.
Das sind die beiden aus der "Louis Armstrong in Scandinavia" Box, ja? Die hab ich dann natürlich auch...
alexischicke
07.11.2011, 16:06
Ja, aber so wie ich das verstanden habe soll das Konzert vom 25 Juli erstmals kompllett sein.
Leider kein gutes Konzert von Satchmo. Das von 55 sind ja nur drei Stücke. Mag diese Boxen sind günstig und gut.
Sollte mir noch die Tatum box mal holen.
alexischicke
26.12.2011, 09:21
Hab jetzt das Scandinavia Set erhalten.Ja es ist sehr schön gemacht, jede CD wird vom Richard Riccardi genau kommentiert.
Die Band um Teagarden-Hines(wohl die beste All Star Band) wird hier gut dokomentiert.
Auch mit der Scandinavia Box gibt es nur wenig Überschneidungen, das 67 er Konzert wurde z.B um mehere Stücke erweitert und auch das 55er Radiokonzert wurde auch um paar Stücke erweitert.
Ansonsten stimmt das Preisverhältnis als Zugabe gibt es noch eine kleine DVD mit paar netten Armstrong Show Auftritten.
alexischicke
27.12.2011, 19:25
Leider ist das 62 Nice Konzert in schlechter Qualität auf der Box.Eine besseres Boot.
Schön das war auch das 67er Konzert komplett haben, aber leider war Louis an dem Abend sehr schwach drauf und konnte nach einer OP kaum noch spielen.
Aus der Phase habe ich fast keine Konzerte der All Stars.
alexischicke
28.12.2011, 23:56
mögt ihr diese späte Phase von Louis oder ist die Musik für euch langweillig?
gypsy tail wind
13.04.2012, 17:47
Jewel Brown mit den All Stars: Jerry (http://www.youtube.com/watch?v=PLgnGQwFAnQ) (Goodyear Jazz Concert, ausgestrahlt am 2. April 1962)
Tolles Stück! Hab von Jewel Brown noch nie was gehört.
Diese Session von 1962 ist in der Storyville-Box zu finden, die ich seit ein paar Tagen habe und grad am Anhören bin.
gypsy tail wind
13.04.2012, 18:35
Also, ich versuch's mal - alle Angaben ohne Gewähr: ...
http://image.allmusic.com/00/amg/cov200/drq700/q723/q72359tvm8u.jpg
Da ich die Box inzwischen besitze (amazon.it bietet sie - wie auch die Wilson-Box - zu einem sehr guten Preis an), hier die korrigierten Angaben
CD1
#1-8: NBC Broadcast - Winter Garden, NYC - June 19, 1947
#9-16: Broadcast - Blue Note, Chicago, IL - December 11, 1948
beide zuvor auf: Live at Winter Garden, New York & Blue Note, Chicago (http://allmusic.com/album/live-at-winter-garden-new-york--blue-note-chicago-r311101)
#17-21: Down Beat Club, San Francisco, CA - December 31, 1954
#22-23: prob. Broadcast - Club Hangover, San Francisco, CA - January 10-16, 1954
beide zuvor auf In Concert, 1954 (http://allmusic.com/album/in-concert-1954-r339881) (auf dem Cover steht nur "Louis Armstrong & His All Stars") (Rest der CD s.u.)
CD2: Hollywood Empire, Hollywood, CA - late March 1949
Auf: Live at the Hollywood Empire 1949 (http://allmusic.com/album/1949-live-at-the-hollywood-empire-r541054)
CD3
#1-8: Club Hangover, San Francisco, CA - January 16, 1954
zuvor auf: In Concert, 1954 (http://allmusic.com/album/in-concert-1954-r339881) (Rest der CD s.o.)
#9-16: WNEW Broadcast - American Legion Park, Ephrata, PA - August 19, 1954
#17-22: Broadcast, University of Copenhagen - October 13, 1955
teilweise zuvor auf: In Scandinavia Vol. 3 (http://allmusic.com/album/in-scandinavia-vol-3-r805697) (das 4CD Set "Louis Armstrong in Scandinavia" enthält zwei Stücke weniger als in "The Armstrong Box" zu hören sind: "My Bucket's Got a Hole in It" und "Stompin' at the Savoy", #20 & #21 auf CD3)
CD4
#1-7: CBS Broadcast - Basin Street, NYC - June 23, 1956
#8-10: NBC "Monitor" Broadcast - Basin Street, NYC - June 25 or 26, 1956
#11-19: Goodyear Jazz Concert (Film Soundtrack, Pathe Studio, NYC - April 2, 1962)
zuvor auf: Louis Armstrong All Stars (http://allmusic.com/album/louis-armstrong-all-stars-r159317)
CD5: France 1 Broadcast - Nice - May 17, 1962 (ctd. on CD6)
CD6
#1-6: France 1 Broadcast - Nice - May 17, 1962 (ctd. from CD5)
#7-21: Concert - Chicago, IL - August 1, 1962
zuvor auf: In Chicago Aug. 1, 1962 (http://allmusic.com/album/in-chicago-aug-1-1962-r567613) (es fehlen in "The Armstrong Box" zwei Titel der älteren CD, #12 und #16, "High Society Calypso" und "Undecided", was v.a. im Flla des letzteren schade ist, da Raum genug gewesen wäre auf der CD! Eine kürzere Version - 2:49 statt 5:00 - des "High Society Calypso" ist aus Nizza auf CD5 der Box zu hören)
CD7: Concert - Odd Fellow Palaet, Copenhagen - July 25, 1967
zuvor auszugsweise (ca. 24 vs. ca. 70 Minuten) auf In Scandinavia Vol. 4 (http://allmusic.com/album/in-scandinavia-r1078267)
DVD: Timex All Star Shows
#1-3 & 6-7: April 30, 1958
#4-5 & 8: November 19, 1958
#9-11: January 7, 1959
Die älteren Anmerkungen kann ich eigentlich (leicht ergänzt) stehen lassen:
Das mit Chicago 1962 irritiert... es scheint fast, man hat aus Versehen die kürzere Version (Master of Jazz (http://allmusic.com/album/master-of-jazz-vol-1-live-in-chicago-r160856)) erwischt?!
Hier wäre nicht ganz genug Platz gewesen, bzw. man hätte bei CD2-4 etwas anders machen müssen, die sind alle etwas kürzer, aber auch alle über 70 Minuten lang.
Überhaupt bin ich etwas verwundert... ich dachte stets, von Storyville käme nichts mehr neues, aber hier ist das Puzzle so schwer, dass ich mir momentan nicht vorstellen kann, woher die fehlenden Stücke kommen. Bei Storyville scheinen sie jedenfalls wenigstens im CD-Zeitalter nicht greifbar gewesen zu sein.
Das habe ich nicht nochmal überprüft - es sind derart viele Armstrong-CDs erschienen, dass ich überhaupt keinen Überblick habe...
Zum musikalischen kann ich soweit sagen, dass CD2 exzellent ist und für mich wohl immer noch das Highlight darstellt (ich kannte die Session schon, besass hier die ältere Storyville-CD). Die Qualität des Konzerts aus Nizza ist leider ziemlich muddy - aber toll ist es trotzdem, weil's das einzige (fast) vollständige All Stars-Set der Box darstellt und die Musik gut ist.
Der Abschluss aus Kopenhagen scheint ja leider ziemlich traurig zu sein - Armstrong musste sich 1965 viele Zähne ersetzen lassen, ein paar Monate pausieren, und hat danach gewisse Parade-Nummern nicht mehr spielen können und seinen Ansatz nur einigermassen wieder gewonnen. An manchen Abenden lief nicht mehr sonderlich viel, und es scheint, dass der 25. Juli 1967 in Kopenhagen einer der schlechten Abende war (insofern war es wohl nett, im Skandinavien-Set - die vier CDs sind alle auch einzeln erschienen - nur einige Tracks daraus zu präsentieren).
Im Fazit scheint mir die Box nur für richtig grosse Fans und Sammler wichtig zu sein. Auch wenn sie das löbliche Anliegen unternimmt, die gerne schlecht gemachten All Stars-Jahre von Armstrong zu rehabilitieren und dies auch ganz gut tut... es gibt andere Aufnahmen jener Zeit, die wichtiger und besser sind (v.a. "Louis Armstrong Plays W.C. Handy", aber auch etwa das Treffen mit Duke Ellington) und das beste Set aus der Box, jenes von 1949 aus Hollywood mit Jack Teagarden, Earl Hines und Big Sid Catlett - als die All Stars ihrem Namen noch gerecht wurden - scheint auch einzeln noch zu finden zu sein.
katharsis
13.04.2012, 19:37
Mag vielleicht eine dumme Frage sein, aber gibt es von Armstrong auch Modern Jazz-Small group sessions, oder etwas ähnliches?
gypsy tail wind
13.04.2012, 19:53
Modern Jazz nicht, nein. Auf der DVD in der Storyville-Box gibt's ein Stück, bei dem er mit Dizzys Band (Les Spann, Junior Mance) spielt - hab ich noch nicht angeschaut.
Ansonsten würd ich den Great Summit mit Ellington (und den All Stars) empfehlen, das geht wohl am ehesten in diese Richtung und hat einen ganz besonderen Touch. ("Azalea" ist eins der berührendsten Musikstücke, die ich überhaupt kenne!)
Modern Jazz nicht, nein. Auf der DVD in der Storyville-Box gibt's ein Stück, bei dem er mit Dizzys Band (Les Spann, Junior Mance) spielt - hab ich noch nicht angeschaut.
Ansonsten würd ich den Great Summit mit Ellington (und den All Stars) empfehlen, das geht wohl am ehesten in diese Richtung und hat einen ganz besonderen Touch. ("Azalea" ist eins der berührendsten Musikstücke, die ich überhaupt kenne!)
Welche von den Ellington-Armstrong-Alben sind denn zu empfehlen?
gypsy tail wind
14.04.2012, 00:05
Noch eine Ergänzung zur Storyville-Box und dem unvollständig enthaltenen Chicago-Konzert vom 1. August 1962 - Im Booklet steht am Ende zu den Kommentaren zu CD5 & CD6:
We've already heard three selections from this show on disc four and we're going to round out disc six with 15 more performances from that evening.
Da ging offensichtlich etwas schief, entweder bei der Produktion des ganzen Sets, oder aber beim Korrekturlesen des Booklets.
Weiter oben gibt's einen Satz, bei dem das Verb fehlt... also wohl eher letzteres und die drei Tracks waren nicht mehr Teil des fertigen Sets. CD4 dauert sowieso schon 73:44 - da wäre nur für kurze Tracks Raum gewesen, was allerdings gut möglich wäre, wenn einer davon nur das Thema "When It's Sleepy Time Down South" gewesen wäre... CD3 ist allerdings mit 71:15 noch etwas kürzer.
Schade, aber ich glaub diese Art von Fehler/Unklarheit/Unterlassung ist ziemlich typisch für das derzeitige Vorgehen bei Storyville... einfach mal Dinge zusammenpampen, die langjährigen Sammler vor den Kopf stossen, hoffen, dass genügend Interesse besteht... (beim Boswell-Set ging anscheinend noch viel mehr schief, das scheint absolut unterirdisch zu klinge - sonst würd ichs's sofort kaufen!)
Und die jüngeren Sets (Wilson und Armstrong) werden auch in China hergestellt und fühlen sich etwas schmuddelig/schmutzig an (während die Pappe so dick ist, dass das Booklet förmlich reingeklemmt werden muss und man den Deckel fast nicht aufbringt... bei den früheren Sets - Duke, Webster, Tatum - ist's dafür so, dass die Boxen fast von selbst auffallen, wenn sie nicht zwischen anderen Dingen eingeklemmt sind, und die in der oberen Auslassung zu versorgenden CDs in der geschlossenen Box nach unten rutschen).
* * * * * * *
OOPS - EDIT
Grad hier (http://dippermouth.blogspot.com/2011/11/armstrong-box.html) nochmal nachgelesen, was Ricky Riccardi, von dem die Liners der Storyville-Box stammen, schreibt... und siehe da, die Angaben vorne im Booklet stimmen nicht mit seinen Angaben anderswo überein. Bei den Kommentaren zu CD4 heisst es denn auch:
In between "Jerry" and "The Saints", we get three live performances that serve as a sneak peak of an All Stars concert from Chicago on August 1, 1962 that we will hear more from on disc six.
Allerdings ist mir nach wie vor unklar, was mit "High Society Calypso" und "Undecided" genau los ist. Mal schauen, ob man den Herrn Riccardi erreichen kann.
Und dass der aktuelle Wissenstand für die Diskographie vorn im Booklet nicht berücksichtigt wurde, ist wirklich dämlich.
Ich zitiere Riccardi hier ausführlicher:
There's a few discographical errors; Storyville has been saying for decades that the--live, mind you--versions of "Yellow Dog Blues" and "New Orleans Function" heard on disc four are from the same studio session as the Goodyear film, but they're not, they're clearly from the 1962 Chicago concert. The pianist from the 1954 San Francisco stuff is listed as "Unknown" but it's Billy Kyle, having just joined the band and not playing any of his set stuff yet. And don't let your eyes fool you when you see 26 selections listed for disc 7, then pop in the disc to only find 25; a numbering error on the back of the box skips the number 12 (it's correct in the booklet).
And though I'm proud of my notes, I will issue a little warn that that there are some typos and missed words throughout--not a surprise if you're used to my Norman Granz-style of blogging (one take and that's all, boys). I wasn't sure of how much to write so, typically, I wrote a mountain-load and didn't really proof it, sending it in to Storyville just to see if I was on the right track, fully expecting to edit it some more. But they thought it was fine and ran it as is without checking it over so I've seen some little mistakes and missed words that have made me cringe. A lesson learned for the future but I hope it doesn't spoil anyone's enjoyment of the notes.
Also, I did NOT do the track selection for this one; the box was formed and presented to me to write the notes on. Thus, there's a gap from 1956 to 1962 that I didn't quite agree with because Storyville owns so much material by the 1959 Peanuts Hucko-Trummy-Kyle-Mort Herbert-Danny Barcelona band and they could have easily cut out some of the 1962 stuff (which is a bit repetitive) to showcase that missing edition.
But then again, Storyville already put out one Louis-related box a few years ago, "Louis Armstrong in Scandinavia," which I have promoted on this blog almost from day one. That one was lovingly compiled by the late Gösta Hägglöf and features more great All Stars material from 1952 (the Bob McCracken edition, also not in "The Armstrong Box), 1955 and 1959. That box is also essential to understanding and appreciating the All Stars and can also be purchased very inexpensively from Amazon:
Louis Armstrong in Scandinavia (http://www.amazon.com/Scandinavia-Louis-Armstrong/dp/B000QTCXDC/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1320491414&sr=8-1)
So "The Armstrong Box" is a wonderful set and you'll get to hear Pops through the years blowing like hell with a variety of musicians on a variety of songs (and the DVD is essential because sometimes you need to SEE Louis to really get the complete picture). This box, coupled with "Louis Armstrong in Scandinavia," is the ultimate way to experience the history of the All Stars and both can be picked up for a total of less than $100. What are you waiting for? Grab these wonderful sets and thank Storyville for doing so much to keep the music of Louis Armstrong's later years alive and well!
gypsy tail wind
14.04.2012, 00:20
Welche von den Ellington-Armstrong-Alben sind denn zu empfehlen?
Auf CD am besten The Great Summit/Master Takes (http://www.amazon.de/The-Great-Summit-Master-Takes/dp/B00005614N/). Es gibt auch eine 2CD-Ausgabe (http://www.amazon.de/The-Great-Summit-Louis-Armstrong/dp/B00004TVV1/), wobei ich die Outtakes und Rehearsals auf CD2 faszinierend finde, aber am Ende doch recht selten höre.
Die Original-LPs waren:
Louis Armstrong & Duke Ellington (http://www.discogs.com/Louis-Armstrong-Duke-Ellington-Recording-Together-For-The-First-Time/release/3498792) (Roulette R(S)52074)
The Big Reunion (http://www.discogs.com/Duke-Ellington-Louis-Armstrong-The-Great-Reunion/release/3498776) (Roulette R(S)52103)
Die dürften nicht ganz leicht zu finden sein, befürchte ich.
Abgesehen von diesen zwei Alben, die am 3. April 1961 entstanden, und bei denen Ellington den Platz von Billy Kyle in den All Stars einnimmt (Trummy Young, Barney Bigard, Mort Herbert und Danny Barcelona sind die anderen), gab's keine grössere Zusammenarbeit von Ellington und Armstrong. Letzterer taucht auf Ellingtons "Paris Blues" auf (kenne ich noch nicht) und dann gibt's ein paar vereinzelte Live-Stücke, die vermutlich nicht ganz einfach zu finden sein dürften.
alexischicke
14.04.2012, 00:25
Finde es unverschämt dass sie ein Konzert in Bootleg Qualität veröffentlicht das von 62er Nizza.Schade, dass ist nämlich einer der besseren All-Star Konzerte aus der Zeit.
Auch die Band um Trummy Young und Edmund Hall war eine sehr gute, das waren sicher keine schlechten Musiker. Billy Kyle passt auch gut dazu.
Wieviel Feuer in dieser Band steckt zeigen ja die Scandinavia Aufnahmen, das ist z.B eine 8 minütige Version von Tiger Rag und ein mitreißendes New Orleans Medley.
Das 67 Konzert gehört halt auch dazu, zeigt leider den Abstieg eines großen Stars.
@gypsy: danke! Ich frage, weil ich vor Uhrzeiten mal einen Track gehört von Ellingston/Armstrong habe: sehr reduziert, wenn ich mich richtig erinnere nur die beiden.
@gypsy:
Kannst/magst du was über "Louis And The Good Book" sagen?
Ich gebe da ja nicht viel drauf, aber die Amazon-Kunden überschlagen sich da ja geradezu vor Begeisterung. Scheint sich wohl um Gospel zu handeln, oder?
gypsy tail wind
14.04.2012, 01:01
Finde es unverschämt dass sie ein Konzert in Bootleg Qualität veröffentlicht das von 62er Nizza.Schade, dass ist nämlich einer der besseren All-Star Konzerte aus der Zeit.
Unverschämt ist das natürlich nicht, bloss etwas schade, dass man sich nicht bei der INA um eine bessere Version bemüht hat. Riccardi schreibt ja (siehe meinen eben ergänzten langen Edit zu Post #56 (http://forum.rollingstone.de/showpost.php?p=2694089&postcount=56), die Box sei ihm fix-fertig vorgelegt worden... man hat wohl - dies die derzeit gängige Praxis bei den Storyville-Nachlassverwaltern, einfach die früheren Releases geplündert, und - in dieser Box - noch einiges neues beigegeben, was man wohl schon im Archiv hatte.
Vielleicht gab's allerdings auch keine besser Quelle und man hielt die Aufnahme - durchaus zu Recht! - für wichtig genug. Allerings habe ich auch meine Zweifel, dass sie gar so dumpf klingen muss, da hilft wohl bereits etwas am Treble-Knopf drehen weiter!
@gypsy: danke! Ich frage, weil ich vor Uhrzeiten mal einen Track gehört von Ellingston/Armstrong habe: sehr reduziert, wenn ich mich richtig erinnere nur die beiden.
Das muss fast von dieser 1961er Session stammen, hab grad nochmal genauer nachgeschaut.
17. Januar 1945 - "Things Ain't What They Used to Be" (auf der LP FDC (It)1009): "Duke Ellington was playing at the Philarmonic Auditorium, Los Angeles, Louis Armstrong was in New Orleans and Benny Goodman in New York!"
14. Dezember 1960, Paris - "Battle Royal" und "Wild Man Moore" mit Armstrong
(LP "Paris Blues", United Artists UAL 4092 / UAS 5092), Armstrong wurde (wie andere Gäste) im Overdub-Verfahren am Tag drauf aufgenommen
3. & 4. April 1961, New York - Roulette Sessions
17. Dezember 1961, TV Show, New York - "Duke's Place" und "In a Mellowtone" sowie das unveröffentlicht gebliebene "Nobody Knows the Trouble I've Seen" werden mit Elllington und den All Stars aufgenommen (LP Pumpkin 109, wie die FDC irgendein Boot)
Die Roulette-Sessions sind also wirklich fast alles, was die beiden zusammen gemacht haben.
@gypsy:
Kannst/magst du was über "Louis And The Good Book" sagen?
Ich gebe da ja nicht viel drauf, aber die Amazon-Kunden überschlagen sich da ja geradezu vor Begeisterung. Scheint sich wohl um Gospel zu handeln, oder?
Wenn Dir meine Freude reicht, Post #39 (http://forum.rollingstone.de/showpost.php?p=2567091&postcount=39) - in der Tat ein Gospel-Album, aber manches gerät in Louis' Maul ziemlich profan ;-)
Die hör ich mir nachher gleich noch an!
gypsy tail wind
14.04.2012, 01:06
Ok, danke!
Ich vergass zu erwähnen, dass die Sachen von 1945 und 1960 mit Ellingtons ganzer Band eingespielt wurden. Wenn Du Dich an etwas reduziertes erinnerst, sollten es erst recht die Roulette-Aufnahmen sein.
Wenn Dir meine Freude reicht, Post #39 (http://forum.rollingstone.de/showpost.php?p=2567091&postcount=39) - in der Tat ein Gospel-Album, aber manches gerät in Louis' Maul ziemlich profan ;-)
Die hör ich mir nachher gleich noch an!
Alles klar.
Ich habe dir ja gesagt, ich arbeite mich im Thread langsam vor und auf Seite 1 wird man ja schon mit Infos zugeschüttet. Bis #39 bin ich noch nicht vorgedrungen...;-)
Hermes ist übrigens schon mit meiner Ella/Louis-Box unterwegs. Habe gerade vorhin eine mail bekommen. Könnte also spätestens am Montag hier eintreffen! :-)
gypsy tail wind
14.04.2012, 01:13
Hermes ist übrigens schon mit meiner Ella/Louis-Box unterwegs. Habe gerade vorhin eine mail bekommen. Könnte also spätestens am Montag hier eintreffen! :-)
Wer sich Hermes schimpft, sollte allerdings geflügelt und innert Stunden liefern, zu jeder Tages- und Nachtzeit und unabhängig davon, wo Du Dich gerade aufhältst! (Solange er beim Kreisen über unseren Köpfen, kein Swiss Krizzly zu sich nimmt zumal ;-))
alexischicke
14.04.2012, 08:47
Kann es nicht sein das Armstrong und Ellington an einer Metronome All Star Session so um 1946 teilgenommen haben?
gypsy tail wind
14.04.2012, 10:58
Kann es nicht sein das Armstrong und Ellington an einer Metronome All Star Session so um 1946 teilgenommen haben?
Daran hab ich gar nicht gedacht... 1946 stimmt, aber es waren die Esquire All American Award Winners, die am 10. Januar 1946 für RCA Victor die Stücke "Long Long Journey" und "Snafu" einspielten (mit Charlie Shavers bzw. Neal Hefti, Jimmy Hamilton, Johnny Hodges, Don Byas, Billy Strayhorn, Remo Palmieri, Chubby Jackson, Sonny Greer).
Ich vergass zu erwähnen, dass die Sachen von 1945 und 1960 mit Ellingtons ganzer Band eingespielt wurden. Wenn Du Dich an etwas reduziertes erinnerst, sollten es erst recht die Roulette-Aufnahmen sein.
Das wären dann auf Vinyl die zwei:
[...]
Die Original-LPs waren:
Louis Armstrong & Duke Ellington (http://www.discogs.com/Louis-Armstrong-Duke-Ellington-Recording-Together-For-The-First-Time/release/3498792) (Roulette R(S)52074)
The Big Reunion (http://www.discogs.com/Duke-Ellington-Louis-Armstrong-The-Great-Reunion/release/3498776) (Roulette R(S)52103)
Die dürften nicht ganz leicht zu finden sein, befürchte ich.
[...]
In der Tat (zumindest zu bezahlbaren Preisen - ich weiß, relativ).
gypsy tail wind
14.04.2012, 11:18
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Q4kJbayqL._SL500_AA240_.jpg
Um nochmal kurz auf Zappas Nachfrage zurückkzukommen und weil die Scheibe nach gestern Nacht jetzt schon wieder läuft... es ist ein eigenartiges Ding, irgendwo zwischen MOR, Pop, Gospel, ein paar Prisen Jazz dazu... für Decca 1958 aufgenommen, 2001 in der vorbildlichen Verve Master Edition neu auf CD erschienen.
Auf dem Cover steht "Louis Armstrong with the Sy Oliver Choir and The All Stars". Der Chor ist in der Tat immer präsent, die All Stars dagegen um so weniger. Billy Kyle und Trummy Young sowie die Rhythmusgruppe (Mort Herbert und Barrett Deems) spielen zwar auf allen drei Sessions mit, auf der zweiten ist auch Edmond Hall dabei, aber zu hören sind sie kaum... Dave McRae und Hank d'Amico sind die Klarinettisten der ersten bzw. dritten Session, zudem spielen George Barnes auf der ersten und Everett Barksdale auf den beiden anderen Sessions Rhythmusgitarre und ein gewisser Nickie Tragg spielt auf allen eine altmodische aber zurückhaltende Orgel.
Das ganze ist wohl das perfekte Gospel-Alben für Heiden, Atheisten und andere seltsame Leute wie mich... ein paar Passagen aus Krin Gabbards Liner Notes für den 2001-Reissue:
Although the musical (...) selections all have roots in the uniquely American traditions of spirituals and gospe music, Armstrong does not always approach the material with extreme reverence. This collection may lead you to ask: Just how religious was he?
Late in life, when asked about his religion, Armstrong would say that he was raised a Baptist, always wore a Star of David around his neck, and was friends with the Pope. He could have added that he was baptized a Catholic, but he was probably not aware that he had received this sacrament, just as he was probably not aware that he had been born on August 4, 1901 rather than July 4, 1900. We know the facts now only because jazz researcher Tad Jones found Armstrong's actual baptismal certificate at the Sacred Heart of Jesus Church on Lopez Street in New Orleans several years after Armstrong's death. Armstrong's mother, Mary Albert (better known as Mayann), was umarried and no more than sixteen years old when her only son was born, so she may have had good reason not to recall the exact circumstances of his birth.
It was probably Armstrong's paternal grandmother, a Catholic, who took him to the Sacred Heart of Jesus Church to be christened. Armstrong was correct, however, when he said that his mother was a Baptist. In spite the fact - or because of the fact - that she was also a prostitute, she took young Louis to church on a few occasions, but it's also likely that the boy wandered into services on his own a few times, perhaps to hear the music. For all practical purposes, however, Armstrong had little formal instruction in Christianity.
Armstrong wore a Star of David to remember the family of Russian Jews on whose coal wagon he had worked as a child. With the help of six-year-old Armstrong, Morris Karnofsky sold coal on the streets of New Orleanas (...) The Karnofskys even let Armstrong money to buy his first cornet.
(...)
As for popes, Armstrong met at least tow, Pius XII and Paul IV, during his years of world travel. He enjoyed telling friends of his meeting with a pope who asked if he and his wife had any children. "No, but we're still wailing," he claimed to have said. The story may be apocryphal, especially in the light of several photographs that show Armstrong with an awe-struck expression in the company of a pope. But there is also a picture of Armstrong with Paul IV in Gary Giddins's book Satchmo in which the trumpeter wears a more mischievous expression and seems entirely capable of sharing a bit of his ribald wit with the Pontiff.
Armstrong's statement about a Baptist mother, the Star of David, and a friendship with the Pope is best understood as a religious disclaimer. But even if he had no serious investment in organized religion, Armstrong was capable of real spirituality, as many of the selections here make clear.
Wer sich Hermes schimpft, sollte allerdings geflügelt und innert Stunden liefern, zu jeder Tages- und Nachtzeit und unabhängig davon, wo Du Dich gerade aufhältst! (Solange er beim Kreisen über unseren Köpfen, kein Swiss Krizzly zu sich nimmt zumal ;-))
Naja, die Krise ist an den griechischen Göttern auch nicht spurlos vorbeigegangen, wer weiß, was die so treiben...;-)
Aber ich habe gerade erfahren, dass Hermes momentan zwischen Potsdam und München unterwegs ist. Vielleicht schafft's der alte Knabe ja bis Montag.
Gestern Nacht noch mal das "Hollywood Bowl Konzert" gehört. Begeistert mich immer mehr. Ach, einfach zum Niederknien!
gypsy tail wind
14.04.2012, 11:24
Das wären dann auf Vinyl die zwei:
...
In der Tat (zumindest zu bezahlbaren Preisen - ich weiß, relativ).
Genau!
Ich hab sie in all den Jahren beide nie gesehen - und die paar Preise bei Discogs (ich hab allerdings auch nur kurz nachgesehen) sind ziemlich hoch.
Die bieden Esquire All Stars-Tracks gibt's auf einem tollen 2CD-Set von Frémeaux (http://www.fremeaux.com/index.php?option=com_virtuemart&page=shop.product_details&flypage=shop.flypage&product_id=771&Itemid=13), mit dickem Booklet.
dying-stereo
14.04.2012, 11:24
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Q4kJbayqL._SL500_AA240_.jpg
Auf dem Cover steht "Louis Armstrong with the Sy Oliver Choir and The All Stars". Der Chor ist in der Tat immer präsent, die All Stars dagegen um so weniger. Billy Kyle und Trummy Young sowie die Rhythmusgruppe (Mort Herbert und Barrett Deems) spielen zwar auf allen drei Sessions mit, auf der zweiten ist auch Edmond Hall dabei, aber zu hören sind sie kaum... Dave McRae und Hank d'Amico sind die Klarinettisten der ersten bzw. dritten Session, zudem spielen George Barnes auf der ersten und Everett Barksdale auf den beiden anderen Sessions Rhythmusgitarre und ein gewisser Nickie Tragg spielt auf allen eine altmodische aber zurückhaltende Orgel.
Das ganze ist wohl das perfekte Gospel-Alben für Heiden, Atheisten und andere seltsame Leute wie mich... ein paar Passagen aus Krin Gabbards Liner Notes für den 2001-Reissue:
Das ist eine der ganz wenigen Lp's die ich von vorne bis hinten höre.All Killer-no filler!
gypsy tail wind
14.04.2012, 11:25
Gestern Nacht noch mal das "Hollywood Bowl Konzert" gehört. Begeistert mich immer mehr. Ach, einfach zum Niederknien!
http://image.allmusic.com/00/amg/cov200/drq300/q341/q34140x64oz.jpg
;-)
http://image.allmusic.com/00/amg/cov200/drq300/q341/q34140x64oz.jpg
;-)
Ja ja...:lol:
gypsy tail wind
14.04.2012, 11:41
Ich vergass vorhin das hier anzuhängen:
http://i1154.photobucket.com/albums/p532/ubu-roi/LionelHampton-PopePaulVI-LouisArmstrong.jpg
v.l.: Lionel Hampton, Papst Paul IV, Louis Armstrong
(Jahr unbekannt, hab's grad im Netz gefunden)
v.l.: Lionel Hampton, Papst Paul IV, Louis Armstrong
(Jahr unbekannt, hab's grad im Netz gefunden)
Paul VI... Paul IV wär' dann doch ein bisschen zu lange her.
War auf jeden Fall nach 63, quasi mein 2. Papst. Himmel bin ich alt...;-)
gypsy tail wind
14.04.2012, 12:02
Paul VI... Paul IV wär' dann doch ein bisschen zu lange her.
War auf jeden Fall nach 63, quasi mein 2. Papst. Himmel bin ich alt...;-)
Sorry, kenn mich da nicht aus... im Namen des Herrn, äh Photos, stimmt die Nummerierung. Mit Dir ist's ja einfacher, Du bist der erste nach dem richtigen :-)
alexischicke
14.04.2012, 12:10
Gypsy,
er Earl Hines war ein sehr guter Pianist, hat aber meiner Meinung zu den All-Stars nicht gut gepasst.Billy Kyle war da der bessere Begleiter konnte flott und schnell spielen.
Armstrong hat sich in dem Format wohl gefühlt mit seiner Big Band war er glaub ich nicht so glücklich.
Hab von den All Stars auch ein sehr schönes Konzert von Berlin 1965.
Sorry, kenn mich da nicht aus... im Namen des Herrn, äh Photos, stimmt die Nummerierung. Mit Dir ist's ja einfacher, Du bist der erste nach dem richtigen :-)
:-)
gypsy tail wind
14.04.2012, 15:28
Die beiden Esquire-Tracks sind übrigens auch im RCA-Set zu finden:
http://image.allmusic.com/00/amg/cov200/dre900/e958/e95884ob6df.jpg
(Ich hab die 1997er Version mit dem schwarzen Cover (http://ecx.images-amazon.com/images/I/41TBKQSXNBL._SL500_AA300_.jpg).)
Kyle ist bestimmt ein guter Pianist, aber er hatte halt - wie alle All Stars, Satchmo inklusive - seine Manierismen... die frühen All Stars mit Teagarden und Hines sind noch nicht so routiniert, entsprechend auch nicht so perfekt aufeinander abgestimmt, aber ich finde musikalisch läuft grad beim Hollywood Empire-Set schon einiges mehr als später. Aber Kyle schlechtmachen will ich gar nicht, ich will nicht mal die Rhythmussklaven schlecht machen, die in den späteren All Stars spielten, auch wenn Danny Barcelona weiss Gott nicht im entferntesten in die Nähe von Big Sid Catlett kam.
Und mit Teagarden, der in den frühen All Stars Jahren wohl noch wichtiger als Hines war, hatte Armstrong einen musikalisch ebenbürtigen Partner dabei - ich höre grad die paar Tracks vom Town Hall-Konzert, die im RCA 4CD-Set zu finden sind... wunderbar, auch wie die beiden zusammen singen!
Ob Armstrong sich mit der Big Band unwohl gefühlt hat, weiss ich nicht. Glaube ich aber kaum. Es war wohl eher - wie bei fast allen eingegangenen Big Bands - das Problem, dass die grosse Band sich wirtschaftlich schlicht nicht mehr halten liess.
Leonard Feather bemühte sich Mitte der 40er Jahre darum, ein Carnegie Hall-Konzert für Armstrong zu organisieren - erst nach längerer Zeit willigte dessen Manager Joe Glaser ein und am 8. Februar 1947 fand das Konzert schliesslich statt. Man hatte sich geeinigt, dass Armstrong zur Hälfte mit seiner Big Band - an der ihm viel lag - und zur anderen Hälfte mit einer kleinen Combo auftreten würde, die auch aus seinen regulären Begleitern bestehen würde, während die Gäste Billie Holiday und Big Sid Catlett dazustossen sollten. Die Kritik freute sich besonders über die Hälfte mit der kleinen Band, aber Armstrong wollte seine Big Band nicht entlassen. Er scheint gegenüber seinen Sideman stets enorm loyal gewesen zu sein.
Es folgten letzte Aufnahmen für RCA mit der Big Band, ein paar schöne Stücke wie "I Wonder, I Wonder" und Armstrongs eigenes "Why Doubt My Love" (mit Worten von Helen Mercer) entstanden am 12. März 1947.
Am 17. Mai fand dann das erwähnte Konzert in der Town Hall statt, bei dem Armstrong mit Jack Tagarden, Bobby Hackett, Sid Catlett, Peanuts Hucko und anderen auftrat - das Ergebnis ist grandios (jedenfalls soweit ich's kenne - im RCA 4CD-Set finden sich nur die ursprünglich veröffentlichten sechs Stücke es wurden insgesamt 21 eingespielt).
Teagarden und Armstrong fanden sich in der gleichen Lage: ihre Big Bands kosteten zu viel und sie musste sich neu orientieren. Also engagierte Armstong den texanischen Posaunisten und Sänger, der mit seinem super-relaxten Spiel und Gesang einen perfekten Partner darstellte. Am 10. Juni standen Armstrong, Teagarden, Hackett und Huckowieder zusammen im Studio, diemal sass Johnny Guarnieri und Cozy Cole - ein künftiger All Star - am Schlagzeug.
Im Juli spielte die Big Band ihr letztes Engagement im Apollo in New York und nach ein paar Wochen Pause kehrte Armstrong nach Hollywood zurück (für den Film "A Song Is Born"). Das Live-Debut der All Stars fand am 13. August 1947 im Billy Berg's in Los Angeles statt - dem gleichen Klub, in dem Dizzy Gillespie und Charlie Parker erstmals den Bebop an der Westküste präsentiert hatten. Am 16. Oktober folgte dann die erste Studio-Session der All Stars: Teagarden, Barney Bigard, Dick Carey, Arvell Shaw, Sid Catlett. Die Ergebnisse der beiden Small Group Sessions (Juni und Oktober) sind sehr toll und zeigen Armstrong in bester Form und - wie schon im beinah perfekten Solo über "Snafu" mit den Esquire All Stars - so modern, wie er auch später nie mehr spielen würde. 1947 war er jedenfalls für kurze Zeit (fast) auf dem aktuellen Stand, was sein Trompetenspiel betraff.
gypsy tail wind
14.04.2012, 17:22
Dan Morgenstern schreibt in seinen Liner Notes zu "The Complete Decca Studio Recordings of Louis Armstrong and the All Stars" (Mosaic MR8/MD6-146, 1993) folgende luziden Sätze über Armstrong und seine Kritiker:
Some misconceptions are so deeply rooted in the minds of those responsible for the formulation of what is called jazz history that they have become almost impossible to clear up. Thus Louis Armstrong's official, critically certified artistic fame still rests chiefly on his seminal 1920s recordings with the various small groups known as his Hot Five, Hot Seven and Savoy Ballroom Five. In quite recent times, both the usually perceptive Guntehr Schuller (in his THE SWING ERA) and the usually wrongheaded James L. Collier (in his Armstrong "biography" in his entry on Louis in the NEW GROVE DICTIONARY OF JAZZ) have upheld the view that this was Armstrong's ideal musical setting, and that when he "abandoned" it for fronting big bands in 1929, he made a musical turn for the worse, at least as an artist.
But the small-group recordings, made between 1925 and 1928, were strictly studio units (the Hot Five performed in person just once, at a Chicago benefit), and from the time he left King Oliver's band in the fall of 1924 to join Fletcher Henderson until the formation of the All Stars in the fall of 1947 - for no less than 23 crucial career years - Louis Armstrong made his day-to-day living playing with big bands, including his own. The 1920s small-group records represent a total of 25 days work during a four-year period - not even full days, sicne he no doubt went to work on all those 25 nights. That he sould be taken to taskk for having abandoned something he never spent much time on, and that his post-1929 recorded work should be judged as a radical change in his approach to music is sheerest nonsense.
The fact is that Louis Armstrong did not head up any working small group until he took charge of the All Stars. By then, big bands had fallen on evil economic days. Even so, it took all of manager Joe Glaser's persuasive powers to convince Armstrong to lay off his 16 musicians, girl singer and bandboy. He knew he was their mealticket, and he was always compassionate.
http://i1154.photobucket.com/albums/p532/ubu-roi/LouisArmstrong_Billboard-470830-p21.jpg
Billboard, August 30, 1947, p. 21
An den ersten Auftritten im Billy Berg's sind gemäss Berichten von Time (dachte das gäb's auch online, nicht? Wo ist Herr rote Bohnen, wenn man ihn braucht?) u.a. Hoagy Carmichael, Johnny Mercer und Woody Herman anwesend - alles grosse Fans von Armstrong. Die All Stars spielten ein paar Wochen später auch an einem von Gene Normans "Just Jazz"-Konzerter in Pasadena und gingen dann nach Chicago, um die erste Studio-Session aufzunehmen.
http://i1154.photobucket.com/albums/p532/ubu-roi/LouisArmstrong_Billboard-470906-p36.jpg
Billboard, September 6, 1947, p. 36
Im Februar reiste Armstrong zum ersten Mal seit 1934/35 wieder nach Europa - nach Nizza zu einem Festival, eigentlich dem ersten Jazzfestival überhaupt, das Hugues Panassié organisiert hatte. Inzwischen sass Earl Hines am Piano - auch er hatte seine Big Band endgültig aufgeben müssen.
1949 ersetzte Cozy Cole den ursprünglichen Drummer Sid Catlett, der aus gesundheitlichen Gründen aus der Band schied - die All Stars waren üblicherweise etwa 300 Tage pro Jahr auf Tour... Earl Hines verliess die Band Ende 1951, weil er nicht zum Sideman geboren war. Jack Teagarden seinerseits hatte mit den All Stars wieder einen so guten Ruf gewonnen, dass er beschloss, selber eine ähnliche Band zu gründen. Sein Ersatz war Trummy Young, der vom September 1952 bis Ende 1963 dabei war. Am Piano folgte Billy Kyle (Dezbember 1952 bis Anfang 1966), nachdem Joe Sullivan und Marty Napoleon für kurze Zeit dabei waren (Napoleon folgte im März 1966 wieder auf Kyle und blieb dann bis 1968, als die All Stars ihre Pflicht erfüllt hatten).
Eine komplette Auflistung der All Stars findet sich hier (http://michaelminn.net/armstrong/index.php?section6):
http://michaelminn.net/armstrong/graphics/allstars.jpg
Die Decca-Sessions, die Mosaic gesammelt hat, setzen im April 1950 ein - weitere All Stars-Aufnahmen fanden zwischen jenen für RCA 1947 und diesen ersten für Decca nicht statt, ebenso wie Armstrong bis zum 1. September 1949 nicht mehr im Studio gestanden hatte. Allerdings gibt es neben vielen Bootlegs ein offizielles Live-Dokument aus der Bostoner Symphony Hall vom 30. November 1947 (ich kenne das Konzert noch nicht). 1948 fand der zweite recording ban statt.
Die Sessions vom September 1949 entstanden dann mit grösseren Formationen und wurden später auf den LPs "Satchmo in Style" und "Satchmo Serenades" veröffentlicht, es fand auch eine weitere Begegnung mit Billie Holiday statt, die mit Armstrong schon 1947 im Film New Orleans (http://en.wikipedia.org/wiki/New_Orleans_(film)) aufgetreten war.
Es folgten zehn Jahre, während derer Armstrong einigermassen regelmässig mit den All Stars für Decca aufnahm. Daneben enstanden Aufnahmen für Columbia (darunter das grossartige W.C. Handy Album und ein Album mit Fats Wallers Musik) und Verve. Für Decca entstanden auch Live-Aufnahmen (Pasadena, Crescendo - kenne ich beide auch noch nicht) und diverse Projekte mit anderen Stars wie Ella Fitzgerald (auch für Verve), Louis Jordan, Bing Crosby etc.
Noch einmal Morgenstern:
In retrospect, and in the light of the post-Marsalis era in jazz, when Armstrong has once again become a sacred name, the slings thrown at the All Stars seem absurd. The repertory was too reptitious. (What organized, working jazz group - or player, or singer - doesn't have his or her set pieces; in fact, the All Stars had a repertory that was both larger and more subject to additions and subtractions than most.) Nothing "new" was being said. (Thirst for novelty should be expected in the marketplace, but does it belong in the arts? How many innovations could still be demanded from the man who'd invented the vocabulary of jazz? And who still discovered new nuances to convey emotion as his chops and mind reacted to age and change?) The band was an "act" and Louis' jokes were tasteless, his mugging embarassing. (Sure it was an act, and so is anyone and anything that must go on stage and perform, even if far less often than the All Stars, who worked beyond the 300-days-a-year mark; sometimes they were barely off for Christmas. If you haven't got your act together when you go from airport to hotel, change, do a soundcheck, and hit the boards in some strange town, your audiences will soon be booing, but the All Stars' audiences always cheered. The point is whether the act is good. With Louis, there was never any question about that. As for his jokes, their intent was to make people laugh, which they did because he enjoyed himself so much in telling them. Anf if you want to see some mugging, go to Africa, baby, where Louis was received like a king. Which he was.)
alexischicke
14.04.2012, 19:31
Was meinst du mit Manierismen?
Trummy Young hat immer eine recht gute Show gemacht und das hat schon so gepasst meiner Meinung nach.
Armstrong war ja auch ein Entertainer.
gypsy tail wind
15.04.2012, 01:12
Manierismen - Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Manierismus) sagt: "Neben der kunstgeschichtlichen Bedeutung wird der Begriff auch universell benutzt und bezeichnet dann eine Handlung oder Haltung, die als gekünstelt („manieriert“), pathetisch oder schwülstig empfunden werden kann."
Pathetisch eher nicht, schwülstig, nunja... was ich meine ist, dass Kyle gewisse Elemente in seinem Spiel hatte, die wiederkehrten, absehbar waren, quasi zur Routine wurden.
Was ich übrigens interessanter finde (als Trummy Young, der macht eigentlich stets einen guten Job, Kyle unter dem Strich auch), ist Bigard - der scheint ohne Ellington führungslos, kaum in der Lage, ein gewichtiges musikalisches Statement abzugeben, er glissandiert und verziert (durchaus auf "manieristische" Art und Weise in diesem Fall, also schwülstig und gekünstelt). Das ist doch bemerkenswert, denn bei Ellington war er ein überzeugender Solist. Bei Armstrong ist er fast nur noch Zierat. (Sein erster Nachfolger Edmond Hall ist da ein ganz anderer Fall!)
Gerade die Aufnahme vom guten alten "St. Louis Blues" (Concerto Grosso mit den All Stars und dem New York Philharmonic Orchestra unter Bernstein) gehört.
Wow! :sonne:
gypsy tail wind
15.04.2012, 17:02
Kenne ich nicht... von wo stammt das denn ursprünglich?
Hast Du in der grossen Box auch Auszüge aus "The Real Ambassors" drauf?
Selber habe ich grad die ca. drei CDs mit "Satchmo - A Musical Autobiography" von der Decca Studio All Stars Mosaic-Box gehört - sehr, sehr toll! Um die Stücke im einzelnen mit den Originalen vergleichen zu können, kenne ich erstere zumeist noch zu wenig gut, aber Dan Morgenstern erläutert dazu einiges in seinen Kommentaren im Booklet.
Bin jedenfalls nach diesem ersten kompletten Durchgang durch die Mosaic-Box (die mir vor ein paar Monaten eher zufällig in den Schoss fiel) sehr begeistert, hatte nicht derart hohe Erwartungen!
Da fragst du jetzt ausgerechnet mich, woher das stammt...
Kann dir im Moment lt. Booklet nur sagen, dass dieser Konzertmitschnitt (ist nur der St. Louis Blues drauf) am 14. Juli 1956 in New York aufgenommen wurde.
Das mit Real Ambassors weiß ich gerade nicht, muss mich da erst richtig durchwühlen...
gypsy tail wind
15.04.2012, 17:22
Da fragst du jetzt ausgerechnet mich, woher das stammt...
Kann dir im Moment lt. Booklet nur sagen, dass dieser Konzertmitschnitt (ist nur der St. Louis Blues drauf) am 14. Juli 1956 in New York aufgenommen wurde.
Das mit Real Ambassors weiß ich gerade nicht, muss mich da erst richtig durchwühlen...
Stehen denn keine solchen Details im Buch zur Box?
Das würde mich ziemlich negativ überraschen, wenn die Quellen nicht offengelegt würden...
Und noch eine Frage, wenn Du eh schon blättern gehst: sind denn auch Aufnahmen von anderen Labeln drin (also z.B. Decca, für die Armstrong in den 30ern und wieder ab den 50ern viel aufgenommen hat, oder RCA in den 30ern und 40ern)?
Stehen denn keine solchen Details im Buch zur Box?
Das würde mich ziemlich negativ überraschen, wenn die Quellen nicht offengelegt würden...
Und noch eine Frage, wenn Du eh schon blättern gehst: sind denn auch Aufnahmen von anderen Labeln drin (also z.B. Decca, für die Armstrong in den 30ern und wieder ab den 50ern viel aufgenommen hat, oder RCA in den 30ern und 40ern)?
Ist ja ein Booklet und das dicke Buch in der Box. Im Booklet stehen jeweils immer Begleitband und Aufnahmedatum. Leider nicht, worauf das ursprünglich erschienen ist. Insgesamt erscheint mir die Zusammenstellung doch etwas wahlos. Aber ich wollte halt das Köfferchen...
Vielleicht stehen im Buch noch weitere Details, dazu hatte ich noch keine Zeit.
Werde dir aber noch Bescheid geben, muss jetzt erst mal kochen...;-)
gypsy tail wind
15.04.2012, 17:40
Gerne!
Aber wie Du das schilderst, gehörte das schon ins Booklet... die Auswahl ist mit der Grund, warum ich mir die Box nicht angeschafft habe, an sich bin ich ja sehr anfällig für solche Boxen ;-)
alexischicke
15.04.2012, 17:57
Zur Armstong gehörte die Show auch dazu und mit Trummy Young hat er eine wunderbare Routine entwickelt, ihr High Society Sketch war köstlich und das umherlaufen:-).
Für uns ist das dann langeweillig, weil sich das ständig wiederholt hat. Aber das Publikum war am jeden Abend neu und für die war es köstliche Unterhaltung.
Edmund Hall war ein vorzüglicher Musiker sein flottes "Clarinet Marmelade" das ist perfekt gespielt.
Armstong gab seinen All Stars ihren eigenen Spot und begleitete sie oft im Hintergrund.
Das Repertoire passte er auch immer wieder an bei seiner DDR Tour sang er sogar ein deutsches Lied "Faithful Husar".
Entertainment und gute Musik konnte Satchmo durchaus bieten.:-)
Sogar sein "wonderful world" finde ich sehr behrührend genauso wie seine bewegende Version von "Azaela" mit Ellington.
Gerne!
Aber wie Du das schilderst, gehörte das schon ins Booklet... die Auswahl ist mit der Grund, warum ich mir die Box nicht angeschafft habe, an sich bin ich ja sehr anfällig für solche Boxen ;-)
Ja, aber das Köfferchen...;-)
Ich habe mal bisschen gegoogelt.
Bin auf dieses Album (http://www.discogs.com/Louis-Armstrong-and-Edward-R-Murrow-With-Leonard-Bernstein-Satchmo-The-Great/release/1603155) gestoßen.
Und auf einem speziellen Bernstein-Album (http://www.amazon.com/Bernstein-Century-Jazz-What/dp/B000009CYG) ist die Aufnahme wohl auch.
THELONICA
15.04.2012, 20:59
Mag vielleicht eine dumme Frage sein, aber gibt es von Armstrong auch Modern Jazz-Small group sessions, oder etwas ähnliches?
Das habe ich mich auch schon öfter gefragt. Die LP "Louis Armstrong Meets Oscar Peterson" aus dem Hause Verve war ein Schritt etwas mehr in diese Richtung. Eher "contemporary" vielleicht, aber es passte sehr gut.
By 1957, hard bop was firmly established as the jazz of now, while pianist Oscar Peterson and his ensemble with bassist Ray Brown and guitarist Herb Ellis were making their own distinctive presence known as a true working band playing standards in the swing tradition. Louis Armstrong was more recognizable to the general public as a singer instead of the pioneering trumpet player we all know he was. But popularity contests being the trend, Armstrong's newer fans wanted to hear him entertain them, so in retrospect it was probably a good move to feature his vocalizing on these tracks with Peterson's band and guest drummer Louie Bellson sitting in....
- Michael G. Nastos
http://www.allmusic.com/album/louis-armstrong-meets-oscar-peterson-r134700
http://www.npr.org/2007/08/01/12208712/louis-armstrong-the-man-and-his-music-part-1
http://www.npr.org/2007/08/08/12484983/louis-armstrong-the-man-and-his-music-part-2
http://www.npr.org/2007/08/22/13829155/louis-armstrong-the-singer
gypsy tail wind
16.04.2012, 00:04
Ja, aber das Köfferchen...;-)
Ich habe mal bisschen gegoogelt.
Bin auf dieses Album (http://www.discogs.com/Louis-Armstrong-and-Edward-R-Murrow-With-Leonard-Bernstein-Satchmo-The-Great/release/1603155) gestoßen.
Und auf einem speziellen Bernstein-Album (http://www.amazon.com/Bernstein-Century-Jazz-What/dp/B000009CYG) ist die Aufnahme wohl auch.
Danke! "Satchmo the Great" ist zwar vergriffen aber noch recht günstig zu finden. Hab ich bisher nicht auf dem Radar gehabt.
Das kommt übrigens aus der Sony/BMG-Ecke und beantwortet damit auch meine Frage, ob Material von anderen Labeln in der Box drin ist (war ja eigentlich eh klar, denn die Hot Fives mussten ja sowieso rein... die sind allerdings auch in den USA mittlerweile PD).
Das habe ich mich auch schon öfter gefragt. Die LP "Louis Armstrong Meets Oscar Peterson" aus dem Hause Verve war ein Schritt etwas mehr in diese Richtung. Eher "contemporary" vielleicht, aber es passte sehr gut.
Ich finde das Album mittelprächtig gut. Und es ist keinesfalls moderner als anderes, was Armstrong in den Fünfzigern so gemacht hat. Es scheint in der Tat so, dass sein Spiel um 1947 am modernsten ist, dass er da ein offenes Ohr für den Bebop gehabt hat und gewisse Dinge übernommen hat. Insofern würd ich vielleicht eher zu den RCA-Aufnahmen von 1947 raten?
Ansonsten sind die Aufnahmen mit Ellington wirklich gross und jene mit Peterson reichen da bei weitem nicht heran (und modern sind sie gleichermassen oder gleichermassen nicht).
Danke! "Satchmo the Great" ist zwar vergriffen aber noch recht günstig zu finden. Hab ich bisher nicht auf dem Radar gehabt.
Das kommt übrigens aus der Sony/BMG-Ecke und beantwortet damit auch meine Frage, ob Material von anderen Labeln in der Box drin ist (war ja eigentlich eh klar, denn die Hot Fives mussten ja sowieso rein... die sind allerdings auch in den USA mittlerweile PD).
Ist im Warenkorb...;-)
Wer sich Hermes schimpft, sollte allerdings geflügelt und innert Stunden liefern, zu jeder Tages- und Nachtzeit und unabhängig davon, wo Du Dich gerade aufhältst! (Solange er beim Kreisen über unseren Köpfen, kein Swiss Krizzly zu sich nimmt zumal ;-))
Der Götterbote war gerade hier! :sonne:
Daher jetzt hier im Haushalt zu finden:
- Louis Armstrong Plays W.C. Handy
- Louis Armstrong/Duke Ellington, The Great Summit/The Master Takes
- The Complete Ella & Louis (wunderbar diese Aufmachung) (3 CDs)
- Ella Fitzgerald Sings The George And Ira Gershwin Songbook (4 CDs)
- Mack The Knife - The Complete Ella In Berlin
- Louis: The Complete Masters 1925-45 (14 CDs)
Ich glaube, ich schließ' mich zuhause ein und gehe die nächsten Tage nicht mehr aus dem Haus! :-)
gypsy tail wind
16.04.2012, 22:04
Der Götterbote war gerade hier! :sonne:
Daher jetzt hier im Haushalt zu finden:
- Louis Armstrong Plays W.C. Handy
- Louis Armstrong/Duke Ellington, The Great Summit/The Master Takes
- The Complete Ella & Louis (wunderbar diese Aufmachung) (3 CDs)
- Ella Fitzgerald Sings The George And Ira Gershwin Songbook (4 CDs)
- Mack The Knife - The Complete Ella In Berlin
- Louis: The Complete Masters 1925-45 (14 CDs)
Ich glaube, ich schließ' mich zuhause ein und gehe die nächsten Tage nicht mehr aus dem Haus! :-)
Yowzah! Yowzah! Yowzah!
My Feet Keep Dancing!
:lach:
Viel Spass damit!
Das einzige, was bei der Masters-Box (neben dem anscheinend eher mittelprächtigen Sound) schade ist: dass da so wenig Kommentar dazu zu haben ist... aber dafür hast Du ja das Buch in der Universal-Box, nehme ich an (was ist dort denn so drin? einzelne Essays, ein gesamter Überblick, Biographie?)
alexischicke
16.04.2012, 22:12
Wie gesagt Armstrong hat sich schon als Entertainer verstanden.
Meine Lieblingsaufnahme von Big Band Armstrong ist das Lied "Solitude" von 1935 ausdruckstark und mit viel Gefühl gesungen.
Yowzah! Yowzah! Yowzah!
My Feet Keep Dancing!
:lach:
Viel Spass damit!
Das einzige, was bei der Masters-Box (neben dem anscheinend eher mittelprächtigen Sound) schade ist: dass da so wenig Kommentar dazu zu haben ist... aber dafür hast Du ja das Buch in der Universal-Box, nehme ich an (was ist dort denn so drin? einzelne Essays, ein gesamter Überblick, Biographie?)
Danke! Hätte nicht gerechnet, dass der heute noch vorbeikommt.
Die Freude war natürlich groß! :-)
Das Buch von Richard Havers ist in erster Linie mal ein wunderbarer Bildband.
Dazu beschreibt es biografisch auf 192 Seiten die Entwicklung des Jazz zu Beginn des 20. Jahrhunderts und natürlich den Werdegang von Satchmo.
Discografie ist leider keine drin.
Mir ist das mit den Masters-Boxen schon bei Billie Holiday aufgefallen.
Die Titel sind dort wohl streng chronologisch nach Aufnahmedatum, oder?
Ich habe zumindest mit meiner "Lady In Satin", die ich ja schon lange habe, verglichen, die Reihenfolge dort stimmt nicht mit der auf der Box überein.
gypsy tail wind
16.04.2012, 22:39
Das Buch von Richard Havers ist in erster Linie mal ein wunderbarer Bildband.
Dazu beschreibt es biografisch auf 192 Seiten die Entwicklung des Jazz zu Beginn des 20. Jahrhunderts und natürlich den Werdegang von Satchmo.
Discografie ist leider keine drin.
Oh, das klingt allerdings gut... eine Diskographie hätte wohl allein locker 192 Seiten Platz beansprucht. Aber einen Durchgang durch Louis' Karriere über 15 oder 20 Seiten wäre schon was tolles (in der Masters-Box kriegst Du ja etwas in der Art, aber auf 10 kleinen Seiten).
Mir ist das mit den Masters-Boxen schon bei Billie Hollyday aufgefallen.
Die Titel sind dort wohl streng chronologisch nach Aufnahmedatum, oder?
Ich habe zumindest mit meiner "Lady In Satin", die ich ja schon lange habe, verglichen, die Reihenfolge dort stimmt nicht mit der auf der Box überein.
Ja, das wird mit Jazz-Boxen oft gemacht und ist in solchen Fällen auch sinnvoll. Anders sieht die Lage dann aus, wenn eine Box z.B. sechs Alben ohne oder mit nur ganz wenig Bonusmaterial enthält, und diese Alben alle in jeweils einer (oder mehrerer sich nicht überlappender) Session(s) eingespielt wurde. Dann bietet es sich an, die Album-Reihenfolge beizubehalten. Bei Holiday ist das schwierig, weil die ganzen frühen Sessions von vor der Album-Ära stammen, da gibt's keine sinnvollere Version als die chronologische, denke ich. Beim Material aus den 50ern kann man dann streiten. Für mich ist es gerade darum so schwer, zwischen den grossen Verve-Alben zu unterscheiden oder ein liebstes zu nennen, weil ich das Material nur aus der Verve 10CD-Box kenne (die enthält Live-Material, Rehearsals und Alternate Takes, darum ist sie soviel ausführlicher als der Verve-Teil in der Masters-Box... das ist im Master-Set von Charlie Parker ähnlich, auch dort umfasste das frühere Verve-Set 10CDs - aber einige sind ziemlich kurz).
gypsy tail wind
22.04.2012, 23:59
http://www.provincetownjazzfestival.org/JoeMuranyi_files/image002.jpg
r.i.p. Joe Muranyi (1928-2012)
Muranyi war von 1967-1971 Klarinettist der All Stars.
http://dippermouth.blogspot.com/2009/01/celebrate-joe-muranyis-81st-birthday-at.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Joe_Muranyi
Erstmals begegnet ist er mir über seine vielen, vielen Liner Notes (u.a. für Bethlehem Alben).
alexischicke
28.04.2012, 08:25
Louis Armstrong live at Basin Street 1955
http://www.amazon.de/Live-Basin-St-Louis-Armstrong/dp/B007JQYA90/ref=sr_1_2?s=music&ie=UTF8&qid=1335594258&sr=1-2
Aus der Zeit habe ich ein gutes Konzert aus Barcelona.
gypsy tail wind
28.04.2012, 10:50
Louis Armstrong live at Basin Street 1955
http://www.amazon.de/Live-Basin-St-Louis-Armstrong/dp/B007JQYA90/ref=sr_1_2?s=music&ie=UTF8&qid=1335594258&sr=1-2
Aus der Zeit habe ich ein gutes Konzert aus Barcelona.
Vom Dippermouth-Blog (http://dippermouth.blogspot.com/2012/04/latest-odds-and-ends.html):
find the first official release of some of my favorite Armstrong broadcasts, taken from the New York nightclub Basin Street in May 1955. Live at Basin Street will be on the Mr. Music label and it should be a great find for All Stars fanatics. Thanks to the generosity of my European friends, I've had this material for years and have shared some of it on the blog in the past. I'm thrilled that it's finally getting an official issue. It's the Armstrong-Trummy Young-Barney Bigard-Billy Kyle-Arvell Shaw-Barrett Deems-Velma Middleton edition of the band, fresh of recording "Satch Plays Fats." Since Basin Street was an extended engagement, it allowed Armstrong to dip into his large repertoire bag for some things he didn't play too often in this period, such as "You're Just in Love" and "S'posin" with Velma. And even on the evergreens, there's some different and inspired playing on tunes like "Muskrat Ramble" and "Royal Garden Blues." Barney Bigard is so-so, continuing his bored playing from "Satch Plays Fats" (he'd be out of the band by September) but everyone else is on fire. Don't miss this release! (Again, I don't have it so possibly they screwed up the sound or something, but on paper, it's a can't miss!)
Klingt toll! Ich warte derzeit auf die 2CD-Sets des Chicago (http://www.allmusic.com/album/the-great-chicago-concert-1956-r134660)-Konzertes und des Town Hall (http://www.allmusic.com/album/the-complete-town-hall-concert-r224796)-Konzertes aus der RCA-Zeit.
gypsy tail wind
14.09.2012, 22:59
Ricky Riccardi hat auf Organissimo weitere Details zur kommenden Sony/Popmarket-Box gepostet - keine allzu erfreulichen News, leider:
http://www.organissimo.org/forum/index.php?/topic/70238-louis-armstrong-complete-okeh-columbia-and-victor-1925-1933/page__view__findpost__p__1225416
Mehr Freude herrscht über diesen kommenden Verve-Reissue:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51pSqKD7fUL._SS500_.jpg
http://www.amazon.com/Satchmo-Hall-65th-Anniv-Performances/dp/B008XNPNBW/
Hat hier noch jemand die Complete Masters Box von Universal? Bei CD3 Track 13 ist bei mir bei 1:00 ein Sprung (man hört das am Piano ganz deutlich). Diesen Effekt habe ich auf auf 2 CD Spielern. Auf beiden Geräten kann ich beim Zähler nichts erkennen, d.h. er läuft ganz normal über 1:00 hinweg so dass der Sprung tatsächlich nur zu hören ist. Daher vermute ich, dass das nicht an der CD liegt sondern an der Aufnahme. Hat das noch jemand beobachtet?
gypsy tail wind
13.10.2012, 19:12
Hat hier noch jemand die Complete Masters Box von Universal? Bei CD3 Track 13 ist bei mir bei 1:00 ein Sprung (man hört das am Piano ganz deutlich). Diesen Effekt habe ich auf auf 2 CD Spielern. Auf beiden Geräten kann ich beim Zähler nichts erkennen, d.h. er läuft ganz normal über 1:00 hinweg so dass der Sprung tatsächlich nur zu hören ist. Daher vermute ich, dass das nicht an der CD liegt sondern an der Aufnahme. Hat das noch jemand beobachtet?
Im Sony-Set (Complete Hot Fives & Sevens, 4CD) gibt's einen kurzen "skip" wie Du ihn beschreibst. Im entsprechenden Frémeaux-Set allerdings nicht, dort spielt der Track perfekt durch - vielleicht haben sie eine besser Schellack-Platte gefunden für die Überspielung, keine Ahnung.
Danke für die Info. Dann stammen die Universal Aufnahmen wohl aus der selben Quelle wie die von Sony.
gypsy tail wind
13.10.2012, 19:58
Sieht so aus, ja - und ich finde die ja wie gesagt im Remastering generell ziemlich gut (hatte jedenfalls nie das Bedürfnis, mich nach weiteren Ausgaben umzuschauen, dass ich sie bei Frémeaux nochmal habe liegt daran, dass dort alle wesentlichen Armstrong-Aufnahmen, auch die als Sideman zu finden sind, und die Hot Fives und Hot Sevens über mehrere Volumes verstreut sind).
- und ich finde die ja wie gesagt im Remastering generell ziemlich gut
Finde ich auch und dieser eine Fehler stört mich auch nicht weiter.
gypsy tail wind
13.10.2012, 23:17
Finde ich auch und dieser eine Fehler stört mich auch nicht weiter.
Hat er mich auch nicht - ich musste ja erst nachhören, ob er da ist!
Das ist jetzt off-topic, aber für alle Fälle: bei der Ella-Box gab's einen Fehler (drei Tracks, die doppelt enthalten waren - Details hier (http://www.organissimo.org/forum/index.php?/topic/67033-complete-masters-bechet-satchmo-ella-billie-bird/page__view__findpost__p__1164507) und folgende Posts).
Oh je, das erinnert mich prompt an das Debakel mit Felas Lagos Baby.
gypsy tail wind
13.10.2012, 23:52
Oh je, das erinnert mich prompt an das Debakel mit Felas Lagos Baby.
Dort hab ich ein falsches Exemplar ... aber immerhin fehlt nichts, oder?
Das falsche Exemplar, das ich zunächst hatte, habe ich mir nie angehört. Zumindest aber stimmte die Gesamtzahl der Tracks.
Powered by vBulletin® Version 4.2.0 Copyright ©2013 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.