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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Androgynität und Homosexualität im Pop der 80s und heute



Some Velvet Morning
24.02.2010, 12:38
Anm.d.Mod.: Eine "Auskopplung" aus dem "1982 Singles-Top30"-Thread

Waren 1980 noch Punk/Postpunk zu spüren, nimmt der Popanteil 1981/82 immer mehr zu. Für mich sind die 80s die Hochzeit der Popkultur. Kennzeichnend ein hoher Anteil an homosexuellen Sängern. Das Orginal Video von "Tainted Love" wäre heute so gar nicht mehr denkbar. Später ist die Gay Community in die House Szene abgedriftet und ist ab einem bestimmten Punkt musikhistorisch obsolet geworden. Gleichzeitig emanzipiert sich die Frau nochmals stark in den 80ern und springt auf den Individualisierungstrend auf. Eine Laurie Anderson, einen Adam Ant etc. wird man so nie wieder in den oberen Rängen der Charts finden. Je individueller der Künstler, desto mehr Chancen hatte er auf Erfolg. Heutzutage bei DSDS: Je trendiger gekleidet, geschickter im Tanzvermögen und anbiedernd an vermeintliche Größen (Dieter Bohlen), desto mehr Chancen auf Erfolg. Mit Musik, kompositorischen Qualitäten etc. hat das wenig zu tun. Das Indiduum als Massenprodukt in Form eines Kaugummis mit der gleichen Haltbarkeit.

Herr Rossi
24.02.2010, 12:54
@SVM: Ich stimme Dir zu, dass die 80s eine Blütezeit des Pop waren, ebenso die 60s. Dass es solchen Pop nicht mehr gibt und schon gar nicht in den Charts, das bestreite ich aber entschieden. Müssen wir aber nicht hier diskutieren. Ich will die Namen gar nicht nennen, die für mich heute den Stellenwert von z.B. Adam Ant haben, das würde nur zu unnötigen off-topic-Diskussionen führen.

Some Velvet Morning
24.02.2010, 13:04
Ja, das ganze Thema gehört hier nicht hin. Die auffallende Überpräsenz von homosexuellen Sängern in den 80s wollte ich trotzdem einmal betonen, weil sie doch entscheidend das Popleben der 80er bestimmt, natürlich auch in modischen Fragen und was vorausgegangene 70s Hörer die 80er immer etwas bedenklich erscheinen lässt. Welcher Sänger war nicht schwul in den 80s? Ich finde die Stimmen toll, weil sie das Männliche und das Weibliche in ihrer Tonlage vereinen. Es waren/sind alles großartige Sänger. Schade, dass es irgendwann nicht mehr en vogue war. Der Hip Hop und der Grunge der 90er (zudem Guns And Roses...) stellten die genaue Gegenbewegung da, wo wieder Kerle ohne Make Up das Sagen im Popbuisness haben.

Mistadobalina
24.02.2010, 13:09
Ja, das ganze Thema gehört hier nicht hin. Die auffallende Überpräsenz von homosexuellen Sängern in den 80s wollte ich trotzdem einmal betonen, weil sie doch entscheidend das Popleben der 80er bestimmt, natürlich auch in modischen Fragen und was vorausgegangene 70s Hörer die 80er immer etwas bedenklich erscheinen lässt. Welcher Sänger war nicht schwul in den 80s? Ich finde die Stimmen toll, weil sie das Männliche und das Weibliche in ihrer Tonlage vereinen. Es waren/sind alles großartige Sänger.

Es gab sicherlich in den 80ern nicht mehr schwule Sänger als davor oder danach. Das Schwulsein wurde damals allerdings erstmalig selbstbewusst zur Schau gestellt und nicht mehr versteckt, nachdem es Mitte der 70er durch einige wenige Künstler erstmalig zum Thema gemacht wurde.

Some Velvet Morning
24.02.2010, 13:24
Ich sehe es etwas anders. Vielleicht ist es nur eine weitere SVM Theorie, aber dieses Abwandern in die House Szene war im Popbereich schon festzustellen. House war die Musik der schwulen Szene, sie feierte sich selbst und wanderte ab vom Pop Buisness in die Houseclubs und zunehmend forcierter in die Modebranche. Hochgehalten wurden stellvertretend nun Diven wie Madonna, Cher... Es war ja in den 80s en vogue schwul auszusehen, auch wenn man heterosexuell war. Teilweise war gar nicht mehr zu erkennen, welcher Sänger nun schwul war oder nicht. Sänger wie Bruce Springsteen waren so eine Art Gegenbewegung gegen New Wave Artists der Insel, wo das Männliche und Bodenständige wieder mehr an Bedeutung gewann. Diese unzähligen Artists, die "schwul" erscheinen bzw. waren: Soft Cell, Frankie Goes To Hollywood, ABC, Spandau Ballet, Adam And The Ants, Visage, Ultravox, Depeche Mode, Erasure, Yazoo, Heaven 17, Fine Young Cannibals, Communards, Bronski Beat... und um weitere Missverständnisse auszuschließen, weil ich mich so für "schwulen" Pop begeistere: Nein, ich persönlich bin nicht schwul. Ich mag einfach nur diesen Pop der 80er, dieses Spiel mit Androgynität...Zur Zeit würde ich sagen, dass eher so eine "Bruce Springsteen" Welle im Zuge der Wirtschaftskrise/den Folgen von 0911 angesagt ist: Ehrlichkeit, akkustische Gitarren, Bärte, Natur- eben eher das männliche Prinzip. Die aktuellen Strömungen mag ich, weitaus mehr als Guns n Roses oder Mötley Crüe. Nur bleibe ich dabei, Herr Rossi, das die 80er in ihrer Einzigartigkeit nie wieder kommen werden und dieses "androgyne" Singen/Outfit so nicht mehr die Charts beherrschen wird. Der Trend geht seit den 80s hin zu mehr Männlichkeit.

grandandt
24.02.2010, 13:39
...die "schwul" erscheinen bzw. waren: ABC, Spandau Ballet, Heaven 17,

... dieses Spiel mit Androgynität...

1. Schlechte Beispiele
2. Das eine (schwul) hat mit dem anderen (androgyn) nichts zu tun.

Du wirfst wieder zuviel in einen Topf und heraus kommt eine komische - unausgegorene - Mischung.

Some Velvet Morning
24.02.2010, 13:40
Darum bitte ich auch.

@SVM: Das Thema ist interessant, können wir vielleicht an anderer Stelle aufgreifen.
Ja, gut. Bei mir ist im Zuge der 82er Liste meine Begeisterung für "unmännlichen" Pop durchgekommen, dem du m. E. auch nicht ganz abgeneigt bist. Vielleicht kann man diesbezüglich ja mal einen Thread woanders eröffnen. Das würde mich freuen.

Some Velvet Morning
24.02.2010, 13:46
1. Schlecht Beispiele
2. Das eine (schwul) hat mit dem anderen (androgyn) nichts zu tun.

Du wirfst wieder zuviel in eine Topf und heraus kommt eine komische - unausgegorene - Mischung.
Es sind ja zunächst nur Gedanken, die ich mir zu dem Thema gemacht habe. Die Beispiele finde ich allerdings völlig okay und das Thema Unmännlichkeit/Androgynität/Schwulsein bei den Sängern im Popbuisness gehört für mich schon zusammen.
Herr Rossi, kannst du einen Thread vielleicht daraus machen? Androgynität der 80s oder ein anderer Titel. Nur hier in den Listen ist es off-topic.

Herr Rossi
24.02.2010, 13:58
Hier der neue Thread. Ich schreibe nachher etwas dazu.

Sonic Juice
24.02.2010, 14:16
Der Hip Hop und der Grunge der 90er (zudem Guns And Roses...) stellten die genaue Gegenbewegung da, wo wieder Kerle ohne Make Up das Sagen im Popbuisness haben.

So pauschal kann man das nicht sagen. GnR sind im Glam-Umfeld groß geworden, haben in ihrer Frühzeit ziemlich viel Make Up verbraucht und bezogen sich in Musik und Style ja u.a. explizit auf die New York Dolls.

Und zu Grunge vielleicht nur soviel:

http://www.kurtcobainnews.com/Kurt_Cobain_wearing_dress.jpg

Some Velvet Morning
24.02.2010, 14:18
Danke für den Thread, Herr Rossi :-)

Travis Bickle
24.02.2010, 14:23
....Welcher Sänger war nicht schwul in den 80s?

Wieviele soll ich Dir nennen ?

Some Velvet Morning
24.02.2010, 14:24
So pauschal kann man das nicht sagen. GnR sind im Glam-Umfeld groß geworden, haben in ihrer Frühzeit ziemlich viel Make Up verbraucht und bezogen sich in Musik und Style ja u.a. explizit auf die New York Dolls.

Und zu Grunge vielleicht nur soviel:

http://www.kurtcobainnews.com/Kurt_Cobain_wearing_dress.jpg
Gut, an Kurt habe ich auch gedacht. Aber ein Unterschied zu den 80s Sängern gibt es bei beiden Beispielen: Sie waren nicht schwul. Das hört man ihren Stimmen auch an. Schwulsein ist seit den 90s wieder tabuisierter.
Und im Hip Hop seit den 90s: Ein schwuler Sänger ist ein Tabu. Das geht einfach nicht. Männlich musst du schon sein.

Mistadobalina
24.02.2010, 14:27
Gut, an Kurt habe ich auch gedacht. Aber ein Unterschied zu den 80s Sängern gibt es bei beiden Beispielen: Sie waren nicht schwul. Das hört man ihren Stimmen auch an.


Du meinst, ob jemand schwul ist, hört man an der Stimme? Nicht dein Ernst, oder?

Some Velvet Morning
24.02.2010, 14:37
Du meinst, ob jemand schwul ist, hört man an der Stimme? Nicht dein Ernst, oder?
Nein, Billy Mackenzie ist ein gutes Beispiel. Ich meine aber schon, dass viele, schwule Sänger der 80s so eine gewisse Art des Singens inne hatten, wo man raushört, dass der Sänger wahrscheinlich nicht heterosexuell ist. Da kann man auch danebenliegen, aber beispielsweise bei Marc Amond.

Was denkt ihr dem zum Verschwinden der Schwulen aus dem Popbuisness, hin zur House Szene und dann in die Modewelt. Ein SVM Hirngespinst oder vorstellbar? Welche großen Popsänger sind denn aktuell schwul und in den Charts?

GefährlicheBohnen
24.02.2010, 14:42
Nein, Billy Mackenzie ist ein gutes Beispiel. Ich meine aber schon, dass viele, schwule Sänger der 80s so eine gewisse Art des Singens inne hatten, wo man raushört, dass der Sänger wahrscheinlich nicht heterosexuell ist. Da kann man auch danebenliegen, aber beispielsweise bei Marc Amond.

Was denkt ihr dem zum Verschwinden der Schwulen aus dem Popbuisness, hin zur House Szene und dann in die Modewelt. Ein SVM Hirngespinst oder vorstellbar? Welche großen Popsänger sind denn aktuell schwul und in den Charts?
Manche kokettieren damit und sind es nicht mal [wie David Bowie]. Oder bi oder beides. Es ist eben eine spielerische Mode, eigentlich ist egal, ob eine/einer lesbisch/schwul ist oder nicht, es sei denn er lebt es in seiner Kunst aus wie Antony oder Beth Ditto.

Some Velvet Morning
24.02.2010, 14:44
Du meinst, ob jemand schwul ist, hört man an der Stimme? Nicht dein Ernst, oder?
Nicht, ob er schwul ist, aber dieser androgyne/schwule Gesangsstil exisiert für mich schon. Manche Hörer hassen ihn, andere Hörer mögen ihn. Ich denke, du weisst, was ich meine. Aktuell würde ich an Antony And The Johnsons oder The Irrepressibles denken. Da mag man den Gesang oder eben nicht. Es ist aber für mich schon eine bestimmte Art des Singens. Die männliche Stimme klingt sehr feminin bei Gesang.

Some Velvet Morning
24.02.2010, 14:47
Manche kokettieren damit und sind es nicht mal [wie David Bowie]. Oder bi oder beides. Es ist eben eine spielerische Mode, eigentlich ist egal, ob eine/einer lesbisch/schwul ist oder nicht, es sei denn er lebt es in seiner Kunst aus wie Antony oder Beth Ditto.
Natürlich und ich habe wie gesagt eher ein Faible für diese Art des Gesangs. Mir ist es auch egal, ob der Sänger schwul ist. Ich vermisse nur ein wenig diese Art des Singens in der heutigen Popwelt. Vor allem in den Charts. Antony oder Shearwater sind da willkommene Ausnahmen. Seit den Noughties gibt es immer Nischen für jeden Musikgeschmack, aber mir es ja jetzt erstmal um das Verschwinden des schwulen Pop aus den Charts und da liege ich doch nicht so falsch.

GefährlicheBohnen
24.02.2010, 14:51
Natürlich und ich habe wie gesagt eher ein Faible für diese Art des Gesangs. Mir ist es auch egal, ob der Sänger schwul ist. Ich vermisse nur ein wenig diese Art des Singens in der heutigen Popwelt. Vor allem in den Charts. Antony oder Shearwater sind da willkommene Ausnahmen. Seit den Noughties gibt es immer Nischen für jeden Musikgeschmack, aber mir es ja jetzt erstmal um das Verschwinden des schwulen Pop aus den Charts und da liege ich doch nicht so falsch.
Ich hoffe, es ist nicht zu abwegig, wenn ich hier Manga-Bill von Tokio Hotel als Gegenbeispiel anführe: Offenbar nicht schwul und in den Charts. Er kokkettiert doch auch gewaltig mit seiner Androgynität. Und er hat Erfolg.

Malibu
24.02.2010, 15:02
Ich hoffe, es ist nicht zu abwegig, wenn ich hier Manga-Bill von Tokio Hotel als Gegenbeispiel anführe: Offenbar nicht schwul und in den Charts. Er kokkettiert doch auch gewaltig mit seiner Androgynität. Und er hat Erfolg.

Eigentlich ist die ganze Visual Kei Szene sehr androgyn. Und die Indie-Schlackse wirken auf mich auch nicht besonders machomäßig.

Mir ist die Fragestellung noch zu ungenau. Geht es um Gesangsstil, um Ästhetik, um offen bekennende Schwule (ging die Outing-Welle nicht erst Mitte der 80er los?) oder um androgynen Pop der 80er vs. männlichen Rock/Hip Hop der 90er?

Harry Rag
24.02.2010, 15:23
Was hat denn die persönliche sexuelle Präferenz mit dem Musikgeschmack zu tun?

John Bill
24.02.2010, 15:26
Was hat denn die persönliche sexuelle Präferenz mit dem Musikgeschmack zu tun?
ich glaube es geht darum: wenn du schwul wärest, dann würdest du schwule Klamotten tragen und schwul singen - oder so ähnlich...

bloodandwater
24.02.2010, 18:04
und um weitere Missverständnisse auszuschließen, weil ich mich so für "schwulen" Pop begeistere: Nein, ich persönlich bin nicht schwul.
Ich wüsste nicht, warum das bei der Diskussion von Bedeutung sein sollte.


Gut, an Kurt habe ich auch gedacht. Aber ein Unterschied zu den 80s Sängern gibt es bei beiden Beispielen: Sie waren nicht schwul. Das hört man ihren Stimmen auch an.

Herrjeh, SVM, überdenk das bitte noch einmal.


Vielleicht ist es nur eine weitere SVM Theorie, aber dieses Abwandern in die House Szene war im Popbereich schon festzustellen. House war die Musik der schwulen Szene, sie feierte sich selbst und wanderte ab vom Pop Buisness in die Houseclubs und zunehmend forcierter in die Modebranche.
Abgesehen davon, dass der Dance Floor zunächst sicher auch eine Art Safer Space (auch) für Homosexuelle war, ist es doch stark vereinfacht und geradezu die falsche Richtung, Disco und House als schwules Kulturgut zusammenzufassen. Der von Dir immer wieder erwähnte Gesang und die Ästhetik waren doch oft gerade das nicht: Zurschaustellen der eigenen Homosexualität oder gar der "Versuch, schwul auszusehen", wie Du es formuliertest. Eher ein Aufsprengen der herrschenden Geschlechter- und Sexualitätsbilder ("männliche/s kontra weibliche/s oder etwa heterosexuelle/s kontra homosexuelle/s Stimmen, Kleiden, Auftreten), ganz gleich, zu wem man sich selbst hingezogen fühlte. Die Frage sollte sich gar nicht mehr stellen.


Heutzutage bei DSDS: Je trendiger gekleidet, geschickter im Tanzvermögen und anbiedernd an vermeintliche Größen (Dieter Bohlen), desto mehr Chancen auf Erfolg. Mit Musik, kompositorischen Qualitäten etc. hat das wenig zu tun.
Das von Dir bezeichnete Phänomen des "schwulen Pops" aber auch nicht...




Vielleicht drückst Du Dich auch nur etwas missverständlich aus.

kramer
25.02.2010, 08:03
Was denkt ihr dem zum Verschwinden der Schwulen aus dem Popbuisness, hin zur House Szene und dann in die Modewelt. Ein SVM Hirngespinst oder vorstellbar? Welche großen Popsänger sind denn aktuell schwul und in den Charts?Das klingt alles ziemlich naiv. Wer (ausser dir) sagt denn, dass die Homosexuellen aus dem "Popbusiness" (dir scheint nicht klar zu sein, dass dieser Begriff sich nicht nur auf "Popsänger" bezieht) verschwunden sind? Glaubst du ernsthaft, dass jeder homosexuelle Sänger die Notwendigkeit sieht, seine sexuelle Orientierung in die Öffentlichkeit zu tragen, oder damit zu kokettieren?

Satiee
27.02.2010, 17:18
Höchst 'attraktiv' behalte ich die Koketterie mit dem androgynen Ouevre in Erinnerung, als ab ca. 1974 Roxy Music / Sparks / M Bolan nebst D. Bowie
unsere 'studentischen Sektfrühstücke' glänzend aufmischten. Wir, ob Männlein oder Weiblein, den RAF-Drall vollends satt, schminkten und kleideten uns gegenseitig aus so noch nie gewagtem Narzismus und 'jointen' jenseits von überfällig gewordenen Hippiegelüsten....liebten, masturbierten und litten end - und schamlos :
"Nein, das ist nicht das Ende der Welt,
gestrandet an Leben und Kunst,
und das Spiel wird weitergeh'n...
wie man weiss,
noch viele schönste Wiedersehn" / so ROXY auf 'Deutsch':liebe:

(Ach ihr , die ihr die Zeit noch nicht geboren...ihr könnt sie nicht nachholen .:-)) )

GefährlicheBohnen
27.02.2010, 17:26
Höchst 'attraktiv' behalte ich die Koketterie mit dem androgynen Ouevre in Erinnerung, als ab ca. 1974 Roxy Music / Sparks / M Bolan nebst D. Bowie
unsere 'studentischen Sektfrühstücke' glänzend aufmischten. Wir, ob Männlein oder Weiblein, den RAF-Drall vollends satt, schminkten und kleideten uns gegenseitig aus so noch nie gewagtem Narzismus und 'jointen' jenseits von überfällig gewordenen Hippiegelüsten....liebten, masturbierten und litten end - und schamlos :
"Nein, das ist nicht das Ende der Welt,
gestrandet an Leben und Kunst,
und das Spiel wird weitergeh'n...
wie man weiss,
noch viele schönste Wiedersehn" / so ROXY auf 'Deutsch':liebe:

(Ach ihr , die ihr die Zeit noch nicht geboren...ihr könnt sie nicht nachholen .:-)) )

Das gab es auch in abgemilderter Form Ende der 80er in Studentenkreisen, vor allem bei Theaterwissenschaftlern. Die Jungs trugen gern Kajalstift.
Was war ich enttäuscht, das ausgerechnet der Streikanführer (auch Theaterwissenschaftler - der Bestaussehendste) schwul war.

Sehr schönes Statement, Satiee.

Satiee
27.02.2010, 17:42
Das gab es auch in abgemilderter Form Ende der 80er in Studentenkreisen, vor allem bei Theaterwissenschaftlern. Die Jungs trugen gern Kajalstift.
Was war ich enttäuscht, das ausgerechnet der Streikanführer (auch Theaterwissenschaftler - der Bestaussehendste) schwul war.

Sehr schönes Statement, Satiee.

Stimmt mich fast ähnlich ;-) , weil guter Studenten-Job am Kieler Stadttheater war; ob schwul oder nicht, war nur scheinbar völlig wurscht....ob geschminkt oder nicht ebenso....das war noch das wunderbare Durcheinander....

GefährlicheBohnen
27.02.2010, 17:46
Stimmt mich fast ähnlich ;-) , weil guter Studenten-Job am Kieler Stadttheater war; ob schwul oder nicht, war nur scheinbar völlig wurscht....ob geschminkt oder nicht ebenso....das war noch das wunderbare Durcheinander....

Deswegen gefällt mir das auch so gut, wenn die Jungs das auch heute nicht als unmännlich ansehen und sich entsprechend zurechtbretzeln. Ob Manga, Emo oder sonst noch was. Wem es gefällt und sich damit wohlfühlt ... Ich glaube, das Männerbild hat sich sehr gewandelt.

Satiee
27.02.2010, 19:53
Deswegen gefällt mir das auch so gut, wenn die Jungs das auch heute nicht als unmännlich ansehen und sich entsprechend zurechtbretzeln. Ob Manga, Emo oder sonst noch was. Wem es gefällt und sich damit wohlfühlt ... Ich glaube, das Männerbild hat sich sehr gewandelt.

hoffe dito ,daß es ~ so geworden~ :liebe_2: ist ....shalalala....;-)

Some Velvet Morning
27.02.2010, 19:55
Eigentlich ist die ganze Visual Kei Szene sehr androgyn. Und die Indie-Schlackse wirken auf mich auch nicht besonders machomäßig.

Mir ist die Fragestellung noch zu ungenau. Geht es um Gesangsstil, um Ästhetik, um offen bekennende Schwule (ging die Outing-Welle nicht erst Mitte der 80er los?) oder um androgynen Pop der 80er vs. männlichen Rock/Hip Hop der 90er?
Ich habe hier mehrere Themenblöcke sozusagen in die Runde geworfen. Mir geht es vornehmlich um den Gesangsstil und die Art von Pop der 80er. Es wäre diesbezüglich interessant, wenn ein 80s Anhänger sich mal dazu äußert, der vielleicht versteht, was ich meine (vielleicht Herr Rossi?).
Ein Outing wird heutzutage wahrscheinlich leichter sein als damals. Wenn man sich überlegt, wie lange George Michael noch mit Videos wie "I want your sex" sein Schwulsein zu kaschieren versucht hat. Das wäre heute wohl nicht mehr nötig. Mir geht es um den Gesang und die Ästhetik beispielsweise von Soft Cell. Marc Almond kam wirklich schon ziemlich schwul rüber als Frontmann und ich finde die Videos selbst in unseren pseudo-toleranten Zeiten ziemlich extrem. Er hat Einem seine Homosexualität so richtig hingeworfen. Das hatte was ziemlich Radikales und sollte wohl auch produzieren. Ich denke nicht, dass diverse Videos so heute noch gedreht werden würden.
Was pseudo androgyne "Indie" Kids anbelangt- darum geht es mir nicht. Bleiben wir meinetwegen beim Thema Homosexualität, aber es geht mir auch um Eure Gedanken zum Thema.

Travis Bickle
27.02.2010, 20:00
Es wäre diesbezüglich interessant, wenn ein 80s Anhänger sich mal dazu äußert, der vielleicht versteht, was ich meine.

Was genau ist ein "80s Anhänger" ?

Some Velvet Morning
27.02.2010, 20:02
[QUOTE=bloodandwater;2102704]
...Disco und House als schwules Kulturgut zusammenzufassen. Der von Dir immer wieder erwähnte Gesang und die Ästhetik waren doch oft gerade das nicht: Zurschaustellen der eigenen Homosexualität oder gar der "Versuch, schwul auszusehen", wie Du es formuliertest. Eher ein Aufsprengen der herrschenden Geschlechter- und Sexualitätsbilder ("männliche/s kontra weibliche/s oder etwa heterosexuelle/s kontra homosexuelle/s Stimmen, Kleiden, Auftreten), ganz gleich, zu wem man sich selbst hingezogen fühlte. Die Frage sollte sich gar nicht mehr stellen.[QUOTE]

Ich habe nicht Disco und House als schwules Kulturgut zusammengefasst. Das wäre viel zu vereinfacht. Gleichzeitig spielt die schwule Szene beim Entstehen eine wichtige Rolle. Die ersten Houseclubs in den USA waren Gay-Clubs. Oft waren es farbige Gays. Es war diese damals neue Musik und in ihrer Radikalität und Andersartigkeit sprach sie diese "Randgruppen" der Gesellschaft eben gerade an.

GefährlicheBohnen
27.02.2010, 21:13
hoffe dito ,daß es ~ so geworden~ :liebe_2: ist ....shalalala....;-)
:lol:
Und irgendwie finde ich die zwei süß, die ja auch kräftig kokettiert haben.
http://static.paulsmith.co.uk/images/width730/keith-richards-mick-jagger-26628.JPG

THELONICA
27.02.2010, 23:17
Das könnte noch ein ganz schwieriges Thema werden, obgleich ich mehrere Themen sehe, möchte ich auch nicht alles in einen Topf werfen und nur mal kurz etwas dazu schreiben.

Die amerikanische House Community der 80er u. 90er Jahre hat z.B. viele „Unsung Heroes", die nicht ausreichend gewürdigt werden. Paradise Garage (http://www.youtube.com/watch?v=cWpAYtmsqqM), sowie andere Clubs und die Geschichte von Larry Levan sollte man nicht vergessen, wenn es um die Entstehung von House oder Techno geht. Wer sich mal über Paradise Garage auf YouTube informiert, kommt an dem unbequemen Thema Aids allerdings überhaupt nicht vorbei.

Mit dem nötigen Respekt kann man vielleicht darüber schreiben, nur wäre das nicht ganz so einfach (s. auch 90er).


Marc Almond ist sicherlich nicht nur wegen seines Gesangs interessant, das dürfte klar sein. Ich mag seine späteren Inszenierungen teilweise sogar noch viel lieber (Tattoos, Fotosessions mit Pierre et Gilles etc.), und ich konnte ihn vor einigen Jahren zusammen mit Dave Ball (Soft Cell) live erleben.

Herr Rossi
28.02.2010, 00:42
Ich habe hier mehrere Themenblöcke sozusagen in die Runde geworfen. Mir geht es vornehmlich um den Gesangsstil und die Art von Pop der 80er. (...)
Was pseudo androgyne "Indie" Kids anbelangt- darum geht es mir nicht. Bleiben wir meinetwegen beim Thema Homosexualität, aber es geht mir auch um Eure Gedanken zum Thema.

Du verknüpfst hier ja einige Dinge, die man erstmal für sich diskutieren müsste. Homosexualität und Androgynität waren wichtige Leitmotive der Popmusik der 80er, das ist klar. Dass kommerziell erfolgreiche Künstler wie Marc Almond, Jimmy Sommerville usw. ihr Schwulsein offensiv thematisierten (und auch die diskriminierende Gesetzgebung in England), war sicher ein neues Phänomen. Aber das waren letztlich nur einige der Künstler. Vielleicht noch wichtiger war, dass Pop in jener Zeit, mir fällt kein besserer Begriff ein: metrosexuell war. Bands wie ABC, Human League, Duran Duran, Culture Club, Depeche Mode (Frühphase!), Associates usw. identifiziert man nicht so wie Soft Cell oder Frankie Goes To Hollywood als schwule Bands, aber die machten weder "Jungsmusik" noch sahen sie sonderlich "straight" aus. Auch ein Prince war bei allen Macho-Posen nicht so eindeutig viril-hetero wie etwa ein James Brown, er wirkte zugleich feminin. Oder Dexys Midnight Runners: Musikalisch hatten sie wenig gemeinsam mit den New Romantics, Synth-Poppern usw., aber optisch passten sie ins Gesamtbild. Kevin Rowland war eben nicht "Van The Man".

Eine ganz andere Frage ist, ob es solchen Pop heute nicht mehr gibt. Dieses "heute gibt es nur noch DSDS" kann ich nicht nachvollziehen. Gerade in den letzten Jahren gab und gibt es doch erfolgreiche Bands und Künstler wie Black Kids, MGMT, Santogold, La Roux, Gossip, Hurts, Girls usw., die gender-crossing und queerness auch wieder charts-tauglich machen. Du hörst vielleicht nur die falsche "Indie"-Musik.;-)

Mistadobalina
28.02.2010, 09:41
@ Rossi Weil sie mir am Herzen liegt: die Band heißt Hurts. :)

@ SVM: Es gibt übrigens z.B. auch Mika, Scissor Sisters und Rufus Wainwright.

Aber was hat das Thema mit DSDS zu tun?

Herr Rossi
28.02.2010, 10:51
Aber was hat das Thema mit DSDS zu tun?

SVMs Eingangsstatement war, dass im Gegensatz zu den frühen 80ern heute nur noch stromlinienförmig-banaler Pop a la DSDS Aussichten auf die Charts hat.

Mistadobalina
28.02.2010, 11:09
SVMs Eingangsstatement war, dass im Gegensatz zu den frühen 80ern heute nur noch stromlinienförmig-banaler Pop a la DSDS Aussichten auf die Charts hat.

Na ja, stromlinienförmigen Pop gab's immer.

Herr Rossi
28.02.2010, 11:12
Eben. Man muss sich ja nur mal anschauen, was z.B. 1981 die meistverkauften Singles in Deutschland waren:

1 Dance Little Bird - Electronica's
2 Stars On 45 - Stars On 45
3 Angel Of Mine - Frank Duval & Orchestra
4 Fade To Grey - Visage
5 Super Trouper - Abba
6 Ja, wenn wir alle Englein wären - Fred Sonnenschein und seine Freunde
7 In The Air Tonight - Phil Collins
8 Bette Davis Eyes - Kim Carnes
9 Kids In America - Kim Wilde
10 Hands Up (Give Me Your Heart) - Ottawan

Über so Sachen wie #1-3, 6 und 10 deckt die Erinnerung vielleicht den Mantel des Vergessens, aber auch das war Pop der frühen 80er.

kramer
28.02.2010, 12:48
Was genau ist ein "80s Anhänger" ?Keine Ahnung. SVM jedenfalls nicht. Der ist 80s-Experte.

Clau
28.02.2010, 13:22
Er hat Einem seine Homosexualität so richtig hingeworfen. Das hatte was ziemlich Radikales und sollte wohl auch produzieren.
Wie bitte?

Mikko
28.02.2010, 13:27
Wie bitte?Ich glaube, er meint "provozieren".

Some Velvet Morning
28.02.2010, 21:20
Eben. Man muss sich ja nur mal anschauen, was z.B. 1981 die meistverkauften Singles in Deutschland waren:

1 Dance Little Bird - Electronica's
2 Stars On 45 - Stars On 45
3 Angel Of Mine - Frank Duval & Orchestra
4 Fade To Grey - Visage
5 Super Trouper - Abba
6 Ja, wenn wir alle Englein wären - Fred Sonnenschein und seine Freunde
7 In The Air Tonight - Phil Collins
8 Bette Davis Eyes - Kim Carnes
9 Kids In America - Kim Wilde
10 Hands Up (Give Me Your Heart) - Ottawan

Über so Sachen wie #1-3, 6 und 10 deckt die Erinnerung vielleicht den Mantel des Vergessens, aber auch das war Pop der frühen 80er.
Nein, ich habe sie nicht vergessen. Aber immerhin hatten wir drei großartige No1 in den Charts: Kids in America, Fade to grey und Bette Davis Eyes. Super Trouper war zudem ein guter Hit. Das schaffen heutige Jahrgänge nicht mehr. Mit sehr viel Glück ist mal eine Nummer dabei, die aber bei Weitem nicht die Qualität eines "Fade to grey" oder "Stand And Deliver" hat.

Some Velvet Morning
28.02.2010, 21:36
Dass kommerziell erfolgreiche Künstler wie Marc Almond, Jimmy Sommerville usw. ihr Schwulsein offensiv thematisierten (und auch die diskriminierende Gesetzgebung in England), war sicher ein neues Phänomen. Aber das waren letztlich nur einige der Künstler. Vielleicht noch wichtiger war, dass Pop in jener Zeit, mir fällt kein besserer Begriff ein: metrosexuell war. Bands wie ABC, Human League, Duran Duran, Culture Club, Depeche Mode (Frühphase!), Associates usw. identifiziert man nicht so wie Soft Cell oder Frankie Goes To Hollywood als schwule Bands, aber die machten weder "Jungsmusik" noch sahen sie sonderlich "straight" aus. Auch ein Prince war bei allen Macho-Posen nicht so eindeutig viril-hetero wie etwa ein James Brown, er wirkte zugleich feminin. Oder Dexys Midnight Runners: Musikalisch hatten sie wenig gemeinsam mit den New Romantics, Synth-Poppern usw., aber optisch passten sie ins Gesamtbild. Kevin Rowland war eben nicht "Van The Man"....
erfolgreiche Bands und Künstler wie Black Kids, MGMT, Santogold, La Roux, Gossip, Hurts, Girls usw., die gender-crossing und queerness auch wieder charts-tauglich machen. Du hörst vielleicht nur die falsche "Indie"-Musik.;-)
Gut, du nennst es metrosexuell. Ich nenne es hier "schwulen" Pop. Wir meinen auf jeden Fall die gleiche Art des Stylings und der war bezeichnend in den "Pop 80s". Allein wie der Spandau Ballet Sänger ähnlich wie ABC das Mikrofon hielt, hat wenig mit männlichen Auftreten zu tun. Dazu der asymetrische Haarschnitt...Man muss darauf stehen. Ich mag eben besonders den Gesang dieser Bands. Billy Mackenzie geht richtig raus mit seiner Stimme. Drei Oktaven. Marc Almond gibt auch alles. Die Songs platzen geradezu nur so vor Emotionen. Da wird keine Coolness dargeboten, sondern das ganze Gefühl rausgelassen, gerne immer mit diesem Spiel in der Stimme, dass nicht ganz klar ist, wie der Sänger nun ausgerichtet ist. Selbst ein Robert Smith hat einen sehr emotionalen Gesangsstil. Abgesehen davon ist das für mich wirkliche Popmusik. Popmusik, die mich berührt. Wenn ich die Goldkettchenträger umringt mit leicht bekleideten Damen sehe, finde ich diese Attitude einfach peinlich. Wirklich singen können von den Rappern auch die Wenigsten.
Was Deine genannten Neuzeitacts anbelangt, die diesen Geist meinetwegen weitertragen, so sind sie in den deutschen Charts nicht in Pole Positions vertreten. Dieser Geist des 80s Pop lebt natürlich fort und wir wissen alle um den 80s Retro Trend, der die Noughties maßgeblich prägte, aber es bleibt eben nur ein Retro Trend. Es ist ein Weiterleben des Geistes und der Haltung, aber die Orginale bleiben ungeschlagen, auch einfach weil die Songs von der künstlerischen Qualität ziemlich hoch waren. Das waren Melodien bei Acts wie Soft Cell, ABC, Depeche Mode...

Some Velvet Morning
28.02.2010, 21:39
Ich glaube, er meint "provozieren".
Ja.

Some Velvet Morning
28.02.2010, 21:41
Die amerikanische House Community der 80er u. 90er Jahre hat z.B. viele „Unsung Heroes", die nicht ausreichend gewürdigt werden. Paradise Garage (http://www.youtube.com/watch?v=cWpAYtmsqqM), sowie andere Clubs und die Geschichte von Larry Levan sollte man nicht vergessen, wenn es um die Entstehung von House oder Techno geht. Wer sich mal über Paradise Garage auf YouTube informiert, kommt an dem unbequemen Thema Aids allerdings überhaupt nicht vorbei.
Eben. In Chicago gab es das legendäre Warehouse.

Herr Rossi
28.02.2010, 21:58
Gut, du nennst es metrosexuell. Ich nenne es hier "schwulen" Pop.
Wir meinen auf jeden Fall die gleiche Art des Stylings und der war bezeichnend in den "Pop 80s". Allein wie der Spandau Ballet Sänger ähnlich wie ABC das Mikrofon hielt, hat wenig mit männlichen Auftreten zu tun.


Ja, aber es blieb letztlich offen, ob Martin Fry oder Tony Hadley tatsächlich schwul waren oder nicht. Genau damit spielte Prince ja auch - "am I black or white, am I straight or gay" sang er in "Controversy". Die Eindeutigkeiten verwischten, ebenso wie verschiedene Sängerinnen sich damals mit androgynem Äußeren klaren Rollenbildern entzogen haben.


Wenn ich die Goldkettchenträger umringt mit leicht bekleideten Damen sehe, finde ich diese Attitude einfach peinlich. Wirklich singen können von den Rappern auch die Wenigsten.

Rapper singen auch nicht (es gibt Ausnahmen), sondern sie rappen. Das sind unterschiedliche Dinge. Abgesehen davon gibt es auch nicht nur diese Klischee-Rapper.


Was Deine genannten Neuzeitacts anbelangt, die diesen Geist meinetwegen weitertragen, so sind sie in den deutschen Charts nicht in Pole Positions vertreten.

Immerhin sind Gossip bis in die Top10 und sogar bis in die "Bravo" vorgedrungen. Und was immer man von Tokio Hotels Musik hält, so ist Bill doch vom Typus her ein Teenie-Star wie aus den frühen 80ern, ein feminines, "unnatürlich" stilisiertes Popwesen. Es wird immer ein Bedürfnis geben nach solchen Stars.

Ansonsten hat es England mal wieder besser, dort sind La Roux richtig groß und auch Bands wie Black Kids hatten Hits.

Some Velvet Morning
28.02.2010, 21:59
SVMs Eingangsstatement war, dass im Gegensatz zu den frühen 80ern heute nur noch stromlinienförmig-banaler Pop a la DSDS Aussichten auf die Charts hat.
Ganz so hart will ich mich nicht ausdrücken. Bezogen auf Deutschland allerdings schon. Dieter Bohlen hat inzwischen eine Position in dieser Republik und prägt ein Popverständnis mit seiner Definition, was einen guten Song ausmacht, das es schon erschreckend ist. Wären Modern Talking jetzt so großartig gewesen bitte, aber bei der Historie wäre manch einer bescheidener. Aber so ist er eben. Er hält sich für großartig und die ganze Show ist narzisstisch geprägt. Es geht nur noch um Darstellung, Performance, Aussehen, der Glaube, ein großer Star zu sein, der Kampf um Anerkennung...Ich habe sie jetzt einmal gesehen und ich kann mir so etwas echt nicht geben. Mir wird da regelrecht schlecht von. Es ist so gegen alles, was Musik für mich ausmacht. Immerhin ist eine Samstag Abend Show, die ein Millionenpublikum anspricht.

Mistadobalina
28.02.2010, 22:08
Ganz so hart will ich mich nicht ausdrücken. Bezogen auf Deutschland allerdings schon. Dieter Bohlen hat inzwischen eine Position in dieser Republik und prägt ein Popverständnis mit seiner Definition, was einen guten Song ausmacht, das es schon erschreckend ist. Wären Modern Talking jetzt so großartig gewesen bitte, aber bei der Historie wäre manch einer bescheidener. Aber so ist er eben. Er hält sich für großartig und die ganze Show ist narzisstisch geprägt. Es geht nur noch um Darstellung, Performance, Aussehen, der Glaube, ein großer Star zu sein, der Kampf um Anerkennung...Ich habe sie jetzt einmal gesehen und ich kann mir so etwas echt nicht geben. Mir wird da regelrecht schlecht von. Es ist so gegen alles, was Musik für mich ausmacht. Immerhin ist eine Samstag Abend Show, die ein Millionenpublikum anspricht.

Na ja sowas gibt es ja nun auch im UK und anderswo auch, DSDS bzw. Pop Idol ist kein deutsches Format. Ich weiß auch wirklich nicht, was das mit dem Thema zu tun hat.

Some Velvet Morning
28.02.2010, 22:09
Ja, aber es blieb letztlich offen, ob Martin Frye oder Tony Hadley tatsächlich schwul waren oder nicht. Genau damit spielte Prince ja auch - "am I black or white, am I straight or gay" sang er in "Controversy". Die Eindeutigkeiten verwischten, ebenso wie verschiedene Sängerinnen sich damals mit androgynem Äußeren klaren Rollenbildern entzogen haben.
Genau, es war so ein Kokettieren mit Androgynität/Homosexualität und gerade dieses Spiel machte es aus. Diese Art der Koketterie spiegelte sich für mich im eher "metrosexuellen" Gesang wieder.








Immerhin sind Gossip bis in die Top10 und sogar bis in die "Bravo" vorgedrungen. Und was immer man von Tokio Hotels Musik hält, so ist Bill doch vom Typus her ein Teenie-Star wie aus den frühen 80ern, ein feminines, "unnatürlich" stilisiertes Popwesen. Es wird immer ein Bedürfnis geben nach solchen Stars.

Ansonsten hat es England mal wieder besser, dort sind La Roux richtig groß und auch Bands wie Black Kids hatten Hits.
Du immer mit Deinen La Roux. ;-) Die geben mir so nichts. Tokio Hotel finde ich schlimm. Die letzte gute "Teenie" Band, die Deutschland hatte, waren Echt. Gute Songs, sie spielten die Instrumente selbst und ein phänomenale Coverversion von "Junimond".

Some Velvet Morning
28.02.2010, 22:12
Na ja sowas gibt es ja nun auch im UK und anderswo auch, DSDS bzw. Pop Idol ist kein deutsches Format. Ich weiß auch wirklich nicht, was das mit dem Thema zu tun hat.
Wir können es hier rausnehmen als Thema. Du fragtest nach bezüglich DSDS und ich habe meine Meinung kundgetan. Lassen wir es meinetwegen damit ruhen. England hat zwar auch diese Art von Show, aber du willst doch nicht England, was die Musikkultur anbelangt mit Deutschland vergleichen? England wird immer mit neuen Artists aufwarten. Allein letztes Jahr hat England und gerade Schottland Einiges geboten.

Some Velvet Morning
28.02.2010, 22:17
Rapper singen auch nicht (es gibt Ausnahmen), sondern sie rappen. Das sind unterschiedliche Dinge. Abgesehen davon gibt es auch nicht nur diese Klischee-Rapper.

Rap spricht mich nicht an. Es bleibt für mich, dass sie nicht singen können. Ausnahmen gibt es natürlich. Gleichzeitig finde ich bei den 80s Sachen Grandmaster Flashs "The message" großartig. Der Song hat eine Message, die Stimme geht richtig raus und es gibt Rap Beispiele in den 80s, die für mich gut klingen. Vielleicht wollten sie auch "weiß" klingen mit ihrer Musik (?). Neneh Cherrys Rapeinlagen bei "Manchild" finde ich beispielsweise gut. Oran "Juice" Jones rappt grandios bei "The rain". Die 90er waren für mich dann der Totalabsturz dieses Genres. Aber gut: Ich habe wirklich Probleme mit Hip Hop/Rap und bekomme schon teilweise eine Krise, wenn ein Jugendlicher nicht in der Lage ist sich eine Mütze richtig auf den Kopf zu setzen.

Mistadobalina
28.02.2010, 22:19
W England hat zwar auch diese Art von Show, aber du willst doch nicht England, was die Musikkultur anbelangt mit Deutschland vergleichen?

Nein, natürlich nicht! Mach nicht immer gleich immer so ein Fass auf, ich habe nur gesagt, dass es diese Show auch in anderen Ländern gibt.

Travis Bickle
28.02.2010, 22:26
Rap spricht mich nicht an. Es bleibt für mich, dass sie nicht singen können. Ausnahmen gibt es natürlich. Gleichzeitig finde ich bei den 80s Sachen Grandmaster Flashs "The message" großartig. Der Song hat eine Message, die Stimme geht richtig raus und es gibt Rap Beispiele in den 80s, die für mich gut klingen. Vielleicht wollten sie auch weiß klingen mit ihrer Musik. Neneh Cherrys Rapeinlagen bei "Manchild" finde ich beispielsweise gut. Orange Juice Jones rappt grandios bei "The rain".

Der Mann heisst nicht Orangensaft, sondern Oran "Juice" Jones. Kannst Du ein paar der "Rap-Beispiele" nennen, die für Dich "weiss" klingen ? Bei der Gelegenheit kannst Du eventuell auch darüber aufklären an welcher Stelle Oran "Juice" Jones so grandios in "The Rain" rappt ? Deiner "80 = Schwule Popstars"-Story konnte ich schon nicht folgen, jetzt aber hast Du mich komplett verloren.

Some Velvet Morning
28.02.2010, 22:26
Nein, natürlich nicht! Mach nicht immer gleich immer so ein Fass auf, ich habe nur gesagt, dass es diese Show auch in anderen Ländern gibt.
Nun gut. Meine Rap Einwürfe können meinetwegen überlesen werden und wir wenden uns wieder dem Thema zu.

Some Velvet Morning
28.02.2010, 22:29
Deiner "80 = Schwule Popstars"-Story konnte ich schon nicht folgen, jetzt aber hast Du mich komplett verloren.
Na denn. Lassen wir das Thema Rap. Wahrscheinlich ist "The rain" kein erstzunehmender Rap Song für Dich. Oran ist editiert.

weilstein
28.02.2010, 22:37
Wahrscheinlich ist "The rain" kein erstzunehmender Rap Song für Dich.

Es ist überhaupt kein "Rap Song".

Some Velvet Morning
28.02.2010, 22:37
Deiner "80 = Schwule Popstars"-Story konnte ich schon nicht folgen, jetzt aber hast Du mich komplett verloren.
Dann sag doch einfach mal Deine Haltung zu diesem Thema und ende nicht mit den Worten, dass ich Dich komplett verloren hätte bezüglich des Themas.

Some Velvet Morning
28.02.2010, 22:40
Es ist überhaupt kein "Rap Song".
Ja. Schlechtes Beispiel. Am Ende von der 12inch rappt er leicht, aber meinetwegen kein wirklicher Rap Song.

weilstein
28.02.2010, 22:43
"Leicht" rappen? Er redet ganz einfach. Was findest Du daran grandios?

Some Velvet Morning
28.02.2010, 22:49
Ich finde den ganzen Song grandios. Die Synthies, die Melodieführung, die Rhythmik und mir gefällt das Ende sehr. Du magst den Song nicht? Dass es ein schlechtes Beispiel bezüglich Rap war, habe ich doch eingeräumt. Nehmen wir lieber Grandmaster Flash ("The message). In dem Stück wird "gerappt" und mir gefällt es ziemlich gut, obwohl es sonst so gar nicht mein Genre ist.

Fevers and Mirrors
28.02.2010, 22:53
Kids, die ihre Kappen nicht richtig aufsetzen können; Rapper, die nicht singen können; Echt, die wenigstens noch ihre Instrumente selber spielen konnten; GN'R, die nichts mit Make-Up zu tun haben; die Charts der 80er als Gegenentwurf zur heutigen Zeit, in der trendige Kleidung und Tanzvermögen den Hauptauschlag geben - das ist jetzt alles bitte nicht ernst gemeint, oder?

Travis Bickle
28.02.2010, 22:56
Dann sag doch einfach mal Deine Haltung zu diesem Thema und ende nicht mit den Worten, dass ich Dich komplett verloren hätte bezüglich des Themas.

Ich denke nicht dass wir uns bei dem Thema treffen werden. Davon abgesehen dass Du Dich teilweise etwas unglücklich ausdrückst, scheinst Du eine sehr eingeschränkte und naive Wahrnehmung vom "Pop der 80er" zu haben.

Some Velvet Morning
28.02.2010, 23:01
...scheinst Du eine sehr eingeschränkte und naive Wahrnehmung vom "Pop der 80er" zu haben.
Das "Naive" wäre zu diskutieren und würde ich so nicht stehen lassen. Wir reden hier über Mainstream Pop der 80er. Du kennst meine Listen im Eighties Thread und mir ist durchaus das Gesamtspektrum der 80s bewusst.
Da ich aber gleichzeitig selber merke, dass ich müde des "Diskutierens" hier werde, weil es die ganze Zeit ein Dagegenanreden ist, kann es sein, dass ich mich, was diesen Thread anbelangt, verabschiede.

Satiee
02.03.2010, 17:05
Das "Naive" wäre zu diskutieren und würde ich so nicht stehen lassen. Wir reden hier über Mainstream Pop der 80er. Du kennst meine Listen im Eighties Thread und mir ist durchaus das Gesamtspektrum der 80s bewusst.
Da ich aber gleichzeitig selber merke, dass ich müde des "Diskutierens" hier werde, weil es die ganze Zeit ein Dagegenanreden ist, kann es sein, dass ich mich, was diesen Thread anbelangt, verabschiede.

Verabschiede Dich bitte noch nicht:-) ...denn ich finde nicht,es sollte nur um den "mainstream-pop" der 80er gehen. Das "Naive", das diesbezüglich durchaus diskussionswürdig bleibt, bestand ca. ab >1981< (was oft und vielseitig wie ein ~magisches Jahr~ erwähnt bleibt) explizit aus der sog. "Neuen Deutschen Welle".Und die war ja noch garnicht , nicht mal ansatzweise auf 'Mainstream' aus. Als Beispiel nenne ich DAF und ihre
'kirren Minimal-Musik/Sprechgesang"-Alben, deren schwul/schwülen songs
nachgesagt wurde, sie kokketierten mit "jugendverderbenden" Texten wie
VERSCHWENDE DEINE JUGEND ~ oder "tanz den Hitler".Die songs gerieten
auf den Index "öffentlicher Radiosender".DAF schwitzten einen "verbotenen
Zeitgeist" aus, nach dem Motto "obszön wird durch Verbot erst schön".
Und das zu Zeiten,als in den 'öffentlichen Medien' Dieter Thomas Heck noch
für den 'Anstand deutscher Schlagertexte' sich zuständig wähnte.Auch die nie zu vergessenden 'Einstürzenden Neubauten' randalierten gegen das EGO
des MACHO ; Blixa Bargeld und F.M.Einheit - nicht zu vergessen KRUPPS.
Selbst der "JUNGE WILDE" Maler SALOME brachte experimentelle "Kunstsongs" wie 'Geile Tiere' raus - und dass abseits allen mainstreams.

Das war in meinen Augen die "letzte Phase" deutschen ART-underground's,
wie sie in d e r antikommerziellen und kunstübergreifenden Radikalität an
die dadaistischen Strukturen der Vornazizeit anknüpfte.
Parallel passierten in England dito fast vergessene bands wie THE FLYING LIZARDS, The WIRE mit ähnlich minimalistisch struktuierten 'Kontrahits'.
Ob androgyn oder wie auch immer blieb übergeschlechtlich irrelevant.Zu
CURE's Album '17tn seconds' fragte damals selbst die ZEIT an,wann sich
Robert Smith wohl endlich sein Leben nehmen werde - sowas von "unmännlich", ja 'suicid' wurde das Album eingeschätzt.

Ich trieb mich in den 80ern in HH damals häufig in der 'Nachtszene', primär einem berüchtigtem Club namens "subito" herum.Nur verkannte Bohemien's unter sich, zu denen aus dem HH-Schauspielhaus zuweilen auch zugedröhnt Blixa Bargeld stiess,ohne daß ihn irgendjemand zur Kenntnis nahm.Die wahre
Atmosphäre in dieser Szenerie bestand aus einem irrationalen Abwarten auf sowas wie NICHTS. Eine letzte "insulare Qualität", die heute längst infolge der I-Net + Handy/SMS- Mainstream-communication nicht mehr nachvollzogen werden kann.
Ich bin inzwischen daher mehr als sehr davon überzeugt,daß sich selbst der
"Textgehalt" von songs aller weiteren Musiken - und ihre sounds an sich
nur noch auf einer und nun für immer gleichen Bewußtseinsscheibe um die eigenen Achsen drehen werden ...d.h. sozusagen Formen von endless-dauer-dejavues annehmen.
Alle EX-Tabu's sind eh in der KUNST entgültig durchbrochen.Auch in der Rock-Pop-Musik.

Immer wieder muß ich in diesem Kontext an John Lennon's WATCHING THE
WHEELs denken. YOKO behält schon recht,wenn sie 'mal durchaus naiv sagte,
John Lennon hätte frühzeitig auf seine Weise sehr klare Erkenntnisse gehabt.

GefährlicheBohnen
04.03.2010, 12:59
Immerhin sind Gossip bis in die Top10 und sogar bis in die "Bravo" vorgedrungen. Und was immer man von Tokio Hotels Musik hält, so ist Bill doch vom Typus her ein Teenie-Star wie aus den frühen 80ern, ein feminines, "unnatürlich" stilisiertes Popwesen. Es wird immer ein Bedürfnis geben nach solchen Stars.

Ansonsten hat es England mal wieder besser, dort sind La Roux richtig groß und auch Bands wie Black Kids hatten Hits.

Man könnte hier auch noch Patrick Wolf, der auch ein sehr androgyner Typ ist, erwähnen. Jemand, der sich auch gern inszeniert mit Kostümen und außergewöhnlichem Outfit. Mit Erfolg.

http://www.radiomagnetic.com/images/artists/patrick_wolf1.jpg