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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Relation Preis Livekonzert vs. Preis Kinobesuch



JimKnopf
07.01.2010, 12:44
Hatte letztens eine Diskussion in einem anderen Forum, wo es mir echt die Zornesröte ins Gesicht trieb.

Es ging um den neuen James Cammeron "Avatar" und die Tatsache das der Preis für die Kinokarte stattliche 12,00 für die 3-D Version schon beachtlich sei.

Und das im Gegenzug, bei Clubkonzerten mit Newcomerbands,
es oft Diskussionen über die Eintrittspreise, die meist zwischen 6,00 und 9,00 liegen, gibt.

Ich musste mich da doch aufklären lassen, das es ja wesentlich kostspieliger sei einen Kinopalast zu betreiben als einen Club zu führen.

Jetzt bin ich immer noch der Meinung das es immer noch ein Unterschied ist ob ich ein paar Hundert Filmdosen durch die Welt verschicke, oder

Menschen, die teilweise von anderen Kontinenten rübergeschippert kommen.
wo sich bis zu 12 Personen von 17:00 bis 01:00 die Nacht um die Ohren schlagen müssen,
am nächsten Morgen sich in ihren Bus quetschen um ans andere Ende der Republik zu kurven, in der Hoffnung das die Einnahmen wenigstens das Benzin und die Busmiete decken.
Von der Überfahrtkosten vom Heimatland mal ganz abgesehen.

Lieg ich wirklich so daneben?

Whole Lotta Pete
07.01.2010, 13:21
Ich glaube nicht, dass du Unrecht hast. Vielmehr kann man beides nicht vergleichen. Es gibt viele Dinge, die man an einem Abend für 12 Euro unternehmen kann. Ein Livekonzert ist jedenfalls nicht in einer Liga mit einem Kinobesuch, 3-D-Schnickschnack hin oder her.

Vielerorts sind die Kinopreise sehr hoch. Die Entwicklung ging in den letzten Jahren stark zu großen Kinoketten. Mit aufwendiger Technik, aber auch mit kaltem Ambiente. Auch hier bei uns haben 2 große Kinopaläste die Alleinherrschaft übernommen, was leider auch bedeutete, dass restlos alle kleinen Kinos ausgestorben sind. Dafür gibt es 2 Hauptgründe - sie konnten nicht mit den Großkinos mithalten und die Menschen waren nicht bereit, dort noch in großer Zahl hin zu gehen.

Hier gibt es eine Gemeinsamkeit, aber auch Unterschiede zu Livekonzerten. Das Problem stellt sich in ähnlicher Weise, aber es gibt weiterhin viele Leute, die sehr gern kleine oder mittlere Konzerte besuchen wollen. Leider ist es kaum wirtschaftlich, sowas zu betreiben. Die Sache mit dem "Immerhin", wo ich beteiligt bin, haben ja viele mitbekommen. Wir kämpfen gerade weiter, dass es wieder aus der Asche empor steigen kann. Dann gibt es wieder Konzerte mit 10-100 Zuschauern in kleinen, verschwitzten Räumen mit lausiger Ausstattung, mieser Lichtanlage und viel Improvisation. Dafür zahlt man 5 + X Euro und hat einen ganz anderen Abend als in einem Großkino. Und das 3-D Erlebnis gibt es umsonst dazu. Man kann die Band anschließend live an der Theke ansprechen. Mach das mal mit den virtuellen Figuren aus Avatar nach dem Film ;-)

Mikko
07.01.2010, 13:24
Mal abgesehen davon, dass sich Konzerte und Filmvorführungen generell schlecht vergleichen lassen, kannst Du auch nicht einen Blockbuster wie "Avatar" mit einem Clubgig einer Newcomer Band vergleichen. Da musst Du dann schon wenigstens Mando Diao oder The Kings Of Leon oder The Killers als Vergleich heranziehen. Karten für deren Konzerte kosten so um die 30 bis 40 Euro.

Aber grundsätzlich hast Du schon Recht. Ein Konzert erfordert ein bisschen mehr an Logistik und Aufwand, als eine Kinovorstellung. Nur wird von der Newcomer Band erwartet, dass sie ihre Kosten weitgehend selbst trägt. Wenn Du die gesamten Kosten auf die Eintrittspreise in den Clubs umlegen würdest, dann müssten die deutlich höher sein als 6-9 Euro. Und dann würde wieder niemand kommen, um die Newcomer Band zu sehen. Und die würde nie bekannter werden und in größeren Clubs spielen und mehr verdienen.

Schnier
07.01.2010, 13:34
Hier in Regensburg gibt es immer noch einige unabhängige Kinos, in denen die Karten (unermäßigt) 6-7 Euro kosten. Wer dann unbedingt in ein hässliches riesen Kino will um sich die Filme in 3D anzuschauen, hat es meiner Meinung nach auch verdient zweistellige Preise zu bezahlen ;-).

Joliet Jake
07.01.2010, 13:44
Das seh ich im Wesentlichen wie Pete und Mikko, wobei ich noch soweit gehe, daß Club- und Hallen/Stadienkonzerte genausowenig vergleichbar sind wie Musik-Konzerte und Kino.
Der Anspruch ist i.d.R. ein anderer, weil bei Clubgigs die finanziellen Erwartungen der Bands zugunsten "strategischer" Überlegungen zurücktreten müssen. Bei großen Gigs (gr. Hallen, Stadien) muß viel mehr Geld umgesetzt werden, weil der Aufwand ein höherer ist (z.B. zwei oder mehr Anlagen, die jeweils im Wechsel unterwegs sind) oder weil Tourneen vom selben Veranstalter organisiert werden. Unbekanntere Acts sind i.d.R. schon zufrieden, wenn es bei kleineren Locations finanziell umgeht; außerdem haben sie es da auch mit zahlreichen Veranstaltern zu tun.

Die korrekte Preis-Relation bei Kino vs. Live-Konzert sehe ich ebensowenig.
Was aber vermutlich auch daran liegt, daß die Produktionskosten immens hoch wurden und das erst mal "eingespielt" werden muß.
Für meinen Teil habe ich folgenden Deal geschlossen: Es gibt Filme, die wurden für moderne, technisch bestausgestattete Kinopaläste gemacht, die ich auch dort ansehe. Die anderen sehe ich mir in den kleinen Kinos an.
Die auseinanderlaufende Entwicklung "Programmkino" / Cineplexx lässt sich nicht aufhalten, und das ist m.E. auch gar nicht notwending. Notwendig ist meiner Meinung nach aber der filmabhängige Kinobesuch.
d.h. (@ Schnier): den Bond im Cinemaxx, den Tarantino im Ostentor oder im Regina.

Schnier
07.01.2010, 14:06
Die auseinanderlaufende Entwicklung "Programmkino" / Cineplexx lässt sich nicht aufhalten, und das ist m.E. auch gar nicht notwending. Notwendig ist meiner Meinung nach aber der filmabhängige Kinobesuch.
d.h. (@ Schnier): den Bond im Cinemaxx, den Tarantino im Ostentor oder im Regina.

Schön, ein ortskundiger also. Deine Haltung ist natürlich durchaus verständlich und konsequent. Da ein Besuch im Cinemaxx meinen Abend allerdings selten aufwertet sondern eher Kopfschmerzen verursacht, gehe ich den anderen Weg und schaue mir nur Filme an die in Kinos laufen, in denen ich mich wohlfühle. Ausnahmen, bei Filmen die mich brennend interessieren, natürlich nicht ausgeschlossen ;-).

JimKnopf
07.01.2010, 16:22
eine weiter folge dieser "entwicklung" ist das kulturelle ausgrenzen der "profinz".
wenn ich sehe was für tolle filme teilweise anlaufen, diese aber nur noch in berlin hamburg und köln laufen ist das eine entwicklung die keiner begrüßen kann.

JimKnopf
07.01.2010, 16:24
by the way, ich hab schon mehrfach bands wie no te va gustar veranstaltet, die in ihrer heimat fussballstadion füllen.
genauer gesagt, bevor sie nach europa gekommen sind haben sie kurzerhand 5x nach gang das fussballstadion von buenos aires ausverkauft (5 x 10000).
bei uns waren dann auch nur 78 zahlende zu nem ticketpreis von 8,00.
nach ihrer aussagen ist ihnen klar das sie dabei nur drauflegen.
sie machens nur aus prestigegründen und just for fun.

Sonic Juice
07.01.2010, 16:32
Ich verstehe das Problem nicht so recht. Was genau sorgt für Zornesröte? Der hohe Kinoeintritt? Also, wenn ein Film 100 Mio. $ Produktionskosten hat und alle, die in Produktion, Vertrieb und Kinobetrieb involviert sind, also vom Hauptdarsteller bis hin zum Platzanweiser, noch daran verdienen wollen, sind solche Preise, mal ein Euro mehr oder weniger gerechnet, gut nachvollziehbar. Dass die Kinos für eine neuartige 3-D-Projektion auch noch sehr kostenintensive Technik anschaffen müssen, die sich wohl nur Multiplexe leisten können, ist da noch gar nicht eingerechnet. Auch hier gilt ja im Übrigen, dass niemand zum Kinobesuch gezwungen wird, der Preis legitimerweise nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen kalkuliert wird und man sich im Übrigen auch ebensogut ein halbes Jahr später für 2-3 €die DVD ausleihen kann oder eben auf die Fernsehausstrahlung wartet.

dagobert
07.01.2010, 16:41
Was aber vermutlich auch daran liegt, daß die Produktionskosten immens hoch wurden und das erst mal "eingespielt" werden muß.Es sind nicht nur die Produktionskosten, die eingespeilt werden müssen. Um ein Kino auf die neue 3D Technik umzurüsten, mussten die Kinobesitzer Summen von mehreren 100.000 Euro aufbringen. Für kleine Kinos nicht leicht zu realisieren. Darüber hinaus zieht die neue Technik mehr Strom, was zur Folge hat, dass die variablen Kosten wesentlich höher sind, als zuvor. Das alles muss erstmal wieder eingeholt werden. (Sonic Juice hat es gerade erwähnt)
Was die Vergleichbarkeit zwischen Live-Konzerten und Kinobesuchen angeht, enthalte ich mich mit einem Fragezeichen über dem Kopf.

Stormy Monday
07.01.2010, 22:42
@ Pete, aber OT: das sind ja freundliche Nachrichten mit dem "Immerhin".

Whole Lotta Pete
08.01.2010, 03:31
@ Pete, aber OT: das sind ja freundliche Nachrichten mit dem "Immerhin".

Leider noch nicht offiziell zu bestätigen. Mit anderen Worten steht noch keine feste Unterschrift auf dem Papier.