Krautathaus
02.09.2008, 15:18
http://www.kser.org/shows/dusties/photosa-m/rubyj.jpghttp://www.sirshambling.com/images/artists_R/ruby_johnson_portrait.jpg
Als ich vor kurzem, angeregt durch Rob Bowman's Stax-Biographie, die erste Singles Box des Labels anhörte, war ich sofort fasziniert von Ruby Johnson's außergewöhnlich intensiver Stimme. Vom samtigen Ton bis zum markigen Hilferuf, vermittelt sie ein großes Spektrum an Gefühlen.
Manchmal erinnert mich Ruby ein bischen an Candi Staton, wenn ihre Stimme leicht bricht, aber ihre Emotionen packen mich derart, wie es nur Nina Simone vermag.
Vor den Staxaufnahmen hatte die in Washington DC beheimatete Sängerin bereits auf V-Tone und Neb's (dem Label ihres Produzenten) veröffentlicht und regionale Erfolge aufzuweisen. Unter anderem durch das hilfreiche Airplay des DJ's von WLOK: Al Bell.
Dieser wurde 1965 Salesmanager von Stax und verpflichtete Johnson für das Label. Ruby kam unter die Fittiche des Songwriterduos David Porter und Isaac Hayes.
In dem Zeitraum von März 1966 bis April 1967 kam Ruby Johnson vier, fünf Mal zu Sessions nach Memphis, aus denen Stax leider nur 3 Singles veröffentlichte:
I'll run your hurt away / Weak Spot ~ VOLT 133 (1966)
Come to me my darling / When my love comes down ~ VOLT 140 (1966)
If I ever needed love / Keep on keeping on ~ VOLT 147 (1967)
Die erste Single „I'll run your hurt away“ erreichte Pos. 31 der Billboard R & B Charts, und David Porter meinte: „that was one of the first songs that we got a shot to do what we really felt confident in. The song was so emotional for me till i broke down and cried just in writing it.“. Den anderen beiden war leider nur bescheider Erfolg beschert.
4 Tracks erschienen in Rob Bowman's Compilation „The complete Stax/Volt Singles 1959 – 1968“ v. 1991 und so erreichte Johnson's Musik bei den Soulfans wieder neue Aufmerksamkeit.
1993 veröffentlichte dann Stax eine CD mit 20 Stücken aus den Stax Sessions, einschließlich der 6 Singletracks, und einer Stereoversion v. „Come to me my darling“, die fälschlicherweise als Singleversion ausgewiesen wird. Die ist in Mono. Alle Titel wurden mit der Stax Hausband eingespielt: Isaac Hayes, Steve Cropper, Donald Dunn, Al Jackson jr und den Mar-Key Horns.
http://img197.imageshack.us/img197/982/41xrz8pknslsl500aa240.jpg
http://www.amazon.de/Ll-Run-Your-Hurt-Away/dp/B000000ZLV/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=music&qid=1220356463&sr=1-2 (http://www.amazon.de/Ll-Run-Your-Hurt-Away/dp/B000000ZLV/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=music&qid=1220356463&sr=1-2)
Neben Ruby Johnson's außergewöhnlicher stimmlichen Hingabe, muß man die Produktion und Arrangements aller 20 Titel betonen: sie sind von derselben Qualität, die man auch von den Aufnahmen von z.B. Otis Reddding gewohnt ist.
Ruby Johnson war froh, daß sie bei Stax nicht (wie bei Neb's) mittels Kopfhörer ihren Part über den fertigen Instrumentalteil einsingen mußte, sondern live mit den Stax Musikern einspielen konnte: „I could feel it better than using those earphones“.
Die obige CD ist übrigens mit umfangreichen Linernotes v. Lee Hildebrandt ausgestattet, aus denen ich hier auch zitiert habe.
Hier eine gute Besprechung des Albums:
http://www.amazon.com/gp/cdp/member-reviews/AI51TJUK9UKJ6/ref=cm_pdp_profile_reviews?ie=UTF8&sort%5Fby=MostRecentReview (http://www.amazon.com/gp/cdp/member-reviews/AI51TJUK9UKJ6/ref=cm_pdp_profile_reviews?ie=UTF8&sort%5Fby=MostRecentReview)
Das Album enthält u.a. Ruby's Versionen von:
Aretha Franklin's „Won't be long“
Theola Kilgore's „The love of my man“
Jackie Verdell's „Why not give me a chance“
Ben E. King's „Don't play that song (you lied)“
Little Willie John's „Need your love so bad“
(Es gibt noch eine zweite CD von Stax mit einem alternativen Track von "Weak Spot", aber die werde ich mir erst noch besorgen.)
Nach dem Jahr bei Stax, hat Ruby zwar noch in New York Aufnahmen gemacht, die wurden aber nie veröffentlicht.
Bis 1974 ist sie noch in Clubs live aufgetreten, hat sich aber dann aus dem Musikbusiness zurückgezogen und einen „Nine to five job“ bei der Regierung angenommen.
In den 90ern war sie in ein Projekt involviert, daß sich um die Erziehung behinderter Kinder gekümmert hat und verstarb 1999, wobei mir noch nicht klar ist, ob an ihrem Geburtstag (19.4.36) oder am 4. July. Die Angaben im Netz widersprechen sich leider.
Bis zum Tod sang Ruby übrigens noch in ihrer jüdischen Gemeinde, zweimal die Woche.
Folgende Links zu Ruby Johnson möchte ich empfehlen:
Hier kann man „When love comes down“ und 3 ältere Songs von anhören.
Überhaupt bietet diese Seite die Möglichkeit einige eher unbekannte Soulkünstler kennen zu lernen.
http://sirshambling.com/artists/R/ruby_johnson.html (http://sirshambling.com/artists/R/ruby_johnson.html)
Ein kurzer Eintrag des Staxmuseum:
http://staxmuseumnews.blogspot.com/2007/11/i-have-weak-spot-for-ruby-johnson.html (http://staxmuseumnews.blogspot.com/2007/11/i-have-weak-spot-for-ruby-johnson.html)
Außerdem kann man auf YouTube folgende Stücke anhören:
„Come to me my darling"“
http://www.youtube.com/watch?v=jSyPxF5zPV0
„Weak Spot“
http://www.youtube.com/watch?v=9_ymPVwIOiA (http://www.youtube.com/watch?v=9_ymPVwIOiA)
"Need your love so bad"
http://www.youtube.com/watch?v=q4n7lRmWNw8
"Keep on keeping on"
http://www.youtube.com/watch?v=hvbXuYDLQ6I
"Calling all boys"
http://www.youtube.com/watch?v=yH8ZWBziODg&feature=related
"Pleadin' heart"
http://www.youtube.com/watch?v=bxzzMnTudN4&feature=related
Als ich vor kurzem, angeregt durch Rob Bowman's Stax-Biographie, die erste Singles Box des Labels anhörte, war ich sofort fasziniert von Ruby Johnson's außergewöhnlich intensiver Stimme. Vom samtigen Ton bis zum markigen Hilferuf, vermittelt sie ein großes Spektrum an Gefühlen.
Manchmal erinnert mich Ruby ein bischen an Candi Staton, wenn ihre Stimme leicht bricht, aber ihre Emotionen packen mich derart, wie es nur Nina Simone vermag.
Vor den Staxaufnahmen hatte die in Washington DC beheimatete Sängerin bereits auf V-Tone und Neb's (dem Label ihres Produzenten) veröffentlicht und regionale Erfolge aufzuweisen. Unter anderem durch das hilfreiche Airplay des DJ's von WLOK: Al Bell.
Dieser wurde 1965 Salesmanager von Stax und verpflichtete Johnson für das Label. Ruby kam unter die Fittiche des Songwriterduos David Porter und Isaac Hayes.
In dem Zeitraum von März 1966 bis April 1967 kam Ruby Johnson vier, fünf Mal zu Sessions nach Memphis, aus denen Stax leider nur 3 Singles veröffentlichte:
I'll run your hurt away / Weak Spot ~ VOLT 133 (1966)
Come to me my darling / When my love comes down ~ VOLT 140 (1966)
If I ever needed love / Keep on keeping on ~ VOLT 147 (1967)
Die erste Single „I'll run your hurt away“ erreichte Pos. 31 der Billboard R & B Charts, und David Porter meinte: „that was one of the first songs that we got a shot to do what we really felt confident in. The song was so emotional for me till i broke down and cried just in writing it.“. Den anderen beiden war leider nur bescheider Erfolg beschert.
4 Tracks erschienen in Rob Bowman's Compilation „The complete Stax/Volt Singles 1959 – 1968“ v. 1991 und so erreichte Johnson's Musik bei den Soulfans wieder neue Aufmerksamkeit.
1993 veröffentlichte dann Stax eine CD mit 20 Stücken aus den Stax Sessions, einschließlich der 6 Singletracks, und einer Stereoversion v. „Come to me my darling“, die fälschlicherweise als Singleversion ausgewiesen wird. Die ist in Mono. Alle Titel wurden mit der Stax Hausband eingespielt: Isaac Hayes, Steve Cropper, Donald Dunn, Al Jackson jr und den Mar-Key Horns.
http://img197.imageshack.us/img197/982/41xrz8pknslsl500aa240.jpg
http://www.amazon.de/Ll-Run-Your-Hurt-Away/dp/B000000ZLV/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=music&qid=1220356463&sr=1-2 (http://www.amazon.de/Ll-Run-Your-Hurt-Away/dp/B000000ZLV/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=music&qid=1220356463&sr=1-2)
Neben Ruby Johnson's außergewöhnlicher stimmlichen Hingabe, muß man die Produktion und Arrangements aller 20 Titel betonen: sie sind von derselben Qualität, die man auch von den Aufnahmen von z.B. Otis Reddding gewohnt ist.
Ruby Johnson war froh, daß sie bei Stax nicht (wie bei Neb's) mittels Kopfhörer ihren Part über den fertigen Instrumentalteil einsingen mußte, sondern live mit den Stax Musikern einspielen konnte: „I could feel it better than using those earphones“.
Die obige CD ist übrigens mit umfangreichen Linernotes v. Lee Hildebrandt ausgestattet, aus denen ich hier auch zitiert habe.
Hier eine gute Besprechung des Albums:
http://www.amazon.com/gp/cdp/member-reviews/AI51TJUK9UKJ6/ref=cm_pdp_profile_reviews?ie=UTF8&sort%5Fby=MostRecentReview (http://www.amazon.com/gp/cdp/member-reviews/AI51TJUK9UKJ6/ref=cm_pdp_profile_reviews?ie=UTF8&sort%5Fby=MostRecentReview)
Das Album enthält u.a. Ruby's Versionen von:
Aretha Franklin's „Won't be long“
Theola Kilgore's „The love of my man“
Jackie Verdell's „Why not give me a chance“
Ben E. King's „Don't play that song (you lied)“
Little Willie John's „Need your love so bad“
(Es gibt noch eine zweite CD von Stax mit einem alternativen Track von "Weak Spot", aber die werde ich mir erst noch besorgen.)
Nach dem Jahr bei Stax, hat Ruby zwar noch in New York Aufnahmen gemacht, die wurden aber nie veröffentlicht.
Bis 1974 ist sie noch in Clubs live aufgetreten, hat sich aber dann aus dem Musikbusiness zurückgezogen und einen „Nine to five job“ bei der Regierung angenommen.
In den 90ern war sie in ein Projekt involviert, daß sich um die Erziehung behinderter Kinder gekümmert hat und verstarb 1999, wobei mir noch nicht klar ist, ob an ihrem Geburtstag (19.4.36) oder am 4. July. Die Angaben im Netz widersprechen sich leider.
Bis zum Tod sang Ruby übrigens noch in ihrer jüdischen Gemeinde, zweimal die Woche.
Folgende Links zu Ruby Johnson möchte ich empfehlen:
Hier kann man „When love comes down“ und 3 ältere Songs von anhören.
Überhaupt bietet diese Seite die Möglichkeit einige eher unbekannte Soulkünstler kennen zu lernen.
http://sirshambling.com/artists/R/ruby_johnson.html (http://sirshambling.com/artists/R/ruby_johnson.html)
Ein kurzer Eintrag des Staxmuseum:
http://staxmuseumnews.blogspot.com/2007/11/i-have-weak-spot-for-ruby-johnson.html (http://staxmuseumnews.blogspot.com/2007/11/i-have-weak-spot-for-ruby-johnson.html)
Außerdem kann man auf YouTube folgende Stücke anhören:
„Come to me my darling"“
http://www.youtube.com/watch?v=jSyPxF5zPV0
„Weak Spot“
http://www.youtube.com/watch?v=9_ymPVwIOiA (http://www.youtube.com/watch?v=9_ymPVwIOiA)
"Need your love so bad"
http://www.youtube.com/watch?v=q4n7lRmWNw8
"Keep on keeping on"
http://www.youtube.com/watch?v=hvbXuYDLQ6I
"Calling all boys"
http://www.youtube.com/watch?v=yH8ZWBziODg&feature=related
"Pleadin' heart"
http://www.youtube.com/watch?v=bxzzMnTudN4&feature=related