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otis
19.03.2008, 09:54
Vom Sinn und Nutzen der eigenen Plattensammlung

Zu diesem Thread wurde ich durch die Diskussion im Vinyl vs. CD-Thread angeregt.
Dort standen Thesen im Raum wie: Musik könne man nicht besitzen, ergo nur Tonträger sammeln. Das habe etwas Formatfixiertes, irgendjemand sagte gar einmal, etwas Fetischistisches. Oder: wer in Formaten denkt, müsse notgedrungen Musik, die nicht auf dem entsprechenden Format vorliegt, außen vor lassen...
Was sammelt man eigentlich?
Warum sammelt man?
Welchen Sinn hat die eigene Musik-(Platten-, CD-, Singles-)sammlung?
Ist es ein Sammeln oder nur Kennenlernen wollen, wenn man viel Musik zu Hause hat?
Hat es etwas Enzyklopädisches oder beschränkt man sich?
Worauf beschränkt man sich und warum?

Wohl gemerkt, hier soll es nicht um Formatauseinandersetzungen gehen, sondern schlicht und einfach um den Sinn und Nutzen der eigenen Plattensammlung.

Ich will ein paar Gedanken, die für mich zutreffen, kurz anreißen:
Manchmal frage ich mich tatsächlich, warum ich sammle.
Ich habe alle Platten gehört. Die meisten öfter als einmal. Es gibt ja Leute, die in diese Richtung insistieren angesichts von Singles- oder LP-Wänden: „das kann man doch gar nicht alles hören“, „wann willst du das denn alles hören?“, „kennst du die etwa alle?“ Ja, ich kenne meine Musik, einigermaßen gut.
Aber ob ich im Leben noch einmal jede Platte hören kann und werde, denke ich eher nicht.
Warum also?

Wenn es etwas Neues gibt, muss ich es nicht mehr unbedingt haben auf LP, aber an einer unbekannten Single kann ich nicht vorbeigehen, ohne das Gefühl zu haben, etwas verpasst haben zu können. Es ist nicht das Besitzenwollen, sondern mehr der Reiz des Neuen, des Unbekannten, der mich lockt, weshalb ich kaufe. Wohl wissend natürlich, dass ich nicht alles haben kann, was es gibt, ich muss von vornherein eine Auswahl treffen.

Wenn ich tolle ältere Musik höre, die ich nicht auf Tonträger habe, muss ich sie haben wollen, verfügbar, auflegbar. Mir reicht es dann nicht, sie gehört zu haben, zu wissen, dass sie da ist, ich will sie in meinen vier Wänden. Hier aber kann ich Kompromisse machen. Hier kann ich ohne Bedenken formatabhängig entscheiden oder auch nach Kategorien der Klangqualität etc.

Und was nützt das alles? In 20 Jahren verkaufe ich dann alles und bekomme nichts mehr dafür? Aber dazu gab es schon einmal einen Thread oder zumindest eine längere ernsthafte Diskussion.

Bender Rodriguez
19.03.2008, 10:18
Ich will ein paar Gedanken, die für mich zutreffen, kurz anreißen:
Manchmal frage ich mich tatsächlich, warum ich sammle.
Ich habe alle Platten gehört. Die meisten öfter als einmal. Es gibt ja Leute, die in diese Richtung insistieren angesichts von Singles- oder LP-Wänden: „das kann man doch gar nicht alles hören“, „wann willst du das denn alles hören?“, „kennst du die etwa alle?“ Ja, ich kenne meine Musik, einigermaßen gut.
Aber ob ich im Leben noch einmal jede Platte hören kann und werde, denke ich eher nicht.
Warum also?

Wenn es etwas Neues gibt, muss ich es nicht mehr unbedingt haben auf LP, aber an einer unbekannten Single kann ich nicht vorbeigehen, ohne das Gefühl zu haben, etwas verpasst haben zu können. Es ist nicht das Besitzenwollen, sondern mehr der Reiz des Neuen, des Unbekannten, der mich lockt, weshalb ich kaufe. Wohl wissend natürlich, dass ich nicht alles haben kann, was es gibt, ich muss von vornherein eine Auswahl treffen.

Wenn ich tolle ältere Musik höre, die ich nicht auf Tonträger habe, muss ich sie haben wollen, verfügbar, auflegbar. Mir reicht es dann nicht, sie gehört zu haben, zu wissen, dass sie da ist, ich will sie in meinen vier Wänden. Hier aber kann ich Kompromisse machen. Hier kann ich ohne Bedenken formatabhängig entscheiden oder auch nach Kategorien der Klangqualität etc.

Und was nützt das alles? In 20 Jahren verkaufe ich dann alles und bekomme nichts mehr dafür? Aber dazu gab es schon einmal einen Thread oder zumindest eine längere ernsthafte Diskussion.

Nun, das kommt mir alles ein wenig bekannt vor - und ich finde mich in diesen Äusserungen zu einem sehr grossen Teil wieder. Ja, tatsächlich...

TheMagneticField
19.03.2008, 10:25
Sehr gute Frage
Für mich kann ich definitiv sagen, dass ich Musik oder Tonträger oder was auch immer NICHT sammle, zumindest empfinde ich es nicht so. Viel mehr trifft dieser Neugierdefaktor zu, dieses überrascht werden von etwas, dass man vorher nicht kannte (gerade erst wieder passiert mit "Grand Archives"). Natürlich ist es im Zuge dessen unvermeidlich, dass sich über die Jahre eine immense Zahl an Tonträgern verschiedener Art -ja ok - "ansammelt", aber nur weil ich der Meinung bin, nicht alles was ich einmal gehört und für nicht ganz so gut befunden habe, wieder zu veräussern, denke ich nicht, dass der gern herbeizitierte Vergleich mit Briefmarkensammlern (oder ähnlichem) greift. Ich denke kein Mensch fängt irgendwann vorne in seinem Plattenschrank an und hört nochmal alles durch, wäre ja auch völliger Quatsch, aber dieses Gefühl eine bestimmte Musik zur Hand haben zu können, wenn mir gerade die Stimmung nach eben dieser ist, das finde ich dann doch gut. Deshalb käme (und kam Gott sei Dank auch Ende der 80er mit meinen Platten) nie der Gedanke an eine Auflösung der Sammlung auf. Dieses "Musik kann man nicht besitzen" finde ich Quatsch, zumindest in diesem allgemiengültig intendierten Sinne, da Musik für mich erst in Kombination mit dem hörenden Individuum zu dem wird, was sie ausmacht und das kann dann logischerweise bei jedem völlig differieren.
Zugeben muß ich allerdings, dass ich immer noch mehr Musik kaufe, als ich hören kann, hmmm, also doch ein Sammler ? ;-)

Bender Rodriguez
19.03.2008, 10:52
Zugeben muß ich allerdings, dass ich immer noch mehr Musik kaufe, als ich hören kann, hmmm, also doch ein Sammler ? ;-)

Wenn mir das mal kein eindeutiges Indiz ist... ;-)

Auch ich gebe ganz offen zu, daß ich immer einen Stapel neu erworbener LPs, Singles und CDs neben der Anlage stehen habe, der erst einmal "abgearbeitet" werden will. Von daher muß ich mich in der Tat zu den "Sammlern" hinzu rechnen. Sagen wir mal, den "gutmütigen" und weniger fanatischen Sammlern (d.h., ich werde nicht grün vor Neid wenn jemand eine Platte besitzt, die ich auch gerne hätte - oder drängele mich auf Plattenbörsen oder Flohmärkten derart aufdringlich vor, weil ich denke, ich könnte etwas verpassen oder zu kurz kommen...)
Wie man meinen Ausführungen im "Vinyl vs. CD"-Thread entnehmen konnte, ist mir das Format zunächst einmal nicht so wichtig. Die Bewertung, welches Format im Einzelfall das Bessere ist, entscheide ich während dem Hören. Zur Not kann ich eine vollkommen schlampig aufgemachte CD wieder verkaufen - ganz genauso eine LP, bei der der Hörgenuss aufgrund mieser Pressung zu einem Verdruss wird.
Ich habe allerdings eine Neigung zum Komplettisten. Von Künstlern, die mir besonders wichtig sind, habe ich gerne das komplette Output im Regal stehen, d.h. Vinyl und CD - und wenn es sein muß, noch Re-Issues mit allem Schnickschnack. So kommt es vor, daß ich einen Song z.B. auf zehn verschiedenen Veröffentlichungen besitze. Eine beliebte Sammelleidenschaft, der ich fröne, ist das Komplettieren von 7"Singles. Natürlich mußte ich irgendwann (auch aufgrund des sich wie ein roter Faden durchziehenden geschmackvollen Coverartworks) einmal alle Singles von The Smiths besitzen. Habe auch nicht aufgehört, bis ich alle beisammen hatte.
Wenn es sich um den Zustand der Tonträger dreht, bin ich allerdings kein nm-Fanatiker. Vg+ reicht mir u.U. vollkommen.

Mueti
19.03.2008, 10:56
Ich verstehe mich selbst auch eher als Nicht-Sammler. Also verhält es sich bei mir meist ähnlich wie Magnetic Field es beschrieben hat - mit der Zeit häufen sich, bedingt durchs Interesse an der Musik, eben einige Tonträger an. Mittlwerweile habe ich sogar das mehr-kaufen-als-man-hören-kann in den Griff bekommen. Ein bisschen Sammler bin ich zwar schon, so bekomme ich z.B. manchmal das Gefühl ein Album, das mir besonders gut gefällt auch noch auf Vinyl zu "brauchen" - das wird aber meist recht schnell niedergekämpft. Mich stört das "Sammeln" von Musik/Tonträgern ein wenig, ich bin mir nicht sicher wieso. Jedenfalls versuche ich den kleinen Sammler in mir so gut es geht zu meiden. (Achja, das Format ist mir - wie im anderen Thread vielleicht schon deutlich wurde - herzlich egal.)
Außerdem gibt es auch immer wieder mal Alben, die schwer aufzutreiben sind oder nur zu entsprechend exorbitanten Preisen. In solchen Fällen begnüge ich mich auch desöfteren mit einem Download - meist ohne den Tonträgern groß nachzuweinen.

alex8529
19.03.2008, 10:59
früher (auch bedingt durch die Mauer) war ich Sammler, jetzt würde ich mich als Verbraucher bezeichnen, wobei mir sogar das Medium egal wäre.
Ich hätte kein Problem die Musik z.B. aus dem Internet zu konsumieren, wenn die Auswahl und Qualität OK wäre, und ich nicht irgendwas herunterladen müsste.

Mistadobalina
19.03.2008, 11:02
Dieses "Musik kann man nicht besitzen" finde ich Quatsch, zumindest in diesem allgemiengültig intendierten Sinne, da Musik für mich erst in Kombination mit dem hörenden Individuum zu dem wird, was sie ausmacht und das kann dann logischerweise bei jedem völlig differieren.


Aber das widerspricht sich doch nicht mit meiner Aussage.

Natürlich steht es jedem frei, der seinen Tonträger nach Hause schleppt, zu sagen, dass er die darauf befindliche Musik besitzt. Für mich gilt das nicht, denn für mich ist Musik nun eben mal keine Sache. Ich kann den Tonträger erwerben, die Musik kann ich nur hören. Vergleichbar ist dies mit dem Prozess des Sehens, Fühlens etc. eben alles was man mit den Sinnen begreift. Einen Menschen z.B. kann ich auch nicht besitzen, aber ich kann ihn lieben.

Was das Sammeln von Tonträgern betrifft: Ja, auch mir geht es darum, die darauf befindliche Musik jederzeit zur Verfügung zu haben. Auch darum, sie zu vergleichen und zueinander in Beziehung zu setzen. Das hat sowohl mit Erkenntnisgwinn, als mit einem Lustgefühl zu tun. Mit Neugierde auch, am Leben und anderen Dingen und wie ein Künstler (ein anderer Mensch) damit umgeht und es mir mittels verschiedener musikalischer Ausdrucksformen präsentiert. Meine Sammlung (oder das, was sich am Schluss davon als beständig, unentbehrlich erweist) wird mich wahrscheinlich bis zu meinem Lebensende begleiten. Dann ist es aber auch gut.

Harry Hartmann
19.03.2008, 11:08
Sammeln, hm.

meine erste selbstgekaufte LP war Tommy von The Who im Mai 1970 von ersten ausgezahlten Lehrgeld. Die Sammlung wuchs in den folgenden 10 Jahren auf über 800 LPs. Ich entdeckte ganz viele Interpreten, und versuchte sie nach und nach zu komplementieren. Allerdings muss ich in der Retroperspektive sagen, einiges Geld hätte ich mir sparen können, den vieles wurde nur gekauft, weil der Name xxx draufstand. ( z.B. Uriah Heep, die nach 4-5 LP´s vollig poppig wurden ).

Irgendwann Ende der 80er kam die CD, ich stieg nach und nach um, und kaufte einiges, was ich schon auf Platte hatte, jetzt auf CD. Auch hier wuchs die Sammlung, nur - und da habe ich dazugelernt - kaufe ich nicht mehr alles vom Interpreten XY, denn das steht genau so im Regal wie die LPs (s.oben).

Und - im Laufe der Jahre wandelt sich ja auch da Hörverhalten: bei einigen Interpreten genügt mir heute wirklich eine Best of.

TheMagneticField
19.03.2008, 11:13
Aber das widerspricht sich doch nicht mit meiner Aussage.

Natürlich steht es jedem frei, der seinen Tonträger nach Hause schleppt, zu sagen, dass er die darauf befindliche Musik besitzt. Für mich gilt das nicht, denn für mich ist Musik nun eben mal keine Sache. Ich kann den Tonträger erwerben, die Musik kann ich nur hören. Vergleichbar ist dies mit dem Prozess des Sehens, Fühlens etc. eben alles was man mit den Sinnen begreift. Einen Menschen z.B. kann ich auch nicht besitzen, aber ich kann ihn lieben.

Was das Sammeln von Tonträgern betrifft: Ja, auch mir geht es darum, die darauf befindliche Musik jederzeit zur Verfügung zu haben. Auch darum, sie zu vergleichen und zueinander in Beziehung zu setzen. Das hat sowohl mit Erkenntnisgwinn, als mit einem Lustgefühl zu tun. Mit Neugierde auch, am Leben und anderen Dingen und wie ein Künstler (ein anderer Mensch) damit umgeht und es mir mittels verschiedener musikalischer Ausdrucksformen präsentiert. Meine Sammlung (oder das, was sich am Schluss davon als beständig, unentbehrlich erweist) wird mich wahrscheinlich bis zu meinem Lebensende begleiten. Dann ist es aber auch gut.

oh die Aussage kam von dir, dann nehm ich alles zurück :liebe: Besitz ist für mich ein schwieriger Begriff, natürlich kann man keinen Menschen besitzen, ebensowenig sicherlich das ursprünglich komponierte Stück Musik mit der dahinterstehenden Intention. Für mich entsteht auf einer Gefühlsebene beim Hören dann einfach ein neues "Konglomerat" aus Musikstück + Format + damit verbundenem Gefühl oder auch Erinnerung, dass es für mich von der allgemeingültigen jedem zugänglichen Ebene des eigentlichen Songs, auf eine einzigartige individuelle hebt und somit wieder in die Nähe des "Besitzens" rückt. Aber prinzipiell mag ich dieses Wort sowieso nicht weil es so einen faden Beigeschmack hat, der diese Emotionen, die ich mit Musik in Verbindung bringe eigentlich konterkariert.

Bender Rodriguez
19.03.2008, 11:17
Die Sammlung wuchs in den folgenden 10 Jahren auf über 800 LPs.

Man spricht erst ab 1000 Einheiten von einer Sammlung. Alles drunter ist Pillepalle.

(Gab mir gegenüber mal ein Plattenhändler von sich...)

Mueti
19.03.2008, 11:19
Man spricht erst ab 1000 Einheiten von einer Sammlung. Alles drunter ist Pillepalle.

Verdammt. :(

Bender Rodriguez
19.03.2008, 11:21
Aber prinzipiell mag ich dieses Wort sowieso nicht weil es so einen faden Beigeschmack hat, der diese Emotionen, die ich mit Musik in Verbindung bringe eigentlich konterkariert.

O.k., dann spreche ich halt davon, daß mir Songs zur Verfügung stehen - auf Tonträgern, die ich allerdings besitze...

Mueti
19.03.2008, 11:24
Dem Mensch ist es unmöglich irgendetwas zu besitzen.

....oder ist das jetzt zu esoterisch? :lol:

Mistadobalina
19.03.2008, 11:28
oh die Aussage kam von dir, dann nehm ich alles zurück :liebe: Besitz ist für mich ein schwieriger Begriff, natürlich kann man keinen Menschen besitzen, ebensowenig sicherlich das ursprünglich komponierte Stück Musik mit der dahinterstehenden Intention. Für mich entsteht auf einer Gefühlsebene beim Hören dann einfach ein neues "Konglomerat" aus Musikstück + Format + damit verbundenem Gefühl oder auch Erinnerung, dass es für mich von der allgemeingültigen jedem zugänglichen Ebene des eigentlichen Songs, auf eine einzigartige individuelle hebt und somit wieder in die Nähe des "Besitzens" rückt. Aber prinzipiell mag ich dieses Wort sowieso nicht weil es so einen faden Beigeschmack hat, der diese Emotionen, die ich mit Musik in Verbindung bringe eigentlich konterkariert.

Ich dachte mir schon, dass wir da nicht weit auseinanderliegen. Das was du schreibst, sehe ich ganz genauso. Durch den Prozess des Hörens kann schon so etwas wie eine "Einverleibung" entstehen, eine ganz enge Verbundenheit. Und dadurch, dass ich den Tonträger besitze, ist dies immer wieder herstellbar, das ist das Schöne daran.

Bender Rodriguez
19.03.2008, 11:42
....oder ist das jetzt zu esoterisch? :lol:

Ja! :zitter:

Carrot Flower
19.03.2008, 12:06
Dem Mensch ist es unmöglich irgendetwas zu besitzen

Würde das bedeuten, dass heute Nacht ohne mein Wissen das Privateigentum abgeschafft wurde, wäre mir das ein inneres Hallensportfest...

Mista, alles, was du hier schreibst, kann ich nur vollsten Herzens unterschreiben! Musikhören ist ein Prozess, ein Erlebnis oder, etwas schwülstig ausgedrückt, eine Entäußerung, was zum Begriff des Besitzens einfach nicht passt. Bei mir erstreckt sich das (hüstel) oft auch auf die materielle Existenz des Tonträgers, obwohl ich natürlich das meiste, was mich wirklich fesselt, auch kaufe. Speziell Musik nicht zu teilen, erscheint mir absolut widersinnig. Schließlich wird sie dabei nicht weniger.

Ich selbst sammele nicht, jedenfalls nicht systematisch, schon aus finanziellen Gründen. In meinem Plattenschrank findet sich ein sehr biografisches Sammelsurium von Vinyl, CDs, Kassetten, auf dem Rechner zahllose mp3-Dateien. Es gibt nur wenige Künstler, von denen ich nichts verpassen will, von anderen schätze ich eben nicht alles und muss entsprechend auch nicht jedes Album haben. Ich kann mich auch gut von Alben trennen, die mich nicht begeistern konnten, das ist wohl gegen jegliche Sammlernatur. Insgesamt stellt für mich meine Musik"sammlung" eher eine Art Erlebnisbibliothek dar, aus der ich nach Neigung auswähle.

Dick Laurent
19.03.2008, 12:11
interessant, dass hier erstmal keiner "Sammler" sein möchte, dann aber doch:
-mehr kauft, als man hören kann
-Interpreten gerne komplett besitzt
-das Format eine Rolle spielt
Noch ein paar weitere Wortmeldungen, und wir haben nahezu alles ausgeschlossen, was einen Sammler ausmacht...

Mikko
19.03.2008, 12:21
Im Prinzip geht es mir ähnlich wie otis. Musik, die mir etwas bedeutet, die ich immer wieder gerne höre, die möchte ich zuhause haben auf einem adäquaten schön verpackten und gestalteten Tonträger. Dabei sind mir seit jeher Singles auch am wichtigsten.

Eine zeitlang glaubte ich, ich müsse alles verfügbar haben, was irgendwie von Bedeutung sein könnte. So eine Art privates Musikarchiv. Von dieser Vorstellung habe ich mich aber vor einiger Zeit wieder verabschiedet. Seither sortiere ich stetig aus und verkaufe alles, was ich nicht brauche.

Andererseits kaufe ich nach wie vor eher zu viel neue Platten. D.h. aufgrund eines ersten postiven Eindrucks kaufe ich Singles oder LPs, die ich dann doch nach ein paar Wochen oder Monaten wieder rausschmeiße.

Die grundsätzliche Frage, warum ich die Musik auf einem besonderen Tonträger besitzen möchte, kann ich auch nur so beantworten, wie ich es schon in anderen Zusammenhängen tat. Die Platte und ihr Cover gehören für mich zu dem Gesamtkunstwerk dazu.

Ich weiß nicht wie realistisch die Vorstellung ist, aber ich hoffe, dass ich irgendwann im Rentenalter mal einen Punkt erreicht habe, an dem ich sagen kann, die Platten die ich jetzt besitze, enthalten die Essenz meiner musikalischen Vorlieben. Sie sind wirklich unverzichtbar. Ob ich die dann alle wenigstens einmal noch höre, bevor ich in die Ewigen Jagdgründe eingehe, ich fürchte nicht.

TheMagneticField
19.03.2008, 12:38
interessant, dass hier erstmal keiner "Sammler" sein möchte, dann aber doch:
-mehr kauft, als man hören kann
-Interpreten gerne komplett besitzt
-das Format eine Rolle spielt
Noch ein paar weitere Wortmeldungen, und wir haben nahezu alles ausgeschlossen, was einen Sammler ausmacht...

natürlich ist man irgendwie auch "Sammler"
aber Sammeln per se ist für mich irgendwie immer besetzt mit "in den schrank stellen und angucken". Der Ansatz bleibt für mich damit weiterhin ein anderer als z.B. bei Münzen, Briefmarken, Porzellan etc.pp.
Ich gehöre definitiv nicht zu der Gruppe, die sich das dritte Exemplar eines Albums nur mal zum Angucken anschaffen. Wird eine LP von mir nachgekauft, wird die CD veräussert...

Bender Rodriguez
19.03.2008, 12:43
interessant, dass hier erstmal keiner "Sammler" sein möchte,

Moooment, ich habe mich geoutet! (wenn auch mit Einschränkungen...)


dann:
-mehr kauft, als man (zunächst) hören kann
-Interpreten gerne komplett besitzt
-das Format keine Rolle spielt


Und so stimmt's wieder! ;-)

Bender Rodriguez
19.03.2008, 12:47
Ich gehöre definitiv nicht zu der Gruppe, die sich das dritte Exemplar eines Albums nur mal zum Angucken anschaffen.

Ich auch nicht! Einmal durchhören ist mindestens drin... ;-)


Wird eine LP von mir nachgekauft, wird die CD veräussert...

Nicht ohne Not!

Ragged Glory
19.03.2008, 12:49
Für mich ist Musik - ganz ganz pathetisch gesagt - wie das Paradies. Und in der Vorstellungskraft des Menschen ist das Paradies ja unermesslich groß und von atemberaubender Vielfalt. Daher ist es für mich gar nicht notwendig, "alles" zu kennen oder zu wissen - der Eintritt ist entscheidend! Für mich gibt es keine vergleichbare kulturelle Errungenschaft, die meine Sinne so beflügelt.

Wenn ihr mich also fragt, wieso ich sammle, kann ich nur erwidern: schlüssiges Handeln. Das Sammeln ist nur die (notwendige) Folge der Feststellung, dass mir etwas gefällt. Und wo lässt sich dieses Bewundern ausgiebiger, lebensnäher und intimer zelebrieren als in den eigenen vier Wänden? Wenn ich Musik lieben will, ist das Besitzen unabdingbar. Dagegen fallen dann die Begleiterscheinungen wie Demonstrationsobjekt und/oder Rarität ab.

nail75
19.03.2008, 12:52
Ich sammle zweifelsohne Musik, allerdings ist für mich ein unabdingbares Kriterium des Sammelns, dass ich den Tonträger in physischer Form besitze. Ich sammle keine MP3s, ich höre höchstens etwas ergänzend in diesem Format.

Früher war ich darauf aus, die Veröffentlichungen von einigen Bands (Genesis, R.E.M.) komplett zu besitzen, aber heute habe ich mich davon verabschiedet. Im Gegenteil, ich will das, was ich von Bands oder Künstlern besitze auf das reduzieren, was wirklich bedeutsam und wichtig für mich ist. Ich brauche Dylan nicht komplett und auch nicht Miles Davis oder Duke Ellington.

Ich kaufe mehr als ich hören kann, aber oft überkommt mich die Neugierde. Außerdem ist es einfach ein schönes Gefühl, Musik zu kaufen und zu wissen, dass man bald in der Lage sein wird, sie in den heimischen vier Wänden zu erleben.

Ich leihe auch gerne Alben aus und freue mich, wenn sie anderen auch gefallen (wenn nicht, dann nicht), aber vor allem bereitet es mir Freude, einfach aus einer breiten Auswahl an guter Musik auswählen zu können.

Ragged Glory
19.03.2008, 12:56
Ich leihe auch gerne Alben aus und freue mich, wenn sie anderen auch gefallen (wenn nicht, dann nicht), aber vor allem bereitet es mir Freude, einfach aus einer breiten Auswahl an guter Musik auswählen zu können.

Auch logisch: Man gibt weiter, was man selber schätzt. In diesem Zusammenhang darf ich kurz erwähnen, dass die 7" von Kings Have Long Arms feat. Candie Payne, "Big Umbrella", fabelhaft ist - und ein mittelschwerer Sommerhit dazu!

Mick67
19.03.2008, 12:57
... Wird eine LP von mir nachgekauft, wird die CD veräussert...Das habe ich definitiv noch nie gemacht.

Ja auch ich bin Sammler, da ich definitiv zu wenig Zeit habe, um alles, was im Regal steht zu hören. Was mich vom reinen Sammler aber unterscheidet, ist, daß ich mich inzwischen relativ leicht von Tonträgern trennen kann, die ich einfach nicht mehr höre. Das war vor 10 Jahren noch anders.

Gestern kam mir beim Laufen sogar die Idee (die Ideen sind meistens gut) eine 1 TB Festplatte zu kaufen und alles, was nicht Deluxe Edition, Stones, Beatles, Who, Doors, Led Zeppelin und andere, die mir jetzt nicht einfallen, ist, auf Festplatte zu sichern
und den ganzen Klumpatsch zu verscherbeln. Mein Frauchen wäre erfreut, weil sich das Platzproblem (vorerst ;-) ) erledigt hätte.

Ich glaube, ich bin doch kein Sammler. ;-)

Bender Rodriguez
19.03.2008, 13:09
aber vor allem bereitet es mir Freude, einfach aus einer breiten Auswahl an guter Musik auswählen zu können.

Exakt dies ist der ausschlaggebende Punkt. Jederzeit ein bestimmtes Musikstück "vorrätig" zu haben, wenn es mich danach gelüstet. Auch wenn es mich die letzten fünf Jahre nicht gejuckt hat, es hören zu wollen - und vielleicht erst wieder in zehn Jahren mal wieder aufgelegt wird. Solange die Nummer gut ist, bleibt sie in der Sammlung - und es ist auf gewisse Art und Weise beruhigend und einfach schön (zu wissen), daß man sie hat (um nicht schon wieder "Besitzansprüche" durchblicken zu lassen...
;-) ).

Mick67
19.03.2008, 13:14
Exakt dies ist der ausschlaggebende Punkt. Jederzeit ein bestimmtes Musikstück "vorrätig" zu haben, wenn es mich danach gelüstet. Auch wenn es mich die letzten fünf Jahre nicht gejuckt hat, es hören zu wollen - und vielleicht erst wieder in zehn Jahren mal wieder aufgelegt wird. Solange die Nummer gut ist, bleibt sie in der Sammlung - und es ist auf gewisse Art und Weise beruhigend und einfach schön (zu wissen), daß man sie hat (um nicht schon wieder "Besitzansprüche" durchblicken zu lassen...
;-) ).

Stimmt, das ist auch für mich wichtig, zu wissen, daß ich vieles liefern kann, wenn es mich oder andere danach gelüstet. Wie oft bekomme ich Anfragen "hast Du eigentlich..." oder "Kennst Du eigentlich..." und dann bin ich schon stolz, das entsprechende aus dem Regal ziehen zu können. Ich glaube, ich lass das doch mit der 1 TB Platte. ;-)

Dick Laurent
19.03.2008, 13:17
Wird eine LP von mir nachgekauft, wird die CD veräussert...
ja, bekommt man Hüpfseil-Schlumpfinchen mit original Hüpfseil, dann wird das alte Schlumpfinchen verkauft. Sammler, eindeutig!

Mueti
19.03.2008, 13:19
Ich habe noch nie eine CD/LP/Kassette/whatever verkauft. Allerdings eher aus Faulheit...

Sunspot
19.03.2008, 13:29
Gestern kam mir beim Laufen sogar die Idee (die Ideen sind meistens gut) eine 1 TB Festplatte zu kaufen und alles, was nicht Deluxe Edition, Stones, Beatles, Who, Doors, Led Zeppelin und andere, die mir jetzt nicht einfallen, ist, auf Festplatte zu sichern
und den ganzen Klumpatsch zu verscherbeln. Mein Frauchen wäre erfreut, weil sich das Platzproblem (vorerst ;-) ) erledigt hätte.
Ich halte dann schon mal den Baldrian bereit, den du beim irgendwann erfolgenden Plattencrash und dem damit einhergehenden Komplettverlust der darauf gespeicherten Musik brauchen wirst :lol:

Übrigens einer der Gründe, warum ich gern gehörte Musik unbedingt auf CD haben will und mich nicht mit einem Download begnüge. Auf Vinyl verzichte ich nicht aus irgendwelchen "ideologischen" Gründen, sondern weil CDs einfach praktischer und platzsparender sind und ich auf das Geknister und Gerausche der schwarzen Scheiben mit Freuden verzichte. Was mich nicht daran hindert, rein aus Gründen des "Habenwollens" das ein oder andere fein aufgemachte Vinyl meiner Lieblingsbands in die Sammlung aufzunehmen.

Ja, ich bin teilweise Sammler, aber wer nicht Objekt und Ziel dieser Leidenschaft ist, der ist auch nur mit den in meinen Ohren guten Alben im Regal vertreten. Was mich nach ein paar Jahren nicht mehr begeistern kann, fliegt rigoros aus der Sammlung (ausser es ist ein absoluter Übersong auf einem ansonsten mauen Album), so dass ich es bis jetzt nur auf rund 500 CDs bringe. Die haben dafür aber eine reelle Chance, relativ regelmäßig im Player zu landen. Übrigens ein 5fach-Wechsler, um zur Not auch Triple-Konzept-CDs oder ganze Discographien am Stück genießen zu können. Mit nur zwei Stunden Musik am Tag würd ich glatte Wände hochgehen... ;-)

Dick Laurent
19.03.2008, 13:33
Ich halte dann schon mal den Baldrian bereit, den du beim irgendwann erfolgenden Plattencrash und dem damit einhergehenden Komplettverlust der darauf gespeicherten Musik brauchen wirst :lol:
Ein kleiner NAS mit eingebautem Mirror kostet aber auch nicht viel, das sollte es dann schon sein.

Sunspot
19.03.2008, 13:35
Ein kleiner NAS mit eingebautem Mirror kostet aber auch nicht viel, das sollte es dann schon sein.
Ein Rapper mit Spiegel?

Mick67
19.03.2008, 13:37
Ein kleiner NAS mit eingebautem Mirror kostet aber auch nicht viel, das sollte es dann schon sein.

Ja, habe gerade gestern bei Saturn einen 4TB NAS für 479 € gesehen.

Dick Laurent
19.03.2008, 13:38
Ein Rapper mit Spiegel?
Network Attached Storage mit gespiegelten Platten, die Daten sind also 2x vorhanden.

TheMagneticField
19.03.2008, 14:30
ja, bekommt man Hüpfseil-Schlumpfinchen mit original Hüpfseil, dann wird das alte Schlumpfinchen verkauft. Sammler, eindeutig!

nix, Frauen werden nie abgegeben

TheMagneticField
19.03.2008, 14:32
Nicht ohne Not!


Das habe ich definitiv noch nie gemacht.

anders wäre das NAchkaufen auf Dauer nicht drin...

TheMagneticField
19.03.2008, 14:35
, aber dieses Gefühl eine bestimmte Musik zur Hand haben zu können, wenn mir gerade die Stimmung nach eben dieser ist, das finde ich dann doch gut.


.

aber vor allem bereitet es mir Freude, einfach aus einer breiten Auswahl an guter Musik auswählen zu können.


Exakt dies ist der ausschlaggebende Punkt. Jederzeit ein bestimmtes Musikstück "vorrätig" zu haben, wenn es mich danach gelüstet. ).

Sag ich ja

Harry Hartmann
19.03.2008, 16:12
interessant, dass hier erstmal keiner "Sammler" sein möchte, dann aber doch:
-mehr kauft, als man hören kann
-Interpreten gerne komplett besitzt
-das Format eine Rolle spielt
Noch ein paar weitere Wortmeldungen, und wir haben nahezu alles ausgeschlossen, was einen Sammler ausmacht...

Also, wenn das die Definition für Sammler ist, "bin ich keinen ;-)". Nee, ernsthaft, ich habe außer von der DARK SIDE :-), alles quasi nur einmal, keine Deluxe-Editions, keine unreleased Tapes, und die Gesamtheit der z.B. Floyd´schen ROI´s liegt auch nicht in meinem Interesse.

Staggerlee
19.03.2008, 20:33
Warum ich eine Plattensammlung habe?
Weil ich ein Messie bin.

schussrichtung
19.03.2008, 20:34
Weil ich ein Messie bin.

Heißt das das Du keine Ordnung halten kannst und deswegen ständig Platten kaufst um sie zu finden?

Zoso
19.03.2008, 22:40
ne Diskussion, die mich voll trifft. Viele genannte Argumente kann ich vollkommen nachvollziehen. Angefangen habe ich mit Plattensammeln vor ca. 30 Jahren. Schnell wuchs mein LP-Bestand auf über 1000. Ich habe kaum einen Flohmarkt ausgelassen und konnte an keinem Plattenladen vorbeilaufen, ich mußte einfach rein. Die Anfangszeiten der CD ging an mir vorbei, ich war Vinylfreak. Musik war mein Leben und Sammeln schon immer eine Leidenschaft. Dann kamen die Kiddies und die Scheibe hörte eine zeitlang auf, sich zu drehen, andere Dinge hatten Priorität.
Als die Windelphasen vorbei waren, blieb auf einmal wieder mehr Zeit fürs Hobby, das wurde bei mir dann intensiver denn je ausgelebt. Ich bin immer noch für jegliche neue Musik zugänglich, aber eine Band hat mich komplett in ihren Bann gezogen. Das Internet wurde salonfähig, ich hab nette Foren und weltweit Freunde kennengelernt, mittlerweile kann ich sagen, ich habe jeden Furz, der in irgendeiner Weise von LZ zirkuliert in wohl bester Aufnahmequalität auf CD. Und alles sauber in Hüllen mit Cover versehen. Natürlich ist die ein oder andere Aufnahme eines Konzertes nun mehrfach in meinen Regalen. Ich werde es in meinem Leben nicht schaffen, nur meine LZ CDs zu hören. Aber kommt in einem Forum eine Diskussion auf über irgendeinen Song eines bestimmten Tages, ich greife ins Regal und habe sie. Einfach toll. Und es ist auch ein wenig wie Briefmarkensammeln, ich kann stundenlang vor meinem LZ-Regal stehen und nur die wundervollen Cover anschauen.
Ich bin total infiziert von der Sammelleidenschaft und ich geniesse es. Es ist mein Hobby geworden, ich brauche keinen Fernseher mehr (doch, für die Tagesschau, die Lindenstraße und meine DVDs).
Und es ist schön zu sehen, daß es viele andere Menschen auf diesem Planeten gibt, die ein Vielfaches von dem haben (für Led Zeppelin gesprochen, jede verfügbare Aufnahme jeden einzelnen Tages), was ich besitze. Somit bin ich noch halbwegs normal.

otis
19.03.2008, 22:48
Ich denke kein Mensch fängt irgendwann vorne in seinem Plattenschrank an und hört nochmal alles durch, wäre ja auch völliger Quatsch, aber dieses Gefühl eine bestimmte Musik zur Hand haben zu können, wenn mir gerade die Stimmung nach eben dieser ist, das finde ich dann doch gut.
Kann ich unterschreiben.
Hinzu kommt noch, dass ich dahin kommen möchte, blind ins Regal greifen zu können und es ist garantiert Musik, die ich großartig finde. Ständig und zu jeder Zeit. Ich glaube, ich besitze noch das eine oder andere etwas Mediokre. Nicht mehr viel vielleicht, aber es ist so schwer sich zu trennen. Habe hier noch zwei Kisten Singles stehen mit mehr oder minder Schrott, kann mich aber nicht überwinden, die Platten wegzuwerfen.

Vega4
20.03.2008, 09:27
interessant, dass hier erstmal keiner "Sammler" sein möchte, dann aber doch:
-mehr kauft, als man hören kann
-Interpreten gerne komplett besitzt
-das Format eine Rolle spielt
Noch ein paar weitere Wortmeldungen, und wir haben nahezu alles ausgeschlossen, was einen Sammler ausmacht...

1. Mehr kauft als hören kann? Die paar Platten die hier herumliegen und erst einmal gehört würden sind doch nicht die Rede wert...

2. Warum sollte ich alle Interpreten komplett besitzen wollen? Die über 100 Van Morrison-Alben sind eher eine Ausnahme....

3. Das Format eine Rolle spielt? Ich bin völlig formatunabhängig! Na gut, so ein schönes "Blue-note Album" hat schon seinen Reiz...

Wie man sieht, bin ich auf gar keinen Fall ein Sammler! ;-)

Herr Rossi
20.03.2008, 10:26
Ich halte dann schon mal den Baldrian bereit, den du beim irgendwann erfolgenden Plattencrash und dem damit einhergehenden Komplettverlust der darauf gespeicherten Musik brauchen wirst :lol:

Ich war zwar nicht angesprochen, aber dieser Einwand wundert mich immer. Wer so redet, hat offensichtlich das Thema "Datensicherung" verschlafen. Ich habe auf meinem Rechner alles, was ich in den letzten ca. 15 Jahren erarbeitete habe (Druckvorlagen, Manuskripte, Materialsammlungen, Bilddokumente usw.) und ich achte natürlich sorgfältig darauf, dass das nicht mit einem Schlag weg sein kann. Da kann ich mich auch in einem Aufwasch um meine iTunes kümmern, wo liegt das Problem? Man muss sich nur klarmachen, dass man nicht eine Sicherung auf welches Medium auch immer machen und es an die Seite legen kann und dort wäre es noch in 50 Jahren abrufbar. Der Datenbestand muss "leben" - im jeweils aktuellen System. Die Backups sind wirklich nur die Rückversicherung.

Das digitale Musikleben weckt bei mir Sammlerinstinkte, die ich aus Platz- und Geldmangel nie hatte. Man kann alles verfügbar haben, ohne deswegen immer noch ein Regal anbauen zu müssen, und es ist mit der genialen Benutzeroberfläche von iTunes alles in Nullkommanix wieder zu finden. Ich bin aber trotzdem wählerisch, bei 30.000 Tracks liegt für mich das Limit dessen, was ich für sinnvoll erachte, das sind schon mehr als 80 Tage nonstop Musik, aber die müssen so makellos wie möglich sein.

Ich kaufe aber trotzdem noch CDs, weil es Sachen sind, die noch nicht (legal) per Download erhältlich sind, oder weil ich das ganze Album bzw. die ganze Box haben will, denn das kaufe ich nur ausnahmsweise komplett digital. Ich denke aber, dass das eine Übergangsphase ist, irgendwann werde ich mich bis auf wenige Memorabilia hoffentlich von einem Großteil der Tonträger trennen können. Oder auch müssen, weil die Bücher Platz beanspruchen. Und bei Büchern bin ich "Vinylist".

Ich bin schon Sammler, aber ich sammle keine Tonträger, sondern Tracks.

Mistadobalina
20.03.2008, 10:31
Man spricht erst ab 1000 Einheiten von einer Sammlung. Alles drunter ist Pillepalle.

(Gab mir gegenüber mal ein Plattenhändler von sich...)

Der Typ wollte dir wohl gern ein paar Platten verkaufen, oder? :-)

Mistadobalina
20.03.2008, 10:37
@ Rossi

Meine iTunes-Sammlung ist mir schon wichtig, aber ich stufe das eher als Hörproben ein, sozusagen eine "schallende Archivliste". Das Hören ist nicht so sehr mit Musikgenuss verbunden, sondern mehr eine Arbeitsunterlage.

Dick Laurent
20.03.2008, 10:39
Ich war zwar nicht angesprochen, aber dieser Einwand wundert mich immer. Wer so redet, hat offensichtlich das Thema "Datensicherung" verschlafen. Ich habe auf meinem Rechner alles, was ich in den letzten ca. 15 Jahren erarbeitete habe (Druckvorlagen, Manuskripte, Materialsammlungen, Bilddokumente usw.) und ich achte natürlich sorgfältig darauf, dass das nicht mit einem Schlag weg sein kann. Da kann ich mich auch in einem Aufwasch um meine iTunes kümmern, wo liegt das Problem? Man muss sich nur klarmachen, dass man nicht eine Sicherung auf welches Medium auch immer machen und es an die Seite legen kann und dort wäre es noch in 50 Jahren abrufbar. Der Datenbestand muss "leben" - im jeweils aktuellen System. Die Backups sind wirklich nur die Rückversicherung.
ähm, nein, ich fühle mich da mal angesprochen und der Einwand wundert mich nicht. Klar kann man Druckvorlagen etc mal schnell wegsichern, wenn du aber eine größere iTunes-Bibliothek hast, dann ist das nicht mehr so einfach möglich. Da bleiben als Sicherungsmethode eigentlich nur Bandsicherungen (für Privatanwender kaum machbar) oder gespiegelte Festplatten. Letztere immernoch mit einem gewissen Restrisiko und begrenzter Lebensdauer. Alles andere ist wirklich nur die Illusion von Datensicherheit - und ich sehe schon tausende Familenväter in 10 Jahren fluchen und heulen, wenn sie die Bilder und Videos ihres Nachwuchses nicht mehr sehen können...

Mick67
20.03.2008, 10:41
@Rossi

Ich nehme an, Du hörst Musik hauptsächlich über Deinen Rechner, oder? Das kommt für mich z.B. nicht in Frage.

So genial finde ich die Benutzeroberfläche von iTunes übrigens nicht.

Herr Rossi
20.03.2008, 10:46
@ Rossi

Mein iTunes-Sammlung ist mir schon wichtig, aber ich stufe das eher als Hörproben ein, sozusagen eine "schallende Archivliste". Das Hören ist nicht so sehr mit Musikgenuss verbunden, sondern mehr eine Arbeitsunterlage.

Kann ich verstehen. Ich stelle nur fest, dass ich meine Anlage kaum noch nutze und mit dem Rechner sehr viel intensiver Musik höre, gerade weil ich damit "arbeiten" kann. Außerdem hab ich eh keine Möglichkeit, Musik anders zu hören als vom Schreibtisch aus (oder unterwegs mit dem MP3-Player, was ich auch sehr schätze). Und mit diesen Harmann/Kardon-Sticks ist der Sound so gut, dass es für meine bescheidenen Ohren optimal ist.

Bender Rodriguez
20.03.2008, 10:50
Der Typ wollte dir wohl gern ein paar Platten verkaufen, oder? :-)

Ja, aber welcher Händler will das nicht?

Nachdem wir uns verständigten, daß Pillepalle nicht der Gegenstand unseres Gespräches ist, wollte er sogar, daß ich ihm ein paar Platten verkaufe...

Herr Rossi
20.03.2008, 10:54
oder gespiegelte Festplatten. Letztere immernoch mit einem gewissen Restrisiko und begrenzter Lebensdauer.

Klar, die gespiegelten Festplatten sind nur die kurzfristige Rückversicherung, deswegen sag ich ja, es muss alles auf dem "lebenden" System verfügbar sein und wenn man einen neuen Rechner bzw. eine neue Festplatte kauft, wird alles 1:1 übertragen. Anders geht es nicht. Ich habe Dateien auf dem Rechner, die ich vor 15 Jahren auf einer Festplatte angelegt habe, die schon längst ausrangiert ist, warum sollten sie auf diesem Wege nicht auch weitere 15 Jahre überleben. Dass bei den Übertragungen es auch mal zu Fehlern kommen kann, ist klar, das wird aber doch nicht den kompletten Bestand betreffen?


@Rossi

Ich nehme an, Du hörst Musik hauptsächlich über Deinen Rechner, oder? Das kommt für mich z.B. nicht in Frage.

Siehe oben. Ich habe kein gemütliches Musikzimmer und werde es auch in absehbarer Zeit nicht haben.


So genial finde ich die Benutzeroberfläche von iTunes übrigens nicht.

Vielleicht magst Du dazu was im entsprechenden Thread schreiben.

Dick Laurent
20.03.2008, 10:57
Rossi, du verstehst es nicht, die Platten 1x auf einer Festplatte zu haben reicht nicht. Und die Daten auf einer 15 Jahre alten Platte zu haben reicht erst recht nicht, das Ding wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr hochlaufen!

Mick67
20.03.2008, 10:58
.....Siehe oben. Ich habe kein gemütliches Musikzimmer und werde es auch in absehbarer Zeit nicht haben.
Das habe ich auch nicht, aber wozu gibt es Funkkopfhörer? ;-)


Vielleicht magst Du dazu was im entsprechenden Thread schreiben.Ja, kann ich machen.

Herr Rossi
20.03.2008, 11:06
Rossi, du verstehst es nicht, die Platten 1x auf einer Festplatte zu haben reicht nicht. Und die Daten auf einer 15 Jahre alten Platte zu haben reicht erst recht nicht, das Ding wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr hochlaufen!

Dick, Du verstehst mich nicht. Die Festplatte von vor 15 Jahren habe ich natürlich nicht mehr, das ist doch klar, dass die nur eine begrenzte Lebenszeit hat, aber ich habe Dateien(!), die so alt sind. Ich habe meinen Rechner, mein Notebook mit dem gleichen Inhalt und zwei externe Festplatten für die Sicherung, der Datenbestand ist also viermal vorhanden. Nichts davon betrachte ich als dauerhaftes Speichermedium, die Daten werden regelmäßig komplett gesichert bzw. auf den neuen Rechner, das neue Notebook übertragen und auch die externen Festplatten werde ich regelmäßig ausrangieren. Ich würde es als "fließendes" System bezeichnen, keine Ahnung, wie das bei Euch heißt.

Dick Laurent
20.03.2008, 11:13
aha, dann hattest du dich bislang unklar ausgedrückt! "fließendes System" heisst jedenfalls nix, das kann ich garantieren ;-). Und dauerhafte Speichermedien gibt es sowieso nicht...

Mistadobalina
20.03.2008, 11:15
Und dauerhafte Speichermedien gibt es sowieso nicht...

Doch: Vinyl-Schallplatten. ;-)

Mick67
20.03.2008, 11:15
...Und dauerhafte Speichermedien gibt es sowieso nicht...So (aufwendig) wie es Rossi macht, scheint er genau das verstanden zu haben.

Dick Laurent
20.03.2008, 11:16
Doch: Vinyl-Schallplatten. ;-)
und Steintafeln!!!

Herr Rossi
20.03.2008, 11:20
Und dauerhafte Speichermedien gibt es sowieso nicht...

Klar. Meine Frau hat als Archivarin ganz massiv mit dem Problem zu tun, wie man digitale Informationen dauerhaft sichert, und ist ihrerseits entsetzt, wenn Programmierer von "Langzeitarchivierung" sprechen und damit 5 Jahre meinen. Die ältesten Informationsträger in ihrem Archiv sind über 1000 Jahre alt, das sind Backups, die taugen.;-)

Systematic Drummer
20.03.2008, 11:45
Man spricht erst ab 1000 Einheiten von einer Sammlung. Alles drunter ist Pillepalle.

(Gab mir gegenüber mal ein Plattenhändler von sich...)
Dann dauerts ja noch lange, bis ich eine Sammlung habe ;-)

Ich würde schon ab 50 von einer Sammlung sprechen.

Selbst hab ich ca. 250...

Systematic Drummer
20.03.2008, 11:45
und Steintafeln!!!
Die können aber verstauben ;-)

Fetenguru
20.03.2008, 14:49
Ich habe kein gemütliches Musikzimmer und werde es auch in absehbarer Zeit nicht haben.

Ich abhe schon eine Zusage! :-) :liebe_2: Fehlt nur noch Zeit und Ort! :-)

Warum sammelt jemand Bierdeckel, Briefmarken oder Überraschungseier-Figuren? Warum samelt man überhautp etwas? Keine Ahnung. Ich denke, dies ist eine Frage, die kann man nicht beantworten. Ist vielleicht in der Evulation des Menschen begründet. Oder einfach ur ein schönes Hobby!

Meine Gefühle sind zweigeteilt, wenn ich meine Sammlung sehe. 1. "Es ist schon 'ne Menge..." - 2. "Ich muss nachsehen, was noch fehlt". Missen möchte ich mein Regal nicht.

Ich wurde mal gefragt, ob ich das alles höre, was so da "rumsteht". Natürlich nicht, ich bin einfach nur froh es zu besitzen. Ich hab geantwortet: "Lässt ein Modellbahnbauer alle seine Züge fahren...?" Es ist herrlich, in der eigenen Sammlung etwas zu entdecken, was man jahrelang nicht mehr gehört hat, oder noch gar ncht gehört hat und sich dann doch ärgert, daß man es erst jetzt entdeckt hat (das kommt natürlich ganz auf die größe der Sammlung an!).

Whole Lotta Pete
20.03.2008, 14:58
Sammlung? Eigentlich für mich das falsche Wort. Es ist aus meiner Sicht eine Art musikalische Bibliothek, also sagen wir Audiothek. Ich bin nie Komplettist gewesen und auch kein Sammler. Nichts liegt in der Vitrine oder wird nicht benutzt, also nicht gehört. Da liegt der Unterschied zu "toten" Sammlungen wie Briefmarken, Bierdeckeln oder beknackten Porzellanfigürchen.

Aus praktischen Gründen sagt man natürlich umgangssprachlich doch "Sammlung", da fehlte mir auch ein Ersatzwort. Die Musik wird aber benutzt und gehört, Totalausfälle werden verkauft oder verschenkt. Stapel von ungehörten, neuen Tonträgern sind bei mir niedrig und bleiben nicht lange liegen. Wenn ich sie nicht zum Hören kaufen würde, für was dann?

Harry Hartmann
20.03.2008, 15:32
falscher Thread :roll:

Herr Rossi
20.03.2008, 15:40
Es ist verkürzt, wenn man den Begriff "Sammlung"/"Sammler" nur mit "Komplettismus" und dem nerdigen Anhäufen nutzloser Gegenstände verbindet (Briefmarken, Bierdeckel usw.). Jede Bibliothek und jedes Museum ist z.B. eine Sammlung. Dort sind Spezialisten oftmals seit Jahrhunderten damit beschäftigt, Sammlungen aufzubauen, zu pflegen, zu erschließen, zu erweitern, nicht als Selbstzweck, sondern um der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit zu dienen. Jede Bibliothek und jedes Museum, soweit sie sachverständig geführt werden, haben Sammlungsschwerpunkte und genaue Vorstellungen, was sie der Sammlung hinzufügen und was nicht. Wichtig ist, dass der Bestand so gut erschlossen ist, dass man zu möglichst jeder Anfrage möglichst schnell die passenden Bücher bzw. Objekte findet. Das ist nicht so einfach, wie es klingt.

Was mich zu einem anderen Aspekt führt: Ich finde es bedauerlich, dass die Musik, die uns interessiert, nur Gegenstand privaten Sammelns ist. Oder gibt es irgendwo eine öffentlich zugängliche Sammlung, die die Geschichte der Popmusik sowohl in Tonträgern als auch in Literatur (Bücher, Zeitschriften usw.) umfassend und sachkundig dokumentiert? (Ich meine nicht die übliche Stadtbücherei, in der man sich auch CDs ausleihen kann und wo die aktuellen Ausgaben von RS, ME usw. ausliegen und auch kein "Popmuseum", wo Elvis Goldjacke neben Lennons Brille ausgestellt wird ...)

schussrichtung
20.03.2008, 15:49
Ich finde es bedauerlich, dass die Musik, die uns interessiert, nur Gegenstand privaten Sammelns ist. Oder gibt es irgendwo eine öffentlich zugängliche Sammlung, die die Geschichte der Popmusik sowohl in Tonträgern als auch in Literatur (Bücher, Zeitschriften usw.) umfassend und sachkundig dokumentiert? (Ich meine nicht die übliche Stadtbücherei, [...]

Eine interessante Sammlung mit Dokumentation und anderen Aktivitäten wie z.B. die Organisation von Konzerten regionaler Bands bietet die "Stichting CD-Uitleen" in Enschede. Diese Stiftung ist der Stadtbibliothek angegliedert, agiert aber unabhängig. Mir persönlich ist keine größere öffentlich zugängliche Sammlung bekannt die auch auf Dokumentation wert legt.
Ob dieses umfassend und sachkundig geschieht ist wahrscheinlich diskussionswürdig.

http://www.cd-uitleen.nl/

Cleetus
20.03.2008, 15:49
Herr Rossi, ich meine am Forumstreffen hätte mir jemand etwas von einer Audiothek erzählt, in welcher man, bei Voranmeldung, unter anderem ultrarare Schellacks hören kann oder ähnliches. Leider weiß ich nicht mehr wer dieser Wissende war.

otis
20.03.2008, 15:55
Rossi, ich denke, dass es so etwas gibt, schon reichlich gibt, aber eben nicht so bekannt ist. Ich weiß z.B. von der großen Sammlung eines dt. Musikjournalisten und -wissenschaftlers, der seine Sammlung der Universität Linz (meine ich mich zu erinnern) vermacht hat. So etwas wird es häufiger geben und in Zukunft wahrscheinlich gar verstärkt.

Der Aspekt der Forschung ist sicher kein unwesentlicher. Manch einer betreibt Forschung im Kleinen und Privaten (über die Wichtigkeit sei hier nicht gestritten).
Wenn ich gerade bei den neuen Singles lese, dass "Musikgeschichte" evtl. neu geschrieben werden muss, nur weil plötzlich Pressungen auftauchen, die es so laut verbürgten Quellen etcpp. absolut nicht geben dürfte, dann ist das doch sehr, sehr spannend (Magazine: Shot By Both Sides). Übrigens ein weiteres Argument für die Beschäftigung mit dem Original-Vinyl.
Ja, eine Sammlung hat auch ein wenig mit Forschung zu tun.

Whole Lotta Pete
20.03.2008, 15:57
Es ist verkürzt, wenn man den Begriff "Sammlung"/"Sammler" nur mit "Komplettismus" und dem nerdigen Anhäufen nutzloser Gegenstände verbindet (Briefmarken, Bierdeckel usw.). Jede Bibliothek und jedes Museum ist z.B. eine Sammlung. Dort sind Spezialisten oftmals seit Jahrhunderten damit beschäftigt, Sammlungen aufzubauen, zu pflegen, zu erschließen, zu erweitern, nicht als Selbstzweck, sondern um der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit zu dienen. Jede Bibliothek und jedes Museum, soweit sie sachverständig geführt werden, haben Sammlungsschwerpunkte und genaue Vorstellungen, was sie der Sammlung hinzufügen und was nicht. Wichtig ist, dass der Bestand so gut erschlossen ist, dass man zu möglichst jeder Anfrage möglichst schnell die passenden Bücher bzw. Objekte findet. Das ist nicht so einfach, wie es klingt.

Was mich zu einem anderen Aspekt führt: Ich finde es bedauerlich, dass die Musik, die uns interessiert, nur Gegenstand privaten Sammelns ist. Oder gibt es irgendwo eine öffentlich zugängliche Sammlung, die die Geschichte der Popmusik sowohl in Tonträgern als auch in Literatur (Bücher, Zeitschriften usw.) umfassend und sachkundig dokumentiert? (Ich meine nicht die übliche Stadtbücherei, in der man sich auch CDs ausleihen kann und wo die aktuellen Ausgaben von RS, ME usw. ausliegen und auch kein "Popmuseum", wo Elvis Goldjacke neben Lennons Brille ausgestellt wird ...)


Ja, "Sammlung" bleibt weiter die richtige Bezeichnung, nur kam hier doch einige Male zur Sprache, dass tatsächlich auch bei Musik manche die Maßstäbe anlegen, die man sonst mit "Sammeln" verbindet.

Deine Überlegung passt ja zu meiner in Sachen "Audiothek". Übrigens, eine der Eingangsfragen war ja, was später mal mit so einer Plattensammlung geschehen soll. Ich stelle mir vor, dass ich meine vererbe. Sollte der Nachkomme oder Freund die Sammlung nicht ordentlich würdigen oder gar Schwachsinn damit anstellen, so hab ich mir vorgenommen, persönlich von den Toten aufzuerstehen und ruhelos verrottend umherzuwandern. Und zwar so lange, bis die Sammlung ordentlich weitergeführt und behandelt wird. http://www.allthingszombie.com/forums/images/smilies/zombie_moan.gif

Sonic Juice
20.03.2008, 15:57
In Bremen gibt es das Klaus Kuhnke Archiv für Populäre Musik (http://www.kkarchiv.de/)mit über 90.000 Tonträgern (auch Online-Recherche möglich). Bei den Links dort sind auch noch weitere Archive benannt.

"Das Klaus-Kuhnke-Archiv für Populäre Musik ist ein Präsenzarchiv, das laut Gesellschaftsvertrag zugänglich ist für die "musikpädagogisch und musikwissenschaftlich interessierte Öffentlichkeit". Es enthält Sammlungen u.a. von Klaus Kuhnke, Manfred Miller, Peter Schulze und Ingolf Wachler aus allen Gebieten Populärer Musik, von Johann Strauß bis zu den Sex Pistols, von John Coltrane bis Ted Herold, Jazz, Blues, Volksmusik, Rock, Soul und was der Kategorien mehr sind, die nicht Gegenstand der traditionellen Musikwissenschaft, aber in diesem Archiv vorhanden sind. Zur Zeit sind ca. 90.000+ Tonträger EDV-erfasst (dazu noch ca 15.000+ noch nicht erfasste) und nach Titeln, Interpreten und Urhebern zu recherchieren (keine Ausleihe). Neben der Sammlungtätigkeit auch eigene Publikationen: Geschichte der Popmusik, Zeitschrift-Anschläge."

Herr Rossi
20.03.2008, 15:58
http://www.cd-uitleen.nl/

Danke, das sieht auf den ersten Blick nicht schlecht aus, so ungefähr hatte ich es mir vorgestellt. Und ist von Münster aus sogar relativ nah.

PS @Sonic: Ja, genau so was. Es ist zu hoffen, dass noch weitere private Nachlässe in solche Stiftungen überführt werden.

Clau
20.03.2008, 16:10
In Bremen gibt es das Klaus Kuhnke Archiv für Populäre Musik (http://www.kkarchiv.de/)mit über 90.000 Tonträgern (auch Online-Recherche möglich).

Warst Du da mal, Sonic?

Whole Lotta Pete
20.03.2008, 16:12
PS @Sonic: Ja, genau so was. Es ist zu hoffen, dass noch weitere private Nachlässe in solche Stiftungen überführt werden.

In ein paar Jahrzehnten gründest du vielleicht so eine Stiftung fürs RS-Forum ;-)

Sonic Juice
20.03.2008, 16:20
Warst Du da mal, Sonic?

Nee, bislang noch keinen Bedarf gehabt.

otis
20.03.2008, 16:36
Das Kuhnke-Archiv hortet meine komplette SOUNDS-Sammlung. Also wer dort mal in alten Sounds blättert, irgendwann hat der junge Otis die mal gekauft und gelesen.;-)

Mikko
20.03.2008, 19:37
Das Kuhnke Archiv kenne ich auch. Meine gesammelten Veröffentlichungen sind dort auch archiviert.

Es gibt natürlich das Deutsche Musikarchiv in Berlin und Leipzig, das Teil der Deutschen Bibliothek ist. Jede in Deutschland veröffentlichte Musik muss dort 2x abgeliefert werden. Das ist in einem Gesetz so festgeschrieben. Leider wissen das viele kleine und unabhängige Firmen oder selbst publizierende Künstler gar nicht. Dementsprechend lückenhaft ist das Archiv jenseits der gängigen Industrie VÖs. Man ist dort zwar bemüht, Sachen anzukaufen. Und man schreibt die kleinen Firmen und Verlage auch an, sofern man von ihnen überhaupt etwas erfährt. Aber die Ausfallquote ist aus diversen Gründen dennoch recht hoch.
Und da es das Musikarchiv und das entsprechende Gesetz erst seit 1974 gibt, sind die Lücken davor natürlich auch recht groß.

Sunspot
20.03.2008, 20:10
Ich war zwar nicht angesprochen, aber dieser Einwand wundert mich immer. Wer so redet, hat offensichtlich das Thema "Datensicherung" verschlafen. Ich habe auf meinem Rechner alles, was ich in den letzten ca. 15 Jahren erarbeitete habe (Druckvorlagen, Manuskripte, Materialsammlungen, Bilddokumente usw.) und ich achte natürlich sorgfältig darauf, dass das nicht mit einem Schlag weg sein kann. Da kann ich mich auch in einem Aufwasch um meine iTunes kümmern, wo liegt das Problem? Man muss sich nur klarmachen, dass man nicht eine Sicherung auf welches Medium auch immer machen und es an die Seite legen kann und dort wäre es noch in 50 Jahren abrufbar. Der Datenbestand muss "leben" - im jeweils aktuellen System. Die Backups sind wirklich nur die Rückversicherung.
Och, keine Sorge, regelmäßige Datensicherung gehört für mich seit Beginn meines Umgangs mit PCs zum Alltag. Allerdings haben mich rund 6 Monate im Service gelehrt, dass das eher die Ausnahme ist. Wie oft ich Kunden vor mir hatte, die empört aufjaulten, weil Hersteller XYZ nicht im Traum daran denkt, die defekte Festplatte mit der kompletten Musiksammlung drauf zu reparieren oder eine Datenrettung durchzuführen, sondern gleich austauscht... und wie oft ich mir auf die Zunge beissen musste, dass ihnen das vollkommen zu recht geschieht. Die meisten lernen es nur auf die harte Tour.

Ich selbst habe nur einen PC und eine externe HD zum Sichern, das muss reichen. Wichtige Dateien werden auf CDs im langsamsten Modus gebrannt und ordentlich gelagert, die iTunes-Bibliothek macht sich auf der externen Platte und im PC breit. Und sämtliche Musik der Bibliothek liegt auf CD vor, was mir ein durchaus mögliches Massensterben der Festplatten (Tip: lasst die Finger von TrekStor. Eine Ausfallquote wie die jamaikanische Bobmannschaft.) zwar nicht egal sein ließe, aber der Bestand an sich ist so nicht in Gefahr. Ok, ausser man raubt mir die Bude aus oder fackelt sie ab, aber dann wäre die verlorene Musik die kleinste meiner Sorgen.

j.w.
20.03.2008, 20:25
Ich bezeichne meine Tonträgersammlung (ca. 2-3000 Exemplare von LPs, Singles, CDs, die Tapes will ich mal nicht dazurechnen) als eine solche und habe deshalb auch kein Problem mit dem Begriff "Sammler" in dem Kontext. Auch wenn ich mir vorstelle, dass ein Briefmarkensammler eine andere Beziehung zu seinem Sammelobjekt hat als ein Musikliebhaber zu seinem Tonträger, denke ich dass auch da eine gewisse Leidenschaft eine Voraussetzung ist. Von daher von mir kein Naserümpfen in diese Richtung.

Früher wäre es für mich undenkbar gewesen eine Platte, die ich mal besessen habe (wohlgemerkt den Tonträger - DEN kann man besitzen und das ist mir nach wie vor wichtig, deshalb keine Chance für Festplattenlösungskonzepte), wieder mal zu verkaufen. Der Umfang der Sammlung war für mich auch eine Art Statussymbol. Früher habe ich sie auch regelmäßig gezählt, das mache ich nun schon seit bestimmt 15 Jahren nicht mehr. Da die Sammlung in den letzten 10 Jahren exponentiell angewachsen ist, kann ich daher nur noch Schätzungen über den Umfang abgeben. Auch ist mir leider in meinen jetzigen Wohnumständen (die Sammlung ist in meinem Dachboden-Arbeitszimmer) nicht mehr möglich sie halbwegs zusammenhängend in Regalen auszustellen. Alles ist ziemlich verstreut, ich weiß zwar immer wo was ist bzw. sein müsste aber für Besucher war es früher einfacher meine Sammlung zu bestaunen.
Auch aus dem knappen Platz heraus fing ich vor ca. 5 Jahren tatsächlich auch an LPs und CDs, die mir nicht mehr am Herzen lagen, abzustoßen, fast ausschließlich über ebay. Bringt zwar immer nur einen Bruchteil der Anschaffungskosten wieder rein, aber wie gesagt, der Engpass ist der Platz und: Es ist mir auch ein Anliegen geworden, Sachen, die mir nicht (mehr) gefallen auch nicht mehr vorzuhalten.

Wobei ich auch ein Komplettist bin. Und somit auch mittelmäßige bis schwache Dylan/Young/...-Werke behalte. Aus Überzeugung. Weil auch oft auf einem sonst schwachen Album mal die eine oder andere Perle versteckt ist. Und um ab und zu mal die Bandbreite in der Leistung eines Künstlers mal wieder erfahren möchte.

Herr Rossi
20.03.2008, 20:26
@Mongolom: Okay, dann sind wir ja auf einer Linie. Ich habe das meiste, was ich auf Festplatte habe, auch auf CD. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich in weiterer Zukunft mal auf Tonträger weitgehend verzichten werden.


Es gibt natürlich das Deutsche Musikarchiv in Berlin und Leipzig, das Teil der Deutschen Bibliothek ist. Jede in Deutschland veröffentlichte Musik muss dort 2x abgeliefert werden. Das ist in einem Gesetz so festgeschrieben. Leider wissen das viele kleine und unabhängige Firmen oder selbst publizierende Künstler gar nicht.

Dann ist das genauso wie bei Büchern geregelt, sehr schön.

Sunspot
20.03.2008, 21:09
Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich in weiterer Zukunft mal auf Tonträger weitgehend verzichten werden.
Das könnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dafür ist mein "Habenwollen-Gen" wohl zu übermächtig ;-)

otis
20.03.2008, 23:02
Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich in weiterer Zukunft mal auf Tonträger weitgehend verzichten werden.
Du bist ja auch "nicht audiophil". Geht das, wenn man Musik liebt?
Aber ach, das führt in eine Format-Diskussion.
Mista sprach oben (oder war es woanders?) von schlechten Demos, die sie schon richtig hätte einschätzen können. Sicher, da ging es um den Song und um die möglichen Qualitäten, die in Arrangement oder Band stecken mögen.
Ich kenne reichlich Leute, die sehr schlecht klingende Schellacks sammeln, ohne jeden Ansatz von Klangtreue. Denen geht es aber um bestimmte Stimmen, darum wie sie Opernpartien angegangen sind, wie sie sie ausgeformt haben. Jeder von denen würde wer weiß was geben, die Sänger (es geht z.B. um Aufnahmen von 1890 - 1930) live oder in Hifi zu hören. Da ist dann viel Neugierde, Wissenschaft und Studium dabei. Da mag dann wohl oder übel die Schellack, das alte Band oder was auch immer reichen.
Ich möchte zu Hause aber nicht nur studieren, nicht nur kennenlernen, ich möchte auch genießen, das, was ich liebe. Und da ist mir der Klang wichtig geworden, denn er macht Musik lebendig. Auch wenn meine Anlage noch verbessert werden muss, aber seitdem ich sie habe, kann ich nicht mehr weniger Klang haben wollen.

PS: Ich glaube, ich habe im falschen Thread gepostet!?

Mistadobalina
20.03.2008, 23:19
Ich möchte zu Hause aber nicht nur studieren, nicht nur kennenlernen, ich möchte auch genießen, das, was ich liebe. Und da ist mir der Klang wichtig geworden, denn er macht Musik lebendig. Auch wenn meine Anlage noch verbessert werden muss, aber seitdem ich sie habe, kann ich nicht mehr weniger Klang haben wollen.

PS: Ich glaube, ich habe im falschen Thread gepostet!?

Macht ja nichts. Ich verwechsele diesen beiden Threads auch manchmal.

Ich sagte ja nicht, dass mir Klang völlig unwichtig ist, sondern, dass ich das Thema überbewertet finde. Selbstverständlich genieße ich auch Musik von einer tollen Anlage, aber ich könnte auch darauf verzichten. Und ich stelle auch fest, dass sich Tracks auf meinen verschiedenen Abhörmöglichkeiten unterschiedlich anhören. Aber letztlich ist der Track - oder in diesem Fall auch: der Song - doch das Wichtigste für mich. Und auch das Elementare, das uns Musikhörer verbindet, so unterschiedlich wir auch immer hören werden.

Herr Rossi
20.03.2008, 23:29
Du bist ja auch "nicht audiophil". Geht das, wenn man Musik liebt?

Audiophil ist nun mal der übliche Begriff dafür, dass jemand viel Mühe (und Geld) auf einen möglichst tollen Klang verwendet. Ich würde schon sagen, dass ich Musik liebe, aber dieser Aspekt war mir bislang nicht wichtig. Ich hab auch schon bessere Anlagen gehört, aber das hat bei mir keine dringenden Bedürfnisse für mein eigenes Musikhören ausgelöst.

songbird
20.03.2008, 23:34
edit

hier gehts jetzt um Klang

latho
21.03.2008, 00:02
[...]
Auch aus dem knappen Platz heraus fing ich vor ca. 5 Jahren tatsächlich auch an LPs und CDs, die mir nicht mehr am Herzen lagen, abzustoßen, fast ausschließlich über ebay. [...]

Und ich glaube, auch an mich...
Mir ist das Vorhandenseins eines physischen Tonträgers schon wichtig, vielleicht kann man Musik nicht besitzen, aber der Tonträger gibt mir zum einen die Möglichkeit, das Stück zu jeder Zeit abzuspielen, zum anderen ein gewisses Anrecht darauf, dass ich mit MP3s nicht zu haben glaube.
Bei mir liegen recht viele ungehörte Tonträger herum, ich würde mich aber trotzdem nicht als Sammler bezeichnen, zumindest nicht im Sinn von Komplettist.

dougsahm
21.03.2008, 00:25
Du bist ja auch "nicht audiophil". Geht das, wenn man Musik liebt?

Natürlich geht das. Sonst müsste eine Musikfreund Streamhearing wie bei roots ablehnen. Komische Frage, otis.

Staggerlee
21.03.2008, 00:40
Ich würde mich auch nicht als klassischer Sammeler bezeichnen- auf die Original LPs lege ich keinen großen Wert, auch bin ich kein Komplettist. Trotzdem war das mit dem Messie nicht ganz unernst gemeint. 1.) Zwanghaftigkeit: Ich empfinde schon das Gefühl von Mangel, wenn ich über längere Zeit keine neuen Anschaffungen tätige oder wenn ich etwas nicht besitze, was ich aber begehre (z.B. wenn ich über einen interessanten Tonträger lese) - im Prinzip also schon eine gewisse Zwanghaftigkeit. 2.) CDs/Lps in immer größerem Maße (mehrere Tausend, aber im Vergleich zu anderen hier eine relativ kleine Sammlung) zu horten ist für den außenstehenden nicht ganz leicht nachzuvollziehen- sie nehmen in meiner Wohnung einen immer größeren Raum ein (neben den Sammlungen von Musikbüchern/Zeitschriften). 3.) Im Gegensatz zu anderen Teilnehmern verkaufe oder verleihe ich niemals auch nur einen Tonträger, denn ich verbinde mit ihm Erinnerungen und spezifische Gefühle- sie haben für mich eine große Bedeutung (seltsam, für meine Freunding gar keine). Kurz: Schon leichte Anzeichen von einem Messie und nicht unbedingt ein vollkommen rationales Vorgehen.
Wußtet ihr eigentlich, daß man immer zu erst handelt und dann eine rationale Begründung sucht?

Herr Rossi
21.03.2008, 01:00
Kurz: Schon leichte Anzeichen von einem Messie und nicht unbedingt ein vollkommen rationales Vorgehen.

Da verwechselst Du vielleicht etwas: Ein Messie ist jemand, der noch zur geringsten Form von Ordnung unfähig ist und in seinem eigenen Müll versinkt. Das trifft bestimmt nicht zu. Aber ein Sammler bist Du auf jeden Fall, wie eigentlich alle, die hier posten. Der komplettistische Sammler ist doch nur eine von vielen Formen des Phänomens, der selektive Sammler der Regelfall. Wer dauerhaft (über Jahre und Jahrzehnte) am Erwerb und Aufbewahren von Musik interessiert ist, ist ein Sammler.


Wußtet ihr eigentlich, daß man immer zu erst handelt und dann eine rationale Begründung sucht?

Absolut richtig.

Dick Laurent
21.03.2008, 01:27
Sonst müsste eine Musikfreund Streamhearing wie bei roots ablehnen. Komische Frage, otis.
Bei roots passieren sehr viel komische Sachen, wenn man die Kommentare dazu mit dem tatsächlichen vorhanden Hörvermögen und den technischen Vorraussetzungen kreuzt, dann wird der entsprechende Thread immer zu einen tollen Lachnummer... Was man dabei lernt: Klangqualität besteht zu mindestens 90% aus Einbildung.

Joliet Jake
21.03.2008, 02:59
Bei roots passieren sehr viel komische Sachen, wenn man die Kommentare dazu mit dem tatsächlichen vorhanden Hörvermögen und den technischen Vorraussetzungen kreuzt, dann wird der entsprechende Thread immer zu einen tollen Lachnummer... Was man dabei lernt: Klangqualität besteht zu mindestens 90% aus Einbildung.

<off topic>
<z&#252;ndel-modus>
roots &#252;ber Digitalradio/Satellit hat ja auch eher eine humoristische Komponente
</z&#252;ndel-modus>
</off topic>

Sammlung:
Ich versuche mittlerweile zwischen "An"Sammlung und "Kollektion" zu unterscheiden. Ich will ersteres jetzt einfach als Bestand bezeichnen. Die Kollektion/Sammlung mu&#223;, um der Bezeichnug gerecht zu werden, Kriterien entsprechen. Kriterien, die nur der "Sammler" festlegt, und zwar nur f&#252;r sich.
Die "Briefmarkensammlung" zeigt da durchaus Parallelen. Die Frage ist f&#252;r mich n&#228;mlich nur, nach welchen Kriterien ein Bestand entsteht.
Beispiel: Es gibt Briefmarkensammler, die nur Tiermotive sammeln. Unabh&#228;ngig von Kriterien wie Erscheinungszeitraum, Ausgabeland, Zustand, sogar unabh&#228;ngig vom Wert. Er erfreut sich am Motiv, an seiner Sortierung, an seinem Umfang. Es kann sein, da&#223; ihm ein bestimmter Elefant fehlt, es kann sein, da&#223; er keine Heuschrecke hat.
Das kann in der Parallele der Bluessammler sein, der "Blues (=Tiere)" sammelt. Egal, wenn ihm ein Interpret fehlt, weil er ihn einfach nicht unter "Tiere" einsortiert, sondern unter Am&#246;ben/Einzeller.

Mein pers&#246;nliches Problem ("Sinn und Nutzen...") ist nach wie vor, da&#223; ich meine Kriterien nicht genau genug definiert habe. Kriterien gibt es doch zu viele: St&#252;ckzahl, komplett vs. Qualit&#228;t, Stilrichtung, ...
Wobei doch die meisten Kriterien sicher subjektiv sind.
- Was ist Blues (um beim Beispiel zu bleiben)?
- Will ich von einem Interpreten, der (f&#252;r mich!!) konstant gut ist, "nur" alle offiziellen Scheiben haben? Nein, geht nicht. Da m&#252;ssen genauso Radio-Mitschnitte, DVD-Audio-Tracks, Bootlegs, ... her. Vielleicht sogar Cover-Versionen!

Ich habe viel zu viele Little Feat Scheiben. Ich halte die fr&#252;hen LF f&#252;r sensationell, unverzichtbar. Aber nicht komplett. Genau so halte ich nicht alles f&#252;r Mist, was sie ab &#180;80 gemacht haben. Also: Wo ziehe ich die Grenze? Wie entscheide ich mich zwischen "komplett" oder "unverzichtbar"?

Mein aktueller Gedanke ist (und ich habe in den letzten Tagen mit vielen dar&#252;ber gesprochen): Wie kann ich meine Kriterien und damit meine Sammlung verbessern? Soll ich mich auf ein St&#252;ckzahl-Limit beschr&#228;nken, f&#252;r jede neue Scheibe, die ich behalten will, eine alte aus dem Regal nehmen? Das h&#228;tte den Vorteil, da&#223; ich mich zwinge, abgelegte Scheiben neu zu h&#246;ren und zu bewerten, da&#223; ich im g&#252;nstigsten Fall meine Ansammlung in eine Sammlung verwandle, da&#223; sich die Qualit&#228;t nach meinen Kriterien entwickelt. Aber: Nach meinen derzeitigen Kriterien. Die vor f&#252;nf Jahren anders waren, und die in f&#252;nf Jahren anders sein werden.
Die heute anders sind als morgen. Ich kann keine "Top 1000" f&#252;hren, ich bin kein Besterner; eine Platte, die heute dreieinhalb bekommt, hat in einem halben Jahr vier. Aber ein halber Punkt macht vielleicht 500 Positionen.

Ich bekomme jeden Tag neue Anregungen, und ich sehe kein Land, jemals "komplett" zu sein. Ich habe nicht mal die Hoffnung jemals zufrieden zu sein. Wobei ich mit "komplett" nicht St&#252;ckzahlen meine, sondern das Gef&#252;hl, eine bestimmte Sparte umfassend abzudecken. Alles zu haben, was ich zu dem Thema haben will. Es ist (f&#252;r mich!!!!!!!!!! bitte keine pro-kontra-Diskussion...) wie im Baseball: Je mehr ich es verstehe, desto komplizierter wird es.

Fragen &#252;ber Fragen - ich denke nur laut.
Ehrlich gesagt: ich hab das Thema - und damit meine "An"Sammlung - nicht im Griff.

gollum
21.03.2008, 03:31
...Will ich von einem Interpreten, der (für mich!!) konstant gut ist, "nur" alle offiziellen Scheiben haben? Nein, geht nicht. Da müssen genauso Radio-Mitschnitte, DVD-Audio-Tracks, Bootlegs, ... her. Vielleicht sogar Cover-Versionen!...

Da kann man nur scheitern: Irgendwann entdeckt man, er/sie hat vor 18 Jahren auf 'ner gefloppten Single-Auskoppelung in Australien als B-Seite einen Track veröffentlicht, der woanders nie erschienen ist... usw usw usw.
Zu Ur-Napster-Tagen hätte man hier und da vielleicht noch 'ne kleine Chance gehabt, aber so wird der Aufwand viel zu groß... und das ganze zur Suchtgefahr

otis
21.03.2008, 08:04
Nat&#252;rlich geht das. Sonst m&#252;sste eine Musikfreund Streamhearing wie bei roots ablehnen. Komische Frage, otis.
Komische Antwort, doug. Audiophil im Wortsinn ist jeder Musikliebhaber, denke ich, sonst w&#252;rde er nicht h&#246;ren wollen. Muss man wirklich immer Smileys setzen?
Zur Klarstellung: ich h&#246;re Roots per Radio. Und digitalisiert ist im Radion ohnehin alles. Wieso ist das komisch?

Dick Laurent
21.03.2008, 09:23
Zur Klarstellung: ich höre Roots per Radio. Und digitalisiert ist im Radion ohnehin alles.
nicht nur digitalisiert, es ist auch über MPEG2 komprimiert.

TheMagneticField
21.03.2008, 11:05
Ja, "Sammlung" bleibt weiter die richtige Bezeichnung, nur kam hier doch einige Male zur Sprache, dass tatsächlich auch bei Musik manche die Maßstäbe anlegen, die man sonst mit "Sammeln" verbindet.

Deine Überlegung passt ja zu meiner in Sachen "Audiothek". Übrigens, eine der Eingangsfragen war ja, was später mal mit so einer Plattensammlung geschehen soll. Ich stelle mir vor, dass ich meine vererbe. Sollte der Nachkomme oder Freund die Sammlung nicht ordentlich würdigen oder gar Schwachsinn damit anstellen, so hab ich mir vorgenommen, persönlich von den Toten aufzuerstehen und ruhelos verrottend umherzuwandern. Und zwar so lange, bis die Sammlung ordentlich weitergeführt und behandelt wird. http://www.allthingszombie.com/forums/images/smilies/zombie_moan.gif


da mein Sohn gezwungenermaßen ein ähnlicher Irrer wird wie ich, bekommt er natürlich alle Platten und CDs. Wahrscheinlich taucht er eh in 18 Jahren "irrlichtenderweise" in irgendeinem Musikforum auf und muß sich ständig dafür rechtfertigen, dass er musikalisch so mies von seinen Eltern sozialisiert wurde ;-)

dougsahm
21.03.2008, 11:51
Komische Antwort, doug. Audiophil im Wortsinn ist jeder Musikliebhaber, denke ich, sonst würde er nicht hören wollen. Muss man wirklich immer Smileys setzen?
Zur Klarstellung: ich höre Roots per Radio. Und digitalisiert ist im Radion ohnehin alles. Wieso ist das komisch?

Frage 1: qed, ja. Sonst hättest Du Dir den ja bei meinem Einwurf dazugedacht

Frage 2: Weil wir beide jahrelang unseren Sonntagsschlaf geopfert haben, um über minderwertige PC-Lautsprecher Roots zu hören. Damals in der Zeit ohne digitale Aufrüstung ....

*Martin*
21.03.2008, 11:54
ich finde, ab über 1000 tonträgern ist man unweigerlich sammler.

Mikko
21.03.2008, 12:00
da mein Sohn gezwungenermaßen ein ähnlicher Irrer wird wie ich, bekommt er natürlich alle Platten und CDs. Wahrscheinlich taucht er eh in 18 Jahren "irrlichtenderweise" in irgendeinem Musikforum auf und muß sich ständig dafür rechtfertigen, dass er musikalisch so mies von seinen Eltern sozialisiert wurde ;-)Erwarte da mal nicht zu viel. Meine inzwischen erwachsenen Kinder hören zwar Musik und zu einem kleinen Teil sogar die gleiche wie ich, aber weder sammeln sie Musik in Form von Tonträgern noch diskutieren sie darüber mit Gleichgesinnten.

dougsahm
21.03.2008, 12:07
ich finde, ab über 1000 tonträgern ist man unweigerlich sammler. Ich hab eine andere Meinung:

Von Sammlung kann man nur sprechen, wenn man etwas systematisch angeht und nur durch Geld oder Verfügbarkeit oder Zeit daran gehindert wird gewünschte Stücke zu integrieren.

Ich habe deutlich mehr Tonträger, aber spreche nie von einer Sammlung – sondern benutze gerne das Wort Fundus.

Die Analogie die mir für mich am Passendsten erscheint ist ein Vergleich mit einer Unzahl von Fotoalben. Der Fundus dokumentiert was mich interessiert ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Wichtigkeit. Selbsterlebtes steht dabei im Mittelpunkt. Abgeben tu ich auch keine Tonträger, es sei denn mich regt einer auf (so wie ein verwackeltes Foto). Eine Beschränkung auf die 1000 schönsten Fotos und Vernichtung (= Verkauf bei Tonträger) ist für mich unsinnig.

Der Sinn und Zweck liegt für mich neben der Musik auch darin, mich JEDERZEIT durch Anhören von etwas Altem, mich an eine Lebensphase meiner Wahl zurückerinnern zu können – wenn ich denn will. So wie beim Durchblättern eines Fotoalbums.

Achtung: Ich spreche nur für mich.

gollum
21.03.2008, 12:13
Erwarte da mal nicht zu viel. Meine inzwischen erwachsenen Kinder hören zwar Musik und zu einem kleinen Teil sogar die gleiche wie ich, aber weder sammeln sie Musik in Form von Tonträgern noch diskutieren sie darüber mit Gleichgesinnten.

Weil jede Musik heute überall für lau ex-und-hopp konsumierbar und verfügbar ist? Kein mühsam stundenlanges "vor'm Radio hängen", um auf die Sekunde das Tape zu starten. Für meine erste LP hatte ich 2 Monate gespart. Da weiß man, wie wertvoll ein Album ist.

latho
21.03.2008, 12:14
[...]

Von Sammlung kann man nur sprechen, wenn man etwas systematisch angeht und nur durch Geld oder Verfügbarkeit oder Zeit daran gehindert wird gewünschte Stücke zu integrieren.

[...]

Das ist ein nicht unwichtiger Aspekt, wie ich finde. Ich zB. habe keine Ahnung wieviel Platten/CDs/Singles ich besitze, führe auch keine Listen (dazu, soviel weiß ich, ist die Sammlung zu klein). Auf der anderen Seite weiß ich welche Platten ich von mir lieben Künstlern habe. Rossi hat schon recht: "Sammler" ist als Begriff zunächst einmal zu ungenau.

Mikko
21.03.2008, 12:16
Was Du &#252;ber Deinen Fundus sagst, dougsahm, das kann ich f&#252;r meine Plattensammlung genauso sagen. Auch ich habe Platten vor allem wegen der darauf enthaltenen Musik, die ich immer mal wieder h&#246;ren m&#246;chte, wenn mir danach ist, um mich an ihr zu erfreuen und zugleich an Dinge erinnert zu werden, die f&#252;r mich mit dieser Musik verbunden sind.
Auch ich bezeichne mich ja nicht als Sammler im Sinne von Komplettist. Allerdings liegt dem Tontr&#228;gererwerb bei mir schon eine gewisse Systematik zugrunde, selten Zufall oder gar Beliebigkeit.

gerry
21.03.2008, 12:17
ich finde, ab über 1000 tonträgern ist man unweigerlich sammler.

Ich denke, Größe und Anzahl kann nicht das Kriterium sein. Für mich sollte eine gute Sammlung etwas über seinen Besitzer aussagen, ein Statement darstellen.

50 oder 100 Singles oder Alben können das genau so gut, manchmal besser als 10,000.

Staggerlee
21.03.2008, 12:34
Gef&#228;llt mir auch recht gut deine Definition von Sammlung, daougsahm. Auch die vorher von einem anderen Teilnehmer gefa&#223;ten Gedanken &#252;ber Sammlung/Ansammlung ist interessant. Klar habe auch ich Pr&#228;ferenzen, mich interessiert keineswegs alles- sondern habe Schwerpunkte mit denen ich mich befasse (diese &#228;ndern sich nat&#252;rlich mit der Zeit und die Auseinandersetzung damit geschieht mit h&#246;chst unterschiedlicher Tiefe).

Der Punkt ist nur (und ich denke es kommt auch ein wenig in dem Beitrag von Dougsahm zur Sprache): Die Auseinandersetzung mit der Materie Popmusik/Jazzmusik geschieht, zumindest bei mir, weit weniger systematisch und weit weniger geplant wie in den meisten Beitr&#228;gen hier dargestellt. Bei mir spielen innere/&#228;u&#223;ere Faktoren oder auch Zuf&#228;lligkeiten einen weit gr&#246;&#223;ere Rolle als die vermeintlich wissenschaftliche, rationale, systematische Herangehensweise.

TheMagneticField
21.03.2008, 12:37
Erwarte da mal nicht zu viel. Meine inzwischen erwachsenen Kinder hören zwar Musik und zu einem kleinen Teil sogar die gleiche wie ich, aber weder sammeln sie Musik in Form von Tonträgern noch diskutieren sie darüber mit Gleichgesinnten.

umso besser ;-)

Mikko
21.03.2008, 12:42
Nat&#252;rlich spielen auch immer mal wieder Zuf&#228;lle eine Rolle dabei, wie oder wann man auf eine Platte, einen K&#252;nstler aufmerksam wird.
Aber bei mir steckt schon aus beruflichen Gr&#252;nden zu ca. 90&#37; eine gewisse Systematik dahinter. Ich bin halt in der gl&#252;cklichen Situation, dass mein Hobby und mein Beruf zu einem Teil deckungsgleich sind.
Systematik bedeutet bei mir: ich lese regelm&#228;&#223;ig etliche Musikzeitschriften, ich h&#246;re regelm&#228;&#223;ig alle Neuerscheinungen, die mir in der Redaktion auf den Schreibtisch kommen, ich h&#246;re Radio.
Dar&#252;berhinaus besch&#228;ftige ich mich intensiver (und auch wieder systematisch) mit K&#252;nstlern und Genres, die mir besonders gefallen. Das schlie&#223;t Forschung nach dem Woher, Warum etc. mit ein.

Herr Rossi
21.03.2008, 13:04
Allerdings liegt dem Tonträgererwerb bei mir schon eine gewisse Systematik zugrunde, selten Zufall oder gar Beliebigkeit.

Genau das ist Sammeln in dem Sinne, in dem auch Bibliotheken und Museen sammeln: Systematisch und selektiv. Dort hat der Begriff "Sammlung" und "Sammeln" keinerlei Makel, wie es hier häufig mit Blick auf Komplettisten den Anschein hat, weil ja jeder zweite behauptet, er sei eigentlich kein Sammler. Der Komplettist ist nicht das Maß aller Dinge, sondern eher jemand, bei dem das zwanghafte Element des Sammelns die Oberhand gewonnen hat. Das ist der Nerd unter den Sammlern.

Harry Hartmann
21.03.2008, 13:48
Gefällt mir auch recht gut deine Definition von Sammlung, daougsahm. Auch die vorher von einem anderen Teilnehmer gefaßten Gedanken über Sammlung/Ansammlung ist interessant. Klar habe auch ich Präferenzen, mich interessiert keineswegs alles- sondern habe Schwerpunkte mit denen ich mich befasse (diese ändern sich natürlich mit der Zeit und die Auseinandersetzung damit geschieht mit höchst unterschiedlicher Tiefe).

Der Punkt ist nur (und ich denke es kommt auch ein wenig in dem Beitrag von Dougsahm zur Sprache): Die Auseinandersetzung mit der Materie Popmusik/Jazzmusik geschieht, zumindest bei mir, weit weniger systematisch und weit weniger geplant wie in den meisten Beiträgen hier dargestellt. Bei mir spielen innere/äußere Faktoren oder auch Zufälligkeiten einen weit größere Rolle als die vermeintlich wissenschaftliche, rationale, systematische Herangehensweise.

Klasse: hier wird der Unterschied Sammlung / Ansammlung dargestellt. Auch mein Bestand ist zugegebener Massen mehr Ansammlung als "gezielte Sammlung". Und, was meine persönlichen Geschmack betrifft: wenn ich versucht habe, die Ansammlung zur Sammlung auszubauen, war meist viel Müll dabei.

gerry
21.03.2008, 13:50
Jedem der mehr über die Natur des Sammlers und das Sammeln erfahren will empfehle die Lektüre dieses Buches:

BRUCE CHATWIN - Utz

Es geht übrigens nicht um Schallplatten, sondern um Porzellanfiguren!

pipe-bowl
21.03.2008, 14:26
Genau das ist Sammeln in dem Sinne, in dem auch Bibliotheken und Museen sammeln: Systematisch und selektiv. Dort hat der Begriff "Sammlung" und "Sammeln" keinerlei Makel, wie es hier h&#228;ufig mit Blick auf Komplettisten den Anschein hat, weil ja jeder zweite behauptet, er sei eigentlich kein Sammler. Der Komplettist ist nicht das Ma&#223; aller Dinge, sondern eher jemand, bei dem das zwanghafte Element des Sammelns die Oberhand gewonnen hat. Das ist der Nerd unter den Sammlern.Diese Unterscheidung kann ich so nachvollziehen. Eine Plattensammlung sein Eigen nennen, aber kein Sammler sein wollen, geht nicht. Nat&#252;rlich sammeln fast alle hier. Viele aber wohl (mehr oder weniger)selektiv und das ist der springende Punkt. Der Kauf geschieht bei mir auch selektiv, problematischer ist bei mir, sich von Alben wieder zu trennen. Da w&#252;rde ich mir mitunter w&#252;nschen, mehr Konsequenz an den Tag zu legen.

*Martin*
21.03.2008, 14:54
hier mal ein paar worte aus wikipedia zum thema sammeln:


[...]Dabei gibt es den systematischen Sammler, der Objekte eines bestimmtes eingegrenzten Gebiets (einer Region, Epoche, Gattung bzw. Thematik) oder Produkte eines Herstellers möglichst vollständig besitzen will, und den eher unsystematischen Sammler, der nur die Dinge sammelt, die ihm gefallen oder die ihn an etwas erinnern. Dabei wecken besonders seltene Gegenstände (Raritäten) häufig ein besonderes Interesse bei Sammlern, beliebte Sammelobjekte werden teilweise schon bei der Produktion künstlich verknappt (limited Editions / begrenzte Auflagen). [...]

Staggerlee
21.03.2008, 15:02
Ich glaube der Vergleich hinkt ein wenig mit dem Museum. Ein Museum geht, so vermute ich zumindest, schon etwas anders vor:
a) hinsichtlich der Beweggr&#252;nde/Antriebsgr&#252;nde (wie in meinem und in anderen F&#228;llen dargestellt)
b) hinsichtlich der Stringenz/der wissenschaftlichen Herangehensweise (z.B. wir wollen anhand der exemplarischen Werke aus der Phase des K&#252;nsters xy darstellen die Entwicklung vom..zum...unter besonderer Ber&#252;cksichtigung von... Hierbei beziehen wir uns auf den Kunstgeschichtler......)
c) hinsichtlich des pers&#246;nlichen Bezugs: Ein Museum h&#228;tte keinerlei Probleme ein Werk wieder auszusortieren/zur&#252;ckzugeben

Herr Rossi
21.03.2008, 15:20
Ich glaube der Vergleich hinkt ein wenig mit dem Museum. Ein Museum geht, so vermute ich zumindest, schon etwas anders vor:
a) hinsichtlich der Beweggründe/Antriebsgründe (wie in meinem und in anderen Fällen dargestellt)
b) hinsichtlich der Stringenz/der wissenschaftlichen Herangehensweise (z.B. wir wollen anhand der exemplarischen Werke aus der Phase des Künsters xy darstellen die Entwicklung vom..zum...unter besonderer Berücksichtigung von... Hierbei beziehen wir uns auf den Kunstgeschichtler......)
c) hinsichtlich des persönlichen Bezugs: Ein Museum hätte keinerlei Probleme ein Werk wieder auszusortieren/zurückzugeben

Völlig richtig, die Prämissen sind so, wie Du sie beschreibst, und damit andere als bei privaten Sammlern. Jeder von uns hat mehr oder wenigere klare Kriterien, nach denen er aus der unendlichen Vielfalt der Möglichkeiten auswählt - auch der so genannte Komplettist, der ja seinen Sammelbereich so wählt, dass er prinzipiell alles erwerben kann, was dazu gehört, genügend Zeit und Geld vorausgesetzt. Aber der Komplettist ist eben nicht der Sammler schlechthin, es gibt auch andere Formen des Sammelns. Darum geht es mir.

Am Rande vermerkt, weil es zum Thema gehört: Ich verbringe schon den ganzen Tag damit, Neuerwerbungen (MP3s) der letzten Monate zu sichten und korrekt zu taggen, soweit das noch nicht erfolgt ist, vor allem im Hinblick auf genaue Veröffentlichungsdaten, soll ja alles seine Ordnung haben auf der Festplatte.:-)

Herr Rossi
21.03.2008, 15:24
[...]Dabei gibt es den systematischen Sammler, der Objekte eines bestimmtes eingegrenzten Gebiets (einer Region, Epoche, Gattung bzw. Thematik) oder Produkte eines Herstellers möglichst vollständig besitzen will, und den eher unsystematischen Sammler, der nur die Dinge sammelt, die ihm gefallen oder die ihn an etwas erinnern.

Das ist mal wieder eine typische halbgare Wiki-Definition. Selektives Sammeln ist nicht zwangsläufig unsystematisch bzw. systematisches, intelligentes Sammeln setzt Auswahl- und Suchkriterien voraus, die präziser sind als "alles haben wollen". Der Autor hat offensichtlich keine Vorstellung von professioneller, wissenschaftlicher Sammlungstätigkeit.

Harry Hartmann
21.03.2008, 15:50
Noch mal: ansammeln ist Ok, da steht m.E. der Spaß und die Freude im Vordergrund.
etwas off: ich habe im Laufe der Jahre auch andere Dinge angesammelt.

Aber Sammler, die 300 Versionen von Blowing In The Wind archivieren ( und der 1968er Bootleg-Version von Heinz Müller backstage nachhecheln ) sind mir eher suspekt.

Mikko
21.03.2008, 15:58
Ich verstehe schon worauf Du abzielst mit den 300 Versionen, Harry, aber auch f&#252;r ein solches Sammeln kann es ganz vern&#252;nftige Gr&#252;nde geben. Wenn jemand gro&#223;er Dylan Fan ist und es sich zur Aufgabe gemacht hat, m&#246;glichst alle irgendwie verf&#252;gbaren Aufnahmen des Meisters zu Vergleichszwecken zu archivieren, dann mag das auf den ersten Blick etwas nerdig wirken. Es kann jedoch auch unsch&#228;tzbare Erkenntnisse f&#252;r die Nachwelt bergen. ;-)

Andererseits finde ich pers&#246;nlich es &#252;brigens recht spannend, Aufnahmen des gleichen Songs von unterschiedlichen K&#252;nstlern zu vergleichen. Ich habe z.B. so um die 130 Versionen von "Gloria" (der von Van Morrison verfasste Song). Nicht alle auf Vinyl, ja einige nicht mal auf einem regul&#228;r ver&#246;ffentlichten Tontr&#228;ger. Es macht mir einfach Freude, die verschiedenen Versionen zu vergleichen und in ihrem jeweiligen Kontext zu h&#246;ren bzw. zu beurteilen.

Harry Hartmann
21.03.2008, 16:32
@mikko: in der Mitte liegt - wie fast immer - die Wahrheit :-)

Noch mal ein Beispiel aus "meinen" Interperten.

Z.B. Wishbone Ash ( es geht hier bitte nicht drum, diese Gruppe zu loben oder zu kritisieren ). :sonne:

Die erste LP die ich erwarb , weil ich was im Radio geh&#246;rt hatte, war FOUR. Ich kaufte sie und redete mit einem Kumpel dar&#252;ber, der meinte: "Kennst du ARGUS ? Die solltest du dir mal anh&#246;ren." ( Anmerkung, das war die Platte, die davor rauskam ). Beim Kauf von Argus sah ich im Laden, dass es noch zwei weitere gab. ( 1st und Pilgrimage ). Geld und Neugierde war da, also nahm ich die auch noch mit.
Kurze Zeit sp&#228;ter die LIVE DATES und THERE&#180;S A RUB.
Bis hierhin war ich also der Wishbone-Ash-Komplettist .

Dann hatte ich ein paar Jahre weder Nerv noch Geld, mich mit Musik zu befassen. Ende der Siebziger kamen die Alben NO SMOKE WITOUT FIRE und JUST TESTING raus. Die beiden fand ich wieder klasse.

Anmerkung: Die Ash-Ansammlung war also auf 9 St&#252;ck angewachsen. :teufel_2:

Jetzt: da ich zu diesem Zeitpunkt wieder Muse und Geld hatte, schaute ich, was ich in den Zwischen-Jahren nicht von Wishbone Ash erworben hatte, und holte mir die zwischen THERE&#180;S A RUB und No SMOKE erschienenen Alben. ( Hatte also einen Anfall von "m&#246;chte komplett alles" ). Und ??? die dazwischen liegenden Werke sind eher schwach bis vernachl&#228;ssigbar, stehen im Regal, waren damals nicht "dolle" und sind es leider nach &#252;ber 20 Jahren auch nicht.

LG
Harry

p.s. dass es inzwischen von dieser Truppe dutzende Kompilations, live at und und und gibt, geht mir - obwohl ich hier im Formun als "der" Wishbone-Ash-Fan und -Kenner gelte, ziemlich links quer.........

*Martin*
21.03.2008, 16:33
@mikko
hast du schon die version der hangmens (sixtie band)? fals interesse, pn. ;-)

Mikko
21.03.2008, 17:27
@mikko
hast du schon die version der hangmens (sixtie band)? fals interesse, pn. ;-)
Bist Du sicher, dass die so hei&#223;en? Und woher bzw. wo drauf hast Du sie?

*Martin*
21.03.2008, 17:48
Bist Du sicher, dass die so hei&#223;en? Und woher bzw. wo drauf hast Du sie?

ja, ich besitze von the hangmen das 66er album bitter sweet. da ist das rau gespielte gloria der schlusstrack mit &#252;ber 5 1/2 minuten.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51TGVD2DY6L._AA240_.jpg

Zoso
21.03.2008, 21:30
Ich verstehe schon worauf Du abzielst mit den 300 Versionen, Harry, aber auch für ein solches Sammeln kann es ganz vernünftige Gründe geben. Wenn jemand großer Dylan Fan ist und es sich zur Aufgabe gemacht hat, möglichst alle irgendwie verfügbaren Aufnahmen des Meisters zu Vergleichszwecken zu archivieren, dann mag das auf den ersten Blick etwas nerdig wirken. Es kann jedoch auch unschätzbare Erkenntnisse für die Nachwelt bergen. ;-)



Das ist das harte Los der Dylanisten. Die gibts wie Sand am Meer. Es gibt Foren, da wird tagesaktuell die Setlist gepostet, selbstverständlich auch gleich mit nem Link zum aktuellen Download des Konzertes. An die 300 kann man zu manchem Song bald ne Null anhängen. Und die Hardcorefans warten gespannt fast täglich auf die nächste Aufnahme vom Folgetag. Neverendingtour sei Dank. Ich hab Verständnis dafür, Sammeln kann ein so schönes Hobby sein. Da gehts dann nicht mehr nur um das Hören, in erster Linie um das Haben und um mögliche Vergleiche. Jäger und Sammler, so wurde es uns von der Natur gegeben.
Auch das Sammeln eines einzelnen Songs in verschiedenen Variationen öffnet doch unheimlich den musikalischen Horizont. Ist eine Interpretation (in Mikkos Fall ist es Gloria) gelungen, will man doch mehr von dem Künstler wissen/hören.
Auf diese Weise kam ich zu Tori Amos, was ist die Frau genial (und was ist diese Frau hübsch).

Mikko
22.03.2008, 17:37
Danke für den Tipp, *Martin*. Die kenne ich wirklich noch nicht. Und ich wusste doch, dass da ein "s" zu viel war im Bandnamen.

Coxy
24.03.2008, 12:18
Ich trau' mich jetzt auch mal, was dazu zu sagen.
Meine CD Sammlung ist noch lange nicht so gro&#223; und abwechslungsreich, wie von einigen anderen hier. Aber ich arbeite darauf hin.
F&#252;r mich steht einfach die Freude im Vordergrund. Es ist immer wieder toll, mit einer Ladung CDs nach Hause zu kommen, sich die Booklets anzuschauen, die Neulinge in den Player zu packen und dann ins CD-Regal einzuordnen. Schon der Anblick eines gut gef&#252;llten Regals macht CD-Eink&#228;ufe f&#252;r mich wertvoll.

Ich w&#252;rde von mir schon behaupten, dass ich mit einer gewissen Sammelleidenschaft an die Sache rangehe. Wenn mir eine Band ganz besonders zusagt, will ich nicht nur ein Album von ihnen besitzen, sondern auch alles andere kennenlernen und somit auch kaufen. Allerdings warte ich immer auf einen Preis, der mich nicht ganz arm macht. Wenn ich dann eine CD f&#252;r einen, f&#252;r mich, angenehmen Preis erwerbe, ist da nat&#252;rlich wieder die Freude, nach langer Wartezeit, endlich das Wunschobjekt in der Hand zu halten.

Alle CDs die hier rumstehen, werden nat&#252;rlich auch geh&#246;rt. Nicht regelm&#228;&#223;ig, aber an gewissen Tagen packts mich einfach und ich h&#246;re ein Album, welches vielleicht schon l&#228;ngst verstaubt ist. Die Lautst&#228;rke voll aufgedreht, genie&#223;e ich dann einfach den Gedanken, besagtes Album Mein nennen zu k&#246;nnen.

otis
24.03.2008, 23:34
Hier wurde mehrfach der Vergleich mit dem Briefmarkensammeln gebracht (man muss diese Leute nicht negativ sehen), was Musik anbelangt, fällt mir dazu als Vergleich der Labelsammler ein. Jemand also, der alle London-/Polydor-o.ä-Singles nummernweise sammelt. Wissenschaftlich gesehen keineswegs überflüssig oder irrelevant.

Mikko
24.03.2008, 23:47
Hier wurde mehrfach der Vergleich mit dem Briefmarkensammeln gebracht (man muss diese Leute nicht negativ sehen), was Musik anbelangt, fällt mir dazu als Vergleich der Labelsammler ein. Jemand also, der alle London-/Polydor-o.ä-Singles nummernweise sammelt. Wissenschaftlich gesehen keineswegs überflüssig oder irrelevant.Wissenschaftlich gesehen sicher nicht, aber wer von uns hier sammelt aus rein wissenschaftlichen Gründen Singles? ;-)

otis
25.03.2008, 00:01
Sicher keiner.
M.E. aber schien mir der Hinweis wichtig, da in unserem Bereich oft genug keine gesicherten Quellen &#252;ber die Ver&#246;ffentlichungen existieren. Also, wenn ich eine seltene dt. Atlantic-Single sehe, lass ich sie sicher nicht stehen. Es sind da noch ein paar L&#246;cher in meinem Katalog.

Meine Sammlung ist sicher auch Ausdruck meines Lebens mit Musik, also eine Art Spiegel von mir, in dem ich mich widersehe. Sie pendelt zwischen Neugier und Notwendigkeit der Verf&#252;gbarkeit von Musik.
Was nur der Neugier geschuldet war, aber keine Notwendigkeit besitzt, sollte ich auf Dauer wieder absto&#223;en. Aber genau diese Entscheidung f&#228;llt mir manchmal noch schwer.
Reiner Besitz wg. Seltenheit etc. wird mir heute immer weniger wichtig.

Mistadobalina
25.03.2008, 00:03
Reiner Besitz wg. Seltenheit etc. wird mir heute immer weniger wichtig.

Das finde ich gut. Diese Haltung bei einigen Sammlern habe ich noch nie verstanden.

nail75
25.03.2008, 09:01
Weil jetzt schon verschiedentlich der Vergleich mit Briefmarkensammlern gezogen wurde, muss ich mal auf die Unterschiede hinweisen. Das Sammeln von Briefmarken ist im Vergleich zum Sammeln von Musik ungleich lebloser. Der Musiksammler h&#246;rt in der Regel ja seine Musik h&#228;ufig, w&#228;hrend der Briefmarkensammler seine Briefmarken nur betrachten kann. Das ist ein Prozess, dessen wiederholte Durchf&#252;hrung ziemlich redundant ist. Sicherlich, wenn er Pedant ist, kann er sie sich genau ansehen, um feinste Unterschiede erkennen, er kann das Papier analysieren und Stempel oder Aufdrucke und was auch immer, aber es bleibt eine vergleichsweise kalte Angelegenheit, die im Wesentlichen darin besteht, Briefmarken zu kaufen (der Prozess kann allerdings Spa&#223; machen), ins Album einzuordnen und ins Regal zu stellen. Man kann schlecht sich Briefmarken ansehen, um in einem bestimmte Stimmung zu kommen, z. B. "Oh heute bin ich aggressiv drauf, da schaue ich mir mal Ausgaben des Dritten Reiches an."

Nat&#252;rlich verraten Briefmarken manches &#252;ber Geschichte und Kultur eines Landes, aber eben nur in begrenztem Umfang. Musik ist da nicht besser, bietet daf&#252;r jedoch ein emotionales Gl&#252;cksgef&#252;hl, das der Briefmarkensammler vermutlich kaum je erlebt.

Dick Laurent
25.03.2008, 09:08
als Freund des Briefmarkenvergleichs sind mir die Unterschiede nat&#252;rlich bewusst, allerdings hat ja grob gesch&#228;tzt die H&#228;lfte aller Beitr&#228;ge im Vinyl-Forum incl Single-Faves nichts mit Musik zu tun, sondern dreht sich um "in welchem Zustand, wo bekommen, welches Sleeve, wie teuer". Und da liegen eben die Gemeinsamkeiten zum Briefmarkensammler.

Mikko
25.03.2008, 09:15
Dick, bei allem was selten ist und gesammelt wird, werden Preise und Zustände verglichen. Manche Dinge sammelt man halt in Alben oder Vitrinen und erfreut sich "nur" an ihrem Aussehen. Musik hat den unschätzbaren Vorteil - übrigens genauso wie Bücher, Comics oder Filme - dass man auch noch einen praktischen Gebrauchswert hat, der über die reine Befriedigung des Besitzens eines schönen Stückes hinausgeht.

Cleetus
25.03.2008, 09:55
Hm. N&#252;tzt du denn den Gebrauchswert von der, sagen wir mal, goldenen Diamant-Pressung, von 1812 in mint mit Auflage von 3 St&#252;ck weltweit, &#252;berhaupt aus, Mikko, oder ist die Platte dann zum Abspielen zu wertvoll?

Dick Laurent
25.03.2008, 10:00
Dick, bei allem was selten ist und gesammelt wird, werden Preise und Zustände verglichen.
natürlich, ich will das ja durch den Vergleich auch keineswegs abwerten, sondern lediglich auf die Gemeinsamkeiten beim Sammeln hinweisen.

otis
25.03.2008, 10:29
Hm. N&#252;tzt du denn den Gebrauchswert von der, sagen wir mal, goldenen Diamant-Pressung, von 1812 in mint mit Auflage von 3 St&#252;ck weltweit, &#252;berhaupt aus, Mikko, oder ist die Platte dann zum Abspielen zu wertvoll?

Ich kenne jemanden, der tats&#228;chlich solche Rarit&#228;ten hat (dein 1812 ist nat&#252;rlich dummer Unfug! Setzen!), meist Azetate, deren Qualit&#228;t sich tats&#228;chlich durch Abspielen sehr schnell abnutzt und die, da von namhaften und gesuchten Interpreten, schnell den Wert eines Autos oder mehr haben k&#246;nnen. Er spielt sie dann und wann und erspielt sich damit meine Hochachtung.
Und, Dick, sowohl bei den Single-Faves, nein gerade da, wie auch bei den neuen Singles findest du reichlich Kommentare zur Musik.

Mikko
25.03.2008, 10:34
Cleetus, Schallplatten wurden ja dazu hergestellt, dass man sie hört. Also lege ich eine Platte auch dann und wann auf, wenn mir danach ist. Bei Azetaten wie otis sie beschrieb würde ich eventuell eine Bandkopie anfertigen und diese dann hören.

Mistadobalina
25.03.2008, 10:36
Ich kenne jemanden, der tatsächlich solche Raritäten hat (dein 1812 ist natürlich dummer Unfug! Setzen!),

Wieso? Möglicherweise gibt es von Tschaikowsky-Werken ja auch wertvolle Ausgaben.

Mikko
25.03.2008, 10:39
Wieso? Möglicherweise gibt es von Tschaikowsky-Werken ja auch wertvolle Ausgaben.Die Schallplatte wurde aber erst vor knapp 100 Jahren erfunden.

Mistadobalina
25.03.2008, 10:40
Die Schallplatte wurde aber erst vor knapp 100 Jahren erfunden.

Schon klar, ich meinte ja auch das Werk "1812".

otis
25.03.2008, 10:41
Meinst du, dass Cleetus die meint?
Wenn dann w&#228;re eine solche Pressung den Billigpressungen, die den Kanonendonner nur unvollkommen widerzugeben in der Lage sind, nat&#252;rlich weit &#252;berlegen. ;-)
Ansonsten gibt es von Tschaikowsky nat&#252;rlich wertvolle Ausgaben, aber immer auf die Interpreten (z.B. Opernarien) oder die Pressungen (z.B. Living Stereo) bezogen.

Mistadobalina
25.03.2008, 10:42
Meinst du, dass Cleetus die meint?
Wenn dann wäre eine solche Pressung den Billigpressungen, die den Kanonendonner nur unvollkommen widerzugeben in der Lage sind, natürlich weit überlegen. ;-)
Ansonsten gibt es von Tschaikowsky natürlich wertvolle Ausgaben, aber immer auf die Interpreten (z.B. Opernarien) oder die Pressungen (z.B. Living Stereo) bezogen.

Ich erlaube mir ab und zu auch mal einen Scherz und hier bot es sich an. :-)

Cleetus
25.03.2008, 10:42
Danke, otis.


Cleetus, Schallplatten wurden ja dazu hergestellt, dass man sie h&#246;rt. Also lege ich eine Platte auch dann und wann auf, wenn mir danach ist. Bei Azetaten wie otis sie beschrieb w&#252;rde ich eventuell eine Bandkopie anfertigen und diese dann h&#246;ren.

Aber die Platten verlieren durch Abnutzung doch an Wert, oder? Wer also trotzdem h&#246;rt ist kein Sammler mehr, sondern Nutzer. (Als w&#252;rde ein Briefmarkensammler die inverted Jenny frankieren.)

@otis, Mikko und evtl. Mista zum besseren Verst&#228;ndnis: goldene Diamant-Pressung von 1812 war eine &#220;bertreibung. Ich meinte damit eine sehr selten Ausgabe mit enormem Wert.

Mick67
25.03.2008, 10:45
Danke, otis.



Aber die Platten verlieren durch Abnutzung doch an Wert, oder? Wer also trotzdem hört ist kein Sammler mehr, sondern Nutzer. (Als würde ein Briefmarkensammler die inverted Jenny frankieren.)

Mit dem kleinen Unterschied, daß man eine Briefmarke nur einmal "nutzen" kann. Der Zustand "druckfrisch" ist unwiderruflich zerstört und mit bloßem Auge sichtbar. Bei einer Schallplatte ist das nicht so einfach feststellbar.

Mikko
25.03.2008, 10:51
Aber die Platten verlieren durch Abnutzung doch an Wert, oder? Wer also trotzdem hört ist kein Sammler mehr, sondern Nutzer. (Als würde ein Briefmarkensammler die inverted Jenny frankieren.)Na, so direkt vergleichen kannst Du das nicht. Natürlich ist eine Platte, die ich ab und zu spiele, dann nicht mehr "mint". Aber wenn sie wirklich so sehr selten und teuer ist, verliert sie durch ein gelegentliches Spielen doch nur marginal an Wert. Abgesehen davon, kaufe ich Platten nicht als Wertanlage. Eine Platte, die einige Tausend Euro kostet, kann ich mir erstens nicht leisten, und zweitens werde ich sie auch kaum finden. Da muss ich dann eh mit einem wie auch immer gearteten Re-issue vorlieb nehmen. Ich habe einige Platten, die ich mal kaufte, als sie noch vergleichsweise neu und günstig waren. Die könnte ich inzwischen mit großem Gewinn verkaufen. Tun würde ich das aber nur, wenn sie mir entweder nicht mehr hörenswert erschienen, oder wenn ich in eine ernste finanzielle Notlage geriete.

Blossom Toe
27.03.2008, 02:44
Der moderne Sammler f&#252;llt seine Festplatten.

Der antike Sammler h&#228;lt seine Platten zusammen, weil er sie ausserdem sehen, lesen und ber&#252;hren kann.

CDs sind kleiner, dicker, bequemer, digital und eine &#220;bergangsl&#246;sung f&#252;r andere Formate, die wom&#246;glich schon bekannt sind, mir und anderen aber nix bringen werden, weil die Essenz der dann kaufbaren Artikel vor Merchandising strotzt und nix mehr mit Lebensgef&#252;hl zu tun hat.

Bender Rodriguez
27.03.2008, 15:42
Der moderne Sammler füllt seine Festplatten.

Der antike Sammler hält seine Platten zusammen, weil er sie ausserdem sehen, lesen und berühren kann.

CDs sind kleiner, dicker, bequemer, digital und eine Übergangslösung für andere Formate, die womöglich schon bekannt sind, mir und anderen aber nix bringen werden, weil die Essenz der dann kaufbaren Artikel vor Merchandising strotzt und nix mehr mit Lebensgefühl zu tun hat.

Hach, wie schön und einfach! Und die Welt ist doch eine Schublade!

nail75
27.03.2008, 16:32
Hach, wie schön und einfach! Und die Welt ist doch eine Schublade!

Hast Du den letzten Satz seiner Aussage verstanden?

foka
27.03.2008, 17:02
Hast Du den letzten Satz seiner Aussage verstanden?

Also, ich jedenfalls nicht. Auch nicht nach wohlwollendem, ernsthaftem Nachdenken.

Visions
27.03.2008, 17:35
Ich trau' mich jetzt auch mal, was dazu zu sagen.
Meine CD Sammlung ist noch lange nicht so groß und abwechslungsreich, wie von einigen anderen hier. Aber ich arbeite darauf hin.
Für mich steht einfach die Freude im Vordergrund. Es ist immer wieder toll, mit einer Ladung CDs nach Hause zu kommen, sich die Booklets anzuschauen, die Neulinge in den Player zu packen und dann ins CD-Regal einzuordnen. Schon der Anblick eines gut gefüllten Regals macht CD-Einkäufe für mich wertvoll.

Ich würde von mir schon behaupten, dass ich mit einer gewissen Sammelleidenschaft an die Sache rangehe. Wenn mir eine Band ganz besonders zusagt, will ich nicht nur ein Album von ihnen besitzen, sondern auch alles andere kennenlernen und somit auch kaufen. Allerdings warte ich immer auf einen Preis, der mich nicht ganz arm macht. Wenn ich dann eine CD für einen, für mich, angenehmen Preis erwerbe, ist da natürlich wieder die Freude, nach langer Wartezeit, endlich das Wunschobjekt in der Hand zu halten.

Alle CDs die hier rumstehen, werden natürlich auch gehört. Nicht regelmäßig, aber an gewissen Tagen packts mich einfach und ich höre ein Album, welches vielleicht schon längst verstaubt ist. Die Lautstärke voll aufgedreht, genieße ich dann einfach den Gedanken, besagtes Album Mein nennen zu können.

Da kann ich nur zustimmen.
Außerdem geht es mir zwar in erster Linie um die Musik - aber die CD/Platte zu Hause gibt mir mehr als ein Download oder eine "ausgeliehene Sicherheitskopie"...

Das die Musik an sich natürlich aus dem Leben nicht mehr wegzudenken ist, braucht ja nicht mehr erläutert zu werden. :liebe_2:

Knuffelchen
27.03.2008, 17:46
und nix mehr mit Lebensgefühl zu tun hat.
Ich sags ganz ehrlich, ich lass mir am liebsten CD's am Stück oder Compilations brennen..... von jemand, der richtig Ahnung hat und mir was Gutes tun will.... mit einem persönlichen Cover finde ich das besonders schön... irgendwie. Früher bekam man Tapes, heute CD's. Natürlich kaufe ich auch hin und wieder. .. (frührer LP's heute CD's).. aber ausgesucht und zusammengestellt... nur für mich.... da steh ich richtig drauf.

Mistadobalina
27.03.2008, 17:57
Ich sags ganz ehrlich, ich lass mir am liebsten CD's am Stück oder Compilations brennen..... von jemand, der richtig Ahnung hat und mir was Gutes tun will.... mit einem persönlichen Cover finde ich das besonders schön... irgendwie. Früher bekam man Tapes, heute CD's. Natürlich kaufe ich auch hin und wieder. .. (frührer LP's heute CD's).. aber ausgesucht und zusammengestellt... nur für mich.... da steh ich richtig drauf.

Nix für mich. Ich habe das immer gehasst, wenn mir jemand ein Tape oder eine CD gebrannt hat. So, als ob ich mir selbst nichts zusammenstellen könnte... :-)

Knuffelchen
27.03.2008, 19:02
Nix für mich. Ich habe das immer gehasst, wenn mir jemand ein Tape oder eine CD gebrannt hat. So, als ob ich mir selbst nichts zusammenstellen könnte... :-)
Das heißt ja nicht... das ich die nicht selber weiter verwurschtle..... aber wenn man Leute jahrelang kennt die das hervorragend machen, den "Ohrenschenk" und "vorkoster".... Aber so unterschiedlich ist das, sind die Compilations gut und mit "liebe" gebacken, äh gebrannt... ist mir das 100 mal lieber als ein Gutschein für den Saturn.

Bender Rodriguez
27.03.2008, 19:56
Hast Du den letzten Satz seiner Aussage verstanden?

Zum ersten das gerne wiedergekäute und (mittlerweile im Trend liegende) herbeibeschworene Ende des Tonträgers CD, ergänzt von einem diffusen Kulturpessimismus, der deutlich Züge von Zukunftsangst aufweist. Klar, reine Spekulation: aber das Avatarbild des Verfassers spricht schon so den einen oder anderen Band... ;-)

Bender Rodriguez
27.03.2008, 20:11
Nix f&#252;r mich. Ich habe das immer gehasst, wenn mir jemand ein Tape oder eine CD gebrannt hat. So, als ob ich mir selbst nichts zusammenstellen k&#246;nnte... :-)

Die besten Compilations sind sowieso die eigenen, ausschlieslich f&#252;r den eigenen Gebrauch, hergestellten!

Dieses "Baby, ich mach' Dir 'n ...Mixtape" habe ich auch schon immer vermieden...

Knuffelchen
27.03.2008, 20:15
Dieses "Baby, ich mach' Dir 'n ...Mixtape" habe ich auch schon immer vermieden...
Zur Decke gucke.... das Baby, kannst Du Dir schenken. Allerdings hat für mich Musik in der Tat einiges mit Sex zu tun.... schaden kann es also nicht....

Bender Rodriguez
27.03.2008, 20:32
Allerdings hat f&#252;r mich Musik in der Tat einiges mit Sex zu tun....

Jaja, das als Orgasmus versinnbildlichte Gitarrensolo, die Pettingstimme eines Barry White und die schwitzige Gitarrengniedelei, die... - na, lassen wir das lieber...

(Na, da d&#228;mmert mir ja so langsam, warum ich "unterk&#252;hlte entmenschlichte Elektrosounds voller Gef&#252;hlsk&#228;lte" so sch&#228;tze...)

Knuffelchen
27.03.2008, 20:34
Jaja, das als Orgasmus versinnbildliche Gitarrensolo, die Pettingstimme eines Barry White und die schwitzige Gitarrengniedelei, die... - na, lassen wir das lieber...
Ok, man merkt... Du hast richtig Ahnung.:lol:

Bender Rodriguez
27.03.2008, 20:47
Ok, man merkt... Du hast richtig Ahnung.:lol:

Ja! Ich denke beim Plattenkaufen immer zuerst an mich...:liebe:

Knuffelchen
27.03.2008, 20:58
Ja! Ich denke beim Plattenkaufen immer zuerst an mich...:liebe:
so solls auch sein.... sind ja Deine Platten...

nail75
27.03.2008, 23:10
Zum ersten das gerne wiedergekäute und (mittlerweile im Trend liegende) herbeibeschworene Ende des Tonträgers CD, ergänzt von einem diffusen Kulturpessimismus, der deutlich Züge von Zukunftsangst aufweist. Klar, reine Spekulation: aber das Avatarbild des Verfassers spricht schon so den einen oder anderen Band... ;-)

Du hast ihn damit viel besser verstanden als ich. Für mich war da alles diffus. :lol:

Blossom Toe
29.03.2008, 23:14
Du hast ihn damit viel besser verstanden als ich. Für mich war da alles diffus. :lol:

Die Breite des Angebots an CD`s schrumpft in den Läden.
Plattenläden schliessen, trotzdem kann ich wieder LPs kaufen.
Das geht halt nach Angebot und Nachfrage. :sonne:

Zukunftsangst hab ich vor einer neuen AC/DC Platte.

Blossom Toe
30.03.2008, 00:29
Zitat von Bender Rodriguez
Ja! Ich denke beim Plattenkaufen immer zuerst an mich...
So solls sein.

nail75
30.03.2008, 00:30
Erz&#228;hle uns etwas, was wir nicht schon tausendmal gelesen haben!

Blossom Toe
30.03.2008, 14:51
Erzähle uns etwas, was wir nicht schon tausendmal gelesen haben!

Wozu?

Daniel_Belsazar
10.04.2008, 00:42
Ich habe eben kurz in einem anderen Thread die Diskussion über Sammeln etc nachverfolgt. Zufällig lese ich gerade ein Buch, in dem viel von genau diesem Thema die Rede ist. Ich finde aber, dass es eher in diesen Thread gehört:

"Der Tonträger spielt im Dasein eines Pop-Besessenen eine zentrale Rolle, doch ist dieser ... nicht automatisch auch ein Sammler. Die beiden Typen sind zwar durch keine klare Grenze getrennt, sondern durch eine Grauzone ähnlich zwanghafter Verhaltensweisen verbunden, doch liebt der Besessene, wie ich es jedenfalls mir und den anderen gerne einzureden pflege, in erster Linie den Ton und nicht den Träger."

So Christian Gasser in dem übrigens sehr lesenswerten und locker geschriebenen Buch "Mein erster Sanyo - Bekentnisse eines Pop-Besessenen". Ich denke, nahezu jeder hier im Forum wird sich zumindest in einigen Aspekten der biographischen "Geständnisse" Gassers wiederfinden können, deshalb hier eine Empfehlung zur Lektüre.

Interessant auch, was Gasser zum Besitzerstolz von Originalausgaben etc. zu sagen hat:

"Das ist aber nicht der Stolz des Sammlers auf den Besitz des Seltenen und Wertvollen - dem Besessenen geht es vielmehr um den Beweis, diese Platten gleich bei Erscheinen, also früher als seine Mitmenschen, gekauft zu haben. ("Snobismus und Angeberei!" spottet eine böse Zunge. Na und?). Die Plattensammlung spiegelt sein Leben wider wie ein Tagebuch, und deshalb ist es für ihn, wenn er sie heute um ein fehlendes Album ... ergänzt, bedeutungslos, ob es sich um das Original handelt oder eine Wiederveröffentlichung - es sei denn, er ist ein Hochstapler, der sich eine erlogene Biografie zusammenkauft."

Und zu guter Letzt:

"Der wahre Pop-Besessene besitzt nicht, er wird besessen: er hat nicht nur gern gute Platten, sondern noch lieber viele gute Platten, trotzdem hat er kein Bedürfnis nach kompletten Kollektionen, er braucht nicht jede Single und alle Bonus-Tracks eines Musikers, und er ist zu großen Säuberungen sehr wohl fähig ... Der Pop-Besessene ist ein Jäger, der immer wieder neue Musik aufspüren muss, um seine Gier zu befriedigen, und deshalb ist er mit dem Drogensüchtigen näher verwandt, als ihm lieb ist."

Meine diesbezügliche Besessenheit ist übrigens bereits in den 80er Jahren irgendwann in eine tiefe emotionale Leere gemündet, die sich trotz der stetigen Erhöhung der Dosis an bestimmten Punkten nicht mehr überspielen ließ - der typische Verdruss eines Süchtigen wohl. Ich habe es gelöst, in dem ich mich der Musik aktiv genähert habe. Für mich war das jedenfalls besser und nachhaltig befriedigender.

Schon sehr lange kann ich natürlich auch Musik wieder mit Gewinn hören, nur hat sich mein Verhältnis dazu deutlich verändert, vor allem hat es sich klar entspannt. Manche Diskussionen hier wirken auf mich manchmal leicht gespenstisch, weil vieles mir zwar bekannt vorkommt, aber eher als schemenhafter Wiedergänger aus längst vergessenen Emanationen meines Lebens wirkt. Sag' ich mal.

otis
10.04.2008, 09:31
"Das ist aber nicht der Stolz des Sammlers auf den Besitz des Seltenen und Wertvollen - dem Besessenen geht es vielmehr um den Beweis, diese Platten gleich bei Erscheinen, also fr&#252;her als seine Mitmenschen, gekauft zu haben. ("Snobismus und Angeberei!" spottet eine b&#246;se Zunge. Na und?). Die Plattensammlung spiegelt sein Leben wider wie ein Tagebuch, und deshalb ist es f&#252;r ihn, wenn er sie heute um ein fehlendes Album ... erg&#228;nzt, bedeutungslos, ob es sich um das Original handelt oder eine Wiederver&#246;ffentlichung - es sei denn, er ist ein Hochstapler, der sich eine erlogene Biografie zusammenkauft."

Das ist lustig, aber mindestens ebenso absurd. Keiner, den ich kenne, behauptet von allen seinen Originalen, diese schon zu V&#214;-Zeiten gekauft zu haben.
Und wer vorgeburtliche Tontr&#228;ger sammelt, beamt sich zur&#252;ck oder was? Also reichlich bem&#252;ht das Ganze.

Was das Sammeln anbelangt noch etwas:
Ja, ich war mal mehr Sammler vor knapp 30 Jahren, jemand, von dem man so etwas behaupten w&#252;rde. Meine Sammlung umfasste zwar vielleicht nur gerade mal hundert Platten, aber die waren gesammelt, so wie man es f&#252;r gew&#246;hnlich versteht. Dylans 7"s. Mir selbst wurde diese Sammelei dann aber so suspekt, in erster Linie durch die Bekanntschaften mit noch echteren Sammlern, dass ich mich mit einem Schlag von allen Platten trennte. Heute habe ich ein sehr entspanntes Verh&#228;ltnis zu meiner Sammlung. Was nicht da ist, ist nicht da. Was ich habe, k&#246;nnte ich auch wieder abgeben, manches eher, manches weniger gern.

Mistadobalina
10.04.2008, 09:45
Und zu guter Letzt:

"Der wahre Pop-Besessene besitzt nicht, er wird besessen: er hat nicht nur gern gute Platten, sondern noch lieber viele gute Platten, trotzdem hat er kein Bedürfnis nach kompletten Kollektionen, er braucht nicht jede Single und alle Bonus-Tracks eines Musikers, und er ist zu großen Säuberungen sehr wohl fähig ... Der Pop-Besessene ist ein Jäger, der immer wieder neue Musik aufspüren muss, um seine Gier zu befriedigen, und deshalb ist er mit dem Drogensüchtigen näher verwandt, als ihm lieb ist."


Ja, da finde ich mich durchaus wieder. Ich sehe mich viel eher als Jäger. Die Beute ist halt groß und man kann sie durchaus als Sammlung bezeichnen.

Herr Rossi
10.04.2008, 09:59
Keiner, den ich kenne, behauptet von allen seinen Originalen, diese schon zu VÖ-Zeiten gekauft zu haben.

Das sicher nicht. Aber der Wunsch und Wille, zu den "Wachen" zu gehören, die relevante Neuerscheinungen sofort wahrnehmen und nicht erst Monate später, wenn die 7'' vielleicht schon vergriffen ist, ist doch bei einigen recht ausgeprägt.

Gassers Unterscheidung zwischen "Bessenenem" und "Sammler" kann ich allerdings nicht nachvollziehen, der "Besessene" ist natürlich auch Sammler.

Clau
10.04.2008, 10:15
Was nicht da ist, ist nicht da.

Das sehe ich auch so.

otis
10.04.2008, 10:22
Das sicher nicht. Aber der Wunsch und Wille, zu den "Wachen" zu gehören, die relevante Neuerscheinungen sofort wahrnehmen und nicht erst Monate später, wenn die 7'' vielleicht schon vergriffen ist, ist doch bei einigen recht ausgeprägt.
Ersteres ist doch Quatsch. Was hat das denn mit "wach" zu tun? Ist es schon verwerflich, wenn man seine "neueste Single" postet, ja, auch als Tipp für andere gesehen? Und natürlich ist es angenehmer für 2-4 Euro eine Single zu erwerben als Monate später für einen überhöhten Preis oder sie gar nicht zu bekommen.
Würde ich persönlich zu den "Wachen" gehören wollen, hätte ich nicht erst gerade mal 10 LPs aus diesem Jahr.

Herr Rossi
10.04.2008, 10:31
Ersteres ist doch Quatsch. Was hat das denn mit "wach" zu tun?

Das musst Du Wolfgang fragen. Es ist seine Wortwahl. Ich verstehe schon, was er damit meint.


Ist es schon verwerflich, wenn man seine "neueste Single" postet, ja, auch als Tipp für andere gesehen?

Überhaupt nicht. Ich wollte niemanden kritisieren, ich wollte nur darauf hinweisen, dass das keine aus der Luft gegriffene Behauptung ist. Ich möchte selbst auch gerne zeitnah mitbekommen, was es an interessanten Neuerscheinungen gibt. Ich lese auch den entsprechenden 7''-Thread mit und höre möglichst alles gegen.

Clau
10.04.2008, 10:33
Das sicher nicht. Aber der Wunsch und Wille, zu den "Wachen" zu gehören, die relevante Neuerscheinungen sofort wahrnehmen und nicht erst Monate später, wenn die 7'' vielleicht schon vergriffen ist, ist doch bei einigen recht ausgeprägt.

Ich glaube es geht weniger um den Wunsch, zu den Wachen zu gehören, sondern viel mehr darum, neue Musik kennenzulernen. Manchen reicht es eben nicht, die üblichen Verdächtigen im Regal stehen zu haben und sich eine Neuerscheinung pro Quartal zu leisten.

Herr Rossi
10.04.2008, 10:45
@Clau: Ist doch klar, dahinter steht die Leidenschaft für neue Musik. Aber Du bestätigst ja auch die Ansicht des oben zitierten Autors, dass der Musikliebhaber sich damit auch vom normalen Konsumenten abheben möchte, der nur träge nach dem greift, was ihm die Musikindustrie auf den Präsentierteller legt bzw. auf den großen CD-Stapel bei Mediamarkt & Co.

otis
10.04.2008, 10:53
Nein, nein und nochmals nein.
Ich m&#246;chte mich nicht abheben. Das, was ich tue, tue ich ganz allein f&#252;r mich, aus meinem ganz pers&#246;nlichen Interesse f&#252;r Musik. Nichts weiter. Dass ich an mich selber reichlich hohe Anspr&#252;che habe, streite ich nicht ab.
W&#252;rde ich mich abheben wollen, wie auch immer, h&#228;tte ich ja Stress, w&#228;re ich ja, wie damals als Sammler, au&#223;engeleitet. Das versuche ich mir, so weit es geht, zu verbitten. Ganz gelingt es nicht, daf&#252;r sorgt das Forum schon, indem hier von Sch&#228;tzen gesprochen wird, die ich auch haben m&#246;chte, oder Roots oder die Industrie. Aber das geh&#246;rt zur Pop-Kultur.

Clau
10.04.2008, 10:55
@Clau: Ist doch klar, dahinter steht die Leidenschaft f&#252;r neue Musik. Aber Du best&#228;tigst ja auch die Ansicht des oben zitierten Autors, dass der Musikliebhaber sich damit auch vom normalen Konsumenten abheben m&#246;chte, der nur tr&#228;ge nach dem greift, was ihm die Musikindustrie auf den Pr&#228;sentierteller legt bzw. auf den gro&#223;en CD-Stapel bei Mediamarkt & Co.

Mir geht es nicht ums mich abheben wollen, ich habe ein Interesse an Musik, dessen Durst gestillt werden m&#246;chte.

Herr Rossi
10.04.2008, 11:08
Wundert mich schon, dass ihr das so weit von Euch weist. Es geht ja nicht um Snobbismus. Nat&#252;rlich h&#246;rt man Musik vor allem aus ureigenem Antrieb, aber dass man die eigenen Anspr&#252;che bewusst oder unbewusst mit der des "Normalkonsumenten" vergleicht und eben f&#252;r sich "mehr" und besseres will, ist doch selbstverst&#228;ndlich. Da hat Otis recht, das geh&#246;rt zur Pop-Kultur.

Clau
10.04.2008, 11:16
Wundert mich schon, dass ihr das so weit von Euch weist. Es geht ja nicht um Snobbismus. Natürlich hört man Musik vor allem aus ureigenem Antrieb, aber dass man die eigenen Ansprüche bewusst oder unbewusst mit der des "Normalkonsumenten" vergleicht und eben für sich "mehr" und besseres will, ist doch selbstverständlich. Da hat Otis recht, das gehört zur Pop-Kultur.

Dem würde ich zustimmen. Nur geht es mir dabei nicht darum, mich abzuheben. Das mache ich auf anderem Wege.

otis
10.04.2008, 13:11
Wundert mich schon, dass ihr das so weit von Euch weist. Es geht ja nicht um Snobbismus. Natürlich hört man Musik vor allem aus ureigenem Antrieb, aber dass man die eigenen Ansprüche bewusst oder unbewusst mit der des "Normalkonsumenten" vergleicht und eben für sich "mehr" und besseres will, ist doch selbstverständlich.
Nein. Ich vergleiche mich nicht mit "Normalkonsumenten".Wer oder was sind das? Lustige Musikantenhörer? Collins-Käufer? HipHop-per? Forumianer? Das ist mir so etwas von egal, dass und warum andere andere Musik hören.

Mistadobalina
10.04.2008, 13:23
Nein. Ich vergleiche mich nicht mit "Normalkonsumenten".Wer oder was sind das? Lustige Musikantenhörer? Collins-Käufer? HipHop-per? Forumianer? Das ist mir so etwas von egal, dass und warum andere andere Musik hören.

Interessantes Thema. Otis, dir ist das tatsächlich egal? Mir überhaupt nicht. Ich finde es ist Teil dessen, wieso ich mich überhaupt mit Musik beschäftige. Wenn ich mich für Pop Musik interessiere, dann natürlich auch mit der Wirkung von Musik auf Fans und Hörer.

otis
10.04.2008, 13:37
Wenn ich mich f&#252;r Pop Musik interessiere, dann nat&#252;rlich auch mit der Wirkung von Musik auf Fans und H&#246;rer.
Keine Frage. Interessiert mich auch. Aber das hat doch gar nichts damit zu tun, dass ich mich mit meinem Musikkonsum absetzen will oder was auch immer. Mista, wir sind in unserem Alter doch so rar ges&#228;t, dass sich ein solches Ansinnen gar nicht anbietet.

Sonic Juice
10.04.2008, 14:02
Nat&#252;rlich h&#246;rt man Musik vor allem aus ureigenem Antrieb, aber dass man die eigenen Anspr&#252;che bewusst oder unbewusst mit der des "Normalkonsumenten" vergleicht und eben f&#252;r sich "mehr" und besseres will, ist doch selbstverst&#228;ndlich. Da hat Otis recht, das geh&#246;rt zur Pop-Kultur.

Das Vergleichen ist ja kaum vermeidbar, wenn man sich mit Bekannten oder Freunden &#252;ber diese Dinge unterh&#228;lt. Ich empfinde das allerdings au&#223;erhalb des Forumszirkels meist als deprimierend, ein Gef&#252;hl der Aufwertung meines ungemein rafinierten Geschmacks oder gar ein gesteigertes Selbstwertgef&#252;hl ist damit leider nicht verbunden.
Zumal ich mich in "normalen Kreisen" ohnehin immer hoffnungslos in der Minder- bzw. Einzahl vorfinde und dann liebevoll als "Musik-Nazi" oder &#228;hnliches betitelt werde. Man muss ja schon schauen, dass man nicht mehr als unbedingt n&#246;tig den Eindruck des Sonderlings vermittelt.

Eine Abgrenzung mag im Pubert&#228;tsstadium in der Konstellation Stones vs. Beatles, Punk vs. Prog, Wave vs. Mucker, Metal vs. Pop, Blur vs. Oasis seinen Reiz und popkulturellen Sinn gehabt haben, der v&#246;llig wahllose bzw. Nicht-Konsument ist da aber ohnehin nicht satisfaktionsf&#228;hig, es ist daher f&#252;r mich auch nicht befriedigend, mich von diesem abgrenzen zu k&#246;nnen.
Glaube auch nicht, dass ein Porzellansammler einen besonderen Gewinn darin h&#228;tte, sich von mir als Geschirr-Banausen abzugrenzen, der eine Kaffeetasse nur zum Kaffeetrinken kauft.

Mikko
10.04.2008, 14:10
Interessante Wendung, die der Thread gerade nimmt. Hab jetzt leider keine Zeit, l&#228;ngere Beitr&#228;ge zu formulieren. Aber ich kenne das von Sonic Juice beschriebene Gef&#252;hl. Zum Gl&#252;ck gibt es es in meinem engeren Freundeskreis etliche Comic Sammler, so dass zumindest die eine Vorstellung davon haben, was ich mit so vielen Platten mache. Au&#223;erdem bin ich im Bekanntenkreis entschuldigt, da ja Musik H&#246;ren auch mein Beruf ist.

Mistadobalina
10.04.2008, 14:20
Das Vergleichen ist ja kaum vermeidbar, wenn man sich mit Bekannten oder Freunden über diese Dinge unterhält. Ich empfinde das allerdings außerhalb des Forumszirkels meist als deprimierend, ein Gefühl der Aufwertung meines ungemein rafinierten Geschmacks oder gar ein gesteigertes Selbstwertgefühl ist damit leider nicht verbunden.
Zumal ich mich in "normalen Kreisen" ohnehin immer hoffnungslos in der Minder- bzw. Einzahl vorfinde und dann liebevoll als "Musik-Nazi" oder ähnliches betitelt werde. Man muss ja schon schauen, dass man nicht mehr als unbedingt nötig den Eindruck des Sonderlings vermittelt.


Das ist ja seltsam. Ich habe nie festgestellt, dass man mich als strange betrachtet hätte, weil ich eine große Musiksammlung habe und mich gut auskenne. Wenn es auch nicht jeder nachvollziehen kann, dass ich hier eine Menge Tonträger rumstehen habe. Im Gegenteil: ich werde immer zu Rate gezogen, wenn es um Pop Musik geht, weil ich meist Tipps geben kann, die auf die jeweiligen Menschen zugeschnitten ist.

Mistadobalina
10.04.2008, 14:22
Keine Frage. Interessiert mich auch. Aber das hat doch gar nichts damit zu tun, dass ich mich mit meinem Musikkonsum absetzen will oder was auch immer. Mista, wir sind in unserem Alter doch so rar ges&#228;t, dass sich ein solches Ansinnen gar nicht anbietet.

Ach, ich war in jedem Alter rar ges&#228;t. ;-)
Nein, ich will mich auch nicht absetzen, das ergibt sich durch jahrelange Besch&#228;ftigung mit der Materie von selbst.

nail75
10.04.2008, 14:36
Ich scheine mit einem gl&#228;nzenden Freundeskreis gesegnet zu sein, zumal ich Bezeichnungen wie "Musik-Nazi" nicht unbeantwortet lassen w&#252;rde. Im Gegenteil manche meiner Freunde sammeln selbst Comics oder DVDs oder anderes und sind daher schon tolerant. Im Gegenteil, man profitiert davon, indem man sich gegenseitig Dinge ausleiht, so wie in einer informellen Bibliothek.

Sonic Juice
10.04.2008, 14:56
Ich scheine mit einem gl&#228;nzenden Freundeskreis gesegnet zu sein...

Mein Freundeskreis ist nat&#252;rlich nicht minder gl&#228;nzend, nur eben - au&#223;erhalb des ja auch nicht gerade kleinen Kreises der Forumszugeh&#246;rigen - weitgehend unmusikalisch. Sympathie ist bei mir im &#220;brigen auch nicht davon abh&#228;ngig, ob jemand die richtige (oder &#252;berhaupt) Musik h&#246;rt, das w&#228;re ja furchtbar. Damit, dass ich mich ab und zu liebevoll als Musik-Nazi oder Geschmackspolizist tituliert sehe, kann ich leben, es steckt bestimmt auch - nat&#252;rlich: from a twisted point of view! - ein K&#246;rnchen Wahrheit drin.

Mick67
10.04.2008, 15:14
Mein Freundeskreis ist natürlich nicht minder glänzend, nur eben - außerhalb des ja auch nicht gerade kleinen Kreises der Forumszugehörigen - weitgehend unmusikalisch. Sympathie ist bei mir im Übrigen auch nicht davon abhängig, ob jemand die richtige (oder überhaupt) Musik hört, das wäre ja furchtbar...Spielst Du da auf jemand bestimmtes an? http://www.cosgan.de/images/midi/frech/a050.gif

nail75
10.04.2008, 15:22
Mein Freundeskreis ist natürlich nicht minder glänzend, nur eben - außerhalb des ja auch nicht gerade kleinen Kreises der Forumszugehörigen - weitgehend unmusikalisch. Sympathie ist bei mir im Übrigen auch nicht davon abhängig, ob jemand die richtige (oder überhaupt) Musik hört, das wäre ja furchtbar. Damit, dass ich mich ab und zu liebevoll als Musik-Nazi oder Geschmackspolizist tituliert sehe, kann ich leben, es steckt bestimmt auch - natürlich: from a twisted point of view! - ein Körnchen Wahrheit drin.

Na klar, das ist bei mir nicht anders. Wäre ja langweilig, wenn alle Musikexperten mit meinem Geschmack wären, daher bekomme ich auch durchaus offenherzige positive oder negative Rückmeldungen. Dieselbe Person findet dann durchaus "Bringing It All Back Home" furchtbar, kauft sich aber aufgrund von "You Are The Quarry" alle Morrissey-Alben der letzten hundert Jahre. ;-)

Ich meinte eigentlich eher, dass sich in meinem Freundeskreis viele Sammler tummeln und daher auch meine (Sammel-)Leidenschaft für Musik verstehen können.

In dem oben geposteten Text finde ich mich - mit Ausnahme des Abschnitts über Originale - durchaus wieder.

Sonic Juice
10.04.2008, 15:22
Spielst Du da auf jemand bestimmtes an? http://www.cosgan.de/images/midi/frech/a050.gif

Ja, auf Co-Member Nail. :spudnikco


...kauft sich aber aufgrund von "You Are The Quarry" alle Morrissey-Alben der letzten hundert Jahre. ;-)


Das sind doch paradiesische Zust&#228;nde!

Ah Um
10.04.2008, 15:30
Sammelleidenschaft halte ich für eine gesteigerte Form des Besitzenwollens. Und Besitz hängt nicht nur etymologisch mit Besessenheit zusammen. Besitz macht immer auch ein Stück weit unfrei/besessen. Insofern ist die Gegenüberstellung des Sammlers mit dem Pop-Bessessenen bei Gasser etwas unglücklich, auch wenn ich zu verstehen glaube, was er damit meint.

Den Sammler kennzeichnet, dass er Freude nicht nur aus dem Gebrauch des Gegenstandes (bei einer Schallplatte also: dem Anhören), sondern bereits aus ihrem Besitz selbst ziehen kann. Das Betrachten der Sammlung, die Pflege der Bestandsliste, das Herausziehen eines Exemplars, nur um es kurz in der Hand zu halten - all das hat sehr wenig mit Freude an der Musik, aber sehr viel mit der Freude am Besitz zu tun. Und ebendies kennzeichnet m.E. den Typus des Sammlers. Insofern ist es relativ egal, ob man Schallplatten, Briefmarken, Bierdeckel, Modellautos oder sonstwas sammelt.

Natürlich wird kaum jemand eine Platte nur wegen des Besitzenwollens erwerben - aber als Sammler eben auch nicht allein wegen des Hörenwollens. Ich selbst bin mittlerweile bei etwa 1600 Alben angelangt (ohne Gebranntes). Das ist schon längst mehr hörenswerte Musik als ich sie sinnvoll hörenderweise bewältigen kann. Trotzdem kaufe ich weiter. Und natürlich finden Dritte das dann oft etwas irritierend. Man muss da durchaus aufpassen und eine gewisse Distanz zu sich selbst bewahren, um nicht in komplett sonderbare Sphären abzudriften.

Bender Rodriguez
10.04.2008, 15:37
Natürlich wird kaum jemand eine Platte nur wegen des Besitzenwollens erwerben - aber als Sammler eben auch nicht allein wegen des Hörenwollens. Ich selbst bin mittlerweile bei etwa 1600 Alben angelangt (ohne Gebranntes). Das ist schon längst mehr hörenswerte Musik als ich sie sinnvoll hörenderweise bewältigen kann. Trotzdem kaufe ich weiter. Und natürlich finden Dritte das dann oft etwas irritierend. Man muss da durchaus aufpassen und eine gewisse Distanz zu sich selbst bewahren, um nicht in komplett sonderbare Sphären abzudriften.

Wie wahr, wie wahr! Ich befürchte aber, die Grenze zu den "sonderbaren Sphären" habe ich schon seit langem überschritten...

Herr Rossi
10.04.2008, 20:47
Das Vergleichen ist ja kaum vermeidbar, wenn man sich mit Bekannten oder Freunden &#252;ber diese Dinge unterh&#228;lt. Ich empfinde das allerdings au&#223;erhalb des Forumszirkels meist als deprimierend, ein Gef&#252;hl der Aufwertung meines ungemein rafinierten Geschmacks oder gar ein gesteigertes Selbstwertgef&#252;hl ist damit leider nicht verbunden.

So wollte ich das auch nicht verstanden wissen, das liegt mir fern. In meinem Familien- und Freundeskreis halte ich mich eher zur&#252;ck mit dem Thema Musik, die interessiert es halt nicht so stark. Ich hab auch kein Problem damit. Der Vergleich betrifft ja auch eher den anonymen "Otto Normalverbraucher", f&#252;r den die CD-Stapel im Mediamarkt, die Playlists der Formatradios und die "Hitgiganten"-Sendungen im Fernsehen gemacht werden.


Glaube auch nicht, dass ein Porzellansammler einen besonderen Gewinn darin h&#228;tte, sich von mir als Geschirr-Banausen abzugrenzen, der eine Kaffeetasse nur zum Kaffeetrinken kauft.

Nein, aber der Porzellansammler wird es sicher bedauern, dass die Mehrheit seiner Mitmenschen keinen Sinn f&#252;r qualit&#228;tvolles und &#228;sthetisch ansprechendes Geschirr hat, obwohl das doch Dinge sind, die man st&#228;ndig benutzt. Dass Porzellansammler wahrscheinlich v&#246;llig unterschiedliche Ansichten dar&#252;ber haben, was qualit&#228;tvolles und &#228;sthetisch ansprechendes Geschirr ist, ist auch klar.

Bender Rodriguez
10.04.2008, 21:01
Nein. Ich vergleiche mich nicht mit "Normalkonsumenten".Wer oder was sind das? Lustige Musikantenh&#246;rer? Collins-K&#228;ufer? HipHop-per? Forumianer? Das ist mir so etwas von egal, dass und warum andere andere Musik h&#246;ren.

Wie bitte?

Interessiert mich immer brennend, was andere Leute favorisieren. Ich stehe z.B. im Stau und stelle mir vor, was dieser Schnauzbart mit seinem albernen Bayern M&#252;nchen-Miniatur-Trikot im Heckfenster seines 3er BMW wohl gerade h&#246;rt: Toto, Sch&#252;rzenj&#228;ger oder am Ende gar Joanna Newsom? Wer wei&#223;, wer wei&#223;...
Manchmal frage ich mich sogar selber, warum ich die Musik h&#246;re, die ich h&#246;re. Ich k&#246;nnte es ja auch einfacher haben - und meinem Alter angemessen Dylan, die Eagles oder ausschliesslich die ganze Palette Progrock rauf und runter h&#246;ren, hier um halbe und viertel Sternchen feilschen. H&#228;tte ich sicher ein paar gute Freunde hier, oder? ;-)

Nein, im Ernst: Warum sollte es mich nicht interessieren, was andere Leute h&#246;ren. Finde ich spannend, aus diversen Gr&#252;nden (am liebsten w&#252;rde ich einen Fragebogen entwerfen und an jeden Haushalt in diesem Land versenden... ;-) ) - und nicht nur des schn&#246;den "Austauschens" wegen. In erster Linie auch, um seine eigene Position im Meer der etwas "ernsthafter" sich mit Musik besch&#228;ftigenden Mitmenschen bestimmen zu k&#246;nnen. Isoliert sein "Ding" durchziehen - und weder nach links, noch nach rechts zu schielen, tr&#228;gt f&#252;r mein Daf&#252;rhalten schon leicht autistische Z&#252;ge...

Und mir geht's hierbei ganz bestimmt nicht um's "Abgrenzen". Dies tat ich mit Vorliebe als junger Mensch, gebe ich ganz offen zu - und warum auch nicht? Dient nicht zuletzt auch einer Art von notwendiger Selbstfindung im Teenageralter. Ausserdem bekommt meine Umgebung schon recht schnell mit, was in Punkto Musik mit mir los ist, auch ohne da&#223; ich mit meiner Plattensammlung oder meinen musikalischen Vorlieben grossartig hausieren gehen mu&#223;...

Dick Laurent
10.04.2008, 21:07
Nein, aber der Porzellansammler wird es sicher bedauern, dass die Mehrheit seiner Mitmenschen keinen Sinn für qualitätvolles und ästhetisch ansprechendes Geschirr hat, obwohl das doch Dinge sind, die man ständig benutzt.
richtig, deshalb wird er auch ständig sagen: ich benutz das doch, ich bin kein Sammler!

nail75
10.04.2008, 21:38
Das sind doch paradiesische Zust&#228;nde!

Ja, absolut. Au&#223;erdem gefielen ihm noch Element of Crime und Gomez. Mit den Smiths hat er anfangs nichts anfangen k&#246;nnen, dann aber umso mehr.

G&#228;be noch andere Beispiele, aber das Interessante ist dass diese Freunde keine Musikkenner sind. Das hei&#223;t, sie kennen nicht die Bedeutung von ber&#252;hmten Werken der Rockmusik und urteilen deshalb ganz entspannt aus dem Bauch heraus. Manchmal sehr erfrischend.

otis
11.04.2008, 00:15
Wie bitte?
Isoliert sein "Ding" durchziehen - und weder nach links, noch nach rechts zu schielen, tr&#228;gt f&#252;r mein Daf&#252;rhalten schon leicht autistische Z&#252;ge...
Ja, stimmt. Ich lese f&#252;r mich. Ich esse (teile allerdings mein selbstbereitetes Essen mit Mitbewohneren) f&#252;r mich. Ich schlafe f&#252;r mich.
Ich bin ein Autist. Jetzt wei&#223; ich es.

Dick Laurent
11.04.2008, 02:17
.

Clau
11.04.2008, 08:21
.

Doch Dick, lohnt. Hau raus!

Bender Rodriguez
11.04.2008, 08:30
Ich schlafe f&#252;r mich.
Ich bin ein Autist.

ok

latho
11.04.2008, 08:56
ok

Nicht verstanden, was otis sagen will? Bezog sich, denke ich, auf den Autismus-Vorwurf, der in otis Fall ja nun alles andere als angebracht ist. Wahrscheinlich ein Missverständnis: es gibt einen Unterschied zwischen Kommunikation (über Musik in diesem Fall) und dem eigenen Verhalten in Bezug auf Musik. Auf mich bezogen würde ich sagen, dass ich über Musik nicht gerade selten, aber auch nicht so häufig wie andere hier kommuniziere (bin eher bei den Filmen zu finden), dass aber diese Kommunikation mein Konsum- und Hörverhalten relativ stark prägt. Bei otis mag das anders sein.

Bender Rodriguez
11.04.2008, 09:12
Nicht verstanden, was otis sagen will?


Nur zu gut, nur zu gut...

Ich schrieb von "leicht autistischen Z&#252;gen", nicht "Du Autist". Ein feiner Unterschied! Tut mir aber leid, demn&#228;chst schreibe ich meinetwegen "seltsam", "eigenbr&#246;tlerisch", "ignorant" oder "hermetisch abgeriegelt", was auch immer - und behalte gewisse Gedanken, die mich beschleichen f&#252;r mich...

Was mich zun&#228;chst allerdings doch am&#252;sierte und verwunderte, war die fast schon verbissene Ablehnung, irgendwas &#252;ber die Musikvorlieben seiner Umwelt &#252;berhaupt wissen zu wollen - und das von jemandem, der in einem Musikforum offenbar den Austausch sucht...

Das anschliessende eingeschnappte (&#220;ber-)Reagieren spricht ebenfalls f&#252;r sich...

O.k., mein Fehler, das Ganze &#252;berhaupt kommentiert zu haben - und damit lasse ich's jetzt gut sein!

Dick Laurent
11.04.2008, 09:13
Das anschliessende eingeschnappte (Über-)Reagieren spricht ebenfalls für sich...
eben, daher habe ich meinen Kommentar auch wieder gelöscht. Sinnlos.

Clau
11.04.2008, 09:21
Was mich zun&#228;chst allerdings doch am&#252;sierte und verwunderte, war die fast schon verbissene Ablehnung, irgendwas &#252;ber die Musikvorlieben seiner Umwelt &#252;berhaupt wissen zu wollen - und das von jemandem, der in einem Musikforum offenbar den Austausch sucht...

Echt Bender, empfindest Du das so?

Ich verstehe otis eher dahingehend, da&#223; er sich auch f&#252;r die Musikvorlieben anderer interessiert, dies aber in erster Linie aus Sicht des Entdeckers. Das hei&#223;t, nicht, um die Musikvorlieben und die Plattensammlung eines Foris herunterbeten und analysieren zu k&#246;nnen, sondern um herauszufinden, ob die ein oder andere Platte auch etwas f&#252;r ihn sein k&#246;nnte.

Kann aber auch sein, da&#223; ich falsch liege.

Sonic Juice
11.04.2008, 09:31
G&#228;be noch andere Beispiele, aber das Interessante ist dass diese Freunde keine Musikkenner sind. Das hei&#223;t, sie kennen nicht die Bedeutung von ber&#252;hmten Werken der Rockmusik und urteilen deshalb ganz entspannt aus dem Bauch heraus. Manchmal sehr erfrischend.

In der Tat: Wenn ich mit musikalisch nur marginal interessierten Freunden &#252;ber Musik diskutiere, in meiner Funktion als "Geschmackspolizist" ihr CD-Regal kritisch be&#228;uge oder mit schmerzverzerrtem Gesicht der willk&#252;rlich aus dem Netz gezogenen iBook-Party-Beschallung ausgesetzt bin, dann komme ich oft in ganz anderen Argumentationsdruck als gegen&#252;ber "konditionierten" H&#246;rern, mit denen ich ohnehin ein breites Meinungsfundament teile, das nicht mehr hinterfragt werden muss.

Bender Rodriguez
11.04.2008, 09:37
@Clau:
Vielleicht habe ich otis tats&#228;chlich mi&#223;verstanden, aber eine solche Aussage:


Forumianer? Das ist mir so etwas von egal, dass und warum andere andere Musik h&#246;ren.

kann man nunmal auch so auslegen, wie ich sie gelesen, bzw. verstanden habe!

Aber es liegt an otis, vielleicht ist seine Unbill gegen&#252;ber mir inzwischen verraucht, und er m&#246;chte das Ganze nochmals kommentieren, damit auch ich es kapieren m&#246;ge...

Knuffelchen
11.04.2008, 09:41
In der Tat: Wenn ich mit musikalisch nur marginal interessierten Freunden über Musik diskutiere, in meiner Funktion als "Geschmackspolizist" ihr CD-Regal kritisch beäuge oder mit schmerzverzerrtem Gesicht der willkürlich aus dem Netz gezogenen iBook-Party-Beschallung ausgesetzt bin, dann komme ich oft in ganz anderen Argumentationsdruck als gegenüber "konditionierten" Hörern, mit denen ich ohnehin ein breites Meinungsfundament teile, das nicht mehr hinterfragt werden muss.
Interessant..... nehme Leute mit einem anderen als dem einzig wahren Musikgeschmack irgendwie nicht ernst. Dabei geht es weniger um fundiertes Wissen, als um das Gefühl das "richtige" zu hören. Allerdings versuche ich nicht anderen die "Erleuchtung" nahe zu bringen. Ich lächle nur mehr milde, wenn sie vom rechten Pfad abgewichen sind. Ist wohl wie eine Religion....:lol:

otis
11.04.2008, 10:04
Nein. Ich vergleiche mich nicht mit "Normalkonsumenten".Wer oder was sind das? Lustige Musikantenh&#246;rer? Collins-K&#228;ufer? HipHop-per? Forumianer? Das ist mir so etwas von egal, dass und warum andere andere Musik h&#246;ren.
Das habe ich geschrieben. (Nicht etwa nur "Forumianer?" wie oben im Zitat)
Ich war in keiner Weise ver&#228;rgert oder verschnupft. Eher am&#252;siert. Der "Vorwurf" geht einfach an der Sache vorbei.
Falls ich mich unklar ausgedr&#252;ckt habe, hier noch einmal der gemeinte Sachverhalt anders formuliert:
Ich bem&#252;he mich, meine Musikrezeption unabh&#228;ngig von Str&#246;mungen etc. zu realisieren, ich will mich nicht von solchen absetzen oder was auch immer. Ich kann mitschwimmen oder nicht. Es ist nicht die Str&#246;mung, die diese beeinflusst.
Dass die Str&#246;mungen in welcher Form auch immer (Forum, Zeitschriften, Roots) da sind, - das hatte ich weiter oben l&#228;ngst geschrieben - halte ich im Bereich Popmusik f&#252;r immanent. Insofern ist &#252;berhaupt kein Autismus m&#246;glich. Und nicht nur "schiele" ich nach rechts und links, ich bem&#252;he mich sogar die Augen sehr offen zu halten. Ohne Str&#246;mungen g&#228;be es keine Popmusik, und ich kann mich auch nur innerhalb von Str&#246;mungen der Musik bedienen, die f&#252;r mich relevant ist.
Aber es ist heute weniger denn je das Str&#246;mungsverhalten, das meine Wahl beeinflusst. Dass also irgendwelche Absetz- oder Integrations- oder sonstige Inbezugsetzungs&#252;bungen meinerseits sich, je &#228;lter ich werde, f&#252;r mich mehr und mehr bedeutungslos geworden sind. Fr&#252;her waren sie sehr wichtig. Dann nur noch wichtig, etc.
Diesen Prozess sehe ich keineswegs als Weg in die psychische Vereinsamung, im Gegenteil. Auch nicht als einzigen und richtigen Weg der Musikrezeption bzw. -konsumption. Er hat sich so f&#252;r mich ergeben. Na gut, Eigenbr&#246;tler. Geschenkt.

Bender Rodriguez
11.04.2008, 10:27
@otis:

Danke für die Ausführungen, die nun für etwas mehr Klarheit gesorgt haben - und die ich im Grunde auch auf meinen Umgang mit Musik umlegen kann.

Ich habe nunmal diverse Probleme mit der Formulierung "ist mir egal" - dürfte damit allerdings nicht der Einzige sein...

otis
11.04.2008, 10:44
In anderen Zusammenh&#228;ngen kann ich das verstehen.
In diesem aber scheint es mir wichtig und richtig. W&#228;re es mir nicht egal, w&#252;rde ich mich ja in der Konsequenz aktiv in die Rezeption von anderen einmischen (Im Sinne von "wie kannst du nur xxx h&#246;ren?" oder was auch immer, auch positiv).

Ich kann die Musik kritisieren, kritisiere aber nicht den Menschen (diesen Beigeschmack konnte es bei mir fr&#252;her sehr wohl schon einmal gehabt haben). Es ist mir absolut egal, was er h&#246;rt, es deklassiert ihn weder noch wertet es ihn auf. Deshalb kann ich auch nicht verstehen, dass hier vieles so pers&#246;nlich genommen wird, wenn einmal eine bestimmte Musik heruntergemacht wird.
Das "so etwas von egal" war also recht bewusst gew&#228;hlt. Wenn es als "leckt mich" gelesen werden konnte, hat man vielleicht die Posts davor nicht gelesen. Oder ich dr&#252;cke mich zu unklar oder zu knapp aus. Ein Smiley jedenfalls war da nicht angebracht.

Amadeus
11.04.2008, 15:26
In anderen Zusammenhängen kann ich das verstehen.
In diesem aber scheint es mir wichtig und richtig. Wäre es mir nicht egal, würde ich mich ja in der Konsequenz aktiv in die Rezeption von anderen einmischen (Im Sinne von "wie kannst du nur xxx hören?" oder was auch immer, auch positiv).

Ich kann die Musik kritisieren, kritisiere aber nicht den Menschen (diesen Beigeschmack konnte es bei mir früher sehr wohl schon einmal gehabt haben). Es ist mir absolut egal, was er hört, es deklassiert ihn weder noch wertet es ihn auf. Deshalb kann ich auch nicht verstehen, dass hier vieles so persönlich genommen wird, wenn einmal eine bestimmte Musik heruntergemacht wird.
Das "so etwas von egal" war also recht bewusst gewählt. Wenn es als "leckt mich" gelesen werden konnte, hat man vielleicht die Posts davor nicht gelesen. Oder ich drücke mich zu unklar oder zu knapp aus. Ein Smiley jedenfalls war da nicht angebracht.

Ich will mich sicher nicht "einmischen", wenn ich jemanden frage, warum ihm/ihr etwas gefällt. Es geht auch nicht darum, ihn/sie als Person in irgendeiner Art und Weise zu deklassieren. Wäre es mir jedoch egal, was andere User hören, müssten sie mir schon gleichgültig sein. Daher meine Frage: sind dir die anderen User gleichgültig, d.h. geht es immer nur um Musik?

sparch
11.04.2008, 15:38
Im Grunde sehe ich das wie otis. Kritik an Musik, die mir gef&#228;llt nehme ich in der Regel nicht pers&#246;nlich. Hier im Forum funktioniert das nat&#252;rlich besonders gut, da ich die meisten hier nicht pers&#246;nlich kenne. Andererseits wundert es mich immer wieder, wenn vomn anderen Kritik an Musik pers&#246;nlich genommen wird.
Mit Leuten, die sich nicht in dem Ma&#223;e f&#252;r Musik interessieren, wie ich das tue, unterhalte ich mich in der Regel auch nicht dar&#252;ber. Wer mich allerdings nach meiner Meinung fragt, muss auch damit leben k&#246;nnen, dass diese nicht wie erwartet ausf&#228;llt.
Wie gesagt, ich kritisiere Musik und nicht die Menschen, die sie h&#246;ren. Mit Gleichg&#252;ltigkeit hat das jedoch nichts zu tun.

Amadeus
11.04.2008, 16:30
Im Grunde sehe ich das wie otis. Kritik an Musik, die mir gef&#228;llt nehme ich in der Regel nicht pers&#246;nlich. Hier im Forum funktioniert das nat&#252;rlich besonders gut, da ich die meisten hier nicht pers&#246;nlich kenne. Andererseits wundert es mich immer wieder, wenn vomn anderen Kritik an Musik pers&#246;nlich genommen wird.
Mit Leuten, die sich nicht in dem Ma&#223;e f&#252;r Musik interessieren, wie ich das tue, unterhalte ich mich in der Regel auch nicht dar&#252;ber. Wer mich allerdings nach meiner Meinung fragt, muss auch damit leben k&#246;nnen, dass diese nicht wie erwartet ausf&#228;llt.
Wie gesagt, ich kritisiere Musik und nicht die Menschen, die sie h&#246;ren. Mit Gleichg&#252;ltigkeit hat das jedoch nichts zu tun.

Nat&#252;rlich sollte es nie darum gehen, den H&#246;rer zu kritisieren. Pers&#246;nliche Empfindlichkeiten sind trotzdem nicht immer vermeidbar, wenn eine Kritik sehr plump ausf&#228;llt (z.B. wenn ich sagen w&#252;rde: das ist totaler Schrott, was du so h&#246;rst). Der Ton macht auch bei einer Kritik die Musik.

Ich sehe allerdings schon eine gewisse Gleichg&#252;ltigkeit darin, wenn ich behaupten w&#252;rde, dass es mich nicht interessiert, was du h&#246;rst. Dieses gegenseitige Interesse ist Motivation f&#252;r z.B. Listen und StoneFM.

sparch
11.04.2008, 16:38
...(z.B. wenn ich sagen würde: das ist totaler Schrott, was du so hörst)...

Dieses Beispiel ist aber sehr allgemein und das habe ich so noch nie zu jemand gesagt. Meine Kritiken beziehen sich immer konkret auf Bands oder Künstler.



Ich sehe allerdings schon eine gewisse Gleichgültigkeit darin, wenn ich behaupten würde, dass es mich nicht interessiert, was du hörst. Dieses gegenseitige Interesse ist Motivation für z.B. Listen und StoneFM.
Natürlich interessiert mich was andere Musikinteressierte (auch Du) hören. Egal ist das doch nur dahingehend, dass das nichts über den Charakter eines einzelnen aussagt.

Amadeus
11.04.2008, 16:57
Dieses Beispiel ist aber sehr allgemein und das habe ich so noch nie zu jemand gesagt. Meine Kritiken beziehen sich immer konkret auf Bands oder Künstler.


Natürlich interessiert mich was andere Musikinteressierte (auch Du) hören. Egal ist das doch nur dahingehend, dass das nichts über den Charakter eines einzelnen aussagt.

Mein Beispiel war natürlich allgemein und nicht auf eine bestimmte Person gemünzt. Du wirst aber sicher nicht abstreiten, dass es zu Missverständnissen bzw. Verstimmungen kommen kann, wenn es um persönliche Favs geht. Viele sind hier zu befangen, um sich 100% davon zu lösen.

zu deiner 2. Aussage: Okay, nun verstehe ich, wie du "egal" in diesem Zusammenhang verstehst. Ich stand wohl etwas auf der Leitung.

latho
11.04.2008, 20:07
Im Grunde sehe ich das wie otis. Kritik an Musik, die mir gefällt nehme ich in der Regel nicht persönlich. Hier im Forum funktioniert das natürlich besonders gut, da ich die meisten hier nicht persönlich kenne. Andererseits wundert es mich immer wieder, wenn vomn anderen Kritik an Musik persönlich genommen wird.
Mit Leuten, die sich nicht in dem Maße für Musik interessieren, wie ich das tue, unterhalte ich mich in der Regel auch nicht darüber. Wer mich allerdings nach meiner Meinung fragt, muss auch damit leben können, dass diese nicht wie erwartet ausfällt.
[...]

Das geht mir ähnlich. Ich bin immer wieder überrascht, wie friedliebende Leute plötzlich das Toben anfangen, wenn ich sage "Ich finde das schlecht". Mit "Ich" und "finden" ist ja eigentlich schon alles gesagt, meine bescheidene Meinung eben.

Clau
12.04.2008, 13:16
Andererseits wundert es mich immer wieder, wenn von anderen Kritik an Musik persönlich genommen wird.

Mich wundert das eigentlich auch. Aber ich muß gestehen, daß ich mich selbst auch nicht davon frei machen kann. Klingt komisch, ist aber so.

Sonic Juice
12.04.2008, 13:26
Mich wundert das eigentlich auch. Aber ich muß gestehen, daß ich mich selbst auch nicht davon frei machen kann. Klingt komisch, ist aber so.

Mich wundert es eigentlich überhaupt nicht. Halte ich für auf der Hand liegend, dass man die Abwertung einer Sache, die einem besonders am Herzen liegt, auch mittelbar auf sich beziehen kann. Zumal die Kritik ja in den seltensten Fällen vorgetragen wird im Ton von "Das ist sicherlich toll, freut mich für Dich, dass Du daran Spaß hast, aber ich mag andere Sachen lieber."
Wenn Dir einer sagt, dass Deine Musik primitiver Mist ist, dann wird es nun mal schwer, sich nicht selbst als primitv bezeichnet zu sehen. Kein zwingender Schluss, aber ein emotional naheliegender.

Clau
12.04.2008, 13:28
Ich kriege jedes mal schlechte Laune, wenn wieder jemand Beatles LPs besternt hat.

Sonic Juice
12.04.2008, 13:30
In Diskussionen k&#228;mpft man ja auch nicht nur um den Wert des Kunstwerks, sondern auch mittelbar um den Wert des eigenen Geschmacksurteils. Das l&#228;sst sich doch kaum von einander trennen.

sparch
12.04.2008, 17:24
Ehrlich gesagt ist mir "primitiver Mist" lieber, als "Das ist sicherlich toll, freut mich für Dich, dass Du daran Spaß hast, aber ich mag andere Sachen lieber.". Und wenn derjenige dann noch begründen kann, warum er etwas für "primitiven Mist" hält, ist das doch eine prima Diskussionsgrundlage.
Die von mir geschätzten Guns N'Roses ist hier ein prima Beispiel. Wenn ich alles, was jemals über sie hier geschrieben wurde, persönlich nehmen würde, wäre ich vermutlich längst nicht mehr hier. Natürlich verteidige ich ein Album wie Appetite for destruction, aber selbst harsche Kritik kann ich trotzdem ganz gut von Persönlichem trennen.

Mikko
12.04.2008, 17:55
Natürlich verteidige ich ein Album wie Appetite for destruction, aber selbst harsche Kritik kann ich trotzdem ganz gut von Persönlichem trennen.Die Platte ist ganz gut, aber die Band als solche fand ich immer eher zweifelhaft.

kramer
13.04.2008, 17:10
Ich kriege jedes mal schlechte Laune, wenn wieder jemand Beatles LPs besternt hat.Das will ich natürlich nicht und darum habe ich mich mit Beatles-Besternungen immer zurückgehalten.

Clau
13.04.2008, 17:18
Das will ich natürlich nicht und darum habe ich mich mit Beatles-Besternungen immer zurückgehalten.

Aber ich weiß doch sowieso, wie Deine Besternung aussehen würde. Mich kannst Du da nicht hinter's Licht führen, kramer...

kramer
13.04.2008, 17:25
Aber ich weiß doch sowieso, wie Deine Besternung aussehen würde. Mich kannst Du da nicht hinter's Licht führen, kramer...Spielst Du auf den Vorwurf des Doebeling-Kopierens an? Von Sgt.Pepper abgesehen kämen die Alben bei mir wohl schlechter weg.

Clau
13.04.2008, 17:34
Spielst Du auf den Vorwurf des Doebeling-Kopierens an? Von Sgt.Pepper abgesehen k&#228;men die Alben bei mir wohl schlechter weg.

Nein, ich spiele auf nichts an. Ich wei&#223; aber, da&#223; Du die wahre Gr&#246;&#223;e vieler Beatles Alben bisher noch nicht zugeben willst. Vielleicht solltest Du Dir mal die Mono-Versionen g&#246;nnen. Rubber Soul und Revolver in Mono sind ultimativ.

otis
13.04.2008, 22:30
In Diskussionen k&#228;mpft man ja auch nicht nur um den Wert des Kunstwerks, sondern auch mittelbar um den Wert des eigenen Geschmacksurteils. Das l&#228;sst sich doch kaum von einander trennen.

Um so wichtiger also, nur die Musik zu sehen und nicht den Geschmack des anderen. Zudem ein weiterer Grund nicht auf Geschmack abzuheben, sondern auf Zugang, Ge-/Missfallen etc. ;-)