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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Rolle der Medien in der Gesellschaft am Beispiel der Popmusik



Kaempi
16.01.2008, 16:18
Im Rahmen meines Pädagogikstudiums schreibe ich zurzeit an einer Hausarbeit über das Thema "Die Rolle der Medien in der Gesellschaft am Beispiel der Popmusik". Ich habe zurzeit ausreichend Literatur, möchte jedoch gerne noch aktuelle Statistiken dazufügen. Deshalb wäre ich sehr dankbar, wenn sich viele aus diesem Forum an meiner Umfrage beteiligen würden. Wer noch mehr über das Thema loswerden möchte, kann mir gerne auch eine PM schreiben. Falls davon etwas verwendet werden sollte, werde ich selbstverständlich vorher fragen und dies als Zitat kennzeichnen. Danke schon einmal für die Mitarbeit.

Cleetus
16.01.2008, 16:27
Was ist "Aktivierungsfunktion"? Wenn ich mir wochenlang Mayhem anhöre und dann Kirchen anzünde?

Kaempi
16.01.2008, 16:46
:)
Ich versuche es mal mit einem Zitat von Helmut Rösing zu verdeutlichen:
"geistige und körperliche Stimulierung und Stimmungsoptimierung durch entsprechende, dem eigenen Geschmack angepaßte Musik"

thomlahn
16.01.2008, 16:48
Was ist der Unterschied zwischen Konfliktbewältigungsfunktion und emotionale Kompensationsfunktion?

Mueti
16.01.2008, 17:03
Alles davon, würde ich sagen. Je nach dem was und wann ich es höre.

Kaempi
16.01.2008, 17:15
Sicherlich ist es durchaus möglich, dass alle Funktionen erfüllt werden. Aber auch das hilft mir weiter. Es besteht deshalb auch die Möglichkeit, alles anzukreuzen.

Kaempi
16.01.2008, 17:19
Was ist der Unterschied zwischen Konfliktbewältigungsfunktion und emotionale Kompensationsfunktion?

emotionale Konfliktbewältigungsfunktion bezeichnet die Abreaktion oder auch Projektion von Gefühlen usw.

Konfliktbewältigungsfunktion die Flucht aus Alltagssituationen und die daraus resultierende Versenkung in die Musik. Demnach eine ähnliche Handlung wie die Flucht in Subkulturen (wie Banden usw.)

Napoleon Dynamite
16.01.2008, 18:40
Wo sind denn die Antwortmöglichkeiten für Hörer über 14? Oder fällt da schon das Interesse an Musik automatisch unter "Einsamkeitsüberbrückung"?

Kaempi
16.01.2008, 19:09
Wo sind denn die Antwortmöglichkeiten für Hörer über 14? Oder fällt da schon das Interesse an Musik automatisch unter "Einsamkeitsüberbrückung"?

Eigentlich sind die Antwortmöglichkeiten für jedes Alter wählbar. Die Antworten zielen nicht auf eine bestimmte Altersgruppe. Wenn deine Antwortmöglichkeit trotzdem nicht dabei sein sollte, kannst du mir gerne deine eigene schreiben, wenn du möchtest.

Cleetus
16.01.2008, 19:12
Und was hat der Thread-Titel jetzt mit der Umfrage zu tun?

Norbert
16.01.2008, 20:09
Für mich erfüllt Musik alle von Dir zur Auswahl gestellten Funktionen.
Die Schwerpunkte liegen bei der Aktivierungsfunktion, der emotionalen Kompensationsfunktion und der Unterhaltungsfunktion.

Kaempi
16.01.2008, 20:10
Und was hat der Thread-Titel jetzt mit der Umfrage zu tun?

Das ist der Titel meiner Hausarbeit.

Kaempi
16.01.2008, 20:11
Für mich erfüllt Musik alle von Dir zur Auswahl gestellten Funktionen.
Die Schwerpunkte liegen bei der Aktivierungsfunktion, der emotionalen Kompensationsfunktion und der Unterhaltungsfunktion.

Das ist schön. Kannst das dann gerne bei der Umfrage abstimmen ;)

Norbert
16.01.2008, 20:12
Das ist bereits geschehen bevor ich geantwortet habe. ;-)

Kaempi
16.01.2008, 23:26
vielen dank :)

grandandt
16.01.2008, 23:26
Wo sind denn die Antwortmöglichkeiten für Hörer über 14? Oder fällt da schon das Interesse an Musik automatisch unter "Einsamkeitsüberbrückung"?

:lol:


Was ist "Aktivierungsfunktion"? Wenn ich mir wochenlang Mayhem anhöre und dann Kirchen anzünde?

Mir reicht dazu Volksmusik. Quasi mein Black metal!

Ich sehe es auch wie mueti und norbert: alle Bereiche werden zu ihrer Zeit jeweils angesprochen. Aber es passiert oft, daß ich Musik auflege, die meine augenblickliche Stimmung wiedergibt. Und wenn ich keine Musik höre summe und singe ich innerlich Lieder, die mir gerade in den Sinn kommen. Also ist es ein emotionaler Lebensbestandteil! Wie bezeichnet man das denn wissentschaftlich. Es gibt bei mir auch Phasen, wo ich absolut nichts höre und hören will; sozusagen musikalische Askese. Bei der obigen Abstimmung kann man keine WERTIGKEIT (natürlich subjektiv) darstellen, deswegen eine Reihenfolge fürs gegenwärtige Dasein:

Entspannungsfunktion
Unterhaltungsfunktion
emotionale Kompensationsfunktion
Funktion der Einsamkeitsüberbrückung
Aktivierungsfunktion
Konfliktbewältigungsfunktion

auf's ganze Leben bezogen sieht die Reihenfolge ein bißchen anders aus:

emotionale Kompensationsfunktion
Funktion der Einsamkeitsüberbrückung
Unterhaltungsfunktion
Aktivierungsfunktion
Entspannungsfunktion
Konfliktbewältigungsfunktion

Betrifft Aktivierungsfunktion: Eigentlich müßte das bei mir wohl an erster Stelle liegen, aber ich stoße mich an dem Begriff Stimmungsoptimierung. Das hatte ich nie im Kopf dabei, auch wenn das die Musikauswahl natürlich absolut beeinflußt hat.
Ich suche mir diese Musik jetzt aus, weil ich in dieser Stimmung bin! Ich suche mir diese Stimmung aus, weil ich diese Musik jetzt hören möchte! Klingt irgendwie blöd.
Ich kann zu einer gewissen Stimmung auch nur die entsprechende Musik hören. Aber gegenteilige Musikrichtung zur Stimmung bewirkt manchmal entsprechend auch einen Stimmungsumschwung.
Das sind jetzt so meine Erfahrungen.

firecracker
16.01.2008, 23:30
Für mich erfüllt Musik alle von Dir zur Auswahl gestellten Funktionen.
Die Schwerpunkte liegen bei der Aktivierungsfunktion, der emotionalen Kompensationsfunktion und der Unterhaltungsfunktion.
sehe ich ganz genauso.

Cassavetes
17.01.2008, 02:27
Was ist "Aktivierungsfunktion"?
Wenn du etwas hörst und daraufhin aktiv wirst, weil du dir dann denkst: "Fuck, das kann ja sogar ICH besser!" (Vgl. Ryan Adams...) ;-)

otis
17.01.2008, 08:32
Ernsthaft, kaempi, woher hast du diese Funktionen und Unterscheidungen?


Wo sind denn die Antwortmöglichkeiten für Hörer über 14?
Napoleon, sei doch nicht immer gleich so böse. ,-)
Er fragt aber ganz richtig, denn mindestens eine wesentliche bleibt ausgespart. Ich formuliere sie mal in dem etwas hochgestochenen Jargon oben: Erkenntnisgewinnungsfunktion

Mistadobalina
17.01.2008, 08:54
Ernsthaft, kaempi, woher hast du diese Funktionen und Unterscheidungen?


Napoleon, sei doch nicht immer gleich so böse. ,-)
Er fragt aber ganz richtig, denn mindestens eine wesentliche bleibt ausgespart. Ich formuliere sie mal in dem etwas hochgestochenen Jargon oben: Erkenntnisgewinnungsfunktion

Das Wort passt trotzden, genau danach hatte ich gesucht. Für mich am wichtigsten.

hacklschorsch
17.01.2008, 09:37
Das Wort passt trotzden, genau danach hatte ich gesucht. Für mich am wichtigsten.

Wenn jemand sich zum 182. Mal bspw. "Exile on Main Street" anhört , strebt er aber nicht unbedingt nach neuen Erkenntnissen , oder ? Mir fehlt die "Bewusstseinserweiterungsfunktion" .

tops
17.01.2008, 09:56
Wenn Musik schon zu etwas Funktionablem degradiert wird, dann fehlt die Überlebensfunktion.

Die obigen "Funktionen" mögen für Hobbyhörer greifen, für Befindlichkeitshörer, für Stimmungshörer, für Ichhabgradnixbessereszutunhörer. Für Leute mithin, für die Musik ein Freizeitangebot von vielen ist. Wie Fernsehen, Poker, Squash. Zeitvertreib halt.
Das gilt sicher für die allermeisten hier, aber nicht für alle. Napos Frage ist also mehr als berechtigt.

Kaempi
17.01.2008, 10:22
Ernsthaft, kaempi, woher hast du diese Funktionen und Unterscheidungen?


Napoleon, sei doch nicht immer gleich so böse. ,-)
Er fragt aber ganz richtig, denn mindestens eine wesentliche bleibt ausgespart. Ich formuliere sie mal in dem etwas hochgestochenen Jargon oben: Erkenntnisgewinnungsfunktion

Die Antwortmöglichkeiten sind im Wesentlichen aus einem Soziologiebuch übernommen. Mir ist klar, dass es in Wirklichkeit eine Menge Funktionen gibt. Ich hatte auch anfangs überlegt, eine Rubrik "Anderes" einzufügen. Doch leider ist die Interpretation dieser im Nachhihein nicht einfach. Deshalb würde ich alle bitten -wen sie Lust haben-mir zu schreiben, welche Funktion die Musik für sie erfüllt, wenn keiner der Antworten möglich sind.

Kaempi
17.01.2008, 10:24
Wenn Musik schon zu etwas Funktionablem degradiert wird, dann fehlt die Überlebensfunktion.

Die obigen "Funktionen" mögen für Hobbyhörer greifen, für Befindlichkeitshörer, für Stimmungshörer, für Ichhabgradnixbessereszutunhörer. Für Leute mithin, für die Musik ein Freizeitangebot von vielen ist. Wie Fernsehen, Poker, Squash. Zeitvertreib halt.
Das gilt sicher für die allermeisten hier, aber nicht für alle. Napos Frage ist also mehr als berechtigt.

Du hast nicht unrecht. Ich beleuchte die Frage demnach auch im Sinne der Soziolgie. In meiner Hausarbeit wird deshalb ebendieser Freizeithörer im Sinne der Beeinflussung von Medien eher angesprochen als der Typus, den du meinst.

grandandt
17.01.2008, 10:29
Die Antwortmöglichkeiten sind im Wesentlichen aus einem Soziologiebuch übernommen. Mir ist klar, dass es in Wirklichkeit eine Menge Funktionen gibt. Ich hatte auch anfangs überlegt, eine Rubrik "Anderes" einzufügen. Doch leider ist die Interpretation dieser im Nachhinein nicht einfach. Deshalb würde ich alle bitten, wenn sie Lust haben, mir zu schreiben, welche Funktion die Musik für sie erfüllt - wenn keiner der Antworten möglich sind.

Das wirft ein neues Bild auf Deine Umfrage!
Dann würde sich bei mir natürlich auch das Funktionsbild verschieben.
Ich dachte, Du wärst eng an eine Vorlage gebunden. Scheint nicht so zu sein.
Dann müßtest du noch einmal alle wesentlichen Abstimmungsmöglichkeiten aufführen (und damit eingrenzen), sonst hast Du nur 'Anderes' aufgeführt. Dann kocht jeder quasi sein eigenes Süppchen, und Du hast 100 verschiedene Funktionen.

Kaempi
17.01.2008, 11:37
Das wirft ein neues Bild auf Deine Umfrage!
Dann würde sich bei mir natürlich auch das Funktionsbild verschieben.
Ich dachte, Du wärst eng an eine Vorlage gebunden. Scheint nicht so zu sein.
Dann müßtest du noch einmal alle wesentlichen Abstimmungsmöglichkeiten aufführen (und damit eingrenzen), sonst hast Du nur 'Anderes' aufgeführt. Dann kocht jeder quasi sein eigenes Süppchen, und Du hast 100 verschiedene Funktionen.

Nein, so habe ich das nicht gemeint. Kann sein, dass ich mich nicht genau genug ausgedrückt habe ;). Ich bin schon an eine Vorlage gebunden und das sind die aufgeführten Antwortmöglichkeiten. Das Ergebnis der Umfrage dient hinterher nicht unbedingt als empirische Untersuchung, wa sie sicher in diesem Rahmen auch nicht leisten kann. Sie ist lediglich eine Orientierung für das Thema der Hausarbeit bzw. die eingefügten Funktionen. "Anderes" habe ich genau deshalb nicht eingefügt, da dabei viele Interpretatioinsmöglichkeiten übrig bleiben. Aber alleine die "Schwierigkeit" der Umfrage und die Diskussion, die wir gerade führen, ist durchaus interessant für meine Arbeit.

Mistadobalina
17.01.2008, 11:49
Wenn jemand sich zum 182. Mal bspw. "Exile on Main Street" anhört , strebt er aber nicht unbedingt nach neuen Erkenntnissen , oder ?

Keine Ahnung, das wollen wir lieber dem überlassen, der das macht.

Die Erkenntnis besteht für mich im Begreifen der musikalischen Zusammenhänge z.B. innerhalb eines historischen Ablaufs. Das würde ich aber nicht als "Funktion" bezeichnen. Den Gewinn, den ich daraus ziehe, erarbeite ich mir selbst, es ist somit kein passiver Umgang mit Musik im Sinne einer Unterhaltungsfunktion.

Jocca
17.01.2008, 13:23
Viel Erfolg bei deiner Hausarbeit,
gibt's die dann auch irgendwo zu lesen?

Kaempi
17.01.2008, 13:27
Viel Erfolg bei deiner Hausarbeit,
gibt's die dann auch irgendwo zu lesen?

Dankeschön. Ich kann sie gerne hier- wenn das möglich ist- zum Lesen bereit stellen. Für Kritik bin ich doch immer zu haben, solange sie konstruktiv ist :).

Jocca
17.01.2008, 13:57
Das hoffe ich doch :-), zumindest finde ich bisher das sich der Umgang hier angenehm von dem unterscheidet, was ich in anderen Foren teilweise so mitbekommen habe. Deshalb hab ich mich auch zum ersten Mal entschlossen aktiv dran teilzunehmen.

Kaempi
17.01.2008, 15:09
Keine Ahnung, das wollen wir lieber dem überlassen, der das macht.

Die Erkenntnis besteht für mich im Begreifen der musikalischen Zusammenhänge z.B. innerhalb eines historischen Ablaufs. Das würde ich aber nicht als "Funktion" bezeichnen. Den Gewinn, den ich daraus ziehe, erarbeite ich mir selbst, es ist somit kein passiver Umgang mit Musik im Sinne einer Unterhaltungsfunktion.

Wäre das denn nicht so etwas ähnliches wie die "Aktivierungsfunktion"? Alleine, dass du für dich selbst etwas erarbeitest, bewirkt doch etwas in dir.

Sandhead
17.01.2008, 19:42
Thread "Funktionen von Musik" (http://forum.rollingstone.de/showthread.php?t=19517)

Inklusive einer Anekdote über die Funktion von Musik bei Milchkühen.

dougsahm
17.01.2008, 21:21
denn mindestens eine wesentliche bleibt ausgespart. Ich formuliere sie mal in dem etwas hochgestochenen Jargon oben: Erkenntnisgewinnungsfunktion
Überraschung meinerseits – falls Du von Dir selber schreibst (so verstehe ich es zumindest) ? Um Erkenntnisse zu gewinnen braucht man doch keine Single in den Händen zu haben ?

Falls Du allgemein unabhängig von Deiner Person schreibst – d’accord.

itasca64
17.01.2008, 23:27
Die Erkenntnis besteht für mich im Begreifen der musikalischen Zusammenhänge z.B. innerhalb eines historischen Ablaufs. Das würde ich aber nicht als "Funktion" bezeichnen. Den Gewinn, den ich daraus ziehe, erarbeite ich mir selbst, es ist somit kein passiver Umgang mit Musik im Sinne einer Unterhaltungsfunktion.


Das, was sich für mich mit dem Musikhören am ehesten verbindet, würde ich unter den Begriff "Unterhaltungsfunktion" fassen, allerdings würde ich genau solche "Erkenntnis"-Aspekte da mit einbeziehen: Mich gedanklich mit der Entwicklung beispielsweise einer Diskographie zu befassen, also Zusammenhänge zwischen einzelnen Alben versuchen zu ergründen oder Parallelen zu den Künstlerbiographien zu finden empfinde ich ebenso wie die Begegnung mit neuer, ungehörter Musik im besten Sinne als unterhaltend.

Zugegeben, vor ca. 20 Jahren hätte ich möglicherweise auch die Richtung "emotionale Kompensationsfunktion" / "Funktion der Einsamkeitsüberbrückung" ernsthaft in Betracht gezogen.

Wolfen
18.01.2008, 11:16
Die Erkenntnis besteht für mich im Begreifen der musikalischen Zusammenhänge z.B. innerhalb eines historischen Ablaufs. Das würde ich aber nicht als "Funktion" bezeichnen. Den Gewinn, den ich daraus ziehe, erarbeite ich mir selbst, es ist somit kein passiver Umgang mit Musik im Sinne einer Unterhaltungsfunktion.

Das ist wunderbar und sicher sehr löblich. Legst Du beim Hören von Musik das Hauptaugenmerk darauf?
Falls ja, kann man daraus schließen, daß Musik für dich nur sehr wenig Unterhaltungs- Spass- Vergnügungs- (was weiß ich noch alles) -"Funktion" besitzt?

otis
18.01.2008, 11:25
Überraschung meinerseits – falls Du von Dir selber schreibst (so verstehe ich es zumindest) ? Um Erkenntnisse zu gewinnen braucht man doch keine Single in den Händen zu haben ?


Aber natürlich. Musik, die als Single gedacht und intendiert war, will ich dann auch als Single hören. Sleeve, Aufmachung, Label, das Singlehafte (also Einzeltrack ohne Musik direkt hinterher), alles gehört für mich dazu. Es ist ein riesiger Unterschied, ob ich Musik vom Sampler höre oder das gleiche Stück von einer Single.

Mistadobalina
18.01.2008, 11:50
Das ist wunderbar und sicher sehr löblich. Legst Du beim Hören von Musik das Hauptaugenmerk darauf?
Falls ja, kann man daraus schließen, daß Musik für dich nur sehr wenig Unterhaltungs- Spass- Vergnügungs- (was weiß ich noch alles) -"Funktion" besitzt?

Natürlich bereitet es mir auch Freude, Musik zu hören. Darüberhinaus habe ich ich aber immer das Bedürfnis, das Gehörte in einen Kontext einzuordnen. Zumindest wenn es sich um eine Aufnahme handelt, ein Live-Konzert hat für mich schon einen sehr hohen Unterhaltungs-Faktor.
Und "löblich"? Na ja, das mag jeder so handhaben wie er will. Wenn ich nicht freiberuflich arbeiten würde sondern jeden Tag erst abends von der Arbeit nach Hause käme, würde ich mir wahrscheinlich auch zur Entspannung eine Platte auflegen und die Musik einfach nur genießen.

Wolfen
18.01.2008, 11:59
Natürlich bereitet es mir auch Freude, Musik zu hören. Darüberhinaus habe ich ich aber immer das Bedürfnis, das Gehörte in einen Kontext einzuordnen. Zumindest wenn es sich um eine Aufnahme handelt, ein Live-Konzert hat für mich schon einen sehr hohen Unterhaltungs-Faktor.
Und "löblich"? Na ja, das mag jeder so handhaben wie er will. Wenn ich nicht freiberuflich arbeiten würde sondern jeden Tag erst abends von der Arbeit nach Hause käme, würde ich mir wahrscheinlich auch zur Entspannung eine Platte auflegen und die Musik einfach nur genießen.

Streiche das "löblich" bitte, kein sehr gelungenes Wörtchen.
Ein Hoch auf die Freiberufler, ich komme leider jeden Abend....usw.
Nur aus reiner Neugier: bist Du freiberuflich in der Musikbranche tätig?

Mistadobalina
18.01.2008, 13:28
Streiche das "löblich" bitte, kein sehr gelungenes Wörtchen.
Ein Hoch auf die Freiberufler, ich komme leider jeden Abend....usw.
Nur aus reiner Neugier: bist Du freiberuflich in der Musikbranche tätig?

Nein, schon lange nicht mehr.

Dick Laurent
18.01.2008, 13:47
Wenn ich nicht freiberuflich arbeiten würde (...)
den Zusammenhang verstehe ich nicht.

Mistadobalina
18.01.2008, 13:52
den Zusammenhang verstehe ich nicht.

Ich meine damit, dass ich mir meinen Tagesablauf weitgehend selbst einteilen kann und nicht abends erschöpft nach Hause komme. Und wenn ich mal am Tag 5 Stunden intensiv Musik höre, sieht mir dabei niemand über die Schulter und ermahnt mich, nun mal wieder zu arbeiten.

Mick67
18.01.2008, 14:10
den Zusammenhang verstehe ich nicht.

Es muß ja nicht jeder nach Eschborn fahren, um freiberuflich zu arbeiten. ;-)

@mista
Du Glückliche!

dougsahm
18.01.2008, 22:06
Aber natürlich. Musik, die als Single gedacht und intendiert war, will ich dann auch als Single hören. Sleeve, Aufmachung, Label, das Singlehafte (also Einzeltrack ohne Musik direkt hinterher), alles gehört für mich dazu. Es ist ein riesiger Unterschied, ob ich Musik vom Sampler höre oder das gleiche Stück von einer Single. Überraschung weiterhin.

Natürlich verstehe ich den musikhistorischen, ästhetischen Genuss eine Single in den Händen zu halten, das Label zu sehen etc etc.

Aber wo bleibt die zusätzliche Erkenntnis gegenüber der alternativen Variante das Ganze als MP3 downzuloaden incl Cover und dann mehrmals – beliebig häufig – unabhängig von der Einbindung in Sampler anzuhören ?

Gerade diese Erkenntnisgewinnfunktion sehe ich am weitesten entfernt vom konkreten Medium. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Nachtmahr
20.01.2008, 20:09
Erkenntnisgewinnungsfunktion

"Bewusstseinserweiterungsfunktion"

Ich setze die B(u)ildung eines ästhetischen Weltverständnisses obendrauf.

rupert
20.01.2008, 20:15
Ich hab mal "emotionale Kompensationsfunktion" genommen, obwohl es alle Kategorien durchgeht: Musik ist mein Lebensinhalt und -Elixier...

Nachtmahr
20.01.2008, 20:22
Vielleicht doch noch ein Literaturtipp (http://www.amazon.de/Das-Popul%C3%A4re-Gesellschaft-Systemtheorie-Popul%C3%A4rkultur/dp/353114975X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1200856734&sr=1-1)?

Kaempi
22.01.2008, 22:23
Vielleicht doch noch ein Literaturtipp (http://www.amazon.de/Das-Popul%C3%A4re-Gesellschaft-Systemtheorie-Popul%C3%A4rkultur/dp/353114975X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1200856734&sr=1-1)?

Hört sich nicht schlecht an.

Blossom Toe
23.01.2008, 00:36
Ich hab mal "emotionale Kompensationsfunktion" genommen, obwohl es alle Kategorien durchgeht: Musik ist mein Lebensinhalt und -Elixier...

Dafür habe ich auch gestimmt.

Dabei höre oder "sehe" ich die Musik weniger als Lebensinhalt sondern als Heimat. Der Lebensinhalt ist natürlich breiter und tiefer, auch bei professionellen Musikern.

Kaempi
24.01.2008, 13:18
Es wird an dieser Stelle schon sehr deutlich, dass eine Umfrage zu der Funktion der Musik, enn es denn eine solche gibt, kaum ausreicht, um das Thema zu betrachten. Dieses Problem werde ich durchaus in meiner Arbeit vertiefen und überlege mir, ob nicht ein spezielle Betrachtung dieser von Belangen wäre. Leider wird das auch die Komplexität der Arbeit in ein enormes steigern.

Flatted Fifth
24.01.2008, 13:39
Es wird an dieser Stelle schon sehr deutlich, dass eine Umfrage zu der Funktion der Musik, enn es denn eine solche gibt, kaum ausreicht, um das Thema zu betrachten.
Sieh an. Bei der Fragestellung war ein anderes Ergebnis wohl kaum zu erwarten, oder? Die Multifunktionalität von Musik lässt situativ immer jede Antwortmöglichkeit zu. Deine Umfrage beweist daher höchstens (sofern sie aufgrund der ungerichteten Streuung überhaupt etwas beweisen kann), dass Menschen, die sich intensiver mit Musik beschäftigen, die komplette Bandbreite der Möglichkeiten nutzt.

Kaempi
24.01.2008, 14:56
Sieh an. Bei der Fragestellung war ein anderes Ergebnis wohl kaum zu erwarten, oder? Die Multifunktionalität von Musik lässt situativ immer jede Antwortmöglichkeit zu. Deine Umfrage beweist daher höchstens (sofern sie aufgrund der ungerichteten Streuung überhaupt etwas beweisen kann), dass Menschen, die sich intensiver mit Musik beschäftigen, die komplette Bandbreite der Möglichkeiten nutzt.

Und letzteres ist schon einmal eine gute Erkenntnis. ;). Trotzdem hilft die Umfrage an sich weiter...

rupert
24.01.2008, 17:20
Dafür habe ich auch gestimmt.

Dabei höre oder "sehe" ich die Musik weniger als Lebensinhalt sondern als Heimat. Der Lebensinhalt ist natürlich breiter und tiefer, auch bei professionellen Musikern.

Schön ausgedrückt... da ich aber irgendwie doch alles "breiter und tiefere" dann wieder verwende für meine Lieder... bleibt unterm Strich dann, der Liebe untergeordnet, noch immer die Musik als "Lebensinhalt" bei mir über...

Kaempi
28.01.2008, 14:52
Also bleibt demnach auch die Rolle der Musik bei Musikern und bei Hörern zu unterscheiden...

otis
29.01.2008, 14:42
Kaempi hatte mich per PN gefragt, wie ich denn "Erkenntnisgewinnungsfunktion" definieren würde.
Da ich in diesem Zussammenhang gesehen habe, dass auch Doug noch eine Frage offen hatte (sorry, übersehen), poste ich meine Antwort mal hier.



Eine Definition über "Erkenntnisgewinnungsfunktion" habe ich nicht, möchte ich auch nicht versuchen.
Gemeint war:
Ich kann Musik aktiv hören, aus dem Interesse an ihr und ihrem Sosein heraus, um so z.B. etwas über ihre Machart zu erfahren (innermusikalisch also, da kann dann auch noch ein x-tes Hören von Exile oder der Jupiter-Sinfonie ausgesprochen ergiebig sein).
Andererseits kann ich durch sie etwas über ihre Macher zu erfahren, deren Lebensumstände, deren Umgang mit sich selbst in der Gesellschaft. Ich erfahre etwas über den Stolz und die Ängste, über die Emotionen und ihre Verarbeitung. Ich kann das nachzuerleben, zu verstehen versuchen.
Und zum dritten kann ich durch sie und mit ihr etwas über die Zeit erfahren, in der die Musik entstanden ist, ihre Rolle in der Gesellschaft, Vermarktung etc...
Deshalb (nicht nur natürlich) ist es mir sehr wichtig, dass ich eine Single von einer Single höre und nicht als Datenstream. Dort erfahre ich nämlich kaum etwas über die Zeit. Wenn ich aber z.B. sehe, dass Off The Hook auf Cover und Label als Shake ausgewiesen wird, in Frankreich noch 64 oder gar 65(?) klassische Beat-Titel der Searchers oder Kinks als "Surf" bezeichnet werden, so sagt mir das schon sehr viel über die Zeit und ihr Rezeptionsverhalten. Das muss anderen überhaupt nicht wichtig sein, mir ist es das. Wenn ich dann noch Covertexte, Werbung oder was auch immer auf den Sleeves finde, dann halte ich ein musikalisches Produkt der Zeit in der Hand und nicht einfach ein Stückchen Musik.

The Nightwatch
30.01.2008, 13:08
Otis, siehst Du Exile wirklich "innermusikalisch" als ähnlich ergiebig wie die Jupiter-Sinfonie?

otis
30.01.2008, 20:42
Auf jeweils unterschiedliche Weise.
Bei Mozart wären es eher die kompositorischen Finessen, auf die man acht geben könnte (nicht "muss" natürlich), bei den Stones eher das Zusammenwirken von Komponenten wie Gesang, Sound, Song, Arrangement etc. Exile habe ich nur als Beispiel gewählt, weil es oben angesprochen wurde.
z.B einen Spannungsbogen in einem Musikstück zu erleben und seiner Einzigartigkeit gleichzeitig nachzuspüren, das ist doch immer wieder ein tolles Hörerlebnis.

Kaempi
07.02.2008, 16:58
So, die Umfrage ist ja jetzt beendet. Auf diesem Weg möchte ich bin herzlich bei allen bedanken, die mit teilgenommen haben. Wenn Interesse besteht, werde ich die fertige Hausarbeit gerne präsentieren.