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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Punkrock



Cleetus
25.11.2007, 20:15
Passt das hier her? Ansonsten bitte verschieben.

http://www.nofxofficialwebsite.com/albums/rancid/rancid_cover.jpg

BYO Split Series Vol. III - NOFX/Rancid

Wie ich gerade wieder feststelle ist das eine erstaunlich interessante Scheibe. NOFX und Rancid fand und finde ich schon immer toll, beide Bands trohnen in ihrer Ecke des Punkrock-Universums seit fast 15 Jahren ohne dass ihnen irgendwann mal jemand wirklich gefährlich geworden wäre. Rancid, die erst Operation Ivy waren und SkaPunk (zumindest diese Art) erfanden, dann in bester Cock Sparrer-Manier den Neo-Oi! spielten und schließlich wieder zum SkaPunk, diesmal mit deutlich mehr Pop, wechselten und NOFX, die JingleJangle-SpaßPunks die ihrem Stil mehr oder weniger immer treu blieben interpretieren hier jeweils sechs Songs der anderen Band. Durchaus gekonnt und durchaus gewöhnungsbedürftig.
Die Gewinner sind eindeutig Rancid, allen voran deren Bassist Matt Freeman, der mit einem von NOFX' größten Songs "Don't call me white" ein selten gehörtes Brett abliefert. Er klingt als würde er gleich platzen vor lauter Wut und gleichzeitig Napalm Death persiflieren. Die Bassline läuft voraus, hinterher, nur nicht richtig und der Rest der Band hält sich auf diesem Knaller dezent im Hintergrund. "The Brews" hört sich an wie für Rancid entwickelt, von einem Expertenteam das der Band unter Berücksichtigung aller Pub-fight-, Saufen- und Hymnen-Klischees einen Trademark-Song auf den Leib zimmern wollte. Bei "Bob" fällt dann das Trompeten-Solo einer lustigen Rockabilly-Gitarre zum Opfer und Tim Armstrong heult und röchelt die Strophen wie gewohnt perfekt runter.
Auf der NOFX-Seite fällt als erstes "Olympia WA" auf, das, von Rancid noch Sing-a-long-mäßig dargeboten, hier einiges an Speed gewinnt was jedoch leider auf Kosten der "epischen" Breite geht, die dieser Song sonst vermittelt. Das passende Wort wäre vielleicht "straight". Bei "Tenderloin" und "Antennas" hört man dann immer wieder die von NOFX so geliebten Bass-Zupfer-Spielereien, ansonsten passiert da nicht viel. Ganz im Gegensatz zu "Radios", auf welchem sie den Spieß in die entgegengesetze Richtung umdrehen und wie Rancid "Vanilla Sex" einiges an Geschwindigkeit entziehen verwandeln sie den Track von einem 1,2,3,4-Kick Track in eine beschwingte, von Hammond begleitete Skanking-Session die ein wenig nach unplugged klingt und astrein als Rausschmeißer auf Live-Konzerten funktionieren dürfte.
Wer die beiden Bands gern hat kann hier beruhigt zugreifen. ***1/2

Cleetus
26.11.2007, 13:19
Rancid - Life won't wait


http://img512.imageshack.us/img512/6845/rancidlifewontwaitpi3.jpg

Hui, das war ein heißer Sommer damals im Jahre '98. Der kleine Cleetus war gerade 15 geworden, trug die Hosen jetzt etwas tiefer und verbrauchte eine Tube Shoe-Glue pro Woche. Die VansWarpedTour war vorbei und das Tourposter gehörte ebenso zur Pflichtausstattung eines jeden anständigen Bubenzimmers wie die ReefBrazil-Foldouts die man beim Boarder's (Adolf-Rosshaupter-Str.//R.i.p.) immer umsonst bekam. Und da stand neben meinen damaligen Helden NOFX, Lagwagon, Bad Religion und Pennywise auch eine Band mit Namen "Rancid" auf der Anzeige. In Inzell (!!) waren sie leider nicht dabei, ebensowenig in Innsbruck und so gesehen konnte ich mit dem Namen erstmal nix anfangen und Rancid gerieten in Vergessenheit. Einen Monat später war ich dann, wie so oft damals, beim Libro in der Maxi-CD-Abteilung und da stand, lustig neben DJ Bobo und Piffy P. Daddy Puff, die Single "Bloodclot", das Cover sah schonmal sehr gefährlich aus, vielleicht ist das richtig harter Stoff und ich bekomme extra Respekt-Punkte bei den großen Skatern wenn ich mit sowas ankomme dachte ich mir. Gekauft, in den 8kg schweren Sony Discman eingelegt und mit dem Bus nach Hause gefahren. Denkste. Am Bahnhof bin ich ausgestiegen, den ganzen Weg zum Libro zurückgelaufen sofort zum Informationsstand, wo seit jeher diese pferdeschwänzigen Vollpfeifen arbeiten: "Rennzit? Hamma ned!" - Diskussion Ende. Ich ging dann mit "Bloodclot" auf Dauerrepeat Richtung Müller und fühlte mich einerseits niedergeschlagen, andererseits glücklich wie nie ob dieser für mich musikalisch wichtigsten Entdeckung meines jungen Lebens. Bis dahin dachte ich:"Bad Religion, hm ja, die machen ordentlich Dampf!", jetzt, gegen diese Single, wirkte "American Jesus" wie Richard Clayderman. Beim Müller hatte ich dann Glück: "Türlich, stehtdahintenrechts".

Nach 9 Jahren und durchschnittlich einem Hördurchgang pro Woche ist das immer noch eine meiner liebsten Platten. Die darauf vertretene musikalische Vielfalt hat mich zum Reggae/Ska verführt, wofür ich mehr als dankbar bin, und mich mehr als einmal mit offenem Mund zurückgelassen. Man findet Rockabilly vermischt mit '77 oder HipHop-Reggae-OldSchoolRock'n'Roll, "Lady Liberty" klingt im Intro nach Muddy Waters und AC/DC gleichzeitig und "Life won't wait" (der Titeltrack) verwandelt sich mit Hilfe von Buju Banton in eine düstere Apokalypse-Nummer über Illuminaten, CIA und Verschwörung die mit zunehmender Laufzeit ungeahnte Intensität entwickelt. Neville Staples unterstüzt die Band auf "Hooligans" und verhilft dem Stück so zu einem ruffen Skank-Feeling zu dem man gut tanzen aber auch pogen kann. So geht es weiter, RaggaPunk trifft auf Schnulze ("Who would have thought?"), "The Wolf" geht ordentlich voran, "Crane Fist" vereint düsteren Dub, minimalistische SampleCuts und ein HonkyTonk-Klavier (?) und so könnte man die Liste der Stilkominationen und -brüche endlos fortsetzen. One tune to rule them all, oder so ähnlich und somit mein "Blonde on blonde". *****

thomlahn
26.11.2007, 13:27
Passt das hier her? Ansonsten bitte verschieben.


Ich finde es im Metal-Forum nicht besonders glücklich angesiedelt. Ist vielleicht auch eine Frage des Alters und musikalischen Sozialisation.

Ansonsten: Prima!
Kann zu den Scheiben leider nichts hinzufügen, da ich Rancid nicht kenne und NOFX nicht sonderlich schätzte.

Cleetus
26.11.2007, 13:33
Danke. Mir schien das hier von allen Alternativen am passendsten. Wenn du einen anderen Vorschlag hast, gerne.
@Alter und musikalische Sozialisation: ja, bestimmt.

thomlahn
26.11.2007, 14:00
@Alter und musikalische Sozialisation: ja, bestimmt.

Ja, damals waren Metal und Punk ja noch wie der Katz und Hund. Wir hatten ja nichts anderes.

Da kein anderes Unterforum passt, würde ich es im "Eine Frage des Stils"-Forum lassen.

klochard
23.06.2008, 07:49
jo, nofx und rancid sind schon geile bands auch wenn die punkszene in den usa sowieso cool ist. es gibt so viele bands und so eine Menge guter Musik, man sollte nur mal bei MySpace schauen. nofx und rancid sind halt die bekanntesten wobei die Stimme von Tim Armstrong richig punk ist.

Bender Rodriguez
23.06.2008, 08:19
Ja, damals waren Metal und Punk ja noch wie der Katz und Hund.

Da war die Welt ja auch noch in Ordnung...


Wir hatten ja nichts anderes.

Doch, doch! Schwarze Klamotten - und irgendwann mal das Gefühl, daß Punk-"Rock" fast genauso langweilig (geworden) ist, wie der übrige Rockkram...

Cleetus
23.06.2008, 08:23
Bender, würdest du deinen Titel in "Ex-Gothic" ändern, müsstest du nicht in allen Threads damit hausieren gehen.

Bender Rodriguez
23.06.2008, 09:45
Cleetus, schlechte Laune heute morgen? Macht nix, meine ist auch nicht viel besser!
Für Dich würde ich meinen Benutzertitel sogar in "Onkel Bender erzählt vom Krieg" ändern, da meine Beiträge anscheinend von 95% aller Mitforis in diesem Sinne aufgefasst und gelesen werden. O.k., "Punkrock": für mich ab ca. der dritten Dead Kennedys-LP uninteressant. Besser so?

Werds mir merken - und demnächst nicht mehr "hausieren gehen". Vor allem dreimal überlegen, wem ich demnächst Tipps mitgebe (um nicht in den Verdacht zu geraten, mal wieder "hausieren" gegangen zu sein...).

dagobert
23.06.2008, 10:26
Schöne Idee für den Thread, Cleetoris. Die Rancid/NOFX Split habe ich auch. Wie findest du die übrigen Auskopplungen dieser Serie? In meinem Regal stehen noch die von Leatherface/HWM und Boncing Souls/Anti Flag. Beide sind zwar passabel, haben aber zu viele Ausfälle. Rancid/NOFX ist mit Abstand die beste.
Würds gern lesen, wenn du hier mal weitermachst. Ich selbst komme in letzter Zeit auch wieder auf den Geschmack. Habe mir letzte Woche noch ein paar mal die Cheap Shots II gehört. Die beste aus der Reihe.

Cleetus
23.06.2008, 15:59
Cleetus, schlechte Laune heute morgen? Macht nix, meine ist auch nicht viel besser!
Für Dich würde ich meinen Benutzertitel sogar in "Onkel Bender erzählt vom Krieg" ändern, da meine Beiträge anscheinend von 95% aller Mitforis in diesem Sinne aufgefasst und gelesen werden. O.k., "Punkrock": für mich ab ca. der dritten Dead Kennedys-LP uninteressant. Besser so?

Werds mir merken - und demnächst nicht mehr "hausieren gehen". Vor allem dreimal überlegen, wem ich demnächst Tipps mitgebe (um nicht in den Verdacht zu geraten, mal wieder "hausieren" gegangen zu sein...).
1. Jein.
2. Hm. Darüber könnte man mal nachdenken.
3. Dann ist der danach in Kalifornien entstandene Skatepunk also komplett uninteressant für dich? Bzw die zu jener Zeit wichtiger werdende Verknüpfung von Punk mit anderen Stilrichtungen wie etwa Ska, Reggae oder Elektro?
4. Mach das.

Schöne Idee für den Thread, Cleetoris. Die Rancid/NOFX Split habe ich auch. Wie findest du die übrigen Auskopplungen dieser Serie? In meinem Regal stehen noch die von Leatherface/HWM und Boncing Souls/Anti Flag. Beide sind zwar passabel, haben aber zu viele Ausfälle. Rancid/NOFX ist mit Abstand die beste.
Würds gern lesen, wenn du hier mal weitermachst. Ich selbst komme in letzter Zeit auch wieder auf den Geschmack. Habe mir letzte Woche noch ein paar mal die Cheap Shots II gehört. Die beste aus der Reihe.

Ich besaß in grauer Vorzeit mal alle Teile der Split-Series, verblieben sind nur die Swinging Utters/Youth Brigade (**1/2) und die NOFX/Rancid. Dass ich Hot Water Music und vor allem Anti Flag absolut nicht mag hat sich auch voll das Nichtgefallen der CDs ausgewirkt. Von den Hellcat-Emo-Trotteln One Man Army und Alkaline Trio ganz zu schweigen. Braucht kein Mensch.

Die von dir genannte Cheap Shots-Reihe ist bisher auch gänzlich an mir vorbeigegangen, ich war dafür ganz dicke mit "Give 'em the boot", hier vor allem die Vol. II.

Ebenfalls zu empfehlen sind die Sampler des schwedischen Bad Taste-Labels mit den damals noch unbekannten Satanic Surfers oder Ten foot pole. Very rude.

http://www.badtasterecords.se/images/catalogue/standard/btr13.jpg

Bender Rodriguez
23.06.2008, 16:32
1. Jein.
2. Hm. Darüber könnte man mal nachdenken.
3. Dann ist der danach in Kalifornien entstandene Skatepunk also komplett uninteressant für dich? Bzw die zu jener Zeit wichtiger werdende Verknüpfung von Punk mit anderen Stilrichtungen wie etwa Ska, Reggae oder Elektro?
4. Mach das.


zu 1. Also: Ja.
zu 2. Vielleicht.
zu 3. Ja. (Überzeuge mich allerdings mit einer guten Elektro-Verknüpfung und wir reden nochmal drüber...)
zu 4. Worauf Du Dich verlassen kannst!

Cleetus
23.06.2008, 16:43
Mit guten Links kann ich dir leider nicht dienen, da ich selbst mit der Richtung relativ wenig anfangen kann, aber ich denke, man kann u.A. folgende Bands in dieser Sparte einordnen:
T.Raumschmiere, Kid Alex, Le Tigre, Alien Sex Fiend, Peaches, Chicks on speed und vor allem Atari Teenage Riot: Speed. (http://www.youtube.com/watch?v=GR_kjdr7e0Y)

cleetit: Sehr berühmte Vertreter sind auch The Prodigy, denke ich.

schussrichtung
23.06.2008, 17:32
Schalte mich mal kurz rein. Bei Punkrock und Electro fällt mir noch dieses (http://de.youtube.com/watch?v=_9wSMuCJCkQ) ein.
Polysics, sind glaube ich nicht soo bekannt. Das Video gibt auch eher eine naive Rock'n'Roll Seite der Japaner wieder. Lohnt aber mal genauer hinzuschauen.

fincky87
23.06.2008, 19:13
Wie wärs mit Ignite? Oder Rise Against? Wohl zwei der besten Genrebands.

Fonque
23.06.2008, 19:23
Polysics, sind glaube ich nicht soo bekannt.
seit der jüngsten "tracks"-Folge wohl schon :party:

...ich find's albern, aber vermutlich bin ich nicht japanisch genug um sowas nachzuvollziehen.

Wenn Electric Punkrock dann bitte a la "Les Rythmes Digitales" (v.a. seine Remixe), "Clor", die frühen "Robocop Kraus" oder meinetwegen "!!!" oder "LCD Soundsystem"

schussrichtung
23.06.2008, 19:28
seit der jüngsten "tracks"-Folge wohl schon :party:

...ich find's albern, aber vermutlich bin ich nicht japanisch genug um sowas nachzuvollziehen.

Tracks habe ich nicht gesehen. Hatte bisher den Eindruck gewonnen. Und was heißt schon albern?

Fonque
23.06.2008, 22:50
naja, kindisch-albern eben. Wobei es "clownesk" wohl eher trifft. Ich kann jetzt nur schwer erklären wie ich zu diesem Urteil komme, es gründet sich auch nur auf diesen kurzen Beitrag mit Interviews, Anspieltipps und Live-Schnipsel.

Musik darf ja Spaß machen aber wenn das Musik mit Spaß sein sollte, lag es für mich niveamäßig irgendwo zwischen Mario Barth und Teletubbies. Wo andere rocken waren sie für mich nur lärmig, wo andere virtuos sind, waren sie für mich nur verbissen, wo andere eingängig sind waren sie für mich nur penetrant. Am allerwenigsten konnte ich mit dem Auftreten der Combo anfangen, aber das will ich nicht werten.

nochmal: höchst subjektiv und nicht weiter diskutierenswert dieses Urteil von mir ;)

schussrichtung
24.06.2008, 02:36
Wo andere rocken waren sie für mich nur lärmig, wo andere virtuos sind, waren sie für mich nur verbissen, wo andere eingängig sind waren sie für mich nur penetrant.

Riecht ein wenig nach Punk. Und ja, auch nach Clowneske.
Nicht diskutierenswert, in der Tat. Mir machts durchaus Spass, selbstverständlich auch ganz subjektiv. (Und unironisch)
Immer gut auf andere Meinungen zu stoßen.

Bender Rodriguez
24.06.2008, 11:05
Mit guten Links kann ich dir leider nicht dienen, da ich selbst mit der Richtung relativ wenig anfangen kann, aber ich denke, man kann u.A. folgende Bands in dieser Sparte einordnen:
T.Raumschmiere, Kid Alex, Le Tigre, Alien Sex Fiend, Peaches, Chicks on speed und vor allem Atari Teenage Riot

cleetit: Sehr berühmte Vertreter sind auch The Prodigy, denke ich.

O.k., "Punkrock" und das was z.T. daraus wurde, bzw. ihm entwuchs - oder immer gleich blieb...

Was für den einen immer noch "Punk", konnte/kann für den anderen schon einen differenten Namen haben. Meine Definition von "Punkrock" ist seit seligen Iggy/New York Dolls/Ramones/Sex Pistols/The Clash-Zeiten, eine Spielart des Rock'n'Roll, die für ganz kurze Zeit imstande war, einen nicht unerheblichen Teil der Musikhistorie umzulenken. Praktisch Initialzünder und Ideenlieferant für eine unzählige Menge an Musikern und sonstigen Künstlern aller Art und sonstigen Individuuen. Aber erst nachdem der eigentlich puristische "Punkrock" diesen kreativen (und vor allem kommerziellen - !) Zenit überschritten hatte - und ihm ein "Post" vor die Nase geknallt wurde, begann die Sache erst richtig interessant, facettenreich und kreativ zu werden. Dies ist der bedeutende Unterschied. Erst aus Punk zunächst Postpunk, dann alles mögliche zu machen, machte ihn so wichtig und (tatsächlich) unsterblich. Von daher ist zwar im Prinzip "Punk not dead" - aber diejenigen, die darunter nichts anderes als stupiden 77er Punkrock der "klasischen" Prägung mit bitteschön den immergleichen Akkorden und der gleichen anachronistischen Haltung sehen und das Ganze bis zum heutigen Tage nicht anders akzeptieren, die feiern nichts weiter als eine Leiche ab.

Von daher akzeptiere und begrüße ich jegliche Musik jeglicher Stilrichtung, die sich zwar (alter) Punkelemente bedient und darauf aufbauen mag, bzw. diese Elemente mit anderen Sounds und Genres mischt, aber bitte nicht weiter als "Punk" (und schon gar nicht "Punkrock") etikettieren sollte. Haltung und Attitüde des Punk müssen daraus resultierend ja nicht draufgehen - im Gegenteil. Nur empfinde ich eine stereotype "Punk forever"-Haltung der uneinsichtigen und sturen Sorte genauso rückwärtsgewandt und konservativ (ja gar fast spiessbürgerlich) wie die der allseitsbekannten "Früher war"-Fraktion.

Lange Rede, kurzer Sinn, ein Beispiel: ich persönlich scheue z.B. die Definition "Elektropunk". Wir wissen zwar (fast) alle, welche Art Musik damit umschrieben wird, aber letztendlich entpuppt sich diese Umschliessung als Mogelpackung, da in vielen relevanten musikalischen Fällen zwar eine DIY-Praktik der Punkszene mit elektronischen Mitteln dargestellt werden soll, allerdings durch die Nutzung einer bestimmten Technik (Elektronik) keineswegs die dem Punk doch so ureigene kulturpessimistische Haltung erzeugt, bzw. kopiert werden kann (ein schönes Beispiel dafür ist von daher "Ich will gewinnen" von Tommi Stumpff - aber dies nur an Rande).

Und die von Dir genannten Bands/Künstler werden allesamt von mir hoch geschätzt (sogar The Prodigy), allerdings von mir nicht unter "Punk" geführt - und das obwohl ich das Punkgeschmäckle in allen sehr wohl auskoste. Um nochmals hier meinen Ex-Behuf zu bemühen (man verzeihe mir...): Alien Sex Fiend bezeichne ich persönlich nach wie vor als Gothic-Band, da deren "Batcave"-Wurzeln einfach nicht zu übersehen und absolut eindeutig zu werten sind, deren Punk- und Rockabilly/Psychobilly-Einflüsse sind die Aromen, die die Band so spritzig machten.

dagobert
24.06.2008, 22:56
Ebenfalls zu empfehlen sind die Sampler des schwedischen Bad Taste-Labels mit den damals noch unbekannten Satanic Surfers oder Ten foot pole. Very rude.

http://www.badtasterecords.se/images/catalogue/standard/btr13.jpg

Werde ich mir merken. Guter Tipp! Satanic Surfers gehören zu meinen Skatepunk Favorites.

Es gibt eine passable split EP von den beiden. (Mal wieder Split) Habe ich aber irgendwann wieder verkauft, wenn ich mich recht erinnere.

schussrichtung
25.06.2008, 02:05
Zusatz:
Irgendein schlauer Mensch schrieb mal "Clownerie ist sein Butterbrot auf der Bühne zu essen".