Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : George Jones vs. Rosenstolz.
Pavlov und sein Hund
30.09.2007, 22:07
Wobei jetzt wieder die Diskussion über den Begriff "essentiel = wesentlich, wesensbestimmend" aufkommen könnte. Hier hast du sicherlich andere Wertvorstellungen als Pavlov. :-)
Wenn man viel Musik hört, findet man schon den einen oder anderen Sender wo es das entsprechende gibt.
??? - nicht immer alles so kompliziert sehen -
Rolling Stones und Beatles , also mein großer Bruder hörte beides
Georg Jones und Led Zeppelin -
Rosenstolz und Sixties ... etc.
ProgRock und Singer/Songwriter - alles hat gute Elemente.
dieses aufrechnen hier geht einem schon auf den Zeiger.
Es hätte wohl einige Legenden nicht gegeben wenn bestimmte Leute nicht musikalisch sondern nach Sympathie entschieden hätten!!!
Engstirnigkeit macht die Musik kaputt.
Das Otis einmal vor einigen Wochen ansprach, warum wenige Ihre Meinung kundtun oder gar wenig / gar nicht im Forum sind: DAS ist der Grund - da haben mich schon genügend Leute angesprochen - weniger Arroganz würde hier im Forum zu mehr Spaß und mehr Teilnehmern führen.
:doh:
Freakwater
30.09.2007, 22:56
Als mein kleiner Bruder, und der hörte alles, finde ich, daß zu viel Musikhören der Rechtschreibung schädigt und es verboten sein sollte, die chronoligische Reihenfolge der Roots-Threads durch verspätete Wortmeldungen zu stören. Bitte mehr löschen, auch wenn das engstirnig sein sollte!
weilstein
02.10.2007, 19:03
Eventuell kann Pavlovs Kritik besser hier diskutiert werden.
Warum muss eine klar geäusserte Meinung mit Arroganz gleichgesetzt werden?
Natürlich kann jeder hören was und wie er es will. Man kann natürlich alles irgendwie gut finden. Jemand, der eine ernstzunehmende Kritik äußern will darf es sich allerdings nicht so leicht machen.
Gerade von einem professionellen Kritiker erwarte ich eine klare und nachvollziehbare Einordnung in ein Wertesystem. Dieses muss ich nicht zu 100% teilen, ich weiss aber wenn ich viele dieser Kritiken verfolgt habe, wie ich diese einschätzen kann.
Von den Forumsteilnehmern erwarte ich ähnliches. Für meine Orientierung wünsche ich mir klare, gern extrem subjektive Werteinschätzungen.
Ich muss dann auch nicht beleidigt sein, wenn ausgerechnet mein Lieblingsalbum mal verrissen wird. Sowas muss man aushalten können - Bitte etwas mehr Selbstbewusstsein liebe Fories.
Ich muss dann auch nicht beleidigt sein, wenn ausgerechnet mein Lieblingsalbum mal verrissen wird. Sowas muss man aushalten können - Bitte etwas mehr Selbstbewusstsein liebe Fories.
Genau das ist hier offensichtlich für viele ein Problem.
Onkel Tom
02.10.2007, 19:47
Wenn man viel Musik hört, findet man schon den einen oder anderen Sender wo es das entsprechende gibt.
??? - nicht immer alles so kompliziert sehen -
............................
Das Otis einmal vor einigen Wochen ansprach, warum wenige Ihre Meinung kundtun oder gar wenig / gar nicht im Forum sind: DAS ist der Grund - da haben mich schon genügend Leute angesprochen - weniger Arroganz würde hier im Forum zu mehr Spaß und mehr Teilnehmern führen.
:doh:
Nur um dass klarzustellen. Mein Beitrag war als "pro Pavlov Aussage" gedacht.
Diese Wertdiskussionen um "essentielle Musik" kann ich nämlich auch nicht ganz nachvollziehen.
Dass liegt doch auch im wesentlichen im Auge (Ohr) des Betrachters ... äh ... Zuhörers. Komme mir bitte jetzt keiner mit den empirisch nachvollziehbaren Bewertungskriterien eines uns allen sehr wohl bekannten und um seines grossen Wissens sicher auch geschätzten Kritikers.
weilstein
02.10.2007, 19:53
Diese Wertdiskussionen um "essentielle Musik" kann ich nämlich auch nicht ganz nachvollziehen.
Sollten wir dann besser das Forum schließen?
The Nightwatch
02.10.2007, 20:05
Ne, es geht bloß um die Haltung, die man gegenüber von anderen geliebter Musik an den Tag legt -und um den Ton.
Onkel Tom
02.10.2007, 20:46
Sollten wir dann besser das Forum schließen?
Auf keinen Fall. Vielleicht sollten du und einige andere Forumianer nur nicht immer davon ausgehen, dass eure Meinungen und Vorlieben die einzig richtigen und wahren sind (z.B. zum Thema Vinyl vs. CD oder welche Musik die angeblich wichtigste ist).
Wäre schon mal ein guter Anfang. Ansonsten kann ich mich meinem Vorredner nur anschliessen.
Vielleicht sollten du und einige andere Forumianer nur nicht immer davon ausgehen, dass eure Meinungen und Vorlieben die einzig richtigen und wahren sind (z.B. zum Thema Vinyl vs. CD oder welche Musik die angeblich wichtigste ist).
Warum nicht? Ich gehe auch davon aus, daß meine Erkenntnisse die einzig wahren sind, sonst wäre ich ja nicht zu diesen gekommen. Im Grunde hoffe ich sogar, daß jeder glaubt, die einzig wahren Erkenntnisse gewonnen zu haben. Andernfalls könnte er sich ja gar nicht sicher sein, ob seine Favoriten wirklich seine Favoriten sind.
Desweiteren ist hier niemand gezwungen, die Erkenntnisse bestimmter User als die eigenen zu übernehmen. Ich habe kein Problem damit, eine andere Erkenntnis als die meine einfach so im Raum stehen zu lassen. Sonst würde ich ja vor lauter Streiterei gar nicht mehr zum Musikhören kommen.
Onkel Tom
02.10.2007, 21:49
Warum nicht? Ich gehe auch davon aus, daß meine Erkenntnisse die einzig wahren sind, .......
Desweiteren ist hier niemand gezwungen, die Erkenntnisse bestimmter User als die eigenen zu übernehmen. Ich habe kein Problem damit, eine andere Erkenntnis als die meine einfach so im Raum stehen zu lassen. Sonst würde ich ja vor lauter Streiterei gar nicht mehr zum Musikhören kommen.
Das hättest DU nicht extra erwähnen müssen. :-)
Es geht doch gar nicht darum, diese Erkenntnisse übernehmen zu müssen sondern um die Art und Weise, mit der bestimmte User (nein, dich zähle ich nicht dazu) versuchen, Ihre Meinung "durchzusetzen". Dass grenzt teilweise an Arroganz und Besserwisserei (oft wird diese Grenze auch überschritten).
Da werden dann Andersdenkende gerne mit netten Ausdrücken bedacht oder von oben herab behandelt.
Wohlgemerkt: Es ging mir nur um die Art und Weise und nicht um die Tatsache als solche.
Sonst würde ich ja vor lauter Streiterei gar nicht mehr zum Musikhören kommen.
Genau den Satz habe ich auch schon seit einiger Zeit gerahmt über'm Sofa hängen.
Das hättest DU nicht extra erwähnen müssen. :-)
Es geht doch gar nicht darum, diese Erkenntnisse übernehmen zu müssen sondern um die Art und Weise, mit der bestimmte User (nein, dich zähle ich nicht dazu) versuchen, Ihre Meinung "durchzusetzen". Dass grenzt teilweise an Arroganz und Besserwisserei (oft wird diese Grenze auch überschritten).
Da werden dann Andersdenkende gerne mit netten Ausdrücken bedacht oder von oben herab behandelt.
Wohlgemerkt: Es ging mir nur um die Art und Weise und nicht um die Tatsache als solche.
Schnickschnack Unkle!
Niemand will hier seine Meinung durchsetzen. Es geht dem einen oder anderen darum, seine Erkenntnis deutlich zu machen. Warum? Weil er seine Erkenntnis für wertvoll, für lehrreich hält. Aber niemand ist gezwungen, das anzunehmen. Sicher, einige treten vehementer und lauter in ihren Äußerungen auf. Aber von oben herab? Quatsch! In dem Moment, in dem ich glaube, jemand würde mich von "oben herab" behandeln, gebe ich ihm doch insgehein recht. Oder?
Anders gesagt: ich verstehe zum Beispiel überhaupt nicht, warum in dem 100-Beste-Alben-Thread von vielen keine Beatles-Alben genannt werden. Der ein oder andere watscht die Beatles dann und wann auch mal ab. Aber was macht das denn? Wird die Band, das Album, die Musik dadurch weniger wertvoll? Nein. Einzige wirklich logische Schlußfolgerung ist, daß unterschiedliche Menschen zu unterschiedlichen Erkenntnissen kommen.
Konkretes Beispiel: in dem Moment, wo User XY Sgt. Pepper schlechtredet und ich deshalb beleidigt bin, gebe ich User XY doch recht. Beleidigt kann ich doch nur sein, weil ich selbst zweifle und mich ertappt fühle. Ich aber habe eine Erkenntnis zu diesem Album bekommen, die ich durch eigene Erfahrung gewonnen habe: das Hören des Albums über einen Zeitraum von vielen Jahren. Die Erkenntnis über dieses Album ist in mir also über lange Zeit gewachsen, gilt für mich als gesichert. Wie soll ich da von einer despektierlichen Äußerung eines anderen genervt sein können? Das geht gar nicht. Es sei denn, ich zweifle an meiner eigenen Erkenntnis. Und gerade das würde ich als positive Erfahrung ansehen.
Clau, Du drückst Dich manchmal etwas geschwollen aus, aber Du hast vollkommen Recht!
Zum Eingangspost: alles ok, nur Rosenstolz muss wirklich nicht sein.
Das Otis einmal vor einigen Wochen ansprach, warum wenige Ihre Meinung kundtun oder gar wenig / gar nicht im Forum sind: DAS ist der Grund - da haben mich schon genügend Leute angesprochen - weniger Arroganz würde hier im Forum zu mehr Spaß und mehr Teilnehmern führen.
Ich weiß nicht, Pavlov, was du mit "Engstirnigkeit", noch weniger, was du mit "Arroganz" meinst. Offenkundig ist eine dezidierte Meinung schon eine Form von Arroganz. Das ist in meinen Augen lächerlich. Auch Clau hat es ausgeführt.
Was einige hier mit "rummeinen" etikettieren (ich auch manchmal) ist wohl das Gegenteil von einer dezidierten Meinung, nämlich eine un-ge-bildet-e Meinung. Eine übernommene, eine unverstandene, eine beschränkte (wg Unkenntnis und Nahsichtigkeit), eine geschmäcklerische. Gegen die darf und muss man antreten.
Am Rande: Heute Abend hatte ich bei einem Essen ein Gespräch mit einer Bekannten, die steif und fest behauptete, Obladi Oblada sein ein altes Kirchenlied. Stünde in irgendeinem ev. Gesangsbuch. Welch ein Schmarren. Nach einigen Sätzen meinerseits musste ich sie in dem Glauben lassen.
Es tat etwas weh, aber sie war nun mal der festen Meinung. Es gab für sie keine Zweifel und vor allem keine Instanz, die sie von ihrer Meinung hätte abbringen können. Weder konnte ich mit Wissen argumentieren, noch die musikalischen Gegebenheiten (die Melodieführung in der Strophe ist verdammt un"weiß") als Gegenbeweis anführen.
Sie glaubt das, was sie glauben und wissen und fühlen und denken will (Ärztin, Akademikerin etc., also nicht per se auf den Kopf gefallen). Die neue Wiki-Welt. Jeder macht sich seine Wahrheiten.
Will sagen: die Arroganz liegt meistens auf der anderen Seite. Als die Sprache auf Seasons In The Sun kam, was ich unbedacht, fast reflexartig Jacques Brel zuschrieb, wurde ich etwas herablassend belächelt (der? diesen Schlager?) und dann selber etwas unsicher; manchmal verlässt einen halt die Gewissheit. Solche Menschen verlässt die Gewissheit nie. Für sie ist Obladi im übrigen geadelt und großartig, seit es in ihrem bescheuerten Gesangbuch steht. "Geschmacks-bildung" vor Ort und live miterlebt.
(Die Geschichte hört sich an, als hätte ich mich aufgeregt. Nein, habe ich nicht, sondern forumsgestählt sehr schnell im Gespräch abgelenkt. Auch hier im Forum sagt man ja kaum noch was. Das Gespräch kommt mir aber in den Sinn, wenn ich von Engstirnigkeit und Arroganz lesen muss.)
Den Thread-Titel finde ich unpassend.
Nein, Rosenstolz ist nicht auf gleicher Stufe mit Jones. Das ist doch absurd. Was hat George Jones für einen Einfluss auf die Musikgeschichte gehabt, welchen Rosenstolz? Abgesehen von allem anderen (den Songs, der Kultiviertheit etc.)
Cassavetes
03.10.2007, 02:14
Konkretes Beispiel: in dem Moment, wo User XY Sgt. Pepper schlechtredet und ich deshalb beleidigt bin, gebe ich User XY doch recht. Beleidigt kann ich doch nur sein, weil ich selbst zweifle und mich ertappt fühle.
Oder du bist Paul McCartney und fühlst dich durch eine solche Kritik persönlich angegriffen.
Clau, Du drückst Dich manchmal etwas geschwollen aus, aber Du hast vollkommen Recht!
Mist, ertappt. Manchmal fält es eben nicht leicht, die Gedanken in schriftlicher form auszudrücken. Anyway, offensichtlich bin ich ja verstanden worden.
Bauer Ewald
03.10.2007, 10:29
@Otis: Naja, wenn es wirklich in ihrem evangelischen Gesangbuch steht, und es sich um ein altes Gesangbuch handelt, dann ist Obladi ein altes Kirchenlied, egal ob die Gesangführung nun schwarz, keltisch oder fernöstlich anmutet.
Staggerlee
03.10.2007, 12:51
Selbstverständlich kann man Rosenstolz und Bob Dylan hören, sollte es aber nicht. Die Hauptaufgabe einer Musikzeitschrift und auch dieses Forums sehe ich darin bei einer Unmenge an verfügbaren Platten diejenigen herauszufiltern mit deren Beschäftigung man seine Zeit nicht verschwendet und /oder auf Bands aufmerksam machen, die in der einheitlichen Radiolandschaft verschütt gehen (sozusagen als Gegengewicht). Deswegen glaube ich auch nicht, daß die Musikpresse verschwindet, sie wird immer wichtiger. Wo ich allerdings zustimme ist folgendes: 1.) Man kann über die Qualität von Sgt. Pepper geteilter Meinung sein, über dessen Einfluß kann man das nicht 2.) Klar kann man ganze Stile ablehnen (und dies auch begründen) oder sich nicht mit ihnen befassen, allerdings finde ich es doch ein wenig anmaßend, da es immer noch die Musiker sind die die Trends festlegen und nicht die Kritik.
Herr Rossi
03.10.2007, 12:58
Am Rande: Heute Abend hatte ich bei einem Essen ein Gespräch mit einer Bekannten, die steif und fest behauptete, Obladi Oblada sein ein altes Kirchenlied. Stünde in irgendeinem ev. Gesangsbuch.
Dass es davon eine evangelische Adaption gibt, glaub ich gern. Aber ein altes Kirchenlied ist das bestimmt nicht. Bei Interesse kann ich jemanden fragen, der sich damit auskennt.
Als die Sprache auf Seasons In The Sun kam, was ich unbedacht, fast reflexartig Jacques Brel zuschrieb, wurde ich etwas herablassend belächelt (der? diesen Schlager?) und dann selber etwas unsicher; manchmal verlässt einen halt die Gewissheit.
Du hattest recht, das Original "Le Moribond" ist allerdings auch eine ganz andere Spielklasse, großartig arrangiert und interpretiert. Und ich bin gar kein großer Fan des Chansons.
Mistadobalina
03.10.2007, 13:11
Selbstverständlich kann man Rosenstolz und Bob Dylan hören, sollte es aber nicht.
Ach, und wer sagt das?
Die Hauptaufgabe einer Musikzeitschrift und auch dieses Forums sehe ich darin bei einer Unmenge an verfügbaren Platten diejenigen herauszufiltern mit deren Beschäftigung man seine Zeit nicht verschwendet und /oder auf Bands aufmerksam machen, die in der einheitlichen Radiolandschaft verschütt gehen (sozusagen als Gegengewicht).
Na, vielen Dank, ich möchte nicht von "oben" verordnet bekommen, was ich zu hören habe. Eine Zeitschrift kann mir allenfalls Tipps geben.
Selbstverständlich kann man Rosenstolz und Bob Dylan hören, sollte es aber nicht.
Das hätte ich jetzt gerne begründet, und zwar sehr gut. Und bitte unabhängig von den genannten Künstlern, die doch sicherlich nur als Beispiele fungieren.
@Staggerlee: Von meiner Seite volle Zustimmung.
The Nightwatch
03.10.2007, 15:47
Ich weiß nicht, Pavlov, was du mit "Engstirnigkeit", noch weniger, was du mit "Arroganz" meinst. Offenkundig ist eine dezidierte Meinung schon eine Form von Arroganz. Das ist in meinen Augen lächerlich. Auch Clau hat es ausgeführt.
Was einige hier mit "rummeinen" etikettieren (ich auch manchmal) ist wohl das Gegenteil von einer ,dezidierten Meinung, nämlich eine un-ge-bildet-e Meinung. Eine übernommene, eine unverstandene eine beschränkte (wg Unkenntnis und
Nahsichtigkeit), eine geschmäcklerische. Gegen die darf und muss man antreten.
Otis, erkläre doch mal, was an einer "dezidierten" Meinung so toll sein soll. Das ist doch bloss eine Meinung, die man mit besonderer Entschiedenheit vertritt. Sie kann genauso beschränkt, unverstanden und übernommen sein, wie das "rumgemeine". Mit gefällt es da besser, wenn man eine Meinung weniger dezidiert vertritt und statt dessen ein bißchen besser begründet.
Ja, hast wohl recht. Meinte eine wohlbegründete, sich weiter entwickelnde, offene, aber auf Wissen und "Bildung" beruhende. Insofern schon dezidiert.
Bauer Ewald
03.10.2007, 16:55
@Staggerlee: Von meiner Seite volle Zustimmung.
Ach, dann spring doch mal eben für Staggerlee ein und liefer Du die Begründung.
Ich kann die gereizte Reaktion, Bauer Ewald, ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich las Staggerlees Beitrag, fand ihn gut und liess daraufhin verlauten, dass ich mich seinem Standpunkt ohne weiteres anschliessen kann. Diesen öffentlichen Zuspruch fand ich angemessen, nachdem Mistadobalina und Mongolom ziemlich deutlich auf seinen - für meine Begriffe gänzlich harmlosen - Beitrag reagiert haben.
Was die Frage der Rolle der Musikzeitschrift betrifft, hat Staggerlee m.E. den Nagel auf den Kopf getroffen. Der Segen einer guten und verlässlichen Musikzeitschrift besteht nun mal auch für mich darin, dass sie mir im Idealfall regelmässig eine qualitativ hochstehende Selektion neuer Musik näher bringt, ohne dass ich mich stets durch die Abertausenden von neuen Tonträgern hören müsste. Oder mich am "Qualitäts"-Kriterium Charts orientieren müsste. Für andere Leute liegen die Meriten der Zeitschrift offenbar eher anderswo, naja und?
Was die harrschen Reaktionen auf die launige Bemerkung bezüglich Dylan und Rosenstolz betrifft: Dann setzt anstelle von "Rosenstolz" halt "Dieter Bohlen" ein. Braucht's dann immer noch eine "sehr gute" Begründung? Dank dem RS und dem Forum ist Staggerlee halt auf derart viel interessante Musik gestossen, dass er sich nicht grossartig mit Rosenstolz beschäftigen mag. No offence intended, denk' ich mal.
Was die harrschen Reaktionen auf die launige Bemerkung bezüglich Dylan und Rosenstolz betrifft: Dann setzt anstelle von "Rosenstolz" halt "Dieter Bohlen" ein. Braucht's dann immer noch eine "sehr gute" Begründung?
Ja, braucht es. Wenn man schon so allgemein festlegt, was man soll und was nicht, tut man gut daran, eine ordentliche Begründung parat zu haben.
Bauer Ewald
03.10.2007, 19:09
Ich kann die gereizte Reaktion, Bauer Ewald, ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich las Staggerlees Beitrag, fand ihn gut und liess daraufhin verlauten, dass ich mich seinem Standpunkt ohne weiteres anschliessen kann. Diesen öffentlichen Zuspruch fand ich angemessen, nachdem Mistadobalina und Mongolom ziemlich deutlich auf seinen - für meine Begriffe gänzlich harmlosen - Beitrag reagiert haben.
...
Sorry, wenn meine Nachfrage gereizt rüberkam. War auf keinen Fall so gemeint. Ich wunderte mich nur, daß Du Stagerlees Standpunkt ohne weiteren Kommentar zugestimmt hattest, da doch von Mista und Mongolom vorher schon Klärungsbedarf angedeutet worden war.
Ich hatte ebenfalls Unbehagen bei Staggerlees Aussage, statuiert sie doch in ihrem kurzen Satz ganz viel, nämlich das Vorhandensein einer höheren Instanz welche die Wertigkeit/Qualität von Musik absolut festlegt. Ja, ich weiß, von Diskussionen in dieser Richtung hatten wir hier mehr als genug in der letzten Zeit. Und nein, es soll ganz sicher nicht völliger Beliebigkeit das Wort geredet werden.
Also nochmal zu der Instanz am Beispiel "Rosenstolz". Zunächst: ich habe keine Rosenstolz-Tonträger und will mir auch keine kaufen, und ich schunkele schon gar nicht zu Rosenstolz-Tracks (bei Rosenstolz hört sich "Track" irgendwie komisch an...) auf 40. Geburtstagen mit Schnauzbartträgern oder Ramazottitrinkerinnen. Aber : "Ich bin ich" finde ich als Pop-Song durchaus funktionierend. Also immerhin so, daß ich nicht sofort das Radio ausmache, wenn es gespielt wird. Puh, jetzt ist es raus. Aber weiter: Was bedeutet das in Bezug auf meine Beziehung zu Dylan, den ich zu meinen allerliebsten Künstlern zähle? Wird meine Wertschätzung dadurch irgendwie beschmutzt? Oder, zählt ein Beitrag dadurch weniger den ich vielleicht zum nächsten Dylan-Album schreiben werde? Sollte ich mich ein klein wenig schämen, wenn mein Fuß mittags zu dem Rosenstolz-Track wippt (ich passe schon auf daß es keiner sieht!) und ich abends "Blood on the Tracks" höre?
Das ist ungefähr meine Assoziationskette dabei. Man merkt sicher, mein Unbehagen ist subtil und nicht leicht zu beschreiben. Ein sehr verwandtes Thema ist, ob gewisse Alben eine Plattensammlung ruinieren können. Bei mir stehen beispielsweise die Dylan-LPs vor den Genesis-LPs. Der Genesis-Block ist aber breiter als der Dylan-Block (weil ich irgendwann mal alle Genesis-LPs in mint für fast umsonst kaufen konnte, die stehen jetzt neben meinen abgegriffenen Exemplaren von früher). Könnte es sein, daß die Dylan-LPs dadurch irgendwie eine schlechte Aura kriegen? Dann sollte ich die Genesis vielleicht entsorgen. Aber ich finde doch, daß "The Lamb lies down on Broadway" eins der besten Alben der 70er ist, verdammtes Dilemma...
Wenn jemand der Ansicht ist, daß man nicht Dylan und Rosenstolz hören solle, möge er doch dieser Ansicht sein. Ich kann nicht verstehen, warum so eine Aussage die Gemüter erhitzt. Es ist doch niemand gezwungen, diese Aussage als allgemeingültig anzuerkennen.
Ich höre übrigens wenig Dylan und nie Rosenstolz. Ist das akzeptabel?
Bauer Ewald
03.10.2007, 19:24
Wenn jemand der Ansicht ist, daß man nicht Dylan und Rosenstolz hören solle, möge er doch dieser Ansicht sein. Ich kann nicht verstehen, warum so eine Aussage die Gemüter erhitzt. Es ist doch niemand gezwungen, diese Aussage als allgemeingültig anzuerkennen.
Nein, Clau, das hast Du falsch verstanden. Es erhitzt sich kein Gemüt, sondern es wird über eine Aussage diskutiert. Dafür sind wir alle hier.
Und nein, es soll ganz sicher nicht völliger Beliebigkeit das Wort geredet werden.
Das Etikett kann man imho sowieso nur denen ans Bein tackern, deren Musiksammlung zu 95% aus diversen Hit- und Schmuserocksamplern besteht, und die restlichen 5% aus den Alben, die ehemalige Lebensgefährten beim Auszug unterm Sofa (damit es hinten links nicht wackelt) vergessen haben. Da wird Musik wirklich zur akustischen Tapete degradiert, und da kann man vollkommen zu Recht von Beliebigkeit sprechen. Ich bezweifle allerdings, dass diese Sorte Musikkonsument sich in dieses Forum verirrt.
Mistadobalina
03.10.2007, 19:42
Nein, Clau, das hast Du falsch verstanden. Es erhitzt sich kein Gemüt, sondern es wird über eine Aussage diskutiert. Dafür sind wir alle hier.
So ist. Danke für deine Ausführungen zu diesem Thema. Ich sehe das genauso.
Wenn mir jemand erklärt, dass ich eine höhere Instanz (ein Magazin z.b.) zu Rate ziehen soll, die für mich musikalisch die Spreu vom Weizen trennt, werde ich aber in der Tat ein wenig unwillig. Dafür ist wohl meine Autoritätsgläubigkeit wohl zu wenig ausgeprägt. Aber natürlich kann das jeder so machen wie er will.
Nein, Clau, das hast Du falsch verstanden. Es erhitzt sich kein Gemüt, sondern es wird über eine Aussage diskutiert. Dafür sind wir alle hier.
Okay.
Wenn jemand der Ansicht ist, daß man nicht Dylan und Rosenstolz hören solle, möge er doch dieser Ansicht sein. Ich kann nicht verstehen, warum so eine Aussage die Gemüter erhitzt. Es ist doch niemand gezwungen, diese Aussage als allgemeingültig anzuerkennen.
Wenn sich mein Gemüt erhitzt, liest sich das dann doch etwas anders ;-) Trotzdem hätte ich eine allgemeingültig formulierte Aussage des diskutierten Kalibers ("soll man nicht") gerne ordentlich begründet. Das sähe anders aus, wenn Staggerlee nur für sich gesprochen hätte - hat er/sie aber nicht (ausser es wurde sehr unglücklich formuliert). Ausserdem interessiert mich die Antwort, weil ich selber den ein oder anderen "Bastard" in der Sammlung habe und liebe, den man nach Ansicht vieler nicht hören soll. Dabei führen z.B. The Who und Rammstein so eine friedliche Koexistenz in meinem CD-Regal... :lol:
Ich scanne gerade meine CDs in meine neue Datenbank. Und da kommen doch tatsächlich Kravitz, Kunze und Led Zeppelin hintereinander. Verdammte Untat! :-)
weilstein
03.10.2007, 20:21
Wenn mir jemand erklärt, dass ich eine höhere Instanz (ein Magazin z.b.) zu Rate ziehen soll, die für mich musikalisch die Spreu vom Weizen trennt...
Passiert doch schon mit der Auswahl die das Magazin (der Moderator, Autor, etc.) trifft. Du ziehst diese "höhere Instanz" also bereits mit dem Kauf des Heftes (dem Einschalten einer Radiosendung, etc.) zu Rate.
Autoritätsgläubigkeit
Und das ist dann bitte wer?
Ich scanne gerade meine CDs in meine neue Datenbank. Und da kommen doch tatsächlich Kravitz, Kunze und Led Zeppelin hintereinander. Verdammte Untat! :-)
Das wußten wir bei Dir doch sowieso schon... :angel:
Staggerlee
03.10.2007, 20:41
Liebe Forumsmitglieder,
ihr könnt hören was ihr wollt.
Ich selbst bin Hobbyhörer mit einer kleinen Plattensammlung, der sich gelegentlich mit Musik befaßt. Ich habe weder die Zeit noch das Geld geschweige denn das know how mir einen umfassenden Überblick über einen zunehmend unsübersichtlicheren Musikmarkt zu schaffen. Nach was sollte man dann vernünftig vorgehen? Amazonkritiken, SWR 3 oder "was sich nett anhört"? Ich habe in keinem Beitrag einen wesentlichen Grund gelesen mich mit Rosenstolz oder Dieter Bohlen näher zu befassen. Warum sollte ich dies also tun? Im Gegenteil. Es ist meiner Meinung nach unerlässlich in dieser unübersichtlichen Musikwelt sich mit "gatekeepern" wie dem Rolling Stone, dem Forum oder Büchern zu befassen um eine begründete Vorauswahl (ich sage bewußt Vorauswahl und begründet) zu haben (alles andere währe eine weitgehende Verschwendung meiner Ressourcen). Wer seine Plattensammlung beliebig quantitativ erweitern will, dem steht dies natürlich frei.
Mistadobalina
03.10.2007, 20:55
Passiert doch schon mit der Auswahl die das Magazin (der Moderator, Autor, etc.) trifft. Du ziehst diese "höhere Instanz" also bereits mit dem Kauf des Heftes (dem Einschalten einer Radiosendung, etc.) zu Rate.
Das ist für mich keine höhere Instanz. Zeitschriften und reviews lese ich, um Tipps zu bekommen und/oder zu lesen, wie ein anderer Mensch Musik beurteilt, die ich schon kenne und so oder so einschätze. Es ist mehr ein Vergleich.
Und das ist dann bitte wer?
Verstehe deine Frage nicht. "Autoritätsgläubigkeit" ist keine Person.
Ich versuch's trotzdem mal zu beantworten. Ich schätze einige Journalisten sehr. Trotzdem teile ich ihre Einschätzung nicht immer, d.h. ich würde niemandem blind glauben, dass eine Platte gut ist, ohne sie selbst zu hören. Wenn ich das täte, wäre das für mich besagte Autoritätsgläubigkeit.
Reviews (egal ob Bücher, Platten, Filme) sind für mich mitunter eine Orientierungshilfe. Die Auswahl ist aber schon meist getroffen, bevor ich überhaupt anfange zu lesen - was vor allem daran liegt, dass ich die meisten Platten schon im UK oder den USA kaufe, bevor sie überhaupt besprochen werden.
@ Staggerlee
Ich hätte immer noch gerne eine Erläuterung, wieso "man" als Hörer von Interpret A nicht auch Interpret Z hören "soll". Das hat schliesslich nichts mit beliebiger quantitativer Erweiterung der Sammlung zu tun. Oder wir reden da wirklich aneinander vorbei.
Dass Foren und Musikmagazine eine Quelle für neue Musik und deren grobe Einordnung in potentiell Interessantes und eher Maues sind, sehe ich auch so. Ich hab meine "Musikantennen" allerdings ständig auf Empfang und lass mich von so vielen anderen Quellen inspirieren und neugierig machen, dass ich keinen Haupteinfluß auf mein Kauf- und Hörverhalten nennen könnte. Und meine Sammlung ist trotzdem ebenfalls nur eine kleine. Aber (zumindest für mich) fein ;-)
weilstein
03.10.2007, 22:05
Das ist für mich keine höhere Instanz. Zeitschriften und reviews lese ich, um Tipps zu bekommen und/oder zu lesen, wie ein anderer Mensch Musik beurteilt, die ich schon kenne und so oder so einschätze. Es ist mehr ein Vergleich.
Du kaufst also monatlich unglaubliche Mengen an neuer Musik um Deine Meinung dann mit der diverser Kritiker abzugleichen?
Ich kaufe selbst nicht gerade wenige neue Platten, vor allem Singles neuer Bands, und bin trotzdem über jede Besprechung, die mich noch Unentdecktem näher bringt, dankbar. Bei einer fast unüberschaubaren Menge an Labels und Bands wohl kaum ohne Orientierung zu schaffen, oder? Wo informierst Du Dich denn ?
Verstehe deine Frage nicht. "Autoritätsgläubigkeit" ist keine Person.
Ich versuch's trotzdem mal zu beantworten. Ich schätze einige Journalisten sehr. Trotzdem teile ich ihre Einschätzung nicht immer, d.h. ich würde niemandem blind glauben, dass eine Platte gut ist, ohne sie selbst zu hören. Wenn ich das täte, wäre das für mich besagte Autoritätsgläubigkeit.
Schon klar, Mista. Deine Aussage impliziert aber, daß es hier Leute gibt die autoritätsgläubig sind. Oder nicht?
Mistadobalina
03.10.2007, 22:28
Schon klar, Mista. Deine Aussage impliziert aber, daß es hier Leute gibt die autoritätsgläubig sind. Oder nicht?
Nein, das habe ich nicht gesagt und würde es auch niemals sagen. Bitte nichts in meine postings hineininterpretieren. In der Tat habe ich aber früher (so in den 70ern) an den Lippen verschiedener KritikerInnen gehangen, was eine Zeitlang sehr wichtig für mich war und habe dadurch wichtige Impulse erhalten. Aber das war auch eine andere Zeit - es gab ja nur ein paar Informationsquellen.
Ich habe wohl tatsächlich etwas überreagiert, als staggerlee mit dem "kann man hören, sollte man aber nicht" kam. Mir kam sofort die Assoziation "kann man lesen/denken, sollte man aber nicht". Ich verbinde damit halt unerfreuliche Dinge - Vorschriften, Beschränkung der Meinungsfreiheit etc. My fault.
Jede Zeitschrift kann ja auch nur eine Auswahl an reviews bringen - ich versuche mir im Internet einen Überblick zu verschaffen. Z.B. metacritic ist da echt hilfreich, blogs, Bandseiten, Labelseiten, aber auch Freunde, meine mailing-Liste. Die besten Tipps habe ich durch einige Foris bekommen. Ja, ich kaufe sehr viele Platten (dafür kaum Schuhe) - zuviel auch, verkaufe mich aber selten und wenn, dann wird die Platte halt wieder verscherbelt.
Whole Lotta Pete
03.10.2007, 23:17
Mal so nebenbei - es gibt zu ähnlichen Inhalten schon eine recht ausführliche Diskussion hier namens EURE MUSIKALISCHE BANDBREITE? (http://forum.rollingstone.de/showthread.php?t=21617) ;-)
Otis, erkläre doch mal, was an einer "dezidierten" Meinung so toll sein soll. Das ist doch bloss eine Meinung, die man mit besonderer Entschiedenheit vertritt. Sie kann genauso beschränkt, unverstanden und übernommen sein, wie das "Rumgemeine". Mit gefällt es da besser, wenn man eine Meinung weniger dezidiert vertritt und statt dessen ein bißchen besser begründet.
Ja, hast wohl recht. Meinte eine wohlbegründete, sich weiter entwickelnde, offene, aber auf Wissen und "Bildung" beruhende. Insofern schon dezidiert.
Sehr gut! Das ist es: Nicht einfach rummeinen, sondern ein bißchen erklären, wie man zu dieser Meinung kommt - dann haben die anderen, die das lesen, auch etwas davon. Man muss nicht viele Worte machen; Andeutungen reichen oft aus.
Ich gehe auch davon aus, daß meine Erkenntnisse die einzig wahren sind, sonst wäre ich ja nicht zu diesen gekommen. Im Grunde hoffe ich sogar, daß jeder glaubt, die einzig wahren Erkenntnisse gewonnen zu haben.
Die Formulierung gefällt mir nicht. Ich jedenfalls halte meine Sichtweise auf Musik nicht für das Maß aller Dinge - es gibt in ästhetischen Fragen keine absolute Wahrheit. Ich bin mir bewusst, dass es andere Sichtweisen gibt und manche Leute zu anderen "Erkenntnissen" kommen als ich, wenn wir dieselben Platten hören - weil sie anderen Werten anhängen. Ich halte nur manche dieser Sichtweisen für fatal oder falsch. Manche "Erkenntnisse" sind Irrtümer.
Einigen hier geht es aber um etwas anderes: Es kommt schon mal vor, dass man die Position eines anderen ablehnt oder seine Meinung für total bescheuert hält - das ist normal, aber es ist keine Rechtfertigung dafür, sich wie die Axt im Walde aufzuführen. Mit Äußerungen, die auf ein "Du Dummkopf!" hinauslaufen, ist niemandem geholfen - die vergiften nur das Klima. Statt Leute runterzuputzen, sollte man ihre Fehler benennen. (Das ist nicht an Dich gerichtet, Clau, sondern allgemein in die Runde gesprochen.)
P.S.: Dass andere die Musik, die man mag, für Mist halten, muss man freilich aushalten können; da gebe ich Clau völlig recht. Wenn jemand Prog oder Rosenstolz hören will, soll er das tun, aber nicht jammern, wenn ihm niemand dafür auf die Schulter klopft. Andere Menschen sollte man respektieren, aber für die Musik, die sie hören, gilt das nicht unbedingt. Ich halte aber folgende Regel für sinnvoll: Was man nicht begründet ablehnen kann, das muss man tolerieren.
Staggerlee
04.10.2007, 19:36
Irgendwie verwundert mich diese Diskussion schon:
Es ist fast egal welches Produkt ich kaufe (Hifi, Auto oder was auch immer)- wenn es mir etwas wert ist lasse mich fast immer von Fachlauten vorher beraten oder ich informiere mich in den entsprechenden Fachzeitschriften (möglichst mehreren), bevor ich das Produkt überhaupt näher in Augenschein nehme. So ist das nun mal in einer spezialisierten Welt- ich kann daran auch keine Autoritätsgläubigkeit erkennen, im Gegenteil es ist ein Weg aus der Unmündigkeit des Verbrauchers, eine emanzipatorischer Tat - ich erweitere dabei mein Wissen und komme von einer willkürlichen zu einer bewußten Kaufentscheidung.
Noch eine kleine Anmerkung zu Mongolom bzgl. der Hörgewohneheiten: Nein, ich habe meine Ohren nicht immer offen. In vielen Augenblicken/Orten ist mir die meiste Musik egal oder sie geht mir auf die Nerven.
Man kann sich natürlich mit mehreren Stilen auseinandersetzen aber hier gilt es dann doch meines erachtens diejenigen herauszufischen die eine gewisse Originalität/Individualität... in Bezug auf die Vergleichsreferenzen haben. Für Dieter Bohlens biedere Fließbandarbeit gilt dies sicherlich nicht. Warum sollte man sich damit näher befassen? Ich habe immer noch keine Begründung dafür gefunden dies zu tun.
Noch eine kleine Anmerkung zu Mongolom bzgl. der Hörgewohneheiten: Nein, ich habe meine Ohren nicht immer offen. In vielen Augenblicken/Orten ist mir die meiste Musik egal oder sie geht mir auf die Nerven.
Sowas kenne ich natürlich auch, und nicht allzu selten. Höre ich allerdings mir angenehme Klänge, kann Musik mich fast gar nicht nerven.
Man kann sich natürlich mit mehreren Stilen auseinandersetzen aber hier gilt es dann doch meines erachtens diejenigen herauszufischen die eine gewisse Originalität/Individualität... in Bezug auf die Vergleichsreferenzen haben. Für Dieter Bohlens biedere Fließbandarbeit gilt dies sicherlich nicht. Warum sollte man sich damit näher befassen? Ich habe immer noch keine Begründung dafür gefunden dies zu tun.
Ich habe auch nicht gefordert, das sich irgendjemand mit Bohlen und Co. auseinandersetzen soll, noch gedenke ich selber, das zu tun. Da wir aber offensichtlich wirklich richtig schön aneinander vorbeireden, lass ich es hiermit sein. Vielleicht noch am Rande der Hinweis, dass ich mir gar nicht vorstellen könnte, mich auf ein paar wenige Stile zu beschränken. Wenn ich daran denke, was ich da alles an wunderbarer Musik verpasst hätte... nein, da will ich gar nicht dran denken. Schlimme Vorstellung.
Vielleicht noch am Rande der Hinweis, dass ich mir gar nicht vorstellen könnte, mich auf ein paar wenige Stile zu beschränken. Wenn ich daran denke, was ich da alles an wunderbarer Musik verpasst hätte... Reggae zum Beispiel...? ;-)
Mich wundert wirklich warum immer die bewusste Auswahl der Rezeption von der Einschätzung Musikkundiger, die willens sind ihre Einschätzung zu teilen, mit Hörigkeit gleichgesetzt wird.
Ich habe schon Zeit meines Lebens die Ohren gespitzt, wenn Leute, von denen ich den Eindruck hatte, sie könnten mir Informationen geben, die ich gern hätte, was über Musik gesagt oder geschrieben haben. Ob ich diese Einschätzung dann teile oder nicht, zuerst ist es einmal für mich interessant diese Meinung zu hören.
Und wenn ich dann aus kundigem Mund beraten werde, dass es für mich empfehlenswert wäre Rosenstolz links liegen zu lassen und statt dessen lieber eine George Jones-Platte zu kaufen dann bin ich für diese Anregung dankbar, wohlwissend, dass das die Gefahr birgt auch mal was tolles zu verpassen. Ich denke empirisch ließe sich aber belegen, dass man, wenn man auf Leute hört, die sich über mehrere Jahre als qualifizierte Ratgeber entpuppt haben, eher gut als schlecht fährt.
Staggerlee, gräme dich nicht, du brauchst dich hier nicht zu verteidigen. Offensichtlich stört das "sollte", und genau das ist es, was nicht stören sollte.
Ich halte die Null-Toleranz-Schwelle (sprich: alles (na, fast alles) ist ok (na, fast ok), sprich: die Toleranz der Null (hatten wir nicht auch Jürgen Marcus-, Heino-, Gildo-Toleranz hier schon?)) mancher User irgendwo für ausgesprochen intolerant. Alles zu tolerieren ist eine Form übler Arroganz. Es schließt die aus, welche für sich einen Weg aus dem Warmduschen gefunden haben. Toleranz also auch für die Heiß- und Kaltduscher.
Im Klartext: ich bin nicht im Forum, weil ich erwarte, dass jeder hier mit mir ein Bier trinken möchte. Und umgekehrt. Nein. Erwarte ich im wahren Leben auch nicht.
Ich fühle mich deshalb nicht herabgesetzt von dem, der es nicht will. Und wenn es jemand möchte und sich mit mir über Musik unterhalten will, dann kann ich sagen, man "sollte" nicht Rosenstolz, Heino, J. Marcus, Led Zep, NIN, Dylan, Stones usw. hören, wenn man sich mit mir über Musik unterhalten will und es nicht sehr gut begründen kann. Zumindest bei den ersten vier habe ich noch keine guten Gründe gehört.
Herr Rossi
04.10.2007, 23:14
Mich wundert wirklich warum immer die bewusste Auswahl der Rezeption von der Einschätzung Musikkundiger, die willens sind ihre Einschätzung zu teilen, mit Hörigkeit gleichgesetzt wird.
Ich habe schon Zeit meines Lebens die Ohren gespitzt, wenn Leute, von denen ich den Eindruck hatte, sie könnten mir Informationen geben, die ich gern hätte, was über Musik gesagt oder geschrieben haben. Ob ich diese Einschätzung dann teile oder nicht, zuerst ist es einmal für mich interessant diese Meinung zu hören.
Ich denke, das wird hier jeder unterschreiben. Natürlich interessieren mich die Meinungen und Empfehlungen bestimmter Musikkenner, sowohl von der schreibenden Zunft als auch von Leuten, die ich persönlich kenne. Aber so wichtig die Ratgeber und "Lehrer" (im weitesten Sinne) auch sind, das "entdeckende Lernen" war für mich in allen Lebensbereichen immer das beste und interessanteste. Inklusive des Wandelns auf Holzwegen. Und Du stehst doch auch - nur als Beispiel - weiterhin zu Deiner Leidenschaft für Bap, auch wenn Du weißt, dass "man" Dir dringend davon abraten würde?
Herr Rossi
04.10.2007, 23:56
Staggerlee, gräme dich nicht, du brauchst dich hier nicht zu verteidigen. Offensichtlich stört das "sollte", und genau das ist es, was nicht stören sollte.
Ja, sag ich meiner Tochter auch immer. Im Ernst: Jeder hat eine natürliche Abscheu gegenüber erhobenen Zeigefingern. Was vielen Menschen dagegen durchaus willkommen ist, wenn jemand durch sein Wissen und seine Begeisterung Lust darauf macht, mal über den eigenen Tellerrand zu schauen. Aber zu allererst gilt, seit den seligen Tagen der Aufklärung: "Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen."
Ich halte die Null-Toleranz-Schwelle (sprich: alles (na, fast alles) ist ok (na, fast ok), sprich: die Toleranz der Null (hatten wir nicht auch Jürgen Marcus-, Heino-, Gildo-Toleranz hier schon?)) mancher User hier irgendwo für ausgesprochen intolerant. Alles zu tolerieren ist eine Form übler Arroganz. Es schließt die aus, welche für sich einen Weg aus dem Warmduschen gefunden haben. Toleranz also auch für die Heiß- und Kaltduscher.
Im Zusammenhang mit Musik finde ich den Begriff "Toleranz" viel zu hoch gegríffen. Echte Toleranz ist auch nichts für Warmduscher, sie fordert Überlegung und Selbstüberwindung. Die Ratio muss den Affekt überwinden. Leider ist es üblich geworden, Toleranz für wischiwaschi-Sozialarbeiter-Krempel zu halten.
Rosenstolz, Heino, J. Marcus, Led Zep, NIN, Dylan, Stones usw. hören, wenn man sich mit mir über Musik unterhalten will und es nicht sehr gut begründen kann. Zumindest bei den ersten vier habe ich noch keine guten Gründe gehört.
Was heißt eigentlich "XY hören"? Manchmal gibt es halt einen Song, den man gut findet, obwohl ihn der "Falsche" singt, und das kann man (ich) dann vielleicht auch sogar begründen. Wo ist das Problem? Deswegen höre ich doch nicht "XY" genauso, wie ich z.B. Travis höre. Und selbst wenn es für Dich z.B. keinen plausiblen Grund gibt, die Carpenters zu hören, die ich für großartig und essentiell halte, warum sollte uns das daran hindern, über Musik zu sprechen, die wir beide schätzen, oder über unterschiedliche Sichtweisen zu diskutieren? Tut es ja auch nicht. Weil es überhaupt keine Frage der Toleranz oder der Duschtemperatur ist. Wenn Toleranz schon da beginnen würde zu akzeptieren, dass man musikalisch nicht oder nicht immer auf einen Nenner kommt, dann hätten wir wirklich ein Problem.
Wenn Toleranz schon da beginnen würde zu akzeptieren, dass man musikalisch nicht oder nicht immer auf einen Nenner kommt, dann hätten wir wirklich ein Problem.
Welches Problem hätten wir dann?
Ich will einfach nicht auf einen Nenner kommen müssen; was hier offenbar gewünscht ist (habe zumindest den Eindruck). Ich nehme mir das Recht heraus, mich nicht gleichnamig machen zu wollen. Über alles andere kann man reden. Selbst über die Carpenters und Sgt. Pepper. Aber nicht über Heino, nicht über Marcus und mit mir auch über einiges andere nicht.
Herr Rossi
05.10.2007, 00:12
Welches Problem hätten wir dann?
Otis, der Begriff Toleranz hat etwas mit dem Akzeptieren/Dulden/Ertragen von konträren weltanschaulichen, religiösen, sexuellen usw. Lebensentwürfen zu tun, Fragen, die das Funktionieren oder Nicht-Funktionieren einer Gesellschaft entscheiden. Wir reden hier von Musik, da ist der hehre Begriff Toleranz vollkommen überdimensioniert.
Ich will einfach nicht auf einen Nenner kommen müssen
Nö, ich auch nicht, warum auch. Das habe ich auch nicht gesagt.
Rossi, stimme Dir vollkommen zu.
Otis Beiträge zum Thema Toleranz kommen mir irgendwie bekannt vor. ;-)
Mistadobalina
05.10.2007, 00:24
Ich denke, das wird hier jeder unterschreiben. Natürlich interessieren mich die Meinungen und Empfehlungen bestimmter Musikkenner, sowohl von der schreibenden Zunft als auch von Leuten, die ich persönlich kenne. Aber so wichtig die Ratgeber und "Lehrer" (im weitesten Sinne) auch sind, das "entdeckende Lernen" war für mich in allen Lebensbereichen immer das beste und interessanteste. Inklusive des Wandelns auf Holzwegen.
Tja, so habe ich das seit 45 Jahren gehalten. Wobei mitunter auch Impulse von mir wichtigen Menschen oder einzelnen Kritikern kamen. Tatsächlich war es aber so, dass ich schon in der Schule die meisten Singles und Alben hatte und meine Mitschüler mich damals bereits um Tipps baten. Das hat sich nicht wirklich grundlegend geändert, ich habe mir das meiste immer selbst erarbeitet. Und es hat kein bisschen weh getan, ganz im Gegenteil. :-)
Mistadobalina
05.10.2007, 00:34
@ Rossi
Danke für deine letzten Beiträge hier. Ich käme auch nicht auf die Idee, in diesem Zusammenhang mit dem Begriff "Toleranz" zu hantieren. Ich stelle aber fest, dass ich wohl einen anderen Umgang mit Musik habe, als einige hier. Für mich schwebt sie nicht in einem luftleeeren Raum, sondern ist eng mit meinem Leben verbunden. Ich habe schon in den unterschiedlichsten Situationen Musik gehört. Z.B. morgens um drei in einer Taxifahrer-Kneipe "Griechischer Wein" oder in einer Schwulen-Bar "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" von Jürgen Marcus. Ich schätze diese Schlager nicht, aber sie haben mit Menschen und Begebenheiten zu tun, sind unauslöschlich eingegraben, trotzdem lebendig, weil sie mit meinem Leben verbunden waren. Das ist ganz sicher ein Aspekt, warum ich gern Musik höre: es gibt mir die Möglichkeit, Ereignisse als "Soundtrack" abzuspeichern.
Mista, das hast Du ganz wunderbar beschrieben. Sehr schön, genauso ist es! :bier:
Cassavetes
05.10.2007, 03:30
Alles zu tolerieren ist eine Form übler Arroganz.
Nein, das ist Taoismus.
Herr Rossi
05.10.2007, 09:22
Die beiden Titelhelden des Threads zeigen doch schon die ganze Problematik dessen, was klare Werturteile angeht. Rosenstolz interessieren mich nicht, aber ich wüsste keinen Grund, warum ich sie ekelerrend und unerträglich finden sollte. Das ist für mich ein durchaus respektables Duo mit einem Konzept, das in Traditionen spezifisch "schwuler" Popmusik steht, Stichwort "Camp". Das steht immer noch meilenweit über dem käsigen Gedudel, das beispielsweise die Flippers seit Jahrzehnten absondern. Gute Musik ist es für mich deswegen noch lange nicht, aber diskutable.
Auf der anderen Seite George Jones: Es ist doch ganz klar, wenn WD nicht so vehement für ihn werben würde, wäre er nur den wenigsten hier überhaupt ein Nachdenken wert. Wer mit einem typischen mitteleuropäisch geprägten Musikverständnis sozialisiert wurde, reagiert, wenn er "unvorbereitet" George Jones hört, mit Unverständnis, wahrscheinlich sogar mit Ablehnung. Das Verdikt wäre klar: Sentimentale Schnulzen, die keiner näheren Beschäftigung lohnen. WD selbst ist doch das Beispiel dafür, dass man den Mut haben muss, sich seines eigenen (Musik-)Verstandes zu bedienen Er hat es nicht hingenommen, dass Countrymusik als politisch reaktionär und musikalisch wertlos abgestempelt wird, wie es in der deutschen Musikkritik der 70er Jahre völlig selbstverständlich war. Mit der kuriosen Folge, dass jetzt das Verstehen von Country und das Erkennen der Größe von George Jones geradezu zu einem Initiationsritus für angehende Kalt- und Heißduscher geworden ist.
Ich scanne gerade meine CDs in meine neue Datenbank. Und da kommen doch tatsächlich Kravitz, Kunze und Led Zeppelin hintereinander. Verdammte Untat! :-)
Selbstverständlich darf man Kravitz, Kunze und Led Zeppelin hören, man sollte es aber ..äh, - was ich sagen wollte: Versuch's mal mit The La's! ;-)
...Mit der kuriosen Folge, dass jetzt das Verstehen von Country und das Erkennen der Größe von George Jones geradezu zu einem Initiationsritus für angehende Kalt- und Heißduscher geworden ist.
Für solche Sätze könnte ich Dich knuddeln, Rossi. Platonisch natürlich. ;-)
Selbstverständlich darf man Kravitz, Kunze und Led Zeppelin hören, man sollte es aber ..äh, - was ich sagen wollte: Versuch's mal mit The La's! ;-)
Ich hoffe, Lambchop ist für Dich auch okay und meine political äh musical correctness ist wieder ein wenig hergestellt. ;-)
Ach ja, the LA's habe ich irgendwo als mp3 rumliegen. :teufel:
Er hat es nicht hingenommen, dass Countrymusik als politisch reaktionär und musikalisch wertlos abgestempelt wird, wie es in der deutschen Musikkritik der 70er Jahre völlig selbstverständlich war. Mit der kuriosen Folge, dass jetzt das Verstehen von Country und das Erkennen der Größe von George Jones geradezu zu einem Initiationsritus für angehende Kalt- und Heißduscher geworden ist.
Rossi, wo hast du das denn her?
"Die deutsche Musikkritik der 70er Jahre" hat mich auf Emmylou aufmerksam gemacht. Was man ihm auch nachsagen mag, aber nach Teja Schwaners hymnischer Rezension in Sounds für ihre "erste" LP habe ich mir gleich Pieces Of The Sky gekauft. Cash war längst "in". Die Byrds und Burritos und Kristofferson (der ja heute unter Country abgefeiert wird) u.v.a. ohnehin. George Jones war damals bei uns zwar bekannt, mir eher nur beiläufig, aber schon damals gab es Fans, die einen von seiner Klasse überzeugen wollten. Nur war es für mich nicht so leicht, an seine Platten heranzukommen. Mehr als ein paar Songs kannte ich nicht von ihm, sie waren auf dieser Unmenge an C&W-Samplern zu finden, die heute noch auf jedem Flohmarkt zu finden sind.
Und das mit dem Initiationsritus habe ich überhaupt nicht verstanden. Bzgl. heiß und kalt ging es mir um das Stellungnehmen zu Musik, um die offene und bildungswillige Auseinandersetzung, mit George Jones hat das so viel zu tun, wie Münster mit Weltstadt.
Übrigens ist auch für mich Musik mit meinem Leben verbunden. Sehr eng sogar. Was soll denn eine solche Aussage, Mista, dass sie das nicht wäre? Oder wen hast du gemeint?
Ich schätze diese Schlager nicht, aber sie haben mit Menschen und Begebenheiten zu tun, sind unauslöschlich eingegraben, trotzdem lebendig, weil sie mit meinem Leben verbunden waren. Das ist ganz sicher ein Aspekt, warum ich gern Musik höre: es gibt mir die Möglichkeit, Ereignisse als "Soundtrack" abzuspeichern.Besonders den letzten Satz kann ich natürlich aus eigener Erfahrung ganz dick unterstreichen. Ich glaube auch, dass otis oder wer auch immer von den Kalt- und Heißduschern ganz ähnliche Erfahrungen aufweisen kann. Was ich in diesem Zusammenhang aber immer mitdenke, das sind eben die besonderen Umstände und Anlässe, die sich mit der Musik in meiner Erinnerung verbinden. Für meinen Umgang mit mir wichtiger und bedeutender Musik und die Diskussion darüber spielen dann solche Erinnerungen, wie Du sie ansprichst, keine Rolle. Wenn man da nicht doch ein paar klare Unterschiede macht und auch benennt, dann kommt es eben schnell dazu, dass in der verklärenden Erinnerung von Manchem (nicht von Dir, Mista) Jürgen Marcus und Marc Bolan, Udo Jürgens und Ray Davies in einen Topf geworfen werden.
"Toleranz" ist vielleicht einfach eine Nummer zu gewaltig in diesem Zusammenhang. Ein bisschen mehr Unaufgeregtheit, Gelassenheit im Umgang mit Musik und vor allem miteinander wäre schon genug.
Mit der kuriosen Folge, dass jetzt das Verstehen von Country und das Erkennen der Größe von George Jones geradezu zu einem Initiationsritus für angehende Kalt- und Heißduscher geworden ist.
Das ist natürlich Unsinn. Aber ich weiß, was Du damit sagen willst. Und es ärgert mich manchmal auch ein bisschen. Nicht die Tatsache, dass eine bestimmte Herangehensweise und ein bewusster Umgang mit Musik gefordert und vorgeführt wird. Sondern eher dieses Festmachen an bestimmten Beispielen wie eben George Jones oder den Stones oder der Ablehnung von Sgt. Pepper etc. Das wird sehr schnell zum Ritual, bei dem nur noch reflexartig reagiert wird. So lernt dann letztlich niemand etwas.
Herr Rossi
05.10.2007, 10:23
Rossi, wo hast du das denn her?
Warum legt sich WD denn immer so vehement gegen diese Vourteile ins Zeug? Ich fand es neulich sehr erhellend, in dem Bändchen mit Sounds-Rezensionen von 1967 bis 1977 zu lesen. Da läuft fast alles diametral zu WDs Wertekanon. Exile ein Fiasko, die Walker Brothers lächerliche Teenie-Bopper usw. An eine positive Besprechung von Emmylou Harris erinnere ich mich auch, Cash & Kristofferson mögen angesehen gewesen sein, aber doch eher im Sinne von "Country, der trotzdem gut ist", die rühmlichen Ausnahmen. Gut, ich war nicht dabei. Aber in den 80-ern habe ich nichts von einem positiven Diskurs in Sachen Country mitbekommen. Ich mochte Johnny Cash schon damals, die Reaktion Gleichaltriger war aber entweder "wer?" oder "geh mir weg mit so'nem Mist".
Und das mit dem Initiationsritus habe ich überhaupt nicht verstanden.
Bezog sich auch nicht ausdrücklich auf Dich, ich bin aber sicher, dass einige der jüngeren Jones-Enthusiasten keine wären, wenn sie nicht dazu nachdrücklich ermuntert worden wären. Ist ja auch nichts gegen zu sagen. Ich bin aber sicher, das Urteil über Jones wäre ein völlig anderes, wenn dem nicht so wäre, und die Betreffenden wären sich ihrer geschmackssicheren Ablehnung dann genauso sicher.
Herr Rossi
05.10.2007, 10:27
Das ist natürlich Unsinn. Aber ich weiß, was Du damit sagen willst.
Ich hatte es bewusst überspitzt formuliert.
...."Toleranz" ist vielleicht einfach eine Nummer zu gewaltig in diesem Zusammenhang. Ein bisschen mehr Unaufgeregtheit, Gelassenheit im Umgang mit Musik und vor allem miteinander wäre schon genug.
Dein Wort im Forumsohr.
Das ist natürlich Unsinn. Ist es nicht, es ist nur überspitzt formuliert.
Warum legt sich WD denn immer so vehement gegen diese Vourteile ins Zeug? Ich fand es neulich sehr erhellend, in dem Bändchen mit Sounds-Rezensionen von 1967 bis 1977 zu lesen. Da läuft fast alles diametral zu WDs Wertekanon. Exile ein Fiasko, die Walker Brothers lächerliche Teenie-Bopper usw.
Diese Vorurteile, von denen du redest, gab es in den 60s. Vor allem in den USA auf Seiten der politisch "aufgewachten" Jugend. Weswegen ja auch Leute wie Parsons, Dylan, Byrds, The Band usw. so wichtig waren. Bei uns wird es ähnliche Vorurteile gegeben haben.
Ich kann mich auch gut erinnern, dass ich mich zunächst beinahe für meine Liebe zu meiner ersten Burritos-LP schämte, (die ich irgendwie selber entdeckt hatte ohne einen öffentlichen Hinweis darauf), genauso so, wie ich mich etwas einsam fühlte in meiner Verehrung für Fairport Convention z.B.
Seit Dylan Nashville gemacht hatte, gab es für mich (ich war noch jung und das öffentliche Nachdenken über "Pop"-Musik mit heute nicht vergleichbar, es existierte praktisch nicht) keine Scheu mehr vor Country. Ihm vertraute ich relativ blind.
Mikko spricht von Ritualen. Ich weiß, dass es welche gibt, ich denke auch zu wissen, was er meint. Aber, Mikko, glaubst du wirklich, es sei ein Ritual, Pepper nicht gut zu finden? Es mag eines sein, diese Meinung da und dort anzubringen. Ebenso wie jenes, dass die Stones die beste Band der Welt seien, Prog fürchterlich, Toto toll etc.
Ob das sinnvoll ist oder nicht, sei dahingestellt. Und warum solche Rituale hervorgekramt werden auch. Ich sehe da aber nichts Schlimmes drin. Irgendwie gehören Rituale immanent zum Pop. Das müsste gerade Rossi verstehen.
PS: Ach, und hätte die halbe Welt nicht ABBA gehuldigt, hätte kein Rossi jemals von ihnen gehört. Was also ist schlimm daran, wenn man durch die Huldigung anderer seine Schätze entdeckt?
Herr Rossi
05.10.2007, 10:49
Irgendwie gehören Rituale immanent zum Pop.
Da ist was dran.
Bauer Ewald
05.10.2007, 10:50
Selbstverständlich darf man Kravitz, Kunze und Led Zeppelin hören, man sollte es aber ..äh, - was ich sagen wollte: Versuch's mal mit The La's! ;-)
Oh Gott nein, bitte nicht die La's. Das ist eins der schlimmsten Alben der 90er.
Das bringt mich auf die Idee eines möglicherweise interessanten Threads:
Was steht bei euch zwischen "Kr" und "Le"? (nur ein Beispiel natürlich)
Ist wahrscheinlich ziemlich aussagekräftig, was die Sammlung anbelangt.
Mistadobalina
05.10.2007, 11:34
Übrigens ist auch für mich Musik mit meinem Leben verbunden. Sehr eng sogar. Was soll denn eine solche Aussage, Mista, dass sie das nicht wäre? Oder wen hast du gemeint?
Ich verstehe deine Frage nicht, Otis. Ich habe niemanden "gemeint". Ich hatte von meinen Erfahrungen mit Musik gesprochen. Dazu gehört auch, dass ich mich in manchen Situationen meines Lebens von Musik sozusagen einlullen lasse. In bestimmten Umgebungen mit bestimmten Menschen erscheint mir manche Musik mitunter als passend oder gar schön. Und wenn ich sie dann wieder höre, habe ich die Situation wieder präsent. Ich würde mich aber nicht hinsetzen, die Kopfhörer aufziehen und einen Jürgen Marcus-Schlager mit Genuss hören, so wie ich das mit Musik tue, die mir lieb und teuer ist. Das meinte ich mit "ist mit meinem Leben verbunden" Sowas kann ja z. B. auch recht lästig sein, wenn man eine Platte in einer unerfreulichen Situation hört und diese dann später immer mit damit assoziiert.
Ich höre deshalb übrigens gern "meine" Musik unterwegs, weil ich dann selbst bestimmen kann, was ich mit welcher Musik verbinde. Ich fand mich schon als Kind ziemlich tricky, als ich ständig mit meinem kleinen tragbaren Aiwa-Tonbandgerät herumlief. In der Tat verknüpfe ich heute sehr viel gute Musik mit damaligen Ereignissen und Menschen.
Mistadobalina
05.10.2007, 11:38
Besonders den letzten Satz kann ich natürlich aus eigener Erfahrung ganz dick unterstreichen. Ich glaube auch, dass otis oder wer auch immer von den Kalt- und Heißduschern ganz ähnliche Erfahrungen aufweisen kann. Was ich in diesem Zusammenhang aber immer mitdenke, das sind eben die besonderen Umstände und Anlässe, die sich mit der Musik in meiner Erinnerung verbinden. Für meinen Umgang mit mir wichtiger und bedeutender Musik und die Diskussion darüber spielen dann solche Erinnerungen, wie Du sie ansprichst, keine Rolle. Wenn man da nicht doch ein paar klare Unterschiede macht und auch benennt, dann kommt es eben schnell dazu, dass in der verklärenden Erinnerung von Manchem (nicht von Dir, Mista) Jürgen Marcus und Marc Bolan, Udo Jürgens und Ray Davies in einen Topf geworfen werden.
Völlig richtig Mikko. Natürlich mache ich auch solche Unterscheidungen, sie sind mir sogar sehr wichtig.
Das was du schreibst ist alles nachvollziehbar und mir keinesfalls fremd. Ich hatte nur hinter folgende Sätze ein ? gemacht:
Ich stelle aber fest, dass ich wohl einen anderen Umgang mit Musik habe, als einige hier. Für mich schwebt sie nicht in einem luftleeeren Raum, sondern ist eng mit meinem Leben verbunden.
Mistadobalina
05.10.2007, 11:50
Das was du schreibst ist alles nachvollziehbar und mir keinesfalls fremd. Ich hatte nur hinter folgende Sätze ein ? gemacht:
Verstehe. Also: Einige hören Musik z.B. nie unterwegs, sondern immer an der heimischen Stereoanlage. Ich höre Musik oft in anderen Zusammenhängen, z.B. in einer Kneipe, auf Autofahrten mit anderen, in den Wohnungen von Bekannten und ich verbinde sie dann mit Menschen und Ereignissen. Ich kann die Musik dann nicht ausblenden, möchte es auch gar nicht.
Herr Rossi
05.10.2007, 11:56
Völlig richtig Mikko. Natürlich mache ich auch solche Unterscheidungen, sie sind mir sogar sehr wichtig.
Sehe ich auch so, es ist nicht alles gleich wert. Umgekehrt lässt es mich auch nicht kalt, wenn eine mir sehr wichtige Gruppe wie die Pet Shop Boys in einem Atemzug mit Ricky Martin und Scooter genannt werden, selbst wenn ich diese durchaus nicht für "schlimm" halte, das sind aber nun wirklich völlig unterschiedliche Spielklassen. Und dann kommt sowas noch von jemandem, der freiwillig Nightwish hört ... ;-)
Mistadobalina
05.10.2007, 12:03
Sehe ich auch so, es ist nicht alles gleich wert. Umgekehrt lässt es mich auch nicht kalt, wenn eine mir sehr wichtige Gruppe wie die Pet Shop Boys in einem Atemzug mit Ricky Martin und Scooter genannt werden, selbst wenn ich diese durchaus nicht für "schlimm" halte, das sind aber nun wirklich völlig unterschiedliche Spielklassen. Und dann kommt sowas noch von jemandem, der freiwillig Nightwish hört ... ;-)
Natürlich tut sowas ein bisschen weh. Mir geht es z.B. so mit den Carpenters, wenn die wunderbare Coverversion von "Ticket To Ride" verrissen wird. Das versuche ich dann ganz schnell zu vergessen. :-)
Das bringt mich auf die Idee eines möglicherweise interessanten Threads:
Was steht bei euch zwischen "Kr" und "Le"? (nur ein Beispiel natürlich)
Ist wahrscheinlich ziemlich aussagekräftig, was die Sammlung anbelangt.Manfred Krug (auf Amiga), Kula Shaker, The Kursaal Flyers, Laika & The Cosmonauts, Mark Lanegan, K.D. Lang, Larry & The Lefthanded, The La's, The Last.
PS: Sgt. Pepper zu dissen hat für Manchen schon etwas Ritualisiertes.
Das bringt mich auf die Idee eines möglicherweise interessanten Threads:
Was steht bei euch zwischen "Kr" und "Le"? (nur ein Beispiel natürlich)
Ist wahrscheinlich ziemlich aussagekräftig, was die Sammlung anbelangt.
Meine CDs sind nicht alphabetisch geordnet, aber in meiner Datenbank ergibt sich folgendes Bild:
Kraftwerk, Georg Kreisler, Kris Kristofferson, Lambchop, Steve Lacy, Mark Lanegan, The La's, Yusef Lateef, Lead Belly, Led Zeppelin, Urs Leimgruber, The Lemonheads, John Lennon und John Lewis. Das ist viel aussagekräftiger als ich mir jemals hätte träumen lassen!
Ich habe jetzt "zwischen" als "einschließlich" interpretiert. :-)
Oh Gott nein, bitte nicht die La's. Das ist eins der schlimmsten Alben der 90er.
Du weisst natürlich, dass ich hierfür eine Begründung hören will, und zwar eine sehr gute.
Nun im Ernst: Ich selber stufte das Album vor 10 Jahren sicher höher ein als heute. Als schlecht oder gar schlimm würde ich es freilich nie bezeichnen.
Ausserdem sind mit dem Album gewisse Erinnerungen und Assoziationen verbunden, welche dem Album in meinem Musikkosmos auf Lebzeiten einen gewissen Sonderstatus zusichern. Die Frage, wie und wo ich dieses Album entdeckt habe, spielt in diesem Zusammenhang an und für sich keine Rolle; entscheidender ist, wann ich das Album intensiv gehört habe und was zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben so alles vonstatten ging. Ähnliches gilt z.B. auch fürs erste Coldplay-Album, auf welches ich zwar durch den Rolling Stone aufmerksam gemacht wurde, was aber nichts daran ändert, dass ich das Album v.a. mit der Lektüre von Oscar Wilde und einem schrecklichen Ferienjob assoziiere.
Kraftwerk, Georg Kreisler, Kris Kristofferson, Lambchop, Steve Lacy, Mark Lanegan, The La's, Yusef Lateef, Lead Belly, Led Zeppelin, Urs Leimgruber, The Lemonheads, John Lennon und John Lewis. Das ist viel aussagekräftiger als ich mir jemals hätte träumen lassen!
Aber doch nicht hier Leute! Macht einen eigenen Thread auf.
Jede Woche eine neue Stelle im Alphabet.
Finde es auch sehr aussagekräftig.
Copperhead
05.10.2007, 13:31
Das bringt mich auf die Idee eines möglicherweise interessanten Threads:
Was steht bei euch zwischen "Kr" und "Le"? (nur ein Beispiel natürlich)
Ist wahrscheinlich ziemlich aussagekräftig, was die Sammlung anbelangt.
lp-mässig : dave kusworth, lu lafayette, ronnie lane, k.d. lang, daniel lanois, kim larsen und lazy lester (cd-mässig noch ein paar mehr) :angel:
Mistadobalina
05.10.2007, 13:32
Das bringt mich auf die Idee eines möglicherweise interessanten Threads:
Was steht bei euch zwischen "Kr" und "Le"? (nur ein Beispiel natürlich)
Ist wahrscheinlich ziemlich aussagekräftig, was die Sammlung anbelangt.
Ben Kweller, Kula Shaker, K's Choice, Kursaal Flyers, KUBB, K.D. Lang, Lamb, Lambchop, Mark Lanegan, Ronnie Lane, Lake Trout, The La's
Da die Platten zwischen "Kr" und "Le" gefragt sind, lasse ich die mit "Kr" und "Le" mal weg. Das sind eine ganze Menge.
Aber aussagekräftig finde ich das nun nicht. Oder?
Mistadobalina
05.10.2007, 13:34
Aber doch nicht hier Leute! Macht einen eigenen Thread auf.
Jede Woche eine neue Stelle im Alphabet.
Finde es auch sehr aussagekräftig.
Was sagt es denn aus?
Meine CDs sind nicht alphabetisch geordnet, ...Und wie findest Du dann bestimmte CDs auf die Schnelle? Oder hast Du die kritische Masse noch nicht erreicht? ;-)
Was sagt es denn aus?
Daß die Leute auf die Schnelle ihre Platten zwischen Kr und Le aufsagen können. :-)
Whole Lotta Pete
05.10.2007, 13:44
Und wie findest Du dann bestimmte CDs auf die Schnelle? Oder hast Du die kritische Masse noch nicht erreicht? ;-)
Es gibt noch mehr Menschen, die ihre Platten nicht nach dem A-Z Ritual geordnet haben. Zum Beispiel mich ;-) Ich finde meine Sachen jederzeit sehr gut. Dazu gab es aber auch schon einen Thread.
Mistadobalina
05.10.2007, 13:45
Daß die Leute auf die Schnelle ihre Platten zwischen Kr und Le aufsagen können. :-)
Nö. Ich hab nachgucken müssen. :-)
pipe-bowl
05.10.2007, 13:45
Ich benenne auch mal die nach Kr und vor Le (wenn's dann verschoben werden soll, bitte schön):
Ben Kweller, Kyuss, Lake, The Lambrettas, Ray LaMontagne, Rob Lamothe, Sonny Landreth, Mark Lanegan, Daniel Lanois, Larrikin Love, Neil Larsen, The La's, Latin Quarter, Bettye LaVette.
Mistadobalina
05.10.2007, 13:49
Aber doch nicht hier Leute! Macht einen eigenen Thread auf.
Jede Woche eine neue Stelle im Alphabet.
Und worauf soll das hinauslaufen? Irgendwann ist das Alphabet durch. Da kann doch jeder gleich seine komplette Sammlung posten.
Whole Lotta Pete
05.10.2007, 13:52
Meine Güte, selbst Otis meinte sie sollen hier aufhören, aber die singen alle brav ihre Buchstaben runter. Elendes Listenpack! http://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/d015.gif
Mistadobalina
05.10.2007, 13:54
Meine Güte, selbst Otis meinte sie sollen hier aufhören, aber die singen alle brav ihre Buchstaben runter. Elendes Listenpack! http://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/d015.gif
Na ja, bevor ich einen neuen Thread starte, muss ich schon den Sinn einsehen. Der entzieht sich mir aber bisher.
beatlebum
05.10.2007, 14:11
Du weisst natürlich, dass ich hierfür eine Begründung hören will, und zwar eine sehr gute.
Hier kannst Du u.a. auch die Begründung vom Bauer finden. Er tritt dort aber unter einem Pseudonym auf:
http://www.reviewmirror.de/
Links im Menut auf Oktett gehen, dann in der Übersicht unten auf die drei gehen.
Bauer Ewald
05.10.2007, 14:41
Vielen Dank für den Link, beatle. Es kommt wirklich nicht so oft vor daß ich mich so drastisch über ein Album äußere. Aber die La's haben bei mir anscheinend einen Nerv getroffen.
Ausserdem sind mit dem Album gewisse Erinnerungen und Assoziationen verbunden, welche dem Album in meinem Musikkosmos auf Lebzeiten einen gewissen Sonderstatus zusichern. Die Frage, wie und wo ich dieses Album entdeckt habe, spielt in diesem Zusammenhang an und für sich keine Rolle; entscheidender ist, wann ich das Album intensiv gehört habe und was zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben so alles vonstatten ging.
Puh, und ich hacke so darauf herum. Sowas kenne ich natürlich auch von einigen Alben.
Was übrigens otis' "Kr-Le"-Vorschlag angeht, finde ich das gar nicht so schlecht, liefert es doch schlaglichtartig einen kurzen Ausschnitt einer Plattensammlung. Ganze Sammlungslisten dagegen mit Hunderten oder Tausenden von Einträgen will sich doch kaum einer durchlesen.
Ich muss zugeben, dass ich selbst gern mal Scooter höre, allerdings nur wenn die Umstände stimmen, d.h. die Personen mit denen ich höre, die Umgebung, die Stimmung etc. Auch wenn ich die Gruppe für ihre Leistung nicht schätze, so höre ich deren Tracks aus dem reinen Grund des Zurückerinnerns manchmal, der Aspekt der Ästhetik wird hier redundant.
Ein anderes Beispiel ist der Party-Hitmix von Pur (kennt den jemand?).
Puh, und ich hacke so darauf herum. Sowas kenne ich natürlich auch von einigen Alben.
Halb so wild, darum ging's doch gar nicht. Ich wollte einfach darauf hinweisen, dass ein Album meiner Erfahrung nach auch dann prima als Souvenir an eine ganz bestimmte Zeit funktionieren kann, wenn man es auf ganz "konventionellem" Wege entdeckt hat (z.B. durch eine Rezension).
Von den Manic Street Preachers hörte ich zum ersten Mal in einer schäbigen Cafeteria eines noch schäbigeren Camping-Platzes irgendwo an der französischen Atlantikküste. Plötzlich lief im Radio ein wunderbarer, mir gänzlich unbekannter Song, der aber die übrigen Touristen - meine Begleitung inklusive - in keinster Weise zu interessieren schien. Unter diesen widrigen Umständen war es nicht einfach herauszufinden, von wem der Song denn nun war. Als ich es doch noch geschafft hatte, waren die Street Preachers für ne ganze Weile "meine ganz persönliche Entdeckung". Versteht sich von selbst, dass eine solche Begebenheit hilft, um eine besonders enge emotionale Bindung zu einem Album oder einer Band aufzubauen. Eine Bedingung hierfür ist es meines Erachtens aber eben nicht. Denn ich war auch schon auf vielen anderen Camping-Plätzen, und dort hat mich die Cafeteria-Musik nicht sonderlich tangiert.
Interessanter Link übrigens, thanks Beatlebum.
PS Bauer Ewald: Lautet Dein Pseudonym Rolf? Ich gehe wohl recht in der Annahme, dass Du "Everything Must Go" als das zweitschlimmste Album der Neunziger erachtest? ;-)
Ich muss zugeben, dass ich selbst gern mal Scooter höre, allerdings nur wenn die Umstände stimmen, d.h. die Personen mit denen ich höre, die Umgebung, die Stimmung etc. Auch wenn ich die Gruppe für ihre Leistung nicht schätze, so höre ich deren Tracks aus dem reinen Grund des Zurückerinnerns manchmal, der Aspekt der Ästhetik wird hier redundant.
Ein anderes Beispiel ist der Party-Hitmix von Pur (kennt den jemand?).Was bin ich froh, daß ich in Techno Hochzeiten (lang gesprochenes "O") keine Erinnerungen habe, die an ein bestimmtes Musikstück gekoppelt sind. ;-)
Was bin ich froh, daß ich in Techno Hochzeiten (lang gesprochenes "O") keine Erinnerungen habe, die an ein bestimmtes Musikstück gekoppelt sind. ;-)
edit
DU kennst den Party-Hitmix doch bestimmt, oder?;-)
Bauer Ewald
05.10.2007, 15:54
PS Bauer Ewald: Lautet Dein Pseudonym Rolf? Ich gehe wohl recht in der Annahme, dass Du "Everything Must Go" als das zweitschlimmste Album der Neunziger erachtest? ;-)
Yep, ich bin einer der beiden Rolfs die die La's dort gnadenlos verreißen. ;-) Was die Preachers angeht finde ich die eigentlich ganz ok, mehr aber auch nicht, und "Everything must go" kenne ich nicht. Nein, die Ehre meines zweitschlimmsten 90er-Albums wird "Standing on the Shoulder of Giants" zuteil.
Und wie findest Du dann bestimmte CDs auf die Schnelle? Oder hast Du die kritische Masse noch nicht erreicht? ;-)
Ich weiß, wo sie stehen. Damit habe ich mal Gäste beeindruckt, nachdem ich eine "gewünschte" CD in Sekunden fand! :-)
(Ok, manchmal, wenn ich umräumen musste, kann es sein, dass ich ein wenig suchen muss, aber in der Regel finde ich jedes Album innerhalb von Sekunden)
PS: Was würdest Du denn als kritische Masse bezeichnen?
Pavlov und sein Hund
26.10.2007, 12:28
Ne, es geht bloß um die Haltung, die man gegenüber von anderen geliebter Musik an den Tag legt
-und um den Ton.
So isses...
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