ClaraSchumann
25.06.2007, 17:54
http://content.answers.com/main/content/wp/en/8/83/John_Paul_Jones_-_Zooma.jpg
Ich muss das mal tun, ich werde vielleicht kaum Zuspruch finden, aber ich versuch's mal.
Es geht um John Paul Jones' erstes Solo-Album "Zooma".
Ein bisschen Trivia zuerst. Klar kennt jeder Led Zeppelin, die Auflösung der Band nach dem Tod John Bonhams ist auch hinlänglich bekannt. Robert Plant startete eine Solokarriere, Jimmy Page tat sich unter anderm mit den Black Crowes, David Coverdale und Puff Daddy zusammen :-) , John Paul Jones betätigte sich die nächsten 19 Jahre als Produzent und Arrangeur unter anderem für R.E.M. , Peter Gabriel und Ben E. King.
1994 kam es zur Veröffentlichung der Platte "Sporting Life" mit der Künstlerin Diamanda Galás. 1998 macht Jones sich dann endlich an die Arbeit das erste völlig unter seinem eigenen Namen erscheinende Album "Zooma" zu komponieren.
Soviel dazu.
Es ist ein reines Instrumental-Album geworden. Singen würde er erst auf seinem zweiten Album "The Thunderthief".
"Zooma" beginnt mit dem Titeltrack namens,... ähm, "Zooma". Dieser wiederum fängt an mit den Ingredenzien Lärm, einer großartigen Melodie und ebenso verzerrten Gitarren, die Butthole Surfer Paul Leary beisteuert, und groovt eine Weile rücksichtslos und munter vorwärts, bis die vorherigen Zutaten nur noch zu Lärm zusammengeschmolzen sind und sich eine vollkommen easy-listening-untaugliche Klangcollage zusammenbraut, sodass am Ende alles schön brav zusammenfällt.
In "Grind", das eins, zwei Radikalitätsstufen weiter unten herumböllert als sein Vorgänger und zu Beginn fast klingt wie ZZ Top anfang der Achtziger, höre ich nach einer Weile eine Computerstimme die mir sagt, "I've seen you here before", dann endet plötzlich alles und das ruhige, gelassene "The Smile Of Your Shadow" übernimmt. Es gibt auf einmal Akkustik-Gitarren und Streicher und einen Möglichkeit zum Verschnaufen, leider ist allerdings die zwingende Melodie abhanden gekommen, bis sich der Song in der zweiten Hälfte doch noch ein wenig aufbauscht.
"Bass N' Drums" klingt, nun ja, so wie es heißt. Es gibt Schlagzeug und Bass, sonst nichts, und alles klingt wie ein sehr entspannter, sehr geiler Jam, nicht mehr, nicht weniger. Der Song wird denen gefallen, die JPJ als Bassisten hoch schätzen und/oder selbst Bass spielen oder einfach Jams gern haben. Möglicherweise Leute wie ich also. Sonst gibt es an dieser Stelle nicht viel zu holen.
Snake Eyes hat meiner Meinung nach etwas von Led Zep's "Heartbreaker", nicht vom ganzen her (das komplette Album hat wenig bis gar nichts mit Led Zeppelin zu tun), sondern von dem Hauptriff her. Gut, es gibt hier auch noch "Kashmir"-artige Streicher, die auch Beethoven stehen könnten, und ein "When the levee breaks"-ähnliches fiebriges, hypnotisches Wiederholen eben dieses Hauptriffs. Großartig!!! Bester Song der Platte, kurz gesagt!!!!
Nosumi Blues nimmt seinen Inhalt ähnlich wie "Bass N' Drums" in seinem Namen vorweg. Es gibt hier nur die Blues-Improvisationen spielende Gitarre am Anfang, bis dann nach fast drei Minuten das Schlagzeug einsetzt. Melodien sind jedoch auch nach mehrmaligem Hören nicht auszumachen...
Das Album endet schließlich so wie es angefangen hat. Radikal in Lärm und Groove und großartigen Melodiebögen! Tidal gibt sich nicht wie die vorangegangen Stücke mit Vier-Viertel-Takten zufrieden, es wildert überall herum und macht auch vor Nebelhorn-artigen Synthie-Attacken nicht halt.
Soviel zu den einzelnen Songs.
Ich liebe dieses Album. Sehr sogar. Und es war Liebe auf den ersten Blick, bzw. auf das erste Hören. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich in meiner Album-Top-100-Liste Springsteens Doppelschlag "The River" auf Platz 2 heruntersetze und John Paul Jones übernehmen lasse. Natürlich gerne in dem Bewusstsein, dass der Unterschied zwischen den beiden Platten ungefähr so groß ist wie die Entfernung unseres Planetens zum nächsten Fixstern Alpha Centauri.
Und noch was: in meiner ersten "Listen to her heart" Sendung auf stone.fm habe ich John Paul Jones' "Ice Fishing At Night" vom zweiten Album "The Thunderthief" gespielt. Nichts von dieser herzergreifenden Klavierballade hat mit diesem Werk hier zu tun!!! Großer Anspieltipp "Snake Eyes" und die herrlichen Lärmbolzen "Zooma" und "Tidal"!!!
:bier:
Ich muss das mal tun, ich werde vielleicht kaum Zuspruch finden, aber ich versuch's mal.
Es geht um John Paul Jones' erstes Solo-Album "Zooma".
Ein bisschen Trivia zuerst. Klar kennt jeder Led Zeppelin, die Auflösung der Band nach dem Tod John Bonhams ist auch hinlänglich bekannt. Robert Plant startete eine Solokarriere, Jimmy Page tat sich unter anderm mit den Black Crowes, David Coverdale und Puff Daddy zusammen :-) , John Paul Jones betätigte sich die nächsten 19 Jahre als Produzent und Arrangeur unter anderem für R.E.M. , Peter Gabriel und Ben E. King.
1994 kam es zur Veröffentlichung der Platte "Sporting Life" mit der Künstlerin Diamanda Galás. 1998 macht Jones sich dann endlich an die Arbeit das erste völlig unter seinem eigenen Namen erscheinende Album "Zooma" zu komponieren.
Soviel dazu.
Es ist ein reines Instrumental-Album geworden. Singen würde er erst auf seinem zweiten Album "The Thunderthief".
"Zooma" beginnt mit dem Titeltrack namens,... ähm, "Zooma". Dieser wiederum fängt an mit den Ingredenzien Lärm, einer großartigen Melodie und ebenso verzerrten Gitarren, die Butthole Surfer Paul Leary beisteuert, und groovt eine Weile rücksichtslos und munter vorwärts, bis die vorherigen Zutaten nur noch zu Lärm zusammengeschmolzen sind und sich eine vollkommen easy-listening-untaugliche Klangcollage zusammenbraut, sodass am Ende alles schön brav zusammenfällt.
In "Grind", das eins, zwei Radikalitätsstufen weiter unten herumböllert als sein Vorgänger und zu Beginn fast klingt wie ZZ Top anfang der Achtziger, höre ich nach einer Weile eine Computerstimme die mir sagt, "I've seen you here before", dann endet plötzlich alles und das ruhige, gelassene "The Smile Of Your Shadow" übernimmt. Es gibt auf einmal Akkustik-Gitarren und Streicher und einen Möglichkeit zum Verschnaufen, leider ist allerdings die zwingende Melodie abhanden gekommen, bis sich der Song in der zweiten Hälfte doch noch ein wenig aufbauscht.
"Bass N' Drums" klingt, nun ja, so wie es heißt. Es gibt Schlagzeug und Bass, sonst nichts, und alles klingt wie ein sehr entspannter, sehr geiler Jam, nicht mehr, nicht weniger. Der Song wird denen gefallen, die JPJ als Bassisten hoch schätzen und/oder selbst Bass spielen oder einfach Jams gern haben. Möglicherweise Leute wie ich also. Sonst gibt es an dieser Stelle nicht viel zu holen.
Snake Eyes hat meiner Meinung nach etwas von Led Zep's "Heartbreaker", nicht vom ganzen her (das komplette Album hat wenig bis gar nichts mit Led Zeppelin zu tun), sondern von dem Hauptriff her. Gut, es gibt hier auch noch "Kashmir"-artige Streicher, die auch Beethoven stehen könnten, und ein "When the levee breaks"-ähnliches fiebriges, hypnotisches Wiederholen eben dieses Hauptriffs. Großartig!!! Bester Song der Platte, kurz gesagt!!!!
Nosumi Blues nimmt seinen Inhalt ähnlich wie "Bass N' Drums" in seinem Namen vorweg. Es gibt hier nur die Blues-Improvisationen spielende Gitarre am Anfang, bis dann nach fast drei Minuten das Schlagzeug einsetzt. Melodien sind jedoch auch nach mehrmaligem Hören nicht auszumachen...
Das Album endet schließlich so wie es angefangen hat. Radikal in Lärm und Groove und großartigen Melodiebögen! Tidal gibt sich nicht wie die vorangegangen Stücke mit Vier-Viertel-Takten zufrieden, es wildert überall herum und macht auch vor Nebelhorn-artigen Synthie-Attacken nicht halt.
Soviel zu den einzelnen Songs.
Ich liebe dieses Album. Sehr sogar. Und es war Liebe auf den ersten Blick, bzw. auf das erste Hören. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich in meiner Album-Top-100-Liste Springsteens Doppelschlag "The River" auf Platz 2 heruntersetze und John Paul Jones übernehmen lasse. Natürlich gerne in dem Bewusstsein, dass der Unterschied zwischen den beiden Platten ungefähr so groß ist wie die Entfernung unseres Planetens zum nächsten Fixstern Alpha Centauri.
Und noch was: in meiner ersten "Listen to her heart" Sendung auf stone.fm habe ich John Paul Jones' "Ice Fishing At Night" vom zweiten Album "The Thunderthief" gespielt. Nichts von dieser herzergreifenden Klavierballade hat mit diesem Werk hier zu tun!!! Großer Anspieltipp "Snake Eyes" und die herrlichen Lärmbolzen "Zooma" und "Tidal"!!!
:bier: