Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Harte Realität
Whole Lotta Pete
31.03.2007, 00:05
Hier ein neues Metal-Unterforum? Sehr schön. Leider hat noch niemand die bisherigen Metal-Threads hier her verschoben. Ich will aber gleich mal einen News-Thread eröffnen, weil mir das hier so eben von tagesschau.de (http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6571144_,00.html)untergekommen ist:
Neuseeländer forscht Heavy-Metal-Fans aus
Über Nackentapeten und Stretchjeans
Mit Hilfe eines Stipendiums der neuseeländischen Regierung soll die Welt bald mehr über die Gewohnheiten von Heavy-Metal-Fans erfahren. Das Forschungsgeld in Höhe von umgerechnet mehr als 50.000 Euro ermöglicht es dem Studenten Dave Snell, in den nächsten drei Jahren den "Alltag der Prolls: Persönlichkeit und Gemeinschaft unter Heavy-Metal-Fans" (im Englischen: "The everyday life of Bogans: Identity and community among heavy metal fans") zu studieren. Zu seinen Forschungsthemen gehören die Tanzstile zu Metal, wie beispielsweise das heftige Kopfschleudern (Headbanging) sowie das imaginäre Gitarrenspiel. Außerdem soll es um die identitätsstiftende Wirkung von Piercings und Tattoos gehen.
Erstes Subjekt von Snells Forschung ist er selbst: "Der Prototyp des Prolls trägt enge schwarze Jeans, ein Metallica-T-Shirt, den Fransenhaarschnitt der 80er Jahre und kennzeichnet sich aus durch seine Liebe zu Bier und Autos. Ich bin sehr stolz darauf, mich einen Proll nennen zu können", sagte der Student dem Sender "Radio New Zealand". Die staatliche Kommission, die für die Vergabe der Stipendien zuständig ist, verteidigte ihre Entscheidung vorsorglich: "Die Studie wird uns helfen, unsere unterschiedlichen Gemeinschaften und unsere jungen Leute besser zu verstehen", sagte ihr Leiter Frannie Aston.
Lauteste Band der Welt lärmt durch Deutschland
Wie aktuell dieses Thema auch in Deutschland ist, beweist zurzeit die US-amerikanische Metalband Manowar. Die lauteste Band der Welt stürmte Anfang März die deutschen Albumcharts. Mit wehenden Haarmähnen (in der Fachsprache auch Nackentapeten genannt) und Staumauer hohen Klangwänden aus hoffnungslos überproduzierten Gitarrenriffs mussten sich die die alternden Metal-Götter mit den kräftigen Oberarmen nur den aufgestylten Teenielieblingen aus dem Tokio Hotel geschlagen geben.
Zu den Konzerten von Manowar strömen aus in Vergessenheit geratenen Provinzen der Republik die oben beschriebenen Prolls in die Städte, um sich den Gehörgang endlich mal wieder richtig freipusten zu lassen. Laut Guiness-Buch der Rekorde erreichte Manowar mit einem Schalldruckpegel von 129,5 Dezibel im März 1994 unter Abwesenheit von Publikum einen Weltrekord. Bei Konzerten liegt dieser Wert lediglich zwischen 115 und 120 Dezibel. Ein Presslufthammer erreicht in einem Meter Entfernung gemessen 100 Dezibel.
Echtes Lebensgefühl - nicht authentisch
Seit 30 Jahren kann sich die Metal-Kultur konsequent halten - trotz vieler personeller Ausfälle durch den dazugehörigen ungesunden Lebensstil, bei dem so mancher bereits in frühen Jahren seine biologische Grenzen zur Kenntnis nehmen musste. Und wenn die Punk-Subkultur demnächst endgültig kommerziell ausgeweidet sein sollte, lässt sich Pop-Ikone David Beckham vielleicht eine beeindruckende Vokuhila-Frisur (vorne kurz - hinten lang) mit Minipli verpassen. Doch auch das wird Heavy Metal nicht kaputt machen. Die zum Forschungsobjekt mutierten Prolls sind der lebende Beweis: Heavy-Metal ist kein bisschen hipp - Metaller trinken billigen Filterkaffe - und keinen Latte Macchiato. Hier handelt es sich um echtes Lebensgefühl und keinen medialen und "authentischen" Abklatsch von irgendeiner anderen Subkultur. Und daher werden Manowar sicherlich noch lärmen, wenn das Tokio Hotel nur noch eine verlassene, seelenlose Ruine ist.
Bei solchen Forschungen kommt meist nur gequirlter Senf raus. Ebenso bei sämtlichen Büchern und Nachrichtenmagazin-Artikeln, die ich bisher zum Thema gelesen habe. Die hatten zwar häufig einen guten Ansatz, aber letztlich verloren sich die Autoren doch in all diesen kleinen Fehlern, die man eben nur aus der Außenansicht macht. Garniert wird sowas gern mit dem üblichen Schwachsinn, wie "Heavy Metal macht die Milch bei Kühen sauer" oder "...lässt Zimmerpflanzen eingehen". Außerdem hab ich höchstpersönlich mal eine Facharbeit zum Thema in den Sand gesetzt, da kenn ich mich also aus ;-)
Der typische Heavy Metal Fan...nun ja, wer soll das schon sein. Jedenfalls wird hier ein Durchschnitt bemüht, und da zerrt man die üblichen Verdächtigen an den (teils gar nicht mehr so langen) Haaren herbei - Metallica (seit Anfang der 90er Hausfrauen-Metal, vorher sehr gut, ok), Manowar (niemals kommen die in meine Sammlung) und natürlich die aktuell unvermeidlich nervenden Lordi (Abbildung auf der tagesschau.de-seite). Also alles drei beknackte Beispiele.
Gut finde ich aber den letzten Absatz, das trifft es eigentlich genau. Zu den genannten Attributen:
Proll - nein
Fransenhaarschnitt der 80er - nein
Metallica-Shirt, enge schwarze Jeans usw. - nein
Bier und Autos - ja
Billiger Filterkaffee statt Latte Macchiato - absolut!
Tja, mit den Klischees über Metaller ist das so eine Sache. Der letzte Absatz, überhaupt der ganze Text, trifft es für mich so gar nicht.
Ich...
- bin kein Proll
- habe kurze Haare
- trage keine Metal-Shirts
- ziehe einen Cafe Creme aus meiner Delonghi-Kaffeemaschine jederzeit einem Filterkaffee vor
- mag Latte Macchiato
- habe kein ausgeprägtes Faible für Autos
- trinke aber gerne Bier.
Statistisch wäre ich wohl ein Beobachtungsfehler. Warum werde ich den Eindruck nicht los, dass solche Milieustudien meist für den Allerwertesten sind?
Ach so, Pete, über Manowar läßt sich natürlich trefflich streiten, aber eine Metalsammlung ohne eines ihrer alten Alben? Da fehlt doch was.
Whole Lotta Pete
31.03.2007, 05:36
Ach so, Pete, über Manowar läßt sich natürlich trefflich streiten, aber eine Metalsammlung ohne eines ihrer alten Alben? Da fehlt doch was.
Nein.
Bäuche des Satans
Watain, Legion of the Damned, Celtic Frost und Kreator im Columbiaclub
von Jens Balzer aus Berliner Zeitung, 31.03.2007
Den lesenswertesten Bauch der laufenden popmusikalischen Saison gab es am Donnerstagabend im Kreuzberger Columbiaclub zu bewundern. Er war nicht nur ganz gegen den gegenwärtigen Trend zum bauchmäßigen Sich-gehen-Lassen - zu hochkulturellen Päckleins, proletarischen Plauzen und über alle Klassenschranken sich hinwegwölbenden Wänsten - hammerhart flach trainiert und definiert, sondern zudem auf breit gebildete Weise mit diabolischen Zeichen aus allen Kulturen, Epochen und Erdteilen beschriftet. In Form von Tätowierungen, Brand- und sonstigen Narben hat sich Erik Danielsson, Sänger der schwedischen Black-Metal-Gruppe Watain, seinen Bauch mit Pentagrammen, gnostischen Hieroglyphen und sonstwelchen religiös-esoterischen Symbolen verziert. Vor Beginn der Watain-Konzerte pflegt er sich zudem ein kleines Loch in seinen Nabel zu stechen, aus dem es dann während des anschließenden Gekreischs und Gebollers munter blutig pulsiert.
Watain, 1998 in Uppsala gegründet, sind gegenwärtig die bekanntesten musikalischen Vertreter des Misanthropisch-Luziferischen Ordens; dieser betrachtet sich laut seinem Ordens-Statut als satanistische Ökumene: eine Verbindung verschiedener Formen der Teufelsanbetung, insbesondere des drakonischen Setanismus, des sumerischen Chaos-Gnostizismus und der kliffotischen Anti-Kabbalah; vorderstes Vereinsziel ist die Befreiung der "schwarzen Flamme" in uns allen und die anschließende Erlösung der Welt von allen Regeln.
Dabei distanziert sich der misanthropische Luziferismus scharf von den von ihm so genannten "christlichen Mainstream-Satanisten", die sich an Stelle der kosmischen Entgrenzung des Bösen auf die Verehrung des aus der Bibel bekannten gefallenen Engels beschränken. Bei dem Berliner Konzert von Watain schlug sich dieser Unterschied allerdings nicht so nieder; schon das in der Bühnenmitte platzierte, liebevoll geschmiedete umgedrehte Kreuz verwies auf eine eher klassisch antichristliche Symbolik. Das Schlagzeug war zünftig mit eisernen Ketten verhängt und die Bühne mit gepfählten Ziegenbockschädeln geschmückt; die Band kam im Black-Metal-typischen corpse paint auf die Bühne und entsandte zwischen ihren flott gegrunzten Hochgeschwindigkeitsstücken herzliche Grüße an "Azerate" und "Satanas".
Watain spielten den Auftakt eines insgesamt recht kurzweiligen Death-, Black- und Thrash-Metal-Generationentreffens; neben den ihnen nachfolgenden, trotz des gegenwärtigen Hypes in der Fachpresse musikalisch jedoch nicht weiter nennenswerten Legion of the Damned standen zwei Traditionsgruppen des Thrash Metal auf dem Programm: Celtic Frost und Kreator.
Celtic Frost aus der Schweiz waren dabei zum ersten Mal seit langer Zeit wieder auf einer Berliner Bühne zu sehen; von zirka 1984 bis 1990 eine der stilprägendsten Bands des Genres, haben sie sich kürzlich erst für das Album "Monotheist" reformiert. Das fortgeschrittene Alter der Akteure schlug sich dabei im Konzert in einer strikten Verlangsamung des Gitarrenspiels nieder.Gerade auch die klassischen Celtic-Frost-Songs von den Alben "To Mega Therion" und "Into the Pandemonium" wurden bei zirka halber Geschwindigkeit dargeboten - was ebenso den Unmut der Traditionshörer erweckte wie der Umstand, dass Sänger und Gitarrist Thomas Gabriel "Warrior" Fischer statt mit Metaller-Matte und corpse paint mit kurzen Haaren und schwarzer Wollmütze auf die Bühne kam; von der Black-Metal-typischen Leichenschminke waren lediglich zwei pechschwarz ausgemalte Augenhöhlen geblieben, wodurch "Warrior" nun weniger wie ein Untoter aussah, sondern vielmehr wie ein Pandabär. "Wie sieht der denn aus! Geh nach Hause und zünd dir nen Ofen an, du Arsch", kritisierte das Publikum diese Erscheinung, die bei vorurteilsfreier Betrachtung vor allem recht putzig wirkte.
Putzigkeit allerdings ist für Metaller noch nie ein Kriterium gewesen; auch der gemütliche Schweizer Akzent, in dem Bassist Martin Eric Ain zwischen den Stücken antikatholische Stegreifpredigten unter anderem im Gedenken an seine kürzliche verstorbene Mutter hielt ("das Paradies, nach dem sie sich sehnte, werde ich nie betreten"), trug nicht wirklich zur Pathos-Steigerung bei. Was Celtic Frost fundamental von der letzten Gruppe des Abends unterschied: Kreator - aus dem religiös ja eher leidenschaftslosen Ruhrgebiet - haben sich in ihrer auch schon 20-jährigen Karriere noch niemals mit teuflischem Gepose aufgehalten, sondern bleiben beim musikalischen Niederprügeln der Hörer heute wie stets spirituell strikt neutral. So wirkten sie zugleich frischer und weniger albern, andererseits aber auch ein bisschen unkonturiert: Ohne Satan altert man besser; in Erinnerung bleibt man, das wurde an diesem Abend wieder bewiesen, eher mit ihm.
Sonic Juice
31.03.2007, 11:33
von der Black-Metal-typischen Leichenschminke waren lediglich zwei pechschwarz ausgemalte Augenhöhlen geblieben, wodurch "Warrior" nun weniger wie ein Untoter aussah, sondern vielmehr wie ein Pandabär.
http://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/d015.gif
Sehr amüsanter Artikel aus der BZ! Geradezu verblüffend elegant und pointiert und zugleich dem Genre zugeneigt und informiert geschrieben, ohne die übliche Überdosis Spott, Hohn oder Irritation. Danke, Mikko!
Hätte im Übrigen nicht gedacht, dass sich Kreator mit solchen Black Metal-Kaspern wie Watain irgendwie verbunden fühlt. Ob das Billing wohl eine Herzensangelegenheit war?
DR.Nihil
31.03.2007, 17:35
Statistisch wäre ich wohl ein Beobachtungsfehler. Warum werde ich den Eindruck nicht los, dass solche Milieustudien meist für den Allerwertesten sind?
Was soll bei einer Studie mit dem Titel "Alltag der Prolls", die von jemandem durchgeführt wird, der selbst stolz auf sein Proll-Dasein ist, auch anderes herauskommen als eine Selbstbestätigung? Vermutlich werden überhaupt nur Metaller mit einbezogen werden, die schon äußerlich als solche zu identifizieren sind.
Deine eigene verbockte Arbeit zum Thema würde mich allerdings interessieren, Pete.
@Sonic
Balzer schreibt relativ oft über die verschiedenen Spielarten des Metal. Er kennt sich da offenbar wirklich gut aus. Erstaunlich finde ich, dass ihm die Redaktion regelmäßig so viel Platz für derartige Rand- und Insiderthemen gibt im Feuilleton einer Tageszeitung.
Dieser Thread könnte eine schöne Sammelstelle für Pressemeldungen jeder Art zum Thema werden.
@ Skraggy: keine Band Shirts?
@ Skraggy: keine Band Shirts?
Nur zu Konzerten. Außerdem habe ich auch nicht sonderlich viele. Davon abgesehen kann ich dem Klischee-Metal-Look überhaupt nichts abgewinnen. Konnte ich noch nie.
Was soll bei einer Studie mit dem Titel "Alltag der Prolls", die von jemandem durchgeführt wird, der selbst stolz auf sein Proll-Dasein ist, auch anderes herauskommen als eine Selbstbestätigung? Vermutlich werden überhaupt nur Metaller mit einbezogen werden, die schon äußerlich als solche zu identifizieren sind.
Es kommt ja nicht selten vor, dass sich Metaller über die häufig einseitige Wahrnehmung der Szene durch Medien echauffieren. Von daher finde ich es bedauerlich, dass dieser Dave Snell die Gelegenheit bewusst nicht ergreift, ein differenziertes Bild der Szene zu zeichnen und dieser dadurch einfach nicht gerecht wird.
Whole Lotta Pete
01.04.2007, 01:06
Deine eigene verbockte Arbeit zum Thema würde mich allerdings interessieren, Pete.
Nun, was soll ich da erzählen. Ich war ungefähr 19 und kurz vorm Fachabitur. Als Facharbeitsthemen gab es wahlweise langweilige Literaturvorgaben oder so tolle Ideen wie "Die Umgehungsstrasse in meinem Heimatort". Ich hab meinen Lehrer gefragt, ob ich was über Musik schreiben kann, er hat es erlaubt. Vorgabe war möglichst ein Vergleich und eine einhergehende Analyse. Ich hab dann ein Thema zusammengeschraubt, in etwa ein Vergleich von Black Sabbath als Vertreter der 70er Jahre und Slayer als Vertreter der 80er Jahre mit besonderem Augenmerk auf okkulte Thematik...oder so ähnlich (daher auch diese beiden Bands, ich weiß schon dass Slayer kein Aushängeschild für typischen 80er Metal sind).
Zu der Zeit hab ich gerade wie wild 2nd-Hand-Vinyl von Black Sabbath für billiges Geld erstanden und ständig gehört, Slayer sowieso. Die Arbeit war ein erster Einstieg in wissenschaftliche Vorgehensweisen und daher auch armselig. Ich war übelst subjektiv, hab einige Alben lobgepriesen bis zum Abwinken und dämliche Anekdoten in den Texten verbraten. Außerdem waren die Literaturquellen sehr beschränkt, irgendwo zwischen "Wir wollen nur deine Seele" und "Matthias Herr´s Heavy Metal Lexikon". Die Arbeit hab ich etwa in einer Woche geschrieben, dabei liefen ständig entsprechende Platten auf entsprechender Lautstärke, Kumpels waren anwesend und brachten unheilvolle Getränke mit...nun ja. Etwa die Hälfte des Textes entstand wohl im angetrunkenen Zustand und unter Musikdauerbeschallung.
Außerdem hatte ich natürlich noch keinen Computer und schrieb mit einer alten mechanischen Schreibmaschine, die mich zum Wahnsinn trieb. Daher wurde kaum etwas geändert, was einmal zu Papier gebracht war. Im Endeffekt drückte der Lehrer ein Auge zu und gab mir eine 3. Wissenschaftliches Arbeiten hab ich erst später lernen können, aber lustig war es allemal und der Lehrer bekam noch ein Tape von mir mit diversem Geknüppel. Schöne Zeit damals.
DR.Nihil
01.04.2007, 01:39
Wissenschaftliches Arbeiten hab ich erst später lernen können,
Wer hat das schon in der Schule gelernt?!
Whole Lotta Pete
23.05.2007, 23:05
Mal wieder eine Metal-Nachricht:
Metal-Band aus den Charts verbannt (http://www.laut.de/vorlaut/news/2007/05/10/15270/index.htm)
Disqualifiziert in der ersten Runde: Die Official UK Charts Company schmeißt das Album "In Sorte Diaboli" der norwegischen Band Dimmu Borgir aus der Wertung. Das Cover der Platte verstoße gegen die Regeln des Kontrollmediums. Yorck Eysel vom Dimmu Borgir-Label Nuclear Blast betonte gegenüber Blabbermouth, dass sonst eine hohe Charts-Platzierung in Großbritannien zu erwarten gewesen wäre.
Interessanter wird es bei diesem Abschnitt:
Zunächst war ein Spiegel auf dem Cover des Digipacks der Stein des Anstoßes, der gegen die harten Regeln der Charts Company verstößt. Als das Label Einspruch erhob, weil der Spiegel allein dekorative Zwecke erfülle, fand das Kontrollmedium neue Gründe für einen Ausschluss.
In der Zwischenzeit hatten die akribischen Mitarbeiter nämlich noch einen Verstoß gefunden: im Inneren des Digipacks befand sich ein Flyer mit einem Gewinnspiel. Die Fans der Truppe aus Norwegen hatten damit die Chance, ihre Helden zu treffen.
Damit ist die UK Charts Company ist nicht einverstanden, genau dieses Gewinnspiel könne ein Wettbewerbsvorteil sein.
Riecht unangenehm nach "nicht sein kann, was nicht sein darf".
Und da wir schon bei Dimmu Borgir sind: Es war irgendwie an mir vorbei gegangen, wie große die Band inzwischen ist. Ich staunte neulich Abend nicht schlecht, als Dimmu auf RTL 2 als "No. 1 Bullet of the Week" beworben wurden. Ist für solch eine Band eigentlich nicht gerade üblich.
Whole Lotta Pete
24.05.2007, 01:31
Abfällig könnte man Dimmu Borgir "Kinder-Black-Metal" nennen. Aber bemerkenswert ist hier schon die konstruierte Charts-Sperre. Es geht nämlich nicht um Gewalt-Zensur oder ähnliches, nein. Ein dämlicher kleiner Spiegel und eine Postkarte für ein Gewinnspiel sind die Steine des Anstoßes. Ich hab schon zig CDs mit solchen Postkarten drin gekauft, keine davon wurde irgendwo raus verbannt?
Das gleiche gab's aber schonmal mit dem letzten Beck-Album, weil man sich das Cover selber zusammenbasteln durfte oder so. Naeheres hier (http://www.nme.com/news/beck/24585)
Whole Lotta Pete
30.06.2007, 15:30
Seit gestern läuft in Würzburg das Rockfalls-Festival (http://www.rockfalls.de/), mit allerlei Metal- und Rockbands 3 Tage am Stück. Es handelt sich um eine Indoor+Outdoor-Angelegenheit, allerdings mit Zeltplatz. Sorry, dass ich noch nicht früher Werbung gemacht hab. Heute spielen u.a. One Man Army und Pro Pain. Morgen gibt es dann z.B. Pungent Stench und Belphegor. Wegen letzteren strich das eigentlich kleine und unbekannte Festival noch diese Woche ungeplante Medienpräsenz ein. Der Würzburger Bischof hat Auftrittsverbot für die Band beantragt (http://www.mainpost.de/mainfranken/fb/subdir/art18773,4031388). Jetzt spielen sie in einem abgesonderten Saal mit Altersnachweis, außerdem müssen sie auf einen bestimmten Song verzichten.
Ich werde heute spät nachts eintrudeln und wahrscheinlich noch ein bißchen mit auflegen (Aftershow Party). Morgen bin ich bei Pungent Stench wohl auf jeden Fall live dabei.
dr.music
30.06.2007, 16:12
@ WLP
Glaube auch nicht, dass auch nur eine der von Dir erwähnten Bands einen Fori aus seinem Zimmer gelockt hätte.;-):wirr:
Sonic Juice
30.06.2007, 16:36
Nun ja, Pungent Stench ist schon ne Marke.
über dieses festival würde ja gross im "boten" geschrieben. war mir gleich klar, das pete seine finger im spiel hat:-)
dr.music
30.06.2007, 17:05
Nun ja, Pungent Stench ist schon ne Marke.Für Dich auch?
Sonic Juice
30.06.2007, 17:20
Ja, in den alten Tagen meines regelmäßigen Rock Hard-Konsums Anfang der 90er, also in den Hochzeiten von Grind und Death, bin ich wegen der krassen Albumcover auf sie aufmerksam geworden. Sie haben sozusagen das speziell Wienerische ins Genre gebracht, einerseits explizite provokative Morbidität und Splatter-Ästhetik mit Blut, Sex und Eingeweide, andererseits aber auch stilistische Offenheit sowie eine ironische Distanz zum Thema. Sie haben auch immer recht freundliche Besprechungen im Rock Hard bekommen, wenn ich mich recht erinnere. Habe zwar keine Platte von ihnen, aber live mag das schon seinen Reiz haben.
Whole Lotta Pete
30.06.2007, 19:02
@ WLP
Glaube auch nicht, dass auch nur eine der von Dir erwähnten Bands einen Fori aus seinem Zimmer gelockt hätte.;-):wirr:
Noch kein einziger Event-Tipp von mir in den letzten 4 Jahren hat hier irgendwen aus seinem Zimmer gelockt, nicht mal die Leute aus Würzburg. Ich bin das also gewohnt. Außerdem ist die Hauptattraktion sowieso, wenn ich heute Nacht vom Grillen kommend dort eintrudele und schwankend das DJ-Nest entere, um den Saal in Flammen aufgehen zu lassen ;-)
über dieses festival würde ja gross im "boten" geschrieben. war mir gleich klar, das pete seine finger im spiel hat:-)
Was für ein Bote? Ich hab die Finger nicht wirklich im Spiel, ich kenn nur die ganzen Leute, die das machen.
Ja, in den alten Tagen meines regelmäßigen Rock Hard-Konsums Anfang der 90er, also in den Hochzeiten von Grind und Death, bin ich wegen der krassen Albumcover auf sie aufmerksam geworden. Sie haben sozusagen das speziell Wienerische ins Genre gebracht, einerseits explizite provokative Morbidität und Splatter-Ästhetik mit Blut, Sex und Eingeweide, andererseits aber auch stilistische Offenheit sowie eine ironische Distanz zum Thema. Sie haben auch immer recht freundliche Besprechungen im Rock Hard bekommen, wenn ich mich recht erinnere. Habe zwar keine Platte von ihnen, aber live mag das schon seinen Reiz haben.
Pungent Stench haben ihre besten Tage hinter sich, aber waren zum Jahrzehntwechsel 80er/90er eine großartige Band. Wenn du sie nur durch Cover Artwork wahrgenommen hast, ist das etwas traurig. Es gab sicher jede Menge Platten mit reichlich Gedärm auf den Bildern, aber wenig Substanz, vor allem zu wenig, um über die Jahre zu bestehen. Pungent Stench dagegen hatten eine eigenen, auch humorvollen Charakter und gute Ideen, außerdem waren sie schön abgedreht. Empfehlenswert sind auf jeden Fall die Alben "For god your soul...for me your flesh" (1990) sowie "Been caught buttering" (1991). Die EP "Dirty Rhymes & Psychotronic Beats" (1993?) ist auch gut, das ´94er Album "Club Mondo Bizarre" war nur teilweise begeisternd, aber nicht übel. Danach kam nichts mehr für mich.
Was für ein Bote? Ich hab die Finger nicht wirklich im Spiel, ich kenn nur die ganzen Leute, die das machen.
im "boten vom untermain", der zeitung für maintal, odenwald und bauland
Whole Lotta Pete
01.07.2007, 18:06
im "boten vom untermain", der zeitung für maintal, odenwald und bauland
Hmm, kenn ich nicht. Miltenberg oder so die Gegend? Jedenfalls hatte das Festival dann wenigstens etwas Bonus-Promo. Ich schau mir nachher Pungent Stench an. Morgen frei > Umtrunk möglich :-)
Tommyboy
02.07.2007, 12:18
Pungent Stench haben ihre besten Tage hinter sich, aber waren zum Jahrzehntwechsel 80er/90er eine großartige Band.
Die beiden Alben des "Hollenthon"-Nebenprojektes von Stencher Martin Schirenc find ich 1a! :-)
kennt die jemand?
Whole Lotta Pete
02.07.2007, 16:21
So, ein kleiner Bericht, das geht auch hier: Pungent Stench waren großartig. Die anwesenden Zuschauer bestanden zu großen Teilen aus jüngeren Metallern, die Pungent Stench nicht viel Bedeutung zumessen. Dennoch dürfte kaum einem im Publikum verborgen geblieben sein, wie schmissig diese Band grooven kann. Damit stellten sie an dem Tag mit Sicherheit den angenehmsten und hörenswertesten Sound auf dem ganzen Festival, für mich klar das Highlight. Sie waren allerdings nicht der Headliner, sondern lediglich für die Outdoor-Bühne von 20:30 bis 22 Uhr am Werk. Danach gab es die Durchsage, dass alle unter 18 leider das Gelände verlassen müssen, da nun Belphegor auftreten (siehe oben). Die Band brachte ihr Death/Black Material inbrünstig, technisch ganz gut und insgesamt überzeugend vor, aber für mich komplett uninteressant. Keine Hooklines, an die ich mich in irgendeiner Form erinnern würde.
Lustigerweise erkannte man die anwesenden Vertreter der Aufpasserfraktion, örtlichen Presse und womöglich Polizei auf Anhieb. Neben den üblichen Oberlippenbärten hatte man sich zwar die möglichst dunkel gestreiftesten Polo-Hemden des verfügbaren Kleiderschranks ausgesucht, fiel aber auf wie eine Horde bunter Hunde. Meine Güte, welch Lächerlichkeit. Das Ganze verlief völlig unspektakulär.
Ganz am Ende folgte noch eine halbe Ewigkeit an Umbaupause, bis eine Band namens "The Ocean" endlich zu Werke ging. Ihre eigens mitgebrachte Technik (Licht, Laptop, jede Menge Instrumente...) wurde vor einer gespannt wartenden Menge aufgebaut. Ich hatte noch nie von denen gehört. Gerüchteweise sollte etwas interessantes folgen, jedoch war ich nach ein paar Songs schon wieder enttäuscht zum Bierstand abgewandert. Unangenehm an Screamo erinnernde Mischung aus irgendwas mit Growl/Kreisch-Vocals und mathematisch vertrackten Songaufbauten, die jegliche Eingängigkeit vermissen ließen. Während der ersten Songs wurde auch noch ständig von der Bühne Richtung Mischpult gedeutet und gestikuliert, da wurde mal ein Licht hier und ein Monitor dort als falsch eingestellt entlarvt. Viel Technik, wenig Begeisterung.
Dafür hab ich jetzt wieder einige typische Pungent Stench Texte im Kopf, da sie ein kleines Hit-Feuerwerk abgebrannt hatten. Zum Beispiel aus "Klyster Boogie" - "...the sound of her farts is my sweet melody". http://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/d015.gif
Naja es gibt da auch einen schönen Film , nahmens Metal ... der is eig sehr toll halt auf englich is en docu film der meiner meinung nach zutreffend ist udn keine sinnfreie fortschungs studie :) , wobei bin ja slebst weniger metaler ^^
Whole Lotta Pete
09.10.2007, 20:17
Immer wieder erquickend - Heavy Metal Pressemeldungen. Meist lässt der Sound da den Kühen die Milch sauer werden oder ähnliches, siehe hier im Thread weiter vorne. Diesmal aber:
Invalidenrente dank Heavy Metal
Der 42-jährige Roger Tullgren aus dem südschwedischen Hässleholm dürfte der erste Mensch der Welt sein, dem von offizieller Seite zugestanden wird, dass er aufgrund seines Musikgeschmacks arbeitsunfähig ist.
Er konnte vor Gericht in einem psychologischen Gutachten nachweisen, dass es ihm nicht möglich ist, einem regulären Job nachzugehen. Tullgren unterzeichnete ein Dokument, das ihm bescheinigt, dass sein Metal-Lebensstil eine Behinderung darstellt.
"Ich habe ein Formular unterzeichnet, in dem steht 'Roger fühlt sich verpflichtet, seinen Heavy Metal-Lifestyle öffentlich zu zeigen. Dies verschlechtert seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt, daher benötigt er finanzielle Hilfe", plauderte der Heavy-Jünger gegenüber der schwedischen Zeitung The Local. Im vergangenen Jahr besuchte Tullgren eigenen Angaben zufolge über 300 Konzerte und schwänzte des Öfteren seinen Job. Daraufhin verlor er seinen festen Arbeitsplatz.
Nun arbeitet Tullgren nebenher noch als Tellerwäscher. Sein neuer Boss erlaubt ihm sogar, am Arbeitsplatz Musik zu hören. Seine Kutte darf Roger ebenfalls anziehen. Konzertbesuche stehen ihm frei, solange er die verpasste Arbeitszeit nachholt, schreibt die Boulevardseite 20min.ch.
In einem Artikel über den kuriosen Fall meint ein Psychologe: "Ich denke, das ist doch reichlich seltsam. Wenn jemand spielsüchtig ist, versuchen wir ihn zu heilen und nicht, ihn noch zu ermuntern". Was wäre dann die Alternative? Sollte das Arbeitsamt in Hässleholm den Guten etwa in eine Entzugsklinik stecken? Ein schwieriger Fall.
Quelle: http://portal.gmx.net/de/themen/unterhaltung/musik/klatsch-tratsch/4760284-Invalidenrente-dank-Heavy-Metal,cc=0000001825000476028414qHep.html
:lol:..........:party:..........:doh:
Sorry, aber mehr fällt mir dazu nicht ein.
Whole Lotta Pete
07.11.2007, 00:15
Bushido klaut von Metal-Band. (http://www.laut.de/vorlaut/news/2007/11/05/17049/index.htm)
Whole Lotta Pete
07.11.2007, 00:16
Und wie immer ist auch Ozzy mal wieder (http://www.laut.de/vorlaut/news/2007/11/05/17050/index.htm)für eine metallische Nachricht gut:
Kreativer Freiheitsentzug: Ein Sheriff in North Dakota verschickte im Namen von Rockgreis Osbourne ungefragt Einladungen an gesuchte Straftäter, um diese auf einer fiktiven Party zu inhaftieren. Ozzy selbst geht der Namensmissbrauch natürlich schwer gegen den Lidstrich
Bushido klaut von Metal-Band. (http://www.laut.de/vorlaut/news/2007/11/05/17049/index.htm)
HIER! (http://www.rockhard.de/index.php?smod=p209ozI3plMgo2E1oT9aGJ9xCKWiL2gbLKW xYz5yq3Zhp2uipaEJnJI3GzI3plL%3D) gibt es die passenden Hörbeispiele dazu. Besonders der Klau von "Mourning Palace" in "Mittelfingah" (ganz tolle Schreibweise) ist dreist.
DR.Nihil
07.11.2007, 13:27
HIER! (http://www.rockhard.de/index.php?smod=p209ozI3plMgo2E1oT9aGJ9xCKWiL2gbLKW xYz5yq3Zhp2uipaEJnJI3GzI3plL%3D) gibt es die passenden Hörbeispiele dazu. Besonders der Klau von "Mourning Palace" in "Mittelfingah" (ganz tolle Schreibweise) ist dreist.
Ich will mir den Mist nicht unbedingt anhören: Aber dabei handelt es sich doch wahrscheinlich einfach nur um Samples, oder?
Ich will mir den Mist nicht unbedingt anhören: Aber dabei handelt es sich doch wahrscheinlich einfach nur um Samples, oder?
Sehr ausfürliche und dezent gepitchte Samples, ja.
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