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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jethro Tull Remasters



Jörg König
20.11.2006, 23:57
Die neue Schüttung JT-Remasters ist da.

Rock Island ***
Hätte "solide" im Zusammenhang mit künstlerischen Leistungen nicht den Beigeschmack von "langweilig", wäre "Rock Island" ein solides Album. Einem bösen Langweiler ("The Whaler's Dues") stehen viele schöne Melodien, freilich keine herausragenden Songs gegenüber. Der Gesamteindruck ist für JT recht heavy, als wollte man den albernen Hard-Rock-Grammy für den Vorgänger "Crest Of A Knave" nachträglich rechtfertigen. Der neue Sound passt zur Musik; was die Bonus-Tracks (4 Live-Songs in Trio-Besetzung aus der Aqualung-Ära) mit dem Album zu tun haben, erschließt sich mir nicht. Für Fans.

Catfish Rising ****
"I don't see me making that sort of focussed Blues-based music again, so make the most of it!" Kühler Kommentar von Ian Anderson in den Liner-Notes für eine Platte, die zu meinen JT-Favoriten gehört. Bluesrock ohne lange Haare, nach über 20 Jahren der direkte Nachfolger von "This Was" und "Stand Up". (Naja, a bisserl Prog gips auch, so sind se halt.) Bonustracks: Ein Outtake, der besser einer geblieben wäre und eine Live-Version von "Jump Start", mit der JT beweisen, dass sie einen konzentrierten 4-Minuten-Song ebenso problemlos wie sinnfrei auf 8 Minuten strecken und dabei völlig zerdaddeln können. Das furchtbare Hau-Drauf-Remaster empfehle ich allen Digital-Hassern als negative Reverenz-CD.

A Little Light Music ****
JT live around Europe, in 4-Mann-Besetzung. Der Drummer spielt Keyboards. Da musste man sich bei den Arrangements was einfallen lassen. Hat man auch. Das ist allemal besser als das statische, wie vom Notenblatt abgespielte und völlig falsch betitelte Live-Album "Bursting Out". Das augenzwinkernde Understatement im Titel stimmt. (Transparenter Sound, nicht ganz unwichtig bei den semi-akustischen Aufnahmen. Für Bonus-Tracks
war bei der mit fast 80 Minuten vollgespielten CD kein Platz.)

Roots To Branches **
Den Äußerungen der Musiker ist zu entnehmen, dass sie die Platte richtig gut finden. Der Titelsong ist Doane Perrys liebste Live-Nummer, und Ian Anderson findet aus irgendeinem Grunde die ganze Platte toll. Das erste Drittel ist auch okay, aber dann... Ian Anderson ohne Einfall auf der Suche nach einer Melodie... Die Songs werden immer länger. immer zäher, und wer es schafft, davon eine "Melodie" nicht innerhalb von 5 Sekunden zu vergessen, wird Wettkönig bei "Wetten, dass". Keine Bonustracks, gottseidank.

Amadeus
21.11.2006, 14:45
Die neue Schüttung JT-Remasters ist da.

Catfish Rising ****
Bluesrock ohne lange Haare, nach über 20 Jahren der direkte Nachfolger von "This Was" und "Stand Up". Das furchtbare Hau-Drauf-Remaster empfehle ich allen Digital-Hassern als negative Reverenz-CD.


Als Fan der frühen Jethro Tull kann ich gerne bestätigen, dass "Catfish Rising" zum besten gehört, was ich von JT in den letzten 25 Jahren gehört habe. Deiner Beurteilung nach lohnt sich die Remaster Version jedoch nicht?

Mick67
21.11.2006, 15:04
...Deiner Beurteilung nach lohnt sich die Remaster Version jedoch nicht? Ich denke, das Fragezeichen kannst Du durch einen Punkt ersetzen. ;-)

Dennis Blandford
21.11.2006, 15:11
Klasse Jörg, sehr gute Einschätzung der vorerst letzten Remasters-Reihe.
Dies sind die ersten Remasters die ich mir nicht kaufen werde. Wer diese CD’s schon im Regal hat, kann m.E. getrost auf den Kauf verzichten (O.K. Zweitausendeinswühltisch für 4,99 € ist eine Alternative). Der Bonusfaktor strebt gegen 0 und vor allem das Studiomaterial gehört zum schwächsten was Ian in der Bandgeschichte eingefallen ist. Nur Catfish erinnert einigermaßen an alte Glanztaten, weil es sich in Ansätzen an „Heavy Horses“ orientiert. Das sog. "catfish" outtake "Night in the wilderness" ist die Single B-Seite der brutal schwachen Single "This is not love" und ist meines Erachtens ein Highlight aus diesen Sessions, genauso wie jeder Song auf "Nightcap" aus der Periode 90/91 (Silver River Turning usw.), das Album fast schon zum Klassiker gemacht hätte.

Ein neuerliches „Outtake“ Album wäre für den Fan sicherlich ein größeres Geschenk gewesen als die Box-Set Rarities von 1988 nochmals gewinnbringend aufzubröseln.
Da Ian und seine Mannen in den Siebzigern und Achtzigern sehr viel produziert haben und unveröffentlichte Stücke wie „The Beach 1&2 (Warchild), Apocalypse (Stormwatch), Ten o’clock news (Too old…) sowie Dinosaur und DJ (Broadsword) noch in den Archiven schlummern, wäre ein komplettes Outtake Album ein feiner Zug gewesen; zumindest hätten die einzelnen Tracks die gesamte frühere Remasters-Reihe sicherlich aufgewertet. Vielleicht bleiben diese Tracks ja auch die Altervorsorge für seine Familie (Riester mäßig)?

Hoffentlich gelingt Ian zusammen mit Martin ein richtiger Schritt mit ihrer akustischen Tour 2006/2007. Dort sollen alte, selten gespielte Nummern präsentiert werden. Eigemtlich kein schlechter Ansatz zu einer besseren Legendenverwaltung als in den letzten 15 Jahren. Wenn nur die Stimmbänder mitspielen; denn ein Ian Anderson mit einer Stimme bis circa "Under Wraps" würde den Fan sicherlich glücklicher machen als "das" was er heute noch röchelt.

Cheerio

Dennis

Jörg König
23.11.2006, 23:41
Ich denke, das Fragezeichen kannst Du durch einen Punkt ersetzen. ;-)

Nö, da gehört sogar ein ! hin.

Jörg König
23.11.2006, 23:58
Wenn nur die Stimmbänder mitspielen; denn ein Ian Anderson mit einer Stimme bis circa "Under Wraps" würde den Fan sicherlich glücklicher machen als "das" was er heute noch röchelt.

Cheerio

Dennis

Ich höre ihn immer noch gerne, und die Stimme ist ja nach wie vor als Ian Anderson identifizierbar. Klar kriegt man gelegentlich schon vom Zuhören Halsschmerzen; und Aqualung Live ist im Vergleich zum Original eher naja...

Aber da ist halt auch sowas wie Zuneigung, seit Jahrzehnten schon. Seit dem Sommer 1971. Ich war noch 9 und wurde von der Musik gepackt. Loslassen war seitdem nicht drin.

Dennis Blandford
24.11.2006, 11:15
Langjähriger Fan zu sein ist schön und gut. Bei fast keiner anderen Band der Rockgeschichte ist mir der Abfall der Songqualität so bitter aufgestoßen wie bei Ian Anderson u. Jethro Tull. Seinen Stimmverlust in 1984 halte ich für so tragisch, dass ich die Darbietung fast aller Songs nach 1984 als subsidiär empfinde im Vergleich zu den Heydays. Bei "Roots to branches" z.B. suche ich heute noch die Melodien! D. Perry, Noyce u. Giddings sind jeder Hinsicht die falsche Wahl gewesen, nur gibt das niemand zu. Ich war Mitglied im Beggars Farm Fanclub u. habe Essays über den schmerzlichen Verlust von Evans, Palmer u. Barlow geschrieben. Die anderen Fans wussten teilweise gar nicht was ich meine bzw. waren zufrieden mit den Tull der Neuzeit. Die Art u. Weise wie Ian u. seine Mannen von 1971-1982 ihr Material vortrugen u. wie spielfreudig u. fein gesponnen die Alben aufgebaut waren (D. Palmer) lässt fast keinen Vergleich zum Altherrenrock a la „Kissing Willie“, „This is not love“ oder „Spiral“ (to name but a few) zu. Vielleicht wird das eine bessere Sache nur zusammen mit Martin Lancelot, ich weiss es nicht?

Einziger Lichtblick der letzten Jahre: Apocalypse performed by Dee Palmer + Beggars Farm. Für die unveröffentlichte Tull-Version würde ich...:sonne:

Jörg König
29.11.2006, 21:55
Ob's die falschen Musiker sind, weiß ich nicht; ich kann's fachlich nicht beurteilen. Allerdings hatte sich das 70er Line-Up hörbar auf Bursting Out und ein bisserl auch auf Stormwatch in eine ungute Routine gespielt. (Stormwatch, A-Seite: 2 Midtempo-Rocker, 1 Akustiksong, 1 langer Prog, 1 Instrumental. B-Seite: 2 Midtempo-Rocker, 1 Akustik-Song, 1 langer Prog, 1 Instrumental. Jeweils in dieser Reihenfolge. Das ist fast schon gruselig.)

Wenn du - neben Rare And Precious Chain - eine Melodie auf Roots To Branches findest, sag mir Bescheid. http://www.kurts-smilies.de/ja.gif

dr.music
29.11.2006, 22:04
... Die Art u. Weise, wie Ian u. seine Mannen von 1971-1982 ihr Material vortrugen u. wie spielfreudig u. fein gesponnen die Alben aufgebaut waren (D. Palmer) ...Der Zeitraum ist zum Ende richtig, aber willst Du die Jahre 1970 mit "Benefit" und 1969 mit "Stand up" (noch) nicht dazu zählen?

MacClaus
29.11.2006, 22:08
Schade, dass es Tulls Meisterwerk "Aqualung" in keiner akzeptablen Klangqualität zu kaufen gibt...

Für LP Fans (wird von Classic Records) neu aufgelegt! Remastered von den Ian Andersons persönlichen Master Tapes!!!

Info dazu: http://www.soundstage.com/music/mus0997g.htm

pink-nice
29.11.2006, 22:12
Schade, dass es Tulls Meisterwerk "Aqualung" in keiner akzeptablen Klangqualität zu kaufen gibt...

Für LP Fans (wird von Classic Records) neu aufgelegt! Remastered von den Ian Andersons persönlichen Master Tapes!!!

Info dazu: http://www.soundstage.com/music/mus0997g.htm

Die erste Aqualung Veröffentlichung war das Peinlichste überhaupt !!

Ja...seltsam ...seltsam...dann werde ich das wohl mal selber in die Hand nehmen müssen !

dr.music
29.11.2006, 22:19
Schade, dass es Tulls Meisterwerk "Aqualung" in keiner akzeptablen Klangqualität zu kaufen gibt... Also, akzeptabel ist die DeLuxe-Edition zum 25. Geburtstag von "Aqualung" aus 1996 schon! Ein klangliches Meisterwerk halt nicht.

Jörg König
29.11.2006, 22:39
Also, akzeptabel ist die DeLuxe-Edition zum 25. Geburtstag von "Aqualung" aus 1996 schon! Ein klangliches Meisterwerk halt nicht.

Falsche Diagnose, Herr Doktor.http://www.kurts-smilies.de/no.gif Das ist eine Vorzeige-CD für alle, die Remasters hassen. So flach, blechern und verrauscht wie keine CD-Edition uralter Platten von Ma Rainy, Mississippi John Hurt oder Blind Willie McTell. - Völlig unverständlich, wenn man hört, was klanglich mit Stand Up oder dem auf Vinyl extrem übel klingenden A passiert ist.

dr.music
29.11.2006, 22:44
Falsche Diagnose, Herr Doktor.http://www.kurts-smilies.de/no.gif Das ist eine Vorzeige-CD für alle, die Remasters hassen. Jörg, hast Du eine 500 € Anlage!??;-) Wundert mich jetzte schon, dass Du sie sooo schlecht hörst. Ich sagte ja nur "akzeptabel" im Sinne von "geht noch so durch".
Bei Dir fällt sie ganz unten durch.:lach:

Jörg König
29.11.2006, 22:49
Als Fan der frühen Jethro Tull kann ich gerne bestätigen, dass "Catfish Rising" zum besten gehört, was ich von JT in den letzten 25 Jahren gehört habe. Deiner Beurteilung nach lohnt sich die Remaster Version jedoch nicht?

So sieht's aus.

Einschränkung: Neulich war ich bei einer Freundin beim Geschirrspüldienst und legte diese CD ins Küchen-Radio-mit-CD-Player-und-Bass-Boost. Da klang sie fast schon gut. Das meine ich gar nicht ironisch oder so; wer Musik in solchen Geräten oder im Auto hört, ist mit dem Remaster ganz gut beraten. Gute Anlage oder gar Kopfhörer - s. o.

Jörg König
29.11.2006, 23:25
Jörg, hast Du eine 500 € Anlage!??;-) Wundert mich jetzte schon, dass Du sie sooo schlecht hörst. Ich sagte ja nur "akzeptabel" im Sinne von "geht noch so durch".
Bei Dir fällt sie ganz unten durch.:lach:

Anlage? 500 Euro? Ich bin eher mittlerer Mittelstand, da hat es nur für zwei Ohren gereicht. Mit denen höre ich allerdings ganz gut. http://www.kurts-smilies.de/shakehands.gif

pink-nice
30.11.2006, 12:46
Also, akzeptabel ist die DeLuxe-Edition zum 25. Geburtstag von "Aqualung" aus 1996 schon! Ein klangliches Meisterwerk halt nicht.

Die ist wirklich gar nichts...dann brauch ich keine Remastered !

Nes
30.11.2006, 13:59
Also, akzeptabel ist die DeLuxe-Edition zum 25. Geburtstag von "Aqualung" aus 1996 schon! Ein klangliches Meisterwerk halt nicht.
Schade, stand auf meiner Wunschliste oben.
Dann eben nicht.
@ Manni: eben.

Dennis Blandford
30.11.2006, 13:59
Nochmal zur Zeitspanne:

1971-1982 deswegen, weil ich die Band vorher noch nicht als voll entwickelt ansehe. Ich finde This was, Stand Up u. Benefit zeigen eine Band, die noch nicht ganz angekommen ist. Vereinzelte zukünftige Stilelmente wie auf Sossity, Reasons for waiting usw. sind zwar vorhanden, doch fehlt mir etwas die führende Hand von Frau Palmer, die ich mit I. Anderson gleichsetzen möchte. Nach deren Rauswurf brachen langsam die wirklichen "Dark Ages" an. Stormwatch ist dunkler u. kälter als seine beiden Vorgänger, aber das war die Intention von Anderson, da man damals Angst hatte vor den letzten 20 Jahren des Milleniums. Immer wenn Palmer ihre Hände im Spiel hatte, klangen Tull rund u. ausgereift. Wer natürlich den roheren Bluesrock der Anfangstage bevorzugt sieht das nicht so. Anderson hat sich mit der Entlassung des Trios Evans/Barlow/Palmer keinen gefallen getan. Was er danach brachte war nie innovativ, höchstens gefällig. Das lag in meinen Augen schon an den Mitstreitern.

dr.music
30.11.2006, 16:14
@ Dennis B.
Danke für Deine zusätzlichen Erklärungen.
Frage: Wieso Frau Palmer? Der hieß doch imme David Palmer!?

alex8529
30.11.2006, 16:40
Schade, dass es Tulls Meisterwerk "Aqualung" in keiner akzeptablen Klangqualität zu kaufen gibt...



nicht ganz, aber wirklich super + super Qualität

http://www.amazon.de/Aqualung-Live-Jethro-Tull/dp/B000B4KEQU

Grüße Frank

Dennis Blandford
30.11.2006, 17:23
@ Dr. Music:

Das solltest du aber wissen als Dr. der Musik.

http://www.jethrotull.com/news/deepalmer.cfm

Jetzt ist Toleranz gefragt!

Nes
30.11.2006, 19:16
nicht ganz, aber wirklich super + super Qualität

http://www.amazon.de/Aqualung-Live-Jethro-Tull/dp/B000B4KEQU

Grüße Frank
Na ja...so dufte??

dr.music
30.11.2006, 20:31
@ Dr. Music:

Das solltest du aber wissen als Dr. der Musik.Oh, ich hatte ja so was geahnt! Aber das wusste ich noch nicht. Der Kerle, der!;-)
Da hätte ich vorhwer noch schnell habilitieren müssen...:lach:

Duke
03.12.2006, 01:20
Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich einige Remasters brauche. Ich weiß aber, daß Roots To Branches mein Tull Lieblingsalbum der 90er ist.

Jörg König
06.12.2006, 00:08
60er und 70er

Hier meine persönliche Review der Remasters. Es geht, wohl gemerkt, nicht um die Musik - wer außer den Fans, die eh jede JT-Platte kennen und für sich beurteilen können, käme auf die Idee, sich ein Remaster zu kaufen? - sondern um Verpackung, Liner-Notes, Klang und Bonus-Tracks.

This Was ****1/2 wegen deutlicher Klangverbesserung. Die Boni hat der Fan eh schon.

Stand Up ***** Sagenhaft guter Klang, vor allem in den akustischen Songs. Boni s. o.

Benefit **** Deutlich dynamischer als bisher, was bei den von Breaks und Tempowechseln lebenden Songs kein kleiner Vorteil ist. Boni s. o.

Aqualung *** Liebevolle Ausstattung, ein Extra * für ein langes Interview mit Anderson und Barre; klanglich dürftig

Living In The Past * Vinyl kaufen. Wie heißt das Gegenteil von Bonustrack?

Thick As A Brick ***** Kompletter Reprint des besten Covers aller Zeiten. Guter Klang und Interviews sind da fast Nebensache.

A Passion Play **** Das furchtbarste JT-Album klanglich deutlich besser und mit The-Hare-Video. Wer die scheußliche Musik mag, braucht genau diese Version.

War Child **** Sieben gute Bonus-Tracks; der Sammler hat sie freilich schon.

Minstrel In The Gallery **** Erfreulicher Klang, selbst Baker Street Muse wird zu so etwas wie Leben erweckt. Und das Innencover, wenn auch im CD-Format, in all seiner alten Pracht.

Too Old... **** Das Album, dessen Titel nie einer ausschreibt. Der Vinyl-Version sind hier die Attribute müde, zäh und bleiern ausgetrieben. Plötzlich funktioniert die Musik.

Songs From The Wood ***1/2 Über Boxen dynamischer als je zuvor, im Kopfhörer in den Höhen etwas aufdringlich. Geschmackssache.

Heavy Horses **** Endlich dröhnt der Bass nicht mehr, sondern grummelt (No Lullaby). Und die vielen Duette von Anderson mit sich selbst finden nicht mehr separat auf jedem Kanal statt, sondern ergeben ein Ganzes. Schöne Bonus-Tracks und viele Pferde-Fotos.

Bursting Out *** Das müde Live-Opus klanglich verbessert. Die Liner-Notes dürfte Ian Anderson bei einer Tasse koffeinfreien Kaffees am Frühstückstisch geschrieben haben.

Stormwatch **** Klanglich deutlich besser als das Original, mit dem erwartbaren Nachruf auf John Glascock. Positiv, dass neben der Original-Reproduktion des Covers die Texte noch mal fürs CD-Format lesbar abgedruckt sind. Da hat sich jemand Gedanken gemacht.

Dennis Blandford
06.12.2006, 14:54
Wieder eine sehr gute Einschätzung der Remasters. Ergänzungen meinerseits:
"Warchild"
Das auf „Warchild“ als Bonus-Track hinzugefügte „War Child Waltz“ war vorher gänzlich unbekannt u. ist somit die einzige richtige „Schatzhebung“ in Sachen Outtakes. Das klassische streicherlastige Material (Quartett, War Child Waltz) wurde für den nicht abgeschlossenen Film „Warchild“ aufgenommen und bisher nur zu Teilen veröffentlicht. Hier hätte noch Spielraum bestanden, Warchild in seiner ganzen ursprünglichen Fassung (Lifehouse lässt grüßen), womöglich als Doppel-CD, zu präsentieren. Das Material wurde bei der 74/75 Jethro Tull Tour als Intromusik verwendet. Wer sich daran noch erinnert ist ein Held!
„Too old to rock’n roll…“
Bei „Too old….“ finde ich das Gesamtklangbild weiterhin nicht ganz sauber. Soviel ich mich noch entsinnen kann, gab es damals Probleme mit den Masterbändern (ähnlich „Black Sunday“) und bei den Jethro Tull Fans herrscht, auch nach dem Remastering, immer noch Unzufriedenheit über den etwas dumpfen Sound der Platte. Wo doch sonst Ian Anderson u. Robin Black eigentlich nie schlampten! Die Platte bei der die wenigstens Outtakes vorhanden zu sein scheinen (Strip Cartoon ist dazu noch eine B-Seite). Gemäß Dee Palmer gibt es da aber noch einen unveröffentlichten Song namens „10 o’clock news“, den Frau Palmer als einen der besten Tull Songs überhaupt einschätzt!
Über die Qualität der Musik der Siebziger Jahre Besetzung wollen wir hier ja nicht reden aber so viel sei gesagt, in Sachen Melodie kann ich im Rahmen meiner „Roots to branches“ Recherche immer noch keinen Vollzug melden, dann doch lieber diese Remasters-Reihe anhören.

Jörg König
06.12.2006, 23:45
Too Old... klingt in meinen Ohren jetzt ziemlich okay. Ein High-End-Highlight wird wohl nie draus werden, aber man hört jetzt doch, dass da eine Rockband zugange war und nicht Abe Simpsons Altenheim.

Jörg König
07.12.2006, 00:16
80er

A **** Der Klang ist annehmbar und damit um Klassen besser als in der Vinyl-Version, bei der die Rhythmusgruppe klingt, als ob Oma im Keller einen Sack Kartoffeln in eine Holzkiste entleert. Zusätzlich gips eine DVD mit Konzertaufnahmen aus der Zeit und Liner-Notes, in denen Anderson die Trennung vom alten Line-Up erklärt. Für Fans fast unverzichtbar; freilich nur für die.

The Broadsword & The Beast **** Klanglich verbessert und mit immerhin 8 (!) Bonustracks; (Fans kennen die alle schon, aber für sich genommen) ein feines Paket.

Under Wraps * Vinyl kaufen, wenn überhaupt. Die scheußlichen 4 Bonus-Tracks (ungewöhnlich aufgeteilt als je 2 Schluss-Songs einer gedachten A- und B-Seite) ziehen ein eh schon schwaches Album vollends runter. Und durch die Video-Version stört der Humpa-Humpa-Song Lap Of Luxury nur einmal mehr als ohnehin schon. Brrrrrrrrr.

Crest Of A Knave ***1/2 Okayer klanglicher Mehrwert, in den Liner-Notes macht sich Anderson schon in der Überschrift über den Grammy lustig (und erwähnt ihn damit fett und groß, was aber gaaaaaaaaanz sicher ungewollt und zufällig ist). 2 Zusatz-Tracks sind, wie auf der Normal-CD, ins Geschehen integriert (waren damals auf Vinyl als Maxi zu haben). Den - fast sagenhaft guten - Bonustrack Part Of The Machine gab's bislang nur auf der 1988 erschienenen 3-CD/5-LP-Box zum 20. Band-Jubiläum.

Rock Island *** (s. Seite 1)

23,07
07.12.2006, 11:18
80er

A **** Der Klang ist annehmbar und damit um Klassen besser als in der Vinyl-Version. Für Fans fast unverzichtbar; freilich nur für die.


Under Wraps * Vinyl kaufen, wenn überhaupt. Die scheußlichen 4 Bonus-Tracks (ungewöhnlich aufgeteilt als je 2 Schluss-Songs einer gedachten A- und B-Seite) ziehen ein eh schon schwaches Album vollends runter. (s. Seite 1)

In der Tat: A ist als remaster ein Muss! Deutlich angenehmer als die alte Version!
Und die Under Wraps...ich liebe sie! Gerade die sehr originell angeordneten Bonustracks sind neben Heat die besten Stücke. Frelich gabs die schon auf der alten CD-Version. Deshalb unbedingt die CD-Veersion nehmen.

:spudnikco