Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eine Frage
JimKnopf
30.03.2006, 07:36
für mich als Nicht-Zeitungsherrausgeber drängt sich seit langem schon eine frage auf. nämlich:
wie kommt es, das in der selben ausgabe (nicht nur im rolling stone) in der eine (z.b. platten-) kritik steht auch schon werbung einer plattefirma platziert ist in der genau mit diesen worten der kritik für eben diese scheibe geworben wird?
würde mich mal interessieren woher die plattenfirma im vorfeld schon den wortlaut der kritik kennt.
und ob es da evtl verknüpfungen zwischen kritikern und industrie bestehen.
oder ob es eine einfach logistische erklärung gibt.
für mich als leser richt sowas schon arg nach gekaufter kritik. subjektiv gesehen
Faspotun
30.03.2006, 08:32
eine logistische erklärung wird es kaum geben, eine logische möglicherweise schon.
Die Erklärung ist relativ einfach. Die Reviews werden ja oft schon früh im Vorfeld einer VÖ geschrieben. Natürlich erhalten die Plattenfirmen die Reviews vorab, u.U. Wochen vor Erscheinen der jeweiligen Zeitschrift.
Reicht das als logistische Erklärung?
Die Erklärung ist relativ einfach. Die Reviews werden ja oft schon früh im Vorfeld einer VÖ geschrieben. Natürlich erhalten die Plattenfirmen die Reviews vorab, u.U. Wochen vor Erscheinen der jeweiligen Zeitschrift.
Reicht das als logistische Erklärung?
Logistisch und logisch eindeutig zweideutig erklärt. ;-)
Schade, ich hab jetzt schon 9 verschiedene Verschwörungstheorien entworfen. Aber gut, dann eben auf die logistische Art und Weise...
Joachim Hentschel
30.03.2006, 10:17
Die Erklärung ist relativ einfach. Die Reviews werden ja oft schon früh im Vorfeld einer VÖ geschrieben. Natürlich erhalten die Plattenfirmen die Reviews vorab, u.U. Wochen vor Erscheinen der jeweiligen Zeitschrift.
Das stimmt nicht ganz: "Natürlich" erhält keine Plattenfirma irgendeinen Text von uns. Nur in Ausnahmefällen.
O`Malley
30.03.2006, 10:46
Das stimmt nicht ganz: "Natürlich" erhält keine Plattenfirma irgendeinen Text von uns. Nur in Ausnahmefällen.
Das klingt aber jetzt richtig dubios! http://www.unitedclans.de/forum/images/smilies/popel.gif
Aber ich versteh die Problematik schon. Die Anzeigen müssen doch mit einigem Vorlauf vorliegen, damit Ihr es zur Drucklegung hinbekommt. Da reden wir doch bestimmt von 1 - 2 Wochen VOR Erscheinungstermin.
Natürlich möchte ich Euch nichts unterstellen! Ich fand die Fragestellung auch sehr interessant.
Bei Last-Minute-Reviews wird dies wohl nicht möglich sein. Bei anderen Scheiben, die relativ "früh" erscheinen, kann ich mir das schon gut vorstellen. Sind das die "Ausnahmefälle"?
Naja, ich gebe Joachim insofern recht, dass das keineswegs natürlich ist. Aber ich glaube kaum, dass auf Anfrage ein Text vorab verweigert wird. Warum auch?
JimKnopf
30.03.2006, 14:32
ohne jetzt zu sehr zu bohren:
liegt es da nicht nahe ne gute kritik zu schreiben damit man noch nen freien werbeplatz wegbekommt?
mal ganz profokant gefragt ;-)
ohne jetzt zu sehr zu bohren:
liegt es da nicht nahe ne gute kritik zu schreiben damit man noch nen freien werbeplatz wegbekommt?
mal ganz profokant gefragt ;-)
Pro vorma mag Deine profokante Frage ja berechtigt sein, aber solche Fragen kann man sich auch selbst beantworten.
Oder glaubst Du ernsthaft, die Redakteure antworten darauf: "Klar, Mensch, Jimmi, altes Haus, natürlich sind die Kritiken gekauft, aber sag's bloß nicht weiter."
Sach ich ma so, a briori.
Joachim Hentschel
30.03.2006, 15:02
Dieser Thread ist mir eigentlich zu albern, aber:
Wir haben rein gar nichts davon, in diesen Anzeigen zitiert zu werden. Warum sollten wir irgendwas dafür tun?
Und bevor die Frage auch noch kommt: Präsentationen (Magazin-Logos auf Konzertplakaten, Magazin-Aufkleber auf CDs) werden bei Magazinen immer als Qualitätsentscheidungen behandelt. Für Spex, Intro, Visions kann ich nicht sprechen, aber der Rolling Stone lehnt ca. drei Viertel der angebotenen Präsentationen ab.
KritikersLiebling
30.03.2006, 15:17
[...]
Und bevor die Frage auch noch kommt: Präsentationen (Magazin-Logos auf Konzertplakaten, Magazin-Aufkleber auf CDs) werden bei Magazinen immer als Qualitätsentscheidungen behandelt. Für Spex, Intro, Visions kann ich nicht sprechen, aber der Rolling Stone lehnt ca. drei Viertel der angebotenen Präsentationen ab.
Und warum? Weil die Rezension zu schlecht ausfallen könnte?
Na schon wieder gut...:bis_bald:
JimKnopf
30.03.2006, 15:41
Dieser Thread ist mir eigentlich zu albern
find ich nich.
finds gut das man mal drüber gesprochen hat
;-)
Cassavetes
30.03.2006, 20:15
Und bevor die Frage auch noch kommt: Präsentationen (Magazin-Logos auf Konzertplakaten, Magazin-Aufkleber auf CDs) werden bei Magazinen immer als Qualitätsentscheidungen behandelt. Für Spex, Intro, Visions kann ich nicht sprechen, aber der Rolling Stone lehnt ca. drei Viertel der angebotenen Präsentationen ab.
Magazin-Aufkleber auf CDs finde ich eher ungut. Nur weil die "Bäckerblume" die neue CD von Rosenstolz für gut befunden hat, rechtfertigt das noch keinen mit aggressivem, robustem Klebstoff aufgestickten Aufkleber, den man nur mit Nagellackentferner und ähnlichem wieder abbekommt.
Ansonsten: Stay hungry, stay independent, stay weit weg from the Springer Verlag! :party:
O`Malley
01.04.2006, 10:08
Dieser Thread ist mir eigentlich zu albern, aber:
Ich finde die Reaktion eigentlich zu dünnhäutig. Warum so pampig? Ihr Presseleute verlangt doch immer nach Presse- und Meinungsfreiheit. Deshalb sollte auch so eine Frage erlaubt sein.
Die Frage war doch nicht bös gemeint, sondern schien aus purem Interesse gestellt worden zu sein. Schließlich sitzen hier die wenigsten Leute in irgendwelchen Redaktionen und haben einen Einblick.
Statt sofort beleidigt sich über die Dinge zu stellen, wäre eine stinknormale Info am angebrachtesten gewesen.
Kein Geheimnis ist doch, dass sich Plattenfirmen Neuerscheinungen größerer Künstler gerne etwas kosten lassen. Einen guten Flug nach Übersee mit Spitzenhotel, Werbeartikeln, evtl. Konzertkarten, noble Präsentation etc.. Als Redakteur möchte man doch sicher auch beim nächsten Mal mit dabei sein und überlegt möglicherweise zweimal, ob die Platte wirklich so schlecht ist. Zumindest habe ich mich vor einiger Zeit mit einem meiner Kunden aus der Branche darüber geplauscht und er hat kein Geheimnis daraus gemacht.
Das mag auf Euch gar nicht zutreffen, aber auf die Vertreter der Boulevardpresse, die kein gesteigertes Interesse am Produkt selber haben, bezweifel ich das (wie im o.g. Fall).
Etwas mehr Eleganz und Gelassenheit würde ich begrüssen bei der Beantwortung solcher Fragen. Schließlich ging es nicht um Unterstellungen. ;-)
soulster
01.04.2006, 12:04
er hat doch drauf geantwortet. geh mal davon aus, dass es auch leute mit anderen werten als denen deiner bekanntschaft gibt.
Joachim Hentschel
01.04.2006, 12:23
Ich finde die Reaktion eigentlich zu dünnhäutig.
Da hast du mich falsch verstanden, lieber O'Malley. Erstens war meine Antwort alles andere als "pampig", zweitens fand ich nicht die Frage albern, sondern den Verlauf des Thread mit seinen Mutmaßungen und Orthographie-Witzen.
Die von dir aufgeworfene Frage greift ja noch viel weiter. Klar ist es ein Geben und Nehmen zwischen Musikmagazinen und Plattenfirmen - sie brauchen uns, wir brauchen sie (allein schon, um Vorabexemplare von Platten zu bekommen, die brauchen wir wohl oder übel). Eine Situation, die es im Übrigen auch bei Computerspiel- und Kinomagazinen gibt und in ähnlicher (sogar noch schärferer) Form auch bei Lokalzeitungen, wo es massive Schwierigkeiten mit Anzeigenkunden geben kann, wenn eine Modenschau verrissen wird.
Diese Zusammenhänge sind wenigstens offensichtlich! Schlimmer wird es, wenn auch noch persönliche Dinge reinspielen, die weniger transparent sind, zum Beispiel Freundschaften zwischen Musikern und Journalisten.
Im Grunde ist es eine ethische Frage, vor der jeder Journalist steht, egal in welchem Bereich er arbeitet. Niemand wird gezwungen, eine Platte zu loben. Niemand wird gezwungen, eine Platte zu verreißen. Der Verdacht lässt sich eh nicht aus der Welt räumen - auch ich kenne die Gründe nicht, warum der oder der dieser oder jener Platte vier Sterne gibt. Vielleicht ist der Grund ja auch nur sein schlechter Musikgeschmack! Das kommt im Endeffekt aufs Gleiche raus.
Ich finde, dass man es Texten durchaus anmerkt, ob es Werbetexte sind oder wirkliche Rezensionen. Und die Texte stehen offen da, die kann jeder lesen.
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