Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Wert von Musik an sich
Angesichts der stetigen Zunahme legaler Downloads und sprunghaft gestiegener Gewinne der Firma Apple durch I-Pod Umsätze wird die Frage nach dem Wert von Musik immer dringlicher. Wie misst man den Wert eines nicht mehr als physischer Tonträger vorhandenen Tracks? Einer Aufnahme, die womöglich kostenlos zum Download angeboten wird auf der Homepage einer Nachwuchsband? Aber auch des Livemitschnitts vom letzten Neil Young Konzert, der via Internet bei Tauschbörsen und auf CD-Rs von Fans für Fans angeboten wird?
Das jüngste Beispiel: die Gruppe Arctic Monkeys, begann ihre unglaubliche Karriere fast ohne eigenes Zutun über das Internet, weil ihre ersten Fans ein paar auf CD-R verschenkte Demoaufnahmen ins Netz stellten und so ein Britannien weites Artic Monkeys Fieber auslösten. Zum Glück gibt es die Aufnahmen der Band aus Sheffield inzwischen auch in herkömmlichen Tonträger Formaten u.a. auf Vinyl. Noch ist die Welt des Plattensammlers also in Ordnung. Fragt sich wie lange?
Bei Mozart und Beethoven war die Sache noch ganz anders. Ihre Werke schrieben sie von Hand in Notenschrift nieder. Bezahlt wurde von den Fürstenhäusern, die zumeist Kompositionen in Auftrag gaben. Bezahlt wurden selbstverständlich auch die Musiker, die Werke klassischer Musik aufführten. Später dann wurden gedruckte Noten verkauft. Das Musikverlagswesen entstand.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gab es jedoch so gut wie keine Möglichkeit, Aufführungen von Musik anders als durch Notenschrift zu dokumentieren. Alte und seltene Notendrucke oder gar Handschriften können – abgesehen von ihrem historischen Wert – sicher auch einen Sammlerwert für Musikliebhaber besitzen. Aber das soll uns hier weniger interessieren.
Die Musik und ihr Wert definierten sich bis dahin jedenfalls vollkommen anders, als im Zeitalter der Schallplatte. Eine Aufführung war – ohne die Möglichkeit der Aufnahme oder gar Reproduktion – immer einmalig und nicht wiederholbar im wahrsten Sinne des Wortes. Auch wenn man vermuten darf, dass die Aufführungen einer Oper oder Operette mit denselben Künstlern meistens zumindest recht ähnlich, ja fast gleich geklungen haben werden.
Mit der Schallplatte – Walzen und andere seltsame Aufnahmekörper lassen wir mal beiseite – zunächst der Schellack Platte und ab Ende der 40er Jahre der Vinylsingle und LP begann das Zeitalter der Reproduzierbarkeit von Musikaufnahmen. Und es wurde der Grundstein gelegt für ein Schallplattensammlertum, wie wir es heute kennen.
Lassen wir mal alle ideologische Diskussion um Formate außen vor.
Es stellt sich aber doch die Frage, muss man Robert Johnson von einer originalen Schellack gehört haben, um die Bedeutung – den Wert – seiner Musik begreifen zu können? Können dann also nur die wenigen glücklichen Besitzer einer Robert Johnson Originalpressung ermessen, was der Mann für die Nachwelt bedeutet? Gerade im diesem konkreten Fall wird die Sache besonders diffizil. Wie hätte Johnson geklungen, wäre er nur rund 20 Jahre später mit verbessertem Equipment aufgenommen worden? Andererseits sind die Aufnahmen des Mannes ja gerade so wie sie sind legendär und einflussreich geworden. So what? – Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob man diese Aufnahmen nicht auch von Vinyl, Tonband oder CD (ja auch CD) hören darf, um sich ein Bild machen zu können. So lange die Aufnahmen so klingen wie die ursprüngliche Schellackplatte, kann daran nichts falsch sein. Der Wert der ursprünglichen Schellack Ausgabe bemisst sich allerdings aus zweierlei. Der Bedeutung und Wertschätzung die der Musik, der Aufnahme an sich, von Musikliebhabern und Fachleuten zugestanden wird, und der Seltenheit der originalen Pressung natürlich. Das zusammen ergibt den Sammlerwert.
Und so geht das immer weiter bis zu aktuellen Beispielen wie den frühen limitierten Vinylsingles der White Stripes, deren Sammlerwert eben auch zusammengesetzt ist aus der Bedeutung, der momentanen Beliebtheit der Band und der Rarität der individuellen Pressung. Das solche Raritäten auch schon nach wenigen Jahren keinen Sammler mehr interessieren und ihr Preis in den Keller geht, kommt auch immer wieder vor. So manche einstige Britpop Entdeckung hat momentan darunter zu leiden. D.h. leiden müssen eigentlich nur die Plattenhändler, die zuviel davon gebunkert haben.
Wie wird das nun aber in Zukunft aussehen? Wenn das Beispiel der Arctic Monkeys Schule macht – und es sieht verdammt danach aus – dann werden vielleicht eines schönen Tages großartige Aufnahmen von hervorragenden Popsongs nur noch virtuell verfügbar sein. Nicht auszudenken für den herkömmlichen Schallplattenliebhaber wie mich. Wenn wir ehrlich sind, es ist wahrscheinlich schon jetzt so, dass in den Weiten des digitalen Netzes unglaubliche Popperlen umherschwirren, die niemals in Vinyl gepresst werden. Die womöglich nicht mal eine schnöde CD Veröffentlichung erleben.
Was macht der Musikfreund da?
Es soll ja bereits Leute geben, die sammeln Musik als Datenpakete, als Soundfiles. Das ist sicher sehr praktisch. Und sofern man seine Festplatte in zwei Kopien an verschiedenen Orten aufbewahrt, ist man auch vor Verlusten einigermaßen sicher, aber ansonsten ist das doch ziemlich arm, oder nicht? Mal abgesehen von der Diskussion um Nullen und Einsen, um Treppenstufen und all dieses Zeug, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Musik auf diese Art ihre Wertigkeit behält. Es mag an meiner Sozialisation liegen, aber ein Musikstück, eine Aufnahme, die ich nicht in Form eines physischen Tonträgers aus Serienfertigung besitzen kann (kann wohlgemerkt), hat für mich keinen Wert an sich. Ich kann diese Aufnahme schön finden, gerne hören usw., sie bleibt trotzdem auf eine Art nicht greifbar und wertlos.
Das ist vermutlich wirklich eine philosophische Frage. Womöglich gibt es in einigen Jahrzehnten tatsächlich Popstars, deren Aufnahmen man nur noch individuell runterlädt und im I-Pod – oder was immer dann en Vogue ist – mit sich rumträgt. Aber wie bestimmt sich dann der Wert dieser Aufnahmen? Potenziert er sich im Verhältnis zur Zahl der Downloads, oder wie? Werden nicht trotzdem Hunderttausende Musikliebhaber manipuliert, indem man ihnen einredet, dass Sänger XY der beste und glaubwürdigste ist? Bedeutet das nicht eine unsägliche schreckliche Gleichmacherei? – Oder ist es die absolute Befreiung? Der Sieg der vollkommenen Individualität? Jedem seine eigenen TOP 100! Und keine gleicht den anderen. Wie unfassbar wundervoll – und dämlich. Wird nicht Musik auf diese Art zu etwas völlig Beliebigem, Wertlosem?
Ich glaube das Insistieren von Vinylfans auf ihre Vorlieben ist eine unbewusste Abwehr gegen diese Beliebigkeit und auch gegen die Unkontrollierbarkeit der virtuellen Welt.
Musik an sich hat immer nur den Wert, den wir ihr individuell zugestehen. Insofern hat das Schlaflied, das mir meine Mutter vorsang, als ich sechsjährig mit Masern im Bett lag, einen viel größeren Wert als jede Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart oder jede Aufnahme von Bob Dylan. Aber was nützt mir diese Erkenntnis?
Hank Williams
08.03.2006, 01:20
Es soll ja bereits Leute geben, die sammeln Musik als Datenpakete, als Soundfiles. Das ist sicher sehr praktisch. Und sofern man seine Festplatte in zwei Kopien an verschiedenen Orten aufbewahrt, ist man auch vor Verlusten einigermaßen sicher, aber ansonsten ist das doch ziemlich arm, oder nicht? Mal abgesehen von der Diskussion um Nullen und Einsen, um Treppenstufen und all dieses Zeug, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Musik auf diese Art ihre Wertigkeit behält. Es mag an meiner Sozialisation liegen, aber ein Musikstück, eine Aufnahme, die ich nicht in Form eines physischen Tonträgers aus Serienfertigung besitzen kann (kann wohlgemerkt), hat für mich keinen Wert an sich. Ich kann diese Aufnahme schön finden, gerne hören usw., sie bleibt trotzdem auf eine Art nicht greifbar und wertlos.
Wie ich zu dieser Sachlage stehe, dürfte mittlerweile wohl allseits bekannt sein, oder?
Ich weiß nicht, ob ich mich diesbezüglich verständlich ausdrücken kann, oder ob ich eine Lawine von Missverständnissen damit lostrete, aber ich will es mal so sagen...
Bei Musik geht es für mich doch ( in erster Linie ) um den Höreindruck. Und der ist zunächst einmal vom "Tonträger" ( in welcher Form auch immer, und ich will jetzt hier nicht den Einwand "Datenträger" hören :fencing:) unabhängig. DIe Musik findet zuerst in den Ohren und dann im Gehirn statt.
Wie z.B. auch der hier durchgeführte MP3-Test ( nicht repräsentativ, ich weiß ) gezeigt hat, ist auch der Unterschied zwischen dem post-klassischen Tonträger CD und MP3 nicht so groß, dass er für den Genuss von Musik entscheidend wäre. Ich liebe die Musik, so wie ich sie höre, egal von welchem Tonträger sie kommt, ob das nun eine knackende Schallplatte, ein leierndes Tonband, ´ne cleane CD oder ein aseptisches MP3 ist. Alle Formate haben ihren Reiz ( ich mag auch die herrlichen und knackenden alten Platten sehr gern hören ) und nicht zuletzt einen individuellen "praktischen" Wert. Im Auto eine Schallplatte zu hören ist halt für den Normalsterblichen mit einem nicht machbaren Aufwand verbunden... Von daher finde ich es praktisch, wenn ich mir eine alte Schallplatte auf CD kopiere und diese dann im Auto hören kann. Die Musik oder die Kunst an sich zerstört das nach meinem Empfinden nicht.
MP3´s sind noch relativ jung, und da weiß ich auch noch nicht so genau, was ich dazu denken soll. Sie sind halt "datenreduziert", was man ( viele, die Meisten ? ) zwar kaum hört, aber der Makel haftet ihnen an, ganz klar. Dennoch sind sie ein praktisches Medium für den täglichen Gebrauch ( ohne zum Gebrauchsgegenstand a la Toilettenpapier zu verkommen !!! ) und für die Entdeckung von Neuigkeiten von mir hochgeschätzt. Sehr viele mir neue Sachen würde ich ohne die Möglichkeiten der heutigen Reproduktionstechniken "CD-Brennen" und "MP3" nicht einmal erahnen. Der iTunes-Music-Store ist ein tolle Fundgrube und bei Einzeltiteln einer Platte, die man nicht ganz haben will, oder schlimmer noch, von der man nur wenige Titel haben will, einfach auch kostendämpfend. Insgesamt sehe ich den MP3-Markt als echte Chance für diese "Branche". Bei wirklichen Musik-Liebhabern, zu denen ich mich ohne Frage zähle, ist der Schaden für die "Musikindustrie" ( was für ein schäbiges Wort.... ) gleich Null. Im Gegenteil : Seit dem ich hier im Forum aktiv bin, und in Apple´s Store oft und gerne stöbere, ist die Anzahl der von mir erworbenen Tonträger exorbitant in die Höhe geschnellt.
Sachen, die ich für mich entdecke, werden von mir, und da kommen wir zu nächsten Punkt, gnadenlos auf regulärem Tonträger erworben. Und dann darf es gerne auch ein schönes Boxset, eine limitierte oder sonstwie Sonder-Edition sein. Also auch etwas für´s Auge und zum "Liebhaben". Ein passendes Gesamtobjekt bei dem Musik und das "Drumherum" stimmig sind, was kann es Schöneres geben. Wenn es etwas aber nur und ausschließlich als verkratzte Schellack-Scheibe oder miserables MP3-File gibt, kann ich mich darüber trotzdem genau so freuen, weil, wie oben geschrieben, für mich bei Musik das "Lied" an sich im Vordergrund steht. Von Beliebigkeit kann aus meiner Sicht keine Rede sein, man sollte vielleicht viel öfter Kunst Kunst sein lassen, und sich von tonträgerphilosophischen Beschränkungen befreien.
Wie Du ja schon sehr schön schreibst, ist für Dich vielleicht das Schlaflied Deiner Mutter von viel höherem Wert. Und, gibt es dass auf irgendeinem anderen "Tonträger", als Deiner Erinnerung, Deinem Gehirn ? Sehr wahrscheinlich doch nicht. Das ist etwas, was nur in Deinem Innersten vor sich geht, befreit von jeglichen Philosophien und Tonträgerformaten. Das kann Dir niemand nehmen, und das, was Du dabei empfindest, wird bei iTunes auch niemals jemand herunterladen können.
Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt.
Edit : Die schlimmsten Rechtschreibfehler ausgebügelt...
dougsahm
08.03.2006, 08:39
Wie ich zu dieser Sachlage stehe, dürfte mittlerweile wohl allseits bekannt sein, oder?
nein, ist nicht allseits bekannt.
Das Thema scheint hier im Forum ja ziemlich wichtig zu sein! Versuch ich mal, etwas dazu zu schreiben.
Zunächst einmal geht bei jedem Versuch, Musik zu konservieren, etwas von der Musik verloren. Das fängt schon mit der Notierung an (sehr wahrscheinlich schon früher, aber dafür fehlt mir das Vokabular..). Trotzdem besteht ein Bedürfnis danach, Musik zu konservieren und das, was danach von der Musik übrig geblieben ist, zu konsumieren.
Vermutlich jede Art der Konservierung hat Vor- und Nachteile. Und bei jedem Umstieg von einer Art zur anderen gehen schrecklich viele Informationen verloren. Zum Beispiel ist es unglaublich einfacher, ein Klavierkonzert auf Platte zu hören als Klavier spielen und Noten lesen zu lernen und sich mit der Partitur auseinanderzusetzen und das Stück selbst zu spielen. Aber das Hören des Konzerts ist natürlich nicht zu Vergleichen mit der Magie, ein Stück Musik selbst zu spielen. (Und natürlich wird auch der beste Interpret nicht die Magie spüren, die der Komponist beim Komponieren gespürt hat.)
Genauso ist meines Erachtens auch ein Wechsel der Tonträger (Schellack -> Vinyl -> CD) zu sehen, auch wenn die Unterschiede im Vergleich zu obigem Beispiel eher gering sind. Der Wechsel von Tonträgern auf Datenfiles ist da schon etwas größer.
(Und für Sammler natürlich beinahe dramatisch.)
Natürlich wird Musik einen ganz anderen Bezug zum Lebensalltag haben, wenn sie in Form von Daten auf einem Rechner rumliegen, und natürlich geht dadurch viel verloren. Andererseits gibt es auch deutliche Vorteile und im Augenblick geht die Tendenz, so wie ich sie sehe, auch mehr in Richtung Diversivizierung der Tonträger, was zu mehr Möglichkeiten, aber auch zu einer erhöhten Eigenverantwortlichkeit des Musikkonsumenten führt.
Auf der anderen Seite ist der Tonträger nicht der einzige Einfluss auf die Musik, manche Musik wirkt live total anders, manche Musik muss konzentriert gehört werden, zu anderer muss man tanzen (ich habe da einen Thread gemacht..:wave: ), andere funktioniert nur zu einem bestimmten Anlass. Es gibt da tausend Faktoren.
Der Wert von Musik an sich ist davon meines Erachtens gar nicht so sehr betroffen. Dieser liegt in der Emotionalität eines Musikstücks, so wie es einem begegnet. Und, da ich für das Auseinandersetzen mit Musik nicht bezahlt werde, ist es mir eigentlich auch wichtiger, die Bedeutung für mich und mein direktes Umfeld herauszufinden, als den historischen Wert für die (Musik-)Geschichte. Wenn das andere anders machen, ist das natürlich OK, macht ja auch Spaß, ist mir aber nicht so wichtig. Um über Musik reden zu können, braucht man natürlich eine Gesprächsbasis. Diese muss aber meiner Meinung nach nicht global sein. Ich rede mit verschiedenen Leuten total unterschiedlich über ihre und meine Musik.
Erst mal ein Danke an Mikko, ein schöner Text.
Wir hatten andernorts schon einmal diese Thema in einem Thread, aber der dürfte in den Jahren wohl digital zerbröselt sein.
Nur zwei Gedanken in dieser facettenreichen Angelegenheit:
Natürlich spielt sich Musik zunächst einmal bei jedem einzelnen im Kopf ab (siehe Mikkos Schlaflied). Aber Musik hat auch mit Kommunikation zu tun und das nicht nur in Konzerten, sondern auch auf einer Metaebene: wie hier im Forum, wie durch ihre Vermarktung, durch Medien, Charts etc... Und da bekommt die Frage nach dem Tonträger dann doch eine Bedeutung.
Für mich persönlich sieht es so aus, dass ich Musik, die mir viel wert ist, auch physisch in für mich schönster Form in den Händen halten möchte. Manchmal ist die Erinnerung aber kostbarer als eine Platte. Mikko möchte das Schlaflied oder ich ein wunderbares Konzert doch gar nicht auf Tonträger besitzen.
Darüber, welchen Wert Musik heute für den Ipod-Hörer hat, mag jener ausführen, ich kann da nicht mitreden. Ich denke, dass bei ihm nicht nur eine völlig andere Wertung von Musik, sondern möglicherweise eine ganz andere Musikästhetik vorhanden sein mögen.
Der Wert von Musik spiegelt sich für mich also in dem Tonträger wider und in der Mühe, die es vielleicht gemacht hat, ihn zu besorgen, und in den Kosten, die er verursacht hat. Das ist der zweite Punkt. Für mich trifft der Satz zu: Was nichts kostet (das muss nicht immer nur Geld sein), ist nichts wert.
Und so kamen bei mir vor zwei, drei Jahren hier im Forum zwei Dinge zusammen, die bei mir ein ziemlich radikales Umdenken verursacht haben: das Überhandnehmen des Brennens und des grenzenlosen Austausches von Musik und die Wiederentdeckung der Klangvorteile des Vinyls. Die wenigen gebrannten CDs, die ich noch habe, sind für mich absolut wertlos. Nicht die enthaltene Musik ist es, sie ist unabhängig vom Träger kostbar. Deshalb werden aber auch noch die letzten Datenträger durch Tonträger ersetzt, sofern mir die Musik wertig genug erscheint. (Alles andere ist jedoch eh schon entsorgt.)
Dass mein Denken in dieser Hinsicht nicht hoffnungslos antiquiert ist, mag sich an den Arctic Monkeys zeigen, deren Musik längst verfügbar war, deren regulärer Tonträger aber dennoch reißenden Absatz findet. Und auch der iPod selbst macht diese Philosophie irgendwo zum Geschäftsprinzip, indem er sich selbst ausgesprochen teuer verkauft und so dem Satz: Was nichts kostet, ist nichts wert, ebenfalls seine Referenz erweist.
PS: Mikko, da du das Beispiel der Klassik ansprachst. Ich habe in meinem Leben auch unzählige Partituren, Klavierauszüge und Noten gekauft. Sie gehörten für mich immer zur Wertigkeit von Klassik dazu.
Hippiemädchen
08.03.2006, 10:09
Was würde ich nur ohne meine CD's und Platten machen?
Mein Gott, es geht doch nicht nut um die Musik an sich, auch um die Cover, das schöne Gefühl, eine neue Platte in der Hand zu halten und sie gleich hören zu dürfen...
alex8529
08.03.2006, 10:17
provokante Frage: was hat der Tonträger an sich, eigentlich mit dem ideellen Wert der Musik zu tun ?
Ich denke da setzt Jeder andere Prämissen.
Angesichts der stetigen Zunahme legaler Downloads und sprunghaft gestiegener Gewinne der Firma Apple durch I-Pod Umsätze wird die Frage nach dem Wert von Musik immer dringlicher. Wie misst man den Wert eines nicht mehr als physischer Tonträger vorhandenen Tracks? Einer Aufnahme, die womöglich kostenlos zum Download angeboten wird auf der Homepage einer Nachwuchsband? Aber auch des Livemitschnitts vom letzten Neil Young Konzert, der via Internet bei Tauschbörsen und auf CD-Rs von Fans für Fans angeboten wird?
Da ich mich bisher und wohl auch auf absehbare Zeit diesen Quellen weitestgehend verweigere, spielt das für mich persönlich keine echte Rolle. Es ist mir auch schlichtweg zu viel, ich fühle mich oft von der Masse der (legal) zugänglichen Downloads schier erschlagen. Ich bin auch kein Freund von Massentausch unter Fans, das pure Jagen und Sammeln kann zur Obsession werden. Ab und an ein paar Rosinen picken ist für mich persönlich in Ordnung, das wars dann aber auch.
Bei Mozart und Beethoven war die Sache noch ganz anders. Ihre Werke schrieben sie von Hand in Notenschrift nieder. Bezahlt wurde von den Fürstenhäusern, die zumeist Kompositionen in Auftrag gaben. Bezahlt wurden selbstverständlich auch die Musiker, die Werke klassischer Musik aufführten. Später dann wurden gedruckte Noten verkauft. Das Musikverlagswesen entstand.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gab es jedoch so gut wie keine Möglichkeit, Aufführungen von Musik anders als durch Notenschrift zu dokumentieren. Alte und seltene Notendrucke oder gar Handschriften können – abgesehen von ihrem historischen Wert – sicher auch einen Sammlerwert für Musikliebhaber besitzen. Aber das soll uns hier weniger interessieren.
Die Musik und ihr Wert definierten sich bis dahin jedenfalls vollkommen anders, als im Zeitalter der Schallplatte. Eine Aufführung war – ohne die Möglichkeit der Aufnahme oder gar Reproduktion – immer einmalig und nicht wiederholbar im wahrsten Sinne des Wortes. Auch wenn man vermuten darf, dass die Aufführungen einer Oper oder Operette mit denselben Künstlern meistens zumindest recht ähnlich, ja fast gleich geklungen haben werden.
Interessanter Aspekt und interessante Ausführungen. Aber (sorry) Schnee von vorvorgestern. Für mich persönlich irrelevant.
Es stellt sich aber doch die Frage, muss man Robert Johnson von einer originalen Schellack gehört haben, um die Bedeutung – den Wert – seiner Musik begreifen zu können? Können dann also nur die wenigen glücklichen Besitzer einer Robert Johnson Originalpressung ermessen, was der Mann für die Nachwelt bedeutet? Gerade im diesem konkreten Fall wird die Sache besonders diffizil. Wie hätte Johnson geklungen, wäre er nur rund 20 Jahre später mit verbessertem Equipment aufgenommen worden? Andererseits sind die Aufnahmen des Mannes ja gerade so wie sie sind legendär und einflussreich geworden. So what? – Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob man diese Aufnahmen nicht auch von Vinyl, Tonband oder CD (ja auch CD) hören darf, um sich ein Bild machen zu können. So lange die Aufnahmen so klingen wie die ursprüngliche Schellackplatte, kann daran nichts falsch sein. Der Wert der ursprünglichen Schellack Ausgabe bemisst sich allerdings aus zweierlei. Der Bedeutung und Wertschätzung die der Musik, der Aufnahme an sich, von Musikliebhabern und Fachleuten zugestanden wird, und der Seltenheit der originalen Pressung natürlich. Das zusammen ergibt den Sammlerwert.
Ein schönes Beispiel. Ich besitze "The Complete Recordings" auf CD, besaß jedoch nie die alten originalen Aufnahmen auf Schelllack oder Vinyl. Da ich nur ein normaler Musikfreund bin, kein Musikwissenschaftler oder selbst Musiker, haben solche alten Aufnahmen für mich sicher nicht den Wert, den sie für Experten, Fachleute oder Freaks haben. Von meiner persönlichen Warte aus kann ich die Gottgleicheit, die Johnson von diversen Fachleuten beigemessen wird, auch nicht so richtig nachvollziehen. Der Mann "singt" für meine Begriffe ziemlich grauenhaft. Obwohl diese (oder ähnliche) Aufnahmen sicher musikhistorisch interessant sind und mich auch durchaus manchmal in einen gewissen Bann schlagen.
Ich höre sie alle Jubeljahre ab und zu an und auf CD klingen die alten Kamellen für meine Begriffe teils schauerlich genug. Vielleicht können die alten Originale hier noch einen draufsetzen, keine Ahnung. Weshalb soll man diese Aufnahmen (auch als Experte oder was immer) nicht auf CD abhören können oder dürfen ? Ich sehe keinen Grund, der dagegen spechen würde. Es sei denn, man ist Schelllack- oder Vinylfetischist mit missionarischem Eifer und unverrückbaren Überzeugungen dahingehend. Aber Diskussionen in der Richtung gehen meist so:fencing: aus. Mach ich nicht, will ich nicht.
Es soll ja bereits Leute geben, die sammeln Musik als Datenpakete, als Soundfiles. Das ist sicher sehr praktisch. Und sofern man seine Festplatte in zwei Kopien an verschiedenen Orten aufbewahrt, ist man auch vor Verlusten einigermaßen sicher, aber ansonsten ist das doch ziemlich arm, oder nicht? Mal abgesehen von der Diskussion um Nullen und Einsen, um Treppenstufen und all dieses Zeug, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Musik auf diese Art ihre Wertigkeit behält. Es mag an meiner Sozialisation liegen, aber ein Musikstück, eine Aufnahme, die ich nicht in Form eines physischen Tonträgers aus Serienfertigung besitzen kann (kann wohlgemerkt), hat für mich keinen Wert an sich. Ich kann diese Aufnahme schön finden, gerne hören usw., sie bleibt trotzdem auf eine Art nicht greifbar und wertlos.
Ich gehöre zu den Leuten, die Musik teilweise als "Datenpakete" ausgelagert haben bzw. sie auch anderweitig als zu Hause als komprimierte Files nutzen. Und ich finde das keineswegs "arm".
Ich muss nicht ständig glückseelig lächelnd mit Hochglanz-Linernotes in der Gegend herumlaufen und das schön aufgemachte Jewelcase im Sessel sitzend rubbeln und streicheln. Unabhängig von einer Diskussion "Originale-Rohlinge-Tauschbörsen" etc. bin ich keiner, der z.B. mit Predigern, welche immer wieder irgendwo irgendwem verkünden, wie sehr die Musik ihr Leben bestimme, wie sehr sie die Musik lieben und verehren, wieviel sie ihnen bedeutet usw. usw. irgend etwas anfangen kann. Solche teils penetranten Menschen, die auch immer wieder gerne und auch gerade den Wert einer Musik am Originaltonträger -welcher immer es sein möge- festmachen und nichts, aber auch gar nichts ansonsten gelten lassen, sind mir ziemlich suspekt.(Mikko: das ist nicht auf dich persönlich gemünzt, krieg das bloss nicht in den falschen Hals)
Das ist vermutlich wirklich eine philosophische Frage. Womöglich gibt es in einigen Jahrzehnten tatsächlich Popstars, deren Aufnahmen man nur noch individuell runterlädt und im I-Pod – oder was immer dann en Vogue ist – mit sich rumträgt. Aber wie bestimmt sich dann der Wert dieser Aufnahmen? Potenziert er sich im Verhältnis zur Zahl der Downloads, oder wie? Werden nicht trotzdem Hunderttausende Musikliebhaber manipuliert, indem man ihnen einredet, dass Sänger XY der beste und glaubwürdigste ist? Bedeutet das nicht eine unsägliche schreckliche Gleichmacherei? – Oder ist es die absolute Befreiung? Der Sieg der vollkommenen Individualität? Jedem seine eigenen TOP 100! Und keine gleicht den anderen. Wie unfassbar wundervoll – und dämlich. Wird nicht Musik auf diese Art zu etwas völlig Beliebigem, Wertlosem?
Ich glaube das Insistieren von Vinylfans auf ihre Vorlieben ist eine unbewusste Abwehr gegen diese Beliebigkeit und auch gegen die Unkontrollierbarkeit der virtuellen Welt.
Ich halte deine Bild der (künftigen) Lage erst einmal schlicht für den ganz normalen technischen Fortschritt, den mit Masse niemand wird aufhalten können. Menschen wie Du oder ein paar andere werden -wenn sie von Seiten der mächtigen und künftigen Musikindustrie noch in irgend einer Form als Zielgruppe wahrgenommen werden- auch künftig noch zu ihren heiß geliebten greifbaren, anfassbaren und wertigen "Wohlfühltonträgern" greifen können. Sollte es anders kommen, wird vielleicht in ein paar Jahren schon und vielleicht gerade in diesem Forum das ganz große Wehklagen bei verschiedenen Menschen ausbrechen. ;-)
Ich denke, zumindest derzeit und auf die nächsten paar Jahre hat jeder es großteils noch selbst in der Hand, gewissen Strömungen und Tendenzen insbesondere technischer Natur nicht unbedingt folgen zu müssen. Einigen Leuten verleiht es auch das gute Gefühl, ein Fels in der Brandung der Beliebigkeiten zu sein. Ich persönlich sehe diesen Entwicklungen zwar auch mit einer gewissen Abneigung entgegen, aber ich bin Realist genug um zu erkennen, daß vielfach das Beklagen und sich Sorgen machen nicht wirklich weiter hilft.
In gewissem Sinne ist auch eine Anpassung an neue Dinge, neue Technik, neue Tonträger etc. durchaus gefragt, ohne daß die schönen alten Tage über Gebühr betrauert werden.
Musik an sich hat immer nur den Wert, den wir ihr individuell zugestehen. Insofern hat das Schlaflied, das mir meine Mutter vorsang, als ich sechsjährig mit Masern im Bett lag, einen viel größeren Wert als jede Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart oder jede Aufnahme von Bob Dylan. Aber was nützt mir diese Erkenntnis?
Mit dieser Erkenntnis hast Du es eigentlich auf den Punkt gebracht.
Jeder für sich hat seine Wertigkeitsskalen in Sachen Musik, Tonträger, Technik, Gefühl und Erleben.
Diese Erkenntnis kann sehr viel nützen, z.B. bei dem Eingeständnis sich selbst gegenüber, daß man nicht immer viele Jahre an alt bewährten, persönlich als wertvoll erachteten und lieb gewonnenen Dingen festhalten muss. Man kann auch durchaus aus neuer Technik, neuen Formen der Medien, neuen Tonträgern für sich in Maßen und Grenzen einen neuen Nutzen ziehen.
Vielleicht werden ja irgendwann unsere Enkel oder Urenkel das Verschwundensein guten alten CD betrauern und irgendwelche Wireless-Bluetooth-Datenkristalle in die Hölle wünschen.
Der Wert von Musik spiegelt sich für mich also in dem Tonträger wider und in der Mühe, die es vielleicht gemacht hat, ihn zu besorgen, und in den Kosten, die er verursacht hat. Das ist der zweite Punkt. Für mich trifft der Satz zu: Was nichts kostet (das muss nicht immer nur Geld sein), ist nichts wert.
Hallo Otis!
Ich greife mal einen Aspekt aus deinem Post heraus:
Was für mich ein Kosten-Aspekt von MP3s ist, ist die Auswahl. Es fliegen Millionen Files im Internet rum und es ist wahnsinnig schwer, die Schätze rauszupicken.
Durch das Internet ist die Suche nach Musik eher ein Umgang mit einem Überangebot geworden, was so ziemlich das Gegenteil zum Sammeln von raren Schallplatten ist.
Die Mühe, die ich mir mit Musik hauptsächlich mache, ist die des Verstehens. Ich mag es, Musik zu hören, die im Lauf der Zeit wächst.
Cassavetes
09.03.2006, 02:42
Vor hundert Jahren gab es noch keine Tonträger, in hundert Jahren wird es wieder keine Tonträger mehr geben. Wozu also die ganze Aufregung?
Vor hundert Jahren gab es noch keine Tonträger, in hundert Jahren wird es wieder keine Tonträger mehr geben. Wozu also die ganze Aufregung?
Verblüffende Erkenntnis. Wie kommst Du darauf ?
Hippiemädchen
09.03.2006, 14:36
Das ist in der Tat interessant. Solange wir leben wird es vermutlich noch CD's und vielleicht auch Schallplatten geben, und wenn wir dann tot sind, muss es uns doch nicht mehr kratzen, ob's die noch gibt oder nicht.
misterix
09.03.2006, 15:03
vielleicht kratzen dann die schallplatten
Das ist in der Tat interessant. Solange wir leben wird es vermutlich noch CD's und vielleicht auch Schallplatten geben, und wenn wir dann tot sind, muss es uns doch nicht mehr kratzen, ob's die noch gibt oder nicht.
Es kratzt aber ! Und das ist meines Erachtens auch eine natürliche Sache, ein Urinstikt sozusagen, Dinge für die "Nachwelt" erhalten, bewahren zu wollen. Ist so etwas, wie "sich selbst in Erinnerung halten" indem man die Dinge, die einen zu Lebzeiten umgaben, für die nachkommenden Generationen konserviert. Finde ich auch nichts Falsches dran.
Das nichts "ewig" hält, ist klar und ein Dilemma, mit dem sich die Spezialisten unter den Archivaren seit "Ewigkeiten" beschäftigen. Bücher wurde ja z.B. schon vor langer Zeit in Klöstern "kopiert". Heute ist man etwas weiter, obwohl man den Verfall nach wie vor nicht aufhalten kann. So wird beispielsweise unter hohem Aufwand bei den großen Fernseh- und Radio-Anstalten in regelmäßigen Abständen der komplette Ton- und Bildträger-Bestand umkopiert, wobei bei ständig wachsender Miniaturisierung der Medien die Gefahr eines Totalverlustes proportional mitwächst. Inzwischen kommt man wohl deshalb z.T. sogar wieder von einer voll digitalen Speicherung ab. Forscher arbeiten daran, Informationen als reinen "Text" zu speichern, den man quasi mit "den Augen" wieder in die ursprüngliche Information zurückverwandeln kann ( = Lesen ). Geeignete Speichermedien dafür müssen allerdings auch erst entwickelt werden, beim heutigen Datenaufkommen bietet sich Papier wohl aus verständlichen Gründen nicht mehr an...
Zitat von Cassavetes
Vor hundert Jahren gab es noch keine Tonträger, in hundert Jahren wird es wieder keine Tonträger mehr geben. Wozu also die ganze Aufregung?
Verblüffende Erkenntnis. Wie kommst Du darauf ?
Zumal sich gar keiner aufgeregt hat.
Ich möchte hier mal festhalten, dass IPod Besitzer nicht automatisch ihre Alben nur noch herunterladen. Ich für meinen Fall habe noch nie im ITunes Store eingekauft und habe das auch in Zukunft nicht vor. Und die Musicload Werbung geht mir ganz schön auf den Keks. Da ich aber viel unterwegs bin, halte ich den IPod für eine praktische Alternative zum "normalen" Musikhören zu Hause. Und komme mir jetzt bitte keiner mit dem Argument, Musikhören dürfe nicht praktisch sein etc..
Auch gebrannte CDs habe für mich keinerlei Wert und an dem ganzen Brennwahn, der hier 2002 begonnen hat, habe ich mich auch nie beteiligt. Schon während meiner Jugend waren Alben, die ich mir auf Kassette aufgenommen hatte nie ein vollwertiger Ersatz zu einer richtigen LP oder später auch CD, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Allein der Gedanke, dass sich meine Plattensammlung nur noch auf einer Festplatte befindet, ist für mich unerträglich.
Ich möchte hier mal festhalten, dass IPod Besitzer nicht automatisch ihre Alben nur noch herunterladen. Ich für meinen Fall habe noch nie im ITunes Store eingekauft und habe das auch in Zukunft nicht vor. Und die Musicload Werbung geht mir ganz schön auf den Keks. Da ich aber viel unterwegs bin, halte ich den IPod für eine praktische Alternative zum "normalen" Musikhören zu Hause. Und komme mir jetzt bitte keiner mit dem Argument, Musikhören dürfe nicht praktisch sein etc..
Auch gebrannte CDs habe für mich keinerlei Wert und an dem ganzen Brennwahn, der hier 2002 begonnen hat, habe ich mich auch nie beteiligt. Schon während meiner Jugend waren Alben, die ich mir auf Kassette aufgenommen hatte nie ein vollwertiger Ersatz zu einer richtigen LP oder später auch CD, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Allein der Gedanke, dass sich meine Plattensammlung nur noch auf einer Festplatte befindet, ist für mich unerträglich.
Wo ich Dir nur herzhaft beipflichten kann. Womit wir wieder beim "Praktischen" wären : Kassette, MP3, Selbstgebrannte sind einfach ein tolles Medium, Neues zu entdecken, ohne alles erstmal kaufen zu MÜSSEN um es bei Nichtgefallen mühe- und verlustreich wieder loswerden zu MÜSSEN. Wie schon weiter oben geschrieben, wird von mir alles, was mir gefällt, nach und nach auf regulärem Tonträger erworben, massenhaftes "Hamstern" von möglichst vielen Tracks kann ich mir für mich auch nicht vorstellen.
Edit : Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, da ich auch ein paar Sachen nur als MP3-Kopie von z.B. Schallplatte, Kassette oder Radiomitschnitt besitze. Dabei handelt es sich aber um "Exoten" und Raritäten, die z.T. nicht beschaffbar sind. ist einfach praktischer, eine Cd am PC zu hören, die 30 cm Platten passen so schlecht in den Laufwerksschacht...
Wo ich Dir nur herzhaft beipflichten kann.
Da hast Du mich falsch verstanden. In meiner Jugend habe ich mir Alben auf Kassette aufgenommen, weil ich nicht das Geld hatte ständing neue Platten zu kaufen. Beim Plattenkauf galt für mich eigentlich schon immer: niemals vorher reinhören. Fehlkäufe schleichen sich dabei selten ein und können somit vernachlässigt werden. Die wenigen gebrannten CDs die ich habe stauben vor sich hin.
Da hast Du mich falsch verstanden. In meiner Jugend habe ich mir Alben auf Kassette aufgenommen, weil ich nicht das Geld hatte ständing neue Platten zu kaufen. Beim Plattenkauf galt für mich eigentlich schon immer: niemals vorher reinhören. Fehlkäufe schleichen sich dabei selten ein und können somit vernachlässigt werden. Die wenigen gebrannten CDs die ich habe stauben vor sich hin.
Ähem, ja. So hatte ich es auch verstanden, aber in der Antwort darauf vielleicht missverständlich formuliert... :bier:
Egal. Denke, die Sichtweisen sind zumindest ähnlich, diesbezüglich.
das ist doch wohl ein schlechter Witz, Mikko oder??
Du kannst doch nicht sagen, dass nur Leute, die ausschließlich Vinyl (oder vielleicht auch noch diese achso "schnöden" CDs) hören Musikliebhaber sein können!!
Und diejenigen, die Musik ausschließlich auf ihrem Rechner haben als "arm" abzustempeln, finde ich wiederrum arm!
Du kannst gerne deine Meinung sagen, was du auch sehr deutlich und anschaulich getan hast, aber dabei andere so zu beleidigen und zu verurteilen, nur weil sie eine andere Denkweise haben als du finde ich äußerst unangebracht.
Außerdem hab ich auch mal gehört, dass es Leute gibt, denen Musik nicht alles in ihrem Leben bedeutet...solls auch geben...man weiß es nicht
Paranoid
09.03.2006, 16:20
Musik ist von Natur aus virtuell.
@Flash
Ich finde nicht, dass Mikko hier irgendjemand beleidigt oder gar verurteilt hat. Wenn Du eine andere Meinung hast, dann kannst Du sie gerne kundtun schließlich geht es hier ja um Diskussion.
Beim Plattenkauf galt für mich eigentlich schon immer: niemals vorher reinhören. Fehlkäufe schleichen sich dabei selten ein und können somit vernachlässigt werden.
Niemals reinhören und doch nur selten Fehlkäufe ?
Wie geht das ?
Mistadobalina
09.03.2006, 16:30
Niemals reinhören und doch nur selten Fehlkäufe ?
Wie geht das ?
Das geht. Mach ich auch so. Voraussetzung ist allerdings, dass man auskennt, ständig informiert und die Dinge einordnen kann. Würde ich mir vorher was anhören, käme ich wahrscheinlich schnell ins Zweifeln, ob ich das Gehörte auch brauche. :-)
alex8529
09.03.2006, 16:32
Niemals reinhören und doch nur selten Fehlkäufe ?
Wie geht das ?
jede Menge Sternewerfer-Threads hier lesen......:dance:
Niemals reinhören und doch nur selten Fehlkäufe ?
Wie geht das ?
Da gibt es einige Möglichkeiten:
- ich lese eine interssante Rezension im RS oder sonstwo
- ich höre irgendwo etwas von einem bestimmten Künstler und möchte ein ganzes Album haben
- ich kenne den Künstler sehr gut (musikalisch)
- man entwicklet im Laufe der Jahre ein Gespür dafür
Tatsache ist, dass der erste Höreindruck meist nicht ausreicht, um ein Album zu beurteilen. Ich bin mir sicher, dass ich mir einige großartige Alben nicht gekauft hätte, wenn ich vorher reingehört hätte.
Mistadobalina
09.03.2006, 16:38
Tatsache ist, dass der erste Höreindruck meist nicht ausreicht, um ein Album zu beurteilen. Ich bin mir sicher, dass ich mir einige großartige Alben nicht gekauft hätte, wenn ich vorher reingehört hätte.
Lustig. Genau das kann ich von mir auch sagen. :bier:
Die Sache mit dem Gespür finde ich super. Aber um einen solchen Riecher zu entwickeln, müsste ich mir erst meinen dichten Schnurrbart abrasieren.;-)
Die anderen Möglichkeiten: Nr. 1 und 3 können hinkommen.
Nr. 2 würde bei mir kaum funktionieren. Vielleicht in Verbindung mit Gespür und Riecher. Aber der Schnurrbart, nein, das mach ich nicht.
Dann doch lieber in Ruhe reinhören.
dr.music
09.03.2006, 16:44
Lustig. Genau das kann ich von mir auch sagen. :bier:Aber diese Feststellung ist doch auch sehr banal.;-)
Dieses Dahergerede vom "Reinhören" war schon immer ganz falsch.
Mistadobalina
09.03.2006, 16:45
Aber diese Feststellung ist doch auch sehr banal.;-)
Dieses Dahergerede vom "Reinhören" war schon immer ganz falsch.
Na ja, immerhin gibt's ja schon seit Urzeiten Anhörmöglichkeiten in Plattenläden. Genutzt hab ich das aber nie.
Aber diese Feststellung ist doch auch sehr banal.;-)
Dieses Dahergerede vom "Reinhören" war schon immer ganz falsch.
Warum ?
Na ja, immerhin gibt's ja schon seit Urzeiten Anhörmöglichkeiten in Plattenläden. Genutzt hab ich das aber nie.
Eben, und genausoweinig wie ich jemals im Plattenladen irgendwo reingehört habe lade ich mir heute MP3 zum Probehören runter. Vielleicht sollte dr.music mal erklären, was er eigentlich meint.
dr.music
09.03.2006, 16:54
Warum ?Was man hier immer erklären muss: Ein kurzes nebenbei "Reinhören" kann doch nie genügen. Da braucht es schon einige Durchgänge... Höchstens, wenn der Stil/Artist einem eh nicht zusagt. Bei Techno brauche ich auch kein "Reinhören".
Sokrates
09.03.2006, 17:22
Was man hier immer erklären muss: Ein kurzes nebenbei "Reinhören" kann doch nie genügen. Da braucht es schon einige Durchgänge... Höchstens, wenn der Stil/Artist einem eh nicht zusagt. Bei Techno brauche ich auch kein "Reinhören".
Reinhören kann aber ebensogut Neugier wecken.
Es gibt eine Reihe von Platten, die ich nie gekauft hätte, wenn ich nicht reingehört hätte.
Wenn ich zurückblicke, kann ich sagen, dass es früher, also noch vor der CD, als Vinyl noch versiegelt im Laden stand, und es hieß: Kauf oder stirb, es einen signifikanten Anteil an Fehlkäufen gab, die ich mir heute erspare.
Hopp oder topp - das lässt sich leider nicht immer am Cover, den Liner Notes und erst recht nicht anhand von Rezensionen erkennen. Das letzte nur, wenn man einen Autoren kennt und ein gewisses Maß an Übereinstimmung festgestellt hat.
Sokrates
09.03.2006, 17:29
Und mal ontopic:
Der Wert von Musik ist ideeller Natur: Er ergibt sich in meinem Kopf und Körper durch die Gefühle, die sie auslöst, und ist damit zunächst formatunabhängig.
Richtig ist aber auch, dass haptische Erlebnisse wie ein großes Cover oder zu beobachten, wie sich der Tonarm auf die Rille senkt und die LP dann abspielt, ihren gefühlten Wert steigern können.
Das wäre vergleichbar mit der Funktion des Schmucks an einer Frau – es macht etwas an sich Schönes noch schöner.
Und mal ontopic:
So "offtopic" ist die Sache mit dem Reinhören nicht. Ich denke wie und aus welchen Gründen man Musik kauft, hat auch etwas mit deren Wert zu tun.
Sokrates
09.03.2006, 17:45
So "offtopic" ist die Sache mit dem Reinhören nicht. Ich denke wie und aus welchen Gründen man Musik kauft, hat auch etwas mit deren Wert zu tun.
Das stimmt, und ich korrigiere in:
Direkt zu Mikkos Frage. ;-)
Was man hier immer erklären muss: Ein kurzes nebenbei "Reinhören" kann doch nie genügen. Da braucht es schon einige Durchgänge... Höchstens, wenn der Stil/Artist einem eh nicht zusagt. Bei Techno brauche ich auch kein "Reinhören".
Keine für mich wirklich schlüssige Erklärung.
Wenn Du mein Post aufmerksam gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, daß ich nicht von "nebenbei" reinhören sprach.
Ich sprach von "in Ruhe" reinhören.
Wischmop
09.03.2006, 18:54
Ich möchte hier mal festhalten, dass IPod Besitzer nicht automatisch ihre Alben nur noch herunterladen. Ich für meinen Fall habe noch nie im ITunes Store eingekauft und habe das auch in Zukunft nicht vor. Und die Musicload Werbung geht mir ganz schön auf den Keks. Da ich aber viel unterwegs bin, halte ich den IPod für eine praktische Alternative zum "normalen" Musikhören zu Hause. Und komme mir jetzt bitte keiner mit dem Argument, Musikhören dürfe nicht praktisch sein etc..
Auch gebrannte CDs habe für mich keinerlei Wert und an dem ganzen Brennwahn, der hier 2002 begonnen hat, habe ich mich auch nie beteiligt. Schon während meiner Jugend waren Alben, die ich mir auf Kassette aufgenommen hatte nie ein vollwertiger Ersatz zu einer richtigen LP oder später auch CD, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Allein der Gedanke, dass sich meine Plattensammlung nur noch auf einer Festplatte befindet, ist für mich unerträglich.Geht mir weitestgehend genauso. Lade nie ganze Alben in diesem Apple Store runter, höchstens mal interessehalber einzelne Songs (weil ich meistens keine Möglichkeit habe, sie mir woanders, z.B. im Plattengeschäft anzuhören). Und wenn mir eine von Freunden gebrannte CD wirklich gefällt, kaufe ich mir früher oder später auch das Original. Stellt für mich einen ganz anderen Wert dar als jede mp3 oder gebrannte CD, mögen die Kopien und Coverdruckprogramme auch noch so perfekt sein. Rationell begründen lässt sich das wahrscheinlich nicht. Soweit zu gehen, dass gebrannte CDs keinerlei Wert darstellen, würde ich deshalb nicht.
Cassavetes
09.03.2006, 19:36
Es kratzt aber ! Und das ist meines Erachtens auch eine natürliche Sache, ein Urinstikt sozusagen, Dinge für die "Nachwelt" erhalten, bewahren zu wollen.
Sicherlich, der Reflex ist natürlich da, da gebe ich dir recht.
Andererseits kann ich aber nichts daran ändern, wenn meine Kinder später nach meinem Ableben einmal Papas CDs in die Gelbe Tonne schmeißen oder aber irgendwo versteigern.
Woran ich gerade auch noch denken mußte, des Eröffnungspostings wegen: Die schönste Musik, die ich überhaupt jemals gehört habe, waren auch bei mir die Schlaflieder, die meine Mutter mir früher als Kind vorgesungen hat. Das geht ja auch anderen so - etwa Johnny Cash, der von den Kirchenliedern seiner Kindheit so berührt und geprägt wurde, daß er, bereits dem Tod ins Auge blicked, noch "My Mother's Hymn Book" aufnahm.
Was ich damit jetzt genau sagen will, weiß ich selbst nicht.
Es gibt da jedoch ein Gefühl in mir, daß mir sagt, daß ich Musik per se eigentlich gar nicht besitzen kann. So wie man auch die Liebe nicht festhalten und konservieren kann.
Musik ist für mich etwas Metaphysisches, Außerstoffliches. Der höchste Ausdruck der menschlichen Seele.
Für mich sind Schallplatten und CDs jedenfalls nur Mittel zum Zweck und besitzen an sich keinen Wert. (Die auf ihnen festgehaltene Musik in vielen Fällen jedoch schon.) So wie Geldscheine etwa, die ja auch nur bedruckte Papierschnipsel mit Nummern darauf sind.
Cassavetes
09.03.2006, 19:37
das ist doch wohl ein schlechter Witz, Mikko oder??
Du kannst doch nicht sagen, dass nur Leute, die ausschließlich Vinyl (oder vielleicht auch noch diese achso "schnöden" CDs) hören Musikliebhaber sein können!!
Und diejenigen, die Musik ausschließlich auf ihrem Rechner haben als "arm" abzustempeln, finde ich wiederrum arm!
An der betreffenden Stelle habe ich mich auch ein wenig gestört. Ich denke aber, daß Mikko das nicht bös gemeint, sondern nur irgendwie befremdlich formuliert hat.
Cassavetes
09.03.2006, 19:40
Das wäre vergleichbar mit der Funktion des Schmucks an einer Frau – es macht etwas an sich Schönes noch schöner.
Kleidung. Du meinst sicherlich Kleidung.
das ist doch wohl ein schlechter Witz, Mikko oder??
Du kannst doch nicht sagen, dass nur Leute, die ausschließlich Vinyl (oder vielleicht auch noch diese achso "schnöden" CDs) hören Musikliebhaber sein können!!
Und diejenigen, die Musik ausschließlich auf ihrem Rechner haben als "arm" abzustempeln, finde ich wiederrum arm!
Du kannst gerne deine Meinung sagen, was du auch sehr deutlich und anschaulich getan hast, aber dabei andere so zu beleidigen und zu verurteilen, nur weil sie eine andere Denkweise haben als du finde ich äußerst unangebracht.
Außerdem hab ich auch mal gehört, dass es Leute gibt, denen Musik nicht alles in ihrem Leben bedeutet...solls auch geben...man weiß es nicht
Also ich habe das Ganz keineswegs als Beleidigung gegen irgendein "Format-Lager" aufgefasst, sondern über der in der Tat sehr anschaulichen Beschreibung ein großes Fragezeichen gesehen, das zur Stellungnahme und Schilderung der eigenen Sichtweise aufforderte.
Da gibt es einige Möglichkeiten:
- ich lese eine interssante Rezension im RS oder sonstwo
Damit bin ich aber jedenfalls schon mal deftig auf die Nase gefallen. Nicht das ich die Rezensionen nicht mit Interesse lesen würde, aber so manches Mal gehen die Meinungen doch recht weit auseinander.
- ich höre irgendwo etwas von einem bestimmten Künstler und möchte ein ganzes Album haben
Zustimmung
- ich kenne den Künstler sehr gut (musikalisch)
Ebenfalls Deiner Meinung.
- man entwicklet im Laufe der Jahre ein Gespür dafür
Da hast Du dann ein wesentlich besser ausgeprägtes Gespür als ich. Glückwunsch. Darauf könnte ich mich nicht blind verlassen.
Tatsache ist, dass der erste Höreindruck meist nicht ausreicht, um ein Album zu beurteilen. Ich bin mir sicher, dass ich mir einige großartige Alben nicht gekauft hätte, wenn ich vorher reingehört hätte.
Da kommt es ganz auf den Umfang des Abhörens an. 30 Sekunden-Ausschnitte in miserabler Qualität am Regal-Kopfhörer bei Saturn sind sicher keine gute Entscheidungshilfe. Nimmt man sich richtig Zeit, und kann die entsprechende Platte an einer richtigen Abhörstation testen, dürfte die Fehlerquote relativ niedrig sein. So mache ich es.
Nicht zuletzt kommen dann ja auch noch die "Gebrannten" ins Spiel, die auch für mein Verständnis nicht legal, aber zum "Vorhören" halt ideal sind. Wie gesagt, was gefällt wird gekauft, was nicht gefällt, eh nie mehr gehört und vernichtet oder einem weiteren Interessierten zur Verfügung gestellt.
Warum ?
Würde ich auch gerne wissen. Ich meide nämlich solche Läden, die diese Möglichkeit nicht anbieten, außer, wenn ich genau weiß, was ich haben will, gezielt eine Platte kaufe.
Reinhören kann aber ebensogut Neugier wecken.
Es gibt eine Reihe von Platten, die ich nie gekauft hätte, wenn ich nicht reingehört hätte.
Wenn ich zurückblicke, kann ich sagen, dass es früher, also noch vor der CD, als Vinyl noch versiegelt im Laden stand, und es hieß: Kauf oder stirb, es einen signifikanten Anteil an Fehlkäufen gab, die ich mir heute erspare.
Hopp oder topp - das lässt sich leider nicht immer am Cover, den Liner Notes und erst recht nicht anhand von Rezensionen erkennen. Das letzte nur, wenn man einen Autoren kennt und ein gewisses Maß an Übereinstimmung festgestellt hat.
So ähnlich sehe ich das auch. Eine Kernaussage ist für mich auch der zweite Satz. Viele Sachen hätte ich ohne Vorhören auch nicht entdeckt, geschweige denn gekauft.
Geht mir weitestgehend genauso. Lade nie ganze Alben in diesem Apple Store runter, höchstens mal interessehalber einzelne Songs (weil ich meistens keine Möglichkeit habe, sie mir woanders, z.B. im Plattengeschäft anzuhören).
Genau so halte ich es auch. Wenn mir ein Album derartig gefällt, käme ich nie darauf, es mir bei iTunes zu laden. Dann möchte ich auch eine "richtige" CD mit Booklet, Texten und allem Drum und Dran besitzen.
Hmm... was nun der Wert von Musik an sich ist, da bin ich mir immer noch nicht so ganz sicher.
Ich gehe da im Prinzip mit Otis konform. Was mich nichts kostet, ist auch nichts wert. Und zum Musikgenuss gehört mehr als nur der Klang. Plattencover, sowie diverse Details von Verpackung und Gestaltung gehören dazu. Bis hin zu den Botschaften in den Auslaufrillen von Schallplatten. Die Schallplatte ist ein Gesamtkunstwerk, von dem die Musik nur ein Teil ist, wenn auch natürlich der Wichtigste.
Auf der Metaebene gibt es sicher musikalische Erlebnisse, die völlig ohne einen Tonträger, egal ob Schellack oder Computer Festplatte, auskommen. Die haben natürlich ihren individuellen Wert, der sich auch gar nicht in irgendeiner Weise beziffern lässt.
Aber Musik, die bewusst nicht nur für diesen Moment gemacht wird, die noch dazu einen wie auch immer gearteten kommerziellen Aspekt hat, die möchte ich gerne auf einem Tonträger meiner Wahl erwerben können. Nur so kann sich meine Wertschätzung voll entfalten.
Und was das Reinhören angeht, ich nutze diese Möglichkeit vor allem bei Singles gerne. Ich habe da mit den Jahren "ein Gespür" entwickelt. In aller Regel kann ich nach ca. 60 Sekunden, spätestens jedoch nach dem ersten Refrain sagen, ob mir ein Track so gut gefällt, dass ich ihn besitzen möchte.
Schöner Text, Mikko.
[...]
Es stellt sich aber doch die Frage, muss man Robert Johnson von einer originalen Schellack gehört haben, um die Bedeutung – den Wert – seiner Musik begreifen zu können? Können dann also nur die wenigen glücklichen Besitzer einer Robert Johnson Originalpressung ermessen, was der Mann für die Nachwelt bedeutet? Gerade im diesem konkreten Fall wird die Sache besonders diffizil. Wie hätte Johnson geklungen, wäre er nur rund 20 Jahre später mit verbessertem Equipment aufgenommen worden? Andererseits sind die Aufnahmen des Mannes ja gerade so wie sie sind legendär und einflussreich geworden. So what? – Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob man diese Aufnahmen nicht auch von Vinyl, Tonband oder CD (ja auch CD) hören darf, um sich ein Bild machen zu können. So lange die Aufnahmen so klingen wie die ursprüngliche Schellackplatte, kann daran nichts falsch sein. Der Wert der ursprünglichen Schellack Ausgabe bemisst sich allerdings aus zweierlei. Der Bedeutung und Wertschätzung die der Musik, der Aufnahme an sich, von Musikliebhabern und Fachleuten zugestanden wird, und der Seltenheit der originalen Pressung natürlich. Das zusammen ergibt den Sammlerwert.
Ich denke, dass ist ähnlich wie mit Kunstwerken: solange ich vom Geld-Wert spreche, kann ein Kunstwerk nur so viel wert sein, wie die höchste Summe, die dafür geboten wird. Und das ist dann der Sammlerwert. Wieso das Geld geboten wird, ist dann doch egal - das muss ja nicht direkt mit der Musik zusammenhängen, das kann ja auch Geldanlage sein.
Man sollte die Musik in diesem Moment trennen von dem "Datenträger" (in jeder Form) - und dann ist Johnsons Musik eben unzureichend aufgezeichnet.
[...]
Es soll ja bereits Leute geben, die sammeln Musik als Datenpakete, als Soundfiles. Das ist sicher sehr praktisch. Und sofern man seine Festplatte in zwei Kopien an verschiedenen Orten aufbewahrt, ist man auch vor Verlusten einigermaßen sicher, aber ansonsten ist das doch ziemlich arm, oder nicht? Mal abgesehen von der Diskussion um Nullen und Einsen, um Treppenstufen und all dieses Zeug, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Musik auf diese Art ihre Wertigkeit behält. Es mag an meiner Sozialisation liegen, aber ein Musikstück, eine Aufnahme, die ich nicht in Form eines physischen Tonträgers aus Serienfertigung besitzen kann (kann wohlgemerkt), hat für mich keinen Wert an sich. Ich kann diese Aufnahme schön finden, gerne hören usw., sie bleibt trotzdem auf eine Art nicht greifbar und wertlos.
Das "Problem" mit der "trägerlosen" Musik ist aber nicht neu: was ist denn mit Radio (vor der Verbreitung von Tape-Rekordern) oder eben mit der Musik vor der Erfindung von Aufzeichnungsmedien? Als einziges Aufbewahrungsmedium bleibt die Erinnerung.
Das ist vermutlich wirklich eine philosophische Frage. Womöglich gibt es in einigen Jahrzehnten tatsächlich Popstars, deren Aufnahmen man nur noch individuell runterlädt und im I-Pod – oder was immer dann en Vogue ist – mit sich rumträgt. Aber wie bestimmt sich dann der Wert dieser Aufnahmen? Potenziert er sich im Verhältnis zur Zahl der Downloads, oder wie? Werden nicht trotzdem Hunderttausende Musikliebhaber manipuliert, indem man ihnen einredet, dass Sänger XY der beste und glaubwürdigste ist? Bedeutet das nicht eine unsägliche schreckliche Gleichmacherei? – Oder ist es die absolute Befreiung? Der Sieg der vollkommenen Individualität? Jedem seine eigenen TOP 100! Und keine gleicht den anderen. Wie unfassbar wundervoll – und dämlich. Wird nicht Musik auf diese Art zu etwas völlig Beliebigem, Wertlosem?
Ich glaube das Insistieren von Vinylfans auf ihre Vorlieben ist eine unbewusste Abwehr gegen diese Beliebigkeit und auch gegen die Unkontrollierbarkeit der virtuellen Welt.
Ja, ich finde, das Gefühl des Wertverlusts hängt (meinen Beobachtungen nach) mit der Frage zusammen, ob jemand Sammler ist (und welches Alter er hat - also mit welchem "Datenträger" er sozialisiert wurde). Wieso kann ein MP3-Stück nicht viel Geld wert sein? Natürlich ist es bei MP3s schwieriger an Wert zu gewinnen, weil es sich (leicht) kopieren läßt und es zudem an einer Authentifizierungsauthorität mangelt. Anderes Beispiel aus der digitalen Welt: für viele Computerspiele werden Unsummen für abgespeicherte Spiele geboten (die dann dem Besitzer, besser: Anwender, mehr Möglichkeiten geben, virtuelle Gegenstände etc). Auch nichts Stoffliches - allerdings ist das Kopieren erschwert dadurch, dass die Savegames (meines Wissens) im Normalfall nur auf speziellen Servern laufen, also eine gewisse Einzigartigkeit besitzen. Vielleicht ändert sich diese Wertigkeit von MP3s ja dann, wenn die Industrie ein funktionierendes Digital Rights-Management durchsetzt (ich bezweifele das und würde es auch nicht begrüßen).
Zur Sozialisation: ich kaufe mir eigentlich alle CDs (sofern verfügbar) selber, Gebranntes habe ich nur zum Kennenlernen, gefällt es mir, wird die CD gekauft. Sicherlich ist das angesichts der Kopierbarkeit einer CD nicht mehr so "wichtig" sie zu haben - aber das ist eben irrational (so wie alles Sammeln irgendwo irrational ist). Ich kenne viele, die ihre CDs auf die Festplatte gerippt haben (udn die CDs dann verkauft haben), ich könnte das nicht.
Das Sammeln nicht kopierbarer Medien ist schwieriger und teurer (die Anzahl ist ja begrenzt) - deswegen hat die Sammlung ja einen größeren Geld-Wert (und darüber auch einen größeren persönlichen Wert). Meine CD-Sammlung bedeutet mir nicht so viel wie meine Comic-Sammlung.
Musik an sich hat immer nur den Wert, den wir ihr individuell zugestehen. Insofern hat das Schlaflied, das mir meine Mutter vorsang, als ich sechsjährig mit Masern im Bett lag, einen viel größeren Wert als jede Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart oder jede Aufnahme von Bob Dylan. Aber was nützt mir diese Erkenntnis?
Viel. Aber nur Dir. Schlaflieder hat mir meine Oma vorgesungen, laut und falsch und mich damit vom Einschlafen abgehalten. Ich mochte sie sehr und habe deswegen nie etwas gesagt.
dougsahm
10.03.2006, 08:55
Hmm... was nun der Wert von Musik an sich ist, da bin ich mir immer noch nicht so ganz sicher.
Ich gehe da im Prinzip mit Otis konform. Was mich nichts kostet, ist auch nichts wert. Und zum Musikgenuss gehört mehr als nur der Klang.
Uiuiui, gestatten, bei diesem Satz stellen sich mir die Zehennägel auf. Das liegt daran, dass ich gerade an andere Hobbys gedacht habe ... Konkret: Es gibt in der Natur immer wieder mal Eintrittsgebühren für gewisse Bereiche – ich denke dabei an gewissen Klammen und Loipen. Andere kosten nichts. Ich käme dabei nie auf den Gedanken, dass die Passagen, die etwas kosten wertvoller / wertiger sind als Bereiche ohne Kosten !!!
Klar, dass Natur etwas anderes ist als Kunst (was wertiger und wertvoller für die Spezies Mensch ist, ist dann schon die zweite Frage ...). Ausgeholt: Es ist für mich nicht wertiger auf einen Tennisplatz gegen Platzgebühr zu spielen als ohne. Es ist für mich nicht wertiger ein Buch aus der Biblio zu lesen als ein Selbstgekauftes.
Mir ist klar, dass Dein Satz im Zusammenhang zu lesen ist. Aber so ist er aus meiner Sicht dennoch nicht aufrechtzuerhalten.
Wie gesagt: die Zehenägel ...
Dick Laurent
10.03.2006, 09:05
Aber Musik, die bewusst nicht nur für diesen Moment gemacht wird, die noch dazu einen wie auch immer gearteten kommerziellen Aspekt hat, die möchte ich gerne auf einem Tonträger meiner Wahl erwerben können. Nur so kann sich meine Wertschätzung voll entfalten.
Da ist er doch, versteckt in einem Nebensatz, der Freibrief für alle Formate und ein erstes Anzeichen von Toleranz. Der Tonträger meiner Wahl ist eine Festplatte - das wird doch wohl erlaubt sein!!!
Sokrates
10.03.2006, 09:07
Kleidung. Du meinst sicherlich Kleidung.
Schmuck oder Kleidung – ich meine eine Metapher.
Und zum Musikgenuss gehört mehr als nur der Klang. Plattencover, sowie diverse Details von Verpackung und Gestaltung gehören dazu. Bis hin zu den Botschaften in den Auslaufrillen von Schallplatten. Die Schallplatte ist ein Gesamtkunstwerk, von dem die Musik nur ein Teil ist, wenn auch natürlich der Wichtigste.
Dass zum Musikgenuss mehr gehört als der Klang selber, ist klar. Allerdings gibt es da tausende von Sachen, die noch wichtig sein können. Deine Aufzählung ist die eines (Platten-)Sammlers. Das ist eine legitime Rangehensweise, die sich hier wohl auch einer ziemlichen Popularität erfreut. (Bin noch nicht lang genug hier, um das richtig einschätzen zu können.) Das ist auch völlig in Ordnung.
Es ist aber nur eine von tausenden möglichen Rangehensweisen. Und meines Erachtens auch nicht besser oder schlechter als so rangehensweisen wie Fan-Sein, Rumforschen, Tanzen, Berieseln lassen, Filme untermalen, Nachspielen oder was auch immer.
Meine Frage wäre jetzt:
Soll in diesem Thread der Wert der Musik für alle möglichen Rangehensweisen oder der Wert der Musik für einen Sammler beleuchtet werden?
In erstem Fall müsste man ziemlich genau trennen, im zweiten Fall müsste ich mich ausklinken.
Das Thema "Der Wert von Musik an sich" hat sicher nichts mit Tonträgern zu tun. In der Wahl des Tonträgers bzw. des Preises, den ich dafür zu zahlen bereit bin, spiegelt sich aber meine (die von Otis!) ganz persönliche Wertschätzung für diese Musik wider. Das heißt in keiner Weise, dass jemand anders, der nicht zu "zahlen" bereit ist, seiner Musik keine Wertschätzung entgegenbringt, das heißt nur, dass, wenn ich es so tun würde, Musik von mir nicht die Wertschätzung erfahren würde, die ich ihr gern geben würde.
Da hinkt das Beispiel mit der Natur gewaltig. Natur ist kein Kulturprodukt. Meine Wertschätzung gegenüber der Natur würde sich nicht in Geld ausdrücken, sondern könnte sich beispielsweise in einem pfleglichen Umgang mit der selbigen ausdrücken. (Ich hatte oben schon mal gemeint, dass ich mit Preis nicht unbedingt Geld meine, es kann auch, um bei dem Beispiel Natur zu bleiben, der Verzicht darauf sein, bestimmte Gebiete zu bestimmten Zeiten zu bevölkern!)
Und was das Ganze mit Toleranz oder gar Intoleranz zu tun hat, wenn man für sich gewisse Maximen hat, erschließt sich mir hier in diesem Forum immer weniger. Sätze, wie die von Wolfen oben, strotzen förmlich vor Toleranz.
Dick Laurent
10.03.2006, 09:43
Und was das Ganze mit Toleranz oder gar Intoleranz zu tun hat, wenn man für sich gewisse Maximen hat, erschließt sich mir hier in diesem Forum immer weniger.
Das Zauberwort ist doch das "für sich" - das macht natürlich jeder. Leider Verallgemeinern manche hier aber etwas kräftig, wie sonst könnte man anderen eine Wertschätzung absprechen wollen...
(das bezieht sich jetzt nicht auf diesen Thread, soweit ich ihn gelesen habe)
Paranoid
10.03.2006, 10:21
Das ist vermutlich wirklich eine philosophische Frage. Womöglich gibt es in einigen Jahrzehnten tatsächlich Popstars, deren Aufnahmen man nur noch individuell runterlädt und im I-Pod – oder was immer dann en Vogue ist – mit sich rumträgt. Aber wie bestimmt sich dann der Wert dieser Aufnahmen? Potenziert er sich im Verhältnis zur Zahl der Downloads, oder wie? Werden nicht trotzdem Hunderttausende Musikliebhaber manipuliert, indem man ihnen einredet, dass Sänger XY der beste und glaubwürdigste ist? Bedeutet das nicht eine unsägliche schreckliche Gleichmacherei? – Oder ist es die absolute Befreiung? Der Sieg der vollkommenen Individualität? Jedem seine eigenen TOP 100! Und keine gleicht den anderen. Wie unfassbar wundervoll – und dämlich. Wird nicht Musik auf diese Art zu etwas völlig Beliebigem, Wertlosem? Zur Beliebigkeit:
Jeder Tonträger hat in meinen Augen den Zweck, Musik zur Verfügung zu stellen, abspielbar, abrufbar, verfügbar zu machen. Musik an sich ist nichts Reales, sondern eine Sinneswahrnehmung. "Musik ist gestaltete Zeit" (Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Musik)).
Diese Wahrnehmung kann bei ein und dem selben Musikstück heute mal so und morgen mal anders sein. Das heißt, jedes Tonträgersammeln ist der Versuch, durch die Musik ausgelöste Glücksmomente beliebig oft wiederholbar zu machen. Das Prinzip ist immer das gleiche, egal in welcher Verpackung.
TheMagneticField
10.03.2006, 10:25
Da kommt es ganz auf den Umfang des Abhörens an. 30 Sekunden-Ausschnitte in miserabler Qualität am Regal-Kopfhörer bei Saturn sind sicher keine gute Entscheidungshilfe. Nimmt man sich richtig Zeit, und kann die entsprechende Platte an einer richtigen Abhörstation testen, dürfte die Fehlerquote relativ niedrig sein. So mache ich es.
Nicht zuletzt kommen dann ja auch noch die "Gebrannten" ins Spiel, die auch für mein Verständnis nicht legal, aber zum "Vorhören" halt ideal sind. Wie gesagt, was gefällt wird gekauft, was nicht gefällt, eh nie mehr gehört und vernichtet oder einem weiteren Interessierten zur Verfügung gestellt.
Ach ihr kennt ein andres Reinhören als das im Plattenladen, wo sich eine Reihe von midestens 5 Leuten mit mindestens 5 Cds in der Hand hinter einem bildet, die irgendwie alle so nen genervten Eindruck machen, während ich in RUHE höre. Weiß auch nicht warum?
Aber mal ganz davon ab, das Schönste an einer CD ist für mich meistens das "Erste Mal" (hören) und das würd ich mir durch so ein langes in Ruhe reinhören eigentlich ziemlich kaputt machen. Deswegen gibts für mich auch nix Schlimmeres , als wenn im Plattenladen gerade die CD läuft, die ich mir kaufen möchte, was zugegebenermaßen nicht so oft vorkommt.
Ansonsten schliesse ich mich in den meisten Punkten DJ an. Ich nutze eigentlich alle möglichen Datenträger, seis gemütlich zu Haus die LP oder CD, seis unterwegs der Ipod, seis zum Kennenlernen irgendwas Gebranntes. Und auch da muß ich sagen, auch ich kaufe mir von dem was dann wirklich gefällt das Original möglichtst in toller Aufmachung (wie früher bei den Tapes auch). Und auch der MusicStore (bei mir ITUnes) macht durchaus Sinn, denn wo kann man schon so schnell einzelne Bonus-Tracks von EPs oder einzelne Songs von ner Compilation runterziehen, die man, hätte man sich die Maxi oder das komplette album gekauft kaum jemals wieder angehört hätte (geht zumindest mir so)
Also definitiv Best of all worlds
Wischmop
10.03.2006, 10:25
Viele hier scheinen mir einfach auch zu viel Kohle haben (und sollten dies auch offen zugeben), anders lassen sich gewisse Thesen zu Tonträgerformaten und Sammlerleidenschaften schwer erklären. Hatte die früher als Student nicht, aber die Möglichkeit, CDs auszuleihen und zu kopieren (für vielleicht 2 DM Verleihgebühr anstatt 30 DM im Plattengeschäft). Auf die Idee, dass diese kopierten CDs nichts wert seien, weil sie fast nichts kosteten (im Vgl. zum Original) oder einfach zu beschaffen waren, bin ich nicht gekommen. Die hatten für mich damals in jeder Hinsicht einen grossen Wert, schliesslich konnte ich nur so viele grossartige Musik kennenlernen. Auch wenn ich mir später (als ich über das nötige Geld verfügte) in vielen Fällen die Originale zulegte. Deshalb habe ich auch für jeden, der CDs über Tauschbörsen und -ringe kopiert und erwirbt, Verständnis. Ist in vielen Fällen auch eine Geldfrage.
Das Thema "Der Wert von Musik an sich" hat sicher nichts mit Tonträgern zu tun. In der Wahl des Tonträgers bzw. des Preises, den ich dafür zu zahlen bereit bin, spiegelt sich aber meine (die von Otis!) ganz persönliche Wertschätzung für diese Musik wider. Das heißt in keiner Weise, dass jemand anders, der nicht zu "zahlen" bereit ist, seiner Musik keine Wertschätzung entgegenbringt, das heißt nur, dass, wenn ich es so tun würde, Musik von mir nicht die Wertschätzung erfahren würde, die ich ihr gern geben würde. [...]
Wenn man den "Wert von Musik" (um mal den Thread-Titel zu zitieren) vom Format löst, bleibt für mich die Frage, kann man den Wert von Musik überhaupt bestimmen?
Aber ich denke, ich habe Dich schon verstanden: Musik wird in irgendeiner konsumiert, das heißt Musik ohne "Träger" gibt es nicht, von daher muss, wer sich mit Musik befasst, sich zumindest Gedanken über das Format machen.
eintourist
10.03.2006, 10:48
hab mir bei dem thread-titel (der wert der musik an sich)was ganz anderes vorgestellt, als ne diskussion über daten- bzw. tonträger und deren wert. blöde diskussion. was das betrifft, ein bob dylan auf der festplatte ist mir wesentlich mehr wert, als tokio hotel auf vinyl.
und was mich ärgert, ist, dass hier "wert" größtenteils mit materiellem wert gleichgesetzt wird. das hat nichts mehr mit musik zu tun und widerspiegelt den beschissenen charakter unserer westlichen kultur wieder. wenn ich es nicht selber habe, kann ich es auch nicht genießen.
wie war das noch mit diesem kleinen gedichtlein über das blümchen am wegrand?
Ich schicke noch mal voraus: „Wert beimessen“ heißt für mich nicht unbedingt Geld, es kann auch die unendliche Mühe sein, sich etwas zu beschaffen, das ewig lange, unerfüllte Warten sein, bis man etwas bekommt, oder auch die intensive Arbeit, sich einem Musikstück anzunähern.
Ich werde jetzt noch mal persönlich:
Ich habe mir viele Jahre meines Lebens Mozart erarbeitet (nachdem ich ihn als junger Erwachsener zunächst völlig abgelehnt hatte), einiges an Geld ausgegeben, aber nicht viel, das Wichtigere war die Arbeit, die ich mir mit ihm gemacht habe. Seine Musik hat für mich dadurch einen sehr großen Wert bekommen. Meine Wertschätzung ihr gegenüber drückt sich aber nicht in besonders vielen oder seltenen Platten oder CDs aus.
Warum ärgern mich schlechte Artikel, die derzeit zuhauf zu lesen sind, dumme Fernsehsendungen, die es geben soll? Dabei habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn jemand Mozart nicht mag, nicht kennt, nicht kennen will... Ich habe aber offenbar ein Problem damit, wenn sich jemand, der sich kaum mit ihm beschäftigt hat, mit ein paar Worten in Feuilleton-Manier seiner bemächtigt und Urteile erlaubt. Es kommt mir dann respektlos vor.
Ein anderes Beispiel: Wie man weiß, suche und „sammele“ (aber nicht um des „Sammelns“ willen) ich Singles, seltene und weniger seltene, nur jene, die ich von der Musik her toll finde oder toll finden könnte. Manche bekomme ich erst nach Jahren, manche nie, die eine oder andere fällt mir wie ein kleiner Lottogewinn in den Schoß. Finde ich nun eine Single, die ich schon lange suche, deren Musik nirgendwo sonst aufzutreiben ist, die nicht digitalisiert ist, die aber auch für andere von Interesse ist, möchte ich die Musik erst einmal nicht teilen. Auch wenn ich kann, ich würde sie nicht digitalisieren, und wenn, dann nur für Menschen, von denen ich weiß, dass sie dieser Musik (resp. Single im Hintergrund) großen Respekt entgegenbrächten und die nicht nach einer halben Minute „reinhören“ schon wissen, „ach nein, ist nichts, brauch ich nicht, was spinnt der Otis wieder rum“ oder umgekehrt „toll, geil, superrar etc.“ Warum ist das so? Bin ich deshalb egoistisch, arrogant, ein Kameradenschwein, ein Spinner, ein „penetranter Prediger“? Mag sein, dass es nicht zu rechtfertigen ist, aber so ist es nun mal.
Wischmop, schrieb noch davon, dass das Ganze eine Geldfrage sein könnte. In meinen Augen nicht. Respekt gegenüber Musik (sprich der Wert, den man Musik beimisst) drückt sich nicht notgedrungen in der Wahl des Tonträgers und schon gar nicht in der Größe der Sammlung aus. Einzig, wenn mehr Geld vorhanden ist, kann ich mehr kaufen.
Dennoch mag ich persönlich vielleicht wirklich anders gepolt sein als manch anderer: in den letzten 35 Jahren war ich zehnmal in einer Bibliothek, weil die ausgeliehenen Bücher einfach zu teuer für mich waren. Aber die zehn Bände habe ich mir nach und nach alle gekauft (Th.Manns Tagebücher).
Dominick Birdsey
10.03.2006, 10:58
Die Pauschalisierung "Was nichts kostet, ist auch nichts wert" sollte vielleicht besser erklärt werden, als das hier bisher geschehen ist. Insbesondere wenn Mikko otis hier beipflichtet, allerdings im Eröffnungsthread bereits exakt das Gegenteil dadurch belegt hat, dass das Schlaflied seiner Mutter einen viel größeren (Stellen-)Wert für ihn besitzt, als jede Aufnahme oder Komposition (und ich erlaube mir jetzt mal die Künstler wegzulassen). Zudem ist es ja möglich, dass ein Gönner euch die seltenste und teuerste Vinylpressung eines von euch heißgeliebten Künstlers schenkt. Ist nach obiger Definition ja nichts wert, hat ja nichts gekostet. Wäre der obige Satz steigerbar im Sinne von: was mich mehr gekostet hat, ist auch mehr wert? Was das Finanzielle angeht, gewiss; aber ist sie deshalb wertvoller im Sinne der persönlichen Vorliebe? Konkret: Mein teuerstes erworbenes Album ist ganz gewiss nicht mein liebstes und auch garantiert nicht das beste, was in meinem Regal steht. Deshalb sollte man die verschiedenen Werte unterscheiden:
a) der individuelle Stellenwert von Musik (der kann, muss aber nicht, abhängig vom Ton- bzw. Datenträger sein)
b) der tatsächliche (und damit greifbare und nachvollziehbare) Sammler- bzw. Marktwert
Der zweite Punkt ist der deutlich einfachere, weil er messbar ist. Es gibt Kataloge, in denen man nachschauen kann, wie selten eine Aufnahme ist, was sie möglicherweise kostet. Ich kann stolz meine Plattensammlung präsentieren und mit Fug und Recht behaupten: dies ist derzeit meine wertvollste Platte.
Das geht mit dem erstgenannten Punkt nicht. Das wertvollste Stück Musik muss nicht auf einem Ton- bzw. Datenträger haptisch verfügbar sein (wie das Schlaflied). Kann es aber. Und wenn dem einen es genügt, es in minderer Qualität auf seiner Festplatte zu haben, dann darf es dem anderen genauso recht sein, es in großartiger Qualität als rare Vinylsingle im Regal verstauben zu lassen. Völlig egal.
Wieder eine andere Frage ist die, ob durch das riesige Angebot, der im Internet zur Verfügung stehenden Tracks, Musik zur Beliebigkeit verkommt. Nur weil die Quantität zunimmt, heißt das doch nicht zwangsläufig, dass die Qualität abnimmt, oder? Und wer nölt denn die ganze Zeit, dass es kleine Bands so schwer haben, überhaupt mal einen Fuß in die Tür der Musikbranche zu stellen. Kaum schafft es mal eine Band wie die Arctic Monkeys (die ich unabhängig davon langweilig finde) auf ungewöhnlichem und originärem Wege, ist das auch wieder nicht gut, wegen "Unkontrollierbarkeit der virtuellen Welt"? "Das Insistieren von Vinylfans auf ihre Vorliebe" ist erstmal genau das (dann noch eine kleine Alliteration), aber ganz gewiss nicht eine "unbewusste Abwehr gegen diese Beliebigkeit", als vielmehr ein Insistieren auf bekannte und vertraute und greifbare Werte.
Was nichts Negatives ist. Deshalb muss man nicht gleich einen Kassandra Komplex bekommen und die Bedeutung der Musik in und für zuküftige(n) Generationen schwarzmalen.
Das geht mit dem erstgenannten Punkt nicht. Das wertvollste Stück Musik muss nicht auf einem Ton- bzw. Datenträger haptisch verfügbar sein (wie das Schlaflied). Kann es aber. Und wenn dem einen es genügt, es in minderer Qualität auf seiner Festplatte zu haben, dann darf es dem anderen genauso recht sein, es in großartiger Qualität als rare Vinylsingle im Regal verstauben zu lassen. Völlig egal.
Genau: dir völlig egal. Im Ganzen völlig egal. Mir aber "für mich" überhaupt nicht egal. Ich erwarte doch nicht, dass andere Vinyl-Fans werden. Warum wird das indirekt unterstellt?! Außerdem nehme ich "für mich" in Anspruch Musik-Fan und nicht Vinyl-Fan zu sein.
Das Insistieren von Vinylfans auf ihre Vorliebe" ist erstmal genau das (dann noch eine kleine Alliteration), aber ganz gewiss nicht eine "unbewusste Abwehr gegen diese Beliebigkeit", als vielmehr ein Insistieren auf bekannte und vertraute und greifbare Werte.
Schmarren. Auch mit Alliteration wird die Aussage für Musikfans nicht stimmiger.
Ich schicke noch mal voraus: „Wert beimessen“ heißt für mich nicht unbedingt Geld, es kann auch die unendliche Mühe sein, sich etwas zu beschaffen, das ewig lange, unerfüllte Warten sein, bis man etwas bekommt, oder auch die intensive Arbeit, sich einem Musikstück anzunähern.
Selbstverständlich ist das auch ein Wert. Weswegen ich oben von Sammler-Wert geschrieben hatte, der ist in Geld anzugeben. Der individuelle Wert oder wenn man so will "individuelle Sammler-Wert" "berechnet" sich dann, wie Mikko geschrieben hat, aus Geldaufwand und persönlichen Aufwand.
Ich werde jetzt noch mal persönlich:
Ich habe mir viele Jahre meines Lebens Mozart erarbeitet (nachdem ich ihn als junger Erwachsener zunächst völlig abgelehnt hatte), einiges an Geld ausgegeben, aber nicht viel, das Wichtigere war die Arbeit, die ich mir mit ihm gemacht habe. Seine Musik hat für mich dadurch einen sehr großen Wert bekommen. Meine Wertschätzung ihr gegenüber drückt sich aber nicht in besonders vielen oder seltenen Platten oder CDs aus.
Warum ärgern mich schlechte Artikel, die derzeit zuhauf zu lesen sind, dumme Fernsehsendungen, die es geben soll? Dabei habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn jemand Mozart nicht mag, nicht kennt, nicht kennen will... Ich habe aber offenbar ein Problem damit, wenn sich jemand, der sich kaum mit ihm beschäftigt hat, mit ein paar Worten in Feuilleton-Manier seiner bemächtigt und Urteile erlaubt. Es kommt mir dann respektlos vor.
Klar, aber das ist ja ein allgemeines Problem, dass sich Leute wie Journalisten verhalten und im besten Fall nur unzureichend informiert Statements abgeben.
Ein anderes Beispiel: Wie man weiß, suche und „sammele“ (aber nicht um des „Sammelns“ willen) ich Singles, seltene und weniger seltene, nur jene, die ich von der Musik her toll finde oder toll finden könnte. Manche bekomme ich erst nach Jahren, manche nie, die eine oder andere fällt mir wie ein kleiner Lottogewinn in den Schoß. Finde ich nun eine Single, die ich schon lange suche, deren Musik nirgendwo sonst aufzutreiben ist, die nicht digitalisiert ist, die aber auch für andere von Interesse ist, möchte ich die Musik erst einmal nicht teilen. Auch wenn ich kann, ich würde sie nicht digitalisieren, und wenn, dann nur für Menschen, von denen ich weiß, dass sie dieser Musik (resp. Single im Hintergrund) großen Respekt entgegenbrächten und die nicht nach einer halben Minute „reinhören“ schon wissen, „ach nein, ist nichts, brauche nicht, was spinnt der Otis wieder rum“ oder umgekehrt „toll, geil, superrar etc.“ Warum ist das so? Bin ich deshalb egoistisch, arrogant, ein Kameradenschwein, ein Spinner, ein „penetranter Prediger“? [...]
Ich hoffe, das sagt keiner.
Ich ziehe mal den Vergleich zu mir (Singles habe ich zwar wieder, aber Sammeln kann man das nicht nennen ... :wave:): ich würde meine Comics auch nicht gegen digitale Bilder eintauschen (das Netzt ist ja inzwischen auch voll davon), aber dass ich mir gelegentlich einmal einen Comic digital herunterlade, um ihn durch- oder anzulesen (bezieht sich auf Reihen, die komplett gekauft viel Geld verschlingen würden), um mir eine Meinung bilden zu können. Das ist mit einer Single, deren Anhören ja nicht solange dauert, etwas anderes.
@db 30 Semester Germanistik? Merkt man, ganz toll zusammengefasst :sonne: Zustimmung.
In dem Zusammenhang noch eine Anmerkung zu den MP3s, die indirekt auch etwas mit dem Wert zu tun hat: es ist inzwischen ja wesentlich einfacher Musik aufzunehmen (auch zu machen) und zu "vertreiben", da reicht ein handelsüblicher Computer aus. Es gibt also mehr Musik, sicherlich auch verhältnismäßig mehr Schrott, aber Artic Monkeys hin oder her, eben auch mehr Chancen für jemanden der wirklich gut ist. Diese "MP3-Revolution" halte ich schon für etwas Positives (was den oben erwähnten Aspekt angeht), wie generell das Netz demokratische Elemente verstärkt hat.
Dominick Birdsey
10.03.2006, 11:35
Genau: dir völlig egal. Im Ganzen völlig egal.
Das ist nett von dir otis, mich mit dem großen Ganzen über einen Kamm zu scheren, aber ganz ehrlich und unter uns, das in ein wenig zuviel der Ehre. ;-)
Mir aber "für mich" überhaupt nicht egal.
Erstens bin ich nicht vermessen und behaupte etwas "für dich", weil ich das gar nicht kann. Außerdem steht dort, dass für den Unterpunkt a) es völlig egal ist. Nicht für mich, nicht für dich, sondern lediglich für diesen Unterpunkt spielt es keine Rolle. Ich unterstelle dort nicht, dass du einen Vinylkreuzzug starten möchtest, sondern versuche auf Mikkos ideologische Diskussion losgelöst vom Medium darzustellen, dass der individuelle (und damit ist auch dein "für mich" inbegriffen) Stellenwert unabhängig und "egal" vom Daten- und Tonträger ist. Und das ist defacto so. Auch "für dich" und bei dir.
Schmarren. Auch mit Alliteration wird die Aussage für Musikfans nicht stimmiger.
Es ist schon verwunderlich otis, dass du fragst, warum dir unterstellt wird, dass du andere zum Black Wax vinylisieren willst, gleichzeitig aber einen so suggestiven Satz hier äußerst. (Zudem stammt die Alliteration in dem Satz nicht mal von mir).
Was das erste Zitat anbelangt, missverstehst du mich völlig oder ich dich oder wir reden aneindander vorbei. Lassen wir es.
"Das Insistieren von Vinylfans auf ihre Vorliebe" ist erstmal genau das (dann noch eine kleine Alliteration), aber ganz gewiss nicht eine "unbewusste Abwehr gegen diese Beliebigkeit", als vielmehr ein Insistieren auf bekannte und vertraute und greifbare Werte.
Wie willst du entscheiden können, inwieweit eine "unbewusste Abwehr..." bestimmender Handlungsimpuls der Vinylfans sein könnte bzw. wieso kannst du das apodiktisch ausschließen? Der Wahrheitsanspruch als solcher war für mich ein Schmarren, nicht der möglicherweise intendierte Inhalt der Aussage.
PS: Oder hältst du diesen Satz so für stimmig?
Das „Hinschreiben eines solchen Satzes“ ist erst mal genau das (dann noch eine kleine Alliteration), aber ganz gewiss nicht eine „unbewusste Abwehr gegen Angriffe von Vinylfans“, als vielmehr ein Insistieren auf bekannte und vertraute und greifbare Wörter. ;-)
Wischmop
10.03.2006, 12:12
Ein anderes Beispiel: Wie man weiß, suche und „sammele“ (aber nicht um des „Sammelns“ willen) ich Singles, seltene und weniger seltene, nur jene, die ich von der Musik her toll finde oder toll finden könnte. Manche bekomme ich erst nach Jahren, manche nie, die eine oder andere fällt mir wie ein kleiner Lottogewinn in den Schoß. Finde ich nun eine Single, die ich schon lange suche, deren Musik nirgendwo sonst aufzutreiben ist, die nicht digitalisiert ist, die aber auch für andere von Interesse ist, möchte ich die Musik erst einmal nicht teilen. Auch wenn ich kann, ich würde sie nicht digitalisieren, und wenn, dann nur für Menschen, von denen ich weiß, dass sie dieser Musik (resp. Single im Hintergrund) großen Respekt entgegenbrächten und die nicht nach einer halben Minute „reinhören“ schon wissen, „ach nein, ist nichts, brauch ich nicht, was spinnt der Otis wieder rum“ oder umgekehrt „toll, geil, superrar etc.“ Warum ist das so? Bin ich deshalb egoistisch, arrogant, ein Kameradenschwein, ein Spinner, ein „penetranter Prediger“? Mag sein, dass es nicht zu rechtfertigen ist, aber so ist es nun mal. Was ich mit meiner Anmerkung zur Geldfrage sagen wollte ist, dass bei vielen (gerade Jüngeren) das finanzielle Budget für Musik sehr beschränkt ist und ich glaube, dass eine Sammlerleidenschaft (für mich keineswegs eine Spinnerei!), wie Du sie z.B. für alte Vinylsingles pflegst, auch sehr kostenaufwändig ist. Also für viele aus finanziellen Gründen völlig unabhängig vom Beschaffungsaufwand gar nicht in Frage kommt, es sei denn, sie würden dafür auf ein Vielfaches an aktueller oder noch unbekannter, älterer Musik verzichten. Das Beispiel aus meiner eigenen Zeit als Student sollte dies verdeutlichen. War und bin mir nicht sicher, ob dies denen, die über mehr Geld und eine bereits sehr umfangreiche Plattensammlung verfügen, immer in vollem Ausmass bewusst ist, wenn sie über den Wert von Musik bzw. teilweise auch einzelner Tonträger (wie z.B. kopierte CDs oder eben Vinylsingles) schreiben.
MitchRyder
10.03.2006, 12:16
... ist die individuelle Wertbeimessung.
Da spielen die Träger eine untergeordnete Rolle. Ein Livekonzert hat bei mir hohen Stellenrang. Ein Song/Lied kann auch nur im Kopf ablaufen.
Da der Mensch aber Sammler und Jäger ist, werden viele den Wert woanders festmachen.
Einen hohen Wert kann gerade das Stück, welches in diesem Augenblick aus dem Radio in meine Gehörgänge findet, haben.
Dominick Birdsey
10.03.2006, 12:18
@otis: O. Das ist von mir sloppy formuliert, da ich das "unbewusste" unbewusst überlesen und reinkopiert habe in der Annahme, es sei mir "bewusst" ;-) (Danke fürs Hervorheben, ich hätte noch Stunden auf dem Satz insistiert.)
Neilwho?
10.03.2006, 13:02
Der Wert von Musik an sich.....
ist das diese etwas in mir auslöst.
Zustimmung, Begeisterung, Freude, Traurigkeit...usw.
Musik ist mir wichtig, weil ohne sie, in allen Erscheinungsformen, kosumiert oder selbst gemacht, mein Leben ärmer und trostloser wäre.
Folglich stellt sie für mich einen großen Wert dar.
Dabei ist die Form, in der sie transportiert wird , zunächst zweitrangig.
Selbstverständlich ( für mich ) hat eine LP oder eine CD eine andere Wirkung, wenn die Musik die sie enthält in einem bestimmten Rahmen kosumiert / genossen wird als ein MP3 -File ( Hülle, Booklett, Info zu Musikern und /oder Entstehung usw.) Trotzdem nutze ich meinen I-Pod intensiv, weil er mir erlaubt Musik meiner Wahl zu hören, während ich eigentlich anderen Beschäftigungen nachgehe ( hauptsächlich im Auto ) und dadurch meinen Zugang zu Musik quantitativ deutlich verbessert hat. Wobei ich so gut wie keine Musik downloade, sonder von LP oder CD auf den I-pod überspiele.
Für die Einschätzung des Wertes von Musik, also was sie für mich bedeutet / wert ist, ist das Medium aber nicht bedeutend.
Da ist er doch, versteckt in einem Nebensatz, der Freibrief für alle Formate und ein erstes Anzeichen von Toleranz. Der Tonträger meiner Wahl ist eine Festplatte - das wird doch wohl erlaubt sein!!!
Hallo Dickie, Dir ist schon klar, dass ich das eigentlich nicht gemeint habe. ;-)
Aber es sei Dir gegönnt.
Mistadobalina
10.03.2006, 13:37
ich glaube, dass man zunächst wirklich zwischen Sammlern und Nicht-Sammlern unterscheiden muss. Ich dachte mal, dass ich einer (bzw. eine) bin, inzwischen weiß ich, dass dazu noch 'ne Menge mehr gehört, als Platten in ein Regal zu stellen. Für einen Sammler ist selbstverständlich der Tonträger wichtig, welches Format er hat, in welchem Zustand er sich befindet und wieviel Exemplare davon existieren.
Mich persönlich interessieren solche Sachen nicht mehr, seitdem ich mich mehr für musikhistorische Abläufe interessiere. (Ich verstehe mich mehr als Archivar - vieles davon ist in meinem Kopf gespeichert und einiges inzwischen auch als mp3 ;-)) Da ist die eine Art der Beschäftigung mit Musik eben einer anderen gewichen.
Ich würde mich zum Beispiel sehr freuen, meine Lieblingsstücke aus den 40ern und 50ern auf Schellack zu besitzen, weil ich das als authentisch empfinde, aber ich käme niemals auf die Idee, mir die White Stripes auf Schellack zu wünschen. Genausowenig kann ich nachvollziehen, dass man sich heute noch White-Stripes Singles auf Vinyl anschafft - das passt für mich nicht mehr in die Zeit. Meine Vinyl-Singles und meine LPs sind für mich eine Jugend-Erinnerung.
Heute sind die Menschen vielmehr unterwegs, wechseln ihre Wohnorte öfter - da sind mp3s und iPods viel praktischer. Ich habe natürlich heute eine umfangreiche CD-Sammlung, die aber oft als Ballast empfinde, aber doch (noch) brauche, da auch ich gern mal etwas in die Hand nehme, um in einem Booklet zu blättern oder einfach daran zu riechen. In diesem meinem Leben werde ich mich auch nicht davon trennen. Trotzdem meine ich, dass die Zeit der Tonträger, wie wir sie kennen, bald vorbei ist. Möglicherweise wird irgendwann nur noch gestreamt. Genießen wir bis dahin die Zeit. :-)
@mistadobalina
Gerade von einer, die mit Vinyl aufgewachsen ist, hätte ich so ein Statement nicht erwartet. Ich will jetzt nicht wieder von der klanglichen Überlegenheit einer guten Vinylpressung (die auf einem analogen Master beruht) anfangen. Es sind hier zu viele Leute, die das nicht nachvollziehen können oder wollen.
Ich bin nicht der Meinung, dass Vinyl antiquiert ist und sich überlebt hat. Und es scheint durchaus auch andere (nicht nur ältere) Musikliebhaber/innen zu geben, die diese Meinung vertreten. Wenn allerdings alle so wie Du argumentieren, dann ist es in der Tat nur noch eine Frage der Zeit, bis sich physische Tonträger überlebt haben.
Ich habe überhaupt nichts gegen ein Archivieren auf Festplatten, wie Du es beschreibst, als Arbeitsmittel, Erinnerungsstütze etc. Aber Leute, für die Vinylplatten nur schöne Jugenderinnerungen sind, die man aus Platzgründen auch entsorgen kann, die sind so weit von meiner Vorstellung entfernt, dass mir die Worte fehlen, mich dazu zu verhalten.
@db
Ich denke der Unterschied zwischen ideellem Wert einerseits und dem Wert, der in Geld bzw. Aufwand messbar ist, ist hier ausreichend diskutiert. Man kann das eigentlich nicht übersehen.
Ich habe selbst keine schlüssigen und endgültigen Antworten auf die Eingangsfrage des Threads. Aber wenn Musik nicht völlig beliebig sein soll, dann muss man sich dazu irgendwie verhalten. Es sind hier schon viele sehr interessante und bedenkenswerte Aspekte angesprochen worden. Dafür vielen Dank.
Ich muss jetzt erstmal aus jobtechnischen Gründen weg. Aber spätestens morgen diskutiere ich hier gern weiter.
Dick Laurent
10.03.2006, 14:23
Ich will jetzt nicht wieder von der klanglichen Überlegenheit einer guten Vinylpressung (die auf einem analogen Master beruht) anfangen.
das ist auch besser so. Ich würde euch gerne mal alle bei einem Blindtest fluchen sehen, ehrlich!
Und es scheint durchaus auch andere (nicht nur ältere) Musikliebhaber/innen zu geben, die diese Meinung vertreten.
Richtig. Wenn sie allerdings Autofreaks wären, würden sie Oldtimer restaurieren, so what...
Ich bin ja sowieso seit Wochen in meinem Glauben erschüttert, seit ich weiss, dass weilstein eine Digitalkamera hat (vorbei der Moment des Filmeinfädelns, das wunderbare Gefühl, wenn man die Negative prüft, um die Abzüge zu bestellen, das erste Öffnen des Umschlags und Begutachten der Photos, diese leuchtende Brillianz, die keine Digitalkamera jemals... *hach*). Aber Konsequenz ist nicht jedermanns Sache...
Bauer Ewald
10.03.2006, 14:43
Der hier auch angesprochene Punkt des individuellen Budgets hat mich auf den Gedanken gebracht daß der (individuell empfundene, nicht im Sinne von Tonträger-Sammler-) Wert von Musik auch etwas zu tun hat mit dem (individuell) verfügbaren Angebot an Musik.
Vereinfachend würde ich es so formulieren: Ein knappes Angebot führt tendenziell dazu, daß man Musik mehr wertschätzt. Als Schüler konnte ich mir höchstens 1-2 LPs im Monat leisten. Jeden Kauf hütete ich wie meinen Augapfel. Tolle Alben beschäftigten mich Tag und Nacht mit glühender Begeisterung. Fehlkäufe ärgerten mich ungemein.
Heute kann ich mir jedes Album was mich interessiert besorgen. Vieles lade ich mir zum Probehören runter, wenn es mir gefällt kaufe ich es als LP. Vieles kaufe ich mir aber nach Empfehlung auch gleich als LP. Im letzten Jahr waren es bestimmt 60-70 LPs allein an Neuerscheinungen, hinzukommen mindestens noch einmal so viele an Ebay- oder Plattenbörsen-Nachkäufen. Es ist manchmal so viel daß ich kaum mit dem Hören nachkomme. Ich denke manchmal daß mir durch diesen Überfluß der Wert von Musik etwas abhanden gekommen ist.
Sicher tragen Formate wie mp3 aufgrund ihrer allgegenwärtigen Verfügbarkeit zu diesem Überfluß (und damit Wertverlust) bei, aber ich glaube daß es bei einem Überfluß an LPs tendenziell nichtz anders ist. Wenn ich im "Meine neue LP"-Thread sehe wie manche Leute alle paar Tage Dutzende von neuen LPs listen (ich selber habe das auch schon gemacht) frage ich mich, wie überhaupt all dieser Musik die Aufmerksamkeit und die Wert-Schätzung entgegengebracht werden kann, die sie verdient.
Mistadobalina
10.03.2006, 14:54
@mistadobalina
Gerade von einer, die mit Vinyl aufgewachsen ist, hätte ich so ein Statement nicht erwartet. Ich will jetzt nicht wieder von der klanglichen Überlegenheit einer guten Vinylpressung (die auf einem analogen Master beruht) anfangen. Es sind hier zu viele Leute, die das nicht nachvollziehen können oder wollen.
Ich bin nicht der Meinung, dass Vinyl antiquiert ist und sich überlebt hat. Und es scheint durchaus auch andere (nicht nur ältere) Musikliebhaber/innen zu geben, die diese Meinung vertreten. Wenn allerdings alle so wie Du argumentieren, dann ist es in der Tat nur noch eine Frage der Zeit, bis sich physische Tonträger überlebt haben.
Klar, jetzt bin ich noch Schuld, wenn du irgendwann keinen Vinyl-Nachschub mehr bekommst. ;-)
Ich habe überhaupt nichts gegen ein Archivieren auf Festplatten, wie Du es beschreibst, als Arbeitsmittel, Erinnerungsstütze etc. Aber Leute, für die Vinylplatten nur schöne Jugenderinnerungen sind, die man aus Platzgründen auch entsorgen kann, die sind so weit von meiner Vorstellung entfernt, dass mir die Worte fehlen, mich dazu zu verhalten.
So schlimm? Na, komm. Ich hab doch geschrieben, dass ich das mir verbliebene Vinyl schätze, genauso wie ich eine wichtige Schellackaufnahme lieben würde. Mir geht es um Authentizität. Die Popmusik einer bestimmten Zeit habe ich nun mal gern auf dem Tonträger ihrer Zeit. Ich habe mir seit den 80er Jahren keine Vinyl-Single mehr gekauft. Das bleibt auch so. Ich hoffe, du sprichst trotzdem noch mit mir. ;-)
des is ja wiederma total lustig was ihr da schreibts!
also:
irgendjemand schrieb es würde in hundert jahren keine tonträger mehr geben
die tonträger sind schon längst im ALL
kein witz!
ich weiß zwar nicht genau was es ist
aber - die haben! klassische deutsche musik ins All geschickt
mit allem! also auch die abspielgeräte schwiren da rum
und ausserdem hat Musik natürlich einen Wert:
meine David Bowie " hunky"
ist nichtnur für mich die beste LP aller zeiten
sondern auch für meine kids
und wenn ich ma tot bin
werden die summen:
" will you stay in our lovers story .. if you stay
you wont be sorry ... cause we believe in you!
soon you`ll grow ... so take a chance with a couple of kooks and
hangUPROMÄÄÄÄÄNCIN`
tzk
dr.music
10.03.2006, 15:07
Also ich verstehe den Nonsens der allman nicht! Ich hätte sie länger weggesperrt.
ah so!
also ihr quasselts über den Wert der Musik
und ich tippe über den wert der music für mich
Moderator bist du?
und willst mich gleichwieder sperren?
klasse!
mach ma - Mod!
das ist auch besser so. Ich würde euch gerne mal alle bei einem Blindtest fluchen sehen, ehrlich!
Das bekommst Du nicht hin, den Unterschied kann man immer hören - ich meine das jetzt nicht in Bezug auf Tonechtheit (dazu kann ich nichts sagen), sondern im Hinblick auf den generellen Klang. Vinyl klingt einfach anders (ob besser gehört nicht hierher) als CD.
Ich bin ja sowieso seit Wochen in meinem Glauben erschüttert, seit ich weiss, dass weilstein eine Digitalkamera hat (vorbei der Moment des Filmeinfädelns, das wunderbare Gefühl, wenn man die Negative prüft, um die Abzüge zu bestellen, das erste Öffnen des Umschlags und Begutachten der Photos, diese leuchtende Brillianz, die keine Digitalkamera jemals... *hach*). Aber Konsequenz ist nicht jedermanns Sache...
Das hätte nur dann was mit Konsequenz zu tun, wenn alles Digitale abgelehnt wird. Das macht aber keiner der Vinyl-Fans hier, sonst könnte man sich nicht mit Ihnen unterhalten ....
@Landwirt Ewald: sehr schön! Bedenkenswert. Das erinnert mich an den Sozialisationsthread, in dem viele erzählten, dass Musik in ihrer Jugend eher knapp war.
@Mikko
Was ist denn an Mistas Argumentation so verkehrt? Ich kann das nachvollziehen, dass man sich die Musik im zur jeweiligen Zeit aktuellen Datenträger aufbewahrt. Für den wurde sie ja auch gemacht.
Also ich verstehe den Nonsens der allman nicht! Ich hätte sie länger weggesperrt.
Sperr doch einfach alle weg, die Dir nicht in den Kram passen...
" I bought you a pair of shoes
a trumpet you can blow
and a book aof rules
ON WHAT THEY SAY TO PEOPLE WHEN THEY PICK ON YOU "!
" I bought you a pair of shoes
a trumpet you can blow
and a book of rules
ON WHAT THEY SAY TO PEOPLE WHEN THEY PICK ON YOU "!
cause I`m not much cop ( enough) at punchin`others peoples Dad`s
dr.music
10.03.2006, 15:28
Sperr doch einfach alle weg, die Dir nicht in den Kram passen...Ist gut sparchy, ich habe Dir ja vor Wochen schon das Entsprechende mitgeteilt.
Falls Du es noch nicht weißt: Bei mir ist da mit Sperren immer noch Fehlanzeige. Geh doch zum Lachen in den Keller.
and if the homework brings you down
then we`ll throw it on the fire
and take the car downtown
will you stay in our Lovers`Story
if you stay you won`t be sorry
!
Irgendwie falscher Thread, allman. Mal so unter uns. Gehört in *meine Lieblingszeilen* . Findest Du im Ohrensessel.:teufel: ;-)
The Imposter
10.03.2006, 15:36
mach Dich mal locker doc, Du bist auch nicht besonders lustig
Irgendwie falscher Thread, allman. Mal so unter uns. Gehört in *meine Lieblingszeilen* . Findest Du im Ohrensessel.:teufel: ;-)
wieso?
Cops haben eine große ähnlichkeit mit Mods
:bis_bald:
mach Dich mal locker doc, Du bist auch nicht besonders lustig
Lass mal, ich bin gerade in den Keller gegangen...
Was ist denn an Mistas Argumentation so verkehrt? Ich kann das nachvollziehen, dass man sich die Musik im zur jeweiligen Zeit aktuellen Datenträger aufbewahrt. Für den wurde sie ja auch gemacht.
Aber was ist der aktuelle Tonträger? Zur Zeit gibt es doch Vinyl, CD und einiges mehr, ich glaube nicht, dass Musik für einen bestimmten Tonträger gemacht wird, zumindest in den meisten Fällen. Wenn jemand seit je her Vinyl Singles sammelt, dann ist das doch nur konsequent, wenn er das heute auch noch tut.
Und dürfte ich mir dann ein Album aus den 60ern auf CD kaufen?
Und dürfte ich mir dann ein Album aus den 60ern auf CD kaufen?
Man darf alles.
;-)
In meiner Jugend gabs nur Vinyl, Tonband, oder eben Cassetten (und ja, die habe ich auch noch, aber ewig nix mehr davon gehört, ev. haben sich die Bänder auch schon in ihre Bestandteile aufgelöst..)
Aber, wie Mista schon anmerkte, jede Zeit hatte ihre Faves. Und das ist doch auch gut so.
Wenn mir jemand in den Siebzigern erzählt hätte, dass es mal sowas wie einen iPod geben würde, den hätte ich für verrückt erklärt.
Zumindest ich finde die neuen technischen Errungenschaften gut, ich liebe sie geradezu.
Aber: ich liebe auch mein Vinyl.
Und die Wertigkeit einer jeden Musik,eines jeden Tonträgers, die darf, kann, soll bitte, bitte jeder für sich entscheiden dürfen.
Mistadobalina
10.03.2006, 16:02
Aber was ist der aktuelle Tonträger? Zur Zeit gibt es doch Vinyl, CD und einiges mehr, ich glaube nicht, dass Musik für einen bestimmten Tonträger gemacht wird, zumindest in den meisten Fällen. Wenn jemand seit je her Vinyl Singles sammelt, dann ist das doch nur konsequent, wenn er das heute auch noch tut.
Und dürfte ich mir dann ein Album aus den 60ern auf CD kaufen?
Kann man natürlich nicht verallgemeinern. Aber wenn Musik digital aufgenommen wird wird, warum sollte ich mir dann eine Vinyl-Platte kaufen?
Und ich sagte ja schon: bei Sammlern ist das was anderes. Ich sammle keine Tonträger, ich stelle sie mir nur ins Regal. :-)
Mistadobalina
10.03.2006, 16:04
Wenn mir jemand in den Siebzigern erzählt hätte, dass es mal sowas wie einen iPod geben würde, den hätte ich für verrückt erklärt.
Zumindest ich finde die neuen technischen Errungenschaften gut, ich liebe sie geradezu.
Aber: ich liebe auch mein Vinyl.
Und die Wertigkeit einer jeden Musik,eines jeden Tonträgers, die darf, kann, soll bitte, bitte jeder für sich entscheiden dürfen.
Sehe ich genauso. Und übrigens, Nes, bist du die einzige, die hier außer mir iPod richtig schreibt. :-)
MitchRyder
10.03.2006, 16:07
Sperr doch einfach alle weg, die Dir nicht in den Kram passen...
Vorsicht, sonst holt er wirklich die Liste raus... :-)
alex8529
10.03.2006, 16:08
Aber wenn Musik digital aufgenommen wird wird,
techn. Einwand: Musik kann nicht digital aufgenommen werden, Musik ist immer ein analoges Signal
Es ist nur eine (Zwischen)-Speicherung nach erfolgter A/D Wandlung möglich.
MitchRyder
10.03.2006, 16:12
Das Tonband war damals wirklich eine feine Sache... besonders wenn man für eine Party ein Band erstellte, was über 3 Stunden lief. Wochen hat man für die Auswahl gebraucht... Wert in Zeit... unbezahlbar.
Kann man natürlich nicht verallgemeinern. Aber wenn Musik digital aufgenommen wird wird, warum sollte ich mir dann eine Vinyl-Platte kaufen?
Wegen dem schönen, großen Cover? Oder um zu sehen, wie die Nadel in das Vinyl eintaucht um die analogisierten Nullen und Einsen zu kitzeln?
Aber ich sehe mich auch nicht als Sammler, und meine Frage war eigentlich nur von rethorischer Natur.
Sehe ich genauso.
Das freut mich sehr, vor allem, weil eine sehr fachkompetente Dame es sagt.
Und übrigens, Nes, bist du die einzige, die hier außer mir iPod richtig schreibt. :-)
Ehrlich? Apple user, halt...
;-)
Übrigens hat mich der Thread auf die Idee gebracht, wirklich mal nach den alten Cassetten zu schauen.
Da hab ich ne Menge Livemitschnitte von schönen Konzerten , weil damals Radioconnection in Berlin.
Und natürlich das Selbstkompilierte. Mit den für mich typisch ungelungenen Übergängen zum nächsten Stück. Weia.
Mir ist gerade aufgefallen, dass ich Aufnahmen habe, die von LP auf Kassette aufgenommen sind, danach als WAV Datei digitalisiert, als MP3 umgeformt und danach auf CD gebrannt sind. Deckt somit eigentlich alle Präferenzen ab..
MitchRyder
10.03.2006, 16:16
Mir ist gerade aufgefallen, dass ich Aufnahmen habe, die von LP auf Kassette aufgenommen sind, danach als WAV Datei digitalisiert, als MP3 umgeformt und danach auf CD gebrannt sind. Deckt somit eigentlich alle Präferenzen ab..
Das Tonband fehlt...
Hmm... was nun der Wert von Musik an sich ist, da bin ich mir immer noch nicht so ganz sicher.
Ich gehe da im Prinzip mit Otis konform. Was mich nichts kostet, ist auch nichts wert.
Dann stelle sich mir die durchaus ernst gemeinte und nicht provakativ oder beleidigend gemeinte Frage ( auch an Otis ) :
Bedeutet das im Umkehrschluss, das nur das, was richtig teuer war, auch gut ist / sein kann ? Das würde ja auch bedeuten, das bei zwei identischen Platten das jeweils teurere Exemplar besser wäre.
Das eine richtige Platte mit allem Drum und Dran einen anderen ( höheren ) Wert darstellt als eine gebrannte CD ohne Cover und Booklet, stelle ich gar nicht in Frage, weil das auch für mich so ist.
Eine günstig erworbene Platte von Amazon-Geiz-Geil-Anbietern kann aber doch, vom rein künstlerischem Standpunkt aus, nicht weniger wert sein, als die identische Platte zu einem höheren Preis von irgendeinem anderen Händler, oder ?
Wie gesagt, soll nicht beleidigend sein, aber das passt für mich nicht zusammen, künstlerischen Wert vom Kaufpreis abhängig zu machen.
Mistadobalina
10.03.2006, 16:20
techn. Einwand: Musik kann nicht digital aufgenommen werden, Musik ist immer ein analoges Signal
Es ist nur eine (Zwischen)-Speicherung nach erfolgter A/D Wandlung möglich.
Auch nicht die, die am PC gemacht wird? Na, egal. Auf dem Gebiet bin ich eine Null. (und keine 1:-))
Uiuiui, gestatten, bei diesem Satz stellen sich mir die Zehennägel auf. Das liegt daran, dass ich gerade an andere Hobbys gedacht habe ... Konkret: Es gibt in der Natur immer wieder mal Eintrittsgebühren für gewisse Bereiche – ich denke dabei an gewissen Klammen und Loipen. Andere kosten nichts. Ich käme dabei nie auf den Gedanken, dass die Passagen, die etwas kosten wertvoller / wertiger sind als Bereiche ohne Kosten !!!
Klar, dass Natur etwas anderes ist als Kunst (was wertiger und wertvoller für die Spezies Mensch ist, ist dann schon die zweite Frage ...). Ausgeholt: Es ist für mich nicht wertiger auf einen Tennisplatz gegen Platzgebühr zu spielen als ohne. Es ist für mich nicht wertiger ein Buch aus der Biblio zu lesen als ein Selbstgekauftes.
Mir ist klar, dass Dein Satz im Zusammenhang zu lesen ist. Aber so ist er aus meiner Sicht dennoch nicht aufrechtzuerhalten.
Wie gesagt: die Zehenägel ...
Genau das war die Intention meines letzten Beitrags. Natürlich hat Uli es viel besser und verständlicher zum Ausdruck gebracht.
alex8529
10.03.2006, 16:22
Auch nicht die, die am PC gemacht wird?
OK, sorry, das gibt es ja auch noch, und wäre wirklich rein digital bis zur Ausgabe an die LS
Das Tonband war damals wirklich eine feine Sache... besonders wenn man für eine Party ein Band erstellte, was über 3 Stunden lief. Wochen hat man für die Auswahl gebraucht... Wert in Zeit... unbezahlbar.*g* schön war, wenn das riss, oder sich anderweitig verhedderte.
Nee, aber stimmt schon...und daher mag ich ja auch Stone FM so gerne. Das ist ein bisschen so, wie damals. Als man sich noch Mühe machte, erlesen aussuchte, und nicht *plopp, die Musik find ich gut, die kauf ich grad* .
Das Thema "Der Wert von Musik an sich" hat sicher nichts mit Tonträgern zu tun. In der Wahl des Tonträgers bzw. des Preises, den ich dafür zu zahlen bereit bin, spiegelt sich aber meine (die von Otis!) ganz persönliche Wertschätzung für diese Musik wider. Das heißt in keiner Weise, dass jemand anders, der nicht zu "zahlen" bereit ist, seiner Musik keine Wertschätzung entgegenbringt, das heißt nur, dass, wenn ich es so tun würde, Musik von mir nicht die Wertschätzung erfahren würde, die ich ihr gern geben würde.
Da hinkt das Beispiel mit der Natur gewaltig. Natur ist kein Kulturprodukt. Meine Wertschätzung gegenüber der Natur würde sich nicht in Geld ausdrücken, sondern könnte sich beispielsweise in einem pfleglichen Umgang mit der selbigen ausdrücken. (Ich hatte oben schon mal gemeint, dass ich mit Preis nicht unbedingt Geld meine, es kann auch, um bei dem Beispiel Natur zu bleiben, der Verzicht darauf sein, bestimmte Gebiete zu bestimmten Zeiten zu bevölkern!)
Okay, damit hat sich meine Frage weiter oben weitgehend beantwortet. ich kann Deinen Standpunkt nun besser nachvollziehen.
Mistadobalina
10.03.2006, 16:26
*g* schön war, wenn das riss, oder sich anderweitig verhedderte.
Nee, aber stimmt schon...und daher mag ich ja auch Stone FM so gerne. Das ist ein bisschen so, wie damals. Als man sich noch Mühe machte, erlesen aussuchte, und nicht *plopp, die Musik find ich gut, die kauf ich grad* .
Da sehe ich keinen großen Unterschied. Eine gute Playlist in iTunes zusammenzustellen dauert bei mir genauso lange wie früher ein Tape.
MitchRyder
10.03.2006, 16:37
Was mich früher tierisch ärgerte... ich mochte halt keine Singles und nicht jeder Song kam als Single heraus... ein Album zu kaufen, wegen einem Song, der darauf war, den man sehr gerne mochte... und oftmals der Rest nicht so zusagte... da hat man es heute leichter.
Das geht mit dem erstgenannten Punkt nicht. Das wertvollste Stück Musik muss nicht auf einem Ton- bzw. Datenträger haptisch verfügbar sein (wie das Schlaflied). Kann es aber. Und wenn dem einen es genügt, es in minderer Qualität auf seiner Festplatte zu haben, dann darf es dem anderen genauso recht sein, es in großartiger Qualität als rare Vinylsingle im Regal verstauben zu lassen. Völlig egal.
Auch hier eine Formulierung, die sich mit meiner Ansicht zu 100 % deckt, die ich aber halt so nicht auf den Punkt hätte bringen können.
Das Tonband fehlt...
hey - weisst was?
ich hab Revox-bänder im keller
da sind sachen drauf die kein mensch kennt
sogar paar kleine aufnahmen von David Bowie
als ich im "Speak Easy" war
das war ma einer der besten clubs in London
so
die dinger schimmeln vor sich hinne
weil die bänder sind RIESIG sag ich dir RIESIG!
und das abspielgerät für die bänder gibz nichmehr:-)
die nehm ich mit in mein grab
Da sehe ich keinen großen Unterschied. Eine gute Playlist in iTunes zusammenzustellen dauert bei mir genauso lange wie früher ein Tape.Mißverständnis.
Ich meinte , heut kauft man sich halt *einfach* die Platte, die man haben mag. Packt sie in iTunes, und dann kompiliert man.
Früher war das (zumindest bei mir) finanziell gar nicht denkbar, alles zu kaufen, was ich gern haben wollte. Und dann gierte man schon nach der *die muss ich auch noch haben * ..und wartete...bis das möglich war.
Für mich war der zeitliche Aufwand aber dennoch früher ein anderer.
Wenn mir heut was im iTunes nicht gefällt, kick ich es.
Damals war das mit Zurückspulen, Platte aus dem Cover, die andere zurück, etc , verbunden.
hey - weisst was?
ich hab Revox-bänder im keller
da sind sachen drauf die kein mensch kennt
sogar paar kleine aufnahmen von David Bowie
als ich im "Speak Easy" war
das war ma einer der besten clubs in London
so
die dinger schimmeln vor sich hinne
weil die bänder sind RIESIG sag ich dir RIESIG!
und das abspielgerät für die bänder gibz nichmehr:-)
die nehm ich mit in mein grab
Nen Revox hatte ich auch. Mein Stolz.
In der Anfangszeit saß ich am Wochenende immer vor dem Radio mit einem Mono-Radiorekorder und habe alles mögliche aufgenommen. Oft habe ich gehofft, dass bestimmte Stücke gespielt werden, weil ich sie zuvor verpasst hatte. Oft habe ich mich auch geärgert, wenn der Moderator in das Ende reingequatscht hat, dann wurde die Aufnahme natürlich gelöscht und gewartet bis es wieder gespielt wurde. Manchmal hatte man dann auch eine "Spezialversion", wenn z.B. der Moderator bei Fleetwood Mac's 'Big love' noch einen Extrastöhner "eingebaut" hat. Den ideellen Wert dieser Aufnahmen habe ich damals leider nicht erkannt, denn es existiert keine einzige dieser Kassetten mehr.
ja
das war sehr cool
und ein imens teueren gerät
und 3 stunden oder so - war da musik drauf
und hunderten von LP`s wurden für p-nuts verkauft hunderten!
da hab ich ma 1000 LP`s gekauft Nes! für 100 DM - für 100 DM ... paar hab ich heute noch davon
aber dann ist man draufgekommen dass das auchnich den gelbe vom ei war
eine LP - oder ein band oder (heute éine CD ) rauszunehmen
und reinzulegen - sich zurücklehnen und hören
und sich die tracks anzuklicken - die du sowieso schon auswendig kennst
das! ist für mich wert von musik
ja
das war sehr cool
und ein imens teueren gerät
und 3 stunden oder so - war da musik drauf
und hunderten von LP`s wurden für p-nuts verkauft hunderten!
aber dann ist man draufgekommen dass das auchnich den gelbe vom ei war
eine LP - oder ein band oder (heute éine CD ) rauszunehmen
und reinzulegen - sich zurücklehnen und hören
und sich die tracks anzuklicken - die du sowieso schon auswendig kennst
das! ist für mich wert von musik
Siehste..daher bin ich grad dabei, alle von Bowie als CD zu nach zu kaufen. Vollkommen bekloppt.
fängst du an mit den " Bowie at the Beeb"
das ist totalen mist
aber einfach klasse!
The best of the BBC Radio Sessions 68-79 zwei CDs voll mit mist
da ist auch "Kooks" in den originalversion drauf - genau als er seine söhnchen geboren hatte und die
"hunky" noch weit weck war
gibtz manchmal für 2 oder 3 Euros
Mir stellt sich dabei noch eine Frage, die womöglich Off Topic ist, aber man möge mir das verzeihen :
Gibt es denn überhaupt noch neue, "analoge" Vinyl-Schallplatten ? Ich meine, im Großen und Ganzen ist doch das heutige Studio-Equipment ( von wenigen Ausnahmen abgesehen ) mehr oer weniger voll Digital ausgelegt, oder ? Von daher wäre doch eine analoge Vinyl-Platte "nur" eine analogisierte Digital-Platte, oder ?
Auch hier keine Provokation an die Vinyl-Freunde, ich möchte das wirklich ernsthaft wissen.
Gibt es denn überhaupt noch neue, "analoge" Vinyl-Schallplatten ? Ich meine, im Großen und Ganzen ist doch das heutige Studio-Equipment ( von wenigen Ausnahmen abgesehen ) mehr oer weniger voll Digital ausgelegt, oder ? Von daher wäre doch eine analoge Vinyl-Platte "nur" eine analogisierte Digital-Platte, oder ?
Nehmen die White Stripes z.B. ihre Alben nicht analog auf?
Dick Laurent
10.03.2006, 17:10
Vinyl klingt einfach anders (ob besser gehört nicht hierher) als CD.
ach, wenn man die ganzen Rumpelfehler und kleine Kratzer und nen Monoklang auf CD presst, ich weiss ja nicht... Die wesentlichen Unterschiede kommen aus der Abmischung. Schliesslich müssen Vinyl-Aufnahmen ja so abgemischt werden, dass sie mit den Schwächen des Tonträgers zurechtkommen (jaja, CDs auch...)
Das hätte nur dann was mit Konsequenz zu tun, wenn alles Digitale abgelehnt wird. Das macht aber keiner der Vinyl-Fans hier, sonst könnte man sich nicht mit Ihnen unterhalten ....
natürlich. Es geht darum, dass jeder für sich eine Entscheidung treffen kann zwischen den einzelnen Medien. Aber man sollte nicht aufgrund des Mediums eine Wertigkeit hineininterpretieren...
(bis meine Ignorierliste anfing, sich miteinander zu unterhalten, wars ein interessanter Thread...)
also soweit ich das verstanden habe
sind schallplatten immer analog
und nicht digital
digital sind eben CDs- daher der name
und den unterschied zwischen digital und analog ist nur - dass digital
diese linie der rille auf einer LP eben x mal unterbricht
den ergebnis ist anscheinend das selbe - weil das menschliche ohr das nicht erkennen kann
aber es gibt freaks - die behaupten dass eine LP wesentlich mehr bits hat
aähm oder digis oder wie das heißt
also ich hab das ma gemacht in einen supersound-laden
und es war so
dass die LP das beste resultat gab
aber in jede zeitung kannst du heute lesen - dass das schmarrn ist
Nehmen die White Stripes z.B. ihre Alben nicht analog auf?
Ja. Das ist genau die Ausnahme, die mir bekannt war.
(bis meine Ignorierliste anfing, sich miteinander zu unterhalten, wars ein interessanter Thread...)
:lol:
Orvil Pym
10.03.2006, 17:17
(bis meine Ignorierliste anfing, sich miteinander zu unterhalten, wars ein interessanter Thread...)
http://www.dornado.de/corneliadorn/smilies-Dateien/lol.gif
Bauer Ewald
10.03.2006, 17:19
Nehmen die White Stripes z.B. ihre Alben nicht analog auf?
Bei "Elephant" war das so. Ihr letztes Album hingegen erschien nicht einmal mehr auf LP.
Ja. Das ist genau die Ausnahme, die mir bekannt war.
nö
z.b. trent hat seine neue album auch analog auf LP gegeben
hab isch sogar
und kann keinen unterschied feststellen zu den CD
ausser dass den LP lauter gehört werden kann
Bei "Elephant" war das so. Ihr letztes Album hingegen erschien nicht einmal mehr auf LP.
das war ya eh totalen mist
( sorry)
also soweit ich das verstanden habe
sind schallplatten immer analog
und nicht digital
digital sind eben CDs- daher der name
und den unterschied zwischen digital und analog ist nur - dass digital
diese linie der rille auf einer LP eben x mal unterbricht
den ergebnis ist anscheinend das selbe - weil das menschliche ohr das nicht erkennen kann
aber es gibt freaks - die behaupten dass eine LP wesentlich mehr bits hat
aähm oder digis oder wie das heißt
also ich hab das ma gemacht in einen supersound-laden
und es war so
dass die LP das beste resultat gab
aber in jede zeitung kannst du heute lesen - dass das schmarrn ist
Ähm, ja.
Das ich eine Vinyl-LP nicht im CD-Player abspielen kann und umgekehrt eine CD die Nadel des Plattenspielers übelnimmt, wusste ich dann schon....
Mir ging es um das Aufnahme-Equipment der Studios. Es nützt ja das schönste Analog-Signal nichts mehr, wenn es, bevor es auf die Schallplatte kommt, erst digitalisiert und dann re-analogisiert werden muss.
Da hätte ich dann eh mal ne Frage:
Wenns erlaubt ist.
Gleiche Lautstärke. Andere CD eingelegt. Warum ist eine lauter, als die andere? Vermutlich blöd gefragt, aber hier ist das so. Beim gleichen Gerät.
nö
z.b. trent hat seine neue album auch analog auf LP gegeben
hab isch sogar
und kann keinen unterschied feststellen zu den CD
ausser dass den LP lauter gehört werden kann
Bitte :
Erst lesen, dann nachdenken und erst danach schreiben !
ICH schrieb von MIR bekannten Ausnahmen !
hehe
aber den unterschied ist:
dass du exact einen rille treffen kannst mit einem satz von eine lyrik
na schmarrn
ich hab mir das mal genau erklären lassen
aber ich habs vergessen
soll ich nochma nachforschen?
eh nich......
hehe
aber den unterschied ist:
dass du exact einen rille treffen kannst mit einem satz von eine lyrik
na schmarrn
ich hab mir das mal genau erklären lassen
aber ich habs vergessen
soll ich nochma nachforschen?
eh nich......
Hä ?
Ach, vergiss es einfach....
Da hätte ich dann eh mal ne Frage:
Wenns erlaubt ist.
Gleiche Lautstärke. Andere CD eingelegt. Warum ist eine lauter, als die andere? Vermutlich blöd gefragt, aber hier ist das so. Beim gleichen Gerät.
das liegt an der aufnahmetechnik
kannst nachlesn
ähm - hab ich ma zu Bauer eingefügt - weiss nichmehr wo den thread is
Hm. Wenn die aber alle DDD haben?
Sowas kenne ich bei Vinyl z.B. nicht. Da bleibt die Lautstärke gleich, egal, welche ich auflege.
Hä ?
Ach, vergiss es einfach....
ya genau
is auch müsig
aber ich sag dir ich hab KEF`s die sind beinahe größer als ich
und die sind total fein abgestimmt auf höhen und tiefen
und ich kann das hören
ich kann!
in den anlage meiner tochter die T&A boxen hat
klingt wieder alles komplett anders
bei der - sind CD`s oder den neueren techniken viel besser als auf meine anlage
es ist viel klarer und eben auch "schriller" bei 4 gehn da schon den lichter aus
ich kann auf 8 hochdrehen ohne dass den ohren klingeln
und bei manchen CDs musst du haargenau den lautstärke einstellen
ganz haargenau
deshalb gibtz ja auch 22 23 und dann fängtz wieder an mit 13 14 u.s.w.
Sokrates
10.03.2006, 17:46
Hm. Wenn die aber alle DDD haben?
Sowas kenne ich bei Vinyl z.B. nicht. Da bleibt die Lautstärke gleich, egal, welche ich auflege.
Liebe Nes,
die Frage ist von DDD o.ä. (also dem Produktionsfluss) unabhängig. Im Laufe der Jahre ist die Dynamik auf CDs immer mehr gesteigert worden. Man hat anfangs, also ab 84, sehr leise angefangen, auch weil Erfahrungswerte fehlten. (Der Ingenieur als solcher ist ein vorsichtiger Mensch). Inzwischen ist die Industrie mutiger geworden, die Technik weiter fortgeschritten, und der Pegel hat sich mächtig erhöht.
Das ist übrigens auch bei LPs so. Wenn du mal eine der lausigen Achtziger-Pressungen nimmst, als am Vinyl gespart wurde, und gleichzeitig die Spielzeit verlängert wurde (mehr 25 als 20 Minuten die Seite), wurde es leiser. Hier ist der Grund, dass du mehr Rillen (eigentlich ist es nur eine, aber zur Veranschaulichung) auf einer Seite unterbringen musst. Dann kann die einzelne nicht mehr so tief sein, und dann schlägt die Nadel weniger aus (vereinfacht gesprochen). Heutige 180 g-Pressungen, die aus einer 75 Minuten CD eine Doppel-LP machen, sind großzügiger gepresst und vom Pegel her wieder lauter.
Vor diesem Hintergrund war auch die Einführung der SA-CD ausgesprochener Unsinn. Warum ein neues Format einführen, wenn die Dynamikmöglichkeiten des alten noch nicht ausgeschöpft sind?
Fein, und Danke.
So detailliert und kompetent wünsche ich mir Antworten.
weil du auch immer gleich jeden scheiß glaubst den man dir erzählt
weil du auch immer gleich jeden scheiß glaubst den man dir erzählt
Ja.
Das ist einzusehen. Weisst, das ist wichtig. Wenn ich das 1. verstehe, und 2. damit was anfangen kann.Wichtiger noch, umsetzen, anwenden.
Dick Laurent
10.03.2006, 18:07
Vor diesem Hintergrund war auch die Einführung der SA-CD ausgesprochener Unsinn. Warum ein neues Format einführen, wenn die Dynamikmöglichkeiten des alten noch nicht ausgeschöpft sind?
weil es auch noch was anderes als Dynamik gibt, z.B Auflösung...
Sokrates
10.03.2006, 18:10
weil es auch noch was anderes als Dynamik gibt, z.B Auflösung...
Das ist richtig, spielte aber im Zusammenhang mit Nes Frage keine Rolle.
Die Einführung der SA-CD war offensichtlich der Versuch der Industrie, die Musikfans dazu zu bewegen, sich ihre Sammlung ein drittes Mal zu kaufen.
Ich freue mich, dass sie damit weitgehend gescheitert ist.
ach, wenn man die ganzen Rumpelfehler und kleine Kratzer und nen Monoklang auf CD presst, ich weiss ja nicht... Die wesentlichen Unterschiede kommen aus der Abmischung. Schliesslich müssen Vinyl-Aufnahmen ja so abgemischt werden, dass sie mit den Schwächen des Tonträgers zurechtkommen (jaja, CDs auch...)
Eine wirklich ergiebige Diskussion steht dazu noch aus, finde ich. Wird aber OT.
natürlich. Es geht darum, dass jeder für sich eine Entscheidung treffen kann zwischen den einzelnen Medien. Aber man sollte nicht aufgrund des Mediums eine Wertigkeit hineininterpretieren...
Aber darauf läuft es in diesem Thema doch hinaus. Der reinen Musik kann ich keinen Wert außer einer persönlichen Wichtigkeit beimessen, grundsätzlich "wie wichtig ist Musik für mein Leben/meine Freizeit oder auch meinen Beruf". Die Ansichten unterscheiden sich dort, wo das Musikformat eine Rolle spielt. Für manche gehört es zur Musik dazu, für manche nicht. Ich sehe da momentan aber eher eine persönliche Präferenz, kann das noch nicht an Argumenten festmachen.
(bis meine Ignorierliste anfing, sich miteinander zu unterhalten, wars ein interessanter Thread...)
Deine und meine ...
Dick Laurent
10.03.2006, 18:14
techn. Einwand: Musik kann nicht digital aufgenommen werden, Musik ist immer ein analoges Signal.
hier häuft sich ja der technische Unfug...
Musik ist ein nicht-technischer Begriff und weder analog noch digital. Töne/Schallwellen sind allerdings anlog und müssen digitalisiert werden. Erzeugst du aber die Töne im Computer, sind sie natürlich digital und müssen nicht mehr nachträglich gewandelt werden...
Wenn ich jetzt frage, was eine SA CD ist.......mache ich mir wieder Freunde. Klar.
Wenn ich jetzt frage, was eine SA CD ist.......mache ich mir wieder Freunde. Klar.
Die Super-Audio CD, die Crown Of Creation!
alex8529
10.03.2006, 18:41
hier häuft sich ja der technische Unfug...
Musik ist ein nicht-technischer Begriff und weder analog noch digital. Töne/Schallwellen sind allerdings anlog und müssen digitalisiert werden. Erzeugst du aber die Töne im Computer, sind sie natürlich digital und müssen nicht mehr nachträglich gewandelt werden...
diese Besonderheit der Klangerzeugung mittels digitalen technischen Gerätschaften wurde schon berichtigt...:wave:
Die Super-Audio CD, die Crown Of Creation!Also das NONPLUSULTRA, oder?
Hab ich bestimmt nicht.
Sokrates
10.03.2006, 19:13
Also das NONPLUSULTRA, oder?
Hab ich bestimmt nicht.
Würde dir als Medium auch nichts bringen, denn SACDs lassen sich nur auf speziellen Playern abspielen.
Es sei denn, es ist ne Hybrid-SACD. Um noch ein bissel mehr bei Nes zur Verwirrung beizutragen. ;-)
Wissenschaftler vermuten, dass der Schlüssel zum Verständnis des Wertes der Musik bereits im Klang der elterlichen Sprache liegt. Die Kommunikation (nicht nur) der Menschen basiert seit Urzeiten auf Klängen. Eine besondere Betonung der Worte ist geeignet viele Botschaften sehr genau auszudrücken. Das Kleinkind versteht die Worte zwar noch nicht, aber der Klang trifft den Kern der Sache und löst bereits Emotionen aus. Der „Singsang“ der elterlichen Sprache ist geeignet beim Kleinkind Glücksgefühle auszulösen. Das Gehirn verarbeitet diese Klänge als Bedeutung tragende Signale. Deshalb berührt uns Musik. Im Laufe der Zeit entwickelt sich das Verständnis für Klangfolgen individuell. Der Mensch assoziiert harmonische Klangfolgen weiterhin mit positiven Erlebnissen.
Das Streben nach diesen Glücksgefühlen, die durch Musik verursacht werden, bleibt bestehen.
Wenn man nun die Geschichte der Menschheit auf einem Zeitstrahl abbildet, ist die Zeitspanne, seit der Musik auch konserviert werden kann, äußerst kurz. Es ist naheliegend, dass der Mensch seit dem versucht, durch das Abspielen der konservierten Musik bereits erlebte Glücksgefühle beliebig oft wieder aufleben zu lassen. (Wenn der Mensch in der Lage wäre glückliche Lebenssituationen zu konservieren und wiederholt zu erleben, würde er bestimmt auch dieses tun.) Manchmal nutzt sich aber die „Konserve“ ab wie ein ausgeknautschter Kaugummi und man begibt sich auf die Suche nach einem neuen Kick.
Der Tonträger in Gestalt einer Vinyl-Single, einer LP oder einer CD kann je nach Veranlagung des Konsumenten zum Fetisch werden. Um die Wertschätzung für das Stück Musik aufzuwerten, kommt also (mindestens) noch eine weitere Ebene hinzu. Ich denke, dass das für alle Sammler (einschließlich meiner Person) hier zutrifft. Als Ersatz für leichtfertig verschenkte oder verkaufte Platten von mir nachgekaufte Platten stellen mich nicht hundertprozentig zufrieden, weil es sich nicht um meine Originale handelt.
Da Musik im Stande ist, uns emotional so stark zu berühren, kommunizieren wir natürlich auch gerne darüber. Daher auch hier das Fazit: Der Wert der Musik liegt in der Kommunikation – und dies gleich auf mehreren Ebenen.
Der Tonträger in Gestalt einer Vinyl-Single, einer LP oder einer CD kann je nach Veranlagung des Konsumenten zum Fetisch werden.
Wie wahr, wie wahr. :-)
Übrigens ein sehr interessanter Beitrag insgesamt. Wirklich.
Mistadobalina
10.03.2006, 20:15
@ Norbert
Sehr guter Beitrag. Merci dafür.
@Wolfen und Mista
Euer Lob freut mich sehr.
Vielen Dank.
Nichts zu danken, Norbert. Gerade auch der Punkt des Fetischismus scheint mir bedeutsam.
Vom Rubbeln, streicheln und riechen am Booklet einer CD oder eines Vinyl-Albums bis zum Fetischismus scheint mir manchmal der Weg nicht allzu weit. ;-)
Nichts zu danken, Norbert. Gerade auch der Punkt des Fetischismus scheint mir bedeutsam.
Vom Rubbeln, streicheln und riechen am Booklet einer CD oder eines Vinyl-Albums bis zum Fetischismus scheint mir manchmal der Weg nicht allzu weit. ;-)
Bis hin zur verbalen Selbstberubbelung halt.
Norbert, dein letzter Satz war gut. Er fasst sicher nicht alles, aber vieles. Thx.
eintourist
11.03.2006, 03:55
wow! der beste beitrag, den ich bisher hier im forum gelesen habe! auch sehr anregend zum weiterdenken. zwar egal, aber ist das aus deinem eigenen mist gewachsen? (und falls ja - bist du zufällig ne passabel aussehende frau und hast morgen abend noch nichts vor?)
Bis hin zur verbalen Selbstberubbelung halt.
Wie Recht Du hast.
Herr Rossi
11.03.2006, 11:20
Ich gehe da im Prinzip mit Otis konform. Was mich nichts kostet, ist auch nichts wert. Und zum Musikgenuss gehört mehr als nur der Klang.
Entschiedener Einspruch! Ein Beispiel: Ich bin großer Travis-Fan und hab auch alle Singles in jeweils zwei Versionen (CD), soweit ich ihrer habhaft werden konnte (das fehlende hab ich inzwischen "gebrannt" erhalten und auch diese CD ist mir durchaus viel wert). In der Zeit war ich über Bezugsmöglichkeiten nur schlecht informiert, heute wäre das dank Forum anders. Aber es gab etwas, was ich noch nie gehört hatte, die legendäre Urfassung von "All I Wanna Do Is Rock", die nur auf limitierter Vinyl-Single erschienen ist. Keine Ahnung, ob die überhaupt ohne weiteres greifbar ist, sie ist sicher teuer. Und ich hab auch keinen Plattenspieler. Irgendwann fasste ich mir ein Herz und fragte einen der Forumianer von der Berliner Vinyl-Fraktion (ich nenne keine Namen), ob er mir sein Exemplar digitaliseren könne. Ich machte mich schon auf wüste Beschimpfungen gefasst ;-). Aber ganz im Gegenteil, noch am selben Abend konnte ich mir erstmals dieses triumphale Debüt anhören. Was diese MP3 für einen Wert hat? Für mich persönlich einen sehr großen. Und auch manch anderes digitale Juwel, das für mich auf herkömmlichen Wege nicht erreichbar war, hab ich bereits durch Forumianer erhalten.
Wie jeder Wert ist auch der Wert digitaler Informationen, Klänge, Bilder etwas, das durch individuelle Einstellung und gesellschaftliche Übereinkunft definiert wird. Wir stehen da noch am Anfang einer Entwicklung. Für mich ist der Wert schon jetzt enorm hoch: Meine Forschungsarbeit und Archivrecherchen der letzten 10 Jahre gibt es größtenteils nur in digitaler Form. Selbstverständlich kümmere ich mich ständig um die Sicherung meiner Daten. Ich liebe natürlich auch alle Publikationen dieser Zeit, jeder Aufsatz, jedes Buch ist mir wichtig. So ein Buch muss auch gut gestaltet sein, inhaltlich wie optisch, das ist auch eine sinnliche Komponente ähnlich den Vinyls und ihren Sleeves. Aber die Publikationen entstehen von A bis Z an Rechnern. Ich habe auch noch nie bedauert, dass keines meiner Werke in bleiernern Lettern auf Papier gedruckt wird, dass in der wasserradgetriebenen Papiermühle aus Lumpen hergestellt wurde.
Digitale Informationen gibt es tatsächlich in unfassbaren Dimensionen, es ist einfach, sich die Festplatte mit Texten, Musik und Bildern vollzumülllen. Aber so ist es doch auch beim bedruckten Papier: 99% wandert in die Tonne. Man könnte sagen, dass bedrucktes Papier eigentlich keinen Wert hat. Mal ganz abgesehen vom Werbematerial, Prospekten usw.: Was ist der Wert einer Tageszeitung am Tag nach dem Erscheinen? All das gefährdet aber doch nicht den Wert jener vergleichsweise wenigen Druckwerke, die einem wirklich wichtig sind, ob aus inhaltlichen, bibliophilen oder persönlichen Gründen.
Was ich sagen will: Die Wertschätzung digitaler Information ist etwas, das wir noch lernen müssen, vor allem die Unterscheidung zwischen Spreu und Weizen. In Bezug auf Musik ist ein weiterer Schritt der Abstrahierung vom Ursprung, der Aufführung durch die Musiker. Aber auch das Konservieren und Verpacken von Musik war schon ein solcher Abstraktionsvorgang.
Vielen Dank, Norbert, für Deinen sehr bedenkenswerten Beitrag. Besonders der letzte Satz ist wichtig!
@mista
keine Bange, ich schätze Deine Ansichten und Kenntnisse viel zu sehr, um Dich fürderhin zu ignorieren. Trotzdem hat mich Dein Beitrag weiter ober schwer enttäuscht. Und wie Du an der Zustimmung bestimmter Leute siehst, trägst Du so leider indirekt zur Verflachung der Diskussion im Forum bei, was eigentlich Deinen eigenen Interessen widersprechen sollte.
Wie Dickie sehr richtig bemerkte sind Musik, Klang, Schallwellen an sich analog. Also entscheidet sich erst bei der Aufnahme, ob sie analog gespeichert werden oder digital gewandelt und dann als Datensatz gespeichert.
Es gibt noch eine ganze Reihe Künstler die analog aufnehmen. Und wie ich an anderer Stelle in diesem Forum (ich weiß im Moment nicht genau wo) bereits schrieb, gibt es auch die Möglichkeit, aus einer digital gespeicherten Musik, wieder eine analoge Form herzustellen und ihr sozusagen nachträglich "die Wärme" und den typischen Klang einer Vinylplatte zu verleihen. Das hängt allerdings auch von der Art der Musik und der Art der ursprünglichen Aufnahme ab. Außerdem mögen Puristen argumentieren, dass dies erst recht ein Verfälschen des Originals darstellt. Alles Ansichtssache.
misterix
11.03.2006, 11:41
Was ich sagen will: Die Wertschätzung digitaler Information ist etwas, das wir noch lernen müssen, vor allem die Unterscheidung zwischen Spreu und Weizen. In Bezug auf Musik ist ein weiterer Schritt der Abstrahierung vom Ursprung, der Aufführung durch die Musiker. Aber auch das Konservieren und Verpacken von Musik war schon ein solcher Abstraktionsvorgang.
von diesem abstraktionsvorgang träumten aber musiker und schriftsteller schon seit urzeiten. mit dem buchdruck gings eben ein paar jahrhunderte schneller.
aber was ich sagen will, ich kenne eine truppe deren grösster traum ist derzeit, einmal einen offiziellen tonträger mit ihrer musik in händen halten zu dürfen. am liebsten als vinyl 10zoll mit schönem cover. mp3s kann man nicht anfassen.
@Rossi
Und Du hattest bisher noch nicht das Bedürfnis, die originale 10" von "All I Wanna Do Is Rock" zu erwerben? - Das verstehe ich nicht.
Natürlich produziert unsere Gesellschaft insgesamt viel zu viel Müll. Auf Papier und auf Tonträgern jeder Art. Das ist doch kein Argument gegen physische Produktion von Büchern oder Schallplatten.
Ich schreibe z.B. in unregelmäßigen Abständen einen Newsletter unter dem Titel "Guitars Galore", den ich per Email versende an Interessenten. Außerdem gibt es ihn auch als photokopierten Flyer in ein paar Berliner Plattenläden umsonst. Wenn 50 Nummern voll sind, mache ich einen gebundenen Sammelband mit Cover, den ich an Interessierte verkaufe. Was meinst Du warum den Leute kaufen, obwohl sie die Mails bekommen haben oder die Flyer gesammelt haben?
Herr Rossi
11.03.2006, 11:58
Und wie Du an der Zustimmung bestimmter Leute siehst, trägst Du so leider indirekt zur Verflachung der Diskussion im Forum bei, was eigentlich Deinen eigenen Interessen widersprechen sollte.
Lieber Mikko, das ist etwas, was ich immer nicht so recht verstehe, man liest das ja häufiger hier im Forum. Definiert der Berliner Vinylisten-Kreis, den ich hoch schätze, was flach gedacht und formuliert ist und was nicht? Das erinnert mich schon sehr an die Etablierung von "Schulen" in der akademischen Forschung (z.B. Bielefelder Schule bei den Historikern). Das ist einerseits ungemein anregend, führt aber auch zu Reibungsverlusten in der Kommunikation.
Mistadobalina
11.03.2006, 12:08
Vielen Dank, Norbert, für Deinen sehr bedenkenswerten Beitrag. Besonders der letzte Satz ist wichtig!
@mista
keine Bange, ich schätze Deine Ansichten und Kenntnisse viel zu sehr, um Dich fürderhin zu ignorieren. Trotzdem hat mich Dein Beitrag weiter ober schwer enttäuscht. Und wie Du an der Zustimmung bestimmter Leute siehst, trägst Du so leider indirekt zur Verflachung der Diskussion im Forum bei, was eigentlich Deinen eigenen Interessen widersprechen sollte.
Wie bitte? Ich trage durch meine Beiträge zur Verflachung der Diskussion bei? Tut mir Leid, aber diesen Schuh ziehe ich mir nicht an. Okay, damit hat sich dann meine Teilnahme an dieser Diskussion hier beendet. Viel Spaß noch.
[...]
Es gibt noch eine ganze Reihe Künstler die analog aufnehmen. Und wie ich an anderer Stelle in diesem Forum (ich weiß im Moment nicht genau wo) bereits schrieb, gibt es auch die Möglichkeit, aus einer digital gespeicherten Musik, wieder eine analoge Form herzustellen und ihr sozusagen nachträglich "die Wärme" und den typischen Klang einer Vinylplatte zu verleihen. Das hängt allerdings auch von der Art der Musik und der Art der ursprünglichen Aufnahme ab. [...]
:wow: Wie denn das? Davon habe ich ja noch nicht gehört: digitale Aufnahmen werden (wohl digital?) zu analogen Aufnahmen "gemacht"? Würd mich interessieren.
Da Musik im Stande ist, uns emotional so stark zu berühren, kommunizieren wir natürlich auch gerne darüber. Daher auch hier das Fazit: Der Wert der Musik liegt in der Kommunikation – und dies gleich auf mehreren Ebenen.
Das hätte ich gern genauer. Natürlich sind akustische Signale Kommunikation, one-way im Falle von Massenkommunikation wie CDs, Platten, Radio. Was den Wert angeht: ist da Musik als besonderes Kommunikationsmittel (neben Sprache oder Bildern) gemeint? Und welche Ebenen gibt es?
[...] Das erinnert mich schon sehr an die Etablierung von "Schulen" in der akademischen Forschung (z.B. Bielefelder Schule bei den Historikern). [...]
So schlimm ist kein Berliner. :sonne:
Vielen Dank, Norbert, für Deinen sehr bedenkenswerten Beitrag. Besonders der letzte Satz ist wichtig!
@mista
keine Bange, ich schätze Deine Ansichten und Kenntnisse viel zu sehr, um Dich fürderhin zu ignorieren. Trotzdem hat mich Dein Beitrag weiter ober schwer enttäuscht. Und wie Du an der Zustimmung bestimmter Leute siehst, trägst Du so leider indirekt zur Verflachung der Diskussion im Forum bei, was eigentlich Deinen eigenen Interessen widersprechen sollte.
Wie Dickie sehr richtig bemerkte sind Musik, Klang, Schallwellen an sich analog. Also entscheidet sich erst bei der Aufnahme, ob sie analog gespeichert werden oder digital gewandelt und dann als Datensatz gespeichert.
Es gibt noch eine ganze Reihe Künstler die analog aufnehmen. Und wie ich an anderer Stelle in diesem Forum (ich weiß im Moment nicht genau wo) bereits schrieb, gibt es auch die Möglichkeit, aus einer digital gespeicherten Musik, wieder eine analoge Form herzustellen und ihr sozusagen nachträglich "die Wärme" und den typischen Klang einer Vinylplatte zu verleihen. Das hängt allerdings auch von der Art der Musik und der Art der ursprünglichen Aufnahme ab. Außerdem mögen Puristen argumentieren, dass dies erst recht ein Verfälschen des Originals darstellt. Alles Ansichtssache.
Genau da setzte meine Frage an :
Mir stellt sich dabei noch eine Frage, die womöglich Off Topic ist, aber man möge mir das verzeihen :
Gibt es denn überhaupt noch neue, "analoge" Vinyl-Schallplatten ? Ich meine, im Großen und Ganzen ist doch das heutige Studio-Equipment ( von wenigen Ausnahmen abgesehen ) mehr oder weniger voll Digital ausgelegt, oder ? Von daher wäre doch eine analoge Vinyl-Platte "nur" eine analogisierte Digital-Platte, oder ?
Auch hier keine Provokation an die Vinyl-Freunde, ich möchte das wirklich ernsthaft wissen.
Ist das dann nicht nur eine Art "simulierte Analogität", nichts anderes als eine auf Vinyl gepresste CD ? Wenn man davon ausgeht, das bei Digitalisieren Informationen verlorengehen, wirkt sich ein weiterer Zwischenschritt ( der der Re-Analogisierung ) sicher auch nicht positiv aus, bzw. verlorenene Informationen können nicht wiederhergestellt werden. Von daher wären auf Vinyl "weniger" Informationen oder vom ursprünglichen Signal stärker abweichende Ergebnisse zu erwarten.
Dick Laurent
11.03.2006, 13:07
@mista
(...) Trotzdem hat mich Dein Beitrag weiter ober schwer enttäuscht. Und wie Du an der Zustimmung bestimmter Leute siehst, trägst Du so leider indirekt zur Verflachung der Diskussion im Forum bei, was eigentlich Deinen eigenen Interessen widersprechen sollte.
ich wüsste nicht, dass unterschiedliche Standpunkte in Diskussionen zur automatischen Verflachung beitragen. Wenn man allerdings unterschiedliche Standpunkte als persönliche Enttäuschung wertet, dann können wir uns das Diskutieren gleich sparen...
Und wie ich an anderer Stelle in diesem Forum (ich weiß im Moment nicht genau wo) bereits schrieb, gibt es auch die Möglichkeit, aus einer digital gespeicherten Musik, wieder eine analoge Form herzustellen und ihr sozusagen nachträglich "die Wärme" und den typischen Klang einer Vinylplatte zu verleihen.
Klar, statt "Entrauschen" und "Entknacksen" und "Entzerren" heissen die Funktionen dann wohl "Rauschen, Knacksen und Verzerren rein". Wenn etwas digital vorliegt, dann ist das in diesem Moment die "maximale Information" - alles was du nachträglich hineinbastelst, geht noch weiter weg vom Original, auch wenn es sich für dich vielleicht besser anhört. Für den Moment bin ich froh, dass du nicht mit der Wachswalze großgeworden bist, du würdest das dann sicher auch zum ultimativen Klangerlebnis hochstilisieren...
@Rossi
Und Du hattest bisher noch nicht das Bedürfnis, die originale 10" von "All I Wanna Do Is Rock" zu erwerben? - Das verstehe ich nicht.
The Medium is the message?? Ich hielt immer die Musik für das wichtigste und vertehe Herrn Rossi da sehr gut...
Klar, statt "Entrauschen" und "Entknacksen" und "Entzerren" heissen die Funktionen dann wohl "Rauschen, Knacksen und Verzerren rein". Wenn etwas digital vorliegt, dann ist das in diesem Moment die "maximale Information" - alles was du nachträglich hineinbastelst, geht noch weiter weg vom Original, auch wenn es sich für dich vielleicht besser anhört. Für den Moment bin ich froh, dass du nicht mit der Wachswalze großgeworden bist, du würdest das dann sicher auch zum ultimativen Klangerlebnis hochstilisieren...
Danke. Genau das geht in die Richtung meiner Frage.
Dick Laurent
11.03.2006, 13:17
es gilt natürlich auch, dass selbst mikko bei digitalen Aufnahmen mit ausreichender Speicherflut keinen Unterschied hören würde und könnte. Der CD-Standard ist da aber nicht zwangsweise ausreichend für - und vor allem auf andere Klangergebnisse getrimmt, als Vinylliebhaber das vielleicht mögen...
es gilt natürlich auch, dass selbst mikko bei digitalen Aufnahmen mit ausreichender Speicherflut keinen Unterschied hören würde und könnte. Der CD-Standard ist da aber nicht zwangsweise ausreichend für - und vor allem auf andere Klangergebnisse getrimmt, als Vinylliebhaber das vielleicht mögen...
Ja, das ist ganz klar. Jeder "Tonträger" ist nur ein Hilfs- ( Transport- Konservierungs- ) -mittel und keiner der heute verfügbaren Tonträger stellt das Ideal dar, sondern bildet lediglich eine mehr oder weniger gute Annäherung daran.
Interessant in diesem Zusammenhang wäre, ob schon mal jemand erforscht hat, wieviele "Informationseinheiten", von mir aus Bits und Bytes, das Gehirn pro Zeiteinheit verarbeiten kann. Eine gewisse "Taktung" liegt ja eindeutig belegbar durch die Gehirnströme vor.
Und um wieviel reduziert das Gehirn den ursprünlichen "Datenstrom" des Klangerzeugers ?
Naja, das führt wahrscheinlich zu weit ab vom eigentlichen Thema.
Für mich bleibt der Wert der Musik jedenfalls unabhängig vom jeweiligen Tonträgerformat.
Interessant auch, dass mutmaßlich viele neue Vinyl-Platten lediglch re-analogisierte Versionen ihrer Digital-Kollegen zu sein scheinen, und somit auch nicht "mehr" Ton-Information bieten. Das Vinyl anders, vielleicht sogar besser klingt, will ich damit aber Niemandem absprechen, da es, wie hier zum Teil sehr schön deutlich wurde, noch eine ganze Reihe anderer Aspekte neben dem reinen Informationsgehalt gibt.
@mista
keine Bange, ich schätze Deine Ansichten und Kenntnisse viel zu sehr, um Dich fürderhin zu ignorieren. Trotzdem hat mich Dein Beitrag weiter ober schwer enttäuscht. Und wie Du an der Zustimmung bestimmter Leute siehst, trägst Du so leider indirekt zur Verflachung der Diskussion im Forum bei, was eigentlich Deinen eigenen Interessen widersprechen sollte.
Verzeih mir Mikko. Aber blasierter gehts nach meiner Ansicht kaum mehr.
Wenn ich jemanden schätze, tue ich alles mögliche, aber SOWAS haue ich ihm nicht um die Ohren.
Und da lasse ich überhaupt nicht mit mir diskutieren. Das war gar nix, absolut gar nix.
Ich lese einiges von dir und sehe, daß Du musikalisch wirklich was auf dem Kasten hast. Aber solches Geschwätz wie das da oben macht viel kaputt.
[...]
Interessant in diesem Zusammenhang wäre, ob schon mal jemand erforscht hat, wieviele "Informationseinheiten", von mir aus Bits und Bytes, das Gehirn pro Zeiteinheit verarbeiten kann. Eine gewisse "Taktung" liegt ja eindeutig belegbar durch die Gehirnströme vor.
Und um wieviel reduziert das Gehirn den ursprünlichen "Datenstrom" des Klangerzeugers ?
[...]
Das wäre wahrscheinlich für die Formatdiskussion nützlich.
Für die Informationsaufnahme der Augen habe ich mal einen Wert gelesen, müsste aber nachsehen wo und wieviel Bytes das überhaupt waren.
Ansonsten sollen Mikko und Mista ihre Differenzen unter sich austragen, das geht nur die beiden was an.
Mistadobalina
11.03.2006, 14:27
Ansonsten sollen Mikko und Mista ihre Differenzen unter sich austragen, das geht nur die beiden was an.
Ich habe keine Differenzen mit Mikko. Alles was seiner Äußerung zu Grunde liegt, steht hier in diesem Thread. Was allerdings von meinen postings der Grund war, dass er mich hier so arrogant abkanzelt, entzieht sich meiner Kenntnis.
The Imposter
11.03.2006, 15:57
mir geht das blasierte Geschwalle der Vinylisten auch ganz gehörig auf den Keks
wollte ich auch mal gesagt haben (als jemand dem Musik in welcher Form auch immer schon seit Ewigkeiten sehr viel bedeutet)
mir geht das blasierte Geschwalle der Vinylisten auch ganz gehörig auf den Keks
wollte ich auch mal gesagt haben (als jemand dem Musik in welcher Form auch immer schon seit Ewigkeiten sehr viel bedeutet)
Bei allem Respekt :
Solche Äußerungen sorgen auch nicht für eine bessere Diskussionskultur und korrekten Umgang miteinander. Bisher fand ich persönlich diesen Thread jedenfalls überwiegend interessant und weitestgehend von "beiden Lagern" objektiv behandelt.
MitchRyder
11.03.2006, 16:31
Die Schützengräben sind aber schlimmer als im 1. WK.
The Imposter
11.03.2006, 16:42
Ja, aber ist doch immer wieder dasselbe. Ich hätte auch meine Klappe halten können, weil ich diesen Pro und Contra Diskussionen rein garnichts mehr abgewinnen kann. Es ist der der Lauf der Zeit, der diese technischen Veränderungen mit sich bringt. Das kann man annehmen oder auch nicht. Mir kommt´s bei manchen Leuten aber so vor, als würde das den Untergang des Abendlandes bedeuten.
Dazu kommt eben auch, dass das immer wieder zu unschönen Auseinandersetzungen führt, was auch an dem arroganten Unterton liegt, den die Verfechter des einzig wahren Klangs manchmal in ihren Beiträgen haben.
Mikko, den ich ansonsten ob seiner Beiträge auch sehr schätze, sollte sich vielleicht auch dran erinnern, dass es nicht das erstemal ist, dass sich jemand von seinen Äusserungen auf den Schlips getreten fühlt. Popkid im 60er oder 70er Jahre Thread zB. Da scheint es mir doch auch ein wenig an gegenseitiger Toleranz zu mangeln. Kann ja nun keiner was dafür, dass es Vinyl Platten wahrscheinlich nicht mehr ewig geben wird. Oder sollen wir jetzt alle wieder Platten kaufen? Ich für meinen Teil werde diesen Schritt zurück ganz gewiss nicht mehr machen.
Ja, aber ist doch immer wieder dasselbe, ich hätte auch meine Klappe halten können, weil ich diesen Pro und Contra Diskussionen rein garnichts mehr abgewinnen kann. Es ist der der Lauf der Zeit, der diese technischen Veränderungen mit sich bringt. Das kann man annehmen oder auch nicht. Mir kommt´s bei manchen Leuten aber so vor, als würde das den Untergang des Abendlandes bedeuten.
Dazu kommt eben auch, dass das immer wieder zu unschönen Auseinandersetzungen führt, was auch an dem arroganten Unterton liegt, den die Verfechter des einzig wahren Klangs manchmal in ihren Beiträgen haben.
Mikko, den ich ansonsten ob seiner Beiträge auch sehr schätze, sollte sich vielleicht auch dran erinnern, dass es nicht das erstemal ist, dass sich jemand von seinen Äusserungen auf den Schlips getreten fühlt. Popkid im 60er oder 70er Jahre Thread zB. Da scheint es mir doch auch ein wenig an gegenseitiger Toleranz zu mangeln. Kann ja nun keiner was dafür, dass es Vinyl Platten wahrscheinlich nicht mehr ewig geben wird. Oder sollen wir jetzt alle wieder Platten kaufen? Ich für meinen Teil werde diesen Schritt zurück ganz gewiss nicht mehr machen.
Ich wusste, dass Du es auch sachlich kannst, also ohne "blasiertes Geschwalle"... :bier:
Danke.
The Imposter
11.03.2006, 16:49
gern geschehen, tut mir ja auch schon fast wieder leid, bin halt auch sehr impulsiv, der halbe Italiener in mir vielleicht..
gern geschehen, tut mir ja auch schon fast wieder leid, bin halt auch sehr impulsiv, der halbe Italiener in mir vielleicht..
Auweia...
:bier:
mir geht das blasierte Geschwalle der Vinylisten auch ganz gehörig auf den Keks
wollte ich auch mal gesagt haben (als jemand dem Musik in welcher Form auch immer schon seit Ewigkeiten sehr viel bedeutet)
mir auch!
ohne dass ichs gelesen hab
aber mein geschwalle - ganz alleine in mein zimmer:
ah ...ah..... bei jeden cut weiß ich was ich angestellt hatte
und wie ich den ding zwischen meine beine hatte beim aussteigen aus dem bus
"jaul"
geht grad so
Das hätte ich gern genauer. Natürlich sind akustische Signale Kommunikation, one-way im Falle von Massenkommunikation wie CDs, Platten, Radio. Was den Wert angeht: ist da Musik als besonderes Kommunikationsmittel (neben Sprache oder Bildern) gemeint? Und welche Ebenen gibt es?
Mit den Kommunikations-Ebenen der Musik, die ich in meinem Post angesprochen hatte, meine ich z. B. Diskussionen über bestimmte Aufnahmen, Songs und Konzerte die uns emotional berührt haben. Ich nehme an, dass während des Gedankenaustauschs über ein bestimmtes Stück, dieses im Geiste auszugsweise abläuft oder zumindest eine Vorstellung davon Gestalt annimmt.
Wenn man wie aus dem Nichts plötzlich eine Melodie oder ein lange nicht mehr gehörtes Lied im Sinn hat, scheint es, als ob die eigene Seele mit dem Ich der Gegenwart kommuniziert.
Des weiteren waren gemeinsam intonierte Gesänge seit je her ein Mittel, um zu einer Gemeinschaft zu verschmelzen.
Aus dramaturgischen Gründen werden Filmszenen mit Musik unterlegt, da auf diese Weise eine bestimmte Stimmung erzeugt werden kann.
Ich denke, dass diesen Ebenen noch weitere hinzugefügt werden können.
Ok, klarer geworden, danke.
Krautathaus
11.03.2006, 20:11
Wenn man wie aus dem Nichts plötzlich eine Melodie oder ein lange nicht mehr gehörtes Lied im Sinn hat, scheint es, als ob die eigene Seele mit dem Ich der Gegenwart kommuniziert.
Das ist mein Lieblingsabsatz aus Norberts Beiträgen. Sehr schön!
MitchRyder
11.03.2006, 20:21
Für mich ist der Wert der Musik schon seit Jahren unabhängig vom Tonträger. Die angeblich so grossen Unterschiede zwischen einzelnen Musikträgern kann ich bewusst nicht mehr feststellen.
Vieles ist bei mir zu einer Preisfrage geworden. Was soviel heißt: Wenn ich etwas gern haben möchte, so entscheidet der Preis, wie ich mir entsprechende Aufnahme beschaffen kann. Wäre ich Millionär, so würde ich wohl gezielter auswählen.
Mit einer einzigen Ausnahme... das sind Livekonzerte. Ein Konzert kann man nicht konservieren. Es wird immer ein Erlebnis des Augenblickes sein und somit zu einer persönlichen Erfahrung. Davon profitiere ich mehr, als von einer Vinylaufnahme oder einer CD.
Der Wert von Musik macht sich in meinen Augen und somit individuell für mich auch nicht im Besitz eines gewissen Trägers aus, sondern in der Verfügbarkeit der Musik, die ich für diesen Augenblick gern haben möchte. Kunst, ob in der Musik oder anderer Form ist nur dann konsumierbar und erlebbar, wenn sie erreichbar ist. So werde ich niemals ein Rembrandtbildnis besitzen können, mir aber jederzeit einen Museumsbesuch leisten, um einen Rembrandtbildnis mir anzuschauen. So verhält es sich mir der Musik.
Ich kann keinesfalls mir Vinylalben anschaffen, solang der Preis höher ist, als die Anschaffung über andere Möglichkeiten. Die meisten hier, werden wohl dem Argument zu stimmen, wenn sie keine Scheu davor haben zu sagen: "Mein Budge gibt einfach keine größeren Möglichkeiten her, mir meine Musikleidenschaft nur in Vinyl zu leisten."
Und das wir alle Musikinteressierte und -freunde sind sollte die Teilnahme an diesem Forum doch eindeutig aufzeigen.
Wenn man wie aus dem Nichts plötzlich eine Melodie oder ein lange nicht mehr gehörtes Lied im Sinn hat, scheint es, als ob die eigene Seele mit dem Ich der Gegenwart kommuniziert.
Des weiteren waren gemeinsam intonierte Gesänge seit je her ein Mittel, um zu einer Gemeinschaft zu verschmelzen.
Sehr schön gesagt, Norbert. Besonders der erste Satz ist so schön poetisch.
@mista
Ich hatte nicht die Absicht, Dich zu desavouieren. Deine Beiträge tragen selbstverständlich nicht zur Verflachung des Niveaus hier bei.
@rossi
Es gibt keine wie auch immer zusammengesetzte Vinylfraktion aus Berlin, die bestimmt, auf welchem Niveau hier diskutiert werden darf. Es gibt allerdings Individuen, denen das Niveau in diesem Forum mittlerweile so flach erscheint, dass sie sich hier kaum noch zu Wort melden mögen. Das betrifft sicher nicht die Mehrzahl der Beiträge in diesem Thread. Ich will das hier auch nicht vertiefen, denn es gehört nicht hierher.
@MitchRyder
Mit Deiner Aussage zu Livekonzerten hast Du voll ins Schwarze getroffen. Es gibt in der Tat Live Momente, die man nie vergisst. Die auch nie wiederholbar sind. Die man selbst erlebt haben muss! Mitschnitte von Konzerten sind da nicht ansatzweise ein Ersatz.
@Dick Laurent u.a.
Mit meinen Aussagen zur Wandlung von digital gespeicherten Aufnahmen zu analogen Schallplatten habe ich mich auf sehr dünnes Eis begeben. Es geht weder darum, eine Aufnahme nachträglich antiquiert erscheinen zu lassen indem man Rumpeln und Knistern addiert. Noch geht es darum, eine digitale Aufnahme oder einen digitalen Datensatz eins zu eins analog abzubilden. Vielmehr meinte ich, dass es möglich ist, ausgehend von digitalem Material einen analogen Tonträger zu erstellen, der die Vorteile eines analogen Tonträgers (Wärme und eine gewisse Dynamik im Klangbild) hat. Das hat mit der ursprünglichen Aufnahme u.U. nur noch bedingt zu tun. Ja es verfälscht sie vielleicht sogar. So ein Vorgehen würde ich auch nur als Notlösung sehen, für den Fall, dass es keine analoge Quelle gibt.
Habe mir den Thread jetzt gant durchgelesen und muß sagen, daß ich mich freue, ihn jetzt erst entdeckt zu haben, sonst hätte ich nich womöglich an der Diskussion beteiligt. Es hätte eh nur Zank gegeben.
Herr Rossi
12.03.2006, 11:29
@rossi
Es gibt keine wie auch immer zusammengesetzte Vinylfraktion aus Berlin, die bestimmt, auf welchem Niveau hier diskutiert werden darf. Es gibt allerdings Individuen, denen das Niveau in diesem Forum mittlerweile so flach erscheint, dass sie sich hier kaum noch zu Wort melden mögen. Das betrifft sicher nicht die Mehrzahl der Beiträge in diesem Thread. Ich will das hier auch nicht vertiefen, denn es gehört nicht hierher.
Mikko, so leicht kommst Du aus der Nummer jetzt nicht raus. Du hattest zum einen formuliert, dass Du Mistas Aussage, dass für sie persönlich Vinyl der Vergangenheit angehört, enttäuscht bist und dass diese Aussage zu zustimmenden Äußerungen geführt hätten, die wiederum das Niveau der Debatte senken. Daraus schließe ich doch (und Mista konnte es auch nicht anders verstehen), dass vinylskeptische Aussagen generell von geringerem Niveau sind, oder? Solche Aussagen hat man hier auch schon häufiger gelesen, auch wenn Du es zugegeben noch vergleichsweise moderat formulierst.
Und dass immer bestritten wird, dass es eine solche "Berliner Fraktion" oder "Schule" gibt, das finde ich nun wirklich seltsam. Jeder, der sich hier regelmäßig im Forum bewegt, wird Dir aufzählen, wer dazu gehört. Ich behaupte doch nicht, dass ihr "gleichgeschaltet" seid. Aber ihr seid ein Kreis von Gleichgesinnten, den gemeinsame Ansichten und musikalische Vorlieben verbinden und vor allem auch klare Vorstellungen darüber, was Euch missfällt, weswegen es hier ja auch regelmäßig scheppert. Ich hab damit kein Problem, ich bin es gewohnt, mich mit Forscherkollegen öffentlich zu fetzen und hinterher trinkt man ein Bier zusammen. Aber für andere funktioniert das nicht so, die nehmen sich das zu Herzen.
Prodigal Son
12.03.2006, 11:34
Nimmt die Berliner Fraktion noch Mitglieder auf? Würde gern beitreten..
O.T.:
kennt jemand von euch dieses buch?
http://images-eu.amazon.com/images/P/3453210832.03.LZZZZZZZ.jpg
da wird auch viel über den wert von musik... über vinyl u.s.w. geschrieben
( und zwar total lustig! )
Ok, Herr Rossi, auch wenn's Off Topic ist.
Es gibt Leute in Berlin (und übrigens nicht nur dort), die sich untereinander persönlich kennen. Die alle mehr oder weniger Vinyl bevorzugen, die sich gelegentlich in unterschiedlichen Zusammenhängen auf ein Bier treffen. Oder auch eher zufällig bei Konzerten, im Plattenladen etc. Leute also, die den Gedankenaustausch auch ohne und jenseits dieses Forums pflegen.
Aus dem Kreis dieser Leute, die sich wohlgemerkt selbst weder als homogene Gruppe noch als Fraktion von irgendwas verstehen, wurde verschiedentlich bei einem solchen persönlichen Gedankenaustausch das schwindende Niveau dieses Forums beklagt. Dabei wurde niemals und von niemandem die Niveauverflachung mit der Vorliebe oder Abneigung gegenüber Vinyl in Zusammenhang gebracht. Und in meiner Enttäuschung, die ich Mistadobalina gegenüber äusserte, wollte ich keinesfalls einen solchen Zusammenhang herstellen.
Allerdings muss ich auch feststellen, dass aus den Reihen der Vinylverfechter hier kaum zur Niveausenkung beigetragen wird. Was im Umkehrschluss aber keinesfalls bedeutet, dass jeder Nichtvinylliebhaber deshalb automatisch der Niveauverflachung verdächtig wäre.
Das Problem ist m.E., dass es hier im Forum offensichtlich sehr unterschiedliche Bedürfnisse gibt. Den Leuten, die Du "Berliner Vinyl Fraktion" nennst, ist es - nehme ich an - ein Bedürfnis, sich in erster Linie über Musik relativ ernsthaft, aber weder mit Scheuklappen noch humorlos, auszutauschen. Dabei gibt es Einige, die das bevorzugt im Vinyl-Unterforum tun aus Gründen, die ich jetzt wohl nicht wieder erläutern muss.
Und dann gibt es sehr viele Leute, die gerne über Dies und Jenes chatten. Die sich vor allem im "Ohrensessel" und im "Flachen Wasser" tummeln. Darüberhinaus gibt es auch Leute, für die das Forum eine Art zweite Heimat ist. Die sich dauernd und überall zu Wort melden und oft etwas schreiben, bevor sie ihr Gehirn eingeschaltet haben. - Soll alles sein. Hab ich kein Problem damit. Störend wird es allerdings wenn diese Leute, diese Chatroom Plapperer sich auch dort tummeln, wo andere sich ernsthaft unterhalten wollen.
Was ich in meinem Statement zu Mistadobalina zum Ausdruck bringen wollte, ist meine Vermutung, dass ihre Beiträge (die für sich genommen natürlich vollkommen in Ordnung sind) mitunter den "Niveauverflachern" unbeabsichtigt die Legitimation liefern, hier überall rumzuposten, ohne nachzudenken.
Ich möchte jetzt lieber keine Namen nennen, weil ich wirklich gegen niemand etwas persönlich habe. Wie käme ich auch dazu. Aber es macht einfach keinen Spaß, sich durch Threads zu wühlen, bei denen man ein Drittel der Posts (oft sogar mehr) erstmal ausblenden muss, um zum Wesentlichen und Interessanten zu kommen. In einem öffentlichen Forum wird man natürlich dieses Problem nie völlig in den Griff bekommen. Das ist mir auch klar. Aber hier im RS Forum ist mir die Toleranz der Dummheit und Oberflächlichkeit gegenüber in letzter Zeit einfach zu groß geworden. Und es geht ganz sicher anderen genauso. Manche haben bereits resigniert und sagen hier gar nichts mehr.
Wie gesagt, niemand hat etwas gegen Plaudereien am Kamin, gegen Blödeleien, Dauerchat oder Quizspiele. Alles in den entsprechenden Unterforen. Wenn ich Lust dazu habe, beteilige ich mich sogar daran.
Aber da wo auf einem gewissen Niveau über Dinge (das muss nicht mal immer nur Musik sein) geredet wird, erwarte ich von den Teilnehmern, dass sie wenigstens versuchen, sich dem Niveau anzunähern. Oder sie lesen still mit und lernen was dabei. Wahrscheinlich ist das jedoch zuviel verlangt.
Prodigal Son
12.03.2006, 12:31
Sehr gut beschrieben, Mikko. Danke!
Krautathaus
12.03.2006, 12:39
Was ich in meinem Statement zu Mistadobalina zum Ausdruck bringen wollte, ist meine Vermutung, dass ihre Beiträge (die für sich genommen natürlich vollkommen in Ordnung sind) mitunter den "Niveauverflachern" unbeabsichtigt die Legitimation liefern, hier überall rumzuposten, ohne nachzudenken.
Sorry, Mikko, aber ich kann meinen Blödsinn durchaus ohne Mista`s (ungewollte) Hilfe posten.
Sorry, Mikko, aber ich kann meinen Blödsinn durchaus ohne Mista`s (ungewollte) Hilfe posten.
Du bist auch nicht gemeint.
Dick Laurent
12.03.2006, 12:41
Sehr gut beschrieben, Mikko. Danke!
nur hat das eigentlich weder mit Vinyl, noch mit Berlin etwas zu tun.
Es sind ja ne Menge Leute, die kaum noch Lust haben zu posten, weil irgendwann sowieso alles zugeschwallt wird!
Trotzdem fand ich Mikkos Ausdrucksweise gegenüber Mista sehr daneben, verflachen war danach wohl kaum noch möglich...
(das sollten die beiden aber untereinander abklären...)
Mich stört es nur extremst, wenn die Wertigkeit der Musik vom Tonträger abhängig sein sollte. Das kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber den anderen dann einen "minderwertigen" Umgang zu unterstellen halte ich für komplett daneben.
The Imposter
12.03.2006, 12:46
Nimmt die Berliner Fraktion noch Mitglieder auf? Würde gern beitreten..bist Du doch schon längst
Krautathaus
12.03.2006, 12:48
Du bist auch nicht gemeint.
Das weiß ich, Mikko. Ich wollte nur mal mit einem Umkehrschluß zeigen, daß für mich keinerlei Zusammenhang zwischen Mista`s Kommentaren und sinnfreien Postings besteht.
Wer Blödsinn posten möchte, tut das so oder so.
Krautathaus
12.03.2006, 12:49
Mich stört es nur extremst, wenn die Wertigkeit der Musik vom Tonträger abhängig sein sollte. Das kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber den anderen dann einen "minderwertigen" Umgang zu unterstellen halte ich für komplett daneben.
:bier:
Es sind ja ne Menge Leute, die kaum noch Lust haben zu posten, weil irgendwann sowieso alles zugeschwallt wird!
Trotzdem fand ich Mikkos Ausdrucksweise gegenüber Mista sehr daneben, verflachen war danach wohl kaum noch möglich...
(das sollten die beiden aber untereinander abklären...)
Da hast Du leider recht. Ich entschuldige mich hiermit öffentlich bei Mistadobalina. Mein Statement war aus einem gewissen Frust heraus entstanden. Inzwischen habe ich versucht das zu erläutern (s.o.).
Mich stört es nur extremst, wenn die Wertigkeit der Musik vom Tonträger abhängig sein sollte. Das kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber den anderen dann einen "minderwertigen" Umgang zu unterstellen halte ich für komplett daneben. Von mir wirst Du so ein Statement nicht lesen. Ich frage mich nach wie vor, was das Geheimnis von Musik ist und woher es kommt, dass wir mancher Musik einen größeren Wert beimessen als anderer. Dazu gab es einige sehr bedenkenswerte Beiträge namentlich von Norbert, aber auch von anderen. Für mich ganz persönlich spielt eben auch das Tonträgerformat da mit rein.
Mistadobalina
12.03.2006, 13:03
Was ich in meinem Statement zu Mistadobalina zum Ausdruck bringen wollte, ist meine Vermutung, dass ihre Beiträge (die für sich genommen natürlich vollkommen in Ordnung sind) mitunter den "Niveauverflachern" unbeabsichtigt die Legitimation liefern, hier überall rumzuposten, ohne nachzudenken.
Auch wenn ich länger darüber nachdenke, komme ich nicht darauf, was gemeint ist. Meinst du meine Inhalte, die Form meiner postings oder die Tatsache, dass ich überhaupt (in diesem Thread) poste? Für mich ist das, was du schreibst ein ziemlich heftiger Vorwurf und ich denke, wir sollten es klären, bevor ich mich gemobbt fühle und dann doch lieber dieses Forum wieder verlasse. Denn an einer Verflachung der Beiträge möchte ich nicht Schuld sein. Noch möchte ich in meinem realen Leben ständig darüber nachdenken müssen, was ich denn hier so falsch mache.
Bitte um Erklärung - von mir aus auch per pn.
Das weiß ich, Mikko. Ich wollte nur mal mit einem Umkehrschluß zeigen, daß für mich keinerlei Zusammenhang zwischen Mista`s Kommentaren und sinnfreien Postings besteht.
Wer Blödsinn posten möchte, tut das so oder so.
Das ist so gesehen natürlich richtig.
Was ich eigentlich meinte ist, dass Mista durch ihre Autorität in musikalischen Fragen und ihre gleichzeitige deutliche Befürwortung von MP3s und iPod Konsum den Leuten, die sich sonst wenig Gedanken um den Wert von Musik machen, eine gewisse Legitimation liefert. Undzwar deshalb weil sie die Einzige aus der Generation der so genannten "Altvorderen" ist, die Vinyl zur puren Nostalgie erklärt und den tonträgerlosen Musikkonsum propagiert.
Mistadobalina
12.03.2006, 13:11
Das ist so gesehen natürlich richtig.
Was ich eigentlich meinte ist, dass Mista durch ihre Autorität in musikalischen Fragen und ihre gleichzeitige deutliche Befürwortung von MP3s und iPod Konsum den Leuten, die sich sonst wenig Gedanken um den Wert von Musik machen, eine gewisse Legitimation liefert. Undzwar deshalb weil sie die Einzige aus der Generation der so genannten "Altvorderen" ist, die Vinyl zur puren Nostalgie erklärt und den tonträgerlosen Musikkonsum propagiert.
Schön, dass ich nun mal endlich weiß, worum es überhaupt geht. Ich ziehe u.a. daraus die Konsequenz, dass ich mich zu solchen Fragen nicht mehr äußern werde.
Nur noch eins: ich "propagiere" gar nichts. Ich habe nur meinen eigenen Umgang mit Musik beschrieben.
soulster
12.03.2006, 13:17
Ich ziehe u.a. daraus die Konsequenz, dass ich mich zu solchen Fragen nicht mehr äußern werde. warum? mikko soll keine fragen in den raum stellen, wenn er mit den antworten nicht leben kann. ich empfinde seine 'argumentationslinie' in diesem punkt als ziemlich borniert.
Mich stört es nur extremst, wenn die Wertigkeit der Musik vom Tonträger abhängig sein sollte. Das kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber den anderen dann einen "minderwertigen" Umgang zu unterstellen halte ich für komplett daneben.
Hallo Mikko,
zu obigem Vorwurf hast du geantwortet, dass man so etwas von dir nicht hören/lesen würde.
Andererseits:
... dass Mista durch ihre Autorität in musikalischen Fragen und ihre gleichzeitige deutliche Befürwortung von MP3s und iPod Konsum den Leuten, die sich sonst wenig Gedanken um den Wert von Musik machen, eine gewisse Legitimation liefert. Undzwar deshalb weil sie die Einzige aus der Generation der so genannten "Altvorderen" ist, die Vinyl zur puren Nostalgie erklärt und den tonträgerlosen Musikkonsum propagiert.
Ich finde, hier machst du dies dann eben doch!
The Imposter
12.03.2006, 13:33
..weil sie die Einzige aus der Generation der so genannten "Altvorderen" ist, die Vinyl zur puren Nostalgie erklärt und den tonträgerlosen Musikkonsum propagiert.au Mann, Mikko, Du redest wirklich ziemlichen Blödsinn. Propagieren ist ja wohl was anderes. Was Du mit "Altvorderen" meinst ist mir auch nicht ganz klar. Ich bin ja nun jetzt auch schon 50 und habe vollstes Verständnis dafür wenn man sich zeitgemässer Tonträgerformate bedient. Warum sie das tut, hat sie ja wohl auch hinreichend begründet.
@ Mista, Du machst garnichts falsch. Bitte unbedingt hierbleiben. Das wär ja wohl noch schöner.
Hallo Mikko,
zu obigem Vorwurf hast du geantwortet, dass man so etwas von dir nicht hören/lesen würde.
Andererseits:
Ich finde, hier machst du dies dann eben doch!
Ja, das stimmt. Aber eben aus dem beschriebenen Grund.
So. Es war ein Fehler, diese Sache mit Mistadobalina überhaupt hier öffentlich zu diskutieren. Ich entschuldige mich jetzt noch mal. Und erkläre die Diskussion zu diesem Punkt für beendet.
Mistadobalina
12.03.2006, 13:46
Mikko hat mir jetzt eine pn geschickt und ich verstehe jetzt ein bisschen besser, worum es ihm geht. Ich denke, das eigentliche Thema ist die von ihm beschriebene "Verflachung" der Forums-Inhalte. Aber vielleicht kann man das mal an anderer Stelle diskutieren, falls allgemeiner Bedarf besteht.
MitchRyder
12.03.2006, 13:52
Es gibt für mich natürlich auch einen gewissen Stolz etwas zu besitzen, wovon ich mich nie trennen würde. Wenn Stolz mit Wert gleichgesetzt wird, dann hat diese Musik bzw. Aufnahme einen sehr hohen Wert.
Das dies gerade im Vinylbereich so ist, liegt und da muss ich sagen "Gott sei Dank" daran, das diese Aufnahme nur auf diesem Träger zu haben ist.
So z.B. gibt es die erste LP von "Das Dritte Ohr" - "Pur ohne Politur" aus dem Jahre 1977 auf keinen weiteren Träger. Oder die LP "Never kick a sleeping dog" von Mitch Ryder, die ich wohl nie besitzen würde, gäbe es nicht einen netten Forumskollegen. Auch diese LP ist nie auf einem anderen Träger erschienen. Ganz besonders Stolz bin ich auf eine LP von Alexis Korner. Nicht unbedingt wegen der Tracks auf der LP, sondern wegen der Beilage und Innenhülle, wo Stammbaum mäßig die Verzweigungen der Musiker von Alexis Korner und John Mayall bis ca. 1980 aufgezeigt wird. Etwas einmaliges...
Kein Materieller Wert, aber wohl ein nicht tauschbarer individueller... so hat auch ein Träger einen gewissen Wert, doch schwindet er für mich, da es mir um die Musik geht und diese Alternativ auf fast allen Trägern heute zu haben ist.
Das ist so gesehen natürlich richtig.
Was ich eigentlich meinte ist, dass Mista durch ihre Autorität in musikalischen Fragen und ihre gleichzeitige deutliche Befürwortung von MP3s und iPod Konsum den Leuten, die sich sonst wenig Gedanken um den Wert von Musik machen, eine gewisse Legitimation liefert. Undzwar deshalb weil sie die Einzige aus der Generation der so genannten "Altvorderen" ist, die Vinyl zur puren Nostalgie erklärt und den tonträgerlosen Musikkonsum propagiert.
Ich hab mich bisher wohlweislich aus diesem Thread herausgehalten und werde es nach diesem Beitrag auch wieder so halten, aber eins möchte ich doch mal gesagt haben: wenn solche Äusserungen deiner Vorstellung von "hohem Niveau" entsprechen, dann bin ich heilfroh, der Elite der Vinylhörer schon lange nicht mehr anzugehören. Ich gehöre sogar zu diesen oberflächlichen Menschen, die nicht mal mehr einen Vinyldreher besitzen, Musik von CD aber auch gerne per Minidisc oder mp3 hören und das gehörte trotzdem heiss und innig lieben. Und die Menschen mit anderen Hörgewohnheiten nicht die Ernsthaftigkeit ihrer Liebe zur Musik und ihren Machern absprechen. Da bin ich doch gerne musikalischer Pöbel.
Hank Williams
12.03.2006, 13:59
Aber es gab etwas, was ich noch nie gehört hatte, die legendäre Urfassung von "All I Wanna Do Is Rock", die nur auf limitierter Vinyl-Single erschienen ist. Keine Ahnung, ob die überhaupt ohne weiteres greifbar ist, sie ist sicher teuer. Und ich hab auch keinen Plattenspieler. Irgendwann fasste ich mir ein Herz und fragte einen der Forumianer von der Berliner Vinyl-Fraktion (ich nenne keine Namen), ob er mir sein Exemplar digitaliseren könne. Ich machte mich schon auf wüste Beschimpfungen gefasst ;-). Aber ganz im Gegenteil, noch am selben Abend konnte ich mir erstmals dieses triumphale Debüt anhören. Was diese MP3 für einen Wert hat? Für mich persönlich einen sehr großen.
Cool, die MP3 könntest Du mir mal schicken. Die hab' ich nämlich auch noch nie gehört.
Danke im voraus! :wave:
Das ist so gesehen natürlich richtig.
Was ich eigentlich meinte ist, dass Mista durch ihre Autorität in musikalischen Fragen und ihre gleichzeitige deutliche Befürwortung von MP3s und iPod Konsum den Leuten, die sich sonst wenig Gedanken um den Wert von Musik machen,
Woher willst Du das denn so genau wissen? ...
eine gewisse Legitimation liefert.
Ja, siehe Post 91 und 93 dieses Threads. Nicht vorstellbar, dass Mista musikalische Dinge ebenso sieht, wie ich, oder?
Undzwar deshalb weil sie die Einzige aus der Generation der so genannten "Altvorderen" ist, die Vinyl zur puren Nostalgie erklärt und den tonträgerlosen Musikkonsum propagiert.Propaganda? Hier gehts um eine Diskussion, dachte ich, aber wir können ja alle gern dieselbe Meinung haben, dann spart man sich das.
Hank Williams
12.03.2006, 14:03
@Rossi
Und Du hattest bisher noch nicht das Bedürfnis, die originale 10" von "All I Wanna Do Is Rock" zu erwerben? - Das verstehe ich nicht.
Was soll er denn damit ohne Plattenspieler???
Hank Williams
12.03.2006, 14:21
Aus dem Kreis dieser Leute, die sich wohlgemerkt selbst weder als homogene Gruppe noch als Fraktion von irgendwas verstehen, wurde verschiedentlich bei einem solchen persönlichen Gedankenaustausch das schwindende Niveau dieses Forums beklagt. Dabei wurde niemals und von niemandem die Niveauverflachung mit der Vorliebe oder Abneigung gegenüber Vinyl in Zusammenhang gebracht. (...) Allerdings muss ich auch feststellen, dass aus den Reihen der Vinylverfechter hier kaum zur Niveausenkung beigetragen wird.
Das Problem ist m.E., dass es hier im Forum offensichtlich sehr unterschiedliche Bedürfnisse gibt. Den Leuten, die Du "Berliner Vinyl Fraktion" nennst, ist es - nehme ich an - ein Bedürfnis, sich in erster Linie über Musik relativ ernsthaft, aber weder mit Scheuklappen noch humorlos, auszutauschen. Dabei gibt es Einige, die das bevorzugt im Vinyl-Unterforum tun aus Gründen, die ich jetzt wohl nicht wieder erläutern muss.
Und dann gibt es sehr viele Leute, die gerne über Dies und Jenes chatten. Die sich vor allem im "Ohrensessel" und im "Flachen Wasser" tummeln. Darüberhinaus gibt es auch Leute, für die das Forum eine Art zweite Heimat ist. Die sich dauernd und überall zu Wort melden und oft etwas schreiben, bevor sie ihr Gehirn eingeschaltet haben. (...)
Was ich in meinem Statement zu Mistadobalina zum Ausdruck bringen wollte, ist meine Vermutung, dass ihre Beiträge (die für sich genommen natürlich vollkommen in Ordnung sind) mitunter den "Niveauverflachern" unbeabsichtigt die Legitimation liefern, hier überall rumzuposten, ohne nachzudenken.
Ich möchte jetzt lieber keine Namen nennen, weil ich wirklich gegen niemand etwas persönlich habe. Wie käme ich auch dazu. Aber es macht einfach keinen Spaß, sich durch Threads zu wühlen, bei denen man ein Drittel der Posts (oft sogar mehr) erstmal ausblenden muss, um zum Wesentlichen und Interessanten zu kommen. In einem öffentlichen Forum wird man natürlich dieses Problem nie völlig in den Griff bekommen. Das ist mir auch klar. Aber hier im RS Forum ist mir die Toleranz der Dummheit und Oberflächlichkeit gegenüber in letzter Zeit einfach zu groß geworden. Und es geht ganz sicher anderen genauso. (...)
Aber da wo auf einem gewissen Niveau über Dinge (das muss nicht mal immer nur Musik sein) geredet wird, erwarte ich von den Teilnehmern, dass sie wenigstens versuchen, sich dem Niveau anzunähern. Oder sie lesen still mit und lernen was dabei. Wahrscheinlich ist das jedoch zuviel verlangt.
Daraus könnte man Dir jetzt wieder den ein oder anderen Strick drehen.
Wer hat noch nicht, wer will noch mal?
Herr Rossi
12.03.2006, 14:44
Die Pauschalisierung "Was nichts kostet, ist auch nichts wert" sollte vielleicht besser erklärt werden, als das hier bisher geschehen ist. Insbesondere wenn Mikko otis hier beipflichtet, allerdings im Eröffnungsthread bereits exakt das Gegenteil dadurch belegt hat, dass das Schlaflied seiner Mutter einen viel größeren (Stellen-)Wert für ihn besitzt, als jede Aufnahme oder Komposition (und ich erlaube mir jetzt mal die Künstler wegzulassen). Zudem ist es ja möglich, dass ein Gönner euch die seltenste und teuerste Vinylpressung eines von euch heißgeliebten Künstlers schenkt. Ist nach obiger Definition ja nichts wert, hat ja nichts gekostet. Wäre der obige Satz steigerbar im Sinne von: was mich mehr gekostet hat, ist auch mehr wert? Was das Finanzielle angeht, gewiss; aber ist sie deshalb wertvoller im Sinne der persönlichen Vorliebe? Konkret: Mein teuerstes erworbenes Album ist ganz gewiss nicht mein liebstes und auch garantiert nicht das beste, was in meinem Regal steht. Deshalb sollte man die verschiedenen Werte unterscheiden:
a) der individuelle Stellenwert von Musik (der kann, muss aber nicht, abhängig vom Ton- bzw. Datenträger sein)
b) der tatsächliche (und damit greifbare und nachvollziehbare) Sammler- bzw. Marktwert
Der zweite Punkt ist der deutlich einfachere, weil er messbar ist. Es gibt Kataloge, in denen man nachschauen kann, wie selten eine Aufnahme ist, was sie möglicherweise kostet. Ich kann stolz meine Plattensammlung präsentieren und mit Fug und Recht behaupten: dies ist derzeit meine wertvollste Platte.
Das geht mit dem erstgenannten Punkt nicht. Das wertvollste Stück Musik muss nicht auf einem Ton- bzw. Datenträger haptisch verfügbar sein (wie das Schlaflied). Kann es aber. Und wenn dem einen es genügt, es in minderer Qualität auf seiner Festplatte zu haben, dann darf es dem anderen genauso recht sein, es in großartiger Qualität als rare Vinylsingle im Regal verstauben zu lassen. Völlig egal.
Wieder eine andere Frage ist die, ob durch das riesige Angebot, der im Internet zur Verfügung stehenden Tracks, Musik zur Beliebigkeit verkommt. Nur weil die Quantität zunimmt, heißt das doch nicht zwangsläufig, dass die Qualität abnimmt, oder? Und wer nölt denn die ganze Zeit, dass es kleine Bands so schwer haben, überhaupt mal einen Fuß in die Tür der Musikbranche zu stellen. Kaum schafft es mal eine Band wie die Arctic Monkeys (die ich unabhängig davon langweilig finde) auf ungewöhnlichem und originärem Wege, ist das auch wieder nicht gut, wegen "Unkontrollierbarkeit der virtuellen Welt"? "Das Insistieren von Vinylfans auf ihre Vorliebe" ist erstmal genau das (dann noch eine kleine Alliteration), aber ganz gewiss nicht eine "unbewusste Abwehr gegen diese Beliebigkeit", als vielmehr ein Insistieren auf bekannte und vertraute und greifbare Werte.
Was nichts Negatives ist. Deshalb muss man nicht gleich einen Kassandra Komplex bekommen und die Bedeutung der Musik in und für zuküftige(n) Generationen schwarzmalen.
Hier noch mal einige Thesen aus der Münster-München-Fraktion ;-). Ich weiß nur nicht, ob diese Argumente oder auch das, was ich über zum Wert digitaler Information geschrieben habe, wirklich verstanden wurden.
@Mikko: Ich meine mit "Berliner Fraktion" (zu der ich Sebastian hinzurechne), genau was Du schreibst. Das ist natürlich kein Verein mit Satzung und Gruppenzwang, das sind ausgesprochene Individualisten. Die müssen auch gar nicht die dicksten Freunde sein, darum geht es hier sowieso nicht.
Aber es gibt bestimmte gemeinsame Werte, Haltungen und Einstellungen, die konträr liegen zu denen anderer Musikliebhaber liegen, allen voran die besondere Wertschätzung des Vinyls. Ich kann diese Haltung auch durchaus verstehen, besonders die Single-Threads haben mir viel vermittelt.
Dick Laurent
12.03.2006, 14:58
besonders die Single-Threads haben mir viel vermittelt.
mir auch, ich hab sogar eine mikkos 7"-faves-Playlist auf dem iPod, die ich sehr schätze.
(das ist übrigens kein Scherz!)
Orvil Pym
12.03.2006, 15:12
Es geht weniger um die Wertschätzung des Vinyls (eine Haltung, die ich genauso wie Herr Rossi völlig nachvollziehen kann), als um die Geringschätzung anderer Medien, die zur Archivierung von Musik dienen können und auch in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden. Das ist und bleibt eine indivdiuelle ideologische Sicht der Dinge: Die Konnotation von Medium und Musik gewichtet eben jeder anders. Tatsächlich sind die Beiträge von Norbert die einzigen, die losgelöst vom Medium argumentieren.
Dass die Diskussion dann abdriftete oder abflachte, hat gewiss nichts mit dem gegenpoligen Statement von Mistadobalina zu tun. Aber Mikko hat da völlig recht: es ist schade, dass sich nicht jeder zuerst selbst hinterfragt, ob er etwas sinnvolles oder niveaureiches dem Thread zufügen kann (oder besser gar nichts schreibt, anstatt mit zusammenhanglosem Gebrabbel oder Liedtextzitaten eine an sich gute Diskussion verwässert).
Allerdings muss ich auch feststellen, dass aus den Reihen der Vinylverfechter hier kaum zur Niveausenkung beigetragen wird.
Entschuldige Mikko, aber hier möchte ich Dir doch gern widersprechen. Die Beiträge zur "Niveausenkung" kann ich auch in den Reihen von Vinylverfechtern ausmachen. Wenn man sich deren Beiträge anscheut, stolpert man da prozentual fast genauso häufig auf Ausfälle. Auch kann ich bei dem ein oder anderen der Vinylfraktion Probleme ausmachen, was den anstand angeht. Da sind hier in der letzten Zeit diverse Respektlosigkeiten zu lesen gewesen, die ich mir nie und nimmer anmaßen würde.
Herr Rossi
12.03.2006, 15:27
mir auch, ich hab sogar eine mikkos 7"-faves-Playlist auf dem iPod, die ich sehr schätze.
(das ist übrigens kein Scherz!)
Ich hab auch viele von Otis und Mikkos Faves, die ich vorher nicht kannte oder lang nicht mehr gehört habe, auf dem MP3-Player. Die waren mir schon manchen Euro im Download-Shop wert (manches bekam ich auch von freundlichen Mitforumianern) und ich wurde bislang nicht enttäuscht. Ich liebe es, wenn ich mit der Bahn unterwegs bin Musik zu hören. Auf meinem Memory-Stick (so einen tollen iPod hab ich leider noch nicht) rotieren dann meine aktuellen Lieblingssingles, alte und neue. Die Playlist wird am abend vorher auch immer aktualisiert. Das ist für mich auch sinnliche Musikerfahrung.
Ich möchte jetzt lieber keine Namen nennen, weil ich wirklich gegen niemand etwas persönlich habe.
Das erwarte ich jetzt aber doch.
Prodigal Son
12.03.2006, 15:34
edit: Nee, das ist Quatsch, bitte ignorieren.
Leben und Leben lassen.
Zum Thema:
Der Wert der Musik...liegt und besteht immer im Auge des Betrachters, oder hier, im Ohr des Hörers.
Ich besitze eine single, meine allererste, die ist mir heilig.Und das Lied habe ich mehrfach auf CDs.
Da kommt es aber nicht so gut, wie die single.
Das hat auch einfach was mit dem Feeling zutun, sie aus dem Cover zu nehmen, sich an frühere Zeiten zu erinnern, und *hach*...
DAS ist für mich der Wert .
Mein Gefühl, das ich , nur ich habe, wenn ich irgendwas auflege.
Das kann aber eben auch genausogut eine CD sein, die ich liebe, das kann sogar ein Stück im Radio sein, das mich anmacht.
Soll ich mich für diesen, vermutlich unqualifizierten Beitrag, sofort entschuldigen, oder reicht später?
Schön, dass ich nun mal endlich weiß, worum es überhaupt geht. Ich ziehe u.a. daraus die Konsequenz, dass ich mich zu solchen Fragen nicht mehr äußern werde.
Nur noch eins: ich "propagiere" gar nichts. Ich habe nur meinen eigenen Umgang mit Musik beschrieben.
Komisch. Genau so hatte ich es von Anfang an verstanden...
Es geht weniger um die Wertschätzung des Vinyls (eine Haltung, die ich genauso wie Herr Rossi völlig nachvollziehen kann), als um die Geringschätzung anderer Medien, die zur Archivierung von Musik dienen können und auch in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden. Das ist und bleibt eine indivdiuelle ideologische Sicht der Dinge: Die Konnotation von Medium und Musik gewichtet eben jeder anders. Tatsächlich sind die Beiträge von Norbert die einzigen, die losgelöst vom Medium argumentieren.
Dass die Diskussion dann abdriftete oder abflachte, hat gewiss nichts mit dem gegenpoligen Statement von Mistadobalina zu tun. Aber Mikko hat da völlig recht: es ist schade, dass sich nicht jeder zuerst selbst hinterfragt, ob er etwas sinnvolles oder niveaureiches dem Thread zufügen kann (oder besser gar nichts schreibt, anstatt mit zusammenhanglosem Gebrabbel oder Liedtextzitaten eine an sich gute Diskussion verwässert).
Heftigster Einspruch ! ;-)
Denn ich schrieb, ziemlich weit vorne, wenn auch weniger verständlich und mit etwas anderem Ansatz schon :
Ich liebe die Musik, so wie ich sie höre, egal von welchem Tonträger sie kommt, ob das nun eine knackende Schallplatte, ein leierndes Tonband, ´ne cleane CD oder ein aseptisches MP3 ist.
(...) für mich bei Musik das "Lied" an sich im Vordergrund steht. Von Beliebigkeit kann aus meiner Sicht keine Rede sein, man sollte vielleicht viel öfter Kunst Kunst sein lassen, und sich von tonträgerphilosophischen Beschränkungen befreien.
Wie Du ja schon sehr schön schreibst, ist für Dich vielleicht das Schlaflied Deiner Mutter von viel höherem Wert. Und, gibt es dass auf irgendeinem anderen "Tonträger", als Deiner Erinnerung, Deinem Gehirn ? Sehr wahrscheinlich doch nicht. Das ist etwas, was nur in Deinem Innersten vor sich geht, befreit von jeglichen Philosophien und Tonträgerformaten. Das kann Dir niemand nehmen, und das, was Du dabei empfindest, wird bei iTunes auch niemals jemand herunterladen können.
und :
Dann stelle sich mir die durchaus ernst gemeinte und nicht provakativ oder beleidigend gemeinte Frage ( auch an Otis ) :
Bedeutet das im Umkehrschluss, das nur das, was richtig teuer war, auch gut ist / sein kann ? Das würde ja auch bedeuten, das bei zwei identischen Platten das jeweils teurere Exemplar besser wäre.
Das eine richtige Platte mit allem Drum und Dran einen anderen ( höheren ) Wert darstellt als eine gebrannte CD ohne Cover und Booklet, stelle ich gar nicht in Frage, weil das auch für mich so ist.
Eine günstig erworbene Platte von Amazon-Geiz-Geil-Anbietern kann aber doch, vom rein künstlerischem Standpunkt aus, nicht weniger wert sein, als die identische Platte zu einem höheren Preis von irgendeinem anderen Händler, oder ?
Wie gesagt, soll nicht beleidigend sein, aber das passt für mich nicht zusammen, künstlerischen Wert vom Kaufpreis abhängig zu machen.
Zugegebenermaßen habe ich allerdings das Thema zeitweise auch durch die zusätzliche Diskussion um de "Re-analogisierte Digital-Vinyl-Problematik" in eine andere Richtung verschoben. Dafür bitte ich natürlich um Entschuldigung.
Das Thema "Der Wert von Musik an sich" hat sicher nichts mit Tonträgern zu tun.
Das habe ich ziemlich am Anfang in diesem Thread geschrieben. Und in keiner Weise in der Folge den Wert von Musik an Tonträgern festgemacht, schon gar nicht für andere.
Da man mich wahrscheinlich ebenfalls zur Berliner Fraktion zählt, frage ich mich warum solche Dinge gern überlesen werden. Mittlerweile scheinen für viele die Feindbilder ja derart manifest, dass es offenbar keine Möglichkeit gibt, diesen zu entkommen.
Ich muss nicht ständig glückseelig lächelnd mit Hochglanz-Linernotes in der Gegend herumlaufen und das schön aufgemachte Jewelcase im Sessel sitzend rubbeln und streicheln. Unabhängig von einer Diskussion "Originale-Rohlinge-Tauschbörsen" etc. bin ich keiner, der z.B. mit Predigern, welche immer wieder irgendwo irgendwem verkünden, wie sehr die Musik ihr Leben bestimme, wie sehr sie die Musik lieben und verehren, wieviel sie ihnen bedeutet usw. usw. irgend etwas anfangen kann. Solche teils penetranten Menschen, die auch immer wieder gerne und auch gerade den Wert einer Musik am Originaltonträger -welcher immer es sein möge- festmachen und nichts, aber auch gar nichts ansonsten gelten lassen, sind mir ziemlich suspekt.(Mikko: das ist nicht auf dich persönlich gemünzt, krieg das bloss nicht in den falschen Hals)
Noch früher hat Wolfen u.a. dieses posting in diesem Thread losgelassen. Auch wenn Mikko, nicht gemeint gewesen sein soll, irgendjemand muss ja gemeint gewesen sein. Ich fühle mich da mal (für alle diffus gemeinten) persönlich angesprochen und dann auch beleidigt.
Aber bitte, irgendwie passt das eine zum anderen.
Dass Mikko oben ein wenig zu weit gegangen ist aus einer persönlichen Enttäuschung heraus, keine Frage, dass Mista darüber zu Recht sauer war, kann ich ebenfalls bestens nachvollziehen. (Wollte das nicht wieder aufwärmen, nur den Zusammenhang herstellen. Bitte nicht mehr darauf eingehen.) Die Geschichte bot dann ja auch hervorragend Gelegenheit das Kriegsbeil mal wieder so richtig schön auszugraben. Wieder hatte die Vinyl-Fraktion sich eine Blöße gegeben.
Offenbar übersieht und –liest man die Blößen der anderen Fraktionen (nicht nur hier, sondern auch andernorts) liebend gern. Und das halte ich für ein Armutszeugnis der „moderaten“ Fraktionen.
Es ging um den Wert von Musik, wie er sich für einen persönlich zeigt, und wir hatten angefangen uns vernünftig darüber auszutauschen.
Das habe ich ziemlich am Anfang in diesem Thread geschrieben. Und in keiner Weise in der Folge den Wert von Musik an Tonträgern festgemacht, schon gar nicht für andere.
Da man mich wahrscheinlich ebenfalls zur Berliner Fraktion zählt, frage ich mich warum solche Dinge gern überlesen werden. Mittlerweile scheinen für viele die Feindbilder ja derart manifest, dass es offenbar keine Möglichkeit gibt, diesen zu entkommen. Für mich nicht.
Ausserdem finde ich *Feindbild* in einem Forum unfassbar. Man hat andere Ansichten, aber doch bitte kein Feindbild.
Noch früher hat Wolfen u.a. dieses posting in diesem Thread losgelassen. Auch wenn Mikko, nicht gemeint gewesen sein soll, irgendjemand muss ja gemeint gewesen sein. Ich fühle mich da mal (für alle diffus gemeinten) persönlich angesprochen und dann auch beleidigt.
Aber bitte, irgendwie passt das eine zum anderen.
Dass Mikko oben ein wenig zu weit gegangen ist aus einer persönlichen Enttäuschung heraus, keine Frage, dass Mista darüber zu Recht sauer war, kann ich ebenfalls bestens nachvollziehen. (Wollte das nicht wieder aufwärmen, nur den Zusammenhang herstellen. Bitte nicht mehr darauf eingehen.) Die Geschichte bot dann ja auch hervorragend Gelegenheit das Kriegsbeil mal wieder so richtig schön auszugraben. Wieder hatte die Vinyl-Fraktion sich eine Blöße gegeben.
Offenbar übersieht und –liest man die Blößen der anderen Fraktionen (nicht nur hier, sondern auch andernorts) liebend gern. Und das halte ich für ein Armutszeugnis der „moderaten“ Fraktionen.
Komm mal runter.
Es ging um den Wert von Musik, wie er sich für einen persönlich zeigt, und wir hatten angefangen uns vernünftig darüber auszutauschen.
Eben. Und man wird jawohl auch als Nes seine Meinung dazu kundtun dürfen?
Wenn nicht, dann macht doch eine privaten Bereich, in dem nur die absolut ernsthaften Musikdinge besprochen werden.
Da dürfen dann Lurren , wie ich, gar nicht posten.
Dann habt ihr eure Ruhe!
Es geht weniger um die Wertschätzung des Vinyls (eine Haltung, die ich genauso wie Herr Rossi völlig nachvollziehen kann), als um die Geringschätzung anderer Medien, die zur Archivierung von Musik dienen können und auch in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden. Das ist und bleibt eine indivdiuelle ideologische Sicht der Dinge: Die Konnotation von Medium und Musik gewichtet eben jeder anders. Tatsächlich sind die Beiträge von Norbert die einzigen, die losgelöst vom Medium argumentieren.
Dass die Diskussion dann abdriftete oder abflachte, hat gewiss nichts mit dem gegenpoligen Statement von Mistadobalina zu tun. Aber Mikko hat da völlig recht: es ist schade, dass sich nicht jeder zuerst selbst hinterfragt, ob er etwas sinnvolles oder niveaureiches dem Thread zufügen kann (oder besser gar nichts schreibt, anstatt mit zusammenhanglosem Gebrabbel oder Liedtextzitaten eine an sich gute Diskussion verwässert).
Mr.D.B!:
ein paar unsinnigkeitsgebrabbel oder paar lyric-zeilen kann man überfliegen
ohne dass man sie überhaupt richtig lesen muss - wenn man nicht will
und verwässern garnichts!
replys die aus einem übersteigerten selbstbewusstsein heraus eingetippt werden
hinterlassen ein "bitteres gefühl"
Heftigster Einspruch ! ;-)
Denn ich schrieb, ziemlich weit vorne, wenn auch weniger verständlich und mit etwas anderem Ansatz schon :
und :
Zugegebenermaßen habe ich allerdings das Thema zeitweise auch durch die zusätzliche Diskussion um de "Re-analogisierte Digital-Vinyl-Problematik" in eine andere Richtung verschoben. Dafür bitte ich natürlich um Entschuldigung.
reg dich nicht auf!
ich hab auch bisschen mehr geschrieben als nur lyrics
wenn D.B. mit seiner art über musik zu kommunizieren so großen erfolg hätte
wär seine web-site und sein eigenes forum voll!
es ist aber leeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeer;-)
reg dich nicht auf!
ich hab auch bisschen mehr geschrieben als nur lyrics
wenn D.B. mit seiner art über musik zu kommunizieren so großen erfolg hätte
wär seine web-site und sein eigenes forum voll!
es ist aber leeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeer;-)OT, allman.
Sei , mir zu Liebe ,so gut, und bleib sachlich. Ich hab keinen Bock auf hohen Blutdruck, oder so. Okay?
The Imposter
12.03.2006, 16:43
flach, flacher, am flachsten
Das habe ich ziemlich am Anfang in diesem Thread geschrieben. Und in keiner Weise in der Folge den Wert von Musik an Tonträgern festgemacht, schon gar nicht für andere.
Da man mich wahrscheinlich ebenfalls zur Berliner Fraktion zählt, frage ich mich warum solche Dinge gern überlesen werden. Mittlerweile scheinen für viele die Feindbilder ja derart manifest, dass es offenbar keine Möglichkeit gibt, diesen zu entkommen.
Noch früher hat Wolfen u.a. dieses posting in diesem Thread losgelassen. Auch wenn Mikko, nicht gemeint gewesen sein soll, irgendjemand muss ja gemeint gewesen sein. Ich fühle mich da mal (für alle diffus gemeinten) persönlich angesprochen und dann auch beleidigt.
Aber bitte, irgendwie passt das eine zum anderen.
Dass Mikko oben ein wenig zu weit gegangen ist aus einer persönlichen Enttäuschung heraus, keine Frage, dass Mista darüber zu Recht sauer war, kann ich ebenfalls bestens nachvollziehen. (Wollte das nicht wieder aufwärmen, nur den Zusammenhang herstellen. Bitte nicht mehr darauf eingehen.) Die Geschichte bot dann ja auch hervorragend Gelegenheit das Kriegsbeil mal wieder so richtig schön auszugraben. Wieder hatte die Vinyl-Fraktion sich eine Blöße gegeben.
Offenbar übersieht und –liest man die Blößen der anderen Fraktionen (nicht nur hier, sondern auch andernorts) liebend gern. Und das halte ich für ein Armutszeugnis der „moderaten“ Fraktionen.
Es ging um den Wert von Musik, wie er sich für einen persönlich zeigt, und wir hatten angefangen uns vernünftig darüber auszutauschen.
Ich fühle mich in keinster Weise davon negativ angesprochen und möchte nur noch einmal festhalten, dass ich hier keinerlei Feindbilder in irgendeine Richtung aufgebaut habe. Ich kann sehr wohl die Argumentation der Vinylisten respektieren, ohne mich ihr anschließen zu können. Muss ich ja aber auch gar nicht, und ich fühle mich auch nicht dazu genötigt.
Es kommt mir nur manchmal so vor, dass sich die angeblich "verfeindeten Lager" gegenseitig anschreien : Greif mich endlich an, damit ich sagen kann, Du hast angefangen, und jetzt habe auch ich das Recht, mal kräftig drauf zu hauen.
Steigert erheblich das doch so verflachte Niveau...
Schön wäre, wenn man, falls das Interesse noch besteht, zum Thema zurückkommen könnte.
The Imposter
12.03.2006, 16:44
tschulljung, bin grad ein bisschen albern http://www.cosgan.de/images/midi/froehlich/d010.gif
ich bin sachlich!
und ich lass mich nicht ständig anquacken! weder von D.B. noch von seinem 2.nick
glaubst echt dass die paar zeilen den thread verwässert haben?
und gibtz vielleicht noch jemand anderen - der hier tippen darf?
ausser Mikko und D.B.?
guck ma unter welchem unterforum der thread gepostet wurde
ya?
Schön wäre, wenn man, falls das Interesse noch besteht, zum Thema zurückkommen könnte.
ohhhhh, sorry. Kam doppelt.
reg dich nicht auf!
ich hab auch bisschen mehr geschrieben als nur lyrics
wenn D.B. mit seiner art über musik zu kommunizieren so großen erfolg hätte
wär seine web-site und sein eigenes forum voll!
es ist aber leeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeer;-)
Dich hatte ich nicht angesprochen.
Und DB weiß ganz sicher, was ich gemeint habe. Ganz abgesehen davon, dass er in der Tat über Musik kommuniziert, und nicht zusammenhangloses Zeug auf persönlicher Ebene verbreitet. Darüberhinaus ist es hier zeitweise viel zu voll. Da ist ein Besuch im Forum des Review-Mirrors eine wahre Erholung.
zusammenhanglos ist nur - was man nicht VERSTEHT - oder verstehen kann
so und jetz bin ich ma neugierig ob hier überhaupt noch jemand lust hat auf das thema zurückzukommen
das unter "das musikalische Philosophicum" steht
ich hab das ganze erst ab heute mittag ein wenig hier verfolgt. man sollte ja meinen, das gerade die "altvorderen" (ich muss ja immer lachen, wenn ich das lese) aufgrund ihrers alters und ihrer lebenserfahrung ein wenig toleranter und höflicher im umgang mit ihren mitmenschen sind, als die jüngere, manchmal etwas ungestüme, fraktion. aber das ist wohl auch in diesem thread mal wieder nicht der fall. für mich ja nichts neues. aber wundern muss ich mich darüber hin und wieder schon.
norbert hatte es etwas früher am tag schon sehr schön formuliert, was den wert der musik ausmacht. zumindest geht es mir da ähnlich, wie ihm. emotionen, erlebnisse, erinnerungen sind am ende das, was für mich einen song oder ein album tatsächlich "wertvoll" machen und nicht das medium, auf dem die musik enthalten ist. wenn ich mich auch zugegebner maßen über ein vinyl mehr freue, als über eine cd oder mp3. aber das ist wohl (wie hier schon oft gesagt wurde) jedem selbst überlassen, welches medium er/sie bevorzugt.
Mistadobalina
12.03.2006, 17:35
Wie man sieht, schätzen die jüngeren unter uns - so wie Popkid - durchaus Vinyl-Scheiben, während sich "Altvordere" (schreckliches Wort, ich denke immer ich rede von meiner eigenen Oma) so wie ich, technischen Veränderungen (CDs, mp3s) wiederum nicht verschließen. Ist doch eigentlich ein gutes Ergebnis. :-) (bitte zur Kenntnis nehmen, dass ich "Veränderungen" schreibe und nicht "Verbesserungen"!) ;-)
Und ich betone nochmals, dass ich Tonträger in verschiedenen Ausführungen schätze und besitze: Vinyl, CDs, Festplatte. Alles gern und immer wieder zu unterschiedlichen Anlässen. Gerade das Auswählen unter den Möglichkeiten macht mir immer wieder Freude.
(Übrigens weiß ich, dass zumindest einige der Vinylisten ab und an mp3s benutzen, und sogar - wie Rossi schrieb - von Schallplatten mp3-Kopien machen können - etwas, was ich nun wieder gar nicht kann und auch nicht machen würde.)
MitchRyder
12.03.2006, 17:46
Einer der größten Werte der Musik war, ist und wird für mich immer sein, das sie mir hilft emotional mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Ich habe die Musik zu meinem Lebensbegleiter gemacht. Kaum irgendetwas anderes hilft mir so gut mit Enttäuschungen, einer empfundenen Freude oder dem alltäglichen Stress umzugehen, wie die Musik.
Ich will es anhand eines Albums, was ich heute hörte verdeutlichen. Zuerst es handelt sich um ein Bluesalbum. Im Blues habe ich gelernt Emotionen deutlicher zu empfinden. Es gab heute einen Moment der Traurigkeit in mir. Dieser wurde mir besonders deutlich, als ich das Stück "In The Wee Hours" des Albums "Hoodoo Man Blues" von Junior Wells hörte. Dreimal ließ ich es hintereinander laufen, um klar darüber zu werden, was meine Traurigkeit hervor brachte. Durch das Spüren des Songs im Bauch, die Klänge, die etwas in mir auslösten und der anschließenden Genugtuung zu Wissen, was mich traurig macht, habe ich ziemlich viel für mich gewonnen.
Jetzt, nachdem ich über die Musik mir etwas klar geworden bin, kann ich auch etwas dagegen tun. Und das wirklich wunderbare dabei... das selbe Album hat die Tracks, die meine emotionale Befindlichkeit ändern kann. So hörte ich gleich "Snatch It Back And Hold It". Meine Stimmung schlug um, weil ich wusste, was ich gegen die vorhergehende emotionale Lage machen konnte.
Musik hat für mich mit als wichtigste Werte Emotionen auszuleben, zu ändern, zu verstärken und besser zu begreifen. Gleichzeitig ist sie ein Medikament für mich, was in allen Lebenslagen hilfreich ist. Introvertiert ausgelebt eröffnet sie neue Welten, extrovertiert schnekt sie Lebenserfahrung.
Werte, auf die ich nicht verzichten will und zudem mir ein Reichtum an allen möglichen Erfahrungen schenkt.
Unabhängig von dieser Diskussion in diesem Thread, bin ich Mikko mit der Eröffnung dankbar, weil er mir die Anregung gab, mal selbst wieder darüber nachzudenken, was die Musik für mich bedeutet und welchen Stellenwert sie für mich einnimmt.
der Blues - ist die Mutter aller musik!
( ausser klassischer natürlich )
und so alleine mit einem album zu sein - nur du mit deinem musiker
das ist auch ein wert von musik
"don`t play that song for me" ?
never! je mehr du dich reinreitest um so schneller ist deine qual verarbeitet
( ausser du besäufst dich dabei - das is schlecht )
Hank Williams
12.03.2006, 17:56
Einer der größten Werte der Musik war, ist und wird für mich immer sein, das sie mir hilft emotional mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Ich habe die Musik zu meinem Lebensbegleiter gemacht. Kaum irgendetwas anderes hilft mir so gut mit Enttäuschungen, einer empfundenen Freude oder dem alltäglichen Stress umzugehen, wie die Musik.
(...)
Musik hat für mich mit als wichtigste Werte Emotionen auszuleben, zu ändern, zu verstärken und besser zu begreifen. Gleichzeitig ist sie ein Medikament für mich, was in allen Lebenslagen hilfreich ist. Introvertiert ausgelebt eröffnet sie neue Welten, extrovertiert schenkt sie Lebenserfahrung.
Werte, auf die ich nicht verzichten will und zudem mir ein Reichtum an allen möglichen Erfahrungen schenkt.
Toller Beitrag! Danke dafür, Mitch! http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/k010.gif
@Mitch
Eine sehr schöne Beschreibung. Ich kann dir sehr gut nachfühlen und glaube, in ähnlicher Weise an die Musik heranzugehen, bzw. eine ähnlich starke emotionale Bindung zur Musik zu haben, wie Du.
songbird
12.03.2006, 17:58
Dem Beitrag von popkid ist aus meiner Sicht wenig hinzuzufügen und er gibt im grossen und ganzen meine Meinung wieder. Ich selbst nehme alle Medien in Anspruch, Vinyl, Cd (hauptsächlich), mp 3s. Ich habe allerdings zu gebrannten Cds oder gar downloads wenig Bezug. Die gebrannte Copy eines reguär erhältlichen Tonträgers könnte für mich nie gleichwertiger Ersatz sein. Natürlich erfreut eine schöne Vinyl-Single das Herz - da ich allerdings allerdings Musik nicht beruflich oder schwerpunktmässig während meines "normalen" Tagesablaufs hören kann, bin ich dankbar, die mir verbleibenden knappen Zeitfenster in U-Bahn, Auto oder zu Fuß mit Datenträgern musikalisch füllen zu können.
Ich habe heute die tollen songs auf der Bonus Cd von Costellos "My aim is true" gehört. Wenn ich mir vorstelle, hierauf verzichten zu müssen, nur um meinen Vinyl-Fetisch auszuleben - es wäre ein Jammer, oder?
du hast vergessen - dass es ausser allen tonträgern u.s.w.
auch noch das net gibt
und ich denke fast - dass das den größten wert überhaupt darstellt
du kannst überall hingehen und dich informieren
nachfragen - alles laden was es zu laden gibt
und deinen horizont erweitern
( das geht nur mit Vinyls - nicht! )
@Mitch
Eine sehr schöne Beschreibung. Ich kann dir sehr gut nachfühlen und glaube, in ähnlicher Weise an die Musik heranzugehen, bzw. eine ähnlich starke emotionale Bindung zur Musik zu haben, wie Du.Dito!
Orvil Pym
12.03.2006, 19:37
@otis:
Natürlich argumentieren beide "Fraktionen" mit Scheuklappen. Es ist schwer genug, dich vom Vinyl respektive von den Singles zu abstrahieren, weil du bestimmt auch kein Befürworter von auf Festplatten organisierten MP3s bist. Leider unterstellt man (in diesem Fall ich) etwas in einer Diskussion, was möglicherweise so gar nicht intendiert gewesen sein mag. Und die Frage welche der beiden Gruppen toleranter argumentiert, halte ich für müßig: ich denke, da haben sich beide bisher nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert (und Mikko hat sich ja auch in aller Form für seine Gereiztheit entschuldigt). Die Ansätze von Norbert und (und auch von Mitch) sind ein interessanter Aspekt, den Stellenwert von Musik zu beleuchten. Daran sollte man vielleicht anknüpfen.
@allman:
Ich schlage mal in die mikkosche Kerbe. Ich möchte nicht erst drei Seiten Geblubber lesen, insbesondere auch dann nicht, wenn man mir mit dem großartigen Argument kommt, ich könne es doch ignorieren.
Zudem ist das Reviewmirror-Forum nur als Ausweichforum für den Fall gedacht, dass der Hausmeister hier mal durchmisten (oder etwas reparieren oder suchen) muss und dadurch den vielen Dauerbewohnern hier die Wartezeit verkürzt wird. Ferner gibt es dort auch die Möglichkeit das gute alte Fotoalbum vergangener Forumstreffen einzusehen (allerdings nur für diejenigen, die auch daran teilgenommen haben).
Herr Rossi
12.03.2006, 20:30
Da man mich wahrscheinlich ebenfalls zur Berliner Fraktion zählt, frage ich mich warum solche Dinge gern überlesen werden. Mittlerweile scheinen für viele die Feindbilder ja derart manifest, dass es offenbar keine Möglichkeit gibt, diesen zu entkommen. (...) Offenbar übersieht und –liest man die Blößen der anderen Fraktionen (nicht nur hier, sondern auch andernorts) liebend gern. Und das halte ich für ein Armutszeugnis der „moderaten“ Fraktionen.
Ich kann nur für mich sprechen, dass ich kein Feindbild habe, wenn ich einen Begriff wie "Fraktion" verwende (der ja auch nicht bierernst gemeint ist), und Dir und Mikko gegenüber schon mal gar nicht, das ist doch hoffentlich klar. Dass Eure Aussagen in der Regel sehr differenziert sind, entgeht mir durchaus nicht, ich hoffe, umgekehrt verhält es sich genauso.
Es ging um den Wert von Musik, wie er sich für einen persönlich zeigt, und wir hatten angefangen uns vernünftig darüber auszutauschen.
In diesem Thread gibt es sehr viele interessante und schöne Stellungnahmen zu lesen, z.B. auch die von Mitch, mit dem ich nun auch nicht immer einer Meinung bin. Insgesamt ist dieser Thread bis auf ein paar Ausrutscher auf beiden Seiten konstruktiv und alles andere als flach. Dafür auch dank an Mikko, der mit seinem lesenswerten Eingangspost die Diskussion eröffnet hat.:bier:
Keine Ursache, Rossi.
Um mal wieder zum Thema zu reden, wie könnte denn künftig der Wert von Musik definiert werden? Mal abgesehen von den persönlichen, z.T. ganz privaten Gründen der Wertschätzung, wie kommt man zu verallgemeinerbaren Kriterien den Wert von Musik betreffend? Wenn der Tonträger und seine Wertigkeit als Kriterium ausscheiden, was hilft uns dann einzuordnen wie "wertvoll", "bedeutend", "wichtig" eine Aufnahme ist?
Es wird ja doch - gerne auch hier in diesem Forum - beklagt, dass die immer gleichen Kritiker uns sagen, was wir zu hören haben, was wichtig ist. Auch die TOP 500 Album respektive Track Listen wurden kritisiert, weil sie die immer gleichen meist recht alten Bekannten enthalten. Sind das nun vielleicht wirklich die "wertvollsten" Tracks?
Nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich will hier nicht über die 500 besten Tracks aller Zeiten reden. Aber die Art und Weise wie wir halbwegs vergleichbare Kriterien finden, den Wert von Musik, von Aufnahmen festzulegen - zu messen von mir aus - möchte ich gerne klären. Falls das überhaupt möglich ist.
Ich bezweifle das nämlich sehr. Es gibt einfach zu viele unterschiedliche Herangehensweisen. Ein wesentlicher Aspekt ist Kommunikation. Irgendwer hat das hier im Thread schon mal gesagt. Der Austausch von Musik Interessierten untereinander ist wichtig zur Selbstreflektion wie zur Findung verallgemeinerbarer Kriterien. Das bedeutet für jede/n, die/der mitreden will, lesen, lesen lesen und hören, hören, hören. Vergleichen, diskutieren, verwerfen.
Und da kommen wir dann wieder zu der Frage, die ich weiter oben unter dem Stichwort "Niveau" angesprochen habe. Die Voraussetzungen der Diskutanten - zumindest in diesem Forum hier - sind sehr heterogen. Nicht zuletzt deshalb wird hier auch gern mal aneinander vorbei geredet. Es passiert leider immer wieder, dass jemand gar nicht versteht (oder verstehen will), was ein anderer geschrieben hat. Nichtsdestotrotz wird weiter munter drauflos gemeint und behauptet. Wie soll man da zu einem allgemein halbwegs verbindlichen Konsens kommen? Nicht Konsens der Werturteile, versteht mich nicht falsch. Aber Konsens über den Weg zur Erkenntnis.
Es ist wohl schlicht unmöglich.
Krautathaus
13.03.2006, 12:04
Aber die Art und Weise wie wir halbwegs vergleichbare Kriterien finden, den Wert von Musik, von Aufnahmen festzulegen - zu messen von mir aus - möchte ich gerne klären. Falls das überhaupt möglich ist.
Ich bezweifle das nämlich sehr. Es gibt einfach zu viele unterschiedliche Herangehensweisen.
Genau das ist das Kernproblem.
Es gelingt ja mir nicht ansatzweise wirklich jemandem zu vermitteln, warum mir meine Lieblingsinterpreten oder deren Werke dermaßen gut gefallen (jeder hört die Musik auf seine Weise).
Wie sollte ich dann die "Wertschätzung" (selbst eines mir gut bekannten) Foris oder Freundes erfassen können, wenn ich schon meine eigene Wertschätzung schlecht vermitteln kann?
Wenn ich nun beiderlei "Wertschätzungen" (meine und die eines anderen) nicht miteinander verbinden kann, sehe ich kaum eine Chance eine halbwegs allgemeingültige Werteregelung (oder Werteeinschätzung) zu bestimmen.
Es ist mir immer wieder passiert, daß ich ein bestimmtes Album oder Stück jemandem empfehlen wollte. So sicher war ich mir über dessen Vorlieben, und trotzdem habe ich daneben gegriffen.
Gemeinsame Vorlieben kann man wohl nur durch Kommunikation herausfinden.
Zitat von Wolfen
Ich muss nicht ständig glückseelig lächelnd mit Hochglanz-Linernotes in der Gegend herumlaufen und das schön aufgemachte Jewelcase im Sessel sitzend rubbeln und streicheln. Unabhängig von einer Diskussion "Originale-Rohlinge-Tauschbörsen" etc. bin ich keiner, der z.B. mit Predigern, welche immer wieder irgendwo irgendwem verkünden, wie sehr die Musik ihr Leben bestimme, wie sehr sie die Musik lieben und verehren, wieviel sie ihnen bedeutet usw. usw. irgend etwas anfangen kann. Solche teils penetranten Menschen, die auch immer wieder gerne und auch gerade den Wert einer Musik am Originaltonträger -welcher immer es sein möge- festmachen und nichts, aber auch gar nichts ansonsten gelten lassen, sind mir ziemlich suspekt.(Mikko: das ist nicht auf dich persönlich gemünzt, krieg das bloss nicht in den falschen Hals)
Noch früher hat Wolfen u.a. dieses posting in diesem Thread losgelassen. Auch wenn Mikko, nicht gemeint gewesen sein soll, irgendjemand muss ja gemeint gewesen sein. Ich fühle mich da mal (für alle diffus gemeinten) persönlich angesprochen und dann auch beleidigt.
Aber bitte, irgendwie passt das eine zum anderen.
Dass Mikko oben ein wenig zu weit gegangen ist aus einer persönlichen Enttäuschung heraus, keine Frage, dass Mista darüber zu Recht sauer war, kann ich ebenfalls bestens nachvollziehen. (Wollte das nicht wieder aufwärmen, nur den Zusammenhang herstellen. Bitte nicht mehr darauf eingehen.) Die Geschichte bot dann ja auch hervorragend Gelegenheit das Kriegsbeil mal wieder so richtig schön auszugraben. Wieder hatte die Vinyl-Fraktion sich eine Blöße gegeben.
Offenbar übersieht und –liest man die Blößen der anderen Fraktionen (nicht nur hier, sondern auch andernorts) liebend gern. Und das halte ich für ein Armutszeugnis der „moderaten“ Fraktionen.
Es ging um den Wert von Musik, wie er sich für einen persönlich zeigt, und wir hatten angefangen uns vernünftig darüber auszutauschen.
Ich würde mein Post nicht so überbewerten. Da lag auch ein bischen was an von mir beabsichtigter überspitzter Formulierung drin.
Über philosophische Dinge wie Wert oder Unwert von Musik und deren Trägermedien wurde ja schon öfters heiß diskutiert und dieser Thread wird auch sicher nicht der letzte in dieser Richtung sein.
Wie Herr Rossi schon richtig sagte: Fraktionen sind (auch für mich) keine feindlichen Lager, die es zu bekämpfen gilt. ;-)
Was ich jedoch persönlich nicht sehr mag, sind -wie schon gesagt- Menschen und Musikliebhaber auf selbst gestecktem hohen und höchsten Niveau, die bei allem Sachverstand und Wissen blasiert(est) daher kommen und nicht in der Lage sind, vorher zu überlegen, anstatt sich mehrfach im Nachhinein entschuldigen zu müssen.
Ich schätze persönlich auch keine Prediger, Booklet-Riecher und Liner-Notes-Rubbeler, die mir einfach ab und an einen Tick zu pathetisch-schwülstig sind und hart am Rande zum gefühlsorgiastischen Kitsch ihrer Musikleidenschaft Ausdruck verleihen.
Das mag zwar auch etwas heftig klingen, aber es ist nun einmal so.
Ob Otis sich jetzt tatsächlich angesprochen und "diffus beleidigt" fühlt, war zwar von mir nicht beabsichtigt, aber ich kann auch nichts dagegen tun.
Und wenn z.B. Mikko das sinkende Niveau dieses Forums beklagt, bin ich nicht unbedingt seiner Ansicht. Es sei denn, ich nehme das höchstpersönliche Niveau von z.B. Mikko als gegebenen und permanent aufrecht zu erhaltenen Standard. In diesem Falle hätte er dann sogar Recht.
Und Mikko bzw. Otis: bitte keinen verbalen Marterpfahl aufstellen oder den Klappstuhl ausgraben, weil ihr euch eventuell von meiner Sicht gewisser Dinge beleidigt oder attackiert fühltet.
Wenn ihr euch tatsächlich in irgend einer Form von besagtem Personenkreis angesprochen gefühlt haben solltet, muss das ja irgend eine Ursache haben.
Wenn nicht, solltet und dürftet ihr eigentlich kein Problem haben.
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