DJ@RSO
24.01.2006, 03:39
Das 1990 veröffentlichte Album „X für e U“ beschäftigt sich im Opener „Denn mer sinn widder wer“ mit dem zum Teil beunruhigend gesteigerten Selbstbewusstsein einiger „Deutscher“ nach dem kurz zuvor erfolgten Mauerfall. Das Stück bleibt neben dem Track „Freio“ der einzige politisch motivierte Song der Platte und die weiteren Stücke lassen sich im Wesentlichen in zwei weitere Themenbereiche aufteilen. Zum Einen geht es, wie oft in Liedern Niedecken´s, um die Bearbeitung von Beziehungsgeschichten, die den Hörer an sehr privaten Gefühlen des Sängers teilhaben lassen, ohne ihn allerdings zum Voyeur zu machen. Paradebeispiele dafür sind „Bleifooss“, „Alles em Lot“ oder auch „Sie määt süchtig“. Im anderen Themenkomplex erzählt Niedecken in Tracks wie „Happy End“ oder „Domohls“ von den Licht- und Schattenseiten seiner Kinder- und Jugendjahre. Im sehr schönen „Wat usser Rock´n´Roll“ macht sich der Sänger Gedanken darüber, ob das Dasein als Rockmusiker wirklich das ist, was er sicher erträumt hat, kommt aber zu dem Schluss, anscheinend keine Alternative zu haben.
Das abschließende „Land in Sicht“ bietet viel Raum für Interpretationen. Eventuell handelt es sich um ein weiteres Stück über eine unglücklich verlaufene Beziehung. Oder werden hier, eine entsprechende Sichtweise vorausgesetzt, Stationen der Bandgeschichte und vor allem das Spannungsverhältnis zwischen Niedecken und Heuser, dass später zum Split der „kölschen Glimmer-Twins“ führen sollte, dargestellt ? Die tatsächliche Intention bleibt im Verborgenen.
Musikalisch führen BAP auf „X für e U“ das mit der LP „Ahl Männer, aalglatt“ erstmalig verfolgte Konzept einer kommerzielleren und radio-orientierten Produktion fort. Doch gelingt es hier, besser noch als auf dem Vorgänger-Album „Da Capo“, Niedeckens Gesang nicht unter Sound-Wällen zu begraben. So werden die Stücke auf „X für e U“ zwar immer noch deutlich durch ausgedehnte Gitarren- und Keyboard-Linien dominiert, aber nicht erschlagen. Die Schlagzeugparts aus der Dose wirken zeitweise etwas steril, überschreiten aber die Grenze des Störenden oder Aufdringlichen nicht. Schöne Saxophon-Lines ( „Happy End“ / „Griefbar noh“ ), von Julian Dawson beigesteuerte Blues Harp-Einlagen sowie im bisherigen BAP-Repertoire noch nicht gehörte Background-Sängerinnen in „Vis-A-Vis“, „Happy End“ und „Freio“ sorgen für äußerst angenehme Abwechslung und zusätzlichen Drive.
Wenn auch insgesamt die Produktion der Platte nicht nur Puristen zu rein und elektronisch erscheinen mag, stellt „X für e U“ ein durchaus schönes und gut durchhörbares Werk der Kölner dar.
*** ½
Das abschließende „Land in Sicht“ bietet viel Raum für Interpretationen. Eventuell handelt es sich um ein weiteres Stück über eine unglücklich verlaufene Beziehung. Oder werden hier, eine entsprechende Sichtweise vorausgesetzt, Stationen der Bandgeschichte und vor allem das Spannungsverhältnis zwischen Niedecken und Heuser, dass später zum Split der „kölschen Glimmer-Twins“ führen sollte, dargestellt ? Die tatsächliche Intention bleibt im Verborgenen.
Musikalisch führen BAP auf „X für e U“ das mit der LP „Ahl Männer, aalglatt“ erstmalig verfolgte Konzept einer kommerzielleren und radio-orientierten Produktion fort. Doch gelingt es hier, besser noch als auf dem Vorgänger-Album „Da Capo“, Niedeckens Gesang nicht unter Sound-Wällen zu begraben. So werden die Stücke auf „X für e U“ zwar immer noch deutlich durch ausgedehnte Gitarren- und Keyboard-Linien dominiert, aber nicht erschlagen. Die Schlagzeugparts aus der Dose wirken zeitweise etwas steril, überschreiten aber die Grenze des Störenden oder Aufdringlichen nicht. Schöne Saxophon-Lines ( „Happy End“ / „Griefbar noh“ ), von Julian Dawson beigesteuerte Blues Harp-Einlagen sowie im bisherigen BAP-Repertoire noch nicht gehörte Background-Sängerinnen in „Vis-A-Vis“, „Happy End“ und „Freio“ sorgen für äußerst angenehme Abwechslung und zusätzlichen Drive.
Wenn auch insgesamt die Produktion der Platte nicht nur Puristen zu rein und elektronisch erscheinen mag, stellt „X für e U“ ein durchaus schönes und gut durchhörbares Werk der Kölner dar.
*** ½