Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Genesis - A Trick of the Tail
Music-Proffesor
20.09.2005, 04:13
Man sollte sich darüber im Klaren sein, daß Genesis anno 1976 zur Speerspitze der Bands gehörten, die Rock mit klassischen Elementen verbinden wollten und deren Songs dadurch immer komplizierter und monströser geworden sind.
Natürlich kann man es als Bombast abtun, als aufgeblasenen Dinosaurier-Rock (der sich dann auch früher oder später manchen frischeren Rockmusik-Konzepten beugen mußte).
Dennoch: diese Platte hat was, die Songs sind kompliziert, man sollte sich viel Zeit nehmen, den Wendungen und Stimmungen zu folgen, die Texte mitzulesen. Und vielleicht geht man dann auf eine wunderliche Reise, die man gern mal wiederholt.
Was allersdings Schade ist, daß mir dazu inzwischen ein wenig die Zeit und die Geduld fehlt.
Bewertung: ***
Music-Proffesor
20.09.2005, 04:18
Genesis - Selling England by the Pound
Auch das keine Platte, die man mal eben so weghört:
Komplizierter Art-Rock mit Wendungen und Windungen, mit Interludes und klassisch wirkenden Teilen, ambienten Abschnitten und eingängigen Rock-Topoi.
Und es gibt Leute, die finden diesen seltsamen Bombast durchaus eingängig und vollkommen logisch, aber das hat dann wohl mit der jeweiligen Sozialisation zu tun und kaum mit der Musik selbst.
Kurz: wer so etwas mag, wird es hervorragend finden, alle anderen werden sagen: Warum so kompliziert, warum so hinten herum?
Bewertung: ***
Bender Rodriguez
22.09.2005, 20:03
Genesis - Selling England by the Pound
Auch das keine Platte, die man mal eben so weghört:
Komplizierter Art-Rock mit Wendungen und Windungen, mit Interludes und klassisch wirkenden Teilen, ambienten Abschnitten und eingängigen Rock-Topoi.
Und es gibt Leute, die finden diesen seltsamen Bombast durchaus eingängig und vollkommen logisch, aber das hat dann wohl mit der jeweiligen Sozialisation zu tun und kaum mit der Musik selbst.
Kurz: wer so etwas mag, wird es hervorragend finden, alle anderen werden sagen: Warum so kompliziert, warum so hinten herum?
Bewertung: ***
Ich persönlich finde dieses Album für "Prog"-Verhältnisse ausgesprochen eingängig und im positiven Sinne "poppig". Peter Gabriels' Texte sind auch bei allen Metaphern durchaus leicht verständlich und sehr unterhaltend! Man benötigt keinen "Durchblickerlehrgang" wie etwa bei gewissen Peter Hammill-Kopfgeburten, die er z.T. besser für sich behalten hätte!
Die Arrangements von "Selling England..." sitzen an den entscheidenden Punkten perfekt und die Breaks sind vollkommen logisch platziert. Ich möchte jetzt nicht von "vorhersehbar" oder "durchsichtig" sprechen, sondern von "geschmackvoll". Deswegen ist "Selling England..." mein favorisiertes "Prog"-Album, obwohl ich beileibe kein übermässiger "Prog"-Fan bin. Kurz, "Selling England..." ist nicht "Prog-Rock", sondern allenfalls "Prog-Pop" - und das ist das charmanteste an diesem Album, ein Kompliment sozusagen! Einziger Schwachpunkt: "More Fool Me" mit dem Gesang des kleinen Phillip Collins. Hier ziehts einem rückblickend wie ein Angstschauer über den Rücken - wenn man damals schon gewusst hätte, was GENESIS mit dieser Stimme mal verbrechen werden!!! Ich plädiere für ein Re-issue des Albums ohne dieses Stück! Dafür könnte die zuständige Plattenfirma ja die seltene Single "Twilight Alehouse" draufpacken... ;)
pink-nice
22.09.2005, 20:13
Genesis - Selling England by the Pound
Kurz: wer so etwas mag, wird es hervorragend finden, alle anderen werden sagen: Warum so kompliziert, warum so hinten herum?
Bewertung: ***
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Meine Wertung ... *****
Music-Proffesor
30.09.2005, 07:41
Genesis - ...and then there were three
Ein wenig müssen Genesis selbst eingesehen haben, daß es mit ihrem komplizierten Art-Rock so nicht weitergehen kann, und so finden sich auf diesem relativ leicht zugänglichen Album doch wieder eher kürzere Songs, die manchmal auch geradezu erschreckend straight sind. Andererseits: Welchen Sinn machen diese bombastischen Gebilde, wenn die inhaltlichen Geschichten eher simpel gestrickt scheinen? Bis auf ein paar Höhepunkte mittelmäßig interessant. **1/2 proff/05
Music-Proffesor
30.09.2005, 07:42
Genesis - We can`t dance
Mögen Genesis in den Siebzigern noch Maßstäbe in punkto Art-Rock gesetzt haben, mit dieser Platte gelingt es ihnen definitiv nicht mehr. Da quälen sich opulente Rock-Songs über 7 Minuten, ohne Eindruck zu hinterlassen, da werden Allgemeinplätze betreten, die Toto schon niedergetrampelt oder die Dire Straits umgepflügt haben. Da gerät diese Musik dann zu einer zähen Soße, mit der man nur noch Spätgeborene beeindrucken kann. Und überhaupt sind Genesis längst von anderen, interessanteren Musiken überrollt worden, zumal sie hier kaum mehr als eine Durchschnittsleistung zeigen und sich einfach an den Mainstream anpassen. ** proff/o5
Music-Proffesor
30.09.2005, 07:45
Genesis - Calling all Stations
Da sind von den ehemaligen Genesis-Mitgliedern nicht so viele übriggeblieben (nur Tony Banks und Mike Rutherford, der Sänger Ray Wilson klingt ein wenig wie der Achtziger-Peter Gabriel). Und musikalisch werden auch keine Bäume ausgerissen. Schwülstig aufgesetzter Kunst-Rock, der es an Härte missen läßt, dafür hat's ein paar nicht ganz uninteressante Melodien und Intros. Sie bemühen sich redlich, letztendlich siegen weinerliche Texte, Synthi-Schmock und das dicke Pathos. ** proff/05
Moontear
02.10.2005, 10:34
A Trick of the Tail
Für mich neben Wind and Wuthering der Beweis daß es mit Genesis nicht durch den Weggang von Peter Gabriel abwärts ging sondern erst mit dem Aufhören von Steve Hackett.
Das Album ist wunderbar stimmig, schon das Cover vermittelt ein altenglisches Flair (wie die frühen Genesiscover fast alle hervorragend sind) das auf dem Album auch entsprochen wird: Mal ein bisschen schräg und verschroben, mal kraftvoll und schmissig aber immer originell. Locker ****
Moontear
02.10.2005, 10:37
We Can't Dance
Mit 13 für mich ein Meisterwerk aber mit 13 habe ich auch noch Bravo gelesen :D.
Ich habe noch immer einen weichen Fleck für einige der Songs, der Nostalgiefaktor wirkt sich auf den qualitativen Eindruck ganz klar aus. Eigentlich ist das Pulver nach den ersten vier Songs bereits verschossen aber der Faktor Erinnerung bringt mich auch über die restlichen Songs. ***
Moontear
02.10.2005, 10:41
Calling all Stations
Habe mir das Album damals direkt am Erscheinungstag gekauft und ward bitterlich enttäuscht. Ich hatte Ray Wilson vorher auf einer Präsentation von VH-1 (miss you) gesehen und mir hat seine Stimme gefallen. Nun, selbst die beste Stimme kann aus solchem Material wenig rausholen. Denke ich an Calling all Stations denke ich an ein künstlich angelegte Sümpfe mit Blaulicht aus Neonröhren, ab und zu platzen Blasen auf der Wasseroberfläche. Man starrt eine Weile gebannt zu, ist dann aber ganz froh das Weite suchen zu können. *1/2
Cripple Creek Ferry
02.10.2005, 22:05
A Trick of the Tail
Für mich neben Wind and Wuthering der Beweis daß es mit Genesis nicht durch den Weggang von Peter Gabriel abwärts ging sondern erst mit dem Aufhören von Steve Hackett.
Das Album ist wunderbar stimmig, schon das Cover vermittelt ein altenglisches Flair (wie die frühen Genesiscover fast alle hervorragend sind) das auf dem Album auch entsprochen wird: Mal ein bisschen schräg und verschroben, mal kraftvoll und schmissig aber immer originell. Locker ****
Besser kann man es nicht ausdrücken! Ich bin auch der Meinung, dass Genesis erst mit dem Ausstieg von Steve Hackett am Ende war! Bis zu The Lamb Lies Down On Broadway lieferte die Band extraordinäre, aussergewöhnliche, phänomenale Klanglandschaften ab. Bis zum Ausstieg von Steve (Seconds Out), war die Sache immer noch sehr gut! Aber dann gings steil bergab!
Moontear
02.10.2005, 22:24
(Seconds Out)
Das habe ich vergessen, okay ist ja ein Live-Album aber dennoch wirklich gut.
Die drei Alben danach sind grausam. Wollen wir Prog machen oder Pop? Beides! Grausam wurds. Die letzten drei Alben mit Phil Collins kann man immerhin als gehobenes AOR-Radiofutter bezeichnen, die traurige Trilogie davor ist einfach nur zum abhaken.
Genesis - Selling England by the Pound
Auch das keine Platte, die man mal eben so weghört:
Komplizierter Art-Rock mit Wendungen und Windungen, mit Interludes und klassisch wirkenden Teilen, ambienten Abschnitten und eingängigen Rock-Topoi.
Und es gibt Leute, die finden diesen seltsamen Bombast durchaus eingängig und vollkommen logisch, aber das hat dann wohl mit der jeweiligen Sozialisation zu tun und kaum mit der Musik selbst.
Kurz: wer so etwas mag, wird es hervorragend finden, alle anderen werden sagen: Warum so kompliziert, warum so hinten herum?
Bewertung: ***
Meine Wertung hier ist *****, und es hat sogar mit der Musik zu tun, aber ist auch von Erinnerungen geprägt. Für mich das beste Album von Genesis. Egal, ob dies nun Art-Rock oder Prog-Rock oder Prog-Pop sein soll, diese Scheibe wird von mir in Ehren gehalten.
A Trick of the Tail
Für mich neben Wind and Wuthering der Beweis daß es mit Genesis nicht durch den Weggang von Peter Gabriel abwärts ging sondern erst mit dem Aufhören von Steve Hackett.
Das Album ist wunderbar stimmig, schon das Cover vermittelt ein altenglisches Flair (wie die frühen Genesiscover fast alle hervorragend sind) das auf dem Album auch entsprochen wird: Mal ein bisschen schräg und verschroben, mal kraftvoll und schmissig aber immer originell. Locker ****
Sehr schön beschrieben. Schliesse mich deinem Urteil an.
Silenthost
14.10.2005, 21:29
"...Tail" ist mit Abstand die beste Genesis- Platte.
Stücke wie "Dance on a volcano" oder "Los Endos" blieben unerreicht und sind von einer Dynamik, die von Genesis nie wieder erreicht wurden. Ich persönlich kann jeder Phase dieser Band etwas abgewinnen, die "Tail/ Wuthering - Phase" ist meiner Meinung nach jedoch die kreativste Zeit der Band gewesen.
Ja, richtig- und dann ging der Hackett...schade eigentlich.
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