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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beck (11.06.) Tonhalle München



Andy Dufresne
14.06.2005, 15:40
Junge, Junge, war das eine Enttäuschung. Einen schlechteren Sound hatte ich bisher nur bei den Ramones gehört und einer Punkband kann man das ja noch ein bisschen nachsehen (da gehört´s dazu). Aber bei einem Beck Konzert habe ich nicht damit gerechnet.
Der Bassdrum wurde in einem derart tiefen Frequenzbereich Pegel gegeben, dass sich auf der Oberfläche des Spülwassers in der Herrentoilette Wellen bildeten. Für einen Versuch im Physikunterricht über die Energie von Schallwellen durchaus geeignet, aber bei einem Konzert wo auch noch andere Instrument hörenswert sind... Diese im Ausbreitungsmoment der "Infraschallwelle" wahrzunehmen war unmöglich, dafür hatte man ein schönes Gefühl im Bauch. Toll!
Auch an einem anderen Standpunkt (z.B. direkt vorm Mischpult) verbesserte sich die Hörsituation nicht. Basslinien mußte man erahnen, dem Gesang fehlte Transparenz und war somit unverständlich, bei teilweise drei Gitarren blieb eine immer auf der Strecke und die Frage welche Parts nun live waren oder vom Sampler kamen blieb offen. Peinlich: Das "Loser" Gitarren Riff wurde als Playback eingespielt.
Ich würde ja gerne über die musikalischen Raffinessen der sechs Musiker um Mr.Hanson berichten, aber leider verschwammen die einzelnen Instrumente in einem akustischen Brei. Bei gerade mal einer Zugabe bleibt aber zu vermuten, dass die Motivation bei Beck plus Band nicht ihren Höchststand hatte.
Wirklich schade, denn die Songauswahl war eigentlich ansprechend:
"Devil´s haircut" als gelungener Opener, Groovegaranten wie "Go it alone" und Where it´s at", eine klasse Version von "Paper tiger", dazu eine pfiffige Idee bei Beck´s Solo Einlage. Als dieser sich die Akustikgitarre umschnallte, wurde den pausierenden Musikern ein Tisch auf die Bühne gestellt, an dem sie zu seiner Darbietung aßen und tranken. Bei "Golden Age" dienten dann Gläser und Teller als Percussionsinstrumente und der Background Gesang der Band rundete das "Bankett" ab.
Mein Hunger nach einem guten Beck Konzert ist nach diesem Erlebnis nicht gestillt, bleibt nur zu hoffen, dass das nächste Mal mit besseren Zutaten gekocht wird.

Brainfilter
14.06.2005, 16:17
Klingt als wenn er genau das selbe wie beim Hurricane gemacht hat. Auch Soundtechnisch.

Hühnerklein
14.06.2005, 16:29
beim sound geb ich dir recht - obwohl es gegen ende deutlich besser wurde. wenn man sich mit viel fantasie das konzert klangtechnisch sauber vorgestellt hat, war's aber ziemlich gut. übrigens: der sound beim eels konzert - ebenfalls in der tonhalle - war auch unwürdig. scheint also ein hallenproblem zu sein. konnte übrigens beim lichtmann mal einen blick auf die setlists der anderen beckkonzerte der tour werfen und mir schien, als wären da auch nicht mehr stücke gespielt worden. was in dem zusammenhang ganz interessant ist: die letzten beiden stücke des konzert waren auf der münchen-setlist bereits als zugabe gekennzeichnet.

Andy Dufresne
15.06.2005, 10:43
Ich hege auch einige Zweifel an den akustischen Bedingungen der Tonhalle. Ich war ebenfalls beim Eels Konzert (wie Hühnerklein) und der Sound war erträglich bis dürftig. Obwohl die Eels Instrumentierung es eigentlich hätte zulassen müssen einen saubereren Klang zu mischen. Schade, ist sonst 'ne schöne Location.